Fr, 2015-03-27 10:56
Hamburg (dpa)

«Ich brauche klare Anweisungen» - Ein Autist findet seinen Traumjob Von Bernhard Sprengel, dpa

Was meint der Gesprächspartner bloß? Diese Frage ist für Autisten schwer zu beantworten. Am Arbeitsplatz scheitern sie darum oft - doch das muss nicht sein. Darauf will auch der Welt-Autismus-Tag am 2. April aufmerksam machen.

Hamburg (dpa) - Leif Petersen steht an der Kasse eines Reformhauses in Hamburg und verkauft Bio-Brot. Wer den freundlich lächelnden jungen Mann beobachtet, dürfte kaum bemerken, dass an einer schweren Entwicklungsstörung leidet: Der 29-Jährige ist Autist. Petersen verkauft nicht nur, sondern berät Kunden, räumt Waren ein oder bringt sie den Käufern mit seinem Auto nach Hause. Zweimal pro Woche geht er zur Berufsschule. Sein Ziel: Verkäufer für Reform- und Diätwaren.

«Ich brauche eine Chefin, die mir klare Anweisungen gibt, die auch Verständnis für meine Situation hat», sagt Petersen. Tanja Parker hat Verständnis. «Herr Petersen ist über ein langes Praktikum gekommen. Da hat er sich so gut gezeigt», berichtet die Reformhaus-Inhaberin. «Das ist ein junger Mann, der wahnsinnig freundlich ist und auf den man sich total verlassen kann.»

Parker kennt aber auch die Schwächen ihres Azubis. Er könne nicht mehrere Sachen gleichzeitig machen, etwa einen Kunden beraten und gleichzeitig die Kasse im Blick behalten. Schwierigkeiten habe er auch, wenn es mehr um Zahlen und Schriftliches geht. Und sie gibt ihm klare Anweisungen, auch was die persönliche Hygiene angeht.

Fachlich seien Autisten am Arbeitsplatz oft gar nicht eingeschränkt, sagt Friedrich Nolte vom Bundesverband Autismus Deutschland. Sie hätten eher Probleme im informellen Bereich. Manche kämen regelmäßig zu spät, sprächen sich nicht mit Kollegen ab, beteiligten sich nicht am Small Talk und gälten unter Umständen als arrogant. «Durch solche Dinge kann es dann schwierig werden», sagt Fachreferent Nolte.

Petersens Chefin ist bereit, ihrem Schützling mehr Zeit und Unterstützung bei der Bewältigung seiner Aufgaben zu geben. Sie erwähnt dabei, dass sie selbst ein Kind mit einer Entwicklungsverzögerung hat und sich über die nicht funktionierende Inklusion in der Schule ärgert. In ihrem Geschäft sei es eine Freude mit so einem Menschen wie Petersen zusammenzuarbeiten, betont sie.

Ihre Einstellung wird offenbar von nicht so vielen Arbeitgebern geteilt. Der Bundesverband Autismus beklagt zum Welt-Autismus-Tag am 2. April eine Diskriminierung der Betroffenen. Kindern mit einer autistischen Störung werde der Zugang zur angestrebten Schulform verweigert, Erwachsene hätten meist keine Chance auf eine Wohngruppe oder einen Arbeitsplatz in einer Behindertenwerkstatt. Eine «Benachteiligungsspirale» von unzureichender Schulbildung über fehlende Arbeit und geringes Einkommen dränge Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, kritisiert die Vereinsvorsitzende Maria Kaminski.

Autisten, die sich um eine Stelle bewerben, würden zu 80 bis 90 Prozent schon im Vorstellungsgespräch scheitern, sagt Astrid Grothe von autWorker, einer Hamburger Genossenschaft, die Menschen wie Leif Petersen bei der beruflichen Integration unterstützt. Einige IT-Firmen stellen inzwischen aber gezielt qualifizierte Menschen mit dem Asperger-Syndrom, einer leichteren Form des Autismus, ein.

Auch Petersen ist qualifiziert. Er hat schon eine Ausbildung als Sozialtherapeutischer Assistent und eine als Gärtner im Obstanbau abgeschlossen. Auch ein längeres Praktikum in einer Karosseriebau-Firma hat er hinter sich. «Diese Arbeit war nicht so mein Ding», sagt Petersen. Er sei mit den Kollegen nicht gut zurechtgekommen. Im Reformhaus fühlt er sich dagegen wohl: «Das ist eine wunderbare Arbeit.» Nach der Ausbildung möchte er dort bleiben.

Do, 2015-03-26 20:52
Washington (dpa)

USA zeigen Verständnis für Saudi-Arabiens Angriff im Jemen und Grafik Nr. 22442)

Washington (dpa) - Die USA haben Verständnis für die Bombenangriffe Saudi-Arabiens im Nachbarland Jemen geäußert. Politische Verhandlungen seien zwar der beste Weg aus dem Bürgerkrieg im Jemen, sagte der Sprecher im Außenministerium Jeff Rathke am Donnerstag. «Aber wir verstehen auch die Sorgen der Saudis über das Versagen der Huthis, sich sinnvoll in den politischen Dialog einzubringen.» Dies Saudis sind Sunniten, die Huthis Schiiten.

«Wir verstehen und unterstützen die Schritte, die sie (die Saudis) unternehmen», sagte Rathke. Daher habe sich Washington entschieden, Riad mit Logistik und Geheimdienst-Informationen zur Seite zu stehen.

Die USA bauen eine gemeinsame Planungsstelle mit Saudi-Arabien auf, um ihre Unterstützung zu koordinieren. Amerikanische Truppen sind laut Weißem Haus nicht direkt an dem Militäreinsatz beteiligt. Präsident Barack Obama habe die Hilfsleistungen genehmigt.

Am Donnerstag telefonierte Außenminister John Kerry mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, um über die Lage im Jemen sowie die Entwicklung des Krieges im Irak und in Syrien und die Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu sprechen.

Der Bürgerkrieg im Jemen droht, die ganze Region zu erfassen. Saudi-Arabien griff mit sunnitischen Verbündeten erstmals mit Waffengewalt in den Bürgerkrieg ein, um den weiteren Vormarsch schiitischer Huthis zu stoppen.

Do, 2015-03-26 20:40
Pirna (dpa)

Pirnaer Oberbürgermeister von Asyl-Gegnern angefeindet

Pirna (dpa) - Der Pirnaer Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke wird wegen seiner Flüchtlingspolitik von mutmaßlich Rechtsradikalen angefeindet. Wie das Operative Abwehrzentrum in Sachsen am Donnerstag mitteilte, verschlossen unbekannte Täter am Mittwochabend das Hoftor des Privatgrundstücks des parteilosen Politikers mit einem Seilschloss. Später forderte ein Anrufer ihn demnach auf, sich von seiner Asylpolitik zu distanzieren und beleidigte Hankes Familie.

Hanke sagte Radio Dresden: «Die Aktionen der gestrigen Nacht an meinem Grundstück waren der eindeutige Versuch der Einschüchterung.» Das Abwehrzentrum mit Sitz in Leipzig ermittelt wegen Beleidigung und Nötigung. Die Einheit ist für Straftaten mit extremistischem Hintergrund zuständig; Schwerpunkt ist Rechtsextremismus.

Auch in Ostsachsen und im Erzgebirge waren zuletzt Politiker wegen ihres Engagements für Flüchtlinge angefeindet worden.

Bundesweit für Aufsehen hatte Anfang März der Rücktritt des ehrenamtlichen Bürgermeisters des Ortes Tröglitz in Sachsen-Anhalt gesorgt, der wegen der geplanten Aufnahme von Flüchtlingen angefeindet worden war und sich von Landkreis, Parteien und Bevölkerung unzureichend geschützt sah. Auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau hatte über Morddrohungen und Demonstrationen vor ihrem Wohnhaus geklagt.

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Do, 2015-03-26 18:43
Lausanne/Teheran (dpa)

Iran hofft auf Atomeinigung in kommenden Tagen

Lausanne/Teheran (dpa) - Der Iran hofft im Atomstreit mit dem Westen weiter auf eine Einigung in den kommenden Tagen. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen John Kerry in Lausanne.

Auch Irans Präsident Hassan Ruhani schaltete sich mit einer «Telefondiplomatie» in den Verhandlungsprozess ein. In Gesprächen mit dem russischen und französischen Präsidenten, Wladimir Putin und François Hollande, sowie dem britischen Premier David Cameron versicherte Ruhani, das iranische Atomprogramm verfolge friedliche Zwecke, wie das Präsidialamt in Teheran mitteilte. Deshalb sollten alle Seiten «diese einmalige Gelegenheit» für eine Einigung nicht verpassen.

Bis spätestens Ende des Monats wollen Unterhändler der fünf UN-Vetomächte - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschlands eine grundsätzliche Vereinbarung erzielen. Diese bildet die Grundlage für ein umfassendes Abkommen bis Ende Juni. Damit soll der zwölfjährige Atomkonflikt beigelegt werden.

Do, 2015-03-26 18:42
Sanaa (dpa)

Saudi-Arabien greift im Jemen ein - EU und UN besorgt und Grafik Nr. 22442

Der Bürgerkrieg im Jemen erreicht die nächste Stufe der Eskalation: Saudi-Arabien hat mit Verbündeten Luftschläge gegen die schiitischen Rebellen im Land begonnen. Die geben sich nicht geschlagen. EU und UN mahnen zur Zurückhaltung.

Sanaa (dpa) - Der Bürgerkrieg im Jemen droht sich in einen militärischen Konflikt in der Region auszuweiten. Saudi-Arabien griff gemeinsam mit arabischen Verbündeten erstmals mit Waffengewalt in den Bürgerkrieg im Nachbarland ein, um dort den weiteren Vormarsch schiitischer Huthis zu stoppen. Kampfjets der sunnitischen Koalition bombardierten Stellungen der Rebellen in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten. Die Entwicklung im Jemen löste international Besorgnis aus.

Die Vereinten Nationen und die Europäische Union riefen die Konfliktparteien zu Verhandlungen auf. Nur so könne angesichts der Eskalation eine Lösung gefunden werden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nannte die Lage gefährlich. Er hoffe nicht, dass sich die Situation in einen kriegerischen Flächenbrand ausweite, sagte er der «Bild»-Zeitung (Freitag).

Der von den USA gestützte Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Rebellen geflohen war, hat den Jemen inzwischen «unter saudischem Schutz» verlassen. Er wolle am bevorstehenden Gipfeltreffen der Arabischen Liga im ägyptischen Scharm el Scheich teilnehmen, hieß es. Saudi-Arabien wirft dem schiitischen Iran vor, die Rebellen im Kampf gegen die rechtmäßige jemenitische Führung zu unterstützen.

An der in der Nacht zum Donnerstag gestarteten Operation «Sturm der Entschlossenheit» beteiligen sich nach Angaben des Senders Al-Arabija neben Saudi-Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain und Katar. Weiterhin würden Jordanien, Marokko und der Sudan Kampfjets entsenden. Auch Ägypten sagte eine Beteiligung mit Luftwaffe und Marine zu, Pakistan denkt nach eigenen Angaben noch über einen Einsatz nach.

Ein Sprecher der Huthis bezeichnete die Luftschläge als Kriegserklärung. Damit könne sich der Konflikt im Jemen zu einem Regionalkrieg auswachsen. Die Huthis versammelten im Zentrum Sanaas Tausende Anhänger, um gegen die Angriffe zu demonstrieren.

Bei den Luftschlägen kamen laut dem von den Huthis kontrollierten Gesundheitsministerium in Sanaa 25 Zivilisten ums Leben. Die Angriffe hätten Wohngebiete in der Nähe des Flughafens getroffen. Nach Informationen der saudischen Nachrichtenagentur SPA wurde hingegen vor allem eine Militärbasis bombardiert. Ein Journalist der «Yemen Post» sagte dem Sender Al-Dschasira, Bomben seien überall in Sanaa gefallen. Die Menschen hätten panisch reagiert.

Hadi hatte am Dienstag um Hilfe gegen die Rebellen gebeten. Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hauptstadt. Dort setzten sie Hadi und die Regierung ab. Der Präsident floh im Februar ins südjemenitische Aden, das er zur neuen Hauptstadt erklärte. Am Mittwoch rückten die Huthis bis in die Hafenstadt vor und zwangen Hadi erneut zur Flucht.

Der Iran verurteilte die Angriffe der Riad-Allianz. «Diese Angriffe sind nicht nur eine Verletzung der territorialen Integrität des Jemen, sondern auch eine sehr gefährliche Entwicklung», erklärte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham.

Das Verhältnis zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ist angespannt. Die Einmischung im Jemen wird in der Region als erste große Bewährungsprobe für den neuen saudischen König Salman gewertet.

Do, 2015-03-26 17:47
Paris (dpa)

Hollande: Iran hat Recht auf Nutzung friedlicher Atomkraft

Paris (dpa) - Kurz nach Beginn der entscheidenden Phase in den Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran hat Frankreich eine dauerhafte und überprüfbare Lösung in dem Konflikt gefordert. Iran habe das legitime Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie, sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Es müsse aber sichergestellt werden, dass das Land keinen Zugang zu Atomwaffen habe, zitierte der Élyséepalast Hollande in einer Mitteilung.

Frankreich sowie die anderen UN-Vetomächte - USA, Russland, China, und Großbritannien - sowie Deutschland verhandeln mit der iranischen Regierung derzeit im schweizerischen Lausanne über das Atomprogramm. Bis Ende des Monats wollen sie eine Rahmenvereinbarung erreichen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Do, 2015-03-26 17:39
Tokio (dpa)

Toyota schlägt mit Modulstrategie ähnlichen Weg ein wie VW

Tokio (dpa) - Toyota will in den nächsten fünf Jahren die Hälfte seiner Autos auf Basis einer neuen sparsameren Architektur bauen und schlägt damit einen ähnlichen Weg ein wie Volkswagen. Durch die Nutzung von mehr baugleichen Komponenten sollen die Entwicklungskosten um mindestens ein Fünftel sinken, wie die Japaner am Donnerstag mitteilten. Volkswagen setzt bereits bei Modellen wie dem Golf, dem Audi A3 oder dem Skoda Oktavia auf die Gleichteile-Strategie und will 2018 sieben Millionen Fahrzeuge auf Basis dieses sogenannten Modularen Querbaukastens herstellen.

«Wir sind an einem Punkt, an dem wir ein neues Geschäftsmodell aufbauen müssen», sagte Toyota-Chef Akio Toyoda. Denn abrupte und drastische Veränderungen in der Branche bedeuteten, dass die alten Denkmuster nicht mehr griffen. Damit sehen die Nummer eins und zwei der Autowelt ganz ähnliche Herausforderungen. Denn auch VW-Chef Martin Winterkorn spricht immer wieder von schwerwiegenden Veränderungen in der Branche.

Toyota setzt durch den neuen Ansatz auch auf satte Einsparungen in der Fertigung: Die Kosten für den Aufbau einer neuen Produktionslinie sollen verglichen mit 2008 um die Hälfte günstiger werden, der Neubau einer ganzen Fabrik um 40 Prozent. Auch VW hat hohe Erwartungen an sein Konzept - zunächst müssen die Werke aber für viel Geld umgerüstet werden. Toyota verspricht außerdem Antriebsstränge, die um 25 Prozent effizienter arbeiten - und damit die strenger werdenden CO2-Anforderungen in Europa, den USA oder China erfüllen sollen.

Do, 2015-03-26 17:39
Berlin/Brüssel (dpa)

Gabriel verteidigt Kohle-Pläne - Industrie: Dann steigen Strompreise

Wirtschaftsminister Gabriel hat wieder einmal Ärger mit der Industrie. BDI-Chef Grillo bezeichnet die geplanten Klima-Vorgaben für Kohlekraftwerke als gefährlich und unnütz. Gabriel spricht von einem bescheidenen Beitrag.

Berlin/Brüssel (dpa) - Um die neuen Klimaschutzregeln von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für Kohlemeiler bahnt sich heftiger Streit an. Während Gabriel am Donnerstag im Bundestag sein Vorhaben verteidigte, die Branche mit einer nationalen Abgabe zu mehr Klimaschutz zu verpflichten, kündigte Industrie-Präsident Ulrich Grillo Widerstand an.

«Mit diesem Modell steigt der Strompreis deutlich für die privaten und industriellen Verbraucher in Deutschland», sagte der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. «Wir werden viele Tausende Arbeitsplätze gefährden - direkt und indirekt, ohne dass wir CO2 einsparen.»

Gabriel hatte zuvor angekündigt, dass bis zum Jahr 2020 die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) der rund 500 fossilen Kraftwerke von derzeit knapp 300 Millionen Tonnen um insgesamt 22 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert werden sollen. «Da kann man nicht wirklich sagen, dass das der Ausstieg aus der Kohle ist. Das ist ein relativ bescheidener Beitrag», sagte er am Donnerstag im Bundestag.

Gabriel betonte, er sei sich mit den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen - Hannelore Kraft (SPD), Dietmar Woidke (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU) - sowie den Gewerkschaften einig, dass es nicht zu «Dominoeffekten» bei der Braunkohle kommen dürfe. Ein gleichzeitiger Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft komme nicht infrage. Die Menschen vertrauten darauf, dass sie nicht einfach durch politische Entscheidungen in die Arbeitslosigkeit geschickt würden.

Mit strengeren CO2-Vorgaben für Kraftwerke, die älter als 20 Jahre sind, und weiteren Maßnahmen will die Bundesregierung versuchen, ihre gefährdeten Klimaschutzziele bis 2020 noch zu erreichen. Ohne einen Beitrag der Stromindustrie werde das nicht gehen: «Klimaschutz gibt's nicht zum Nulltarif», sagte Gabriel. Beifall bekam er vom Naturschutzbund Nabu: «Die Klimaschutzabgabe leitet einen moderaten Strukturwandel ein und trägt zum Erreichen der Klimaschutzziele bei.»

Grillo bezeichnete Gabriels Vorgehen hingegen als nationalen Alleingang. «Wenn man in Deutschland die Braunkohleverstromung einstellt, und damit die Kraftwerke, die am effizientesten und kostengünstigsten sind, dann wandert diese Stromerzeugung einfach ins benachbarte Ausland», kommentierte er.

Do, 2015-03-26 17:37
Berlin (dpa)

Salafisten-Verein verboten - Razzien in mehreren Bundesländern

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten wurde. Doch im Internet und mit Flugblättern warb der Verein «Tauhid Germany» weiter für den «Heiligen Krieg» in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein.

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat hat die Bundesregierung erneut einen salafistischen Verein verboten. Etwa 500 Polizisten durchsuchten am Donnerstag bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein die Wohnungen von 25 Mitgliedern der militant-dschihadistischen Vereinigung «Tauhid Germany». Vereinigungen wie diese gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin zur Begründung des Verbots. «Sie wenden sich gezielt an Jugendliche und fördern deren Radikalisierung - bis hin zur Rekrutierung für Kämpfe in Syrien oder im Irak.»

«Tauhid Germany» ist nach Angaben des Ministers eine Ersatzorganisation der 2012 verbotenen Vereinigung «Millatu Ibrahim». Das Verbot der Gruppe sei nun «ein klares Signal an die militant-dschihadistische Szene», sagte de Maizière.

Die Polizei beschlagnahmte bei den Razzien unter anderem Computer, Speichermedien, Handys, Fotokameras und Propagandamaterial. Waffen fanden sie nach Angaben des Innenressorts nicht. Auch zu Festnahmen sei es nicht gekommen.

Schwerpunkt der Polizeiaktion war Nordrhein-Westfalen. Allein dort waren etwa 400 Beamte im Einsatz - unter anderem in Bonn, Wuppertal und Solingen. NRW gilt als eine der Hochburgen der salafistischen Szene. In Hessen gab es Durchsuchungen in Frankfurt und Wiesbaden.

De Maizière sagte, «Tauhid Germany» rufe Muslime über Internetplattformen und an Informationsständen zum Kampf gegen die verfassungsmäßige Ordnung auf und glorifiziere in Videos und Flugblättern den gewaltsamen Dschihad von Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat in Syrien und dem Irak. Die betroffenen Internet-Provider seien informiert. Er hoffe, dass die Inhalte nun gelöscht würden.

Schwerpunkte der Arbeit von «Tauhid Germany» seien die Gefangenenbetreuung und die Missionierung junger Menschen. «Das können und wollen wir in unserem Land nicht dulden», sagte der Minister. «Hier muss der Staat hart und unmissverständlich eingreifen.» Für gewaltbereiten Extremismus sei kein Platz in der deutschen Demokratie.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte: «Es ist wichtig, dass wir allen Verfassungsfeinde signalisieren: Bis hierher und nicht weiter.»

Das Bundesinnenministerium war in den vergangenen Jahren in zahlreichen Fällen mit Vereinsverboten gegen die islamistische Szene vorgegangen. «Millatu Ibrahim» war 2012 vom damaligen Ressortchef Hans-Peter Friedrich (CSU) verboten worden. Im März 2013 folgte das Verbot gegen eine Teilorganisation von «Millatu Ibrahim» namens «An-Nussrah» und gegen zwei weitere salafistische Gruppierungen. De Maizière hatte zuletzt im vergangenen September der Terrormiliz IS alle Aktivitäten in Deutschland untersagt.

Do, 2015-03-26 17:32
New York (dpa)

UN-Chef Ban: Verhandlungen einzige Lösung für Konflikt im Jemen

New York (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Bürgerkriegsparteien im Jemen dringend zu Verhandlungen aufgerufen. Nur so könne angesichts der Eskalation des Konflikts eine Lösung erzielt werden, sagte Ban laut Mitteilung der Vereinten Nationen am Donnerstag in New York. Er verfolge die Lage in dem arabischen Land sehr genau und habe zur Kenntnis genommen, dass Saudi-Arabien gemeinsam mit arabischen Verbündeten mit Waffengewalt in den Bürgerkrieg eingegriffen habe. Alle Beteiligten erinnerte er an ihre Verpflichtung zum Schutz von Zivilisten nach internationalem Recht. Auch der UN-Sicherheitsrat habe Zurückhaltung gefordert.

Do, 2015-03-26 16:53
Berlin (dpa)

Verboten, aber nicht verschwunden: Kampf gegen Salafisten ist schwer Von Christiane Jacke, dpa

Die Salafisten-Szene bereitet Polizei und Geheimdiensten viel Kopfzerbrechen. Nun hat Innenminister de Maizière einen Verein verboten, der junge Leute für den Dschihad rekrutiert hat. Die Hintermänner sind alte Bekannte. Was bringt ein Verbot überhaupt?

Berlin (dpa) - Die Razzia beginnt morgens um sechs. Hunderte Polizisten durchsuchen an diesem Donnerstagmorgen verstreut über die Republik die Wohnungen von 25 Mitgliedern des salafistischen Vereins «Tauhid Germany». Allein in Nordrhein-Westfalen sind 400 Beamte im Einsatz - unter anderem in Wuppertal, Solingen, Bonn, aber auch in den kleinen Sauerland-Städten Menden und Hemer. Sie beschlagnahmen Rechner, Handys, Fotoapparate und jede Menge Propagandamaterial. Parallel durchforsten etwa 100 Polizisten einzelne Wohnungen in Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern.

Gegen halb neun tritt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vor die Journalisten und verkündet das Verbot des Vereins. Die Gruppe habe junge Leute radikalisiert und für den Kampf in Syrien und im Irak rekrutiert, sie habe inhaftierte Dschihadisten betreut, den «Heiligen Krieg» glorifiziert und zum Kampf gegen die demokratische Ordnung aufgerufen, sagt er. «Das können und wollen wir in unserem Land nicht dulden.» Das Verbot sei ein «klares Signal an die militant-dschihadistische Szene».

Der Mann, der hinter «Tauhid Germany» steckt, ist ein alter Bekannter: Mohamed Mahmoud. Er war die Führungsfigur des Salafisten-Vereins «Millatu Ibrahim», der schon 2012 in Deutschland verboten wurde. Mahmoud setzte sich damals rechtzeitig vor dem Verbot ins Ausland ab. Erst war er in Ägypten, später saß er anderthalb Jahre in der Türkei im Gefängnis. Inzwischen kämpft er für die Terrormiliz IS in Syrien.

Auch der deutsche Ex-Rapper Denis Cuspert, die zweite Führungsfigur von «Millatu Ibrahim», verschwand damals kurz vor dem Verbot aus Deutschland und kämpft mittlerweile für den «Islamischen Staat» (IS). Doch auch wenn Mahmoud und Cuspert das Land verließen - ihre Gruppierung war damit nicht verschwunden. Anhänger fingen noch 2012 mit Vorbereitungen an, um «Tauhid Germany» als Ersatzorganisation aufzubauen - gesteuert von Mahmoud aus der Ferne.

Die Gruppe ist klein. Um die 30 Mitglieder soll sie insgesamt haben. Auf Waffen stießen die Polizisten bei ihren Razzien nicht. Auch Festnahmen gab es nicht. Allerdings wird das beschlagnahmte Material noch ausgewertet. Ein juristisches Nachspiel könnte also noch folgen.

Trotz der kleinen Mitgliederzahl hielten die Sicherheitsbehörden die Gruppe für gefährlich - eine gewaltorientierte Zelle mit großer Mobilisierungskraft und viel Einfluss weit in die salafistische Szene hinein. Der Verfassungsschutz geht von rund 7000 Salafisten in Deutschland aus. Die Szene wächst seit Jahren kräftig. Und die radikalen Islamisten, die aus Deutschland ins Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausreisen und sich der IS-Miliz anschließen, kommen allesamt aus den Reihen der Salafisten.

Die Bünde mit dem IS sind eng. Das zeigt sich auch an diesem Donnerstag. Kurz nachdem de Maizière das Verbot von «Tauhid Germany» verkündet, meldet sich im Internet ein deutscher IS-Anhänger zu Wort. «An den Affen De Maizière», twittert er, «Dein 'klares Signal' ist angekommen und die Antwort wird inschaAllah folgen (...)».

Drohungen gegen die Bundesrepublik und Aufrufe zu Anschlägen von radikalen Islamisten gibt es immer wieder - auch von Cuspert und Mahmoud. Die Sicherheitsbehörden wissen, dass Deutschland durch Aktionen gegen die Islamisten-Szene - wie die Razzien und das Vereinsverbot gegen «Tauhid Germany» - möglicherweise noch stärker in den Fokus des IS rückt. Das könne aber kein Grund sein, auf solche Schritte zu verzichten, argumentieren sie.

Ein weiteres Problem: Niemand weiß, ob nicht direkt wieder die Arbeit an einer neuen Nachfolge-Organisation von «Millatu Ibrahim» beginnt - wie beim letzten Mal. Die führenden Köpfe und ihre Ideologie sind durch das Vereinsverbot nicht verschwunden.

Do, 2015-03-26 16:43
Berlin/Hamburg (dpa)

Kasse warnt vor Wechselwirkungen bei Hepatitis-C-Medikament

Berlin/Hamburg (dpa) - Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt Ärzte und Patienten vor gefährlichen Wechselwirkungen bei dem Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Sofosbuvir (Präparat Sovaldi) und des Herzmittels Amiodaron könne es zu lebensgefährlichen Herz-Rhythmusstörungen kommen, teilte die TK am Donnerstag mit. Bei betroffenen Patienten sei es zu einem Herzstillstand gekommen, mehrere Menschen benötigten infolge der Wechselwirkungen nun einen Herzschrittmacher. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA habe einen entsprechenden Warnhinweis veröffentlicht.

Patienten, die sowohl Sofosbuvir als auch Amiodaron einnehmen, sollten schnellstmöglich Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt aufnehmen.

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

IrRWEege befahren

RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten

www.rwe-autostrom.de
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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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