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Kein unausweichliches Schicksal: Das Krebsrisiko lässt sich senken Von Sandra Cartolano, dpa
Vor Krebs fürchten sich die Deutschen wie vor keiner anderen Krankheit. Doch Experten betonen anlässlich des Weltkrebstages: Das Erkrankungsrisiko lässt sich durch den Lebensstil oft verringern.
Heidelberg (dpa) - Rocklegende David Bowie, Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister oder «Harry-Potter»-Star Alan Rickman: Sie alle sind kürzlich an Krebs gestorben. Bösartige Tumore sind - nach Herz-Kreislauferkrankungen - die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jeder zweite Mann und fast jede zweite Frau erkrankt an Krebs - rund 500 000 Menschen erhalten jedes Jahr die gefürchtete Diagnose. Häufig ist es Schicksal, doch der Lebensstil kann das Krebsrisiko erheblich beeinflussen, wie Experten anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar betonen.
Studien auf diesem Gebiet kommen durchaus zu abweichenden Ergebnissen. Dabei gibt es auch deutliche Unterschiede von Krebsart zu Krebsart. Doch nach Ansicht vieler Forscher wären insgesamt bis zur Hälfte der bösartigen Tumore vermeidbar, wenn Menschen nicht rauchen würden, auf Alkohol verzichteten, auf ihre Ernährung achteten, Sport trieben und schlank blieben. «Das Schicksal spielt natürlich eine Rolle, aber man kann es stark beeinflussen», sagt der Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, Rudolf Kaaks.
RAUCHEN: Rauchen sei bundesweit für etwa jeden fünften Krebsfall verantwortlich, warnt Kaaks. Bei Lungen-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs sei der Anteil sogar noch viel höher. Hinzu komme, dass Lungenkrebs sehr oft tödlich ende. «Rauchen ist Ursache und sicherlich auch Killer Nummer eins, wenn es um die Krebssterblichkeit geht.» Auch der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns, warnt vor den Folgen des Tabakkonsums: Es gebe relativ wenige Möglichkeiten, Krebs wirkungsvoll vorzubeugen - und nicht zu rauchen sei eine davon. Entscheidend sei, dass Rauchen nicht nur einen selbst, sondern auch andere betreffe. Allein in Deutschland würden jährlich 3000 Menschen durch Passivrauchen an Krebs sterben.
ÜBERGEWICHT: Den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs kennen viele Menschen nicht, dabei ist er laut Kaaks seit Jahren belegt. Nach vorsichtigen Schätzungen könnten darauf mindestens fünf bis sechs Prozent aller Krebsfälle zurückgeführt werden. «Die Liste der Krebsarten, bei deren Entstehung vermutlich Übergewicht eine Rolle spielt, wird immer länger», erläutert der DKFZ-Experte. Dabei gelte nicht nur Fettleibigkeit als Risikofaktor - auch an sich schlanke Menschen mit viel Bauchfett hätten ein erhöhtes Risiko. Bruns sieht keinen so offensichtlichen Zusammenhang. Das Gewicht könne ein Risikofaktor für Krebs sein, doch niemand könne sagen, um wie viel das Risiko ab einem bestimmten Gewicht steige, sagt er.
ERNÄHRUNG: Falsche Ernährung spielt Kaaks zufolge bei bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle eine Rolle. Es gibt auch Lebensmittel, die etwas vor Krebs schützen. Am besten belegt und am stärksten ausgeprägt seien die schädliche Wirkung von rotem Fleisch und die schützende Wirkung von Ballaststoffen, sagt Kaaks. Dass Gemüse und Obst das Krebsrisiko stark senken, habe sich jedoch nicht bestätigt. Für Aufsehen sorgte eine Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Wer viel verarbeitetes Fleisch - etwa Würstchen oder Schinken - esse, erhöhe sein Darmkrebsrisiko. Zudem stufte die WHO rotes Fleisch generell als wahrscheinlich krebserregend ein. Prompt gaben Ernährungsexperten unter anderem zu bedenken, dass Fleisch Eisen und wichtige Vitamine liefert. «Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an», betont Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.
SPORT UND BEWEGUNG: Körperliche Aktivität senkt das Risiko für Darm- und Brustkrebs. «Und es mag sehr wohl sein, dass das auch für viele andere Krebsarten gilt», sagt Kaaks. Der Fachgebietsleiter des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut, Klaus Kraywinkel, schätzt, dass mindestens jeder fünfte Krebsfall auf Bewegungsmangel, Übergewicht und/oder ungesunde Ernährung zurückzuführen ist. «Fitness wirkt ein Stück weit schützend», meint auch Bruns. «Aber kein Mensch sollte glauben, vor Krebs gefeit zu sein, nur weil er jedes Jahr den Berlin-Marathon läuft.»
ALKOHOL: Vier bis fünf Prozent aller Krebsfälle sind laut Kaaks auf Alkohol zurückzuführen. Vor allem die Kombination von Alkohol und Rauchen sei gefährlich, warnt er. Ein Glas Wein oder Bier reiche schon aus, um das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht, aber nachweisbar zu steigern. Bruns ist überzeugt, dass bei Alkohol die Dosis das Gift macht. «Irgendwann ist die Schwelle erreicht, wo der Körper nicht mehr damit umgehen kann und Krebs entsteht», sagt er. Diese Schwelle sei aber von Mensch zu Mensch sehr verschieden.
UV-STRAHLUNG: Sonnenbrände seien der Hauptrisikofaktor für schwarzen Hautkrebs - 90 Prozent aller Melanome gingen vermutlich darauf zurück, warnt Kaaks. «Daher ist es extrem wichtig, Sonnenbrände zu vermeiden.» Kinder und Menschen mit heller Haut und roten Haaren brauchten besonderen Schutz. «Aber man muss nicht so weit gehen, dass man bei Sonnenschein im Keller sitzt und nur abends rausgeht.» Schließlich sei Sonnenlicht wichtig für die Versorgung mit Vitamin D, das für Gesundheit und Psyche bedeutsam sei.
INFEKTIONEN: Bei manchen Krebsarten spielen Viren und Bakterien eine gravierende Rolle. HPV-Infektionen etwa seien für alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, sagt Kaaks. Dagegen gebe es eine Impfung. Kraywinkel geht davon aus, dass in Deutschland bei fünf bis zehn Prozent der Krebserkrankungen chronische Infektionen eine Rolle spielen. Zu den bekanntesten Erregern zählen das Hepatitis B- und C-Virus sowie das Bakterium Helicobacter pylori.
VORSORGE: Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen seien neben dem Verzicht aufs Rauchen die wichtigste Maßnahme zur Krebsvorbeugung, sagt Bruns. Bei einer Darmspiegelung etwa ließen sich schon Krebsvorstufen erkennen und entfernen. Dadurch könne Darmkrebs gar nicht erst entstehen. Ähnliche Effekte gebe es etwa beim Hautkrebs-Screening und beim Pap-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Und selbst wenn Krebs bereits entstanden sei, könne er durch solche Untersuchungen oft frühzeitig entdeckt werden.
Gesundheitsgefahr «Teflon-Fieber»
New York (dpa) - Es dürfte nicht viele Menschen geben, die beim Pfannenkauf an ihren Wellensittich denken. Dabei bildet Teflon, wenn man es sehr hoch erhitzt, giftige Stoffe. Schon bei Temperaturen ab 202 Grad Celsius bilden die sich in Mengen, die die gefiederten Mitbewohner töten können, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet. Die Anatomie ihrer Lungen macht Vögel anfällig für die Substanzen. Sie sollten deshalb nicht in der Küche gehalten werden.
Erst ab einer Temperatur von 360 Grad Celsius bilden sich Dämpfe, die auch für Menschen gefährlich sind. In hoher Konzentration eingeatmet, können sie grippeähnliche Symptome hervorrufen: das sogenannte Polymer- oder Teflon-Fieber.
Bei normalem Gebrauch beschichteter Pfannen und Töpfe passiert das aber nicht. Öl und Lebensmittel in der Pfanne schützen vor Überhitzung. Das viel zu heiße Öl würde schon bei rund 200 Grad anfangen zu rauchen, Pfannenwender würden schmelzen, und das Stück Tofu wäre schwarz. Leer sollten Tiegel und Töpfe deshalb nie länger als drei Minuten erhitzt werden, auf Induktionsherden gar nicht.
Politiker und Bratpfannen: Seit 75 Jahren perlt an Teflon alles ab Von Christina Horsten, dpa
Ob Politiker oder Promis - wenn einfach alles an ihnen abzuprallen scheint, bekommen sie oft den Beinamen «Teflon». Vor genau 75 Jahren wurde der inzwischen wohl sprichwörtlichste aller Kunststoffe zufällig entdeckt. Er war schon immer mehr als ein Pfannenbelag.
New York (dpa) - Eigentlich wollte Roy Plunkett einen besseren Kühlschrank erfinden. Der junge Chemiker experimentierte mit dem Gas Tetrafluorethylen, setzte einen Kanister damit unter Druck und fror ihn ein. Am nächsten Morgen wollte er weiterforschen, doch das Gas war weg. Anstelle dessen befand sich in dem Kanister nach einer chemischen Reaktion plötzlich ein weißliches Pulver: Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, inzwischen besser bekannt unter dem Handelsnamen Teflon. Darunter vertreibt Plunketts früherer Arbeitgeber, die Chemiefirma DuPont, das Material noch heute, inzwischen mit der ausgelagerten Firma Chemours. An diesem Donnerstag vor 75 Jahren bekam der junge Chemiker das Patent mit der Nummer «US2230654 A» auf den Kunststoff, der weit mehr als nur Bratpfannen revolutionieren sollte.
Um Bratpfannen ging es nach der Entdeckung zuerst einmal überhaupt nicht. Der neue Kunststoff hatte viele ungewöhnliche Eigenschaften: Nicht brennbar, und - wie Chemiker sagen - sehr reaktionsträge, äußerst beständig und mit einem sehr geringen Reibungskoeffizienten. Alles perlt an ihm ab. Die Forscher wussten nicht so richtig, was sie mit diesem merkwürdigen Kunststoff machen sollten, außerdem war seine Herstellung anfangs sehr teuer.
Eine erste Anfrage kam dann von ganz oben. Der Zweite Weltkrieg tobte in Europa und die USA entwickelten unter höchster Geheimhaltungsstufe in der tiefsten Wüste des Bundesstaates New Mexiko die Atombombe. Die dafür benötigten Uran-Materialien sind extrem aggressiv und bei ihrer Suche nach schützenden Hüllen stießen die Wissenschaftler auf das neue Teflon.
In den 1950er Jahren beschichtete der französische Ingenieur Marc Grégoire dann der Legende nach seine Angelschnur mit Teflon, um sie besser entwirren zu können. Seine Frau hatte noch eine bessere Idee: Töpfe und Pfannen. Die beiden bekamen das entsprechende Patent und sorgten dafür, dass die Küche bis heute der bekannteste Anwendungsplatz von Teflon ist.
«Kein Anbacken, leichtes Säubern, fettarme Zubereitung», listet das Bundesamt für Risikobewertung als Vorteile von Teflon auf. «Allerdings kann die Beschichtung leicht zerkratzen. Speisen in beschichteten Pfannen und Kochtöpfen sollten deshalb nur mit Holz- oder Plastiklöffeln oder -hebern bewegt werden.» Es sei jedoch gesundheitlich unbedenklich, wenn sich von einer zerkratzten Beschichtung kleinste Teilchen lösen und verschluckt werden. Viel wichtiger: Beschichtete Pfannen und Töpfe sollten nie länger als drei Minuten leer erhitzt werden. «Sonst können auf dem heißen Herd Temperaturen um 360 Grad Celsius erreicht werden, bei denen PTFE beginnt, sich zu zersetzen und ohne Rauchentwicklung giftige Substanzen freizusetzen.»
Auch in Kleidungsstücken, Dichtungen, Medizintechnik wie Implantaten, Brillengläsern, in Raumfahrzeugen, auf Gitarrensaiten und in Mikrochips steckt Teflon heutzutage. Der Markt für den Kunststoff ist längst milliardenschwer, und ständig werden neue Anwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten entdeckt.
Chemiker Plunkett ist 1994 gestorben, aber seine Erfindung hat es bis in den politischen Wortschatz geschafft: Ein Teflon-Politiker ist einer, an dem Kritik oder Skandale einfach abgleiten.
Hamburger Fischmarkt unter Wasser
Hamburg (dpa) - Nach Sturmwarnungen hat Hamburg am Dienstagabend eine Sturmflut erreicht und Teile des Fischmarktes in St. Pauli unter Wasser gesetzt. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wurde ein Wasserstand von bis zu 1,5 Metern über dem Mittleren Hochwasser erreicht. Dabei wurde der Fischmarkt ab etwa 22.00 Uhr leicht geflutet. Noch vor Mitternacht ging das Wasser jedoch wieder zurück, wie die Feuerwehr in Hamburg bestätigte. Einsatzkräfte mussten nicht ausrücken.
Ölpreisverfall belastet Wall Street deutlich
New York (dpa) - An der Wall Street ist das Kursfeuerwerk vom Freitag fast schon wieder verglüht. Die wichtigsten Aktienindizes gerieten am Dienstag einmal mehr in den Sog der fallenden Ölpreise und gingen mit deutlichen Verlusten aus dem Handel. Besonders die Papiere von Energiekonzernen und Banken litten unter den wieder aufgeflammten Sorgen vor einem Abflauen der Weltwirtschaft.
Der Dow Jones Industrial fiel um 1,80 Prozent auf 16 153,54 Punkte. Am Freitag hatte der US-Leitindex noch mit einem Plus von rund zweieinhalb Prozent unter anderem von der überraschenden Lockerung der japanischen Geldpolitik profitiert. Doch bereits am Montag gab er wieder minimal nach.
Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Dienstag um 1,87 Prozent auf 1903,03 Punkte nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 2,18 Prozent auf 4193,10 Punkte.
Die Börsianer hatten zudem eine ganze Flut von Unternehmenszahlen im Blick, unter anderem die erfreulichen Resultate des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Sie reichten aus, um Apple als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abzulösen.
Anleger hatten die Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet mit einem Plus von zeitweise rund 5 Prozent gefeiert. Zum Handelsschluss stiegen die Aktien noch um 1,68 Prozent. «Die Ergebnisse von Google sind ein Knaller und toppen sogar noch die bereits ambitionierten Erwartungen der Analysten», sagte Aktienexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.
Ölwerte rückten nicht nur mit dem neuerlichen Verfall der Rohölpreise, sondern auch mit Quartalsbilanzen von Branchenschwergewichten in den Fokus. Die Börsianer quittierten die Zahlen des Primus ExxonMobil mit einem Minus von mehr als 2 Prozent. Für die Papiere des Wettbewerbers Chevron ging es um 4,75 Prozent nach unten.
Schon im europäischen Handel hatten schwache Zahlen des britischen Ölkonzerns BP die Stimmung kräftig eingetrübt. Die niedrigen Ölpreise verhageln den Energiekonzernen derzeit die Bilanz und belasten dementsprechend deren Bonität.
Ein Ausfall von Hochzinskrediten aus der Öl- und Gasbranche würde auch einige US-Banken treffen, wie jüngste Berechnungen des Analysehauses Bernstein Research zeigten. Zu den betroffenen Instituten zählten auch Goldman Sachs und JPMorgan.
Goldman-Papiere büßten am Dow-Ende rund 5 Prozent ein, für die Aktien von JPMorgan ging es um mehr als 3 Prozent nach unten. Börsianer begründeten die Verluste bei den Bankwerten zudem mit Befürchtungen, wonach ein dauerhaft niedriges Zinsumfeld weiter auf die Gewinne drücken könnte.
Der vor der Rekord-Fusion mit dem Konkurrenten Dupont stehende Chemiekonzern Dow Chemical hatte auch im vierten Quartal von einer starken Kunststoff-Nachfrage profitiert. Die Anleger zeigten sich erfreut und die Aktien zogen um 5,75 Prozent an. Die Papiere von Dupont waren mit plus 5,40 Prozent der einzige Gewinner im Dow.
Geradezu begeistert reagierten die Investoren auf die erfreulichen Quartalszahlen von Mattel. Für die Anteilsscheine des Spielzeug-Konzerns ging es an der Spitze des Nasdaq 100 um knapp 14 Prozent in die Höhe. Euphorie herrschte gar bei den Aktionären von Micheal Kohrs: Überraschend gute Quartalszahlen trieben die Papiere des Modeherstellers um knapp ein Viertel nach oben.
Der Euro legte zu und kostete zuletzt 1,0917 US-Dollar. Robuste Arbeitsmarktdaten aus der Eurozone stützten die Gemeinschaftswährung. US-Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit profitierten von der Börsenschwäche: Sie kletterten um 25/32 Punkte auf 103 15/32 Punkte und rentierten mit 1,860 Prozent.
Audi reicht im Abgas-Skandal Rückrufplan in den USA ein
Sacramento (dpa) - Die VW-Tochter Audi hat den US-Umweltbehörden nach eigenen Angaben Vorschläge zur Beseitigung von verbotener Abgas-Software in etwa 85 000 Diesel-Fahrzeugen unterbreitet. «Wir haben die Pläne fristgerecht eingereicht», sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag, ohne Details zu nennen. Damit wurde eine bis Mitternacht laufende Frist des kalifornischen Umweltamts CARB eingehalten.
Die Behörde erklärte auf Nachfrage, sie werde in Kürze eine Mitteilung dazu veröffentlichen. Nach ihren Statuten haben die Regulierer nun bis zu 20 Geschäftstage Zeit, um die Vorschläge zu prüfen.
Umgerüstet werden müssen verschiedene Audi-Modelle sowie VW-Touareg und Porsche Cayenne. Die Fahrzeuge haben größere Dieselmotoren mit 3,0 Liter Hubraum, die von Audi entwickelt wurden. Sie enthalten eine Software zur Abgaskontrolle, die nach US-Recht illegal ist.
Der VW-Konzern hatte am 18. September zugegeben, in den USA seit 2009 fast 600 000 Diesel mit «Defeat Device» genannten Betrugsprogrammen zum Austricksen von Emissionstests ausgerüstet zu haben. Durch die Software wird die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand voll aktiviert. Die Luftverschmutzung ist im Normalbetrieb viel höher.
Mit rund 480 000 Wagen entfällt der Großteil der betroffenen Autos auf Modelle mit kleineren 2,0-Liter-Dieselmotoren, die von VW gebaut wurden. Einen Rückrufplan für diese Fahrzeuge hatten die US-Behörden im Januar als unzureichend zurückgewiesen. Der Konzern muss nachbessern und möglicherweise mehr als 100 000 Wagen zurückkaufen. Weltweit sind über elf Millionen Diesel des VW-Konzerns von Abgas-Manipulationen betroffen.
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US-Behörden melden durch Sex übertragenes Zika-Virus in Texas
Dallas (dpa) - US-Behörden haben erstmals eine durch ungeschützten Sex erfolgte Infektion mit dem Zika-Virus gemeldet. Der Patient oder die Patientin habe sich beim Sex mit jemandem infiziert, der oder die aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas) am Dienstag. «Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann», sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Das Land oder Geschlecht der Betroffenen nannte Thompson nicht.
Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das von Stechmücken übertragene Virus steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei Neugeborenen Schädelfehlbildungen zu verursachen. Experten gingen zuvor bereits davon aus, dass Zika auch durch ungeschützten Sex übertragen werden kann.
Winterwetter bremst US-Automarkt nur leicht - VW-Verkäufe brechen ein
Der US-Automarkt hat dem Schneesturm an der Ostküste im Januar weitgehend getrotzt. Trotz zweier Verkaufstage weniger fielen die Absatzzahlen solide aus. Nur VW gerät weiter ins Hintertreffen.
Detroit (dpa) - VW muss dem Abgas-Skandal weiter Tribut zollen und schrumpfende Verkäufe in den USA verkraften. Insgesamt bleibt der Markt nach dem Rekordjahr 2015 dank Billigsprit und niedrigen Zinsen aber in Schwung. Ein Schneesturm, der die Ostküste im Januar einige Zeit lahmlegte, bremste die Autokäufer weniger aus als von Analysten erwartet. Obwohl der Monat zwei Verkaufstage weniger hatte als im Vorjahr, lieferten die Hersteller am Dienstag solide Absatzzahlen.
Die von der Affäre um manipulierte Emissionstests gebeutelten Wolfsburger verlieren weiter den Anschluss: Der US-Absatz der Pkw-Kernmarke VW sackte im Januar verglichen mit dem Vorjahr um 14,6 Prozent auf 20 079 Autos ab, wie Volkswagen mitteilte. Es ist das dritte Minus in Folge für VW. Nach Bekanntwerden von Betrügereien bei Stickoxidwerten war für VW-Dieselmodelle in den USA ein Verkaufsstopp verhängt worden.
Die VW-Premiumtochter Audi verkaufte hingegen 2,7 Prozent mehr Wagen. Der ebenfalls zum Konzern gehörende Luxus-Anbieter Porsche schaffte sogar ein Absatzplus von 10,6 Prozent. Für BMW begann das neue Jahr in den USA hingegen mit einem weiteren Dämpfer. Der Absatz schrumpfte um vier Prozent. Im Dezember war der Absatz regelrecht eingebrochen. Konkurrent Daimler rettete dank neuer SUV-Modelle, die bei US-Käufern Anklang finden, immerhin ein kleines Verkaufsplus von 1,3 Prozent.
Bei den großen US-Herstellern fiel der Jahresauftakt verhalten aus. Während Opel-Mutter und US-Branchenführerin General Motors zumindest noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent gelang, gingen die Verkäufe des Rivalen Ford um 2,8 Prozent zurück. Fiat Chrysler blieb indes mit einem Absatzplus von 6,9 in der Erfolgsspur und feierte den 70. Monat mit steigenden Verkaufszahlen in Folge.
Die Branchenschwergewichte aus Japan taten sich schwer. VW-Erzrivale Toyota brachte 4,7 Prozent weniger Wagen auf die Straße. Honda verbuchte ein Minus von 1,7 Prozent. Nissan konnte den Absatz dagegen um zwei Prozent erhöhen. Insgesamt zeigt sich der US-Automarkt weiter in guter Form. 2015 hatten die US-Kunden der Branche mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen ein Rekordjahr beschert. Experten gehen auf Basis der Januar-Zahlen davon aus, dass dieses Niveau in diesem Jahr in etwa gehalten werden kann.
Steinmeier mahnt Iran und Saudi-Arabien zur Deeskalation
Die Friedensgespräche für Syrien kommen nur schleppend in Gang. Außenminister Steinmeier will mit für Bewegung sorgen. Deswegen besucht er die zerstrittenen Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien.
Teheran (dpa) - Zu Beginn seiner Reise in den Iran und nach Saudi-Arabien hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier beide Länder zu einer konstruktiven Haltung in der Syrien-Frage aufgerufen. Die massiven Spannungen zwischen den beiden wichtigsten Regionalmächten dürften nicht dazu führen, dass der Friedensprozess gefährdet werde, mahnte er am Dienstag. «Wenn das außer Kontrolle gerät, kann sehr schnell alles zerstört werden, was wir mit Blick auf mögliche Syrien-Lösungen in den letzten Wochen und Monaten auf den Weg haben bringen können.»
Steinmeier traf am Dienstagabend in Teheran ein, wo er zunächst mit Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach. Der zeigte sich bereit zu einer Lösung der Krise mit Riad. Saudi-Arabien wolle aber «eher eine Eskalation», sagte er. Auch Präsident Hassan Ruhani sah in Riad keinen Willen zur Entspannung. Dort sei von Einigen eine Politik verfolgt worden, «die nichts mit Nachbarschaft, islamischen Wurzeln und einer historischen Beziehung zu tun hatte», sagte er im Staatsfernsehen. «Das war politisch unreif.»
«Aber der Iran ist eine große Nation, die auch vergeben kann», sagte Ruhani weiter. «Vorausgesetzt die Fehler, die begangen worden sind, werden korrigiert.» Sollte Riad nicht daran gelegen sein, werde es «ihnen (den Saudis) noch leid tun», drohte Ruhani. «Einseitig nett sein geht nicht.»
Riad hatte zu Jahresbeginn die Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem Demonstranten die saudi-arabische Botschaft in Teheran gestürmt hatten. Zuvor waren 47 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet worden, darunter ein schiitischer Geistlicher. Der Iran gilt als Schutzmacht der Schiiten, Saudi-Arabien ist das mächtigste sunnitisch geprägte Land in der islamischen Welt.
Steinmeier rief beide Länder dazu auf, ihrer Schlüsselrolle in den Gesprächen gerecht zu werden. «Starke Nationen tragen auch Verantwortung für ihre Nachbarschaft», sagte er. Die Friedensgespräche für Syrien hatten am Freitag nach langem Streit über die Teilnehmer begonnen. Steinmeier sprach von einem «Moment der Wahrheit».
Am Mittwoch trifft Steinmeier den iranischen Präsidenten Ruhani. Er ließ offen, ob er für den Staatschef eine Einladung nach Deutschland im Gepäck hat. «Ich hoffe, dass ich mit Präsident Ruhani morgen auch über nächste Reisen nach Europa und Besuchsmöglichkeiten in Deutschland sprechen kann.»
Ruhani war vor wenigen Tagen kurz nach der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen in Europa, besuchte aber nur Italien und Frankreich. Aus Deutschland gab es keine Einladung. Steinmeier betonte aber, dass die Besuchsdiplomatie zwischen beiden Ländern so intensiv sei wie nie sei. In den deutsch-iranischen Beziehungen werde nach der Einigung im Atom-Streit ein «neues Kapitel» aufgeschlagen.
Am Mittwoch reist Steinmeier weiter nach Saudi-Arabien, wo er an der Eröffnung eines Kulturfestivals teilnimmt. Deutschland ist als Gastland eingeladen. Der Außenminister will in beiden Ländern auch Menschenrechtsfragen ansprechen.
Geht doch!
Krisensichere Insel
Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch
Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.
Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.
USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.
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Geht doch!
Es muss nicht immer das Auto sein
Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy
Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net
USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.
Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.
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Hoffnung für Hähnchen
Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com
Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com
San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
Steinmeier trifft Ruhani - Einladung nach Deutschland?
Teheran (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird am Mittwoch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani über die Syrien-Krise und den Ausbau der deutsch-iranischen Beziehungen nach dem Ende des Atom-Streits sprechen. Bei dem Treffen in Teheran dürfte es auch um die Frage gehen, wann Ruhani nach Deutschland kommt. Auf seiner Europa-Reise vor wenigen Tagen machte der iranische Präsidnt nur in Italien und Frankreich Station und brachte dort Milliardengeschäfte auf den Weg. Aus Berlin gab es keine Einladung.
Am Mittag reist Steinmeier nach Saudi-Arabien zur Eröffnung eines Kulturfestivals weiter, auf dem sich Deutschland als Gastland präsentiert. Die Teilnahme ist wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien umstritten. Zuletzt hatte die Hinrichtung von 47 Menschen an einem einzigen Tag für Aufsehen gesorgt.
Steinmeier will in Riad Menschenrechtsfragen ansprechen. Im Mittelpunkt steht für ihn aber die Unterstützung der Syrien-Gespräche in Genf. Den wichtigsten Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die beiden Länder sind allerdings tief zerstritten. Es gibt Befürchtungen, dass sich das negativ auf den Friedensprozess in Syrien auswirken könnte.
In Iowa verliert Trump gegen Cruz - Clinton hauchdünn vorn
Iowa hat gewählt - und Donald Trump entzaubert. Nur zunächst? Er wurde bei den Republikanern Zweiter hinter dem erzkonservativen Senator Ted Cruz. Bei den Demokraten gab es fast eine Überraschung.
Des Moines (dpa) - Mit einer Niederlage gegen den erzkonservativen Senator Ted Cruz ist Donald Trump in das US-Wahljahr 2016 gestartet. Bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa landete der Milliardär nur auf dem zweiten Platz, knapp vor dem überraschend starken Marco Rubio, dem Senator aus Florida. Bei den Demokraten gewann im Rennen um die Nachfolge Barack Obamas Ex-Außenministerin Hillary Clinton mit nur 0,2 Prozentpunkten vor Bernie Sanders, dem linken Senator aus dem Bundesstaat Vermont. Er erhielt 49,6 Prozent.
Die Vorwahlen im Kampf um das Weiße Haus werden schon am kommenden Dienstag im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt dort Sanders in Umfragen deutlich vorn. Der 74 Jahre alte Senator mit einem für US-Verhältnisse ausgesprochen linken Programm kommt aus dem Nachbarstaat Vermont. Bei den Republikanern führt Trump in New Hampshire mit deutlichem Vorsprung. Die dann folgende Wahl findet in South Carolina statt.
Sowohl bei den Republikanern wie bei den Demokraten ist das sehr starke Abschneiden von Anti-Establishment-Kandidaten wie Cruz, Trump oder Sanders bemerkenswert. Bei den Republikanern wird es vermutlich auf einen Dreikampf Trump, Cruz und Rubio hinauslaufen.
Bei den Demokraten ist ungewiss, ob Sanders Stärke seiner Graswurzelbewegung über den Nordosten des Landes hinausreichen wird. Clinton bleibt Favoritin. Sie und ihre Partei werden aber von der Affäre um das Abwickeln dienstlicher E-Mails über einen privaten Server belastet, schlimmstenfalls droht ihr im Sommer eine Anklage.
Cruz verwies mit etwa 27,7 Prozent Trump (etwa 24,3 Prozent) auf Platz zwei. Für den großspurig auftretenden Immobilien-Milliardär aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage in seiner ersten Wahl überhaupt. Trump sagte aber, er fühle sich mit Platz zwei geehrt.
Rubios sehr starker dritte Platz (etwa 23,1 Prozent) führte zu der Erwartung, dass er nun als Kompromisskandidat die volle Unterstützung des Establishments der Republikaner erhalten wird. Er sagte, er wolle die Partei im weiteren Wahlkampf wieder einen.
Andere gemäßigte Republikaner wie Jeb Bush (Ex-Gouverneur Florida), John Kasich (Gouverneur Ohio) oder Chris Christie (Gouverneur New Jersey) schnitten alle unter drei Prozent und damit sehr schlecht ab. Für den früheren Chirurgen Ben Carson entschieden sich immerhin etwa 9,3 Prozent.
Bei den Demokraten stieg Ex-Gouverneur Martin O'Malley aus dem Rennen aus, damit sind Clinton und Sanders unter sich. Der Demokrat landete in Iowa bei nur einem halben Prozent. Auch der republikanische Bewerber Mike Huckabee strich enttäuscht die Segel.
Nach den Vorwahlen in allen Bundesstaaten und US-Außengebieten benennen Demokraten und Republikaner im Sommer bei großen Parteitagen mit Tausenden Delegierten ihren Präsidentschaftskandidaten. Insgesamt muss ein Kandidat in den Vorwahlen bei den Republikanern 1237 Delegierte auf sich vereinen, bei den Demokraten 2382. Wahrscheinlich wird diese Zahl bereits vor den Parteitagen im Juli erreicht werden.
In dieses Rennen schickt Iowa 30 Delegierte bei den Republikanern und 44 bei den Demokraten. Die Verteilung bei den Republikanern war auch am Dienstag offen. Mehrere Quellen in der republikanische Partei machten widersprüchliche Angaben, ob die Delegierten aufgeteilt oder auf einen Kandidaten vereint würden. Auch bei den Demokraten ist die Verteilung der Delegierten zunächst nicht eindeutig klar.
Der Agrarstaat Iowa spielt zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle, ihm kommt aber eine wichtige Signalwirkung zu. In den vergangenen Jahrzehnten wurde kein Bewerber Präsident, der in Iowa nicht mindestens auf Platz 3 gekommen war.
In Iowa wurde nach einem Caucus-Verfahren gewählt. In 1681 Wahlkreisen fanden sich die Anhänger beider Parteien zu Wahlversammlungen zusammen und diskutierten. Bei den Demokraten wurde dann offen, bei den Republikanern geheim abgestimmt.
In vier Wahlkreisen hatte es Probleme bei der Übermittlung der Ergebnisse gegeben. In mehreren Wahlkreisen musste für die Zuordnung eines Delegierten eine Münze geworfen werden.
Einen Nachfolger für Barack Obama und damit ihren 45. Präsidenten wählen die Amerikaner am 8. November. Obama bleibt noch bis Mitte Januar 2017 im Amt, wenn der neue Präsident oder die erste Präsidentin vereidigt wird.
Nordkorea will im Februar eine Weltraumrakete starten
Während die UN noch nach einer Antwort auf den nordkoreanischen Atomtests suchen, plant Pjöngjang schon die nächste Demonstration der Macht. Noch diesen Monat will das Land eine Weltraumrakete starten.
Seoul (dpa) - Nach einem weltweit kritisierten Atomtest im Januar will Nordkorea diesen Monat erneut eine Rakete mit einem Satelliten starten. Das Land habe drei UN-Organisationen über die Startpläne informiert, sagte UN-Sprecher Farhan Haq am Dienstag in New York: die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) sowie die Internationale Fernmeldeunion (ITU). Der «Erdbeobachtungssatellit» solle zwischen dem 8. und 25. Februar starten.
Der Start einer neuen nordkoreanischen Weltraumrakete würde die ohnehin gespannte Situation in der Region verschärfen. Der vierte Atomtest Nordkoreas am 6. Januar hatte erneut weltweit Empörung ausgelöst. Im UN-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen das weithin isolierte Regime von Machthaber Kim Jong Un diskutiert. Das Atom- und Raketenprogramm des Landes wird in der Region und darüber hinaus als Bedrohung gesehen.
Der Satellit werde zwischen dem 8. und 25. Februar zwischen 7.00 Uhr morgens und Mittag (Ortszeit) ins All befördert, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo einen Regierungsbeamten. Der Satellit werde eine vierjährige Betriebsdauer haben. China schickte unterdessen laut Kyodo seinen Sonderbeauftragten für die koreanische Halbinsel nach Nordkorea. «Wir beobachten die Entwicklungen genau und stehen in engem Kontakt mit den Beteiligten und internationalen Organisationen», sagte UN-Sprecher Haq.
Zuletzt hatten Experten des US-Korea-Instituts an der Johns-Hopkins- Universität in den USA berichtet, dass es Hinweise auf erste Vorbereitungen für einen neuen Raketenstart in Nordkorea gebe. Das gehe aus Satellitenbildern von der Raketen-Startanlage in Sohae an der Westküste hervor.
Nordkorea hatte dort Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet und behauptet, einen Satelliten ins All gebracht zu haben. Die USA warfen dem Land vor, einen verdeckten Test für atomar bestückbare Interkontinentalraketen unternommen zu haben. Die USA befürchten, dass Nordkorea seinem Ziel immer näher kommt, Atomwaffen zu bauen, die klein genug sind, um sie auf Langstreckenraketen zu montieren.
Der chinesische Chefunterhändler im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, sei am Dienstag in Nordkorea eingetroffen, berichtete Kyodo aus Pjöngjang. Zum Zweck seines Besuchs gab es zunächst keine Einzelheiten. In Südkorea wurde spekuliert, dass die Folgen des Atomtests das Hauptthema sein dürften.
Die USA und Südkorea haben China in den vergangenen Wochen aufgerufen, sich härteren internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang anzuschließen. China hatte den neuen Atomtest von Nordkorea deutlich kritisiert und seinen traditionellen Verbündeten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
À la Saison
Keltischer Kürbis
(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.
Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.
Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.
Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.
Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.
Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.
Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.
Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
À la Saison
Royale Reneklode
(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.
Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.
Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.
Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.
Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.
Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.
Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
À la Saison
Königliche Karotte
(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.
Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.
Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.
Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.
„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.
Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!
Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.
Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
Umwelthilfe will Typgenehmigung für Mercedes-Modell widerrufen lassen
Stuttgart/Flensburg (dpa) - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) legt im Streit mit Daimler um angeblich erhöhte Abgaswerte nach: Der eingetragene Verein hat nach eigenen Angaben den Entzug der Typgenehmigung oder einen Rückruf für die Mercedes C-Klasse 220 CDi beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) gefordert. Das teilte die DUH am Dienstag mit. Nach Auffassung der Umwelthilfe verstößt das Modell gegen die EU-Zulassungsvorschrift für Diesel-Pkw.
Das KBA erklärte auf Anfrage, es führe wegen der VW-Abgasmanipulation «eigene umfangreiche Untersuchungen bei mehr als 50 Fahrzeugen der marktbestimmenden Hersteller durch.» Die Untersuchungen dauerten noch an, ein Gesamtergebnis liege noch nicht vor.
Bereits im Januar hatte die Umwelthilfe den Entzug der Genehmigung für ein Opel-Modell gefordert. Ein Daimler-Sprecher sagte: «Unsere Fahrzeuge erfüllen die gesetzlichen Auflagen.» Er sehe keinen Grund, warum dem Fahrzeug die Typgenehmigung entzogen werden sollte.
Die Umwelthilfe hatte schon in der Vergangenheit von den Vorgaben angeblich abweichende Abgaswerte bei Mercedes kritisiert. Nun beruft sie sich auf Tests des niederländischen Prüfinstituts TNO. Das habe im Auftrag des niederländischen Umweltministeriums die Abgaswerte von insgesamt 16 Fahrzeugen getestet. Das Mercedes-Modell habe die Stickoxidgrenzwerte um ein Vielfaches überschritten. Es sei nun Aufgabe des KBA festzustellen, ob das Fahrzeug eine erlaubte oder verbotene Abschalteinrichtung in seiner Motorsteuersoftware habe. Der Daimler-Sprecher wies diesen Vorwurf als «haltlos» zurück. «Wir schalten nichts ab.»
Sarif: Teheran will Krise mit Saudis lösen - Riad nicht
Teheran (dpa) - Die iranische Führung ist an einem Ende der Spannungen und der diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien interessiert. Das sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Dienstag. «Riad aber leider nicht, sondern eher eine Eskalation der Krise», fügte er hinzu. Das sei weder gut für die Region noch für die saudische Regierung, so Sarif auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier (SPD). Die Krise mit Riad werden Sarif jedoch die iranische Zusammenarbeit mit Deutschland für eine Beilegung der Syrien-Krise nicht negativ beeinträchtigen.
Bonner Gericht verhandelt EnBW-Klage wegen Atom-Ausstieg
Bonn/Karlsruhe (dpa) - Der Stromkonzern EnBW klagt am Mittwoch (11.30 Uhr) vor dem Bonner Landgericht auf Schadenersatz wegen der schnellen Abschaltung deutscher Atomkraftwerke nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Die Bundesregierung und die Länder hatten 2011 ein Moratorium für sieben Blöcke verhängt, wenig später folgte das endgültige Aus für bundesweit zunächst acht Kraftwerke. Zwei EnBW-Kraftwerke waren betroffen. Der Versorger hält die Anweisung zur Abschaltung für rechtswidrig und verlangt eine dreistellige Millionensumme. Ein Urteil sei in dem umfangreichen Prozess am ersten Tag nicht zu erwarten, sagte ein Gerichtssprecher.
Der Prozess ist Teil einer Welle von Klagen aus der Energiewirtschaft. Ende 2015 hatte RWE bereits ein ähnliches Verfahren angestrengt. Der Prozess läuft noch. Es zeichnet sich aber ab, dass RWE - wenn überhaupt - deutlich weniger Schadenersatz bekommt als verlangt.
Festnahmen in Tansania nach Abschuss von Hubschrauber durch Wilderer
Daressalam (dpa) - Nach dem Abschuss eines Hubschraubers durch mutmaßliche Wilderer in einem Reservat im Norden Tansanias sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Präsident John Magufuli versprach eine schonungslose Aufklärung der Tat. Nun sollten alle Kräfte gegen die Wilderer vereint werden, forderte der Staatschef am späten Montagabend. Die Wilderer in Tansania seien teils schwer bewaffnet, zitierte die örtliche Zeitung «Daily News» am Dienstag Nationalparksprecher Paschal Shelutete.
Bei dem Abschuss vom Freitag im Maswa-Reservates am Südrand des Serengeti-Nationalparks wurde ein 37-jähriger britischer Hubschrauberpilot getötet. Eine Passagierin überlebte verletzt. Nach dem Absturz seien in der näheren Umgebung drei Elefantenkadaver gefunden worden, wurde Shelutete weiter zitiert. Der Pilot flog besonders tief, um die illegale Jagd auf Elefanten zu dokumentieren, wie die Naturschutzorganisation Friedkin Conservation Fund mitteilte.
Merkel legt Schalter um - Besuch in einer Forschungsanlage
Greifswald (dpa) - In der Kernfusions-Forschungsanlage «Wendelstein 7-X» in Greifswald beginnt der wissenschaftliche Experimentierbetrieb. Am Mittwoch (15.35) soll das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt werden, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) mit. Der Start des Experimentierbetriebs soll mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefeiert werden. Die Kanzlerin, selbst Physikerin, soll den Schalter betätigen.
Plasma aus Wasserstoff ist das eigentliche Untersuchungsobjekt der Fusionsforschung. Im Dezember war für den Probebetrieb der Anlage das erste Plasma aus Helium erzeugt worden. Dieses Gas geht leichter in Plasma über als Wasserstoff. In der eine Milliarde Euro teuren Anlage wird die Kernfusion erforscht, wie sie auf der Sonne abläuft.
VW verspricht: Autos auch nach Rückruf ohne technische Abstriche
Rund 2,5 Millionen Halter warten hierzulande auf Post von VW. Bei dem Rückruf ist meist nur ein Update am Werkstatt-Computer nötig, um die manipulierte Software abzustellen. Verbrauch, Leistung und Komfort sollen nicht leiden, verspricht VW. Beim ersten Modell klappt das.
Wolfsburg (dpa) - Der Rückruf von rund 2,4 Millionen Diesel-Autos von Volkswagen nimmt Schritt für Schritt Fahrt auf. «Das nächste Modell wird der Passat sein, der im März zum Rückruf kommt», sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag in Berlin. Der Chef der Konzern-Kernmarke VW, Herbert Diess, betonte: «Wir sind zuversichtlich, dass wir im Laufe dieses Jahres alle Fahrzeuge abarbeiten.» Für Kunden dauere das Umrüsten weniger als eine Stunde. Für jeden Wagen sei es das Ziel, mit den technischen Lösungen keine Kompromisse einzugehen.
Konkret sollen erste Passat-Diesel ab der Kalenderwoche neun, die am Schalttag 29. Februar beginnt, in die Werkstätten. Das erfuhr die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus dem VW-Autohandel. Der Konzern hatte schon mitgeteilt, dass er dafür Ende Februar bis Anfang März anpeile. Zur genauen Zahl der VW-Passat und ihren technischen Merkmalen war zunächst nichts bekannt.
Diess bekräftigte, dass die vom VW-Abgas-Skandal betroffenen Autofahrer nach der Umrüstung ihrer Wagen keinerlei Nachteile bei Verbrauch, Leistung oder Geräuschentwicklung fürchten müssten. Gemeinsam mit Dobrindt besuchte Diess die Umrüstung eines VW-Amarok bei einem VW-Händler in Berlin. Der Pick-up-Truck macht den Anfang bei dem Rückruf. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe für den Amarok bestätigt, dass keine Einbußen zu fürchten seien, teilte VW mit.
In den USA, wo der Abgas-Skandal im September 2015 aufgedeckt worden war, muss VW weiter schrumpfende Verkaufszahlen verkraften. Der Absatz der Pkw-Kernmarke VW sackte im Januar um 14,6 Prozent auf 20 079 Autos ab, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist das dritte Minus in Folge. Nach Bekanntwerden von Manipulationen bei Stickoxidwerten war für VW-Dieselmodelle in den USA ein Verkaufsstopp verhängt worden. Abgesehen vom Stadtgeländewagen Tiguan verkauften sich alle wichtigen Modelle schlechter als ein Jahr zuvor. Allerdings hatte der Januar auch zwei Verkaufstage weniger als der Vergleichsmonat 2015.
Zum Rückruf in Deutschland sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage, dass neben Verbrauch, Leistung, CO2-Ausstoß und Lärmpegel noch kein Versprechen zur Langlebigkeit betroffener Bauteile gemacht werden könne. Die Lebenserwartung von Komponenten könne das KBA mangels Langzeittests nicht beurteilen.
Der Sprecher betonte aber, dass es derzeit keine Anhaltspunkte gebe, wonach Teile wie etwa der Turbolader durch die softwaretechnischen Umrüstungen über Gebühr beansprucht werden könnten. Zudem habe der Konzern schon zugesagt, bis Ende 2017 bei betroffenen Wagen auf eine Garantie-Verjährung in Zusammenhang mit der Umrüstung zu verzichten. Dieses Versprechen soll mit VW-Rückendeckung auch der Handel geben.
Die manipulierte Software in den Wagen mit dem Dieselmotor EA189 in Abgasnorm Euro-5 ist rund zehn Jahre alt. Die Zeitspanne dazwischen umfasst beinahe zwei Modellgenerationen. Aktuelle Software ist daher viel weiter und kann mehr als die damalige. So ist es laienhaft zu erklären, dass für den Großteil der 2,5 Millionen Rückrufwagen ein Software-Update ausreicht, um die illegale Funktion abzustellen und die Abgasnorm auch ohne betrügerische Software heute zu erfüllen.
Nur bei den mittelgroßen Maschinen mit 1,6 Litern Hubraum muss auch ein neues Bauteil her, da das Update alleine nicht reicht. Es handelt sich um einen «Strömungsgleichrichter im Ansaugtrakt». Die Wagen kommen daher auch erst im Herbst in die Werkstätten. Ihre Umrüstung soll 45 Minuten reine Arbeitszeit benötigen, während die bloßen Updates der 2,0- und 1,2-Liter-Motoren nur knapp 30 Minuten dauern.
Insgesamt handelt es sich um den größte Rückruf in der europäischen Autogeschichte. Konzernweit sind in Europa rund 8,5 Millionen Diesel betroffen. Die Nachbesserung soll das ganze Jahr 2016 andauern. Die Reihenfolge für die verschiedenen Modelle ist unklar. Das KBA hat in Deutschland die Hoheit über den Ablauf des Rückrufes.
EU-Parlament stimmt über umstrittene Abgastests ab
Straßburg (dpa) - Das EU-Parlament stimmt am Mittwoch (12.30) über realistische Abgastests für Dieselfahrzeuge ab. Ob eine Mehrheit für die Vorlage der EU-Regierungen mit großzügigen Abweichungen von Schadstoffwerten zustande kommt, ist ungewiss. Künftig sollen die Emissionen im Straßenverkehr und nicht im Labor getestet werden. Sozialdemokraten und Grüne lehnen die Vorlage als zu schwach und gesundheitsschädlich ab. Die Christdemokraten plädieren indes dafür, weil der Vorschlag bereits einen deutlichen Fortschritt zur aktuellen Lage bedeute.
Gibt es keine Mehrheit der 751 Abgeordneten für die Vorlage, müssten die Verhandlungen über einen neuen Rahmen für Abgastests von vorne beginnen. Die realistischen Abgastests auf der Straße sind eine Konsequenz aus dem Volkswagen-Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Labortests.
Erlaubt sind nach der Euro6-Abgasnorm, die seit fast zehn Jahren gilt, nur 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Nach einem Experten-Beschluss der Regierungen sollen Neufahrzeuge diesen Wert von Januar 2017 noch um das Doppelte überschreiten dürfen, für Neuzulassungen soll dies von Januar 2019 an gelten. Ab 2020 beziehungsweise 2021 soll der Faktor 1,5 gelten. Kritiker betonen, dies komme der Automobilindustrie zugute.
«Verhütungsmethode» für Moskitos könnte Zika eindämmen
Wien (dpa) - Im Kampf gegen das Zika-Virus könnte eine «Verhütungsmethode» für Moskitos zum Einsatz kommen. Mehrere Länder Lateinamerikas wandten sich bereits an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, um Hilfe zur Eindämmung des Virus zu bekommen, wie die Organisation am Dienstag bekanntgab. Bei der bereits mit anderen Insekten erprobten Technik werden Millionen männlicher Tiere gezüchtet, kurz bestrahlt und dadurch unfruchtbar.
Die Tiere, die dadurch nicht radioaktiv werden, werden dann in Wellen jede Woche freigelassen, um sich mit Weibchen zu paaren. Diese legen dann zwar Eier, es schlüpft aber kein Moskito. So kann die Population reduziert werden. Die Methode sei aber nur in Städten bis zu 200 000 Einwohnern anwendbar, da sonst die Verbreitung der bestrahlten Tiere nicht kontrollierbar sei.
Die Technik entwickelte die IAEA gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).
Preissteigerungen bei Gas und Strom beschäftigen BGH
Karlsruhe (dpa) - Den Bundesgerichtshof beschäftigen am Mittwoch (10.00 und 11.00 Uhr) zwei Streitfälle wegen gestiegener Gas- und Stromrechnungen. Es geht um die Frage, inwieweit die Versorger bis zu einer Neuregelung 2014 höhere Bezugskosten an ihre Kunden in der Grundversorgung weiterreichen durften. In zwei von Verbraucherschützern scharf kritisierten Urteilen aus dem vergangenen Oktober hatten die Karlsruher Richter im Sinne der Energieversorger entschieden: Demnach konnten diese ihre Preise ohne umfassende Begründung erhöhen, solange sie damit keinen Gewinn machen wollten.
In einem der jetzt zu entscheidenden Fälle verweigert ein Gaskunde Nachzahlungen aus den Jahren 2005 bis 2007, weil der Versorger an seinem Vorlieferanten und damit auch an dessen Gewinnen beteiligt sei. Im zweiten Fall wehrt sich ein Kunde gegen Erhöhungen für Strom und Gas zwischen 2005 und 2008. Die Urteile könnten am selben Tag verkündet werden. (Az. VIII ZR 71/10 und VIII ZR 211/10)
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Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.
Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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WeiterlesenAUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**
Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter
greenpeace-magazin.de/coke
* MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT

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WeiterlesenDeutsche See – Wir schalten auf stur
HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.
Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.
Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch
greenpeace-magazin.de/deutschesee

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WeiterlesenWie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf
www.greenpeace-magazin.de/lidl

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Weiterlesen„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)
Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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WeiterlesenDie Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos
hier

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WeiterlesenWir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.
Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt
Mehr Informationen:
amnesty.de/laenderbericht/australien;
sorryasylumseekers.com
Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra

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WeiterlesenIst es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.
Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de
VeRWEgen werben

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WeiterlesenJedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste
Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.
Erschienen in Ausgabe 5.14

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WeiterlesenWasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.
Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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WeiterlesenFrüher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.
*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter
Erschienen in Ausgabe 3.14

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Weiterlesen
Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.
Erschienen in Ausgabe 2.14

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WeiterlesenDatensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.
iSpy5s
Erschienen in Ausgabe 1.14

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WeiterlesenDer neue Range Rover Superstupid
VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.
Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.
Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)
Land Unter
ABSURD AND BEHIND
Erschienen in Ausgabe 6.13

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WeiterlesenManche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.
BMW
GANG
Erschienen in Ausgabe 5.13

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WeiterlesenAntithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.
Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.
Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de
Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.
Erschienen in Ausgabe 4.13

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WeiterlesenMit Klimaschutz Reibach machen.
222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!
Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!
Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.
Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.
Erschienen in Ausgabe 3.13

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WeiterlesenNichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.
Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.
MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten
Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.
Mehr unter
www.russfrei-fuers-klima.de
Erschienen in Ausgabe 2.13

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WeiterlesenNichts Neues.
Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.
iSlave 5
Erschienen in Ausgabe 1.13

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WeiterlesenDie harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.
Erschienen in Ausgabe 6.12

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WeiterlesenGestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.
Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.
Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

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WeiterlesenLanges Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.
Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten
z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.
Erschienen in Ausgabe 4.12

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Weiterlesen„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“
Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*
*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

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WeiterlesenJa, aaaber...
9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*
Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!
*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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WeiterlesenEr grinst noch immer.
Nur schamloser. Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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WeiterlesenPfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung! Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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WeiterlesenImmer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

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WeiterlesenTödlich.
Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.
Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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WeiterlesenDie lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs. Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WeiterlesenWENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.
ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies









