Mi, 2015-04-01 02:55
Tröglitz (dpa)

Tröglitzer setzen NPD-Protesten eine Bürgerinitiative entgegen

NPD-geführte Proteste gegen ein Asylbewerberheim und der damit verbundene Rücktritt des ehrenamtlichen Bürgermeisters bringen Tröglitz bundesweit in die Schlagzeilen. Drei Wochen später wollen viele Bewohner nun etwas ändern.

Tröglitz (dpa) - Nach den NPD-geführten Protesten gegen ein Asylbewerberheim formiert sich in Tröglitz im Süden Sachsen-Anhalts eine Bürgerinitiative. Sie soll für ein herzliches Willkommen der 40 Flüchtlinge werben, die Ende Mai in dem kleinen Ort erwartet werden.

Bei einer Einwohnerversammlung am Dienstagabend seien knapp 100 Unterschriften und 20 konkrete Hilfsangebote zusammengekommen, sagte Mitorganisator und Gemeindepfarrer Matthias Keilholz. Auch der zurückgetretene ehrenamtliche Bürgermeister Markus Nierth unterstützt die Initiative «Miteinander füreinander». Er hatte sein Amt Anfang März niedergelegt, weil er sich von Politik und Verwaltung nicht ausreichend unterstützt und geschützt vor rechtsextremen Anfeindungen fühlte.

Rund 500 Menschen aus Tröglitz und Umgebung kamen in einem Tröglitzer Kulturhaus zusammen, um über das geplante Asylbewerberheim zu sprechen. Eingeladen hatte der zuständige Landrat Götz Ulrich (CDU) zusammen mit weiteren Kommunalpolitikern. Viele der Anwesenden warfen Ulrich vor, erst Monate nach den ersten Gerüchten offiziell zu einer Infoveranstaltung zu dem Bewerberheim eingeladen zu haben.

Ulrich räumte ein: «Ich schließe nicht aus, dass ich und einige andere Verantwortliche im Vorfeld nicht ausreichend den Bewohnern zugehört haben.» Er habe aus dem Fall Tröglitz gelernt und denke über frühere Möglichkeiten der Information nach.

Unter den Wortführern des Abends waren auch jene NPD-Mitglieder, die in den vergangenen Wochen jeden Sonntag zu Demos gegen das Asylbewerberheim aufgerufen hatten. Trotz aller Debatten blieb es am Abend friedlich.

Mi, 2015-04-01 02:25
Penzberg (dpa)

Ein Toter bei Unfall auf der Autobahn 95 in Bayern

Penzberg (dpa) - Ein Mann ist bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 95 in Bayern ums Leben gekommen. Drei weitere Männer erlitten dabei in der Nacht zum Mittwoch Verletzungen, wie ein Sprecher der Polizei in Weilheim sagte.

Ein Mann war bei starkem Hagel während des Sturms «Niklas» bei Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) mit seinem Wagen in eine Unfallstelle gekracht. Einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge war ein Transporter kurz zuvor ins Schleudern geraten und auf dem Seitenstreifen zum Stehen gekommen. Das ebenfalls ins Schleudern geratene Auto erfasste den zunächst unverletzten Transporterfahrer, der schließlich an der Unfallstelle starb.

Zudem erfasste das Auto zwei Sanitäter, die dem Transporterfahrer helfen wollten. Einer der Männer erlitt so schwere Verletzungen, dass die Einsatzkräfte zunächst um sein Leben fürchteten. Inzwischen schwebe er aber nicht mehr in Lebensgefahr, sagte der Polizeisprecher. Der zweite Sanitäter rettete sich durch einen Sprung zur Seite, er brach sich ein Bein. Der Autofahrer, der in die Unfallstelle gekracht war, erlitt ebenfalls schwere Verletzungen.

Mi, 2015-04-01 02:00
Berlin (dpa)

Grüne fordern Fracking-Verbot in Deutschland

Berlin (dpa) - Die Grünen haben der Bundesregierung vorgeworfen, den Weg für die umstrittene Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten zu ebnen. «Deutschland braucht ein Frackingverbot», sagte der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittwoch will das Kabinett ein Paket auf den Weg bringen, das zwar ein Verbot für sensible Gebiete etwa zur Wasserversorgung vorsieht, aber nach Erprobungsmaßnahmen eine kommerzielle Förderung nicht ausschließt. «Angesichts der Gefahren, die von Fracking ausgehen, ist die Eile der Bundesregierung unverantwortlich», sagte Hofreiter.

Ohne Not wollten Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) «das Gesetzespaket durch Kabinett, Bundestag und Bundesrat peitschen». Sie hätten sich für den Beschluss einen besonderen Tag ausgesucht. «Vor 15 Jahren gab es den Startschuss für das Erneuerbare-Energien-Gesetz - heute Fracking zu beschließen, gleicht einer Rückwärtsrolle in der Energiepolitik.»

Beim unkonventionellen Fracking wird mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst. Dadurch wird das Gestein auf großer Fläche aufgebrochen, so dass aus feinen Rissen das dort lagernde Gas entweichen kann. In den USA hat die Fördertechnik zu einem Sinken der Energiepreise geführt.

Mi, 2015-04-01 01:54
Lausanne (dpa)

Iran-Atomgespräche auf Mittwochmorgen vertagt

Lausanne (dpa) - Die Verhandlungen zum umstrittenen iranischen Atomprogramm sollen am Mittwochmorgen fortgesetzt werden. Iranische Medien nannten als Anfangszeit 08.00 Uhr. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte in Lausanne: «Wir haben einiges erreicht. Ich hoffe, wir können die Arbeit am Mittwoch zu Ende führen.» Die Gespräche zwischen den Vertretern der UN-Vetomächte, Deutschlands und des Irans waren in der Nacht zunächst auch nach Ablauf der selbstgesetzten Frist um Mitternacht fortgesetzt worden.

Mi, 2015-04-01 01:32
München (dpa)

Rettung von Lawinenopfern

München (dpa) - Werden Menschen unter Lawinen verschüttet, ist die Suche nach Opfern ein Wettlauf gegen die Zeit. Methoden zur Rettung:

KAMERADENSUCHE: Ihr messen Experten die größte Bedeutung zu. Wird ein Tourengeher oder Skifahrer aus einer Gruppe verschüttet, müssen die anderen unverzüglich «mit Auge und Ohr» im Schnee des Lawinenkegels mit der Suche beginnen. Deshalb ist es unerlässlich, abseits gesicherter Pisten ein Verschütteten-Suchgerät (LVS), sowie eine stabile Lawinenschaufel und eine faltbare Teleskop-Sonde mitzunehmen.

SPÜRHUNDE: Sie spielen bei der Suche nach Verschütteten nach wie vor eine Rolle. Das Schweizer Lawinenforschungsinstitut errechnete, dass 80 Prozent der Verunglückten von den Hunden gefunden werden.

LAWINENPIEPSER: Zu des technischen Verfahren für die Suche nach Verschütteten gehören batteriebetriebene Piepser, die Funksignale senden und empfangen können. Die Reichweite der Sender beträgt 20 bis 80 Meter.

SMARTPHONE: Ein USB-Stick wird in das Smartphone gesteckt und sendet wie ein Lawinenpiepser Signale. Retter können dann über Satellitennavigation die Position des Verschütteten auf einer 3-D-Karte erfassen. Zudem kann eine Lawinensuch-App auf das Smartphone geladen werden. Die Technik des «LawinenFon» ist allerdings noch in der Entwicklung.

KLEIDUNGS-CHIPS: In die Kleidung der Skifahrer eingearbeitete Chips geben Signale an einen radarähnlichen Empfänger weiter und machen die Ortung Verschütteter etwa vom Hubschrauber aus möglich. Viele Hersteller von Ski-Kleidung bieten das System schon standardmäßig an.

Mi, 2015-04-01 01:31
München (dpa)

Die europäische Lawinen-Gefahrenskala

München (dpa) - Derzeit herrscht in den Alpen erhöhte Lawinengefahr. Die europäische Gefahrenskala ist in fünf Stufen aufgeteilt:

Stufe 1 - gering: Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt. Eine Lawinen-Auslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich.

Stufe 2 - mäßig: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten aber gut. Eine Lawinen-Auslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an Steilhängen möglich.

Stufe 3 - erheblich: Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig verfestigt. Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den gefährdeten Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan mittlere, aber auch große Lawinen möglich.

Stufe 4 - groß: Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an vielen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten.

Stufe 5 - sehr groß: Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen zu erwarten, auch in mäßig steilem Gelände.

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Mi, 2015-04-01 01:31
Hamburg (dpa)

Autismus - eine unheilbare Wahrnehmungsstörung

Hamburg (dpa) - Autismus ist eine Entwicklungsstörung mit einem ganzen Spektrum an Symptomen. In der frühen Kindheit können vor allem sprachliche Defizite und besondere Verhaltensweisen auffallen. Betroffene Kinder vermeiden zum Beispiel Körper- oder Blickkontakt. Autisten haben ein Problem mit der Dechiffrierung von Gestik und Mimik, sie verstehen oft nicht, was der andere meint, wie Daniel Schöttle, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, erläutert.

Ihr Kernproblem sei, dass sie nicht zwischen den Zeilen lesen könnten. Der Experte schildert ein Beispielszenario: «Wenn jemand in mein Büro kommt und sagt: «Hier ist es aber frisch!», dann würde ich das als Aufforderung verstehen, das Fenster zu schließen. Ein Autist würde nur antworten: «Ja, hier ist es frisch.»» Der Begriff Autismus («Selbstbezogenheit») geht auf den Schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857-1939) zurück.

Autisten oder Menschen mit dem milderen Asperger-Syndrom seien oft sehr zuverlässig und loyal, mitunter geradezu verletzend ehrlich, lösten Aufgaben mit Perfektionismus und verfügten manchmal über ein hohes Spezialwissen, sagt Schöttle. Von der Struktur her seien sie aber zwanghaft und unflexibel. Mit einer spontanen Planänderung könnten sie schlecht umgehen.

Die Diagnose erfolge nach sehr ausführlichen Interviews, auch mit den Eltern oder Partnern. Den Betroffenen werden Aufgaben gestellt und die Ergebnisse nach festgelegten Skalen bewertet. Bei Kindern ist auch eine körperliche Untersuchung wichtig.

Die Ursache von Autismus ist nicht geklärt. Ein Gendefekt ist bislang nicht entdeckt worden. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass es teilweise eine genetische Wurzel gibt, wie Schöttle sagt. Autismus trete häufig in Familien auf, in denen auch schon Fälle von Schizophrenie oder manisch-depressive Erkrankungen vorgekommen sind.

Heilen kann man Autismus nicht. Die Betroffenen müssen lernen, mit den Symptomen umzugehen. Gestik und Mimik müssen sie sich wie Vokabeln einprägen. Es gibt Menschen, die unter dem Asperger-Syndrom leiden und es trotzdem bis zum Professor gebracht haben.

Mi, 2015-04-01 01:30
Hamburg (dpa)

«Ich brauche klare Anweisungen» - Ein Autist findet seinen Traumjob Von Bernhard Sprengel, dpa

Was meint der Gesprächspartner bloß? Diese Frage ist für Autisten schwer zu beantworten. Am Arbeitsplatz scheitern sie darum oft - doch das muss nicht sein. Darauf will auch der Welt-Autismus-Tag an diesem Donnerstag aufmerksam machen.

Hamburg (dpa) - Leif Petersen steht an der Kasse eines Reformhauses in Hamburg und verkauft Bio-Brot. Wer den freundlich lächelnden jungen Mann beobachtet, dürfte kaum bemerken, dass an einer schweren Entwicklungsstörung leidet: Der 29-Jährige ist Autist. Petersen verkauft nicht nur, sondern berät Kunden, räumt Waren ein oder bringt sie den Käufern mit seinem Auto nach Hause. Zweimal pro Woche geht er zur Berufsschule. Sein Ziel: Verkäufer für Reform- und Diätwaren.

«Ich brauche eine Chefin, die mir klare Anweisungen gibt, die auch Verständnis für meine Situation hat», sagt Petersen. Tanja Parker hat Verständnis. «Herr Petersen ist über ein langes Praktikum gekommen. Da hat er sich so gut gezeigt», berichtet die Reformhaus-Inhaberin. «Das ist ein junger Mann, der wahnsinnig freundlich ist und auf den man sich total verlassen kann.»

Parker kennt aber auch die Schwächen ihres Azubis. Er könne nicht mehrere Sachen gleichzeitig machen, etwa einen Kunden beraten und gleichzeitig die Kasse im Blick behalten. Schwierigkeiten habe er auch, wenn es mehr um Zahlen und Schriftliches geht. Und sie gibt ihm klare Anweisungen, auch was die persönliche Hygiene angeht.

Fachlich seien Autisten am Arbeitsplatz oft gar nicht eingeschränkt, sagt Friedrich Nolte vom Bundesverband Autismus Deutschland. Sie hätten eher Probleme im informellen Bereich. Manche kämen regelmäßig zu spät, sprächen sich nicht mit Kollegen ab, beteiligten sich nicht am Small Talk und gälten unter Umständen als arrogant. «Durch solche Dinge kann es dann schwierig werden», sagt Fachreferent Nolte.

Petersens Chefin ist bereit, ihrem Schützling mehr Zeit und Unterstützung bei der Bewältigung seiner Aufgaben zu geben. Sie erwähnt dabei, dass sie selbst ein Kind mit einer Entwicklungsverzögerung hat und sich über die nicht funktionierende Inklusion in der Schule ärgert. In ihrem Geschäft sei es eine Freude mit so einem Menschen wie Petersen zusammenzuarbeiten, betont sie.

Ihre Einstellung wird offenbar von nicht so vielen Arbeitgebern geteilt. Der Bundesverband Autismus beklagt zum Welt-Autismus-Tag am 2. April eine Diskriminierung der Betroffenen. Kindern mit einer autistischen Störung werde der Zugang zur angestrebten Schulform verweigert, Erwachsene hätten meist keine Chance auf eine Wohngruppe oder einen Arbeitsplatz in einer Behindertenwerkstatt. Eine «Benachteiligungsspirale» von unzureichender Schulbildung über fehlende Arbeit und geringes Einkommen dränge Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, kritisiert die Vereinsvorsitzende Maria Kaminski.

Autisten, die sich um eine Stelle bewerben, würden zu 80 bis 90 Prozent schon im Vorstellungsgespräch scheitern, sagt Astrid Grothe von autWorker, einer Hamburger Genossenschaft, die Menschen wie Leif Petersen bei der beruflichen Integration unterstützt. Einige IT-Firmen stellen inzwischen aber gezielt qualifizierte Menschen mit dem Asperger-Syndrom, einer leichteren Form des Autismus, ein.

Auch Petersen ist qualifiziert. Er hat schon eine Ausbildung als Sozialtherapeutischer Assistent und eine als Gärtner im Obstanbau abgeschlossen. Auch ein längeres Praktikum in einer Karosseriebau-Firma hat er hinter sich. «Diese Arbeit war nicht so mein Ding», sagt Petersen. Er sei mit den Kollegen nicht gut zurechtgekommen. Im Reformhaus fühlt er sich dagegen wohl: «Das ist eine wunderbare Arbeit.» Nach der Ausbildung möchte er dort bleiben.

Mi, 2015-04-01 01:30
München/Salzburg (dpa)

Der weiße Tod: Die Lawinengefahr wird im Frühjahr oft unterschätzt Von Sabine Dobel, dpa

Frühling - Skitourenzeit. Aber gerade jetzt kann es gefährlich werden in den Bergen: Sonne und Regen weichen den Schnee auf, tonnenschwere Nassschneelawinen geraten ins Rutschen. Obwohl es in diesem Winter gar nicht viel geschneit hat, gab es viele Tote.

München/Salzburg (dpa) - Die Luft ist frühlingshaft lau, weißer Altschnee lockt abseits der Pisten. Doch Sonne und Regen machen den Schnee schwer. Gerade das Frühjahr bringt in den Bergen eine oft tödliche Bedrohung: Nassschneelawinen. Während im Tal Krokusse und Tulpen sprießen, ist die Warnstufe in diesen Tagen mancherorts zeitweise auf den Wert vier der fünfstufigen Skala angehoben worden. Über Ostern, wenn noch einmal viele Tourengeher unterwegs sind, könnte die Gefahr erhöht bleiben.

«Das Regenwasser dringt in tiefe Schneeschichten ein und bildet vor allem auf Wiesengrund einem rutschigen Schmierfilm, auf dem Lawinen abgehen können», sagt Stefan Winter, Sicherheitsexperte beim Deutschen Alpenverein (DAV). Weiter oben wiederum gibt es Neuschnee, der Sturm verfrachtet die weißen Massen. Auch das erhöht die Gefahr.

Binnen zwei Wochen rissen Lawinen in den Alpen mindestens ein halbes Dutzend Menschen in den Tod. Am vergangenen Wochenende starben im Piemont ein erfahrener italienischer Bergführer und ein französischer Skifahrer. Sie hatten sich per Helikopter auf den Monte Terra Nera im Susatal bringen lassen. Bei der Abfahrt riss ein 200 Meter breites Schneebrett die beiden zu Tal. Ein anderer Bergführer wurde am Sonntag am Kitzsteinhorn teils verschüttet - ausgerechnet bei einem Lawinenkurs. Er überlebte dank seines Airbag-Rucksacks unverletzt.

Besonders bei schönem Wetter wirkt die Landschaft trügerisch harmlos. Nach einem perfekten Skitag bei strahlender Sonne wollten ein Sportlehrer aus Freising und sein 62-jähriger Vater die letzte Abfahrt im Osttiroler Skigebiet Brunnalm genießen. Sie verließen die Piste - und fuhren ins Verderben. Vor den Augen des Vaters wurde der Sohn verschüttet. Ein Fuß ragte noch aus dem Schnee - der Vater versucht den Sohn auszugraben, nimmt die Ski zu Hilfe. Ohne Erfolg. Am Morgen wäre der Schnee vermutlich noch hart gewesen - und nicht abgerutscht.

«Die Sonne hat schon richtig Kraft», sagt Thomas Griesbeck von der Bergwacht Bayern. «Die Hänge, die in der prallen Sonne liegen, sind besonders gefährdet.» Der Schnee taut, wird schwer und gleitet auf dem Grund ab. Innere Verletzungen lassen Verschütteten oft keine Überlebenschance.

Manchmal gibt es kleine Wunder. Im Embachkar im Pinzgau retteten Helfer kürzlich nach eineinhalb Stunden eine Frau aus dem Berchtesgadener Land aus einer 200 mal 400 Meter großen Lawine, die ihre Gruppe gegen Mittag in 1700 Metern Höhe losgetreten hatte. Die Frau hatte nicht einmal ein Verschütteten-Suchgerät bei sich. Doch ein Lawinenhund machte sie schließlich unter dem Schnee ausfindig.

Statistisch sinken die Überlebenschancen nach 15 bis 35 Minuten auf ein Drittel, nach 90 Minuten werden nur sieben Prozent der Opfer lebend gerettet. «Es gibt immer wieder die Möglichkeit länger zu überleben, etwa wenn der Verunglückte eine große Atemhöhle hat», sagt DAV-Sprecherin Andrea Händel. Auch der junge Freisinger war eineinhalb Stunden unter dem Schnee - für ihn kam aber jede Hilfe zu spät.

25 Tote zählten die österreichischen Behörden in dieser Saison - elf waren es im Vorjahr. 28 Menschen starben in der Schweiz. «Von einem Katastrophenwinter braucht man nicht sprechen», sagt Winter. «Aber es gab viele Tote.» Ausgerechnet in dieser schneearmen Saison. Denn: «Weniger Schnee heißt nicht sicherer. Wenig Schnee führt sogar oft zu höherer Lawinengefahr.» Verfrachtungen durch den Wind machen gerade dann Übergänge zwischen wenig und viel Schnee zu instabilen Stellen.

Solche Situationen einzuschätzen erfordert Erfahrung - die Neulingen im boomenden Bergsport oft fehlt. An der Rotwand bei Schliersee versuchten Schneeschuhgeher eine steile Rinne entlang von Skispuren hinaufzusteigen. Erst auf Warnrufe von Tourengehern drehten sie um. Hier fahren Geübte auf Skiern ab - doch ein Aufstieg ist zu riskant. Gibt es auf Skiern bei eher langsamen Grundlawinen eine gewisse Chance zu entkommen, ist das zu Fuß meist aussichtslos.

«Schneeschuhgeher sind oft Quereinsteiger und kommen eigentlich aus dem Wandern», sagt Griesbeck. «Sie kennen die Wege möglicherweise vom Sommer - und gehen sie auch im Winter.» Dabei liegen Sommerwege oft in Gefahrenzonen.

Auch der Lawinenlagebericht bietet keine endgültige Sicherheit. Durch die teils geringen Schneefälle und starken Wind variiert die Gefahr gerade in diesem Jahr oft auf wenigen Metern, wie DAV-Sprecherin Händel erläutert. «Das macht die Beurteilung besonders schwierig.»

Wenn in den nächsten Tagen der Wind abnimmt und es kalt wird, festigt sich der Schnee; die Lage wird sicherer - und das Wetter soll besser werden. Alpenvereins-Experte Winter: «Die Woche nach Ostern könnte richtig gut werden.»

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Mi, 2015-04-01 01:08
Dietramszell (dpa)

Frau in Bayern in ihrem Auto von zwei Bäumen erschlagen

Dietramszell (dpa) - Eine 39-jährige ist bei Dietramszell im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in ihrem Auto von zwei umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Die Fichten krachten wegen des starken Windes am frühen Dienstagabend in einem Waldstück auf ihren Wagen, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr konnte die Frau nur noch tot aus ihrem Fahrzeug bergen. Damit stieg die Zahl der Toten in Deutschland durch Sturm «Niklas» auf vier.

Mi, 2015-04-01 00:10
Dietramszell (dpa)

Frau in Bayern in ihrem Auto von zwei Bäumen erschlagen

Dietramszell (dpa) - Eine 39-jährige ist bei Dietramszell im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in ihrem Auto von zwei umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Die Fichten krachten wegen des starken Windes am frühen Mittwochabend in einem Waldstück auf ihren Wagen, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr konnte die Frau nur noch tot aus ihrem Fahrzeug bergen. Damit stieg die Zahl der Toten in Deutschland durch Sturm «Niklas» auf vier.

Mi, 2015-04-01 00:08
Lausanne (dpa)

Frist bei Atomverhandlungen abgelaufen - Gespräche gehen weiter

Lausanne (dpa) - Die Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm sind in der Nacht auf Mittwoch auch nach Ablauf der selbstgesetzten Frist fortgesetzt worden. Vertreter der UN-Vetomächte, Deutschlands und des Irans kamen nach einer Pause zu weiteren Verhandlungen in Lausanne zusammen, wie eine EU-Sprecherin mitteilte. Ursprünglich sollte bis Mitternacht eine Grundsatzeinigung in dem zwölf Jahre andauernden Streit erreicht werden. Bis Sommer wird ein umfassendes Abkommen angepeilt.

Mi, 2015-04-01 00:01
Berlin (dpa)

Hendricks verteidigt umstrittenes Fracking-Gesetz

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat ihren Gesetzentwurf zum umstrittenen Gas-Fracking verteidigt. «Ich hoffe, dass die Kritiker nach Lektüre des Gesetzentwurfes endlich verstehen: Hier wird nichts ermöglicht, was bislang verboten ist. Im Gegenteil: Es wird vieles verboten, was bislang möglich ist», sagte Hendricks der «Rheinischen Post» (Mittwoch). «Wir führen strenge Regeln ein, wo bislang keine klaren Regeln galten», fügte sie hinzu. «Ich will Fracking so weit einschränken, dass keine Gefahren für Mensch und Umwelt mehr bestehen.» Ob Fracking jemals umweltverträglich möglich sei, müsse sich zeigen.

Am Mittwoch will das Kabinett einen Entwurf für die unkonventionelle Gasförderung beschließen, der zwar ein Fracking-Verbot für sensible Wasserschutzgebiete vorsieht, aber nach Erprobungsmaßnahmen eine kommerzielle Förderung nicht ausschließt. Gegen den Gesetzentwurf gibt es Widerstand von Opposition und Umweltverbänden, aber auch aus den Reihen Koalition.

Beim unkonventionellen Fracking wird mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefer- und Kohleflözgestein gepresst. Dadurch wird das Gestein aufgebrochen, so dass aus feinen Rissen das dort lagernde Gas entweicht.

Di, 2015-03-31 23:07
Tröglitz/Hohenmölsen (dpa)

Gemeinsam statt allein - Was Tröglitz vom Nachbarn lernen kann Von Franziska Höhnl, dpa

Tröglitz und Hohenmölsen - zwei Orte im Süden Sachsen-Anhalts, die sich seit Monaten auf die Ankunft von Flüchtlingen vorbereiten. In Hohenmölsen packen viele mit an. In Tröglitz zwingen NPD-Proteste den Bürgermeister zum Rücktritt. Was lief hier schief?

Tröglitz/Hohenmölsen (dpa) - Auf den ersten Blick haben Hohenmölsen und Tröglitz viel gemeinsam. Beide Orte im Süden Sachsen-Anhalts sind klein und stehen vor der großen Herausforderung, erstmals eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Beide liegen im Burgenlandkreis, nur 15 Kilometer auseinander. In Hohenmölsen werden die ersten 58 Asylbewerber am Mittwoch erwartet, nach Tröglitz sollen im Mai 40 Flüchtlinge kommen.

Doch nur Tröglitz geriet Anfang März bundesweit in die Schlagzeilen. Von der rechtsextremen NPD angeführte Proteste gegen die Unterkunft zwangen den ehrenamtlichen Bürgermeister Markus Nierth zum Rücktritt. Der parteilose Politiker zog die Notbremse, weil nach persönlichen Anfeindungen eine asylfeindliche Demo genau vor seinem Haus genehmigt wurde. Drei Wochen sind seither vergangen, bundesweit wurde über einen besseren Schutz von Lokalpolitikern diskutiert.

Am Dienstagabend informierte Landrat Götz Ulrich (CDU) auf einer Einwohnerversammlung in Tröglitz über die Pläne zur Asylbewerberunterkunft. Gut 500 Menschen fanden sich im örtlichen Kulturzentrum ein, unter ihnen Nierth. Dutzende Fragen musste Ulrich beantworten - und er räumte auch Fehler ein. «Ich schließe nicht aus, dass ich und einige andere Verantwortliche im Vorfeld nicht ausreichend den Bewohnern zugehört haben», sagte der CDU-Politiker. Er habe aus dem Fall Tröglitz gelernt.

Die NPD hatte das Thema Flüchtlinge im knapp 2700 Einwohner zählenden Tröglitz besser besetzen können als im fast benachbarten Hohenmölsen, in dem die Pläne eher bekannt waren. Was lief in Hohenmölsen besser?

«Der Unterschied ist schon, dass Markus Nierth mehr oder weniger alleine war, wir haben das Thema gleich auf einer breiten Basis angepackt», sagt Andy Haugk, der Bürgermeister von Hohenmölsen. Die Unsicherheit, die Skepsis, die Ablehnung, das alles gebe es auch in der 10 000-Einwohner-Stadt. «Aber es haben sich auch früh engagierte Vereinsvorstände gemeldet, Bürger, die Spenden sammeln und Deutschkurse anbieten wollten.»

Daraus entstand eine Bürgerinitiative «Willkommen in Hohenmölsen». 20 Engagierte sind fest dabei. Sie wollen die Tristesse der Unterkunft kompensieren. Sie schnüren Willkommenspakete mit Stadtplänen und Einkaufschips, planen Feste. Sie seien eine große Hilfe bei der Vorbereitung, sagt Haugk. Sie organisierten Runde Tische, um Ärzte, Bürger, Schulen und Läden auf die neuen Nachbarn einzustimmen. Und sie organisierten einen «Tag der offenen Tür» im Asylbewerberheim, noch bevor die Bewohner eintreffen.

Rund 200 Menschen kamen. Der grau-braune Plattenbau, früher Teil einer Kaserne ist hoch eingezäunt. In den kleinen Zimmern stehen Stockbetten, quadratische Tische mit zwei Stühlen, ein Schrank, etwas Kochgeschirr. Dazu ein Waschraum, eine Gemeinschaftküche. «Wir waren neugierig und wollten mal gucken», sagt Besucher Mario Dotschkal. Anfangs sei er auch skeptisch gewesen, die Unterkunft war Stadtgespräch. «In ein paar Wochen redet da keiner mehr drüber, da ist es normal», glaubt er. «Wenn etwas Neues kommt, sorgt das doch immer erstmal für Aufregung.»

Auch der Sprecher der Bürgerinitiative, Frank Leder, hofft das Beste. Warum es in seiner Stadt keine Gegenproteste gab wie in Tröglitz? Mit Sicherheit vermag der 34-Jährige das nicht zu sagen. «Vielleicht waren wir einfach schnell genug, so dass die NPD keine Chance sah.» Vielleicht, weil die Stadt größer sei und sich schneller engagierte Hilfe fand. Alles perfekt sei auch hier nicht. «Was in Tröglitz auf der Straße passierte, passiert bei uns in den sozialen Netzwerken», sagt Leder. Viele asylfeindliche Kommentare müssten er und sein Team auf der Facebook-Seite der Initiative beantworten, entkräften.

Die Initiative in Hohenmölsen könnte auch ein Vorbild für Tröglitz werden. Pfarrer Matthias Keilholz, der dort als Gegenpol zu den asylfeindlichen Protesten wöchentlich zu Gebeten und Gesprächen in die Kirche einlud, sieht erste Anzeichen dafür. «Ich merke immer mehr Rückhalt.» Deswegen hofft Keilholz, dass die Tröglitzer die Chance nutzen, um konkrete Initiativen zu planen - und die traurigen Schlagzeilen hinter sich zu lassen.

Di, 2015-03-31 22:56
Berlin (dpa)

Orkan trifft Bahnverkehr mit voller Wucht - Mehrere Tote und Grafik

Orkan «Niklas» tobt quer über die Republik. Fünf Männer sterben in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vielerorts krachen Bäume auf Oberleitungen und Schienen und legen den Bahnverkehr lahm.

Berlin (dpa) - Das Orkantief «Niklas» hat ein Verkehrschaos auf Schienen und Straßen in Deutschland ausgelöst und schwere Schäden angerichtet. Fünf Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Der Sturm, einer der stärksten der vergangenen Jahre, beschädigte Häuser, riss Stromleitungen herunter. In weiten Teilen der Republik kam der Bahnverkehr zum Erliegen. Für Fahrgäste, die unterwegs strandeten, stellte die Bahn am Dienstag in mehreren Städten Übernachtungszüge bereit.

Mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern raste das Orkantief quer von Westen gen Osten. In Rheinland-Pfalz starben zwei Männer, als ein Baum auf ihr Fahrzeug krachte. In Sachsen-Anhalt erschlug eine Mauer einen Mann. Auch in Österreich und der Schweiz gab es zwei Unwettertote. «Niklas» sollte sich in der Nacht abschwächen. In Hessen und Baden-Württemberg begannen am Abend erste Aufräumarbeiten.

Auf der Schiene ging vielerorts nichts mehr. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin ruhte der Regionalverkehr teilweise seit dem Morgen ganz. In Deutschlands größtem Bundesland Bayern wurde der Fernverkehr am Nachmittag komplett eingestellt. Anderswo rollten die Züge mit stark gedrosseltem Tempo. «Der Orkan Niklas hat die Bahn mit voller Wucht getroffen», sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. «Wichtig ist, dass wir zum Osterreiseverkehr ab Donnerstag wieder alles in Schuss haben.»

Das könnte knapp werden. «Die Sturmschäden, vor allem an den Oberleitungen sind so großflächig und erheblich, dass es noch mehrere Tage dauern kann, bis wieder alle Linien bedient werden können», teilte die Deutsche Bahn am späten Abend mit. Auch im Regional- und Fernverkehr werde es am Mittwoch im Raum München noch Zugausfälle geben. Der Münchner Hauptbahnhof wurde geräumt, weil Dachfenster herabzustürzen drohten. Auch Privatbahnen mussten ihre Züge stehenlassen.

Auf freier Strecke zwischen Hamburg und Berlin blieb ein ICE liegen. Die Route wurde in beide Richtungen gesperrt. In einer Durchsage an die Fahrgäste hieß es in einem Zug: «Alle Fernzüge der Deutschen Bahn sind ab sofort zu Hotelzügen umfunktioniert.»

Bundesweit waren Polizisten und Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Auf Straßen und Autobahnen blockierten umgekippte Lastwagen und Anhänger den Verkehr. Im Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln kam es zu Einschränkungen. Schiffe fielen aus oder konnten erst später ablegen. Die Verbindung zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland wurde komplett gestrichen.

Probleme meldete auch Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main. Mehr als 180 Starts und Landungen fielen aus. Angesichts der Wetterlage müsse auch am Mittwoch mit Einschränkungen im Flugbetrieb gerechnet werden, sagte ein Sprecher am Abend. In Hamburg waren 63 Flüge betroffen.

Mehrere zehntausend Haushalte in Bayern blieben ohne Strom; für tausend Haushalte sollte der Zustand über Nacht anhalten, so der Versorger Bayernwerk AG. Auch in Sachsen blieben zeitweise bis zu 15 000 Kunden ohne Elektrizität. In mehreren Bundesländern wurden Windkraftanlagen ausgeschaltet.

Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am heftigsten tobte «Niklas» auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2962 Meter) in den Alpen, mit Böen von 192 Stundenkilometern. Der Spitzenwert im Tiefland wurde laut DWD bis zum frühen Abend mit 140 Stundenkilometern erreicht. Auch am Mittwoch werde es windig bis stürmig - «das Gröbste ist dann aber vorbei», sagte DWD-Sprecher Kirchhübel.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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