Reports / Meinungen / Interviews

Laissez-faire ist passé

Laissez-faire ist passé

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal fordert sie allen Ernstes Verbote.

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Montag, 20. Mai 2019

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Nur noch 24 Plas­tik­tü­ten pro Kopf, Heidelberg lässt Nilgänse abschießen und der „Indiana Jones der Kli­ma­wis­sen­schaft“

Liebe Leserinnen und Leser, 

Safran wird gemeinhin als „rotes Gold“ bezeichnet. Seit der Antike gelten die gelborangenen Fäden als kostbarstes Gewürz der Welt. Je nach Qualität werden heute für ein paar Gramm schon mal dreistellige Beträge aufgerufen. Doch jetzt könnte eine beliebte und durchaus weitverbreitete Sommerfrucht dem Safran den Titel als „rotes Gold“ streitig machen – zumindest legt das eine aktuelle Meldung bei ZDF-heute nahe. In Lambsheim in Rheinland-Pfalz haben Diebe bereits in der Nacht zu Freitag ein Erdbeerfeld beinahe vollständig leer gepflückt. Die Fruchtverbrecher plünderten immerhin eine Fläche von 0,7 Hektar. Da kommen einige Erdbeerkörbchen zusammen. Die Polizei Ludwigshafen geht davon aus, dass die Kriminellen ihre Beute mit Autos fortschafften. Sie beziffert den entstandenen Schaden auf etwa 700 Euro.

Sollten Sie also in der Nähe von Lambsheim leben und heute Erdbeeren kaufen: Seien Sie sich bewusst, dass es sich bei den unschuldig aussehenden Früchtchen um Hehlerware handeln könnte. Wir bleiben vor allem in Sachen Umweltnachrichten wachsam und präsentieren Ihnen morgen wieder die interessantesten Meldungen zum Start in den Tag. Bis dahin!

Das Team vom Navigator 

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Deutsche verwenden weniger Plastiktüten

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Die Plastiktüte an der Ladenkasse wird immer mehr zum Auslaufmodell. Pro Kopf verbrauchten die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr noch 24 Tüten – das waren fünf weniger als im Vor­jahr, wie die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung ermittelt hat. Die Gesamtzahl der ver­brauchten Plastiktüten ging um etwa 400 Millionen auf zwei Milliarden zurück. Hintergrund ist, dass viele Händler die Tragetaschen nicht mehr umsonst an Kunden ausgeben, sondern freiwillig Geld ver­langen. Umweltschützer und Bundesregierung begrüßten die neuen Zahlen – mahnten aber auch, dass das noch lange nicht reiche im Kampf gegen Müllberge und den Verbrauch wertvoller Ressour­cen. Experten sind sich zudem einig, dass Alternativen wie Papiertüten der Umwelt nicht unbedingt weiterhelfen. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze will im Herbst eine weitere Vereinbarung schlie­ßen, die insbesondere bei Obst und Gemüse für weniger Verpackungen sorgen soll. Mehr bei der taz.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Grünen-Parteitag: Zwischen Euphorie und leisen Zweifeln

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Am Wochenende haben sich die Grünen in Berlin zum letzten Parteitag vor der Europawahl ge­troffen. Die Veranstaltung erschien wie eine Vorfeier zur ganz großen Fete am kommenden Sonntag. Jubel, Applaus bei jedem Rede-Beitrag, glückliche Gesichter – alles gut und nichts mehr schwierig? Den Eindruck kann man bekommen in der neuen Welt der Grünen. Wie soll es auch anders sein bei Umfragen zwischen 18 und 20 Prozent und einer Bevölkerung, die das Klima zum wich­tigsten Thema erklärt hat? Doch so sehr gerade vermeintlich alles bei den Grünen passt – es blei­ben Vorsicht und Zweifel. Parteichefin Annalena Baerbock lenkte bei ihrer Rede den Blick auf ein Problem, das kaum ein Delegierter wahr­haben will: Bei aller Euphorie könnte es für die Grünen dauerhaft schwerer wer­den, aufgeschlossene Bündnispartner zu finden. So viel Schwung sie selbst gerade haben, so brem­send wirken und agie­ren andere. Berlin-Korrespondent Stefan Braun zeichnet in der SZ ein aktuelles Stimmungsbild der Partei. Grünen-Grande Joschka Fischer mahnt im Interview mit dem Tagesspiegel: „Umfragewerte von 20 Prozent bringen eine gewaltige Verantwortung mit sich.“

Analyse, 4 Minuten Lesezeit
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Bundesrat macht Weg für E-Scooter frei

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Die Länderkammer stimmte einer entsprechenden Verordnung des Bundesverkehrsministeriums zu – allerdings mit Änderungen, die die Bundesregierung nun noch umsetzen muss. Die Tagesschau be­rich­tet. Entgegen der ursprünglichen Pläne sollen E-Tretroller nicht auf Gehwegen fahren dürfen, sondern grundsätzlich nur auf Radwegen. Außerdem sollen die Fahrzeuge erst ab 14 Jahren er­laubt werden und nicht bei langsameren Modellen schon ab zwölf Jahren – wie das zunächst vorgesehen war. Eine Helmpflicht soll es nicht geben; auch einen Moped-Führerschein brauchen Fahrer nicht. Allerdings sollen die neuen E-Scooter versicherungspflichtig sein. Die Bundesregierung sieht in ihnen ein neues Transportmittel für den letzten Kilometer von Bus oder Bahn zum Zielort. Erfahrun­gen in europäi­schen Städten haben aber auch Probleme ge­zeigt. Mediziner befürchten durch die E-Scooter eine Zunahme verheerender Unfälle, wie der Deutschlandfunk mel­det. Es seien mehr Quer­schnitts­läh­mungen zu erwarten, warnt die Deutschsprachige Medizini­sche Gesellschaft für Paraple­gio­logie.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Abschuss-Appell gegen eine Gänseplage

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„Willkommen, du kleines Gänsetier! Sei tausendmal willkommen hier!“ – dieser Reim von Wilhelm Busch klingt in den Ohren mancher Bürger wie Hohn. Denn Gänse verdrecken mit ihrem Kot Liege­wie­sen, Schwimmbäder und Badeseen. Vor allem die ursprünglich aus Afrika stammende Nilgans ver­breitet sich rasant und ist so aggressiv, dass Enten, Schwäne und Störche vor ihr weichen. Das baden-württembergische Heidelberg hat Jagdpächter in der Umgebung nun ver­stärkt dazu aufgefor­dert, die Nilgans zu bejagen. Während der Deutsche Jagdverband den Schritt begrüßt und auf den Erhalt der Artenvielfalt verweist, gab es anderswo bereits Proteste von Tier­schützern gegen Abschüsse. Heidel­berg setzt deshalb auch auf empfindliche Strafen bei Ver­stößen gegen das Fütterungsverbot: Bei einer wiederholten Regelverletzung werden künftig 75 Euro fällig. In der Landeshauptstadt Stutt­gart drohen Wiederholungstätern sogar bis zu 5.000 Euro Geldbu­ße. Über die Problemgans berichtet die Esslinger Zeitung/dpa – der Deutschlandfunk wirft ein Schlaglicht auf die Vogelwilderei in Europa. Allein im Mittelmeerraum werden demnach jährlich etwa 20 Millionen Wildvögel getötet – illegal. Experte Tilman Schneider sagt: „Der Spaß am Töten spielt eine sehr große Rolle.“

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Klimaflüchtlinge – gibt es sie überhaupt?

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Die Grünen fordern besondere Pässe für Klimaflüchtlinge. Ihr Argument: Wir tragen eine Verantwor­tung für die Überschwemmung von Südseeinseln, da in Europa etwa zehn Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verursacht werden. Es kursieren Schätzungen, wie viele (Hunderte) Millio­nen Menschen zur Jahrhun­dert­mitte klimabedingt auf der Flucht sein könnten. Doch kann man über­haupt von Klimaflücht­lin­gen reden? Denn: Ein tobender Sturm, eine Über­schwemmung, anhaltende Trockenheit – was davon ist tatsächlich auf den Klimawandel zurückzuführen? Und was ist dagegen eine normale Folge widrigen Wetters? Während die Fachwelt über den Begriff des Klimaflüchtlings streitet, versucht sich Zeit Online an einer Klärung der wichtigsten Fragen.

Fragen und Antworten, 5 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: John All, der „Indiana Jones der Klimawissenschaft“

Als der Amerikaner John All 2014 zu einer Himalaya-Mission aufbricht, geht es ihm weniger um eine persönliche Herausforderung. All, damals Professor für Geografie an der Western Kentucky Univer­sity, will in großer Höhe Schnee- und Eisproben einsammeln, um so die Folgen des Klimawandels in Hochgebirgen zu erforschen. Doch die Expedition wird für den Forscher zum Überlebenskampf.

Allein in einem Camp auf 6.000 Metern Höhe bricht All durch eine Eisplatte und stürzt mehr als 20 Meter tief in einen Spalt. Obwohl sich All, wie sich später herausstellen wird, bei seinem Sturz 15 Knochen gebrochen hat, überwiegt sein Pflichtgefühl als Wissenschaftler: Er beginnt seinen qualvollen Wiederaufstieg zu dokumentieren. Der Guardian hat ein Porträt des „Indiana Jones der Klimawissenschaft“. 

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Reports / Meinungen / Interviews

Artenforschung
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13.Mai 2019

Wis­sen­schaft­ler entdecken zahlreiche neue Arten in Kolumbien

Wissenschaftler entdecken zahlreiche neue Arten in Kolumbien

Über Jahrzehnte des Bürgerkriegs waren Teile des südamerikanischen Landes sich selbst überlassen. Nun werden die unberührten Gebiete erforscht – mit erstaunlichen Ergebnissen.

biodiversität
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08.Mai 2019

„Weg von dau­er­haf­tem Wachstum, Res­sour­cen­ver­brauch und Wohlstand“

„Weg von dauerhaftem Wachstum, Ressourcenverbrauch und Wohlstand“

Der Mensch droht rund eine Million Tier- und Pflanzenarten auszurotten – mit dieser Zahl schockte der neue Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES am Montag die globale Öffentlichkeit. Ralf Seppelt, Landschaftsökologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, ist einer der Autoren. Er findet, dass in der Dystopie auch eine Utopie verborgen liegt – wir müssen uns nur für sie entscheiden.

Newsletter
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10.Mai 2019

Schluss mit dem großen Ast­ab­sä­gen­mas­sa­ker

Die Kunst des Artenschutzes

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es aus gegebenem Anlass um den Artenschutz.

Artensterben
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06.Mai 2019

Dra­ma­ti­scher Welt­be­richt: Menschheit tilgt die Natur von der Erde

Dramatischer Weltbericht: Menschheit tilgt die Natur von der Erde

Das Artensterben ist schlimm – aber mich selbst betrifft das nicht. Mit dieser Vorstellung räumen die Wissenschaftler des UN-Weltbiodiversitätsrats IPBES nun gründlich auf. In ihrem aktuellen Bericht liefern sie bedrückende Zahlen. Und machen deutlich, wie sich das Steuer noch herumreißen ließe.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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