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„Ein riskantes und teures Experiment“

„Ein riskantes und teures Experiment“

Die globale Erwärmung bringt eine alte, hochproblematische Technologie wieder ins Gespräch: Atomkraft. Einige feiern sie schon als möglichen Ausweg aus der Klimakrise. Dabei reden sie die Risiken klein – und verschweigen die horrenden Kosten.

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Donnerstag, 14. November 2019

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Industrie schreibt Brandbrief wegen Windkraft, Venedig kämpft gegen his­to­ri­sche Fluten und das letzte Eis der Arktis

Liebe Leserinnen und Leser,

Kühe waren bislang weder als besonders schlau, noch als Überlebenskünstler bekannt. Eine Meldung aus dem amerikanischen Bundesstaat North Carolina könnte das ändern. Dort galten nach Hurrikan „Dorian“ 17 Kühe als vermisst. Die Herde hatte auf einer vorgelagerten Landzunge namens Cedar Island gegrast, als der Sturm am 6. September auf US-Festland traf, Mini-Tsunami inklusive. Zwar gelten die Wiederkäuer durchaus als gute Schwimmer – aber in einem Wirbelsturm mit meterhohen Wellen? Offenbar ja, denn mehr als zweieinhalb Monate nach „Dorian“ wurden jetzt drei Kühe auf einer anderen vorgelagerten Insel entdeckt – knapp sechseinhalb Kilometer entfernt. Auf Facebook macht ein Foto der entspannt dreinblickenden Rinder am Strand die Runde – dort werden die Tiere als wahre „Seekühe“ gefeiert. Dem Guardian zufolge wird derzeit an einem Plan gearbeitet, das Trio zurückzuholen. Möglichst ohne, dass die Kühe einmal mehr ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis stellen müssen.

Bevor wir Sie in den Donnerstag verabschieden – erst noch ein Hinweis auf unsere eigene Seite: Dort widmen wir uns dem Thema Atomkraft. Einige feiern die hochproblematische Technologie als möglichen Ausweg aus der Klimakrise – dabei reden sie die Risiken klein.

Morgen sind wir mit frischen Umweltthemen zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator 

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Industrie schreibt Brandbrief wegen Windkraft

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In einem Brandbrief stellt sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gegen die geplanten Einschränkungen der Windkraft. Und das nicht allein: der Deutsche Gewerkschaftsbund, die beiden großen Energieverbände, die Windlobbys BWE und VDMA – sie alle haben unterschrieben. „Sehr ge­ehr­ter Herr Bundesminister, Energiewirtschaft, Industrie, Gewerk­schaf­ten und Zivilgesellschaft er­war­ten, dass die Bundesregierung mit Entschlossenheit an einer mo­der­nen, zukunftsfähigen, CO2-freien Energieversorgung arbeitet“, heißt es in dem Schreiben. Und: „Die geplanten Einschränkungen der Windenergie an Land stellen allerdings die Realisierbarkeit sämt­licher energie- und klimapoliti­schen Ziele der Bundesregierung in Frage.“ Es geschieht nicht oft, dass sich der BDI derart harsch an das Wirtschaftsministerium wendet. Inzwischen hat der Streit auch die Bundesregierung erreicht, wie die SZ berichtet: Der Dissens sei „zu groß“, um das Ge­setz wie geplant am kommenden Montag zu beschließen – neuer Termin ist der 3. Dezember.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Venedig versinkt in Rekord-Hochwasser

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Die italienische Lagunenstadt Venedig ist mit einer Hochwasserkatastrophe historischen Aus­maßes konfrontiert. „Wir haben es mit apokalyptischen Zerstörungen zu tun“, sagte der Präsident der Re­gion Venetien, Luca Zaia. Nach Dauerregen und starkem Wind stieg das Wasser in der Nacht von Diens­tag auf Mittwoch so hoch wie zuletzt vor 53 Jahren. Die Lage war in großen Teilen der Stadt chaotisch: Der Wind schleuderte Wasserbusse ans Ufer und versenkte einige, mindestens 60 Schiffe wurden beschädigt. Gondeln und Boote wurden aus Vertäuungen gerissen und trieben durch Kanäle. Hotels und auch der Markusdom mitsamt der Krypta wurden überschwemmt. Bürgermeister Luigi Bru­gnaro zeigte sich besorgt: Die Stadt werde den Wassermassen bald nicht mehr gewachsen sein. Er macht die Klimakrise für die Katastrophe verantwortlich. Die Meldung hat Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Auch das letzte Eis der Arktis schmilzt immer schneller 

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In zehn Jahren, so die aktuellen Erwärmungsvorhersagen, dürfte das Meer rund um den Nordpol im Sommer jeweils bis auf einen kleinen Rest eisfrei sein. Dieser kleine Rest, „das letzte Eis“ genannt, ist für viele Organismen die letzte Hoffnung – für Eisbär, Walross, Narwal oder Ringelrobbe, die auf das Polareis zum Paaren, Gebären oder zur Jungenaufzucht existenziell angewiesen sind. Umso erschre­cken­der sind aktuelle Befunde, die im Journal „Geophysical Research Letters“ publizier­t wurden: Dem­nach schmilzt das alte Eis unter der Last der beschleunigten Erwärmung offenbar doppelt so schnell wie der Rest des Arktiseises. Seit Ende der siebziger Jahre soll das älteste Eis statistisch gese­hen anderthalb Meter im Schnitt verloren haben. Und je dünner das Packeis wird, desto schneller bewegt es sich offenbar auch auf dem Wasser – was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass immer mehr von dem alten Eis in wärmere Gebiete driftet. Hintergründe bei der FAZ.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Mit Blubberblasen gegen den Plastikmüll in den Amsterdamer Grachten

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5,5 Millionen Tonnen Plastik landen weltweit jedes Jahr in Flüssen – auch in der niederländischen Hauptstadt. Plastikmüll ist allgegenwärtig in den weltberühmten Grachten Amsterdams. Mit einem neuen Projekt wollen ambitionierte junge Erfinder das Problem jetzt angehen. „The Great Bubble Barrier“, die große Blasen-Barriere, heißt ihre Idee. Auf dem Boden der Gracht liegt dafür ein dicker Schlauch, in engen Abständen mit Löchern versehen. Durch diesen Schlauch wird mit Druck Luft ge­pumpt, die dann zu Tausenden kleinen Bläschen an die Oberfläche sprudelt und so eine Art Luftvor­hang bildet. Während Schiffe den Blasenvorhang problemlos durchqueren können, wird Plastik da­von aufgewirbelt und an die Wasseroberfläche getrieben. Auch für Tiere soll der Vorhang kein Pro­blem darstellen – im Gegenteil: Besonders Schwäne scheinen die Blubber-Massage zu ge­nießen, hat die Tagesschau beobachtet – sie tummeln sich nahe der Anlage.

Reportage, 3 Minuten Lesezeit
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Greta Thunberg hat Mitfahrgelegenheit nach Madrid gefunden

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Weniger als drei Wochen vor dem Beginn der nach Madrid verlegten Weltklimakonferenz hat Greta Thunberg eine Rückreisemöglichkeit über den Atlantik gefunden, wie ZDF-heute meldet. Sie werde auf dem Katamaran „La Vagabonde“ vom US-Staat Virginia aus zurück nach Europa segeln, teilte die 16-jährige Schwedin demnach auf Twitter mit. Das australische YouTuber-Paar Riley White­lum und Elayna Carausu sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson sollen sie demnach zu­rück über den Ozean bringen. Eine Flugreise in die spanische Hauptstadt hatte Thunberg aufgrund der hohen CO2-Emissionen generell ausgeschlossen. Ob sie pünktlich zur Klimakonferenz anlanden wird, ist unklar – für die Schwedin aber auch unerheblich: „Es sind unzählige andere Aktivis­ten da, die (...) dieselbe Botschaft wie ich überbringen. Und es ist nicht so, dass meine Stimme uner­setzbar ist.“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Denkzettel am Donnerstag: Tesla heizt den deutschen Autobauern ein       

Der Wettstreit zwischen Tesla und den großen deutschen Autoherstellern ist in vollem Gange. Jetzt will Elon Musk das Rennen nicht mehr allein auf der Straße austragen, sondern auch am Produktions­standort Deutschland.

In der Nähe von Berlin soll eine neue Tesla-Gigafabrik entstehen. Genau die Herausforderung, die Deutschlands Autobauer jetzt brauchen, findet Zacharias Zacharakis bei Zeit Online. Denn sie haben die Wende hin zur Elektromobilität bisher verzögert.

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