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Fr, 2016-05-27 23:48
Washington (dpa)

Nach erbittertem Streit: Rubio schwenkt auf Trump-Linie ein

Washington (dpa) - Der mutmaßliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump und sein einst erbitterter Widersacher Marco Rubio haben sich offenbar versöhnt. Rubio wolle sich auf dem Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland für Trump aussprechen und seine während des Vorwahlkampfes gewonnenen Delegiertenstimmen freistellen, berichtete CNN am Freitag. Der US-Sender strahlt am Sonntag ein Interview mit Rubio aus.

Trump und Rubio haben sich im Vorwahlkampf bis an die Grenze der persönlichen Beleidigung bekriegt. Rubio bezeichnete Trump unter anderem als «Hochstapler», der für das Präsidentenamt nicht geeignet sei. «Ich möchte hilfreich sein. Ich möchte nicht etwas kaputt machen, weil ich nicht will, dass Hillary Clinton Präsidentin wird», sagte Rubio CNN.

Trump forderte Rubio auf, seine Meinung zu ändern und noch einmal für das Amt des Senators in Florida zu kandidieren. «Es ist wichtig, die Mehrheit zu halten», schrieb Trump auf Twitter. Rubio sei dafür am besten geeignet. Im Wahlkampf hatte Trump seinen damaligen Widersacher noch vorgeworfen, «ein Desaster für Florida» zu sein der nicht einmal «bei einer Wahl zum Hundefänger gewählt» würde.

Rubio ist ein weiteres Beispiel prominenter Republikaner, die sich allmählich hinter Trump einordnen. Zuvor hatten sich schon seine einstigen Gegenkandidaten Chris Christie und Ben Carson mit Trump verbündet, auch der einstige Trump-Gegner Lindsay Graham hat zumindest seine Attacken auf Trump eingestellt.

Fr, 2016-05-27 22:10
Kiew/Berlin (dpa) 

OSZE-Beobachter in Ostukraine beschossen - Kritik von Steinmeier

Kiew/Berlin (dpa) - Bei einer Patrouillenfahrt im Kriegsgebiet Ostukraine sind OSZE-Beobachter beschossen worden. Die Gruppe sei am Freitag im Gebiet Donezk mit Handfeuerwaffen angegriffen worden, kritisierte Ertugrul Apakan, Chef der Ukraine-Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Niemand sei verletzt worden. Zudem sei eine Drohne in der Nähe der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Horlivka abgeschossen worden.

«Ich verurteile die Gewalt gegen Menschen und Ausrüstung, die Helfen, objektive und unparteiische Informationen über die Lage in der Ukraine zu beschaffen», teilte Apakan mit. Konkrete Beschuldigungen gegen die ukrainische Armee oder die Aufständischen machte er nicht.

«Derartige Angriffe auf die zivile, unbewaffnete Beobachtermission sind völlig inakzeptabel», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Deutschland hat dieses Jahr den OSZE-Vorsitz inne. «Ich fordere alle Seiten auf, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Das beinhaltet, die Sicherheit der Beobachter und ihren freien und uneingeschränkten Zugang im gesamten Konfliktgebiet in vollem Umfang zu gewährleisten», sagte Steinmeier. Eigentlich gilt im Donbass eine Waffenruhe, die aber seit Monaten brüchig ist.

Fr, 2016-05-27 22:46
Köln (dpa)

Blitzeinschlag: Zahlreiche Verspätungen am Kölner Hauptbahnhof

Köln (dpa) - Ein Blitzeinschlag hat zahlreiche Verspätungen am Kölner Hauptbahnhof verursacht. «Es gab eine Störung an den Signalanlagen, die auf ein Unwetter zurückzuführen ist», sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG am Freitagabend. Während der gut einstündigen Störung seien zwar Züge gefahren. Es habe aber bei neun Fernverkehrszügen und 23 Zügen im Nahverkehr Verspätungen gegeben. Zum Ausmaß der Verspätungen machte sie keine Angaben. An welcher Stelle genau der Blitz einschlug, wurde ebenfalls nicht mitgeteilt. Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» online darüber berichtet.

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Fr, 2016-05-27 21:24
Koblenz/Euskirchen (dpa) 

Schwere Unwetter in Teilen Deutschlands - Zug entgleist

Ein entgleister Zug, überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume - das ist die Bilanz eines Unwetters in mehreren Bundesländern. Auch am Wochenende soll es Blitz, Donner und jede Menge Regen geben.

Koblenz/Euskirchen (dpa) - Starkregen und Hagel: Schwere Unwetter haben am frühen Freitagabend in Teilen Deutschlands Schäden angerichtet. Ein Regionalzug entgleiste nach einem Erdrutsch an der Mosel. Es sei niemand verletzt worden, sagten Sprecher der Polizei Koblenz und des Lagezentrums im Mainzer Innenministerium. Nach Angaben der Deutschen Bahn konnte der Lokführer des Regionalexpresses am Freitag auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern nicht mehr rechtzeitig bremsen. Daraufhin sei der Steuerwagen aus dem Gleis gesprungen. Neben Rheinland-Pfalz gab es auch in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens und Hessens Überschwemmungen.

Die Bahnstrecke Trier-Koblenz wurde laut Deutscher Bahn zwischen Treis-Karden und Kobern-Gondorf in beide Richtungen gesperrt, ein Busersatzverkehr wurde eingerichtet. Auf einigen Straßen lagen bis zu 30 Zentimeter hoch Hagelkörner. Auf der Autobahn 61 bei Koblenz regnete und hagelte es nach Angaben der Autobahnpolizei so stark, dass Autos auf dem Standstreifen anhalten mussten.

Unwetter zogen auch über die Nordeifel und ließen Bäume umstürzen. Die Polizei meldete vollgelaufene Keller in Mechernich und Bad Münstereifel im Süden Nordrhein-Westfalens. Die Leitstelle der Feuerwehr des Kreises Euskirchen meldete einen Leichtverletzten.

Auch Hessen war betroffen: Hunderte Notrufe seien eingegangen, sagte ein Sprecher der Polizei in Wiesbaden. Das Unwetter wütete auch im Rheingau-Taunus-Kreis und im Main-Taunus-Kreis. Neben vollgelaufenen Kellern sorgten umgestürzte Bäume für Einsätze. «Es ist viel, aber nichts Dramatisches», so die Feuerwehr in Wiesbaden.

Schlechte Aussichten: Blitz, Donner, starker Regen, Hagel und Sturmböen seien auch am Wochenende in vielen Regionen Deutschlands möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit. Dabei müsse mit Regenmengen über 25 Litern pro Quadratmeter und Stunde sowie großen Hagelkörnern gerechnet werden. Kleiner Lichtblick: Auch sonnige Abschnitte soll es laut Prognose geben.

Fr, 2016-05-27 21:20
Bagdad (dpa)

USA: 70 IS-Kämpfer bei Luftangriffen auf Falludscha getötet

Falludscha im Westirak ist eine der wichtigsten Hochburgen des IS in dem Krisenland. Armee und Milizen rücken in einer Offensive auf die Stadt vor. Die USA melden Erfolge. Für Zivilisten bedeutet das eine große Gefahr.

Bagdad (dpa) - Bei Luftangriffen auf die westirakische Stadt Falludscha sind nach Angaben der USA mehr als 70 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Darunter sei auch der lokale Kommandeur der Terrormiliz, Maher al-Bilawi, gewesen, sagte der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, am Freitag. Die von den USA angeführte Koalition flog demnach in den vergangenen vier Tagen 20 Angriffe auf die Stadt. Hilfsorganisationen fürchten unterdessen eine humanitäre Katastrophe.

Die Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Januar 2014.

Die Terrormiliz tötet nach UN-Angaben immer mehr Zivilisten, die nicht für sie kämpfen wollen. Die Hilfsorganisation UNHCR meldete am Freitag, es gebe Berichte über einen «dramatischen Anstieg» von Opfern unter Männern und männlichen Jugendlichen. Viele Einwohner seien zudem bei Kämpfen um die Stadt unter den Trümmern ihrer Häuser begraben worden. Genaue Zahlen nannte der UNHCR nicht.

Die Kämpfe gingen auch am Freitag weiter. Hilfsorganisationen hatten bereits am Donnerstag vor dramatischen Folgen für Zivilisten gewarnt. Sie seien eingeschlossen und befänden sich in einer «extremen Notlage», sagte die lokale Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Becky Bakr Abdullah. Es gebe Berichte über großen Hunger. «Wir sind äußerst besorgt, dass die Menschen unter Feuer geraten könnten», sagte Bakr Abdullah.

Armee-Sprecher Warren erklärte, die Menschen seien in Flugblättern angewiesen worden, IS-Gebiete zu meiden. «Die, die nicht fliehen können, werden in den Flugblättern aufgefordert, weiße Laken an ihre Dächer zu hängen, um ihre Position zu markieren.» Seinen Angaben zufolge befinden sich in der Stadt bis zu 50 000 Zivilisten.

Ein Flüchtling berichtete nach Angaben des NRC, er und seine Familie hätten zuletzt vor vier Monaten Reis gegessen und sich ansonsten von getrockneten Datteln ernährt. Andere Familien hätten gar nichts zu essen. Viele Einwohner tränken Wasser aus dem Euphrat, erklärte der NRC. Seit September seien keine Hilfstransporte mehr in die Stadt gekommen. Nach UNHCR-Angaben starben bereits zwei Menschen an Hunger.

Demnach konnten in den vergangenen Tagen mehr als 800 Menschen aus Falludscha entkommen. Sie hätten erschütternde Geschichten erzählt, erklärte Leila Jane Nassif vom UNHCR. Eine Flucht sei nur unter größtem Risiko möglich. Die Menschen müssten nachts über Stunden zu Fuß laufen, ehe sie in Sicherheit seien.

Regierungstreue Kräfte stießen nach Angaben von Ministerpräsident Haidar al-Abadi weiter auf Falludscha vor. Die Region um den Ort Al-Karma nördlich der Stadt sei befreit worden, teilte Al-Abadi mit.

Die Militärkampagne ist umstritten, weil an der Offensive auch schiitische Milizen beteiligt sind - Falludscha und die dazugehörige Provinz Al-Anbar sind jedoch eine sunnitische Hochburg. Die Spannungen zwischen den beiden großen muslimischen Konfessionen sind im Irak seit langem groß, weil sich die Minderheit der Sunniten von der Mehrheit der Schiiten diskriminiert fühlt. Davon profitiert die sunnitische IS-Terrormiliz, die sich den Unmut zunutze macht.

Fr, 2016-05-27 20:43
Bagdad (dpa)

USA töten 70 IS-Kämpfer bei Luftangriffen auf Falludscha

Bagdad (dpa) - Bei Luftangriffen auf die westirakische Stadt Falludscha haben die USA in den vergangenen Tage mehr als 70 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Darunter sei auch der lokale Kommandeur der Terrormiliz, Maher al-Bilawi, gewesen, sagte der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, am Freitag. Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Januar 2014.

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Fr, 2016-05-27 19:37
Koblenz (dpa) 

Zug nach Erdrutsch bei Koblenz entgleist - keine Verletzten

Koblenz (dpa) - Wegen eines Erdrutsches infolge des Unwetters ist im Norden von Rheinland-Pfalz ein Regionalzug entgleist, verletzt wurde nach Angaben der Polizei Koblenz aber niemand. Wie viele Fahrgäste sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls am Freitagnachmittag an Bord des Zuges befanden, war zunächst unklar. Zwischen Hatzenport und Moselkern südwestlich von Koblenz war es den Angaben zufolge zu einem Erdrutsch gekommen, der Zug konnte demnach nicht mehr rechtzeitig bremsen und sprang aus den Gleisen.

Von dem Unwetter waren vor allem die Gegend um Mendig in der Osteifel, die Untermosel Richtung Hunsrück sowie die Region um Waldesch betroffen, wie die Polizei weiter mitteilte. Teilweise lagen Hagelkörner bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern auf den Straßen.

Fr, 2016-05-27 19:24
Berlin (dpa)

Außenminister: Saudi-Arabien nahm zwei Millionen Syrer auf

Berlin (dpa) - Saudi-Arabien hat nach Worten seines Außenministers Adel al-Dschubair seit Beginn der Krieges in Syrien zwei Millionen Syrer aufgenommen. Von ihnen lebten noch 700 000 in Saudi-Arabien, sagte der Chefdiplomat der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Samstag). Saudi-Arabien unterstütze außerdem Flüchtlinge und Flüchtlingslager in der Türkei, in Jordanien und im Libanon mit mehr als einer Milliarde Dollar. Kein anderes Land - ausgenommen Deutschland - habe mehr für die syrischen Flüchtlinge getan, sagte al-Dschubair.

Im Kampf gegen den religiösen Extremismus forderte al-Dschubair, den Status von Predigern, die zu Intoleranz aufrufen, zu annullieren. Auch Saudi-Arabien prüfe, was in den Moscheen des Landes gesagt werde. «Wenn wir das in Saudi-Arabien tun können, kann Deutschland es auch tun.»

Ohne Bodentruppen könne der «Islamische Staat» nicht besiegt werden, sagte al-Dschubair. Dazu müsse jedoch auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad beseitigt werden, wozu die Unterstützung für die syrische Opposition verstärkt werden müsse. Al-Assad wird jedoch vom schiitischen Iran unterstützt, den das sunnitische Saudi-Arabien als Erzrivalen und Bedrohung seiner Sicherheit sieht.

Fr, 2016-05-27 19:28
Istanbul (dpa)

Türkei verärgert über US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen

Was die US-Spezialeinheiten in Syrien genau machen, darüber verraten die USA normalerweise nichts. Nun gibt es Bilder von ihnen. Die Türkei ist empört über ein Detail.

Istanbul (dpa) - Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform verärgern die Türkei. «Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag in Antalya. Der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, bezeichnete das Tragen der Abzeichen als unangebracht.

Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Für die Türkei ist die Kurdenmiliz YPG eine Terrororganisation wie die türkische PKK (Kurdische Arbeiterpartei).

Die Bilder zeigen mehrere US-Spezialkräfte mit dem YPG-Zeichen und sollen rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein. «Es ist nicht erlaubt, solche Abzeichen zu tragen», sagte Warren Reportern im Pentagon per Videoschalte aus dem Irak. Die Männer seien aufgefordert worden, die Embleme zu entfernen. Man sei über den Vorfall mit Verbündeten und militärischen Partnern in Kontakt.

«Spezialkräfte haben eine lange und stolze Geschichte, was das Tragen von solchen Abzeichen angeht, wenn sie mit anderen zusammenarbeiten», sagte Warren. «Das ist etwas, was sie öfter machen. Aber es ist nicht erlaubt.»

Er wies die Darstellung zurück, dass die amerikanischen Spezialkräfte an der Frontlinie gegen den IS kämpfen. Sie hielten sich in Gebieten auf, in denen Kontakt mit dem Feind unwahrscheinlich sei.

Am Dienstag hatten Kurden und Verbündete eine Offensive nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka begonnen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Fr, 2016-05-27 19:53
Aleppo (dpa)

IS-Vormarsch in Nordsyrien - Zehntausende Zivilisten eingeschlossen

Die Rebellen im Norden Syriens geraten immer mehr unter Druck. Jetzt rückt der IS gegen die gemäßigteren Regimegegner vor. Helfer sorgen sich um das Leben von mindestens 100 000 Vertriebenen.

Aleppo (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist bei Angriffen in Nordsyrien in ein strategisch wichtiges Rebellengebiet vorgerückt. Die Extremisten nahmen nahe der Stadt Asas an der Grenze zur Türkei mehrere Orte ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Aktivisten am Freitag berichteten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch flohen Zehntausende Menschen vor dem IS und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch.

Nach HRW-Angaben flohen in den vergangenen Tagen rund 45 000 Menschen vor den heranrückenden IS-Kämpfern. Insgesamt sind demnach in der Region um Asas 165 000 Vertriebene eingeschlossen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von rund 100 000 Flüchtlingen. «Es gibt keinen Zufluchtsort für die Menschen, während die Kämpfe immer näher kommen», sagte Pablo Marco, ein lokaler MSF-Leiter.

Asas liegt in der Nähe eines von Rebellen kontrollierten Grenzübergangs zur Türkei. Die mit dem IS verfeindeten Regimegegner hatten in der Region bereits im Frühjahr Territorium verloren und kontrollierten hier zuletzt nur noch eine Enklave. Aktivsten meldeten, diese sei nun vom IS in zwei Teile gespalten worden. Umgeben ist die Enklave im Osten vom IS und im Westen von Kurden-Einheiten.

Da die Türkei die Grenze seit mehr als einem Jahr für Syrer weitestgehend geschlossen hält, können Flüchtlinge nicht ins Nachbarland. Helfer aus der Region berichteten der Deutschen Presse-Agentur, einige Syrer flüchteten Richtung Westen in das von Kurden kontrollierte Gebiet um den Ort Afrin. Die Kurdenmiliz YPG habe die Zugangsstraße dorthin am Nachmittag aber geschlossen.

Nach Berichten der Menschenrechtsbeobachter nahmen IS-Kämpfer am Freitag unter anderem den Ort Kildschibrin ein. Zudem lieferten sie sich heftige Kämpfe mit Regimegegnern am Stadtrand von Marea. Mindestens 30 Rebellen und 11 IS-Kämpfer seien getötet worden.

MSF evakuierte nach eigenen Angaben ein nahe der türkischen Grenze gelegenes Krankenhaus in Al-Salama. Nur wenige Ärzte und Helferinnen blieben zurück. «Wir mussten die meisten unserer Patienten und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen, da die Frontlinie so nah gekommen ist», sagte Pablo Marco.

Weiter östlich steht der IS hingegen unter Druck. Ein von der Kurdenmiliz YPG geführtes Bündnis hatte am Dienstag eine Offensive gegen die Dschihadisten im Norden der IS-Hochburg Al-Rakka gestartet. Luftangriffe der von den USA geführten Koalition unterstützen sie.

Die YPG ist in Syrien wichtigster Partner der US-geführten Koalition. Bei der Miliz handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK. Die Türkei stuft beide Organisationen als Terrororganisation ein und bekämpft sie.

Am Freitag zeigte sich die türkische Regierung verärgert über Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der YPG auf der Uniform, die rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein sollen. «Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, bezeichnete das Tragen der Abzeichen als unangebracht. Die Männer seien aufgefordert worden, die Embleme zu entfernen. Man sei über den Vorfall mit Verbündeten und militärischen Partnern in Kontakt.

Er wies die Darstellung zurück, dass die amerikanischen Spezialkräfte an der Frontlinie gegen den IS kämpfen. Sie hielten sich in Gebieten auf, in denen Kontakt mit dem Feind unwahrscheinlich sei.

Fr, 2016-05-27 18:29
Kampala (dpa)

Lebenslänglich für Terroranschläge auf Fußballfans in Uganda

Kampala (dpa) - Fünf Täter sind für ihre Beteiligung an Anschlägen auf Fußballfans in der ugandischen Hauptstadt Kampala im Jahr 2010 zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Zwei weitere Männer erhielten Gefängnisstrafen von 50 Jahren, wie ein Richter am Freitag urteilte. Bei den Anschlägen waren vor sechs Jahren 76 Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Die Mehrheit der Opfer waren Ugander, auch ein Amerikaner und eine Irin wurden dabei getötet.

Die Explosionen waren auf einem Sportfeld und in einem äthiopischen Restaurant in Kampala erfolgt. Hunderte Menschen hatten sich dort zur Übertragung des WM-Finales zwischen den Niederlanden und Spanien eingefunden. Die acht Männer aus Kenia, Uganda und Tansania waren am Donnerstag schuldig gesprochen worden.

Die somalische Terrormiliz Al-Shabaab hatte sich zu den Anschlägen bekannt. Die sunnitischen Extremisten wollen seit Jahren einen Gottesstaat am Horn von Afrika errichten. Uganda ist mit mehr als 6000 von rund 22 000 Soldaten an der Friedensmission der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom) beteiligt.

Fr, 2016-05-27 18:13
Vilnius (dpa)

Litauen erwägt Kauf von Luftabwehrsystem in Norwegen

Vilnius (dpa) - Litauen will mit Norwegen Verhandlungen über den Kauf eines Luftabwehrsystems vom Typ Nasams aufnehmen. Das sagte Verteidigungsminister Juozas Olekas am Freitag in Vilnius der Agentur BNS. Nähere Angaben machte er nicht. Die Bodenluftraketen haben eine Reichweite von 25 Kilometern. Litauen verfügt bisher nur über Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg) und sorgt sich angesichts der Ukraine-Krise um seine Sicherheit. Die Ex-Sowjetrepublik rüstet daher ihre Streitkräfte massiv auf.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-05-27 18:16
Aleppo (dpa)

IS-Vormarsch in Nordsyrien - Zehntausende Zivilisten eingeschlossen

Die Rebellen im Norden Syriens geraten immer mehr unter Druck. Jetzt rückt der IS gegen die gemäßigteren Regimegegner vor. Helfer sorgen sich um das Leben von mindestens 100 000 Vertriebenen.

Aleppo (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist bei Angriffen in Nordsyrien in ein strategisch wichtiges Rebellengebiet vorgerückt. Die Extremisten nahmen nahe der Stadt Asas an der Grenze zur Türkei mehrere Orte ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Aktivisten am Freitag berichteten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch flohen Zehntausende Menschen vor dem IS und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch.

Nach HRW-Angaben flohen in den vergangenen Tagen rund 45 000 Menschen vor den heranrückenden IS-Kämpfern. Insgesamt sind demnach in der Region um Asas 165 000 Vertriebene eingeschlossen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von rund 100 000 Flüchtlingen. «Es gibt keinen Zufluchtsort für die Menschen, während die Kämpfe immer näher kommen», sagte Pablo Marco, ein lokaler MSF-Leiter.

Asas liegt in der Nähe eines von Rebellen kontrollierten Grenzübergangs zur Türkei. Die mit dem IS verfeindeten Regimegegner hatten in der Region bereits im Frühjahr Territorium verloren und kontrollierten hier zuletzt nur noch eine Enklave. Aktivsten meldeten, diese sei nun vom IS in zwei Teile gespalten worden. Umgeben ist die Enklave im Osten vom IS und im Westen von Kurden-Einheiten.

Da die Türkei die Grenze seit mehr als einem Jahr für Syrer weitestgehend geschlossen hält, können Flüchtlinge nicht ins Nachbarland. Helfer aus der Region berichteten der Deutschen Presse-Agentur, einige Syrer flüchteten Richtung Westen in das von Kurden kontrollierte Gebiet um den Ort Afrin. Die Kurdenmiliz YPG habe die Zugangsstraße dorthin am Nachmittag aber geschlossen.

Nach Berichten der Menschenrechtsbeobachter nahmen IS-Kämpfer am Freitag unter anderem den Ort Kildschibrin ein. Zudem lieferten sie sich heftige Kämpfe mit Regimegegnern am Stadtrand von Marea. Mindestens 30 Rebellen und 11 IS-Kämpfer seien getötet worden.

MSF evakuierte nach eigenen Angaben ein nahe der türkischen Grenze gelegenes Krankenhaus in Al-Salama. Nur wenige Ärzte und Helferinnen blieben zurück. «Wir mussten die meisten unserer Patienten und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen, da die Frontlinie so nah gekommen ist», sagte Pablo Marco.

Weiter östlich steht der IS hingegen unter Druck. Ein von der Kurdenmiliz YPG geführtes Bündnis hatte am Dienstag eine Offensive gegen die Dschihadisten im Norden der IS-Hochburg Al-Rakka gestartet. Luftangriffe der von den USA geführten Koalition unterstützen sie.

Die YPG ist in Syrien wichtigster Partner der US-geführten Koalition. Bei der Miliz handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK. Die Türkei stuft beide Organisationen als Terrororganisation ein und bekämpft sie.

Am Freitag zeigte sich die türkische Regierung verärgert über Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der YPG auf der Uniform, die rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein sollen. «Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Bei einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Stabilisierung der internationalen Anti-IS-Koalition am Freitag in Berlin ging es unter anderem um die Entschärfung von «unzähligen Sprengfallen» in der vormals vom IS kontrollierten Stadt Ramadi im Irak. Die Arbeitsgruppe, die seit ihrer Gründung im März 2015 fünfmal getagt hat, beschäftigte sich diesmal außerdem mit der Frage, wie die Versorgung der Bevölkerung und ein Wiederaufbau der Verwaltung nach einer möglichen Vertreibung des IS aus der Stadt Mossul im Nordirak vorbereitet werden könnte.

Fr, 2016-05-27 17:49
Main (dpa)

Bett abgebaut: Polizei holt Entenfamilie aus Wohnung

Erlenbach am Main (dpa) - Eine Entenmutter und ihre zehn Küken haben sich in einer Wohnung in Bayern unter das Bett einer 55-Jährigen verkrochen. Dieses bauten die herbeigerufenen Beamten kurzerhand ab, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zuerst sei die Mutter aufgeschreckt, bei einem Fluchtversuch gegen die Fensterscheibe geflogen. Schließlich ließen sich die Tiere am späten Donnerstagabend aber in einen Karton, den die Polizisten mitgebracht hatten, setzen.

Während des Transports Richtung Main konnte die Kükenmutter noch mal entwischen, fand aber wenig später zu ihren Küken am Ufer zurück. Wie die Entenfamilie in die Wohnung der Frau gelangt war, stand zunächst nicht fest. Über den ungewöhnlichen Einsatz hatte zuvor der Bayerische Rundfunk berichtet.

Fr, 2016-05-27 18:02
Hamburg (dpa)

«Ein großer Schock» - Trauer um getöteten IS-Anhänger in Kirche Von Stephanie Lettgen, dpa

Vor einem Jahr zog der 17-jährige Florent in den Dschihad, reiste nach Syrien zum Islamischen Staat. Wenig später ist «Bilal» - wie er sich nannte - tot. Die Hamburger St. Pauli Kirche öffnete ihre Türen nun für eine nicht alltägliche Trauerfeier.

Hamburg (dpa) - An einem großen Foto des 17-jährigen Florent am Altar der Hamburger St. Pauli Kirche ist eine rote Mütze befestigt. Zwischen Kerzen stehen seine grauen Lieblingsturnschuhe. Rund 50 Christen und Muslime haben sich am Freitag versammelt, um gemeinsam Abschied zu nehmen von dem Jungen, der Hamburg im Frühjahr 2015 verließ, um sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen. Im Juli wurde «Bilal», wie er in der Salafisten-Szene hieß, getötet. Wo und von wem, ist unklar. Die Leiche fand man bisher nicht. Eine Trauerfeier in einer evangelischen Kirche für einen Anhänger des IS - das hatte im Vorfeld Diskussionen ausgelöst.

«Dass wir heute hier zusammen sind (...), das gefällt nicht allen», sagt Pastor Sieghard Wilm. «Aber Gott gefällt das.» Wilm kannte Florent seit Jahren aus dem Stadtteil. Der Junge aus Kamerun war schon als Kleinkind nach Deutschland gekommen. In seiner Trauerrede erinnert der Pastor daran, wie Florent mit 14 Jahren vom Christentum zum Islam konvertierte, immer radikaler wurde. Der Junge habe viele Hilfsangebote bekommen. «Aber es hat alles nichts geholfen.» Der Theologe betont: «Uns steht als Menschen kein letztes Urteil zu, das steht allein Gott zu.»

Unter Tränen tritt die Mutter vor die Gemeinde. Auf Französisch und Deutsch spricht sie zu den Trauergästen, immer wieder bricht ihr dabei die Stimme weg. «Sein Tod war ein großer Schock für mich», sagt sie. Dann bittet die Mutter ihren Sohn um Verzeihung, weil sie zu spät bemerkt habe, welchen Weg er einschlug.

Bundesweit reisten nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes bislang 820 Menschen aus, um in den Bürgerkriegsgebieten in Syrien und im Nord-Irak in den Dschihad zu ziehen. Etwa ein Drittel davon kehrte zurück. Bei 140 Ausgereisten gibt es Hinweise, dass sie tot sind.

Die Vorstellung von einem vermeintlich heroischen Kampf im Namen Gottes hatte «Bilal» im Mai 2015 zum IS gelockt - doch die Realität sah ganz anders aus. Nach Angaben des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz warnte er seine Glaubensbrüder in einer Audiobotschaft, dass der IS westliche Rekruten schlecht behandele. «Womöglich hat ihn seine Audiobotschaft das Leben gekostet», meint Imam Abu Ahmed Jakobi. «Bilals Schicksal sollte uns wachrütteln.»

Fr, 2016-05-27 17:45
Skopje (dpa)

Mazedoniens Staatschef nimmt Amnestie teilweise wieder zurück

Skopje (dpa) - Der mazedonische Staatspräsident Djordje Ivanov hat seine umstrittene Amnestie für Spitzenpolitiker teilweise wieder zurückgenommen. Dieser Schritt gelte für 22 der 56 im letzten Monat Amnestierten, berichteten die Medien am Freitag übereinstimmend unter Bezug auf sein Büro. Unter ihnen befinden sich der langjährige Regierungschef Nikola Gruevski, Minister sowie hohe Beamte und Bürgermeister.

Die 56 ursprünglich amnestierten Top-Politiker sollen in schwere Straftaten verwickelt sein. Ihnen werden unterschiedliche Vergehen wie Korruption, die Gängelung von Justiz sowie Medien, die kriminelle Ausschaltung politischer Gegner und das illegale Abhören von 20 000 Bürgern vorgeworfen. Er habe wegen des politisch vergifteten Klimas im Land einen Schlussstrich für einen Neuanfang setzen wollen, hatte das Staatsoberhaupt seinen Schritt begründet.

Weil aber vor allem ins Zwielicht geratene Politiker der Regierung von der Amnestie profitierten, hatten die Opposition, die USA und die EU von einem Skandal gesprochen und die vollständige Rücknahme der Amnestie verlangt. Die neu eingerichtete Sonderstaatsanwaltschaft müsse allen Vorwürfen gegen die politische Führung nachgehen.

Fr, 2016-05-27 17:09
Ise-Shima (dpa)

Neue Spannungen mit Russland und China nach G7-Gipfel Von Andreas Landwehr und Henning Otte, dpa

Die G7-Chefs legen sich mit Russland und China an. Das Vorgehen in der Ukraine oder im Südchinesischen Meer wollen sie nicht hinnehmen. Kaum ist der Gipfel der Siebener-Gruppe zu Ende, gibt es Ärger.

Ise-Shima (dpa) - Die sieben großen Industrienationen (G7) bieten Russland und China die Stirn. Zum Abschluss ihres Gipfels im japanischen Ise-Shima drohten die Staats- und Regierungschefs am Freitag dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des anhaltenden Konflikts in der Ukraine mit neuen Sanktionen. Auch ließen sie sich nicht von Chinas Drohungen einschüchtern und schalteten sich in den Territorialstreit im Südchinesischen Meer ein, indem sie eine «friedliche» Beilegung forderten.

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, im Kampf gegen den internationale Terrorismus und Cyberangriffe kündigte die Siebener-Gruppe energische Maßnahmen an. Dem vom Zerfall bedrohten Irak werden die reichen Industrienationen mit einer Finanzspritze von 3,2 Milliarden Euro beim Wiederaufbau zu helfen, um damit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückzudrängen und Fluchtursachen in dem Bürgerkriegsland zu bekämpfen.

Neuen Schwung wollen die Industrienationen der schwächelnden Weltkonjunktur geben, doch waren die Gegensätze groß. Mit allen Mitteln, darunter Haushalts- und Geldpolitik sowie Strukturreformen, sollen die Probleme gelöst werden. Jedes der G7-Länder soll aber seinen eigenen Weg wählen. Auch sollen die Bemühungen verstärkt werden, «die Verschuldung auf einen nachhaltigen Weg zu bringen». Darauf hatte Kanzlerin Angela Merkel bestanden.

Zur Irak-Hilfe sagte die Kanzlerin: «Der Irak muss nach unserer festen Überzeugung stabilisiert werden.» Die IS-Terroristen haben große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle. Deutschland hatte bereits im Februar angekündigt, dem Irak einen Kredit von 500 Millionen Euro zu gewähren. Das wird in die jetzt beschlossene Hilfe einberechnet.

Die Kanzlerin, die bei dem Treffen für mehr Solidarität in der Flüchtlingskrise geworben hatte, zeigte sich erfreut. «Ich bewerte den Gipfel schon als Erfolg.» Der Irak gehört zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Weitere Zugeständnisse der internationalen Partner in der Flüchtlingskrise gab es aber nicht, obwohl eine «globale Antwort» gefordert wurde.

Entwicklungsorganisationen übten scharfe Kritik. Trotz vollmundiger Bekundungen habe der Gipfel keine konkreten Finanzzusagen für Flüchtlinge oder zur Bewältigung von Hunger und Armut gebracht. «Die G7-Staaten haben erbärmlich versagt», fand Ian Koski von One. Es fehle auch ein Plan zur Umsetzung des vor einem Jahr im bayrischen Elmau verkündeten Ziels, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 von Hunger und Nahrungsmangel zu befreien, bemängelte World Vision.

Die G7-Chefs sprachen sich ausdrücklich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union aus und stärkten damit Premierminister David Cameron den Rücken. In einem Satz, der überraschend in das Abschlussdokument aufgenommen wurde, warnt die Gruppe, ein Brexit wäre eine «ernste Gefahr» für das wirtschaftliche Wachstum. Während Merkel sagte, es sei in den Gesprächen «kein Thema» gewesen, hob Cameron hervor, es habe sehr wohl eine Rolle gespielt. Besonders US-Präsident Barack Obama und Japans Premier Shinzo Abe hätten vor den Folgen gewarnt.

Kein Entgegenkommen zeigt die G7 bei Russland, das wegen der Annexion der Krim 2014 aus dem Kreis ausgeschlossen worden war. Die Ende Juli auslaufenden Strafmaßnahmen gegen Moskau sollen so lange bestehen bleiben, bis das Friedensabkommen umgesetzt sei. Russland konterte die Verlängerung der Sanktionen mit einer Fortsetzung seiner eigenen Strafmaßnahmen gegen den Westen. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete in Moskau an, das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel bis Ende 2017 zu verlängern.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte die Hoffnung auf Fortschritte im Friedensprozess und hielt in dem Fall eine stufenweise Lockerung der Sanktionen gegen Russland für möglich. Bei einem Besuch in Estland sagte er, Deutschland bemühe sich darum, den «Weg zu einem Kompromiss» zu bahnen.

Trotz der Warnungen Pekings, sich aus dem Konflikt herauszuhalten, mischten sich die großen Industrienationen demonstrativ in die Inselstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer ein. In dem Kommuniqué fordern sie, alle Parteien sollten von «einseitigen Maßnahmen» absehen, die die Spannungen erhöhen, und «keine Gewalt oder Zwangsmaßnahmen ergreifen, um ihre Ansprüche durchzusetzen».

Obwohl China namentlich nicht genannt wurde, reagierte das Außenministeriums in Peking empört. China sei «äußerst unzufrieden». Die Einmischung der G7 sei nicht förderlich für die Stabilität in der Region. China erhebt fast auf das gesamte Südchinesische Meer Anspruch und streitet mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan um die fisch- und rohstoffreichen Gewässer. Peking schüttete Inseln auf und legte Landebahnen sowie Militäranlagen an, um seine Ansprüche zu untermauern.

Fr, 2016-05-27 17:39
Istanbul (dpa)

Türkei verärgert über US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen

Istanbul (dpa) - Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform verärgern die Türkei. «Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag in Antalya.

Die Bilder sollen US-Spezialkräfte mit dem YPG-Zeichen zeigen und rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein. Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Am Dienstag hatten Kurden und Verbündete eine Offensive nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka begonnen.

Für die Türkei ist die Kurdenmiliz YPG eine Terrororganisation wie die türkische PKK (Kurdische Arbeiterpartei). Die US-Truppen könnten ebenso gut das Logo von Al-Kaida tragen «oder das Emblem von Boko Haram nutzen, wenn sie nach Afrika gehen», sagte Cavusoglu. Ungeachtet dessen blieben die Türkei und die USA Verbündete.

Fr, 2016-05-27 17:13
Offenbach (dpa)

Unwetter über Nordeifel - schwere Gewitter vorausgesagt

Die Aussichten sind grau und stürmisch: Am Wochenende könnten in Teilen Deutschlands Unwetter und Gewitter wüten. Die Menschen in der Nordeifel bekamen das bereits am Freitag zu spüren.

Offenbach (dpa) - Der Mai verabschiedet sich mit heftigen Gewittern und Unwettern. Über die Nordeifel zogen bereits am Freitag Unwetter, Starkregen und Hagel gab es etwa in Mechernich und Bad Münstereifel. Verletzt worden sei niemand, sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag auf Anfrage. Im Zentrum des Gewitters fielen bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter. Mehrere Keller liefen voll Wasser. Stellenweise wurde Erdreich auf die Straßen gespült, vereinzelt stürzten Bäume um.

Die Unwetter könnten laut DWD am Freitag auch Teile von Bayern und Baden-Württemberg erreichen. Die Experten warnten vor überfluteten Kellern und Straßen sowie Schäden durch Hagel oder Blitze.

Das Gewitter tobte, wie vom Deutschen Wetterdienst angekündigt, am frühen Nachmittag in der Region Nordeifel. Die Wetterexperten hatten zwischenzeitlich auch vor Tornados gewarnt, die aber ausblieben.

Gewitter mit möglichen lokalen Wirbelstürmen entstehen laut DWD immer dann, wenn feuchtwarme Hochdruckluft von einem feuchtwarmen Atlantiktief abgelöst wird. Am Freitag seien mancherorts typische Wolkenschläuche beobachtet worden, die aber nicht den Boden erreicht hätten.

Neben Blitz, Donner und starkem Regen seien am Wochenende in vielen Teilen Deutschlands Hagel und Sturmböen möglich, teilte der DWD in Offenbach weiter mit. Dabei müsse mit Regenmengen über 25 Litern pro Quadratmeter und Stunde sowie großen Hagelkörnern gerechnet werden. Doch auch sonnige Abschnitte sagen die Meteorologen voraus.

Am Samstag kann es verbreitet zu kräftigen Gewittern kommen, nur der Nordosten bleibt voraussichtlich verschont. Die Temperaturen sollen tagsüber bei schwülwarmen 22 bis 27 Grad liegen.

Am Tag darauf teilt Tief «Elvira» Deutschland in zwei Hälften: Im Nordosten steigt die Gewittergefahr und es wird zwischen 23 und 29 Grad warm, im Südwesten sind es 19 bis 23 Grad und es regnet teils kräftig. Die neue Woche werde voraussichtlich mit ähnlichem Wetter beginnen, sagten die Meteorologen voraus.

Fr, 2016-05-27 16:57
Paris (dpa)

Reformstreit in Frankreich: Beide Seiten wollen hart bleiben

Frankreichs Regierung will dem Druck der Straße nicht nachgeben. Die Spritversorgung der Tankstellen wird etwas besser - doch Autofahrer müssen weiter Schlange stehen. Und schon sind neue Streiks und Proteste gegen die Arbeitsmarktreform angekündigt.

Paris (dpa) - Trotz anhaltender Gewerkschaftsproteste will Frankreichs Präsident François Hollande die umstrittene Arbeitsmarktreform zum Abschluss bringen. «Ich bleibe hart, weil ich denke, dass es eine gute Reform ist», sagte er am Rande des G7-Gipfels in Japan. Mehrere Gewerkschaften riefen nach tagelangen Behinderungen der Benzinversorgung dazu auf, die Protestaktionen gegen das Gesetz ausweiten. «Jeder Tag muss ein neuer Schwung in der Mobilisierung sein», forderten die große linke Gewerkschaft CGT und weitere Organisationen.

Die Zufahrten zu fast allen französischen Treibstoffdepots waren am Freitag wieder frei, in den meisten Raffinerien wurde aber weiter gestreikt. Straßenblockaden an Benzinlagern hatten in den vergangenen Tagen zu Engpässen an Tankstellen geführt, die auch am Freitag noch Probleme machten.

Hollande versicherte, die Regierung werde alles tun, um die Verbraucher zu versorgen. Es sei nicht akzeptabel, dass eine Gewerkschaft sagen könne, was Gesetz werde und was nicht. Die seit Monaten umstrittene Arbeitsmarktreform soll das Arbeitsrecht flexibler machen, Gegner fürchten um Rechte der Arbeitnehmer.

Beim Ölkonzern Total, der 2200 von etwa 12 000 französischen Tankstellen betreibt, war noch etwa jeder dritte Standort betroffen: 346 Tankstellen saßen ganz auf dem Trockenen, bei 395 weiteren gab es Probleme bei einzelnen Spritsorten. Eine Sprecherin des Branchen-Verbands Ufip erklärte, die Lage scheine sich zu verbessern.

Vier von acht Raffinerien des Landes standen weiter still, bei zwei weiteren war die Produktion verringert. Die Blockaden von Benzindepots endeten am Freitag allerdings vorerst. Die Lager seien wieder zugänglich, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Staatssekretariat für Verkehr - nur eins von rund 100 werde noch bestreikt. Am Morgen hatten Polizisten die Barrikaden vor einem Lager in der Nähe von Nantes im Westen aufgelöst. Premierminister Manuel Valls trifft am Samstag Vertreter der Treibstoffbranche, um über die Lage zu sprechen.

Mehrere Gewerkschaften haben für den 14. Juni eine nationale Kundgebung in Paris angekündigt, zudem sind für die kommenden Wochen neue Streiks etwa bei der Bahn und der Pariser Metro angesetzt. In der Hauptstadt soll der Nahverkehr auch am Tag des Eröffnungsspiels der Fußball-Europameisterschaft am 10. Juni gestört werden.

Am Donnerstag hatte ein nationaler Aktionstag nach Angaben der Behörden 153 000 Menschen auf die Straße gebracht, die CGT sprach von 300 000 Demonstranten. Auch an den Atomkraftwerken des Landes wurde gestreikt, die Stromproduktion ging deshalb am Donnerstag zeitweise leicht zurück. Energieversorger EDF und Netzbetreiber RTE hatten aber versichert, dass die Versorgung gesichert sei.

Fr, 2016-05-27 16:03
Genf (dpa)

Atomwaffengegner enttäuscht von Obama-Rede in Hiroshima

Genf (dpa) - Atomwaffengegner haben mit Enttäuschung auf den Auftritt des US-Präsidenten Barack Obama in Hiroshima reagiert. Der Präsident habe «hohe Redekunst» bewiesen, aber keine konkreten Aktionen gegen Nuklearwaffen angekündigt, kritisierte die in Genf ansässige Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) am Freitag. Ihr gehören Organisationen in rund 60 Ländern an, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen einsetzen.

Obama habe zwar 2009 mit einer Rede in Prag Hoffnungen auf einen Durchbruch zur atomaren Abrüstung geweckt, heißt es in einer Erklärung der ICAN. Doch er habe es dann nicht geschafft, auf diesem Gebiet Fortschritte zu erreichen. Vielmehr gehe Obamas Amtszeit demnächst mit einer trostlosen Abrüstungsbilanz zu Ende.

«Unter seiner Amtsführung haben die USA die geringste Anzahl von Sprengköpfen seit dem Ende des Kalten Krieges abgebaut», heißt es in der Erklärung. Stattdessen habe Obama «ein riesiges Modernisierungsprogramm genehmigt, bei dem bis zu einer Billion Dollar für die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Arten von Nuklearwaffen ausgeben werden können».

Obamas Entscheidung, Hiroshima zu besuchen, sei «mutig» gewesen. Seine Rede zeige aber, dass offenbar «selbst der fortschrittlichste US-Präsident nicht in der Lage ist, konkrete Resultate nuklearer Abrüstung zu liefern».

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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