Reports / Meinungen / Interviews

Gibt es bald nur noch hornlose Kühe?

Gibt es bald nur noch hornlose Kühe?

Weil in deutschen Ställen kaum noch Rinder mit natürlichem Kopfschmuck stehen, sorgen sich Ökobetriebe um den Erhalt hörnertragender Rinderrassen. Nun könnte die Diskussion um das „Recht aufs Horn“ Fahrt aufnehmen.

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Freitag, 22. Februar 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Mi­nis­te­ri­en sollen für Klima-Ver­säum­nis­se zahlen, tot­ge­glaub­te Arten wie­der­ent­deckt und die schönsten Land­schafts­fo­tos

Liebe Leserinnen und Leser, 

wir beschließen diese Navigator-Woche mit einer inspirierenden Anekdote aus der deutschen Pro­vinz. In einer Gegend in Niederbayern, wo kleine Supermärkte reihenweise schließen müssen, hat die 23-jährige Lisa Brummer eine Erfolgsgeschichte geschrieben – indem sie den Dorfladen ihrer Oma in einen „Unverpackt-Markt“ umwandelte. Die meisten Produkte werden in der „Boderei“ ohne Ver­packung verkauft. Dass es nach wie vor eine „geheime Schublade“ gibt, in der die Jungunternehmerin Vanillezucker, bunte Streusel und Puddingpulver einzeln verpackt in kleinen Plastikbeuteln bereit­hält, hat einen guten Grund: Brummer will ihre ältere Kundschaft nicht überfordern, für die die „Bo­de­rei“ oft die einzige Einkaufsmöglichkeit ist. Doch das Konzept kommt mittlerweile auch bei Skeptik­ern an, wie Brummer der SZ erzählt hat. Jüngst habe ihr ältester Kunde, ein 94-Jähriger, stolz berich­tet: „I hob heid a mei Bixn dabei.“ (Für alle Nicht-Bayern: „Ich habe heute auch meine Büchse dabei.“)

Auf unserer eigenen Seite geht es dagegen um die Blüten der Kommerzialisierung. Die Apfel-Marke „Pink Lady“ bombardiert die Deutschen mit Reklame und treibt die Standardisierung des einst so vielfältigen Obstes auf die Spitze. Wir haben eine Anzeige neu betextet.

Damit verabschieden wir Sie in den Freitag – und ins Wochenende. Am Montag sind wird zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Umweltministerium will Ressorts für Klima-Versäumnisse zur Kasse bitten

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Umweltministerin Svenja Schulze will andere Ministerien beim Einhalten der deutschen Klimaschutz­zie­le stärker in die Pflicht nehmen. Das geht aus dem Entwurf für ein neues Klimaschutzgesetz her­vor, den das SPD-geführte Haus jüngst dem Kanzleramt vorgelegt hatte – gegen ausdrücklichen Wi­der­stand in der Union. So sollen einzelnen Wirtschaftssekto­ren wie der Industrie, dem Verkehr oder der Landwirtschaft künftig deutlich strengere Vorgaben zur CO2-Minderung gemacht werden. Die Spiel­räume, die die einzelnen Sektoren bisher bei der Kohlen­dioxid-Reduktion hatten, sollen gestri­chen werden. Das Umweltministerium will zudem andere Ressorts stär­ker in die Verantwortung nehmen. Die Ausgaben für verfehlte Klimaziele, die beispiels­weise durch den Kauf zusätzlicher CO2-Emissionszertifikate anfallen, sollen in Zukunft „anteilig nach dem Grad der Nichteinhaltung“ in den Haushaltsplänen der verantwortlichen Bundesministerien veran­schlagt werden. Wenn also der Verkehrssektor seine Ziele verfehlt, dann müsste hauptsächlich das Verkehrs­ministerium zahlen. Weitere Details lesen Sie bei Spiegel Online.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Aktivistin Thunberg: EU muss CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent senken

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Die 16-jährige Klimaschützerin Greta Thunberg hat die EU in Anwesenheit von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker aufgefordert, sich höhere Ziele bei der CO2-Re­duk­tion zu setzen – Zeit Online be­richtet. Die Gemeinschaft müsse ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 um mindestens 80 Prozent sen­ken, sagte Thunberg demnach bei einer Veranstaltung in Brüssel. Nur so könne sie einen fairen Bei­trag zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens leisten. Die EU-Politiker würden „als größte Schur­­ken aller Zeiten in Erinnerung bleiben“, sollten sie daran scheitern. Thunbergs wöchentlichem Protest schließen sich unter dem Titel „Fridays for Future“ mittlerweile europaweit Schülerinnen und Schü­ler an. Zuletzt hatte die deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schulen auf­gefor­dert, die jungen Demonstranten nicht zu bestrafen. Die Abwesenheit vom Unterricht sei in die­sem Fall nicht wie Schwänzen zu werten. Mehr dazu bei der dpa. Kommissionspräsident Juncker zeigte sich in Brüssel im Übrigen weniger enthusiastisch – seine unbeholfen-unbeteiligte Reaktion auf Thunbergs flammenden Appell beschreibt Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Vermeintlich ausgestorbene Tiere wiederentdeckt

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1906 war zum ersten und vorerst einzigen Mal eine Fernandina-Riesenschildkröte auf einer unbewohnten Insel des Galápagos-Archipels ent­deckt worden. Niemand rechnete damit, noch einmal einem Exemplar zu begegnen. Die Weltna­tur­schutzunion IUCN, die den Gefährdungsgrad von Spezies an­hand formaler Kriterien festlegt, be­fand zwischenzeitlich: „womöglich ausgestorben“. Offenbar haben sie alle geirrt. Sollten sich die Beobachtungen ei­ner Galápagos-Expedition bestätigen, lebt mindestens ein erwachsenes Weibchen der Chelonoidis phantasticus. Nicht ganz so lange wie die Fernandina-Riesenschildkröte war die Wallace-Riesenbiene verschollen. Jetzt wurde das schwarze Insekt, das viermal so groß ist wie eine Honigbiene, von Forschern auf einer indonesischen Insel der Molukken gesichtet. Zuletzt war Megachile pluto 1981 in freier Wildbahn gesehen worden. Mehr zur Wiederentdeckung der größten Biene der Welt gibt es auf der Seite des SRF. Die SZ erklärt am Beispiel der Fernandina-Riesenschildkröte, wie es sein kann, dass Spezies mehr als 100 Jahre unentdeckt bleiben.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Deutsche empfinden Umsetzung der Energiewende als teuer und chaotisch

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Die Energiewende als Idee, als politisches Projekt, hat weiterhin eine hohe Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Und das geht quer durch alle Bildungs-, Einkommens- und auch Altersgruppen. 90 Pro­zent befürworten die Energiewende, 80 Prozent sehen sie sogar als Gemeinschaftsaufgabe an, zu der jeder einen Beitrag leisten sollte. Das geht aus einer Umfrage des Potsdamer Instituts für transforma­ti­ve Nachhaltigkeitsforschung hervor. Allerdings gibt es gleich mehrere „Aber“. So wird die Um­stellung auf erneuerbare Energien von einer Mehrheit der Befragten als teuer und chaotisch wahrge­nommen. Beim Kohleausstieg wünschen sich die Deutschen außerdem mehr Rücksicht auf die Belange der Betroffenen in den Kohlerevieren. In den Umfragedaten ist der jüngst geschlossene Kohlekom­promiss allerdings noch nicht erfasst. Der Deutschlandfunk ordnet die Ergebnisse ein.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Seltene Bakterienart arbeitet gegen den Klimawandel

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Mikrobiologen aus Wien und Braunschweig haben eine seltene Bakterienart ent­deckt: Candidatus Desulfosporosinus infrequens kann der übermäßigen Bildung des Treibhausgases Methan in Mooren entgegenwirken – und damit auch dem Klimawandel. Moore als natürliche Feuchtgebiete werden für etwa 30 Prozent der weltweiten Methan-Emissionen verantwortlich gemacht. Schuld sind die dort hei­mischen sogenannten Archaeen: Mikroorganismen, die über ihren Stoffwechsel Methan produzie­ren. Die neu entdeckten Bakterien setzen zur Energiegewinnung dagegen Sulfat zu Sulfid um. Dabei stehen sie mit den Archaeen in einem andauernden Konkurrenzkampf um Nährstoffe, ver­mindern so deren Aktivität und verhindern, dass noch mehr Methan gebildet wird. Das beuge einer zusätzlichen Klimaerwärmung vor, berichten die Forscher. Hintergründe beim Fachportal Laborpraxis

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Die besten Landschaftsfotos 2018

Wurzeln, die sich zu Irrwegen verflechten, Polarlichter, die so smaragdgrün sind, dass der Nachthimmel verschwindet, und Wellen, deren Spitzen wie Eisberge in der Luft verharren. Alle, die daran erinnert werden möchten, wie aufregend schön unser Planet ist, sollten einen Blick in Richtung Landschaftsfotografie werfen.

Der „International Landscape Photographer of the Year Contest“ kürt jährlich die schönsten Landschaftsbilder weltweit. 2018 reichten 863 Fotografinnen und Fotografen knapp 3.000 atemberaubende Bilder ein. Ze.tt zeigt eine Auswahl der Gewinnerbilder.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 2.19 Tierrechte

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Tiere denken, wissen und fühlen. Brauchen sie deshalb auch mehr Rechte? Ein Heft über das widersprüchliche Verhältnis von Mensch und Tier und was sich jetzt ändern muss.

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Reports / Meinungen / Interviews

Satire
/
19.Feb 2019

Pink Lady: Warum eine Ap­fel­wer­bung sauer aufstößt

Pink Lady: Warum eine Apfelwerbung sauer aufstößt

Äpfel haben ein super Image: Sie tun dem Menschen gut und der Natur – jedenfalls haben sie das Potenzial dazu. Nun bombardiert eine Apfel-„Marke“ die Deutschen mit Reklame und treibt die Kommerzialierung und Standardisierung des einst so vielfältigen Obstes auf die Spitze. Wir haben eine Anzeige neu betextet.

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15.Feb 2019

Schiffs­mel­dun­gen

In schwerer See // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen sehr persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal sind einige Verluste zu vermelden.

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Tierrechte

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Tiere denken, wissen und fühlen. Brauchen sie deshalb auch mehr Rechte? Ein Heft über das widersprüchliche Verhältnis von Mensch und Tier und was sich jetzt ändern muss.

Kollateralschaden: Umwelt
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15.Feb 2019

Krieg zerstört Leben – auch in Frie­dens­zei­ten

Krieg zerstört Leben – auch in Friedenszeiten

Krieg vernichtet nicht nur Leben, sondern auch die langfristige Lebensgrundlage vieler Menschen vor Ort. Wim Zwijnenburg von der NGO Pax untersucht die Umweltrisiken vergangener und bestehender Konflikte.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Die Fotografin Claire Thomas portraitiert in ihren Aufnahmen die Grausamkeit des Krieges. Während der Schlacht um Mossul war sie in der Stadt

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