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Di, 2016-05-24 12:30
Berlin (dpa)

Schleswig-Holstein glaubt an Bund-Länder-Kompromiss beim Ökostrom

Berlin (dpa) - Schleswig-Holsteins Energiewende-Minister Robert Habeck ist optimistisch, dass Bund und Länder sich über Änderungen beim Ökostrom-Ausbau kommende Woche einigen. «Unterm Strich glaube ich das. Politische Vernunft und guten Willen vorausgesetzt, muss das möglich sein», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Berlin. In einem ersten Spitzentreffen von Bund und Ländern hatte es Mitte Mai keine Einigung gegeben. Am 31. Mai gibt es ein weiteres Treffen.

Für zwei seiner Kernanliegen ist Habeck besonders zuversichtlich: dass im Fall von Überproduktion Stromverbraucher zugeschaltet werden können, statt Windkraftanlagen abzuschalten, und dass eine Experimentierklausel der Industrie regulatorische Sicherheit für Innovationen gibt. «Man muss ihnen einfach sagen, habt Mut, macht das, wir sorgen schon dafür, dass ihr nicht schlechter dasteht.» Beide Punkte würden gerade «endverhandelt».

In den Gesprächen geht es um den erneuten Umbau des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), vor allem um die Umstellung der bisherigen Förderung von garantierten festen Vergütungen auf Ausschreibungen. Künftig sollen die günstigsten Anbieter den Zuschlag für neue Grünstrom-Anlagen erhalten. Umweltverbände, die Branche und die Opposition im Bundestag kritisieren die Pläne von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Er bremse die Energiewende aus.

Di, 2016-05-24 12:10
Luxemburg/Essen (dpa)

Finanzinvestor CVC steigt endgültig bei Evonik aus

Luxemburg/Essen (dpa) - Der Finanzinvestor CVC Capital Partners ist endgültig beim Spezialchemiekonzern Evonik ausgestiegen. Die Beteiligungsgesellschaft veräußerte ihr restliches Evonik-Aktienpaket von rund 4,2 Prozent, wie aus Mitteilungen der beteiligten Banken von Montagabend hervorgeht. Der Verkaufserlös dürfte Kreisen zufolge bei etwa einer halben Milliarde Euro liegen. Mit dem Schritt wurde auch eine bestehende Umtauschanleihe aus dem Jahr 2013 aufgelöst.

CVC war bis zum Verkauf der Anteile zweitgrößter Aktionär des MDax-Konzerns nach der RAG-Stiftung. Die RAG-Stiftung zur Abdeckung der dauerhaften Lasten des Steinkohlebergbaus ist mit knapp 68 Prozent Mehrheitsaktionärin von Evonik. Die Evonik-Aktie stand angesichts des Paketverkaufs zum Preis von 25,50 Euro je Aktie mit Abschlägen von knapp fünf Prozent deutlich unter Druck.

Di, 2016-05-24 12:27
Kabul (dpa)

Nach Mullah Mansurs Tod - Wahl des neuen Talibanchefs hat begonnen

Kabul (dpa) - Nach der Tötung ihres Anführers Mullah Achtar Mansur durch eine US-Kampfdrohne wählen die radikalislamischen Taliban einen neuen Anführer. Mindestens 14 Kommandeure und Religionsführer diskutierten schon seit Sonntag über Kandidaten, hieß es am Dienstag aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Die Beratungen fänden im Südwesten des Landes in der Provinz Baluchistan statt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

In die engere Wahl fielen demnach zurzeit sechs Männer: Mansurs Stellvertreter für Militärisches, Dschalaluddin Hakkani, der Sohn des langjährigen verstorbenen Talibanchefs Mullah Omar, Jakub, sowie Mullah Omars jüngerer Bruder Abdul Manan Achund, außerdem der Kommandeur und ehemalige Guantanamo-Bay-Insasse Abdul Kajum Sakir, der Mansur-Stellvertreter und Religionsgelehrte Haibatullah Achundsada sowie der ehemalige Bildungs- und Informationsminister der Taliban, Mullah Amir Khan Mottaki.

Es ist das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass die Taliban einen neuen Anführer wählen müssen. Ende Juli 2015 hatte der am Samstag getötete Mansur offiziell vom bereits zwei Jahre zuvor verstorbenen Mullah Omar übernommen. Danach waren blutige interne Machtkämpfe ausgebrochen. Laut einer in der pakistanischen «Express Tribune» zitierten Talibanquelle sollen «die Fehler vom letzten Mal» diesmal vermieden werden.

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Di, 2016-05-24 12:04
Istanbul (dpa)

Hilfsorganisationen sehen UN-Weltnothilfegipfel kritisch

Zwei Tage lang reden Vertreter von Staaten, Organisationen und Unternehmen in Istanbul über Mängel bei der Nothilfe. Appelle sind bei dem Treffen viele zu hören. Aber wird sich wirklich etwas ändern?

Istanbul (dpa) - Internationale Hilfsorganisationen ziehen ein kritisches Fazit des ersten UN-Weltnothilfegipfels in Istanbul. Nötig sei ein stärkerer Fokus auf aufnotleidende Menschen in Krisengebieten, die nicht erreicht werden könnten, sagte der UN-Nothilfe-Experte und Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Jan Egeland, am Dienstag.

«Natürlich brauchen wir mehr Geld und eine bessere Organisationen», erklärte er. Gleichzeitig gebe es aber Millionen Menschen in Not, die von Hilfe abgeschnitten seien.

Bei dem zweitägigen Gipfel mit rund 6000 Teilnehmern geht es darum, die oft unzureichende Versorgung von Notleidenden in Krisengebieten zu verbessern. Unter anderem soll die Finanzierung auf eine stabilere Basis gesetzt werden. Mit dem Treffen reagieren die UN auf die weltweit stark gestiegene Anzahl von Krisen und Menschen in Not.

Egeland nannte als Beispiel die westirakische Stadt Fallduscha. Iraks Armee versucht derzeit, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von dort zu vertreiben. 50 000 Zivilisten seien von Hilfe abgeschnitten und könnten in die Schusslinie geraten, warnte Egeland. Er ist zugleich Nothilfe-Berater des UN-Syriengesandten Staffan de Mistura.

Der Präsident Peter Maurer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), beklagte, immer häufiger würden Zivilisten Ziel von Gewalt. Es gebe eine wachsende Lücke zwischen dem humanitären Völkerrecht und der Realität. Bei dem Gipfel könne jetzt Druck auf die Konfliktparteien ausgeübt werden, damit sie ihr Verhalten änderten.

Bereits am ersten Tag des zweitägigen Gipfels hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag die Einhaltung des Völkerrechts angemahnt. Sie kritisierte insbesondere, dass im Bürgerkriegsland Syrien und anderswo systematisch Klinken bombardiert und Ärzte getötet würden.

Der Vorsitzende der Welthungerhilfe, Till Wahnbaeck, sieht bei dem Gipfel Licht und Schatten. Einerseits gebe es keine konkrete Pläne, wie es nach dem Treffen konret weitergehe. Andererseits sei ein Paradigmenwechsel weg von der Krisenreaktion hin zur Vorsorge eingeleitet worden. Als Beispiel nannte er Klimaschutzversicherungen, mit denen sich Betroffene vor den Folgen etwa von Dürren schützen könnten. «Ich gehe guten Mutes aus dem Gipfel heraus», sagte er.

Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, erklärte, der Gipfel habe die Aufmerksamkeit auf die internationale humanitäre Hilfe gelegt. Allerdings sei es negativ, dass außer Merkel nur wenige hohe Regierungsvertreter an dem Treffen teilgenommen hätten. Das deute darauf hin, dass die harte politischen Fragne offensichtllich nicht diskutiert werden sollten.

Schon im Vorfeld hatte es Kritik an dem Gipfel gegeben. Die Hilfsorgansatione Ärzte ohne Grenzen (MSF) sagte ihre Teilnahme in Istanbul ab, weil sie das Treffen für ein «Feigenblatt» hält.

Di, 2016-05-24 12:58
Jerusalem (dpa)

Strenge Sicherheit bei Netanjahu-Pressekonferenz sorgt für Eklat

Jerusalem (dpa) - Die Behandlung eines Fotojournalisten vor einer Pressekonferenz von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat für Empörung gesorgt. Ein Sicherheitsmann hatte einen Fotografen aufgefordert sich auszuziehen. «Er bat mich, meine Hosen für ein paar Sekunden herunterzulassen, damit er mich überprüfen kann», sagte der israelische Büroleiter der Europäischen Pressefoto-Agentur, Atef Safadi, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe sich geweigert und durfte daraufhin nicht an der Pressekonferenz am Montag teilnehmen.

Die Foreign Press Association (Auslandspresseverband) zeigte sich «beunruhigt und verärgert» darüber, dass es erneut zu einem Vorfall dieser Art gekommen sei. Sicherheitsleute müssten bei solchen Veranstaltungen das Recht von Journalisten respektieren, ihrer Arbeit nachzugehen. Ein Sprecher Netanjahus betonte, der Fotograf sei «mit Höflichkeit und Respekt» behandelt worden. Er habe sich allerdings entschieden, die Sicherheitskontrolle nicht abzuschließen.

Safadi sieht hinter der Kontrollpraxis auch eine religiöse Diskriminierung. «Ich denke, sie machen das vor allem bei nicht-jüdischen Fotografen», sagte Safadi, der israelischer Druse ist.

Bei dem Termin hatten Netanjahu und sein französischer Kollege Manuel Valls über eine französische Friedensinitiative in Nahost gesprochen.

Di, 2016-05-24 12:25
Berlin (dpa)

Studie: Die arabische Bildungsmisere ist auch Bedrohung für Europa

In wirtschaftlich erfolgreichen Schwellenländern sorgt mehr Bildung meist auch für mehr politische Stabilität. In der arabischen Welt ist es genau umgekehrt. Eine deutsche Studie erklärt, woran das liegt.

Berlin (dpa) - Die Bildungsmisere der arabischen Welt stellt laut einer aktuellen Studie nicht nur für die wenigen stabilen Staaten der Region eine Bedrohung dar, sondern auch für Europa. Die Autoren der am Dienstag veröffentlichten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung haben unabhängig von den derzeitigen Krisen und Kriegen drei Risikofaktoren identifiziert: Lehrinhalte, die nicht auf den Beruf vorbereiten, schlechte Rahmenbedingungen für die Gründung mittelständischer Unternehmen und die niedrigste Frauen-Erwerbsquote der Welt.

Sie stellen fest, Lebensperspektiven für die jungen Menschen in Nordafrika und Nahost seien notwendig, «um die Anfälligkeit für unvorhersehbare Konflikte zu minimieren». Sollte dies nicht gelingen, sei mit einer weiteren Destabilisierung der Region, einem Anstieg der Flüchtlingszahlen und einer «Verlagerung dortiger Konflikte nach Europa» zu rechnen.

Denn die Bevölkerung im Erwerbsalter wächst seit vielen Jahren schneller als die Zahl der Arbeitsplätze. Allerdings haben nur knapp 40 Prozent der Menschen im Erwerbsalter überhaupt eine Beschäftigung.

Woran das liegt? Die Studie stellt fest, die formalen Bildungswerte seien in der Region zwar zuletzt gestiegen. Die «Bildungsqualität» entspreche aber nur selten den Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Naturwissenschaften, Technik und Fremdsprachen spielten meist eine untergeordnete Rolle. Oft werde eine große Betonung auf religiösen Unterricht gelegt. Daher fehlten vielerorts Fachkräfte. 

Die Autoren der Studie, Ruth Müller und Reiner Klingholz, kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: «Mehr Bildung führt in der arabischen Welt zu mehr Instabilität, denn die Fehlqualifizierung für den Arbeitsmarkt erzeugt große Frustration». In den Petrodollar-Monarchien herrsche zudem «die Mentalität, dass der Staat die jungen Menschen alimentiert». Dies sei angesichts der gesunkenen Ölpreise und der wachsenden Bevölkerung aber auf Dauer nicht möglich. Aus jungen Saudis oder Kuwaitern «innovative, ehrgeizige Unternehmer zu machen», sei eine schwierige, aber wichtige Aufgabe. «Denn Instabilität in diesen reichen Staaten ist das, was die Welt am wenigsten gebrauchen kann», warnte Klingholz. 

Die Studie wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

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Di, 2016-05-24 12:06
Kiew (dpa) 

Sieben Soldaten bei Kämpfen in Ostukraine getötet

Kiew (dpa) - Bei Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet Donbass sind nach Angaben aus Kiew sieben Soldaten getötet worden. Neun weitere seien verletzt worden, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Alexander Turtschninow, am Montag. «Die Verantwortung für diese Provokation trägt die militärisch-politische Führung in Russland», meinte Turtschinow. Die Ukraine wirft dem Nachbarland Russland vor, die Aufständischen mit Waffen und Soldaten zu versorgen. Die Führung in Moskau weist dies zurück.

Berichten zufolge fanden die Kämpfe nördlich der Großstadt Donezk bei Awdijiwka statt. Die Separatisten warfen der ukrainischen Armee Angriffe im Westen von Donezk vor.

Di, 2016-05-24 13:00
Hannover/Braunschweig (dpa)

VW-Finanzsparte erhöht Gewinnprognose nach starkem Jahresstart

Hannover/Braunschweig (dpa) - Nach einem starken Startquartal traut sich die Volkswagen-Finanzsparte im laufenden Jahr mehr zu. Die Konzerntochter rechne nun mit 1,9 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) und damit mit rund 200 Millionen Euro mehr als bisher, sagte der Vorstandschef der Volkswagen Finanzdienstleistungen Lars Henner Santelmann am Montagabend in Hannover. Damit liegt die neue Zielvorgabe auf dem Niveau des Rekordjahres 2015, das trotz Diesel-Krise Bestmarken brachte. Gut laufe das Geschäft in Europa, allen voran in Südeuropa, aber auch den Trend zu Mobilitätsdienstleistungen wie Wartung und Inspektion helfe.

Di, 2016-05-24 12:09
Kiew (dpa) 

Sieben Soldaten bei Kämpfen in Ostukraine getötet

Kiew (dpa) - Bei Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet Donbass sind nach Angaben aus Kiew sieben Soldaten getötet worden. Neun weitere seien verletzt worden, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Alexander Turtschninow, am Dienstag. «Die Verantwortung für diese Provokation trägt die militärisch-politische Führung in Russland», meinte Turtschinow. Die Ukraine wirft dem Nachbarland Russland vor, die Aufständischen mit Waffen und Soldaten zu versorgen. Die Führung in Moskau weist dies zurück.

Berichten zufolge fanden die Kämpfe nördlich der Großstadt Donezk bei Awdijiwka statt. Die Separatisten warfen der ukrainischen Armee Angriffe im Westen von Donezk vor.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-24 12:15
Istanbul (dpa)

Designierter türkischer Ministerpräsident stellt neues Kabinett vor

Istanbul (dpa) - Der bisherige Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, soll Europaminister der Türkei werden. Das teilte der designierte türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Dienstag nach einem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara mit. Celik löst Volkan Bozkir ab. Außenminister bleibt demnach Mevlüt Cavusoglu, Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak bleibt Energieminister.

Dem Kabinett gehören mehrere Personen aus dem Umfeld des Staatschefs an. 25 der 26 Posten wurden mit Männern besetzt. Die einzige Frau - Fatma Betül Sayan Kaya - bekam das Familienministerium zugeteilt.

Yildirim betonte am Dienstag erneut seine Loyalität zu Erdogan. An den Präsidenten gerichtet sagte er: «Dein Weg ist unser Weg, deine Mission ist unsere Mission, deine Liebe ist unsere Liebe. Das war gestern so, ist auch heute so und wird auch in Zukunft so bleiben.»

Erdogan hatte Yildirim am vergangenen Sonntag mit der Regierungsbildung beauftragt, nachdem Yildirim zum neuen AKP-Chef gewählt worden war. Yildirim folgt Ahmet Davutoglu nach, der am Sonntag offiziell seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte.

Dem bisherigen AKP- und Regierungschef wurde vorgeworfen, die Einführung eines Präsidialsystems unter Erdogan nicht engagiert genug vorangetrieben zu haben. Yildirim dagegen betonte am Dienstag erneut, dass die Einführung eines Präsidialsystems oberste Priorität habe.

Di, 2016-05-24 11:56
Athen (dpa)

Das wilde Flüchtlingslager von Idomeni

Athen (dpa) - Noch vor gut einem Jahr war der kleine griechische Grenzort Idomeni bestenfalls unter Eisenbahnromantikern, Rucksacktouristen und ehemaligen Gastarbeitern bekannt. Kaum 200 Bewohner leben dort in unmittelbarer Nachbarschaft zur mazedonischen Grenze. Es gibt einen kleinen Bahnhof, der Güterverkehr von und nach Griechenland rattert über die Strecke.

Im Jahr 2015 jedoch wurde der Grenzübergang im Zuge der Flüchtlingskrise zum Startpunkt der sogenannten «Balkanroute»: Wer es von Syrien und anderen Ländern zu den griechischen Inseln schaffte, reiste früher oder später über Idomeni entlang der Eisenbahnschienen weiter gen Norden.

Als Mazedonien seine Grenze im Februar dieses Jahres schloss, um den Flüchtlingszustrom zu stoppen, erlangte Idomeni schließlich traurige Berühmtheit. Quasi über Nacht sammelten sich fast 15 000 Flüchtlinge und Migranten an der Grenze an. Mitten im Nirgendwo entstand ein provisorisches, wildes Lager, ohne Toiletten, ohne medizinische Versorgung.

Bis heute harrt ein harter Kern aus Flüchtlingen und Migranten in der Zeltstadt von Idomeni unter schlechten Bedingungen aus. Die Menschen hoffen immer noch, die Grenze könne sich öffnen, und wollen deshalb nicht in staatliche Auffanglager umsiedeln. Obwohl mittlerweile viele Hilfsorganisationen vor Ort sind, verschlimmert sich die Situation. Unter anderem kursieren Berichte über Prostitution und Drogenhandel im Lager.

Di, 2016-05-24 11:54
Offenbach/Minden (dpa)

Wetterdienst: Vorhersagen zu «Tornadosommer» nicht möglich

Offenbach/Minden (dpa) - Die jüngsten Unwetter lassen nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) keine Vorhersagen zu einem tornadoträchtigen Sommer zu. Schwere Gewitter mit möglichen lokalen Wirbelstürmen entstünden immer dann, wenn feuchtwarme Hochdruckluft von einem feuchtwarmen Atlantiktief abgelöst werde, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert am Dienstag in Offenbach. Dies sei in den vergangenen Tagen passiert. «Dann kann es krachen.» Zur Häufigkeit solcher Wetterlagen könne für die kommenden Monate aber keine Prognose abgegeben werden.

Ob es sich beim Unwetter am Sonntagabend in Ostwestfalen bei Minden um einen Tornado gehandelt habe, sei weiter unklar. Indizien wie die Schäden sprächen dafür, sagte Ruppert. «Doch uns fehlen die Beweise.» Es könne sich auch um eine Fallböe gehandelt haben. Das Unwetter hatte in Minden und einigen Kommunen der Region erheblichen Schaden angerichtet. Fünf Häuser mit insgesamt 33 Bewohnern mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden.

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Durch Warmluft entsteht eine rotierende Bewegung in einer Wolke. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog und reißt alles in die Höhe.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-24 11:55
Park (dpa)

Facebook verschärft nach Kritik Regeln für Trend-Nachrichten

Menlo Park (dpa) - Facebook ändert nach Vorwürfen, beim Online-Netzwerk seien Nachrichten über konservative Politiker und Themen unterdrückt worden, die internen Richtlinien für seine News-Trends. Zum einen sollen Mitarbeiter künftig weniger Spielraum haben, ihre Ansichten bei der Nachrichten-Auswahl einzubringen. Zum anderen werden Nachrichten-Websites etwa von BBC, CNN oder der «New York Times» nicht mehr als Orientierungshilfe für die Wichtigkeit der Themen ausgewertet, erklärte Facebook in einem Brief an den US-Senator John Thune.

Namentlich nicht genannte frühere Facebook-Mitarbeiter hatten dem Technologie-Blog «Gizmodo» erzählt, sie seien angewiesen worden, in den News-Trends Nachrichten mit konservativem Anstrich zu unterdrücken. Im anziehenden US-Wahlkampf stieß das trotz Dementis des Online-Netzwerks eine Debatte über den Einfluss von Facebook als Nachrichtenmedium an. Das Unternehmen legte die internen Richtlinien für die News-Trends vor, die es bislang nicht in Deutschland gibt. Der republikanische Senator Thune forderte zusätzliche Informationen.

Facebook erklärte nun, die Untersuchung nach den Vorwürfen habe keine systematische Parteilichkeit zu Tage gefördert. Zugleich könnten aber auch nicht ein Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter oder unbewusste Befangenheit einzelner Mitarbeiter ausgeschlossen werden. Deshalb solle es künftig mehr Kontrollmechanismen und zusätzliche Schulungen geben. Facebook habe bei der Überprüfung der Vorwürfe 600 Entscheidungen zu einzelnen Nachrichten-Themen untersucht, hieß es in dem Brief von Montag. Dabei seien unter anderem keine Belege für den Vorwurf entdeckt worden, dass Mitarbeiter künstlich Nachrichten mit liberaler Ausrichtung in die News-Trends eingefügt hätten.

Di, 2016-05-24 11:43
Springe (dpa)

Jamie-Lee unter Elchen: Jungtier nach ESC-Verliererin benannt

Springe (dpa) - In der Heimat der Sängerin Jamie-Lee Kriewitz trägt neuerdings ein junger Elch den Namen der ESC-Verliererin. Das Elchkalb Jamie-Lee und sein Bruder Mats sind die neuen Stars im Wisentgehege Springe bei Hannover. Das Zwillingspärchen kam am Tag des ESC-Finales in Stockholm zur Welt.

Tierparkleiter Thomas Hennig hofft, dass die Sängerin demnächst ihre kleine Namensvetterin besuchen wird. «Es ist auch möglich, sehr nah heranzukommen, weil die Mutter der Zwillinge, Elchkuh Silvia, eine Handaufzucht ist», sagte Hennig. Die Elchgruppe im Wisentgehege besteht derzeit aus fünf erwachsenen Tieren und vier Kälbern.

Die deutsche ESC-Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz stammt aus dem Örtchen Bennigsen, das zur Stadt Springe gehört. Beim Finale des Eurovision Song Contests am 14. Mai belegte die für ihre Manga-Outfits bekannte Musikerin mit «Ghost» den letzten Platz.

Di, 2016-05-24 11:36
Berlin (dpa)

Syrien - Land im Bürgerkrieg

Berlin (dpa) - Die Gewalt in Syrien eskalierte im März 2011 mit einem Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad. Zahlen und Fakten zu dem Land im Krieg:

- Name: Arabische Republik Syrien

- Hauptstadt: Damaskus

- Bevölkerung bis zum Krieg: ca. 22 Millionen (2011)

- Flüchtlinge: Über 11 Millionen Syrer sind im Land und außerhalb des Landes auf der Flucht (UN-Angaben)

- Kriegstote: bis rund 400 000 (UN-Angaben 2016)

- Armut: 13,5 Millionen Syrer brauchen nach UN-Schätzungen humanitäre Hilfe

- Sprache: Arabisch

- Staatsoberhaupt: seit 2000 Präsident Baschar al-Assad; davor sein Vater Hafis al-Assad (von 1971 bis 2000)

Di, 2016-05-24 11:48
Berlin (dpa)

Europa rückt nach rechts

Rechtspopulisten erstarken in vielen europäischen Staaten - die Präsidentenwahl in Österreich ist da keine Ausnahme. Teilweise sind Rechtsaußen-Parteien sogar in der Regierung.

Berlin (dpa) - Nicht nur in Österreich ist eine rechte Partei auf dem Vormarsch. Bereits seit vielen Jahren werden auch in anderen europäischen Ländern Rechtspopulisten immer stärker. Typische Themen sind Abschottung gegen Flüchtlinge und Kritik an der Europäischen Union. Einige Beispiele:

UNGARN: Die nationalkonservative und rechtspopulistische Fidesz regiert das Land seit 2010 mit absoluter Mehrheit. Ministerpräsident Viktor Orban schränkte trotz Protesten der «Brüsseler Bürokraten» Pressefreiheit und Datenschutz ein. Gegen ankommende Flüchtlinge ließ er die Grenzen mit einem Zaun abriegeln.

POLEN: Die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) regiert seit 2015 in Warschau mit absoluter Mehrheit. Sie stellt die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit der Justiz in Frage. Muslime sind ihr und weiten Teilen der Bevölkerung nicht willkommen. In der Flüchtlingsfrage noch härter als die PiS äußert sich die Bewegung Kukiz15 um den ehemaligen Rockmusiker Pawel Kukiz. Sie plädierte für den Bau einer Mauer an der polnisch-ukrainischen Grenze.

FRANKREICH: Die Front National (FN) um Marine Le Pen bemüht sich um ein bürgerliches Image, hat ihre Positionen im Vergleich zur Zeit des Parteigründers Jean-Marie Le Pen aber kaum verändert. Der Vater der Parteichefin wurde mehrfach wegen Anstiftung zum Rassenhass und Leugnung von Nazi-Verbrechen verurteilt; er wurde von seiner Tochter aus der Partei gedrängt. Nach Platz drei bei der Parlamentswahl 2012 wurde die FN bei der Europawahl 2014 stärkste Kraft im Land. Marine Le Pen hat gute Chancen, bei der Präsidentenwahl 2017 in die Stichwahl zu kommen. Ein Hindernis auf dem Weg der FN zur Macht ist das Mehrheitswahlrecht.

NIEDERLANDE: Die Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders sitzt seit zehn Jahren im Parlament. Aktuell ist sie dort die Nummer fünf. Hauptthema ist eine scharfe Islamkritik. Wilders will zudem den Austritt der Niederlande aus der Europäischen Union.

GROSSBRITANNIEN: Die UK Independence Party (UKIP) von Nigel Farage streitet vorrangig für einen Austritt aus der Europäischen Union. Eine «unkontrollierte Einwanderung» soll gestoppt werden. Im Unterhaus spielt sie wegen des Wahlrechts keine Rolle, bei der Europawahl 2014 wurde sie stärkste Partei aus Großbritannien.

SERBIEN: Die extremistischen Nationalisten (SRS) unter dem vom UN-Kriegsverbrechertribunal freigesprochenen Vojislav Seselj sind bei den Wahlen im April erstmals seit Jahren wieder ins Parlament eingezogen. Sie stiegen zur drittstärksten Kraft auf. Zusammen mit einer zweiten extremistischen Partei (Dveri) stellt die extreme Rechte 35 der 250 Abgeordneten.

SCHWEDEN: Die oppositionellen Schwedendemokraten (SD) geben sich national gesinnt und eurokritisch. Angebliche «multikulturelle Experimente» anderer Kräfte lehnen sie ab. Bei der Reichstagswahl 2014 konnten sie ihr Ergebnis mehr als verdoppeln.

DÄNEMARK: Die Dänische Volkspartei (DF) steht für «dänische Werte»: Die Rechtspopulisten sind Gegner der Europäischen Union und fordern eine starke Begrenzung der Einwanderung. Die strenge Asylpolitik Dänemarks trägt ihre Handschrift. Seit der Wahl 2015 ist die DF zweitstärkste Kraft im Parlament.

NORWEGEN: Seit 2013 regiert die einwanderungskritische Fortschrittspartei gemeinsam mit den Konservativen. Die Rechtspopulisten stellen mit Sylvi Listhaug die Ministerin für Einwanderung und Integration. Diesen Posten hatte die Regierung angesichts der Flüchtlingslage erst im Dezember 2015 neu geschaffen.

FINNLAND: Die Wahren Finnen (PS) stellen als drittstärkste Kraft seit 2015 den Außenminister in der Mitte-Rechts-Regierung. Sie gelten als rechtspopulistisch und euroskeptisch. 20 000 Asylbewerber will sie abschieben.

LETTLAND: Die Nationale Allianz ist seit 2011 an der Mitte-Rechts-Regierung in Riga beteiligt. In der Flüchtlingskrise heizt die nationalkonservative Kraft die ohnehin kritische Stimmung im Land mit Kampagnen gegen angebliche Überfremdung an. Abgeordnete der Partei befinden sich alljährlich auch an der Spitze des Gedenkmarsches der Veteranen der lettischen Einheiten der Waffen-SS durch Riga.

Di, 2016-05-24 11:39
Latakia (dpa)

Mit der Macht der Waffen - Was Russland in Syrien will Von Friedemann Kohler, dpa

Seit acht Monaten ist Russland im Syrien-Krieg voll dabei. Mit Jagdbombern am Himmel und Artillerie am Boden. Auf der Seite von Präsident Assad. Putin demonstriert Macht - und Waffen. Eine Analyse der Ziele Moskaus.

Latakia (dpa) - Wenn russische Kampfjets vom Stützpunkt Hamaimim in Syrien abheben, dröhnt die Erde. Das Mittelmeer ist in Sichtweite, Kampfhubschrauber sichern das Umfeld der Luftwaffenbasis. Eine Gruppe Journalisten, die Anfang Mai von den Russen zum Truppenbesuch eingeladen ist, steht dicht neben der Betonpiste. Ohrstöpsel? Halten die Gastgeber für unnötig. Hauptsache die Besucher filmen, was die Militärs vorführen wollen. Donnert ein grauer Bomber Suchoi Su-24 zum Start, halten sich viele Reporter die Ohren zu. 140 Dezibel, das ist Lärm über der Schmerzgrenze. Die Offiziere in den fleischfarbenen russischen Wüstenuniformen lachen.

Und wo über Syrien werfen die Jets ihre Bomben ab? Das erfahren die beim Militär «eingebetteten» Journalisten nicht genau. Greifen die Flieger Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land an? Oder ganz andere Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad? Machen ihre Bomben womöglich auch Krankenhäuser oder weitere zivile Ziele zu unbrauchbaren Ruinen?

Bei heiklen Fragen hat Generalmajor Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium in Moskau seinen Einsatz: Der Sprecher nennt als Ziel die IS-Hochburgen Al-Rakka und Dair as-Saur im Osten. Das kann an diesem Maitag stimmen. Muss es aber nicht. Militärisch ist die Lage um die Großstadt Aleppo im Nordwesten brenzliger. Auch dort sind Luftangriffe beobachtet worden.

RUSSLAND HAT DAS BLATT FÜR ASSAD GEWENDET 

Syrien - das deutet fünf Jahre Krieg. Bis zu 400 000 Tote. Und Millionen Menschen, die vertrieben wurden. Männer, Frauen und Kinder, die zerbombte Städte und Dörfer verlassen haben. Ein Teil der Flüchtlinge hat es bis nach Europa, bis zu uns, geschafft. Syrien, das bedeutet auch Nachbarmächte mit eigenen Interessen: Türkei, Iran, Saudi-Arabien. Und Baschar al-Assad (50) - ein Diktator, der nicht gehen will. Vor acht Monaten, im September 2015, hat Russland überraschend in das Morden eingegriffen.

Präsident Wladimir Putin schickte Luft- und Bodentruppen. Nicht gegen Assad, dessen Regime wenig Skrupel zeigt, Giftgas und für Menschen besonders verheerende Fassbomben einzusetzen. Sondern für den weithin geächteten, fast schon geschlagenen Machthaber. «Durch Russlands Eingreifen wurde Assads Niederlage abgewendet», sagt Hans-Joachim Schmidt, Sicherheitsexperte von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt.

Andere Mächte, auch die USA, haben in Syrien gezögert. Präsident Barack Obama wollte nicht in den Sumpf hineingezogen werden. Russland jedoch kommt, so wirkt es, mit einem Plan. Den setzt sein Militär unerbittlich um.

MOSKAUS ZIELE IN SYRIEN

Es geht den Russen um vieles. Ihr Land, das sich gedemütigt fühlt, kehrt im Nahen Osten als Großmacht zurück. Es zwingt sich den USA als Partner auf. Das Signal: Ohne Russland läuft in Syrien nichts!

Mehr als um die Person Assad fürchtet Moskau um den Erhalt Syriens. Das arabische Land, halb so groß wie Deutschland, soll nicht zerfallen. Es soll nicht zum Dauersitz von Terroristen werden. Denn Terror, etwa von Islamisten, fürchtet Russland auch zu Hause.

DIE GRENZEN DES EINSATZES

Aber, ist der Kampf in Syrien - etwa 2500 Kilometer südlich von Moskau - für Russland überhaupt ein Krieg? Generalmajor Konaschenkow will davon nichts wissen. «Das ist nur eine Operation», sagt der Militär, kräftig gebaut mit randloser Brille.

Der Einsatz ist begrenzt, so deuten es auch westliche Experten. Und das in mehrfacher Hinsicht. Oberstes militärisches Gebot: Treffen, aber nicht getroffen werden. Deshalb operiert Moskau massiv mit Luftangriffen. Am Boden wird mit Artillerie russischer Bauart gefeuert. Geschossen wird auf Distanz. Den Vormarsch im Gelände, bei dem viele eigene Leute sterben können, sollen die Syrer leisten.

Denn der Feldzug ist in Russland nicht so populär, als dass sich die Führung Tote und Verletzte erlauben könnte. Bislang starb, so die offizielle Angabe, nur eine Handvoll russischer Soldaten in Syrien.

Auch politisch lassen sich Grenzen ausmachen: Russland hilft Assad, dessen Herrschaft im Westen des Landes wieder zu festigen. Dazu wird nicht etwa gezielt der IS angegriffen, wie die Moskauer Propaganda behauptet. Auch nicht der Al-Kaida-Ableger Nusra-Front. Andere Gegner des Machthabers, die Freie Syrische Armee und weitere Milizen, sollen besiegt werden. Das erhöht Assads Wert in den internationalen Friedensgesprächen.

Doch das ganze Land, wie Assad es erträumt, wird Russland ihm nicht zurückerobern. Nicht die IS-Gebiete im Osten, auch nicht die Kurdengebiete im Norden.

MOSKAUS STÜTZPUNKTE AUCH AM MITTELMEER 

Auf 3500 bis 4100 Soldaten schätzte das britische Forschungsinstitut RUSI vergangenen November Russlands Streitmacht in Syrien. Mehr als die Hälfte seien Bodentruppen. Moskau dagegen sagt, es seien nur wenige Heeressoldaten. Im Hafen Tartus unterhält Russland eine Marinebasis, die einzige außerhalb der früheren Sowjetunion. Und, für Experten bedeutsam, am Mittelmeer.

Das Kommando sitzt auf der Luftwaffenbasis Hamaimim, das ist der ehemalige Flughafen der Provinzhauptstadt Latakia. Wohncontainer in langen Reihen. Die Soldaten haben sich eingerichtet. Es gibt Sportplätze, eine Bibliothek. Wenn beim Besuch von Reportern befohlen ist, dass Soldaten lesen, dann lesen sie, ohne den Blick zu heben. Am Rande des Geländes fahren Betonmischer, es wird gebaut. Russland stellt sich deutlich darauf ein, in Syrien zu bleiben.

Ein neues Militärlager ist in nur wenigen Wochen in der Wüstenstadt Palmyra entstanden. Syrer, Russen und Iraner haben die antike Stätte im März vom Islamischen Staat zurückerobert.

In einem Propaganda-Coup brachte das Militär nicht nur rund hundert Journalisten nach Palmyra. Auch das halbe Mariinski-Orchester aus St. Petersburg flog ein unter Leitung von Valery Gergiev, zugleich Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. In dem Amphitheater, in dem der IS Menschen hingerichtet hatte, erklang klassische Musik.

KRIEG ALS WERBUNG FÜR WAFFEN

Von September bis Mitte Mai hat Moskaus Luftwaffe über 10 000 Einsätze geflogen und 30 000 Ziele angegriffen - so Putins Zahlen. Anfangs feuerte Russland auch Marschflugkörper von Schiffen im Mittelmeer und Kaspischen Meer ab. Es setzte Langstreckenbomber ein. Im März verkündete der Präsident einen Teilabzug. Es sieht eher nach einer Umgruppierung aus: weniger Flugzeuge, mehr Kampfhubschrauber.

Modernste russische Jagdbomber Su-34 fliegen in Syrien. Und die Luftüberlegenheitsjäger Su-35S - leicht, libellenartig, tödlich. So kann man für eigene Waffen werben: Moskau hofft auf Rüstungsverkäufe.

Für viele Angriffe werden die Bomber Su-24 genutzt. Etwa ein Dutzend startete Anfang Mai von Haimaimim aus. Der Flugzeugtyp, Nato-Name Fencer (Fechter), altert. Er ist seit den 1980er Jahren im Einsatz. Die Bomben, die er abwirft, sind nicht lenkbar. «Die Freifallbomben sind nicht sehr präzise», sagt HSFK-Rüstungsexperte Schmidt.

Zwar behauptet das russische Militär, keine Zivilisten getroffen zu haben. Doch dafür existieren zu viele Bilder zerstörter Städte, Krankenhäuser, Schulen; nicht immer wird es die syrische Luftwaffe gewesen sein. Die Erfahrung aus früheren Konflikten in Afghanistan und Tschetschenien besagt zudem: Russland nimmt zivile Opfer in Kauf, um Widerstand zu brechen.

Als Demonstration der Macht steht in Hamaimim auch eine Luftabwehr vom Typ S-400. Das System schützt die russischen Jets. Aber bei 400 Kilometern Reichweite hat es potenziell den Flugverkehr im ganzen Nahen Osten im Visier. Israels wichtigster Flughafen in Tel Aviv wird erfasst, auch die Nato-Basis Incirlik in der Südtürkei. Von Incirlik fliegen die USA Angriffe gegen den IS, deutsche Tornados stehen dort. Washington und alle anderen müssen sich also mit Moskau arrangieren.

FEUERWALZEN IM KAMPF AM BODEN 

Die Stärke in der Luft wird offen gezeigt, doch bei den Bodentruppen gibt sich Moskau zugeknöpft. Dabei dürfte gerade deren Einsatz die Lage verändert haben. «Die große Erfolgsgeschichte waren nicht die Luftschläge», sagt der österreichische Ex-Offizier Gustav Gressel, Experte beim European Council on Foreign Relations. «Die Erfolgsgeschichte ist die Neuaufstellung der syrischen Armee.»

Mit Artilleriefeuer bereiten Syrer und Russen nun das Vorrücken von Infanterie gegen Rebellengruppen vor. Im Arsenal nach Videoaufnahmen: Haubitzen, Raketenwerfer sowie die Flammenwerfer TOS-1 Buratino. In Moskau spricht Ex-General Leonid Iwaschow von «Salvenfeuer-Systemen». Aus Sicht von Angegriffenen könnte man auch sagen: eine Feuerwalze.

Nur wer die Lage am Boden beherrscht, hat die Kontrolle. Deshalb sind die Amerikaner in der Militärlogik im Nachteil. Sie und ihre Koalition fliegen hauptsächlich von außen Luftangriffe.

EUROPA UND USA UNTER DRUCK 

Russland jedoch schreitet mit seinen Plänen voran. Unter Druck sind im Syrien-Konflikt die Europäer, zu denen viele Flüchtlinge kommen. Und die etwas hilflos agierende Supermacht USA mit dem scheidenden Präsidenten Obama. Er will den IS besiegen, sich aber nicht in einen langen Krieg ziehen lassen. «Unter diesem Druck steht Putin nicht», sagt der Experte Gressel. So könnte eine russische Taktik aufgehen: Assad zu stärken und seine Gegner zu vernichten bis auf die Extremisten des IS und der Al-Nusra-Front. Damit der Machthaber den anderen Akteuren als das kleinere Übel erscheint. Er und Russland könnten dann in Verhandlungen den Preis für seine Ablösung bestimmen.

Di, 2016-05-24 11:31
Pirna (dpa)

Unwetter legt auch sächsische Schmalspurbahn lahm

Pirna (dpa) - Das heftige Unwetter in der sächsischen Schweiz hat neben der internationalen Bahnstrecke Prag-Dresden auch die Kirnitzschtalbahn bei Bad Schandau lahmgelegt. Eine Schlammlawine habe sich über Straße und Gleise gewälzt, sagte eine Sprecherin der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) am Dienstag. Geröll blockiere die schmalspurigen Gleise, ein Hang im Kirnitzschtal nahe der Ostrauer Mühle sei abgerutscht. Auch Busse müssen umgeleitet werden. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet.

Di, 2016-05-24 11:55
Karlsruhe (dpa)

Karlsruher Zoo will Familie für Pippi-Papagei aufbauen

Karlsruhe (dpa) - Der als «Rosalinda» bekanntgewordene Pippi-Langstrumpf-Papagei soll im Karlsruher Zoo mehr Gefährten bekommen. «Wir werden eine «Rosalinda»-Familie aufbauen», sagte der Direktor des Zoologischen Stadtgartens, Matthias Reinschmidt, der Deutschen Presse-Agentur. Der tierische Star aus dem Film «Pippi in Taka-Tuka-Land», der vor rund zwei Wochen nach Karlsruhe kam, zieht viele Besucher an. Inzwischen seien dem Zoo weitere Aras angeboten worden, die sich zum 49 Jahre alten Douglas - wie «Rosalina» in Wahrheit heißt - und seiner Gefährtin Gojan (45) gesellen könnten.

Douglas und Gojan kamen aus einem kleinen Tropenzoo im schwedischen Malmö nach Karlsruhe, weil die Behörden dort die weitere Haltung der Vögel verboten hatten. Douglas und Gojan gehe es gut, sagte Reinschmidt. «Beide sind sehr vertraut miteinander, sie sind froh, dass sie sich gegenseitig haben.» Die Vögel können ein großes Freigehege nutzen, bleiben an kühleren Tagen aber im Innenraum.

Di, 2016-05-24 11:17
Berlin (dpa)

Insekten auf dem Speiseplan: Die meisten Deutschen sagen «Nein»

Berlin (dpa) - Nur etwa jeder zehnte Deutsche kann sich regelmäßig Insekten auf dem Speiseplan vorstellen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Menschen, die noch nie Insekten gegessen haben. Rund 30 Prozent dieser Befragten würden die Krabbeltiere zumindest probieren, 60 Prozent lehnen sie als Lebensmittel gänzlich ab. Als Hauptargumente nennen sie Ekelgefühle und Hygienebedenken.

Insgesamt haben laut der BfR-Umfrage 86 Prozent der Befragten noch nie Insekten gegessen, 10 Prozent haben sie im Urlaub schon mal probiert. Nur drei Prozent gaben an, schon mehr als fünf Mal Käfer, Heuschrecken oder Grillen gegessen zu haben.

Essbare Insekten gelten als ökologisch und ethisch sinnvolle Alternative zu Fleisch. Sie enthalten viel Protein und ihre Zucht könnte im Kampf gegen Hunger und Unterernährung eine große Rolle spielen. Weltweit werden rund 1900 Spezies verzehrt, in Europa sind Insekten bisher jedoch weder als Nahrungsquelle noch als Futtermittel üblich. Das BfR sieht noch erheblichen Forschungsbedarf mit Blick auf Lebensmittelsicherheit und eine mögliche industrielle Zucht.

Di, 2016-05-24 11:48
Berlin (dpa)

SPD-Minister bleiben bei striktem Nein zu Glyphosat

Berlin (dpa) - Die SPD-Mitglieder der Bundesregierung beharren trotz Kritik der Union auf ihrem Nein zu einer weiteren Genehmigung für das Unkrautgift Glyphosat in Europa. Dabei bleibe es, «solange die gesundheitlichen Risiken nicht restlos geklärt sind», sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Dienstag in Berlin.

Das weitere Vorgehen der EU-Kommission ist vorerst offen. Im Gespräch ist unter anderem eine mögliche befristete Verlängerung der Zulassung, die Ende Juni ausläuft. Die SPD-Ressorts würden aber auch einer einfachen Verlängerung unabhängig von der Dauer aus Gründen der Vorsorge nicht zustimmen, wie es aus Ministeriumskreisen hieß.

Hendricks betonte: «Es geht um krebserzeugend oder eben nicht krebserzeugend.» Um Bedenken zu klären, solle ein im Frühjahr von Deutschland beantragtes EU-Verfahren abgewartet werden, bei dem eine gesundheitliche Einstufung des Stoffes als solchem vorgenommen wird.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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