Aktuell

fracking / 28.Aug 2015

Bohren bis der Boden bebt

Fracking sei unbedenklich, beharren Energieunternehmen. Eine kanadische Behörde bestätigt jetzt das Gegenteil: Die Firma Progress Energy habe mit ihren Bohrungen letztes Jahr ein Erdbeben von der Stärke 4,4 ausgelöst. In den USA kündigen Umweltschützer an, die Regierung zu verklagen, wenn sie die Technologie nicht schärfer reguliert.

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PRODUKT
der Woche
Fr, 2015-08-28 14:46
Berlin (dpa)

Merkel sagt Unterstützung für Polizei in Heidenau zu

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Sicherheitskräften im sächsischen Heidenau Unterstützung des Bundes zugesagt. Zwar müsse letztlich die Polizei selbst entscheiden, der Bund werde aber «alles tun, um in dem Maße, wie er helfen kann, die sächsische Polizei zu unterstützen», sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem neuen dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen in Berlin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe zugesagt zu prüfen, «wie wir dort die Polizeikräfte unterstützen können», sagte Merkel.

Das Verwaltungsgericht Dresden hatte zuvor das Versammlungsverbot in Heidenau für unzulässig erklärt. Der Polizeiliche Notstand, mit dem das Versammlungsverbot vom Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für das Wochenende begründet worden war, sei nicht hinreichend vorgetragen und belegt worden. Damit wurde einem Eilantrag eines Bürgers stattgegeben, der an einer von dem Bündnis Dresden Nazifrei angemeldeten Kundgebung teilnehmen wollte. Gegen die Entscheidung kann Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Das Bündnis Dresden Nazifrei wollte an diesem Freitag mit einem großen Willkommensfest für Asylbewerber dagegenhalten. Zugleich war eine Kundgebung rechter Gruppen angekündigt. Die Polizei sah sich außerstande, die Sicherheit zu garantieren.

Fr, 2015-08-28 14:34
Damaskus (dpa)

IS nimmt zwei syrische Dörfer an der Grenze zur Türkei ein

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Nordwesten Syriens zwei Dörfer nahe der Grenze zur Türkei eingenommen. Die Extremisten hätten syrische Rebellengruppen aus den beiden Orten Hardschala und Dalha vertrieben, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Die IS-Terrormiliz wolle weiter in Richtung der ebenfalls von Regimegegnern gehaltenen strategisch wichtigen Stadt Marea nördlich von Aleppo vordringen.

Der IS-Vormarsch erschwert den Plan der Türkei und der USA, die Dschihadisten aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Ankara möchte mit Hilfe von Rebellen eine Pufferzone aufbauen. Die Region nördlich der Metropole Aleppo ist eine Hochburg der Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Zu ihnen gehört auch die Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie teilt zwar die Ideologie des IS, ist aber mit ihm verfeindet.

Fr, 2015-08-28 14:08
Bagdad (dpa)

Iraks Regierungschef will Grüne Sicherheitszone in Bagdad öffnen

Bagdad (dpa) - Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi will die schwer bewachte Grüne Zone in Bagdad wieder für die Bevölkerung freigeben. Al-Abadi habe den Sicherheitskräften entsprechende Anweisungen gegeben, erklärte sein Büro am Freitag. In der Grünen Zone im Zentrum Bagdads liegen zahlreiche Regierungseinrichtungen, das Parlament sowie die Botschaften der USA und Großbritanniens. Die USA hatten das mit hohen Mauern geschützte Gebiet nach dem Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003 eingerichtet. Die meisten Iraker dürfen die Zone nicht betreten und betrachten sie als «Stadt in der Stadt».

Al-Abadi ordnete zudem an, dass alle Straßen geöffnet werden sollen, die von Milizen und Parteien geschlossen worden sind. Zahlreiche Viertel der Hauptstadt werden nicht von Kräften der Regierung kontrolliert, sondern von anderen Gruppen. Al-Abadis Anordnung gehört zu dem Versuch des Politikers, die Macht der von Iran unterstützten Milizen zu beschränken und die Regierung zu stärken.

Nach Demonstrationen im Land hatte der schiitische Politiker zuletzt mehrere Reformmaßnahmen veranlasst, mit denen er gegen Vetternwirtschaft und Korruption vorgehen will. Unter anderem verringerte er die Zahl der Posten im Kabinett von 33 auf 22. Korruption und schlechte Regierungsführung unter Al-Abadis Vorgänger Nuri al-Maliki gelten als ein Grund für den Kollaps der Sicherheitskräfte, als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im vergangenen Jahr das Land überrannte.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Fr, 2015-08-28 13:57
Passau (dpa)

Bayerns Innenminister fordert Aufnahmezentren in Südeuropa

Passau (dpa) - Nach der Flüchtlingstragödie in Österreich fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) europäische Aufnahmezentren für Asylsuchende in Italien und Griechenland. «Wenn dort positiv entschieden wird, ist der weitere Weg legal», sagte Herrmann der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). Ansonsten müssten die Flüchtlinge von dort aus wieder die Rückreise antreten. Auf diese Weise könne man Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten legale Reisewege durch Europa ermöglichen.

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte am Donnerstag gefordert, dass an den EU-Grenzen Außenstellen geschaffen werden, in denen Flüchtlinge sofort Schutz bekommen. In einem Transporter in Österreich waren am Donnerstag die Leichen von 71 Flüchtlingen gefunden wurden.

Fr, 2015-08-28 14:06
Athen (dpa)

Übergangsregierung in Athen vereidigt - viele Wähler unentschlossen

Nach der Vereidigung der neuen Übergangsregierung beginnt in Griechenland der Wahlkampf. Eine erste Umfrage deutet darauf hin, dass die Entscheidung am 20. September spannend werden könnte.

Athen (dpa) - Die neue griechische Übergangsregierung unter der Richterin Vasiliki Thanou ist am Freitag vereidigt worden. Die wichtigsten Posten des geschäftsführenden Kabinetts besetzen Experten, die das Vertrauen der Mehrheit der Parteien haben. Dieses Interims-Gremium soll das Land bis zur Bildung einer neuen Regierung nach vorgezogenen Wahlen führen. Das neue Parlament soll am 20. September gewählt werden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT1).

Die Auflösung des Parlamentes durch ein Dekret der Übergangsregierung wurde für Freitagabend erwartet. Damit wird der Wahlkampf auch offiziell beginnen.

Eine erste Umfrage zeigt, dass die Parteien noch viel Arbeit leisten müssen, um die Gunst der Wähler zu gewinnen. Jeder vierte Bürger (25,5 Prozent) ist nämlich bislang unentschieden. Das Bündnis der radikalen Linken (Syriza) von Alexis Tsipras führt in der Gunst der Wähler mit 23 Prozent, gefolgt von den Konservativen mit 19,5 Prozent. Die Umfrage wurde am Freitag in der linken griechischen Zeitung «Efimerída ton Syntaktón» veröffentlicht.

In der Übergangsregierung setzt Athen auf Kontinuität: Das Finanzministerium wird der langjährige Unterhändler in den Verhandlungen mit den Gläubigern, Giorgos Chouliarakis, führen. Er war bislang als Fachmann bei den Kreditverhandlungen dabei und soll das Vertrauen der Geldgeber-Experten haben. Außenminister ist der altgediente Diplomat Petros Molyviatis (87).

Am Donnerstag hatte Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos die Präsidentin des höchsten Gerichtshofes (Areopag), Thanou, mit der Bildung der Interimsregierung beauftragt. Zuvor waren alle Bemühungen gescheitert, im derzeitigen Parlament eine neue Regierungsmehrheit zu finden. Damit wurde der Weg zur Neuwahl frei, die der bisherige Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seinem Rücktritt vor einer Woche erreichen wollte. Er fordert angesichts des neuen harten Sparprogramms ein neues, frisches Mandat vom Volk.

Nach der Umfrage können die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte mit 6,5 Prozent damit rechnen, drittstärkste Kraft zu werden. Es folgen die Kommunisten (KKE) mit fünf Prozent, die Sozialisten (Pasok) mit 4,5 Prozent und die Partei der politischen Mitte To Potami mit vier Prozent. 3,5 Prozent bekommt die von Syriza abgespaltene neue Partei Volkseinheit (LAE) mit 3,5 Prozent.

Bangen um den Einzug ins Parlament - es gibt eine Drei-Prozent-Hürde - muss der bisherige Koalitionspartner der Syriza, die rechtspopulistische Partei der Unabhängigen Griechen (Anel). Sie kam in der Umfrage nur auf zwei Prozent.

Populärster griechischer Politiker bleibt laut Umfrage der bisherige Regierungschef Tsipras mit 41 Prozent Zustimmung. Der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, kommt auf 34 Prozent.

Der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält die Mitwirkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei künftigen Rettungsaktionen für Länder der Eurozone für verzichtbar. «Die nächste Krise, die in den nächsten Jahrzehnten kommen wird, könnten die Europäer aus eigener Kraft bewältigen», sagte Regling dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». «Das Zusammenspiel von ESM, EU-Kommission und (Europäischer Zentralbank) EZB ist eingeübt, gemeinsam erfüllen sie die Aufgaben eines europäischen Währungsfonds.» Bei der Krise um Griechenland solle der IWF aber so lange an Bord bleiben, bis die gegenwärtigen Turbulenzen überstanden sind.

Fr, 2015-08-28 14:19
Heidenau (dpa)

Versammlungsverbot im sächsischen Heidenau rechtswidrig

Nach den rechten Krawallen im sächsischen Heidenau soll dort an diesem Freitag ein Willkommensfest für Flüchtlinge stattfinden. Die Behörden verhängten ein Versammlungsverbot - kommen damit aber nicht durch.

Heidenau (dpa) - Das Verwaltungsgericht Dresden hat das Versammlungsverbot nach den Ausschreitungen Rechtsradikaler in Heidenau gekippt. Der polizeiliche Notstand, mit dem es vom Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für das gesamte Wochenende begründet worden war, sei nicht hinreichend vorgetragen und belegt worden, heißt es in einer Eilentscheidung vom Freitag.

Das Verbot hatte eine Woche nach den rechtsradikalen Ausschreitungen in der sächsischen Kleinstadt auch bundesweit für Empörung gesorgt. SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel äußerte Unverständnis. Die Linke-Bundesvorsitzende Katja Kipping sprach von einem Notstand der Demokratie. Grünen-Chef Cem Özdemir hatte zuvor angekündigt, trotz Verbots in Heidenau auf die Straße zu gehen.

In Heidenau bei Dresden hatte es am vergangenen Wochenende Ausschreitungen von Rechtsradikalen gegeben, die die dortige Unterbringung von Flüchtlingen verhindern wollen. Das Bündnis Dresden Nazifrei wollte an diesem Freitag mit einem großen Willkommensfest für Asylbewerber dagegenhalten. Für den Abend hatten auch rechte Gruppen zu einer Demonstration aufgerufen. Die Polizei sah sich außerstande, die Sicherheit zu garantieren.

Die Allgemeinverfügung, mit der alle Veranstaltungen unter freiem Himmel in Heidenau untersagt worden waren, sei «offensichtlich rechtswidrig», entschieden die Richter und gaben damit einem Eilantrag eines Bürgers statt, der an einer vom Bündnis Dresden Nazifrei angemeldeten Kundgebung teilnehmen wollte. Gegen die Entscheidung der Richter war Beschwerde möglich.

Fr, 2015-08-28 14:19
Berlin/Karlsruhe (dpa)

Bundesrat legt im NPD-Verbotsverfahren nach

Berlin/Karlsruhe (dpa) - Der Bundesrat hat beim Bundesverfassungsgericht weitere Beweisunterlagen im NPD-Verbotsverfahren eingereicht. Mit dem 140 Seiten umfassenden Schriftsatz solle unter anderem belegt werden, dass die NPD seit 2013 besonders aggressiv gegen Asylbewerber vorgehe, teilte der Bundesrat am Freitag mit.

Die NPD spreche Flüchtlingen die Menschenwürde ab, schüchtere sie ein und wende Gewalt an. Beispiele seien Vorfälle in Dresden im Juli und im sächsischen Heidenau im August. Anschläge auf Asylbewerberheime seien eine konsequente Umsetzung der NPD-Ideologie, «eine ausschließlich rassisch definierte Volksgemeinschaft» zu verwirklichen.

In bestimmten Gegenden im Osten Deutschlands beeinträchtige die NPD demokratische Prozesse. Die Partei schaffe eine Atmosphäre der Angst und halte politisch Andersdenkende durch Drohungen davon ab, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Außerdem schüchtere sie ethnische und religiöse Minderheiten ein.

Mit dem Schriftsatz antwortet der Bundesrat auf ein Schreiben eines Verfassungsrichters. Zuvor hatte die Länderkammer bereits Nachweise zur Abschaltung der V-Personen auf der Führungsebene der NPD vorgelegt. Der Bundesrat hatte am 3. Dezember 2013 beantragt, die Verfassungswidrigkeit der NPD festzustellen.

Fr, 2015-08-28 14:02
Angeles (dpa) 

Leute kompakt

US-Schauspielerin Lucy Liu erstmals Mutter geworden (Foto -Archiv) =

Los Angeles (dpa) -  Die US-Schauspielerin Lucy Liu («3 Engel für Charlie», «Kill Bill») ist erstmals Mutter geworden. Auf Instagram stellte sie den Nachwuchs am Donnerstag als den «neuen kleinen Mann in meinem Leben, mein Sohn Rockwell Lloyd Liu» vor. Dazu postete sie ein Foto, auf dem sie ihr Baby in den Armen hält. Lius Sprecher teilte der US-Zeitschrift «People» mit, dass der Sohn der 46-jährigen Schauspielerin von einer Leihmutter ausgetragen wurde. Die chinesisch-stämmige Amerikanerin ist nicht verheiratet.

Sänger Mark Forster vermisst heimisches Brot aus Rheinland-Pfalz (Foto - Archiv) =

Winnweiler/Berlin (dpa) - Sänger Mark Forster («Au Revoir») vermisst in Berlin das frische Brot aus seinem rheinland-pfälzischen Heimatort Winnweiler. «Frisch Samstags geholt mit Butter drauf. Sonntags dann das Spaghetti-Eis vom Eiscafé daneben», berichtete Forster der Deutschen Presse-Agentur über seine Sehnsüchte. Seit fast zehn Jahren wohnt der 31-Jährige in Berlin. Kommenden Samstag tritt er für Rheinland-Pfalz mit dem Titelsong seines Albums «Bauch und Kopf» in der Musikshow «Bundesvision Song Contest» von Moderator Stefan Raab an. Trotz der langen Zeit in der Hauptstadt brauche er mit den Leuten in der Pfalz weniger Worte, um etwas zu sagen. «Ich raff die Leute einfach und sie mich auch. Vielleicht steht das für Heimat.»

Jussi Adler Olsen ruft zu Boykott von Millennium-Fortsetzung auf (Foto - Archiv; die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Kopenhagen (dpa) - Der dänische Schriftsteller Jussi Adler Olsen (65) hat die Fortsetzung der Millennium-Krimireihe aus fremder Feder als «respektlos und verkehrt» kritisiert. «Ich finde, das ist ein trauriger Tag», kommentierte er am Freitag in der Tageszeitung «Politiken». Tags zuvor war der Thriller «Verschwörung» des Schweden David Lagercrantz bei 26 Verlagen weltweit erschienen, der die Trilogie des 2004 gestorbenen Stieg Larsson weiterführt. «Damit nutzt man einen Mann aus, der Ausnutzung hasste», so Adler Olsen, dessen Krimis um Kommissar Carl Mørck Bestseller sind. «Ich fordere dazu auf, dieses Buch zu boykottieren, und ich werde es nicht lesen.» Lagercrantz könne gut schreiben. «Aber hiervon hätte er sich fernhalten sollen.»

Jennifer Lawrence und Amy Schumer tanzen auf Billy Joels Flügel (Foto - Archiv) =

Chicago (dpa) - Die US-Schauspielerinnen Jennifer Lawrence (25) und Amy Schumer (34) haben bei einem Konzert des Sängers Billy Joel (66) auf einem Klavier auf der Bühne getanzt. Wie in einem Video zu sehen ist, das der Komiker Kyle Dunnigan bei Instagram veröffentlichte, schwangen die Beiden am Donnerstag gemeinsam barfuß auf dem Flügel die Hüften, während Joel neben ihnen «Uptown Girl» sang. Der Song spielt eine prominente Rolle in Schumers aktuellem Film, «Dating Queen». Das Konzert fand im Baseballstadion Wrigley Field in Chicago statt. Lawrence, laut Forbes die derzeit bestbezahlte Schauspielerin, und Comedy-Star Schumer sind Hollywoods neues Dream-Team. Wie Lawrence am vergangenen Mittwoch der «New York Times» verriet, arbeiten sie zusammen am Drehbuch einer Komödie, in der sie Schwestern spielen wollen. 

Dieter Hallervorden liebt den «Unruhestand» (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Schauspieler und Komiker Dieter Hallervorden denkt auch kurz vor seinem 80. Geburtstag noch lange nicht ans Aufhören. «Ich liebe den Unruhestand. Kleine Segelboote in Weinflaschen stecken ist langweilig», sagte Hallervorden der Zeitschrift «TV Movie». Dass er am 5. September 80 Jahre alt wird, finde er ohnehin nicht schlimm. «Schlimm ist es nur, wenn man's nicht wird», meinte der Schauspieler, der zuletzt in Kinoerfolgen wie «Honig im Kopf» und «Sein letztes Rennen» als Charakterkopf überzeugte. «Wenn ich mich nicht auf neue Rollen freuen könnte, würde ich Richtung Friedhof gehen. Aber ich will leben, den Zuschauer begeistern.»

Lotto-Fee Franziska Reichenbacher: Mehr Mitgefühl für Flüchtlinge (Foto - aktuell vom 27.08.) =

Frankfurt/Main (dpa) - Lotto-Fee Franziska Reichenbacher wünscht sich mehr Mitgefühl im Umgang mit Flüchtlingen und warnt vor Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. «Es ist eindeutig zu sehen, dass die Ressentiments gegenüber Zuwanderern hier wachsen. Die Stimmung hat sich gefährlich verändert. Wir müssen aufpassen, Rechtsextreme dürfen deswegen keinen Zulauf bekommen», sagte die Moderatorin des Hessischen Rundfunks der Deutschen Presse-Agentur. Reichenbacher appellierte, es sollte ein Gebot der Nächstenliebe sein, Flüchtlingen menschlich und hilfsbereit gegenüberzutreten. Es bedürfe aber vor allem einer politischen Strategie für das wachsende Flüchtlingsdilemma. Bereits in den Herkunftsländern, wo Kriege, Verfolgung und Armut herrschten, müsse Aufbauhilfe geleistet werden.

Polnische Zwillingsbrüder nach 68 Jahren wieder zusammen (Foto - aktuell vom 27.8.) =

Warschau (dpa) - Glückliches Ende einer jahrzehntelangen Suche: Mit Hilfe des polnischen und des amerikanischen Roten Kreuzes konnten sich zwei Zwillingsbrüder nach 68 Jahren wieder in die Arme schließen. Wie das Polnische Rote Kreuz auf seiner Webseite berichtete, wurden die Brüder George und Lucjan 1946 als Kinder einer ehemaligen polnischen Zwangsarbeiterin in Deutschland geboren. Da die Mutter kurz danach schwer erkrankte, wurden die Kinder 1947 nach Polen zurückgebracht und kamen in ein Kinderheim. Beide wurden adoptiert - aber von verschiedenen Familien. George Skrzynecki erfuhr im Alter von 18 Jahren aus einem Brief, dass seine leibliche Mutter ihn jahrelang gesucht hatte und er einen Bruder hatte. Nachforschungen ergaben, dass die Mutter 1952 gestorben war, die Suche nach dem Zwillingsbruder verlief ergebnislos.

Stefan Raab wünscht sich Zukunft für «Bundesvision Song Contest» (Foto - aktuell) =

Bremen (dpa) - Der Erfinder des «Bundesvision Song Contests», Stefan Raab (48), wünscht sich eine Zukunft für den Musikwettbewerb. «Ich würde mir wünschen, dass er weitergeht», sagte der Moderator am Freitag in Bremen. Er selbst werde die Veranstaltung, bei der jedes Bundesland mit einer Band antritt, nicht mehr moderieren. Vielleicht finde sich Jemand anderes, der sie weiterführe, sagte er. An diesem Samstagabend (20.15 Uhr) treten neben eher unbekannten Bands auch prominente Musiker wie Mark Forster und Glasperlenspiel in Bremen auf. Die Show wird auf ProSieben gezeigt. Wer gewinnt, entscheiden die Zuschauer, die per Telefon und SMS abstimmen.

Kai Wiesingers zweiter Web-Auftritt: «Der Lack ist ab» (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Schauspieler Kai Wiesinger (49) geht mit seiner Web-Serie «Der Lack ist ab» in die zweite Staffel. Derzeit finden in Berlin die Dreharbeiten für die zweite Staffel statt, an der Wiesinger als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller beteiligt ist, wie der Medienkonzern ProSiebenSat.1 am Freitag mitteilte. Vom 1. Oktober an sind die neuen Netz-Episoden bei der Unternehmenstochter myvideo.de abrufbar. Die erste Staffel der Serie habe drei Millionen Abrufe verzeichnet, hieß es weiter. In den elf neuen sogenannten «Webisodes» treten neben Wiesinger und seiner Lebensgefährtin Bettina Zimmermann (40) in jeder Folge andere Gaststars auf, unter anderem Uwe Ochsenknecht, Anja Kling, Valerie Niehaus, Johann von Bülow und Christiane Paul.

Und es fährt sogar - Tüftler stellen Auto auf den Kopf (Foto - aktuell) =

Insel Usedom (dpa) - Nach einem kopfstehenden Haus gibt es in Trassenheide auf der Insel Usedom jetzt auch ein kopfstehendes Auto. Klaudiusz Golos und Sebastian Mikiciuk haben das kuriose Fahrzeug in dieser Woche in ihre Schau «Die Welt steht Kopf» aufgenommen. Das Besondere an dem Auto, das die beiden selbst umgebaut haben: Es ist tatsächlich fahrfähig. «Wir wollten nicht einfach ein Auto auf den Kopf stellen, sondern das komplette Fahrzeug umdrehen, so dass es trotzdem ein Auto bleibt», sagt der 39-jährige Golos. Dass es sich bei dem Fahrzeug um ein älteres BMW-Cabrio handelt, kann man in der Tat auch noch nach dem Umbau erkennen.

Fr, 2015-08-28 14:00
Wiesbaden (dpa)

Energiepreise purzeln: Inflation in Deutschland bleibt sehr niedrig

Wiesbaden (dpa) - Der kräftige Rückgang der Energiepreise hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Hauptgrund für die Entwicklung war der kräftige Rückgang der Energiepreise um 7,6 Prozent binnen Jahresfrist. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach der Schätzung nicht. Seit Monaten liegt die Inflation in Deutschland und im Euroraum deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig Teuerungsraten von knapp unter 2,0 Prozent anstrebt.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2015-08-28 14:21
Berlin (dpa)

Merkel und Rasmussen machen sich für Fehmarnbelt-Tunnel stark

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel und Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen halten ausdrücklich an dem immer wieder von Rückschlägen belasteten Bau des Fehmarnbelt-Tunnels fest. «Wir sind sehr daran interessiert, diese Querung zu schaffen», sagte Rasmussen am Freitag nach einem Treffen mit Merkel im Kanzleramt in Berlin. Merkel sagte: «Ich habe noch einmal deutlich gemacht, dass Deutschland zu dem Staatsvertrag steht.»

Rasmussen verwies darauf, dass das dänische Parlament bereits formell einen Beschluss gefasst hat. Nun liege das Projekt in den Händen Schleswig-Holsteins, sagte der rechtsliberale Politiker, der seit Ende Juni als Chef einer Minderheitsregierung im Amt ist. Zwischen 2009 und 2011 war er schon einmal dänischer Ministerpräsident.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte in der vorigen Woche angedeutet, dass dem deutsch-dänischen Milliardenprojekt ein weiterer Rückschlag drohe. Der Baubeginn könnte sich weiter verzögern, weil vermutlich gravierende Planungsänderungen - unter anderem wegen Natur- und Umweltschutz-Anforderungen nötig werden. Ursprünglich war die Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Ostsee-Insel Lolland für 2021 vorgesehen, dann wurde 2024 avisiert. Nun könnte es noch später werden. Es sind 3100 Einwendungen zu berücksichtigen. Davon kommen 30 aus Dänemark.

Fr, 2015-08-28 14:48
Wiesbaden (dpa)

Energiepreise purzeln: Inflation in Deutschland bleibt sehr niedrig

Für Deutschlands Verbraucher ist es eine gute Nachricht: Der Preisauftrieb bleibt mickrig, vor allem weil Haushaltsenergie und Kraftstoffe viel weniger kosten als vor einem Jahr. Das stärkt ihre Kaufkraft - und dürfte den Konsum befeuern.

Wiesbaden (dpa) - Der kräftige Rückgang der Energiepreise hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach der Schätzung nicht.

Damit bleibt die Jahresteuerung zwar nahe der Nulllinie, der Preisauftrieb fällt aber etwas stärker aus als prognostiziert: Bankvolkswirte hatten eine schwächere Rate von 0,1 Prozent erwartet.

Hauptgrund für die Entwicklung im August war der kräftige Rückgang der Energiepreise um 7,6 Prozent binnen Jahresfrist. Der jüngste Absturz der Ölpreise macht sich bereits an den Tankstellen bemerkbar. Nach Zahlen des ADAC kostet ein Liter E10 derzeit 1,363 Euro, ein Monat zuvor waren es noch 1,447 Euro. Auch der Liter Diesel wurde nach den Angaben etwas günstiger.

Wie die Statistiker weiter berichteten wurden im Urlaubsmonat August auf Jahressicht auch Waren etwas günstiger, während Wohnungsmieten um 1,1 Prozent stiegen und sich Dienstleistungen um 1,2 Prozent verteuerten. «Die höhere Preise im Dienstleistungssektor zeigen, dass der deutsche Wirtschaft ganz eindeutig keine Deflation droht», sagte ING-DiBa-Chefökonom Carsten Brzeski. Auch BayernLB-Experte Stefan Kipar betonte: «Der unterliegende Preisauftrieb in Deutschland ist damit, auch aufgrund steigender Löhne, weiterhin intakt.»

Den Währungshütern bereitet die Entwicklung dagegen Kopfzerbrechen. Denn die Inflation in Deutschland und im Euroraum ist seit Monaten weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die ein stabiles Preisniveau bei knapp unter 2,0 Prozent anstrebt.

Um diesen Wert wieder zu erreichen, pumpt die EZB seit Anfang März vor allem über den Kauf von Staatsanleihen pro Monat etwa 60 Milliarden Euro in den Markt. Trotzdem fielen die Verbraucherpreise in Spanien im August gegenüber dem Vorjahr überraschend kräftig um 0,5 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid in einer vorläufigen Schätzung mitteilte.

Zuletzt hatte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet eingeräumt, dass die schwache Preisentwicklung den Währungshütern Sorge bereite. Die EZB sei notfalls zu weiteren geldpolitischen Schritten bereit, sagte Praet: «Es sollte keine Zweifel geben bezüglich des Willens und der Fähigkeit des EZB-Rates zu handeln, falls es nötig wird.»

Fr, 2015-08-28 14:13
Jena (dpa)

Zentrum nimmt Langzeitfolgen von Sepsiserkrankungen in den Blick

Jena (dpa) - Das Jenaer Sepsis-Zentrum baut die Forschung zu neuen Behandlungsstrategien und Langzeitfolgen aus. Das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum ist dazu am Freitag offiziell in eine zweite, fünfjährige Förderphase gestartet. Sie wird vom Bund mit 24 Millionen Euro unterstützt.

In Deutschland erleiden nach aktuellen Zahlen der Forscher jährlich mehr als 175 000 Patienten eine Sepsis, die im Volksmund auch Blutvergiftung genannt wird. Mit steigender Tendenz. Fast jede dritte Erkrankung (30 Prozent) ist tödlich. Ursache für eine Sepsis ist eine Infektion durch Bakterien oder Pilze. Dabei gerät die körpereigene Abwehr außer Kontrolle und schädigt eigenes Gewebe. Das kann bis hin zum Versagen lebenswichtiger Organe führen.

In den kommenden Jahren wollen sich die Jenaer Forscher verstärkt mit den Folgen einer solchen Erkrankung befassen. Dazu wird eine Langzeitstudie gestartet. «Geplant ist, 3000 Patienten mit schwerer Sepsis und septischem Schock von der Intensivstation ausgehend über Jahre zu begleiten und systematisch nachzuuntersuchen», erklärte der Professor für Klinische Epidemiologie, André Scherag.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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