Di, 2015-03-31 17:53
Jerusalem (dpa)

Netanjahu: Iran könnte in Jahresfrist fähig sein, Bombe zu bauen

Jerusalem (dpa) - Kurz vor einem möglichen Atomabkommen mit dem Iran hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erneut vor einer Einigung und ihren Folgen gewarnt. Irans technische Möglichkeiten würden es dann möglich machen, in weniger als einem Jahr Material für Atomwaffen anzureichern, sagte Netanjahu am Dienstag in Jerusalem.

«Die größte Bedrohung für unsere Zukunft und Sicherheit ist und bleibt Irans Versuch, eine Nuklearmacht zu werden», sagte Netanjahu an die Knesset gerichtet. Das Abkommen, das in Lausanne Form annehme, bereite den Weg dazu.

Bis Mitternacht wollten die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) und Deutschland in der Schweiz mit dem Iran über ein mögliches Abkommen diskutieren. Dann läuft eine selbst gesetzte Frist für ein Grundsatzabkommen ab. Netanjahu gilt als schärfster Kritiker einer solchen Einigung.

Di, 2015-03-31 17:49
Düsseldorf/Köln (dpa)

Orkan «Niklas» trifft Bahnfahrer: «Es fährt nichts, komplett nichts» Von Julia Naue und David Fischer, dpa

Sie kommen irgendwo an - und nicht mehr weg: Für viele Reisende endet die Zugfahrt an einem Bahnhof fernab vom eigentlichen Ziel. Der Grund: «Niklas», das Sturmtief. Besonders hart trifft es die Pendler.

Düsseldorf/Köln (dpa) - Es sind lange, sehr lange Gesichter an den Bahnhöfen. «100 Minuten Verspätung» steht da auf der Anzeigetafel am Düsseldorfer Hauptbahnhof neben der Abfahrtszeit. Wer auf diesen Zug setzt, hat noch Glück. Denn neben den meisten Zügen steht der Hinweis «Zug fällt aus». Reisende schauen immer wieder abwechselnd auf die Anzeige in der Eingangshalle und auf ihr Mobiltelefon - als könne ihnen das Gerät jetzt helfen. Dann schallt eine eilige Durchsage durch die Halle: «Auf Gleis 10 fährt in wenigen Minuten ein ICE nach Frankfurt ein.» Die Masse setzt sich in Bewegung.

Sturmtief «Niklas» hat Zehntausenden Pendlern in Nordrhein-Westfalen am Dienstag den Feierabend vermasselt. Es zog über das Land hinweg, beschädigte Gleise und Oberleitungen, brachte die Fahrpläne der Bahn durcheinander und die Hotline zum Glühen. Schließlich kapitulierte die Deutsche Bahn und stellte den Nahverkehr in dem Pendlerland für den kompletten Tag ein. Glück hatten nur Fahrgäste einzelner Fernverbindungen und Reisende in den privat betriebenen Zügen. Die anderen konnten nur mit Taxis, Mietwagen, Taxis oder Bussen an ihr Ziel gelangen.

Etwa 1,3 Millionen Reisende nutzen in NRW täglich die Busse und Bahnen der Deutschen Bahn. «Zum Glück fährt mein Zug», freut sich ein Berufspendler. Der 50-Jährige arbeitet in Düsseldorf und muss nach Viersen am Niederrhein. 30 Minuten Verspätung hat seine Bahn. «Ja, das ist ja fast normal.»

Gelassen gibt sich eine 57-jährige Frau am Kölner Hauptbahnhof. Dem Unwetter begegnet sie mit Sarkasmus: «Ich habe ein NRW-SchönerTagTicket gebucht, es sollte eigentlich ein schöner Tag werden», sagt sie und nippt an ihrer Tasse. Ihre Fahrt nach Gütersloh falle nun wohl ins Wasser. «Immerhin habe ich kein Geschäftstermin. Nur der tibetische Masseur, der geht uns jetzt durch die Lappen.» Ihre 56 Jahre alte Begleiterin entscheidet: Die beiden Frauen aus Köln kehren um, zurück nach Hause.

Vor dem Infoschalter schiebt sich die lange Warteschlange nur langsam voran: Koffer-Kolonnen, Smartphone-Tipper, Telefonierer mit sorgenvollem Blick. Ganz hinten, direkt vor den Eingangstüren, fragen sich drei Teenager-Mädchen: «Ist das das Ende der Schlange?» Andere drehen frustriert ab. Zwei junge Männer wollen nicht selbst für die Kosten einer Extrafahrt aufkommen: «Alter, ich habe keinen Bock in Vorleistung zu gehen.»

Einige Bahn-Mitarbeiter haben sich in der Wartehalle am Kölner Hauptbahnhof kurzerhand zur menschlichen Informationssäule umfunktioniert. Ein Mann diskutiert hitzig mit einem Schaffner. An einer anderen Stelle steht eine 20-Jährige mit roter DB-Umhängetasche um die Schultern, Stift, Block, Tablet-Computer. Sichtlich bemüht jongliert sie die Anfragen, auf Deutsch, auf Englisch. Frage um Frage, und sie kann doch nur das eine sagen: «Es fährt nichts, komplett nichts».

Zum Feierabend hin leises Aufatmen in der Domstadt - wenigstens bei den Reisenden auf den Fernverbindungen. «Wir hatten uns rechtzeitig informiert, es war immer klar, dass unser Zug fährt», sagt ein 49-jähriger Vater, der mit seiner Familie in den Urlaub nach Paris will. Nervös sei er angesichts der vielen ausgefallenen Zügen nicht geworden. «Nur zwischendurch, als meine Frau mir Mails schickte, was alles zusammenbricht.»

Anders sieht es am Nachmittag im Nahverkehr aus: Noch immer bilden sich größere Menschentrauben um die Bahnhofsmanager mit ihren orangen Warnwesten. Eine Frau hofft, noch einigermaßen rechtzeitig nach Hause zukommen. «Die Bahn soll bald anlaufen. Vom Gefühl her in der nächsten halben Stunde», sagt der Bahnhofsmanager. «Heute würde ich aber eher sagen: «bald» ist in zwei Stunden.»

Di, 2015-03-31 17:46
Montabaur (dpa)

Umstürzender Baum erschlägt zwei Menschen

Montabaur (dpa) - Ein vom Sturm «Niklas» umgestürzter Baum hat in Rheinland-Pfalz zwei Menschen erschlagen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, fiel der Baum bei Montabaur im Westerwald auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei. Rettungskräfte konnten die beiden Männer nur noch tot aus dem Wrack auf einer Landstraße bergen. Damit stieg die Zahl der Sturmtoten auf drei.

Di, 2015-03-31 17:44
Hannover (dpa)

Bahn stellt Regionalverkehr in Niedersachsen ein

Hannover (dpa) - Die Deutsche Bahn hat den Regionalverkehr in Niedersachsen wegen des schweren Sturms komplett eingestellt. Damit solle die Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet werden, teilte die Bahn am frühen Dienstagabend mit.

Di, 2015-03-31 17:41
Washington (dpa)

USA verhängen Sanktionen gegen syrische Unternehmen

Washington (dpa) - Die USA haben Sanktionen gegen eine Vertreterin der syrischen Zentralbank sowie drei Unternehmen verhängt, die das Waffenprogramm von Präsident Baschar al-Assad unterstützen sollen. Samtliches Vermögen der Zentralbankerin Batoul Rida sowie der Firmen, von denen zwei ihren Sitz im Libanon haben, wurde eingefroren. Das teilte das US-Finanzministerium am Dienstag mit.

Zudem sind Geschäfte mit diesen Unternehmen ab sofort untersagt. Die Firmen sollen für die Behörde SSRC arbeiten, die für die Entwicklung und Herstellung von ABC-Waffen und ballistischen Raketen zuständig sei. Die Sanktionen sollten die Verbreitung von Waffen verhindern, hieß es aus Washington.

Di, 2015-03-31 17:41
Berlin (dpa)

Neues Vergleichssystem zu Antibiotika im Stall greift

Berlin (dpa) - Zur Eindämmung des umstrittenen Antibiotika-Einsatzes in der Tiermast greift erstmals ein neues Vergleichssystem. Am Dienstag veröffentlichte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bundesweite Kennzahlen zur Häufigkeit von Medikamentengaben. Für Hühner, Puten, Schweine und Rinder müssen Bauern dafür inzwischen alle sechs Monate melden, welchen Wirkstoff sie wie vielen Tieren in welchen Mengen über wie viele Tage geben. Liegt eine Mastanlage in der oberen Hälfte oder sogar im obersten Viertel gemessen am Betriebstyp, muss gegengesteuert werden - mit besserer Hygiene im Stall oder bei anderen Bedingungen.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte, mit diesem Vergleichssystem wüssten Betriebe, wo sie stehen. Sie würden zudem in die Pflicht genommen, Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes zu ergreifen. Der Einsatz von Antibiotika soll generell sinken, um zu vermeiden, dass Wirkstoffe auch bei Menschen nicht mehr anschlagen.

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Di, 2015-03-31 17:35
Brüssel (dpa)

Herkunftsangaben werden für mehr Fleischsorten Pflicht

Brüssel (dpa) - Neue EU-Vorgaben für Lebensmittel: Von Mittwoch an müssen bei mehr unverarbeiteten Fleischsorten Herkunftsangaben auf der Packung stehen. Fleischhersteller müssen dann laut einer Mitteilung das Land der Aufzucht und der Schlachtung angeben. Verbraucher erfahren so, woher frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch von Schaf, Ziege, Schwein und Geflügel kommt. Für den Fall, dass das Tier im selben Land geboren, aufgewachsen und geschlachtet wird, reicht die Benennung des Herkunftslandes. Bei Rindfleisch müssen diese Angaben bereits seit 2000 gemacht werden. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union können die Vorschrift auch auf unverpacktes Fleisch ausweiten.

Di, 2015-03-31 17:32
München/Augsburg (dpa)

Orkantief «Niklas» wütet in Bayern - mehrere Verletzte

München/Augsburg (dpa) - Das Orkantief «Niklas» ist mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 190 Stundenkilometern über Bayern gefegt und hat Bäume umgerissen, Lastwagen umgekippt und Dächer abgedeckt. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) wurde am Nachmittag komplett eingestellt. Bei den Regionalbahnen waren einzelne Strecken gesperrt. Der Münchner Hauptbahnhof wurde wegen Orkanschäden geräumt. Dort hatten sich Dachfenster durch den Sturm verschoben und drohten herabzustürzen.

Umgestürzte Bäume beeinträchtigten nicht nur den Zugverkehr, sondern führten auch zu zahlreichen Stromausfällen. Nach Angaben der Bayernwerk AG waren Oberbayern und die Oberpfalz besonders betroffen. Im Allgäu wurden zwei Menschen verletzt - einer von herabfliegenden Baumteilen, der zweite, als ein Baum auf sein Auto krachte. Auch im übrigen Bayern gab es Verletzte durch herumfliegende Äste.

Bei Pegnitz in Oberfranken fuhr ein mit 140 Passagieren besetzter DB-Regionalexpress auf im Gleis liegende Baumstämme. Der Lokführer und ein weiterer Bahnmitarbeiter wurden leicht verletzt.

Bei Garmisch-Partenkirchen riss der Sturm einen Baum in die Loisach, wo gerade eine Gruppe von fünf Kajakfahrern trotz des heftigen Unwetters unterwegs war. Zwei Männer im Alter von 19 und 49 Jahren wurde von dem Baumstamm verletzt, einer davon schwer.

Di, 2015-03-31 17:27
Gorleben (dpa)

Betreiber: Radioaktive Strahlung in Gorleben weiter unter Grenzwert

Gorleben (dpa) - Die radioaktive Strahlung rund um das Atommülllager in Gorleben in Niedersachsen liegt weiterhin unter dem zulässigen Grenzwert. «Für das Jahr 2014 ist für die Dosis am Zaun an der Stelle mit der höchsten Strahlung aus dem Zwischenlager ein Jahreswert von 0,15 Millisievert (mSv) ermittelt worden», teilte der Betreiber, die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), am Dienstag mit. Der zulässige Grenzwert liegt bei 0,3 mSv. Seit 1983 gibt es am Zwischenlager umfangreiche Messungen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Di, 2015-03-31 17:20
Berlin (dpa)

Sturmtief «Niklas»: Erste Entwarnungen im Westen

Berlin (dpa) - Während Orkantief «Niklas» noch vielerorts tobt, wird in einigen Regionen Entwarnung gegeben. «Im nördlichen Nordrhein-Westfalen wurden die Unwetterwarnungen aufgehoben», sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. «Von Westen her lässt das Ganze nach.» «Niklas» ist laut dem DWD einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre. Er soll in der Nacht über den Nord-Osten abziehen. Auch am Mittwoch werde es windig bis stürmig - «das Gröbste ist dann aber vorbei», sagte Kirchhübel.

Di, 2015-03-31 17:19
Berlin (dpa)

Merkel und Hollande: Nach Bewährungsproben starker Motor für Europa

Der Terror von Paris und die Germanwings-Katastrophe schweißen Deutschland und Frankreich noch enger zusammen. Das Treffen der Regierungen in Berlin verläuft diesmal emotionaler als üblich.

Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen nach den gemeinsam durchlittenen Schicksalsschlägen der vergangenen Monate ihre Führungsrolle in Europa ausbauen. Durch den Terroranschlag auf die Zeitschrift «Charlie Hebdo» im Januar in Paris und den Germanwings-Absturz über Frankreich seien beide Länder «in Bewährungsproben enger zusammengerückt», sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach deutsch-französischen Regierungsgesprächen in Berlin.

Unter anderem mit Blick auf die internationale Demonstration gegen den islamistischen Terror in Paris fügte sie hinzu: «Ich glaube, damit konnten wir ein Zeichen gemeinsam setzen, wie wir mit den Herausforderungen unserer Zeit umgehen.» Frankreichs Präsident François Hollande sagte, durch die «Tragödien» der vergangenen Wochen sei aus der Freundschaft zweier großer Länder, die auch auf der Weltbühne ihre Rolle spielen wollten, «eher eine deutsch-französische Brüderlichkeit geworden». Diese «sehr, sehr ausgeprägte Emotion» gelte es zu nutzen.

Merkel versicherte angesichts von Krisen und Herausforderungen wie Ukraine, Tunesien, Libyen und Iran-Atomabkommen, man sei entschlossen, «die ins Auge gefassten Projekte auch fortzuführen - zum Wohle unserer beiden Länder, aber auch zum Wohle der Europäischen Union insgesamt».

Die Kanzlerin ging von harten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in der Endphase aus. «Wir wünschen uns einen erfolgreichen Abschluss, aber er ist noch nicht geschafft», sagte sie. «Es geht um einen Abschluss, der sicherstellt, dass der Iran keinen Zugang zu atomarer Bewaffnung haben wird, für einen längeren Zeitraum.» Auch Hollande sagte: «Frankreich will ein Abkommen, aber ein gutes Abkommen.» Wichtig sei, «dass der Iran auf die Atomwaffe verzichtet».

Zum anstehenden Moskau-Besuch des griechischen Premiers Alexis Tsipras äußerten sich beide Politiker gelassen. Athen wisse, «dass Europa das Schicksal Griechenlands ist», sagte Hollande. Vertreter von EU-Ländern könnten nach Russland reisen, ohne dass dies Europa ein Problem bereite. Tsipras will eine engere Zusammenarbeit mit Moskau. Merkel und Hollande forderten Griechenland auf, wie zugesagt Reformvorschläge für weitere internationale Hilfen vorzulegen. Hollande: «Je früher, desto besser. Wir haben viel Zeit verloren.»

Deutschland und Frankreich einigten sich auf mehrere bilaterale Projekte, etwa in den Bereichen Außen- und Verteidigungspolitik, Klimaschutz, Forschung, Wirtschaft/Finanzen und Sicherheit.

So treiben beide Länder ihre Pläne zum Bau einer waffenfähigen europäischen Drohne voran - gemeinsam mit Italien. Noch dieses Jahr soll eine erste Vereinbarung über das Projekt unterzeichnet und anschließend eine Studie zur Realisierung erstellt werden. Die Drohne soll bis 2025 entwickelt werden.

Die Verteidigungsminister wollen die Kooperation im Weltraum auf Satellitenbeobachtungsfähigkeiten der neuen Generation ausweiten. Eine Vereinbarung werde bis Juni unterzeichnet.

Für in Frankreich lebende deutsche Rentner soll es ab 2016 Erleichterungen bei der Besteuerung geben. Künftig werden Rentenzahlungen aus der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung an Rentner im Nachbarland nur in Frankreich besteuert. Geplant sind ferner Erleichterungen für Hochschulabsolventen.

Di, 2015-03-31 17:16
Frankfurt/Main (dpa)

Eurokurs deutlich gefallen - «Zwischenerholung vorüber»

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des Euro ist am Dienstag um über einen Cent gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,0733 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte er noch 1,0845 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0759 (Montag: 1,0845) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9295 (0,9221) Euro.

«Die jüngste Zwischenerholung beim Euro scheint vorbei zu sein», sagte Stephan Rieke Devisenexperte bei der BHF-Bank. Bereits am Montag war der Euro wieder unter Druck geraten. Tendenziell sollte der Euro unter Druck bleiben. In den USA werde weiterhin mit einer Leitzinserhöhung im Sommer gerechnet. Der Optimismus mit Blick auf die US-Wirtschaft habe zugenommen. Dies zeigten auch die Kursgewinne am US-Aktienmarkt an den vergangenen Tagen, so Rieke. Bei dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht wird ein erneuter Beschäftigungszuwachs erwartet. Am Dienstag legte das US-Verbrauchervertrauen überraschend deutlich zu.

In der Eurozone hingegen sollte die EZB mit ihrem Anleihekaufprogramm im Kampf gegen die zu niedrige Inflation den Euro weiter belasten. So waren die Verbraucherpreise im März im Jahresvergleich erneut gefallen. Vor allem der nur schwache Anstieg der Kernrate (ohne schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise) bestätigt laut Rieke den Kurs der EZB.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7273 (0,7328) britische Pfund, 128,95 (130,02) japanische Yen und 1,0463 (1,0439) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1187,00 (1185,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34 760,00 (34 630,00) Euro. 

Di, 2015-03-31 17:12
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Linke Gruppe nimmt Staatsanwalt in Istanbul als Geisel

Linksextremisten dringen in das zentrale Istanbuler Justizgebäude ein und bringen einen Staatsanwalt in ihre Gewalt. Die Geisel ist Ankläger in einem Fall, der landesweit Schlagzeilen machte.

Istanbul (dpa) - Eine linksextreme Untergrundgruppe hat in der türkischen Metropole Istanbul einen Staatsanwalt als Geisel genommen und mit seiner Ermordung gedroht. Zwei Terroristen seien am Dienstag in das Büro des Staatsanwalts im sechsten Stock des zentralen Justizgebäudes eingedrungen, sagte der Istanbuler Polizeichef Selami Altinok türkischen Medienberichten zufolge. Der Staatsanwalt ist Ankläger in dem politisch bedeutenden Fall Berkin Elvan. Der Jugendliche war bei den Gezi-Protesten im Sommer 2013 von einer Tränengaskartusche der Polizei am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden.

Zu der Geiselnahme bekannte sich die verbotene DHKP-C. Am Abend hielten die Geiselnehmer den Staatsanwalt weiter in seinem Büro fest. Die DHKP-C forderte auf ihrer Facebook-Seite unter anderem, die Polizisten, die für den Tod Berkin Elvans verantwortlich seien, müssten ein öffentliches Geständnis ablegen. Ermittlungen gegen Demonstranten, die wegen des Todes Berkin Elvans protestiert hatten, müssten eingestellt werden. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, werde der Staatsanwalt getötet.

Die DHKP-C hatte zunächst ein dreistündiges Ultimatum gestellt. Polizeichef Altinok sagte am Nachmittag, Verhandlungen mit den Geiselnehmern dauerten an. Das Vorstandsmitglied der Istanbuler Anwaltskammer, Hasan Kilic, sagte der Deutschen Presse-Agentur vom Justizgebäude aus, die Kammer sei an den Verhandlungen beteiligt.

Der Vater Berkin Elvans, Sami Elvan, teilte über Twitter mit, er wolle nicht, dass jemand zu Schaden komme. «Ich will nur einen gerechten Prozess», schrieb er. Auf der Facebook-Seite der DHKP-C war zu sehen, wie dem geknebelten Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf gehalten wurde. Unklar blieb zunächst, wie die bewaffneten Geiselnehmer in das gesicherte Justizgebäude eindringen konnten.

Die Rundfunkbehörde RTÜK verhängte auf Veranlassung der Regierung eine Sperre für Fernsehberichterstattung über die Geiselnahme. Als Grund wurde die nationale Sicherheit genannt.

Berkin Elvan war im Sommer 2013 ins Koma gefallen und im März vergangenen Jahres im Alter von 15 Jahren gestorben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Die Ermittlungen in dem Fall haben bislang keine Fortschritte gemacht.

Di, 2015-03-31 17:05
Berlin (dpa)

Windkraftanlagen in vielen Bundesländern wegen Sturms ausgeschaltet

Berlin (dpa) - Wegen des schweren Sturms sind in mehreren Bundesländern Windkraftanlagen ausgeschaltet worden. Dadurch werde verhindert, dass zu viel Strom produziert werde, sagte ein Sprecher des überregionalen Stromtrassenbetreibers 50Hertz am Dienstag in Berlin. Seit Montag seien die Verteilnetzbetreiber aufgefordert worden, Windräder vorerst zu stoppen. Das Gebiet von 50Hertz erstreckt sich über Berlin, Hamburg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Wie viele Windräder es dort gibt und welche ausgeschaltet worden sind, konnte der Sprecher nicht sagen. Bis voraussichtlich Donnerstag sollten die betroffenen Anlagen außer Betrieb bleiben, das hänge aber von der Wetterlage ab. Zuerst hatte der RBB-Sender Antenne Brandenburg über die ausgeschalteten Windkraftanlagen berichtet.

Di, 2015-03-31 17:05
Kuwait-Stadt (dpa)

Regierungen stocken Hilfe für Syrer auf 3,8 Milliarden Dollar auf

Seit vier Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Das Leiden der Menschen wird immer größer. Millionen sind auf Hilfen angewiesen. Die Weltgemeinschaft will mehr für sie tun. Aber reicht das Geld?

Kuwait-Stadt (dpa) - Die Weltgemeinschaft will ihre Hilfe für notleidende Syrer aufstocken: Auf einer Geberkonferenz in Kuwait sagten Regierungen am Dienstag eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zu.

Allerdings liegt der Betrag deutlich unter den 8,4 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro), die nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR benötigt werden, um die Syrer in Not ausreichend zu versorgen. Vor einem Jahr hatten die Regierungen in Kuwait rund 2,4 Milliarden Dollar zugesagt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon brachte zum Abschluss der Geberkonferenz seine Verärgerung darüber zum Ausdruck, dass es der internationalen Gemeinschaft nicht gelungen sei, den vierjährigen Bürgerkrieg zu stoppen. Die Verantwortlichen für die «großen Verbrechen» in Syrien müssten bestraft werden, forderte Ban Ki Moon.

Die EU erhöhte ihre Hilfszusagen an die Opfer des Bürgerkriegs um 1,1 Milliarden Euro. Damit übernehme die Europäische Union ihren Anteil der Verantwortung für die Linderung der Not in dem Bürgerkriegsland, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides. Der Syrienkrieg sei die «größte humanitäre Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg».

Nach EU-Angaben versprachen die EU-Staaten und die EU-Kommission in Kuwait doppelt soviel Geld wie bei der Geberkonferenz im vergangenen Jahr. «Das Ausmaß der Krise in Syrien stellt die Kapazitäten des gesamten Systems der internationalen Hilfe auf die Probe», sagte Stylianides.

Die Bundesregierung sagte neue Hilfsgelder in Höhe von 255 Millionen Euro zu. Vom Auswärtigen Amt kommen 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Syrien und den Nachbarländern, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte. Das Entwicklungsministerium hatte bereits 155 Millionen Euro zusätzlich zugesagt.

Kuwait und die USA wollen jeweils rund 500 Millionen Dollar (466 Millionen Euro) geben. Saudi-Arabien versprach, seine Hilfe um 60 Millionen auf 150 Millionen Dollar aufzustocken. An der Geberkonferenz nahmen mehr als 70 Staaten an dem Treffen teil.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zum Auftakt der Geberkonferenz gesagt, die Syrer seien Opfer der schlimmsten humanitären Krise der heutigen Zeit. Vier von fünf Syrern litten unter Armut und Mangel. Sie fragten nicht nach Mitleid, sondern nach Unterstützung.

Auch das UNHCR hatte die Weltgemeinschaft zu mehr Hilfe aufgerufen. «Wir erreichen gerade einen Wendepunkt, die Situation ist dabei, untragbar zu werden», sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards der Deutschen Presse-Agentur. Hilfsorganisationen beklagen, dass sie für ihre Einsätze in Syrien und den Nachbarländern nicht genug Geld erhalten. Im vergangenen Jahr waren die UN-Hilfen nur zu 57 Prozent finanziert.

Laut UNHCR sind 3,9 Millionen Syrer vor dem Krieg in Nachbarländer geflohen. Rund 600 000 syrische Flüchtlingskinder erhalten keine Schuldbildung. In Syrien selbst brauchen dem UNHCR zufolge rund zwölf Millionen Menschen Hilfe. Seit Beginn des Konflikts vor mehr als vier Jahren sind mindestens 220 000 Menschen umgekommen.

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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