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Mi, 2016-05-25 00:27
Louis/Leverkusen (dpa)

Monsanto lehnt Übernahmeofferte ab - Bayer will weiter verhandeln

Bayer wird wohl eine Schippe drauflegen müssen, um Monsanto von seinem Übernahmeplan zu überzeugen. Doch die Leverkusener bekräftigen ihre Absichten. Bei 55 Milliarden Euro liegt das Übernahmeangebot bisher. Zu wenig, sagen die Amerikaner - aber die Tür bleibt offen.

St. Louis/Leverkusen (dpa) - Bayer lässt sich von einer ersten Abfuhr beim Buhlen um den US-Rivalen Monsanto nicht entmutigen und bekräftigt seine Übernahmeabsichten. Man stehe zu seinem Angebot und sehe «konstruktiven» Gesprächen entgegen, teilten die Leverkusener am Dienstagabend mit. Zuvor hatte der umworbene US-Agrarchemiekonzern Monsanto die bisherige Kaufofferte von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als deutlich zu niedrig abgelehnt. Der Verwaltungsrat zeigte sich aber offen für weitere Verhandlungen.

Monsanto-Chef Hugh Grant verkündete, eine «integrierte Strategie» könne erhebliche Vorteile haben. Damit signalisiert das umstrittene US-Unternehmen grundsätzliches Interesse an Fusionsgesprächen. Allerdings sei das derzeitige Angebot finanziell unzureichend. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben. «Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen», bekräftigte der Leverkusener Dax-Konzern.

Am Montag war bekanntgeworden, dass der deutsche Pharma- und Pflanzenschutzriese umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro für Monsanto bietet. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar. Händler und Analysten waren von der Höhe des Gebots überrascht. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch drohten Bayer wegen der Fusionspläne mit deutlichen Bonitätssenkungen.

Doch nicht nur wegen des hohen Preises, auch wegen des schlechten Rufs von Monsanto vor allem in Europa gilt das Vorhaben als riskant. Der US-Konzern steht seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter «Roundup» benutzt. Bayer lässt sich von den Image-Problemen indes nicht abschrecken.

Die Leverkusener wollen mit der Übernahme zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Vorstandschef Werner Baumann verteidigt den Plan gegen Vorbehalte, nachdem die Aktionäre skeptisch auf die Verkündung der Übernahmeabsichten reagierten. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch einen Zusammenschluss könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben, so Baumann. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

Als wolle er seine Entschlossenheit untermauern, deckte sich der Bayer-Chef im Zuge der Milliarden-Offerte selbst in großem Stil mit Aktien seines Unternehmens ein. Allein seit Montag hat der erst seit gut drei Wochen amtierende Chef des Dax-Konzerns Aktien für fast eine Million Euro erworben, wie aus Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht. Insgesamt kaufte Baumann 11 000 Bayer-Anteilsscheine. Dabei spielte ihm eine deutliche Vergünstigung der Papiere in die Karten - denn der Kurs ist seit den aufkommenden Spekulationen über eine Übernahme von Monsanto kräftig gesunken.

Mi, 2016-05-25 00:35
Moskau (dpa) 

Russland: In zwei syrischen Orten dreitägige Waffenruhe in Kraft

Moskau (dpa) - In zwei Orten der syrischen Provinz Damaskus ist nach russischen Angaben eine dreitägige Waffenruhe in Kraft getreten. In Ost-Ghuta und in Daraja gelte seit dem 24. Mai 2016, ab 00:01 Uhr, eine 72 Stunden lange Feuerpause, teilte das russische Verteidigungsministerium am späten Dienstagabend mit.

Der russische Generalleutnant Sergej Kuralenko hatte den Schritt mit den Worten begründet, dies sei zur weiteren Stabilisierung der Lage in dem Bürgerkriegsland notwendig. Russland ist enger Partner des Regimes in Syrien und fliegt seit September Angriffe. Der Westen wirft Moskau vor, dabei auch Zivilisten und gemäßigte Gruppen zu treffen.

Di, 2016-05-24 23:24
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar einen «attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

«Wir freuen uns, dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt», sagte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. «Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.»

Bayer sehe zum jetzigen Zeitpunkt von weiteren Stellungnahmen ab, hieß es weiter.

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Di, 2016-05-24 23:21
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar «einen attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

Di, 2016-05-24 23:37
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar einen «attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

«Wir freuen uns, dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt», sagte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. «Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.»

Bayer sehe zum jetzigen Zeitpunkt von weiteren Stellungnahmen ab, hieß es weiter.

Di, 2016-05-24 22:59
Rom (dpa)

Erneut 3000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Rom (dpa) - Internationale Rettungskräfte haben am Dienstag erneut etwa 3000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Unter anderem hätten Schiffe der italienischen Küstenwache, der Militäroperation EUNAVFOR MED und einer Hilfsorganisation bei insgesamt 23 Einsätzen Migranten in Sicherheit gebracht, teilte die Küstenwache am Abend mit. Die Flüchtlinge waren in Booten aus Nordafrika in Richtung Italien unterwegs. Die Zahl der seit Montag geretteten Flüchtlinge sei damit auf 5600 gestiegen, hieß es. Vor allem im Frühling und Sommer wagen zahlreiche Menschen in teilweise seeuntüchtigen Schlauchbooten die gefährliche Überfahrt. 

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Di, 2016-05-24 21:56
Washington (dpa)

Sanders beantragt Überprüfung der Vorwahl in Kentucky

Washington (dpa) - Nach dem Wimpernschlag-Sieg Hillary Clintons bei der Vorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Kentucky wird das Wahlergebnis überprüft. Clintons knapp unterlegener Gegenkandidat Bernie Sanders beantragte eine Prüfung der Briefwahlunterlagen sowie der Wahlautomaten. Wie Wahlleiterin Alison Grimes am Dienstag erklärte, soll das am Donnerstagmorgen (Ortszeit) geschehen.

Sanders hatte bei der Abstimmung am 17. Mai nur mit weniger als einem halben Prozentpunkt und weniger als 2000 Stimmen Rückstand auf Clinton verloren. Jüngste Äußerungen ließen seinen Ärger über Grimes erkennen, die vor laufenden Fernsehkameras Clinton zur Siegerin erklärt hatte. Die Politikerin aus Kentucky zählt seit langem zu den Unterstützerinnen der ehemaligen Außenministerin.

Sanders liegt im Clinch mit großen Teilen der Parteiführung. Die Überprüfung der Stimmen in Kentucky bringt ihm im besten Falle einen weiteren Delegierten - sein Rückstand auf Clinton beträgt aber mehrere Hundert. Ungeachtet einiger Zugeständnisse seitens der Partei hatte Sanders kürzlich angekündigt, der Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli in Philadelphia könnte «chaotisch» werden.

Di, 2016-05-24 20:13
Louis/Leverkusen (dpa)

Monsanto lehnt Bayer-Übernahmeofferte ab - aber offen für Gespräche

Bayer wird wohl eine Schippe drauflegen müssen, um Monsanto von seinen Fusionsabsichten zu überzeugen. Bei 55 Milliarden Euro liegt das Übernahmeangebot bisher. Zu wenig, sagen die Amerikaner und geben Bayer einen Korb - vorerst. Die Tür für Verhandlungen bleibt offen.

St. Louis/Leverkusen (dpa) - Bayer muss bei seiner geplanten Milliardenübernahme des umstrittenen US-Agrarchemiekonzern Monsanto nachbessern. Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

Monsanto-Chef Hugh Grant verkündete, eine «integrierte Strategie» könne erhebliche Vorteile haben. Damit zeigt die umworbene Gesellschaft grundsätzliche Offenheit für Fusionsverhandlungen. Allerdings bewerte das derzeitige Angebot von Bayer Monsanto als deutlich zu niedrig. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben. Der Leverkusener Dax-Konzern wollte sich zunächst nicht zu der Ablehnung äußern.

Am Montag war bekanntgeworden, dass der deutsche Pharma- und Pflanzenschutzriese umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro für Monsanto bietet. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar. Händler und Analysten waren von der Höhe des Gebots überrascht. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch drohten Bayer wegen der Fusionspläne mit deutlichen Bonitätssenkungen.

Doch nicht nur wegen des hohen Preises, auch wegen des schlechten Rufs von Monsanto vor allem in Europa gilt das Vorhaben als riskant. Der US-Konzern steht seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter «Roundup» benutzt. Bayer lässt sich von den Image-Problemen indes nicht abschrecken.

Die Leverkusener wollen mit der Übernahme zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Vorstandschef Werner Baumann verteidigt den Plan gegen Vorbehalte, nachdem die Aktionäre skeptisch auf die Verkündung der Übernahmeabsichten reagierten. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch einen Zusammenschluss könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben, so Baumann. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

Als wolle er seine Entschlossenheit untermauern, deckte sich der Bayer-Chef im Zuge der Milliarden-Offerte selbst in großem Stil mit Aktien seines Unternehmens ein. Allein seit Montag hat der erst seit gut drei Wochen amtierende Chef des Dax-Konzerns Aktien für fast eine Million Euro erworben, wie aus Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht. Insgesamt kaufte Baumann 11 000 Bayer-Anteilsscheine. Dabei spielte ihm eine deutliche Vergünstigung der Papiere in die Karten - denn der Kurs ist seit den aufkommenden Spekulationen über eine Übernahme von Monsanto kräftig gesunken.

Di, 2016-05-24 20:14
Essen/Duisburg (dpa)

Bericht: Polizei wusste vor Sikh-Tempel-Anschlag von geplanten Taten

Essen/Duisburg (dpa) - Vor dem Anschlag auf das Sikh-Gebetshaus in Essen hat die Polizei in NRW einem Medienbericht zufolge Hinweise auf geplante Straftaten der drei Tatverdächtigen bekommen. Die Mutter eines der Jugendlichen habe der Polizei in Duisburg drei Wochen vor dem Anschlag Fotos von Notizen vorgelegt, in denen die drei unter anderem von der «Bekämpfung von Ungläubigen» sprachen. Das berichten die «Süddeutsche Zeitung» (Mittwoch) sowie die Sender WDR und NDR. Daraufhin wurden laut Polizei «gefahrenabwehrende polizeiliche Maßnahmen» getroffen. Der «Süddeutschen Zeitung» zufolge wurden die Notizen aber erst zehn Tage nach dem Anschlag endgültig ausgewertet.

Ein Sprecher der Polizei Duisburg war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem Bericht zu erreichen.

Das Innenministerium werde sich von den zuständigen Behörden berichten lassen und wolle den Innenausschuss am 2. Juni ausführlich über den Sachverhalt informieren, sagte ein Sprecher am Abend.

Am Montag hatte die Polizei Gelsenkirchen eingeräumt, einem Hinweis auf einen der Täter nicht entschlossen genug nachgegangen zu sein. Bei dem Anschlag auf das Sikh-Gebetshaus Mitte April waren drei Menschen verletzt worden. Wenige Tage später nahm die Polizei zwei 16-Jährige mit Kontakten in die Islamistenszene fest. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Anfang Mai kam ein dritter, 17 Jahre alter Jugendlicher in Haft.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-24 20:46
Berlin (dpa)

Amnesty: EU-Staaten umgehen Lieferstopp für Waffen nach Ägypten

Berlin (dpa) - Der offizielle Lieferstopp der Europäischen Union für Waffen und Munition nach Ägypten wird nach einem Bericht von Amnesty International von fast der Hälfte der EU-Mitglieder ignoriert, darunter auch Deutschland. Demnach versorgen 12 von 28 Mitgliedsstaaten Ägypten weiterhin mit Rüstungsgütern und Polizeiausrüstung. Allein 2014 seien aus der EU Rüstungsexporte im Gesamtwert von mehr als sechs Milliarden Euro genehmigt worden.

Die EU hatte einen grundsätzlichen Lieferstopp für Waffen und Munition beschlossen, nachdem ägyptische Sicherheitskräfte im August 2013 Hunderte Demonstranten getötet hatten. Die Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi steht international wegen Verletzungen von Bürger- und Menschenrechten immer wieder in der Kritik.

Als weitere EU-Staaten, die den Lieferstopp missachten, nannte die Menschenrechtsorganisation unter anderem Frankreich, Italien, Tschechien und Bulgarien. Nach Amnesty-Angaben wurden Kleinwaffen und leichte Waffen sowie Munition, gepanzerte Fahrzeuge, Militärhubschrauber und Überwachungstechnologie geliefert.

Amnesty-Rüstungsexperte Matthias John forderte einen sofortigen Lieferstopp für Rüstungsgüter, die zur Unterdrückung der Bevölkerung verwendet werden können. «Angesichts der andauernden Menschenrechtsverletzungen des ägyptischen Militärs und der Sicherheitskräfte sind weitere Rüstungsexporte aus Deutschland das falsche Signal.»

Di, 2016-05-24 20:10
Washington (dpa)

Sanders beantragt Überprüfung der Vorwahl in Kentucky

Washington (dpa) - Nach dem Wimpernschlag-Sieg Hillary Clintons bei der Vorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Kentucky wird das Wahlergebnis möglicherweise überprüft. Clintons knapp unterlegener Gegenkandidat Bernie Sanders habe eine Prüfung der Briefwahlunterlagen sowie der Wahlautomaten beantragt, teilte Wahlleiterin Alison Grimes am Dienstag mit.

Sanders hatte bei der Abstimmung am 17. Mai nur mit weniger als einem halben Prozentpunkt und weniger als 2000 Stimmen Rückstand auf Clinton verloren. Jüngste Äußerungen ließen seinen Ärger über Grimes erkennen, die vor laufenden Fernsehkameras Clinton zur Siegerin erklärt hatte. Die Politikerin aus Kentucky zählt seit langem zu den Unterstützerinnen der ehemaligen Außenministerin.

Sanders liegt im Clinch mit großen Teilen der Parteiführung. Die Überprüfung der Stimmen in Kentucky bringt ihm im besten Falle einen weiteren Delegierten - sein Rückstand auf Clinton beträgt aber mehrere Hundert. Ungeachtet einiger Zugeständnisse seitens der Partei hatte Sanders kürzlich angekündigt, der Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli in Philadelphia könnte «chaotisch» werden.

Di, 2016-05-24 19:38
Istanbul (dpa) 

Sechs Soldaten bei mutmaßlichem PKK-Anschlag in Osttürkei getötet

Istanbul (dpa) - Bei einem Bombenanschlag und anschließenden Gefechten in der osttürkischen Provinz Van sind mindestens sechs Soldaten getötet worden, darunter ein Major. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, das Fahrzeug der Streitkräfte sei am Dienstag im Distrikt Caldiran in eine Sprengfalle geraten. Nach der Detonation des ferngezündeten Sprengsatzes seien Kämpfe ausgebrochen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat verantwortlich. Die PKK verübt immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-24 19:05
Louis (dpa)

Monsanto lehnt Bayer-Milliardenofferte ab

St. Louis (dpa) - Der US-Agrarchemiekonzern Monsanto hat das Milliarden-Übernahmeangebot von Bayer abgelehnt. Die Offerte über umgerechnet rund 55 Milliarden Euro sei finanziell unzureichend, teilten die Amerikaner am Dienstag mit. Das Management habe sich einstimmig zur Ablehnung des Angebots entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche.

Am Montag war bekanntgeworden, dass Bayer Monsanto übernehmen will. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Dax-Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar.

Di, 2016-05-24 19:22
Meseberg (dpa) 

Schwarz-roter Schulterschluss im Zauberschloss Von Tim Braune, dpa

Kanzlerin Merkel hat zwischen ihre Gipfelreisen das Kabinett zur Klausur im malerischen Brandenburg zusammengetrommelt. Bevor der Wahlkampf richtig losgeht, will Schwarz-Rot alle großen Themen abgeräumt haben. Beim Integrationsgesetz hat es geklappt.

Meseberg (dpa) - Es wird noch gelacht in der großen Koalition. Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Günther Oettinger stehen auf den Stufen von Schloss Meseberg. Theodor Fontane adelte den hübschen Barockbau einst bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg als  «Zauberschloss».  

Der schwarz-roten Koalition wohnt ja spätestens seit Ausbruch der Flüchtlingskrise kein Zauber mehr inne. Da dürften sich CDU, CSU und SPD ausnahmsweise einig sein. Umso wichtiger sind 16 Monate vor der Bundestagswahl und eine auftrumpfende AfD vor Augen jetzt Bilder, die das Gegenteil demonstrieren. 

Die Kanzlerin und ihr Vize haben gerade EU-Digitalkommissar Oettinger herzlich begrüßt. Merkel, die nicht mit dem Hubschrauber, sondern im Dienst-Audi die 70 Kilometer in das nördliche Berliner Umland zurückgelegt hat, scheint etwas Lustiges zu erzählen - jedenfalls wiehert SPD-Chef Gabriel vor Lachen.

Merkel, weißer Blazer zu schwarzer Hose, schleppt bei ihrer Ankunft ein paar Akten und eine weinrote Handtasche. Ihre Büroleiterin und engste Vertraute Beate Baumann hat einen Rucksack geschultert. Wie ein Feldmarschall bleibt Merkel kurz auf der Schlosstreppe stehen und überblickt die malerische Szenerie. Den Reportern wirft sie ein Lächeln zu, vom Reisestress - Merkel war gerade in Istanbul beim UN-Nothilfegipfel und zum Gespräch mit Präsident Erdogan - ist zumindest äußerlich nichts zu sehen. Am Mittwoch muss die Kanzlerin nach der Klausur schon wieder nach Japan zum G7-Gipfel aufbrechen.

Drinnen im Schloss füllt sich der «Gartensaal». Am improvisierten Kabinettstisch ist es kuschelig eng. Fast alle sind da. Nur das Schwergewicht fehlt. Wolfgang Schäuble muss nach Brüssel. Wieder einmal Griechenland retten. Gabriel holt sein Smartphone raus, zeigt Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Bildungskollegin Johanna Wanka (CDU) ein paar Schnappschüsse. Dann nehmen alle Platz und lauschen mit Fensterblick in die brandenburgische Pampa Oettingers Vortrag zur digitalen Revolution.

Beim Klassenfoto auf der hinteren Schlosstreppe zum Garten hinaus herrscht ausgelassene Fröhlichkeit. Merkel dirigiert ihre Mannschaft. Das macht sie einmal etwas streng, so dass Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) lachend dazwischen ruft: «Man merkt, dass Sie in der Türkei waren, Frau Merkel!» 

Was die Inhalte angeht, sickert in Meseberg durch, dass sich die Regierung auf letzte Details beim Integrationsgesetz verständigt hat. Umstritten war, zu welchen Bedingungen anerkannte Flüchtlinge dauerhaft im Land bleiben dürfen oder wie Länder den Wohnsitz vorschreiben können, um die Bildung sozialer Brennpunkte zu verhindern. Förmlich beschlossen wird das Maßnahmenpaket vom Kabinett erst an diesem Mittwoch. 

Das ist ein Signal, das Merkel sich gewünscht hat. Schwarz-Rot ist handlungsfähig. Gerade in einem Moment, wo der Nachbar Österreich beinahe aus der Kurve geflogen wäre. Der Last-Minute-Sieg des Grünen Alexander van der Bellen bei der Präsidentenwahl über den Rechtspopulisten Norbert Hofer bewegt die Kabinettsrunde in Meseberg auch am Tag danach noch. 

Am Abend sollte es dann gemütlich zugehen. Merkel und Kanzleramtschef Peter Altmaier haben Grillen im Schlossgarten angesetzt. Bei der ersten Klausur dieser schwarz-roten Regierungsmannschaft Anfang 2014 wurde es richtig spät. Nach dem ein oder anderen Himbeergeist fielen die Minister müde ins Bett.

Gefahr für die schwarz-rote Grillparty drohte von der Wetterfront. Zeitweise türmten sich dunkle Gewitterwolken im Himmel über Fontanes Zauberschloss auf. «Das ist Tief Horst», meinte einer. Eine Erfahrung haben Merkel, Gabriel & Co. in zweieinhalb Jahren «Groko» des öfteren gemacht - wenn CSU-Chef Horst Seehofer irgendwo nicht dabei war, drohte hinterher Ungemach.

Der größere Störenfried aus Merkels Sicht dürfte derzeit aber der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein. Kurz vor dem Angrillen kommt in Meseberg die Nachricht aus Istanbul herein, dass Erdogan das Flüchtlingsabkommen mit der EU platzen lassen will, wenn sein Land keine Visafreiheit bekommt. Das dürfte die Stimmung der schwarz-roten Klassenfahrt doch noch deutlich getrübt haben.   

Di, 2016-05-24 19:17
Louis/Leverkusen (dpa)

Monsanto lehnt Bayer-Übernahmeangebot ab - aber offen für Gespräche

55 Milliarden Euro bietet Bayer bisher für den US-Agrarchemiekonzern Monsanto. Zu wenig, sagen die Amerikaner und lassen die Leverkusener abblitzen - zunächst.

St. Louis/Leverkusen (dpa) - Bayer muss bei seiner geplanten Milliardenübernahme des umstrittenen US-Agrarchemiekonzern Monsanto nachbessern. Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Das Management habe sich einstimmig zur Ablehnung der Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

Monsanto-Chef Hugh Grant sagte der Mitteilung zufolge, eine «integrierte Strategie» könne erhebliche Vorteile haben. Allerdings bewerte das derzeitige Angebot von Bayer Monsanto als deutlich zu niedrig. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben.

Am Montag war bekanntgeworden, dass der Pharma- und Pflanzenschutzriese Bayer Monsanto für umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro übernehmen will. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Dax-Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar.

Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter «Roundup» benutzt. Bayer hält die Image-Probleme indes für beherrschbar.

Bayer will mit der Übernahme zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Vorstandschef Werner Baumann hatte trotz der Vorbehalte von Aktionären seine Pläne verteidigt. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch die Kombination ihrer Fähigkeiten könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

Di, 2016-05-24 18:05
Istanbul (dpa)

Ban kritisiert geringe Teilnahme reicher Staaten an Nothilfegipfel

Mit dem ersten Weltnothilfegipfel in Istanbul wollten die UN die Versorgung bedürftiger Menschen verbessern. Doch die höchsten Vertreter der führenden Staaten blieben dem Treffen fern. Das sorgt für Ärger.

Istanbul (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die geringe Teilnahme reicher Industriestaaten am ersten Weltnothilfegipfel in Istanbul kritisiert. Es sei enttäuschend, dass einige Weltführer nicht dabei gewesen seien, vor allem von den G7-Staaten, sagte Ban Ki Moon am Dienstag zum Abschluss des zweitägigen Treffens. Hilfsorganisationen zogen ein kritisches Fazit des UN-Gipfels.

Ausdrücklich nahm Ban Ki Moon Bundeskanzlerin Angela Merkel von seiner Kritik aus, die am Montag an dem Gipfel teilgenommen hatte. Der UN-Generalsekretär rief die führenden Staaten zu größerem Engagement bei der Suche nach politischen Lösungen für Krisen auf. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ermahnte die Staaten, ihre in Istanbul gemachten Verpflichtungen umzusetzen. 

Bei dem zweitägigen Gipfel diskutierten rund 6000 Vertreter von Staaten, Organisationen und Unternehmen, wie die oft unzureichende Hilfe für notleidende Menschen in Krisengebieten verbessert werden kann. Mit Ausnahme von Deutschland schickten die führenden Geberländer jedoch nicht ihre höchsten Vertreter. 

Unter anderem wurde auf dem Gipfel über eine stabilere Finanzierung der Nothilfe und die Vermeidung von Konflikten diskutiert. Die UN reagierten damit auf die massive gestiegene Zahl an Krisen und Menschen in Not. Weltweit brauchen laut den Vereinten Nationen 125 Millionen Menschen Hilfe, 60 Millionen sind auf der Flucht.

Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, erklärte, der Gipfel habe die Aufmerksamkeit auf die internationale humanitäre Hilfe gelegt. Allerdings sei es negativ, dass außer Merkel nur wenige hohe Regierungsvertreter an dem Treffen teilgenommen hätten. Das deute darauf hin, dass die harte politischen Fragen offensichtlich nicht diskutiert werden sollten.

Der UN-Nothilfe-Experte und Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Jan Egeland, forderte einen stärkeren Fokus auf notleidende Menschen in Krisengebieten, die nicht erreicht werden könnten. «Natürlich brauchen wir mehr Geld und eine bessere Organisation», erklärte er. Gleichzeitig gebe es aber Millionen Menschen in Not, die von Hilfe abgeschnitten seien.

Egeland nannte als Beispiel die westirakische Stadt Falludscha. Iraks Armee versucht derzeit, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von dort zu vertreiben. 50 000 Zivilisten seien von Hilfe abgeschnitten, warnte Egeland. Auch im Bürgerkriegsland Syrien werden vor allem vom Regime zahlreiche Gebiete blockiert, so dass sie kaum Hilfe von außen bekommen.

Schon im Vorfeld hatte es Kritik an dem Gipfel gegeben. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sagte ihre Teilnahme in Istanbul ab, weil sie das Treffen für ein «Feigenblatt» hält. Kritiker äußerten die Befürchtung, in Istanbul gemachte Zusagen würden später nicht umgesetzt.

Di, 2016-05-24 19:00
Berlin (dpa)

Merkel reist zu G7-Gipfel nach Japan - Wirtschaft und Krisen Themen

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Mittwoch (12.30 Uhr) zum G7-Gipfel nach Japan. Am Donnerstag und Freitag kommen in der Stadt Ise-Shima die Staats- und Regierungschefs der USA, von Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland zusammen. Schwerpunktthemen sind die aktuellen Risiken für die Weltwirtschaft, der Syrien-Krieg, die Flüchtlingskrise, Terrorbedrohungen und der Klimawandel. Japan pocht auf eine Steigerung des Wirtschaftswachstums unter anderem durch schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme. Das lehnt Merkel ab. Sie setzt wiederum auf Signale für gemeinsame Reaktionen auf die Flüchtlingsbewegung, etwa durch das Bekämpfen von Fluchtursachen und durch Hilfe von internationalen Entwicklungsbanken.

Di, 2016-05-24 19:00
Kopenhagen (dpa)

Wissenswert für Badenixen: EU-Bericht klärt über sichere Gewässer auf

Kopenhagen (dpa) - Der Badegewässer-Bericht der Europäischen Union gibt am Mittwoch (12.00 Uhr) Aufschluss darüber, wo Europäer in diesem Sommer unbekümmert baden können. Für den Report haben Experten die Wasserqualität an mehr als 21 000 Badestellen in den EU-Staaten sowie in der Schweiz und Albanien unter die Lupe genommen. Die Daten, die die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen veröffentlicht, stammen allerdings aus der vergangenen Badesaison. Beim letzten Mal waren die meisten der rund 2290 aufgelisteten Badeplätze in Deutschland als gut bis ausgezeichnet eingestuft worden. Über 97 Prozent der Badestellen an deutschen Flüssen, Seen und Küstenstränden erfüllten die EU-Mindeststandards.

Di, 2016-05-24 18:44
Francisco (dpa)

VW kommt Lösung im US-Rechtsstreit um Abgas-Betrug näher

«Substanzielle Fortschritte» bescheinigt der zuständige Richter: VW kann auf ein baldiges Ende des US-Massenverfahrens in den Vereinigten Staaten hoffen. Wie hoch die Quittung ausfallen wird, bleibt aber weiter unklar, denn neue Details zum Vergleich gibt es vorerst nicht.

San Francisco (dpa) - Volkswagen macht auf dem Weg zu einem Vergleich im «Dieselgate»-Mammutverfahren in den USA weiter Fortschritte. Der Konzern und die zahlreichen Kläger gingen in die richtige Richtung, um fristgemäß eine Einigung zu präsentieren, sagte der zuständige Richter Charles Breyer bei einer Anhörung am Dienstag in San Francisco. Er sei «extrem dankbar» für die Anstrengungen, die alle Beteiligten unternähmen, um rechtzeitig eine Lösung zu finden.

Wie bereits bei einer Anhörung im April kündigte Breyer erneut an, dass von den Abgasmanipulationen betroffene Dieselautos zurückgekauft oder umgerüstet werden müssten. VW muss den geschädigten Besitzern und Leasing-Partnern anbieten, die Wagen zurückzunehmen oder Verträge aufzulösen. Das könnte für den Konzern sehr teuer werden. Denn bei vielen Fahrzeugen gilt es als unwahrscheinlich, dass sie durch Reparaturen in einen zulässigen Zustand versetzt werden können. Darüber hinaus sollen VW-Besitzer noch eine «substanzielle Entschädigung» erhalten, bekräftigte Breyer.

Außerdem werde der Wolfsburger Autohersteller Geld in US-Umweltfonds einzahlen, so Breyer weiter. Um welche Summen es bei diesen Beiträgen und den Entschädigungszahlungen geht, blieb weiter unklar. Neue Details einer möglichen Lösung nannte der Richter nicht. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die Kläger - dazu zählen neben den Autobesitzern auch US-Behörden, die wegen Verstößen gegen Umweltgesetze und Wettbewerbsverzerrung auf Wiedergutmachung pochen - bis zum 21. Juni die Unterlagen für den verbindlichen Vergleich einreichen.

Für den 30. Juni setzte Breyer eine weitere öffentliche Anhörung an. Bis zum 26. Juli will er bekanntgeben, ob sein Gericht dem vorgeschlagenen Vergleich der Streitparteien zustimmt. Im April hatte VW mit den Klägern eine provisorische Einigung erzielt, die allerdings nur für etwa 480 000 kleinere Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren gilt, die in den USA mit «Defeat Device» genannten Betrugs-Programmen zum Austricksen von Emissionstests ausgerüstet sind. Insgesamt haben dort rund 580 000 Dieselwagen aus dem Konzern eine verbotene Software an Bord.

Über die Umrüstung und Entschädigung der größeren Fahrzeuge mit von der VW-Tochter Audi entwickelten 3,0-Liter-Dieselmotoren wird weiter verhandelt. Richter Breyer zeigte sich mit Blick auf diesen bislang ungeklärten Aspekt aber gelassen - diese Wagen seien später hinzugekommen, also dauere die Klärung eben etwas länger. Volkswagen versprach in einem Statement, sich um eine schnelle Lösung zu bemühen und reagierte erleichtert auf die Fortschritte im Rechtsstreit. «Die grundsätzliche Einigung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Wiedergutmachung und bei der Arbeit, das Vertrauen der Kunden, Autohäuser, Behörden und US-Öffentlichkeit zurückzugewinnen.»

Auch wenn das Unternehmen auf Kurs scheint, wichtige rechtliche Baustellen in den USA zu schließen, bleiben die konkreten finanziellen Belastungen weiter offen. Obwohl VW weltweit etwa elf Millionen Autos manipuliert hat, dürfte die Rechnung in den USA, wo der Abgas-Skandal ans Licht gekommen war, am höchsten ausfallen.

Die Wolfsburger hatten im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA zugegeben, in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Für die finanziellen Folgen des Skandals hat VW bislang 16,2 Milliarden Euro zurückgelegt, was dem Konzern für das vergangene Jahr den schwersten Verlust seiner Unternehmensgeschichte eingebrockt hat.

Ob von einer Einigung in den USA auch Kunden im Ausland profitieren würden, ist äußerst fraglich. VW-Chef Matthias Müller hat für Deutschland und Europa Entschädigungen im gleichen Umfang wie in den USA ausgeschlossen. Es werde keine direkte Übertragung der Lösung geben, die in den USA diskutiert werde, hatte er bei der Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns Ende April klargestellt.

Verbraucherschützer kritisieren die unterschiedliche Behandlung von Kunden in den USA und Europa. Einige Anwaltskanzleien haben sich zum Ziel gesetzt, auch für VW-Besitzer in Deutschland Entschädigungen zu erstreiten. Aufgrund der unterschiedlichen Rechtssysteme sind die Erfolgsaussichten allerdings ungewiss.

Di, 2016-05-24 18:54
Athen/Idomeni (dpa)

Gut 2000 Flüchtlinge aus Idomeni umgesiedelt

Das wilde Zeltlager in Idomeni wird bald Geschichte sein. Tausende Flüchtlinge werden mit sanftem Druck in andere Lager in Griechenland gebracht. Ob es ihnen dort besser geht, muss sich erst noch zeigen.

Athen/Idomeni (dpa) - Friedliche Räumung des Flüchtlingscamps im griechischen Idomeni: Am Dienstag haben gut 2000 Menschen das wilde Lager an der Grenze zu Mazedonien verlassen. Sie wurden mit Bussen in Auffanglager gebracht. Widerstand gab es nicht. Die Evakuierung des Camps, in dem sich zuletzt noch bis zu 9000 Menschen aufhielten, soll mehrere Tage dauern. «Bis um 19.00 Uhr (18.00 MESZ) haben 2024 Menschen das Lager verlassen», teilte die Polizei am Dienstagabend mit.

Die lange angekündigte Räumung hatte am frühen Morgen begonnen. Rund 1400 Polizisten hielten sich in Bereitschaft und sperrten das Lager weiträumig ab. Polizeibeamte in Zivil kontrollierten jeden, der nach Idomeni fahren wollte. Sie ließen nur Einwohner der Region durch.

Die Polizei veröffentlichte am Nachmittag Videoaufnahmen, die von ihrem Hubschrauber aus gedreht worden waren. Deutlich zu sehen waren Migranten, die koordiniert und ohne Gewaltanwendung in Busse stiegen und das Lager verließen. Augenzeugen berichteten, Zelte und Plastikplanen sowie Müll seien mit einem Bagger beseitigt worden.

Reporter zählten bis zum Abend  mindestens 40 Busse, die das Lager verließen und ins Landesinnere fuhren. Die Aktion sollte bis Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden und am Mittwochmorgen fortgesetzt werden. «Alles wie am Schnürchen. Die Menschen kommen jetzt in bessere Lager», sagte der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, im griechischen Rundfunk. Diese sind überwiegend in der Region der Hafenstadt Thessaloniki.

In Idomeni hatte sich nach der schrittweisen Schließung der Balkanroute im Februar und dem Bau eines Zauns seitens Mazedoniens ein wildes Lager gebildet. Bis zu 15 000 Menschen - unter ihnen viele Frauen und Kinder - harrten im März trotz Menschen unwürdiger Zustände aus. Sie hofften, dass die Balkanroute wieder aufgemacht wird, damit sie nach Mittel- und Nordeuropa weiterreisen können. Immer wieder versuchten sie vergeblich, die Grenze zu passieren.

Die Hilfsorganisation medico international beklagte, die Zustände in anderen Lagern seien teilweise noch schlechter als in Idomeni. Die versprochenen Zugänge zum Asylverfahren und Familiennachführung scheiterten zumeist an der mangelhaften Ausstattung, die auch eine Folge der EU-Sparpolitik sei. Auch die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke bezeichnete es als «armselig», dass die Flüchtlinge in andere Lager gebracht würden, wo noch schlimmere Zustände herrschten. «Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten hätten diese Flüchtlinge aufnehmen müssen.»

Di, 2016-05-24 18:03
Wolfsburg (dpa)

Volkswagen beteiligt sich mit 267 Millionen Euro an Uber-Konkurrent

Wolfsburg (dpa) - Im Zuges eines geplanten Umbaus steigt Volkswagen mit 267 Millionen Euro (300 Mio Dollar) bei der Taxi-App Gett ein. Mit einer «signifikanten Beteiligung» ebne Volkswagen damit den Weg für neue Mobilitätskonzepte, teilte der Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit. Gett ist den Angaben zufolge in mehr als 60 Städten weltweit aktiv. Die Firma vermittelt ähnlich wie die umstrittene US-Firma Uber Fahrdienstleistungen auf Abruf, auch Taxifahrten.

VW hatte auch als Reaktion auf den Abgas-Skandal angekündigt, sich zu einem «Mobilitätsdienstleister» zu wandeln. Dies ist Teil einer neuen Strategie, die VW-Chef Matthias Müller noch im Sommer vorstellen will und zu denen auch mehr Elektromobilität gehört. Branchenexperten halten Geschäftsmodelle, in denen Autos im weitesten Sinne mit anderen geteilt werden, für einen wichtigen Zugang zum Zukunftsmarkt der Mobilitätsdienstleistungen.

Volkswagen hatte bereits angekündigt, eine stärkere Zusammenarbeit mit Partnern im Geschäftsfeld Mobilität zu prüfen - nun folgt der Einstieg bei der Firma Gett. Gemeinsam will VW digital vernetzte Dienstleistungen rund um das Thema Mobilität ausweiten. Müller bezeichnete die Beteiligung an Gett als «Meilenstein».

Auch andere Autobauer weiten ihre Mobilitätsangebote aus, Daimler ist etwa mit der Tochter MyTaxi aktiv. Daimler und BMW sind auch im wachsenden Carsharing-Markt unterwegs. Dagegen hatte sich VW mit einem eigenen Angebot aus dem hartumkämpften Markt zurückgezogen.

Gett mit Entwicklungsstandort in Israel sieht sich als einer der führenden Anbieter auf dem europäischen Markt für die Vermittlung von Fahrdienstleistungen. Die Firma ist aktiv etwa in London, Moskau und New York. Das Geschäftsmodell sieht demnach vor, dass ausschließlich Fahrer zum Einsatz kommen, die über eine entsprechende offizielle Lizenz zur Personenbeförderung verfügen. Mit einer App können Kunden per Knopfdruck Fahrten entweder sofort oder im Voraus buchen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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