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e-autos / 12.Feb 2016

Deutsche kaufen mehr Teslas als Porsche Panamera

Gut fürs Klima, schlecht für die deutsche Konkurrenz: Das strombetriebene Model S von Tesla aus Kalifornien verkauft sich inzwischen auf einigen Märkten besser als herkömmliche Luxusautos. Tesla-Chef Elon Musk verspricht erstmals schwarze Zahlen – und ein E-Auto für die Massen.

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Fr, 2016-02-12 14:51
Brüssel (dpa)

Realistischere Abgastests für Dieselautos nehmen weitere Hürde

Brüssel (dpa) - Realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge rücken näher. Die EU-Länder stimmten dem neuen Rechtsrahmen am Freitag in Brüssel zu. Künftig sollen die Emissionen im Straßenverkehr und nicht im Labor getestet werden. Allerdings sollen jahrelang noch großzügige Abweichungen von geltenden Grenzwerten erlaubt sein. Aus formalen Gründen nahmen die fachfremden EU-Finanzminister die Regelung an. Das Europaparlament hatte bereits in der vergangenen Woche de facto zugestimmt.

Erlaubt sind nach der Euro-6-Abgasnorm, die seit fast zehn Jahren gilt, nur 80 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer. Diesen Wert sollen neu entwickelte Fahrzeugtypen in einem ersten Schritt zwischen September 2017 und Januar 2020 noch um mehr als das Doppelte überschreiten dürfen. Ab 2020 soll eine Überschreitung dann noch um die Hälfte toleriert werden. Bevor die neuen Testverfahren kommen können, müssen weitere Details separat geregelt werden. Dies steht noch aus.

Stickoxide können zu Atem- sowie Kreislaufbeschwerden führen und tragen zur Bildung von Feinstaub bei. Die Schadstoffe stehen auch im Zentrum des Volkswagen-Skandals um manipulierte Abgaswerte.

Fr, 2016-02-12 14:38
Bamako (dpa)

Drei Tote bei Angriff auf UN-Lager in Mali

Im Norden Malis häufen sich Anschläge gegen UN-Truppen und das Militär. Jetzt haben unbekannte Täter ein UN-Lager mit Raketen beschossen - nur wenige Stunden vor einem Besuch von Bundespräsident Gauck im Land.

Bamako (dpa) - Kurz vor dem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Mali haben mutmaßliche Islamisten ein Lager der UN-Friedenstruppen im Norden des Landes mit Raketen angegriffen. Mindestens drei Blauhelme seien bei dem Angriff in der Stadt Kidal am frühen Freitagmorgen getötet worden, sagte Mahamat Saleh Annadif, der UN-Sonderbeauftragte in Mali. Rund 30 Menschen seien bei dem «abscheulichen und unverantwortlichen» Anschlag verletzt worden.

Am Freitagmorgen hatte ein Vertreter des Militärs zunächst von zwei Toten gesprochen. Es handele sich dabei um Soldaten aus dem westafrikanischen Guinea. Augenzeugenberichten zufolge wurde auch ein UN-Hubschrauber von Schüssen getroffen. Olivier Salagado, der Sprecher der UN-Friedensmission im westafrikanischen Mali (Minusma), bestätigte den Angriff, gab aber zunächst keine weiteren Details bekannt.

Am Donnerstag hatten unbekannte Angreifer bei einer Attacke auf ein Zollamt im nördlichen Ort Hombori einen Soldaten und zwei Zivilisten getötet. Am Dienstag waren in der Region bei der Explosion einer Sprengfalle drei malische Soldaten getötet und zwei weitere schwer verletzt worden.

Bundespräsident Joachim Gauck traf am Freitag zu einem Treffen mit deutschen Soldaten in Mali ein. In der Hauptstadt Bamako wurde er von Präsident Ibrahim Boubacar Keita begrüßt. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der Kampf gegen islamistische Terrorgruppen und Rebellen im Norden Malis.

Gauck will mit Mitgliedern der europäischen Ausbildungsmission EUTM, der UN-Friedenstruppe Minusma, mit deutschen Polizisten und Entwicklungshelfern sprechen. Danach ist der Besuch eines Feldlagers für deutsche und andere europäische Soldaten in Koulikoro bei  Bamako vorgesehen.

Im relativ sicheren Süden Malis bilden derzeit etwa 200 Bundeswehr-Angehörige im Rahmen der EU-Mission malische Soldaten aus. Darüber hinaus beteiligt sich die Bundeswehr im gefährlicheren Norden mit künftig bis zu 650 Soldaten an der UN-Friedensmission. Inzwischen sind die ersten 40 deutschen Soldaten in der früheren Rebellenhochburg Gao eingetroffen. Kidal, der Ort des Anschlags am Freitag, liegt rund 350 Kilometer nordöstlich von Gao.

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Kämpfer gefallen, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt werden konnten.

Fr, 2016-02-12 14:36
München/Istanbul (dpa)

Wie groß sind die Chancen für Frieden in Syrien? Von Michael Fischer und Jan Kuhlmann, dpa

Seit Freitagfrüh gibt es einen Plan für eine Feuerpause in Syrien. Was dieser wert ist, werden erst die nächsten Tage zeigen. Die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland gehen zunächst einmal weiter.

München/Istanbul (dpa) - Die Münchner Syrien-Konferenz hat neue Hoffnung auf ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs in dem arabischen Land geweckt. Es gibt aber auch erhebliche Zweifel, dass die Ergebnisse umsetzbar sind.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Die Konfliktparteien sollen in vollem Umfang humanitäre Hilfe in den belagerten Gebieten gewähren. Die sieben am stärksten betroffenen Orte sind in der Erklärung genannt. Gleichzeitig soll innerhalb einer Woche eine Feuerpause vorbereitet werden. Davon ausgenommen sind die Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra sowie alle anderen vom UN-Sicherheitsrat als terroristisch definierten Gruppen.

Kann man die Angriffe auf die Terrororganisationen denn überhaupt von den sonstigen Kämpfen abgrenzen?

Das ist einer der Knackpunkte des Abkommens. Die Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, kooperiert mit anderen Rebellen im Kampf gegen das Regime. Die Stellungen der Extremisten liegen in vielen Gebieten direkt neben denen anderer Brigaden. Wenn die Nusra-Positionen weiter bombardiert werden, dürften auch andere Rebellen weiter kämpfen, weil sonst das Regime vorrücken könnte.

Wie reagiert die Opposition auf die Beschlüsse?

Die Regimegegner begrüßen die Einigung grundsätzlich, zeigen sich aber skeptisch, ob sie umgesetzt wird. «Wir wollen Taten und nicht nur Worte», sagt der Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees der Opposition, Salem Muslit. Viele Menschen in der umkämpften Stadt Aleppo erwarten keine Waffenruhe. «Niemand hier glaubt, dass sich für uns etwas ändert», erzählt ein Mann mit Namen Ijad am Telefon. Und auch Fatima, ebenfalls aus Aleppo, sagt: «Wir einfachen Menschen glauben, dass die Weltmächte nun das Regime unterstützen.»

Wird Assad sich an die Vereinbarungen halten?

Es dürfte im Interesse des Regimes liegen, weiter zu kämpfen. Mit massiver russischer Luftunterstützung und Hilfe aus dem Iran hat die Armee im Norden Syriens zuletzt wichtige Erfolge erzielt. Ihr Ziel ist es jetzt, die Rebellen-Gebiete der Metropole Aleppo von der Außenwelt abzuschneiden. Sollte das gelingen, würde dieser Schlag gegen die Rebellen Assads Verhandlungsposition deutlich stärken.

Wie realistisch ist eine Feuerpause unter dem Strich denn dann überhaupt?

Die an den Verhandlungen Beteiligten schätzen die Erfolgschancen zurückhaltend ein. US-Außenminister John Kerry spricht lediglich von «Fortschritten», sein russischer Kollege Sergej Lawrow von einer «komplizierten Aufgabe». Und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagt vorsichtig: «Wir kennen die Erfahrungen der Vergangenheit, deshalb spreche ich heute nicht von einem Durchbruch.»

Was wird nun aus den vertagten Genfer Friedensgesprächen?

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura will sie spätestens bis zum 25. Februar wieder aufnehmen. Ziel ist die Bildung einer Übergangsregierung. Ob die Gespräche tatsächlich fortgesetzt werden, dürfte aber von der Umsetzung der Vereinbarungen zur humanitären Hilfe für belagerte Gebiete und zur Feuerpause abhängen.

Was bedeuten die Ergebnisse für das Verhältnis zwischen Russland und den USA?

Die Außenminister Kerry und Lawrow haben gemeinsam zu der Syrien-Konferenz eingeladen und gemeinsam die Ergebnisse verkündet. Trotzdem herrschte auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz eine recht eisige Atmosphäre. Die Differenzen zwischen beiden Ländern sind nicht ausgeräumt. Aber ohne eine Verständigung zwischen Washington und Moskau wird in Syrien nichts vorangehen.

Hat das Papier die Unterstützung der Regionalmächte Saudi-Arabien, Iran und Türkei?

Ja. Alle wichtigen Akteure saßen in München mit am Tisch. Ankara begrüßte die vereinbarte Feuerpause ausdrücklich als «wichtigen Schritt» auf der Suche nach einer Lösung für den Konflikt.

Sind Auswirkungen auf den Flüchtlingszuzug nach Deutschland zu erwarten?

Sollte der Friedensprozess erfolgreich verlaufen, würde die Fluchtbewegung abnehmen und syrische Flüchtlinge könnten in ihre Heimat zurückkehren. Daran ist jetzt aber noch nicht zu denken.

Fr, 2016-02-12 14:10
Berlin (dpa)

Koalition dringt nach VW-Skandal auf Änderungen bei Emissionstests

Nach der Manipulationsaffäre bei Volkswagen wird über Konsequenzen für die ganze Branche diskutiert - denn Emissionswerte stehen seit längerem in der Kritik. Auch Union und SPD geht es nicht nur um mehr Offenheit.

Berlin (dpa) - Die schwarz-rote Koalition dringt angesichts des VW-Skandals auf generelle Änderungen bei Abgasmessungen. «Um verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen, müssen die Aussagekraft von Emissionstests deutlich verbessert und umfassende Transparenz hergestellt werden», heißt es in einem Antrag von Union und SPD, über den der Bundestag voraussichtlich an diesem Donnerstag (18.2.) beraten soll.

Die Bundesregierung wird darin unter anderem aufgefordert, sich für den Aufbau staatlicher Prüfstände beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum Nachmessen von Emissionen einzusetzen. Über Nachprüfungsergebnisse solle das Amt die Öffentlichkeit umfänglich unterrichten. Alle Autohersteller sollten dem KBA künftig ihre Motorsoftware offenlegen, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Ähnliche Neuregelungen hat auch eine von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzte Kommission zur Untersuchung des VW-Skandals vorgeschlagen. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagte: «Manipulationen wie bei Volkswagen müssen in der Zukunft verhindert werden. Ansonsten leidet das Vertrauen der Verbraucher.» Notwendig seien mehr Transparenz und eine bessere staatliche Kontrolle.

Die Regierungsfraktionen sprechen sich zudem dafür aus, in allen EU-Staaten unabhängige verbindliche Straßentests einzuführen, die «transparent, valide, standardisiert und manipulationsresistent sind und deren Ergebnisse veröffentlicht werden, um die Effizienz der Überwachung der Abgas- und Verbrauchswerte zu verbessern.»

Der Autofahrerclub ADAC erklärte, die Offenlegung von Ergebnissen gehe in die richtige Richtung. «Zusätzlich sollten die tatsächlichen Emissionswerte über eine Feldüberwachung nachvollziehbar erhoben werden, um höchstmögliche Transparenz für die Autofahrer in Deutschland zu schaffen», sagte Vizepräsident Thomas Burkhardt. Feldüberwachungen beziehen sich auf Messungen bei Autos, die bereits auf der Straße unterwegs sind.

In dem Antrag mit dem Titel «Kfz-Emissionen senken und deutsche Automobilindustrie stärken» heben Union und SPD auch die Bedeutung der Branche für Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze hervor. Zugleich wird betont, dass in den kommenden Jahren die Effizienz von Verbrennungsmotoren weiter gesteigert werden müsse. Die Zukunft der Antriebe werde besonders durch Wasserstoff und Strom bestimmt sein.

Fr, 2016-02-12 14:12
München (dpa)

Die zehn gefährlichsten Konflikte der Welt

München (dpa) - Bei der Sicherheitskonferenz wird nach Lösungen für Kriege und Konflikte gesucht. Die gefährlichsten im Überblick:

SYRIEN/IRAK: In Syrien und im Irak gehört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den stärksten Kriegsparteien. Im syrischen Bürgerkrieg bekämpfen sich zudem das Regime und seine Gegner. Iran, die Hisbollah-Miliz und die russischen Luftwaffe sind dort involviert.

UKRAINE: Bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten im Unruhegebiet Donbass starben seit April 2014 mehr als 9000 Menschen. Von den 13 im Friedensplan von Minsk vereinbarten Punkten wurde noch keiner vollständig umgesetzt.

NIGERIA: Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram will in Nigeria und angrenzenden Gebieten der Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger einen «Gottesstaat» errichten, verübt blutige Anschläge und Angriffe.

LIBYEN: Fünf Jahre nach ersten Protesten gegen den später gestürzten und getöteten Diktator Muammar al-Gaddafi ist Libyen ein «failed state» (gescheiterter Staat) - und ein Rückzugsgebiet für IS-Kader.

SÜDCHINESISCHES MEER: Im Südchinesischen Meer streitet sich China gleich mit einer ganzen Reihe seiner Nachbarn um Territorien.

NORDKOREA: Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm wird in der Region, aber auch darüber hinaus, ja weltweit, als Bedrohung angesehen.

AFGHANISTAN: Der Konflikt dort flammt wieder voll auf. Die Taliban kontrollierten jetzt so viel Territorium wie seit 2001 nicht mehr. Dutzende Bezirke sind umkämpft, der IS versucht sich auszubreiten.

ISRAEL/PALÄSTINENSER: Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern schwelt schon seit Jahrzehnten. Seit Oktober 2015 gibt es wieder eine neue Serie palästinensischer Anschläge.

JEMEN: Im jemenitischen Bürgerkrieg sind schon mehr als 5800 Menschen gestorben. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren weite Teile im Norden, die regimetreuen Truppen werden von Luftschlägen einer saudisch geführten, sunnitischen Militärkoalition unterstützt.

TÜRKEI: Die Türkei ist der einzige Nato-Partner, bei dem in Teilen des Landes bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen: In kurdischen Städten im Südosten geht das Militär gegen Kämpfer der PKK vor.

Fr, 2016-02-12 14:37
Berlin (dpa)

Sarrazin veröffentlicht Buch zum «Scheitern der Politik»

Berlin (dpa) - Der umstrittene Bestsellerautor Thilo Sarrazin («Deutschland schafft sich ab») hat erneut ein Buch geschrieben. In «Wunschdenken. Europa, Währung, Bildung, Einwanderung - warum Politik so häufig scheitert» will der frühere Berliner Finanzsenator (71) über die Mechanismen von Politik und die Gründe für den Erfolg oder Misserfolg von Gesellschaften aufklären. Das Buch erscheint am 25. April, wie die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) am Freitag mitteilte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Sarrazin sieht laut Verlagsbeschreibung «gravierende Fehler» in der aktuellen deutschen Politik - von der Einwanderung bis zur Energiewende. Auf 576 Seiten will er seine Antworten «auf die großen Fragen zur Zukunft Deutschlands» geben. Mit «Deutschland schafft sich ab» hatte Sarrazin 2010 einen Millionenbestseller geschrieben. Auch seine beiden letzten Sachbücher schafften den Sprung auf Platz eins der Verkaufslisten. Mit Islamkritik und Thesen zur Vererbung von Intelligenz erntete Sarrazin aber auch scharfen Widerspruch.

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der Woche
Fr, 2016-02-12 14:39
München (dpa)

Bundeswehr soll syrische Flüchtlinge ausbilden

München (dpa) - Die Bundeswehr soll syrische Flüchtlinge für den Wiederaufbau ihres Landes nach einem Ende des Bürgerkriegs ausbilden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte am Freitag zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz ein Programm zur Schulung von Handwerkern, Technikern oder auch Logistikern an. Bei einem Erfolg des Friedensprozesses und der Bildung einer neuen Regierung in Damaskus sei sie in Kooperation mit Frankreich auch zur Ausbildungshilfe für die syrischen Streitkräfte bereit. «Das liegt noch in der Ferne», schränkte sie aber ein.

Die erste Stufe kann dagegen jetzt schon beginnen. Von der Leyen verwies darauf, dass die Bundeswehr 100 Berufe ausbildet - vom Elektriker bis zum Feuerwehrmann und vom Maurer bis zum Wassertechniker. «Wenn wir die unfassbare Zerstörung von Aleppo sehen, wissen wir alle: Es wird für den Wiederaufbau nicht nur neue Steine brauchen», sagte die Ministerin. Vor allem brauche man Menschen mit Zuversicht, und vielfältigen Fähigkeiten, sagte sie.

Fr, 2016-02-12 14:52
Moskau/Aleppo (dpa)

Neue Kämpfe in Syrien dämpfen Hoffnung auf angepeilte Waffenruhe

Der leisen Hoffnung von München folgt erste Ernüchterung: In Syrien sterben mindestens 16 Zivilisten bei russischen Luftangriffen. Was ist der internationale Plan für eine Feuerpause wert?

München/Moskau/Aleppo (dpa) - Die Münchner Einigung auf eine baldige Waffenruhe in Syrien ist noch am Freitag von neuen schweren Kämpfen überschattet worden. Bei einem russischen Luftangriff im Zentrum Syriens kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 16 Zivilisten ums Leben. Jets der russischen Luftwaffe hätten Orte nördlich der Stadt Homs bombardiert, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Angriffe hätten sich gegen Gebiete unter Kontrolle der Terrormiliz Nusra-Front, der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) und islamistischer Brigaden gerichtet.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zu Freitag in München auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Binnen einer Woche sollen demnach die Waffen schweigen. Die Milizen Islamischer Staat und Al-Nusra-Front sollen jedoch weiter bekämpft werden können. Zudem einigte sich die Münchner Konferenz darauf, dass jetzt schnell humanitäre Hilfe in belagerte Orte gelangen soll. In Genf wurde eine neue Task Force für humanitäre Hilfe zusammengerufen, die sich um die Hilfsoperationen für die notleidende Bevölkerung kümmern soll.

Moskau dementiert immer wieder, bei seinen Angriffen auch Zivilisten zu treffen. Die Luftangriffe richteten sich nur gegen Terroristen. Moskau unterstützt damit das Regime von Machthaber Baschar al-Assad. Dem seit fünf Jahren dauernden Bürgerkrieg sollen über 250 000 Menschen zum Opfer gefallen sein, Millionen sind auf der Flucht.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht in der Verständigung von München einen «Funken Hoffnung». Aber: «Die angekündigte Waffenruhe muss sich in den Straßen von Aleppo erfüllen. Denn wer wirklich Frieden will, der muss nicht wochenlang warten», sagte die Ministerin in ihrer Rede zur Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz. Hier soll es auch um die Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien gehen. Bis Sonntag beraten mehr als 30 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 60 Außen- und Verteidigungsminister über diesen und andere Krisenherde.

Deutschland und Großbritannien appellierten an Russland, die Zeit bis zu einer Waffenruhe nicht für Angriffe auf gemäßigte Gegner des Assad-Regimes zu nutzen. Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz sagte: «Den Worten müssen nun aber auch Taten folgen. Hier sieht die Bundesregierung in erster Linie Russland in der Pflicht.»

In London teilte Außenminister Philip Hammond mit: «Wenn die Vereinbarung funktionieren soll, wird dieses Bombardieren enden müssen: Kein Stillstand der Kriegshandlungen wird von Dauer sein, wenn moderate oppositionelle Gruppen weiterhin angegriffen werden.»

Die syrische Opposition und Rebellen zeigten sich skeptisch, dass das Assad-Regime sich zu einer Feuerpause bereiterklärt. Man wolle «Taten statt nur Worte», sagte ein Sprecher des in Saudi-Arabien ansässigen Hohen Verhandlungskomitees (HNC) am Freitag. Zwar begrüßte er die Einigung, aber: «Versprechen haben wir satt.»

Die Regierung in Damaskus reagierte zunächst noch nicht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte: «Das Wichtigste ist, dass Regierung und Opposition der Waffenruhe zustimmen.»

Die Aufständischen glauben nicht an den Plan der sogenannten Syrien-Unterstützergruppe, eine Waffenruhe binnen einer Woche zu erreichen. «Das Regime und seine russischen Verbündeten sind entschlossen, den gesamten Norden Aleppos zu zerstören, ehe sie eine Feuerpause am Boden umsetzen», sagte Abu Terki, ein Kommandeur der Aufständischen in der Region.

Zuletzt war die syrische Armee nördlich von Aleppo flankiert von russischen Luftangriffen vorgerückt. Über 500 Menschen sollen getötet worden sein, Zehntausende sind geflohen.

Am Freitag gingen auch im Norden Syriens die Kämpfe weiter. Russische Jets hätten Luftangriffe auf den Ort Tel Rifaat nördlich der umkämpften Metropole Aleppo geflogen, meldete die Beobachtungsstelle.

Zudem habe es in der Region schwere Gefechte zwischen Anhängern des syrischen Regimes und islamistischen Rebellen sowie Kämpfern der Nusra-Front gegeben. Dabei handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Zwölf Nusra-Dschihadisten seien getötet worden. Auch in den Reihen der Regimetruppen habe es Opfer gegeben.

Russland und die USA wollten schon an diesem Freitag eine Arbeitsgruppe für die Umsetzung der Waffenruhe in Syrien bilden. Diplomaten und Militärvertreter beider Seiten würden sich erstmals in Genf treffen und dann regelmäßig tagen, sagte Lawrow. Er forderte die rasche Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche in Genf.

Im dem seit fast fünf Jahren tobenden Bürgerkrieg gab es bislang nur Feuerpausen in einigen Dörfern, aber keine Waffenruhe im ganzen Land.

Frankreichs Präsident François Hollande verlangte ein Ende der russischen Unterstützung Assads. «Wir müssen dafür sorgen, dass Baschar al-Assad die Macht abgibt», sagte Hollande im französischen Fernsehen.

Fr, 2016-02-12 14:11
München (dpa)

Keine Einigung auf neuen Dialog zwischen der Nato und Russland

München (dpa) - Die Verhandlungen über eine mögliche Wiederbelebung des wichtigsten Forums für Gespräche zwischen der Nato und Russland sind vorerst gescheitert. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg konnte am Freitag nach Diskussionen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow keine Einigung über ein neues Treffen des sogenannten Nato-Russland-Rats verkünden.

Zu den genauen Gründen wollte sich der Norweger nicht äußern. «Es gibt einige Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen der Nato und Russland», sagte er lediglich. Die Gespräche würden fortgesetzt.

Der Nato-Russland-Rat war 2002 gegründet worden, um Vertrauen zwischen den Gegnern von einst aufzubauen. Er tagte auf Diplomatenebene zuletzt im Juni 2014. Seitdem lag der Dialog wegen des Ukraine-Konflikts auf Eis. Die Nato wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

Als treibende Kraft hinter den Bemühungen um eine Wiederbelebung des Nato-Russland-Rats gilt die Bundesregierung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte bereits im vergangenen Jahr offen für eine Wiederaufnahme des politischen Dialogs in dem Gremium geworben.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Fr, 2016-02-12 14:21
Wiesbaden (dpa)

Hessen macht sich für Verbot von Wildtieren im Zirkus stark

Wiesbaden (dpa) - Hessen will sich mit einer Initiative im Bundesrat für ein Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus einsetzen. «Elefanten, Affen, Bären, Giraffen, Nilpferde oder auch Nashörner gehören nicht ins Zirkuszelt», erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Gute Unterhaltung, gerade auch für Kinder, sei auch ohne diese Tierarten möglich. Hinz forderte den Bund auf, die nicht artgerechte Tierhaltungen im Zirkus per Verordnung zu beenden. Nach einer Mitteilung der hessischen Landtagsfraktion der Linken ist in 18 anderen europäischen Länder die Haltung von Wildtieren im Zirkus bereits verboten oder stark eingeschränkt.

Fr, 2016-02-12 14:45
Dortmund (dpa)

Bester Hirschrufer in Deutschland ist ein Niedersachse

Dortmund (dpa) - Neuer Deutscher Meister im Hirschrufen ist Hans-Günter Schärf aus Niedersachsen. Der 55-Jährige aus St. Andreasberg im Harz röhrte am Freitag bei der Meisterschaft in den Dortmunder Westfalenhallen besser als die Konkurrenz. Tasso Wolzenburg aus Bad Laasphe in Nordrhein-Westfalen wurde Zweiter, Titelverteidiger Andreas Töpfer aus Niedersachsen Dritter.

Insgesamt 18 Teilnehmer mussten zum Beispiel die «Stimme des Platzhirsches beim Kahlwildrudel» nachahmen. Um die Töne zu erzeugen, verwenden die Hirschrufer Instrumente wie Häuser von Meeresschnecken, bearbeitete Rinderhörner oder Röhren aus Holz. Das Nachahmen der Hirschrufe gehört den Veranstaltern zufolge seit Jahrhunderten zum Handwerk der Jäger.

Fr, 2016-02-12 13:45
Delhi (dpa)

Pfau könnte im indischen Goa zum Schädling erklärt werden

Neu Delhi (dpa) - Der Pfau - immerhin Indiens Nationalvogel - könnte im westindischen Goa bald zum Schädling erklärt und zum Abschuss freigegeben werden. Der bunte Vogel sei ein Ärgernis für die Bauern, weil er Feldfrüchte zerstöre, sagte ein Referent von Goas Landwirtschaftsminister Ramesh Tawadkar am Freitag. Pfauen, Wildschweine und Affen könnten bald regelmäßig dezimiert werden. Die Entscheidung obliege aber dem Forstministerium.

Der indische Bundesstaat Goa hatte erst vor wenigen Wochen auf sich aufmerksam gemacht, als er beschloss, Kokospalmen nicht mehr zu den Bäumen zu zählen. Damit soll es Bauern nach offiziellen Angaben leichter gemacht werden, alte oder kranke Palmen zu fällen, ohne dafür Genehmigungen von Indiens Bürokraten einzuholen. Umweltschützer hingegen kritisierten, die Entscheidung helfe vor allem Bauunternehmern, die auf Grundstücken schnell Industrie und Hotels ansiedeln wollten.

Der männliche Pfau hat rund 200 bronze-grün-blaue Schwanzfedern. Der ausgefeilte Balztanz der Männchen mit aufgestelltem Rad sei ein «hinreißender Anblick», heißt es auf der Seite der indischen Regierung zu ihren Nationalsymbolen. Der Pfau hat auch eine wichtige religiöse Bedeutung für viele Hindus, so trägt etwa Lord Krishna Pfauenfedern in seiner Krone.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Fr, 2016-02-12 13:05
Milwaukee (dpa)

Bemühte Sachlichkeit prägt TV-Debatte der US-Demokraten 

Diesmal geht es vor allem um US-Politik. Clinton und Sanders bemühen sich um Sachlichkeit, dennoch werden die Differenzen zwischen ihnen immer deutlicher. Außenpolitisch hat der Senator nicht viel zu bieten. Noch nicht?

Milwaukee (dpa) - Es war eine stachlige Auseinandersetzung voller Widerhaken: Vor den nächsten US-Vorwahlen haben Hillary Clinton und Bernie Sanders ihre Differenzen betont. Die TV-Debatte der demokratischen Bewerber um das Präsidentenamt war in der Nacht zum Freitag geprägt von Auseinandersetzungen über innen- und sozialpolitische Themen. Außenpolitisch machte die frühere Außenministerin eine bessere Figur.

Clinton und Sanders trafen in Milwaukee (Wisconsin) aufeinander. Im langen Vorwahlkampf hatte Clinton die erste Abstimmung im Bundesstaat Iowa hauchdünn gewonnen. Eine Woche später entschied Sanders, der Senator aus Vermont, New Hampshire mit weitem Abstand für sich.

Sanders blieb in der TV-Debatte bei seinen weitgehend bekannten Positionen wie der Kritik an Großbanken und -spendern für den Wahlkampf. Clinton war nach der jüngsten Niederlage um Sachlichkeit, mehr «Wir» und weniger «Ich» bemüht. Die frühere Außenministerin präsentierte sich pragmatisch, als Realpolitikerin. Für Sanders blieb die Außenpolitik auch diesmal ein Feld, auf dem er noch nicht viel gewinnen kann.

Zu den US-spezifischen Themen gehörten unter anderem eine Gesundheitsversicherung für alle Bürger, der Arbeitsmarkt und eine Polizeireform. Sanders sagte: «Wir müssen die Polizei entmilitarisieren, damit sie nicht mehr wie eine Besatzungsarmee aussieht.»

Clinton warb betont auch um schwarze Wähler und sagte, Masseninhaftierungen müssten beendet werden. Auch gebe es in den USA einen systemischen Rassismus, der ausradiert werden müsse. Sanders sagte, am Ende seiner ersten Amtszeit würden die USA nicht mehr das Land mit den vergleichsweise meisten Gefangenen weltweit sein.

Interessant war der Versuch der ehemaligen First Lady, sehr nah an den bei Demokraten nach wie vor beliebten US-Präsidenten Barack Obama heranzurücken. Sanders konterte: «Einer von uns beiden hat gegen Obama kandidiert. Und ich war es nicht.»

Die nächste Vorwahl der Demokraten ist am 20. Februar in Nevada. Am gleichen Tag treten die republikanischen Kandidaten in South Carolina an. Zur nächsten TV-Debatte treffen sich die Republikaner am Samstag.

Fr, 2016-02-12 13:16
Aleppo (dpa)

16 Zivilisten sterben in Syrien bei russischem Luftangriff

Aleppo (dpa) - Bei einem russischen Luftangriff im Zentrum Syriens sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 16 Zivilisten ums Leben gekommen. Jets der russischen Luftwaffe hätten die Orte Al-Ghantu und Al-Dar al-Kabira nördlich der Stadt Homs bombardiert, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Die oppositionelle Nachrichtenseite Al-Zaman al-Wasl berichtete von 50 Verletzten.

Auch im Norden Syriens gingen die Kämpfe weiter. Russische Jets hätten Luftangriffe auf den Ort Tel Rifaat nördlich der umkämpften Metropole Aleppo geflogen, meldete die Beobachtungsstelle.

Zudem habe es in der Region schwere Gefechte zwischen Anhängern des syrischen Regimes und islamistischen Rebellen sowie Kämpfern der radikalen Nusra-Front gegeben, hieß es weiter. Dabei handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Zwölf Nusra-Dschihadisten seien getötet worden. Auch in den Reihen der Truppen des Regimes habe es Opfer gegeben.

Zuvor hatten sich Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie die Türkei und Saudi-Arabien in München auf eine Feuerpause binnen einer Woche geeinigt, nachdem die syrische Regierung und die Opposition diese bestätigt haben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Nusra-Front sollen jedoch weiter bekämpft werden können.

Fr, 2016-02-12 13:29
Damaskus (dpa)

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Damaskus (dpa) - Seit fast fünf Jahren tobt in Syrien ein auch von außen befeuerter Bürgerkrieg. Die Krise ist auch deshalb schwer zu lösen, weil es zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen gibt.

REGIME: Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte aber zuletzt dank massiver russischer und iranischer Hilfe Geländegewinne erzielen. Machthaber Assad lehnt einen Rücktritt ab.

ISLAMISCHER STAAT (IS): Die Terrormiliz ist die stärkste Kraft in Syrien neben der Regierung. Sie beherrscht im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken.

REBELLEN: Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Teilweise kooperieren sie mit der Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

OPPOSITION: Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul. In Damaskus sitzen zudem Oppositionsparteien, die vom Regime geduldet werden. Bei einer Konferenz in Riad einigten sich verschiedenen Gruppen auf die Bildung eines Hohen Komitees für Verhandlungen, dem aber einige prominente Vertreter der Opposition nicht angehören.

DIE KURDEN: Kurdische Streitkräfte kontrollieren mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime. Führende Kraft ist die Kurden-Partei PYD, Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

DIE USA UND DER WESTEN: Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien, ein Flugzeug zur Luftbetankung sowie die Fregatte «Augsburg», die im Persischen Golf einen Flugzeugträger schützt. Washington unterstützt moderate Regimegegner.

RUSSLAND: Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Regimes.

IRAN: Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien im Einsatz.

SAUDI-ARABIEN UND DIE TÜRKEI: Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern, dass Assad abtritt. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten.

Fr, 2016-02-12 13:38
Delhi (dpa)

Pfau könnte im indischen Goa zum Schädling erklärt werden

Neu Delhi (dpa) - Der Pfau - immerhin Indiens Nationalvogel - könnte im westindischen Goa bald zum Schädling erklärt und zum Abschuss freigegeben werden. Der bunte Vogel sei ein Ärgernis für die Bauern, weil er Feldfrüchte zerstöre, sagte ein Referent von Goas Landwirtschaftsminister Ramesh Tawadkar am Freitag. Pfauen, Wildschweine und Affen könnten bald regelmäßig dezimiert werden. Die Entscheidung obliege aber dem Forstministerium.

Der indische Bundesstaat Goa hatte erst vor wenigen Wochen auf sich aufmerksam gemacht, als es beschloss, Kokospalmen nicht mehr zu den Bäumen zu zählen. Damit soll es Bauern nach offiziellen Angaben leichter gemacht werden, alte oder kranke Palmen zu fällen, ohne dafür Genehmigungen von Indiens Bürokraten einzuholen. Umweltschützer hingegen kritisierten, die Entscheidung helfe vor allem Bauunternehmern, die auf Grundstücken schnell Industrie und Hotels ansiedeln wollten.

Der männliche Pfau hat rund 200 bronze-grün-blaue Schwanzfedern. Der ausgefeilte Balztanz der Männchen mit aufgestelltem Rad sei ein «hinreißender Anblick», heißt es auf der Seite der indischen Regierung zu ihren Nationalsymbolen. Der Pfau hat auch eine wichtige religiöse Bedeutung für viele Hindus, so trägt etwa Lord Krishna Pfauenfedern in seiner Krone.

Fr, 2016-02-12 13:17
Dormagen (dpa)

Krank durch Kanonenschläge: «Das ist Brauchtum, da müssen sie durch» Von Frank Christiansen, dpa

Der große Zapfenstreich der Schützenbrüder in Dormagen bei Düsseldorf hat es in sich: Gewaltige Donnerschläge lassen einen Anwohner kollabieren. Für ihn ist die Welt danach nicht mehr in Ordnung.

Dormagen (dpa) - Völlig ahnungslos saß Stefan P. an jenem verhängnisvollen Novemberabend beim Abendbrot, als plötzlich die Hölle losbrach. «Das ganze Haus hat gewackelt und gezittert», berichtet der 39-Jährige. Vor dem Haus war Schützen-Kanonier Hans-Peter B. zur Tat geschritten.

Für den großen Zapfenstreich der St.-Hubertus-Schützen im nordrhein-westfälischen Dormagen lädt er seine Kanone mit Schwarzpulver und bringt sie an der Dorfstraße in Stellung. Zwei Salven donnern durch den Ort - zu Ehren verdienter Schützen. Für Stefan P. ist die Welt danach nicht mehr in Ordnung.

Die Kanonenschläge den Anwohner ins Mark. Sie lösen bei ihm Druck und Pfeifen in den Ohren sowie starke Kopfschmerzen aus. Mehrfach muss er sich übergeben. Seine Freundin greift zum Telefon und ruft die Polizei. Doch die lehnt ab, das Getöse zu stoppen: «Das ist Brauchtum, da müssen sie durch.»

Eine Ärztin, an die sich Stefan P. wendet, attestiert ihm ein Knalltrauma und einen Hörsturz samt Tinnitus. Erst knapp drei Monate später kehrt sein Hörvermögen - nach einer Kortisonbehandlung - zurück. Doch der Tinnitus im rechten Ohr sei geblieben, sagt der Kläger. Um sein Gehör zu schützen, meide er seither Konzerte und Fußballstadien. Er fordert mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld vom Kanonier.

15 Monate später sitzen sich Anwohner und Schützenkanonier am Freitag im Düsseldorfer Landgericht gegenüber. Hans-Peter B. (65) ist die Sache ein Rätsel: Er böllert seit rund 20 Jahren, steht dabei nur zwei Meter neben seiner Kanone - ohne Hörschutz und ohne Hörsturz. In nur zehn Meter Entfernung sei die Kanone losgegangen, sagt der Kläger. Es waren 25 Meter, sagen die Schützen. Sie argumentieren, sie hätten alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten.

Das sieht der Richter anders: In der Lokalzeitung sein zunächst noch ein anderer Platz für den Zapfenstreich angekündigt gewesen. «Der Kläger hatte also keine Chance, sich zu entfernen, weil er von der Kanone nichts wusste.» Kleinlaut räumen die Schützen später ein: Für den Platz vor P.s Haustür hatten sie keine Genehmigung beantragt. «Wir hätten aber eine bekommen.»

Der Richter rechnet und unterbreitet einen Vorschlag zur Güte: «2931,26 Euro.» Damit können beide Seiten leben: Der Vergleich wird noch im Gerichtssaal geschlossen, wenn auch auf Widerruf. Die Haftpflichtversicherung, die dafür aufkommen soll, muss noch zustimmen (Az.: 6 O 185/15).

Fr, 2016-02-12 13:38
Wolfsburg (dpa)

Wachstum in China kurbelt VW-Verkäufe wieder an

Wolfsburg (dpa) - Volkswagen hat vier Monate nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals wieder seine Verkäufe gesteigert. Im Jahresvergleich legten die Auslieferungen des Konzerns im Januar um 3,7 Prozent auf 847 800 Autos zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Marke VW steigerte ihre Verkäufe um 2,8 Prozent auf 521 400 Wagen. Grund ist vor allem, dass das Geschäft für VW in China wieder anspringt. Die Verkaufszahlen des Konzerns in seinem wichtigsten Markt wuchsen um 13,9 Prozent, die Marke legte dort um 15,4 Prozent zu.

Fr, 2016-02-12 13:24
Dormagen (dpa)

Krank durch Kanonenschläge: «Das ist Brauchtum, da müssen sie durch» Von Frank Christiansen, dpa

Der große Zapfenstreich der Schützenbrüder in Dormagen bei Düsseldorf hat es in sich: Gewaltige Donnerschläge lassen einen Anwohner kollabieren. Für ihn ist die Welt danach nicht mehr in Ordnung.

Dormagen (dpa) - Völlig ahnungslos saß Stefan P. an jenem verhängnisvollen Novemberabend beim Abendbrot, als plötzlich die Hölle losbrach. «Das ganze Haus hat gewackelt und gezittert», berichtet der 39-Jährige. Vor dem Haus war Schützen-Kanonier Hans-Peter B. zur Tat geschritten.

Für den großen Zapfenstreich der St.-Hubertus-Schützen im nordrhein-westfälischen Dormagen lädt er seine Kanone mit Schwarzpulver und bringt sie an der Dorfstraße in Stellung. Zwei Salven donnern durch den Ort - zu Ehren verdienter Schützen. Für Stefan P. ist die Welt danach nicht mehr in Ordnung.

Die Kanonenschläge treffen den Anwohner ins Mark. Sie lösen bei ihm Druck und Pfeifen in den Ohren sowie starke Kopfschmerzen aus. Mehrfach muss er sich übergeben. Seine Freundin greift zum Telefon und ruft die Polizei. Doch die lehnt ab, das Getöse zu stoppen: «Das ist Brauchtum, da müssen sie durch.»

Eine Ärztin, an die sich Stefan P. wendet, attestiert ihm ein Knalltrauma und einen Hörsturz samt Tinnitus. Erst knapp drei Monate später kehrt sein Hörvermögen - nach einer Kortisonbehandlung - zurück. Doch der Tinnitus im rechten Ohr sei geblieben, sagt der Kläger. Um sein Gehör zu schützen, meide er seither Konzerte und Fußballstadien. Er fordert mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld vom Kanonier.

15 Monate später sitzen sich Anwohner und Schützenkanonier am Freitag im Düsseldorfer Landgericht gegenüber. Hans-Peter B. (65) ist die Sache ein Rätsel: Er böllert seit rund 20 Jahren, steht dabei nur zwei Meter neben seiner Kanone - ohne Hörschutz und ohne Hörsturz. In nur zehn Meter Entfernung sei die Kanone losgegangen, sagt der Kläger. Es waren 25 Meter, sagen die Schützen. Sie argumentieren, sie hätten alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten.

Das sieht der Richter anders: In der Lokalzeitung sei zunächst noch ein anderer Platz für den Zapfenstreich angekündigt gewesen. «Der Kläger hatte also keine Chance, sich zu entfernen, weil er von der Kanone nichts wusste.» Kleinlaut räumen die Schützen später ein: Für den Platz vor P.s Haustür hatten sie keine Genehmigung beantragt. «Wir hätten aber eine bekommen.»

Der Richter rechnet und unterbreitet einen Vorschlag zur Güte: «2931,26 Euro.» Damit können beide Seiten leben: Der Vergleich wird noch im Gerichtssaal geschlossen, wenn auch auf Widerruf. Die Haftpflichtversicherung, die dafür aufkommen soll, muss noch zustimmen (Az.: 6 O 185/15).

Fr, 2016-02-12 12:18
München (dpa)

Die 52. Münchner Sicherheitskonferenz: Themen und Teilnehmer

München (dpa) - Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als weltweit wichtigstes informelles Treffen zur Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Überblick über Teilnehmer und Themen der 52. Konferenz:

TEILNEHMER:

30 Staats- und Regierungschefs wurden diesmal in München erwartet, zudem mehr als 60 Außen- und Verteidigungsminister aus aller Welt. Die prominentesten bzw. wichtigsten Teilnehmer sind:

- US-Außenminister John Kerry

- der russische Regierungschef Dmitri Medwedew und Außenminister Sergej Lawrow

- der ukrainische Präsident Petro Poroschenko

- der französischen Premierminister Manuel Valls, der langjährige Außenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian

- aus Berlin unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

- Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

- Jordaniens König Abdullah II., der irakische Premierminister Haider al-Abadi, der afghanische Präsident Aschraf Ghani sowie die Außenminister aus Saudi-Arabien und dem Iran

THEMEN

Das beherrschende Thema ist der Syrienkrieg. Es geht in München aber auch um den Ukrainekonflikt, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat oder die europäische Flüchtlingskrise. Weitere Themen sind - fast schon traditionell - die Zukunft der Nato und der transatlantischen Zusammenarbeit, die Energie- und Klimapolitik.

Fr, 2016-02-12 13:01
Düsseldorf (dpa)

Warum heißen Kängurus in Deutschland eigentlich immer Skippy?

Düsseldorf (dpa) - Ausgebüxte Kängurus werden von Polizisten oder Journalisten sehr oft und schnell auf den Namen Skippy getauft. Der Name für die exotischen Beuteltiere erinnert an die Kinderserie «Skippy, das Buschkänguruh» aus den 1960er Jahren. In den 91 Folgen war damals Mark Hammond, der Sohn eines australischen Wildhüters, mit dem Känguru Skippy befreundet. Charakteristisch für das graue Tier war eine Baseball-Kappe. Gemeinsam retteten die Freunde Menschen und Tiere vor Buschfeuern und Verbrechern. Die ARD sendete von 1969 bis 1975 insgesamt 48 Folgen der Abenteuerserie, die als australische Antwort auf «Lassie» gilt.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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