- 20 %

PRODUKT
der Woche

Beutel-Set

15,50 €
12,40 €

Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

Jetzt bestellen
Mi, 2015-07-29 17:30
Philadelphia (dpa)

Achtjähriger bekommt in den USA neue Hände transplantiert

Nach einer Infektion verlor ein Jungen in Philadelphia vor ein paar Jahren beide Hände und Füße. Jetzt transplantierten Ärzte dem Achtjährigen zwei neue Hände - mit der weltweit ersten erfolgreichen Operation dieser Art.

Philadelphia (dpa) - Einem acht Jahre alten Jungen sind in Philadelphia zwei neue Hände transplantiert worden. Nach Angaben des Kinderkrankenhauses der US-Ostküstenstadt handelte es sich dabei um die weltweit erste erfolgreiche Transplantation von beiden Händen bei einem Kind. «Diese Operation war das Ergebnis von jahrelangem Training und Monaten der Planung und Vorbereitung von einem bemerkenswerten Team», sagte der leitende Chirurg Scott Levin.

Dem «fröhlichen» und «klugen» Jungen waren vor einigen Jahren nach einer Infektion Hände und Füße amputiert worden, außerdem hatte er eine neue Niere bekommen. Inzwischen hat er Fußprothesen, mit denen er gehen, rennen und springen kann. Mögliche Handprothesen hatten ihm aber bislang nicht gefallen, und so brachte er sich selbst bei, ohne Hände zu essen, zu schreiben und sogar Videospiele zu spielen.

Als ein möglicher Spender gefunden wurde, entschieden sich die Eltern des Jungen für eine Transplantation. Vor wenigen Wochen transplantierte ihm ein Team aus 40 Ärzten und Krankenschwestern in einer zehnstündigen Operation neue Hände und Unterarme. Der Junge müsse nun noch einige Wochen in einer Reha-Klinik verbringen, es werde aber erwartet, dass er sich vollkommen erhole, teilte das Krankenhaus mit. Damit könne der größte Wunsch des Jungen, einmal einen Football zu werfen, wahr werden.

Mi, 2015-07-29 17:41
(dpa)

Feuer zerstört 100 Quadratkilometer Naturflächen in Spanien

Jáen (dpa) - Einer der größten Waldbrände dieses Jahres in Spanien hat weite Grünflächen in Andalusien zerstört. Wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte, brannten in der Gegend von Quesada in der Provinz Jaén über 100 Quadratkilometer Wald- und Weideland nieder. Dies entspricht gut einem Zehntel der Gesamtfläche von Berlin.

Das Feuer war am 5. Juli vermutlich von einem Blitz ausgelöst worden. Die Löschmannschaften benötigten mehr als drei Wochen, um den Brand am Mittwoch definitiv zu löschen. Sie hatten die Flammen zuvor wiederholt unter Kontrolle gebracht, bei Temperaturen von bis zu 40 Grad entfachte der Wind das Feuer jedoch stets aufs Neue.

Der Brand drohte zeitweise auf das Naturschutzgebiet von Cazorla-Segura überzugreifen. Menschen wurden nicht verletzt. Allerdings hatten etwa 30 Anwohner ihre Wohnungen zeitweise verlassen müssen. Im Kampf gegen die Flammen waren 22 Löschflugzeuge und eine Sondereinheit des Militärs im Einsatz.

Mi, 2015-07-29 17:16
Beirut (dpa)

Aktivisten: Israelischer Luftschlag an syrisch-libanesischer Grenze

Nahe den Golan-Höhen sind Assad-nahe Milizen aktiv. Dort soll ein israelischer Luftschlag nun Opfer gefordert haben. Laut Aktivisten starben Hisbollah-Kämpfer, aber auch Palästinenser melden Verluste.

Beirut (dpa) - Bei einem israelischen Luftangriff im syrisch-libanesischen Grenzgebiet sind laut Aktivisten fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen zwei Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie drei weitere Milizionäre, die der Regierung in Damaskus nahestanden, bei dem Bombardement in der syrischen Golan-Region am Mittwoch ums Leben.

Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas - Generalkommando (PFLP-GC) berichtete, eines ihrer Waffendepots im Ostlibanon sei getroffen und fünf Kämpfer seien verletzt worden. Ob es sich um ein und denselben Angriff handelte, und nur die Ortsangaben ungenau waren, blieb zunächst unklar.

Eine Sprecherin der israelischen Armee wollte die Berichte nicht kommentieren. Der Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar meldete, dass der Angriff von einer Drohne ausging.

Im Januar waren bei einem ähnlichen Bombardement in der Provinz sechs Hisbollah-Kämpfer ums Leben gekommen, darunter ein iranischer Soldat sowie ein Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärkommandeurs Imad Mughnijeh. Die schiitische Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Truppen von Präsident Baschar al-Assad. Auch die PFLP-GC steht der Regierung in Damaskus nah.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

weiterlesen

Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

1 2 3
Mi, 2015-07-29 17:30
York (dpa)

Ban: Mindestens 250 000 Tote in Syrien

New York (dpa) - In Syrien sind seit Ausbruch der Gewalt vor gut vier Jahren nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 250 000 Menschen ums Leben gekommen. «Mindestens eine Viertelmillion Syrer wurde getötet», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. «Nach mehr als vier Jahren des Tötens ist der Syrien-Konflikt ein beschämendes Symbol unserer Spaltung und unseres Versagens», sagte Ban. «Ich bin tief enttäuscht, dass die Resolutionen dieses Rates nicht umgesetzt wurden.»

Mi, 2015-07-29 17:13
Istanbul (dpa)

Türkei gibt Basis Incirlik für US-Luftangriffe auf IS-Ziele frei

Istanbul (dpa) - Die Türkei hat den USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) offiziell die Nutzung des strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunktes Incirlik gestattet. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Ankara, Tanju Bilgic, am Mittwoch nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Kurdische Kämpfer im benachbarten Syrien dürften von der Basis aus allerdings nicht unterstützt werden.

Die mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbundenen kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) bekämpfen den IS im Norden Syriens. Sie sind damit Verbündete der USA und werden seit Monaten durch Luftangriffe unterstützt. Die türkische Führung befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei beflügeln könnte.

Mi, 2015-07-29 16:59
Hamburg/Cuxhaven (dpa)

Aufsichtsrat vertagt Machtkampf bei Windpark-Firma PNE

Hamburg/Cuxhaven (dpa) - Der interne Machtkampf beim Windpark-Projektierer PNE Wind AG ist vertagt. Der Aufsichtsrat fasste am Mittwoch bei seiner Sitzung keine Beschlüsse, «auch nicht in Sachen Personalien», sagte ein Firmensprecher auf Anfrage.

Nach einem «Handelsblatt»-Bericht hatten die sechs Aufsichtsräte des Cuxhavener Unternehmens über die Abberufung von Vorstandschef Martin Billhardt entscheiden wollen. Eine Zustimmung der Aktionäre wäre für solch einen Schritt nicht nötig. Das ist Sache des Aufsichtsrats.

Die Hauptversammlung von PNE im Juni hatte wegen der Querelen in einem Chaos geendet. Ein neuer Termin stand auch nach der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch noch nicht fest.

Laut «Handelsblatt» ist der Aufsichtsrat in zwei Lager zerstritten. Bisher stützte Chefaufseher Dieter Kuprian Vorstandschef Billhardt. Doch soll sich dies nach der letzten Hauptversammlung geändert haben. Dort hatten die Aktionäre fast den gesamten Aufsichtsrat abgewählt.

Der Vorstand musste die Sitzung damals abbrechen, ohne die Ergebnisse verkünden zu können. Mit dem Vorschlag, einen neuen unabhängigen Aufsichtsrat zu benennen, soll Billhardt Kontrolleure aus beiden Lagern gegen sich aufgebracht haben.

Mi, 2015-07-29 17:31
Philadelphia (dpa)

Achtjähriger bekommt in den USA neue Hände transplantiert

Philadelphia (dpa) - Einem acht Jahre alten Junge sind in Philadelphia zwei neue Hände transplantiert worden. Nach Angaben des Kinderkrankenhauses der US-Ostküstenstadt handelte es sich dabei um die weltweit erste erfolgreiche Transplantation von zwei Händen bei einem Kind. Dem Jungen waren vor ein paar Jahren nach einer Infektion Hände und Füße amputiert worden, außerdem hatte er eine neue Niere bekommen. In einer zehnstündigen Operation hat ihm nun vor wenigen Wochen ein Team aus 40 Ärzten und Krankenschwestern neue Hände und Unterarme transplantiert. Damit könne der größte Wunsch des Jungen, einen Football zu werfen, wahr werden, teilte das Krankenhaus mit.

Mi, 2015-07-29 17:10
Washington/Ankara (dpa)

Halb Partner, halb Gegner: USA halten nach PKK-Angriffen zu Türkei Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Am einfachsten wäre es, wenn der türkische Präsident Erdogan einfach Klartext sprechen würde. Doch so einfach ist die Sache nicht. Will er den USA im Kampf gegen IS-Extremisten helfen? Oder geht es ihm um die Unterdrückung der Kurden? Washington übt den Blick in die Glaskugel.

Washington/Ankara (dpa) - Wenn man den hochrangigen Vertretern im State Department letztens so zuhörte, konnte man den Eindruck gewinnen, dass eine US-Politik gegenüber der Türkei noch nicht einmal als Konzept existiert. «Es ist kompliziert, wie alles andere in dieser Kampagne», sagte einer im Außenministerium in Washington. «Wir arbeiten hart daran. Wir arbeiten sehr hart mit unseren türkischen Kollegen», sagte ein anderer. Und: «Alles ist miteinander verflochten.»

Die türkischen Luftangriffe auf die kurdische PKK haben die USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor ein neues Dilemma gestellt. Öffentlich nimmt Washington Ankara zwar in Schutz und zieht die Anschläge der verbotenen Arbeiterpartei auf türkische Polizisten als Erklärung heran. Die PKK sei eine Terrororganisation, und die Angriffe hätten eine Reaktion der Türken provoziert, heißt es. «Wir respektieren das türkische Recht auf Selbstverteidigung.» So klingt außenpolitische Rückendeckung in Höchstform.

Diese kommt nicht von ungefähr, denn als Nachbarland Syriens und des Iraks ist die Türkei inzwischen eine Drehscheibe im Kampf gegen die IS-Extremisten. Die türkische Luftwaffe fliegt seit vergangener Woche nicht nur Luftangriffe im US-geführten Bündnis. Nach monatelanger Diskussion dürfen amerikanische Piloten nun auch türkische Basen nutzen, um IS-Stellungen zu bombardieren. Nach jahrelanger Zurückhaltung bedeutet diese politische Kehrtwende Ankaras - ausgelöst durch den Bombenanschlag im südtürkischen Suruc mit 32 Toten - aus US-Sicht einen riesigen Sprung nach vorn.

Doch abseits offizieller Statements, Briefings und Pressekonferenzen prüft die US-Regierung nicht erst seit dieser Woche, wie weit sie dem türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan noch über den Weg trauen kann. Geht es ihm wirklich um den Kampf gegen den IS? Oder ist ihm die Unterdrückung kurdischer Separatisten, die in der Türkei traditionell der größte Feind sind, viel wichtiger? «So, wie die Türkei gegen die Terrororganisation IS ist, so ist sie auch gegen die Terrororganisation PKK», stellte Erdogan schon im Oktober klar.

Aus Sicht von US-Präsident Barack Obama ist Ankara damit zu so einer Art Zauberwürfel geworden. Verschiebt er ein paar der farbigen Steine über Kanten und Ecken an die richtige Position, ist die Rückseite wieder völlig durcheinander. Die Türkei reiht sich ein als halb passendes, halb unpassendes Stück in ein nahöstliches Puzzle, nach dessen Lösung auch der US-Präsident samt all seiner Militärstrategen, Top-Berater und Diplomaten immer noch sucht. Schon am Wochenende hieß es aus US-Regierungskreisen, die Angriffe gegen die Kurden machten die Beziehungen zur Türkei «komplizierter».

Den Ruf eines kooperativen Partners hat Ankara allerdings schon lange nicht mehr. Weltweite Empörung schlug der türkischen Regierung entgegen, als sie beim drohenden Fall der syrischen Grenzstadt Kobane tatenlos zusah. Die türkische Armee stand mit Panzern an der Grenze und hörte die Explosionen, während die Dschihadisten die schwarze Flagge über dem Ortsrand hissten. Erst nach langem Zögern erklärte sich Ankara schließlich bereit, kurdischen Peschmerga-Soldaten den Transit durch die Türkei nach Kobane zu genehmigen.

Hinzu kommt, dass türkische Beamte mutmaßlich Tausende Islamisten die Grenze nach Syrien haben überqueren lassen, um sich dem blutigen Religionskrieg anzuschließen - darunter viele aus Europa und den USA. Auch Zugänge für Waffenlieferungen soll die Türkei ermöglicht und verwundete IS-Kämpfer in türkischen Krankenhäusern behandelt haben lassen. Trotz all dieser Zweifel an den Absichten der Türken wollen die USA nun helfen, den letzten noch unkontrollierten Grenzabschnitt von etwa 100 Kilometern gegen den IS zu sichern. «Sie haben um Hilfe gebeten, und wir haben zugestimmt», heißt es im State Department.

Brad Sherman bringt das Dilemma auf den Punkt: «Die Türkei steht auf beiden Seiten», sagt der demokratische Abgeordnete. «Einerseits bombardieren sie den IS. Andererseits bombardieren sie Kräfte, die gegen den IS kämpfen.» Auch der Republikaner Dana Rohrabacher spricht von «gemischten Signalen» und einer «schizophrenen Botschaft» der Türken. Fazit: «Wir brauchen von ihnen eine Entscheidung: Wollen sie mit uns gehen, oder wollen sie mit den radikalen Muslimen gehen, die die westliche Zivilisation zerstören wollen?»

Mi, 2015-07-29 17:08
Berlin (dpa)

«Asylkritiker» oder «Rassist»? Die Suche nach den richtigen Worten Von Julia Kilian, dpa

«Asylanten» und «Wirtschaftsflüchtlinge», «Rassisten» und «Neonazis» - die Debatte über Flüchtlingspolitik in Deutschland ist auch ein Streit mit Worten. Sprachwissenschaftler warnen vor Verharmlosungen.

Berlin (dpa) - Für manche ist das Unwort des Jahres schon gefunden. «Ganz klar: #Asylgegner», schreibt ein Nutzer bei Twitter. Im sächsischen Freital etwa protestieren Menschen gegen Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Angriffe auf Asylbewerber mehren sich. Wer hinter diesen Protesten steckt? «Asylgegner.» Liest man oft.

Über die Bedeutung dieses Worts wird derzeit diskutiert. «In die Berichte über brennende Flüchtlingsheime hat sich ein neuer, vermeintlich neutraler Begriff geschlichen», heißt es in einem Kommentar bei «Zeit Online». «Der fremdenfeindliche Mob heißt nun «Asylkritiker»». Auch für den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch nehmen die «-gegner» und «-kritiker» überhand: Islamkritiker. Flüchtlingskritiker. Asylkritiker.

Seiner Meinung nach sind das verharmlosende Ausdrücke. «Die verschleiern etwas, was nicht verschleiert werden soll», sagt der Forscher von der Freien Universität Berlin. Stattdessen müsse man - etwa bei Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte - von Rechtsextremen oder Rassisten sprechen. Das falle vielen aber schwer.

Und dafür sieht er mehrere Gründe. «Es ist einfach zu sagen: «Das sind Asylgegner»», sagt Stefanowitsch, der sich mit politischer Sprache beschäftigt. Man müsse nichts weiter erklären. Und man könne sich davor drücken, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob es vielleicht doch ein rechtsextremes Problem gebe. Man habe auch Angst vor Pauschalisierungen. «Man fragt sich: «Bin ich zu polemisch?»»

Die Debatte beschreibt ein Problem, das schon bei der Pegida-Bewegung aufgefallen ist: Es ist nicht immer klar, wer wogegen protestiert. «Definieren Sie bitte «Asylgegner». Auch Sprache kann beschönigen», fordert ein Nutzer bei Twitter. Gehen dort wirklich «besorgte Bürger» auf die Straße, die Fragen haben? Oder gefestigte Rassisten? Oder gar Neonazis?

Annette Trabold vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim warnt vor Pauschalisierungen. «Die Gefahr besteht ja, dass man Leute in Schubladen packt und abwertet», sagt sie. Wichtig sei, dass man sich sehr genau die Motive der Menschen anschaue. Sprache ist oft ein heikles Thema, das zeigen zum Beispiel auch Debatten über Gleichberechtigung von Mann und Frau, Herkunft oder Sexualität.

Und um Sprache wird gekämpft. Etwa in den 1990er Jahren, als Deutschland schon einmal vor großen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik stand. Ist es übertriebene Political Correctness, neue Wörter zu suchen? Nein, meint Trabold. Sprache schaffe Bilder in den Köpfen. «Mein Eindruck ist, dass die Debatte über Sprache in den 90er Jahren ausgeprägter war», sagt Trabold.

Damals sei oft von «Asylanten» gesprochen worden. Die Endung -nt sei nicht besonders freundlich. Man denke an Querulant, Simulant. Heute sagt auch der Duden, Asylant werde «gelegentlich als abwertend empfunden». Für den Forscher Stefanowitsch gibt es viele Kampfbegriffe in der Flüchtlingsdebatte. «Wirtschaftsflüchtling» etwa beschreibe nicht, dass die Menschen oft aus absoluter Armut fliehen.

Medien und Politikern rät er, auf die Wörter «Asylkritiker» und «Asylgegner» zu verzichten. Sie seien nicht präzise und führten dazu, dass Menschen, die eine klarere Sprache nutzten, als Populisten bezeichnet würden. Er warnt aber auch vor anderen Pauschalisierungen. Es sei gut, zweimal über Begriffe wie Rassist oder Nazi nachzudenken. Aber wenn man zu dem Entschluss komme, solle man die Wörter nutzen.

Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wird in ihrer Berichterstattung über Proteste und Angriffe gegen Flüchtlinge künftig nicht mehr von «Asylgegnern» oder «Asylkritikern» schreiben. «Das sind missverständliche Begriffe, die den tatsächlichen Sachverhalt verschleiern und beschönigen», sagt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. Stattdessen sollten in jedem Einzelfall die Demonstranten und Angreifer sowie deren Motivation so konkret wie möglich beschrieben werden. «Und wenn wir einen übergreifenden Begriff für die Gesinnung brauchen, die zu diesen Formen des Protestes führt, wird es am ehesten «Fremdenfeindlichkeit» sein.»

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

Mi, 2015-07-29 17:06
Sofia (dpa)

Proteste gegen höhere Strompreise für die Industrie in Bulgarien

Sofia (dpa) - Tausende bulgarische Unternehmer und Gewerkschaftler haben gegen eine geplante Erhöhung der Preise für Industriestrom um 20 Prozent protestiert. Vor dem Regierungssitz in Sofia versammelten sich am Mittwoch erstmals Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter für einen gemeinsamen Protestmarsch zum Parlament, um Reformen im Energiebereich und angemessene Strompreise zu fordern. Beide Seiten appellierten an die zuständige Aufsichtsbehörde, auf die von 1. August an geplanten höhere Preise für Industriestrom zu verzichten. Proteste gab es auch in kleineren Städten.

Auch private Haushalte sollen ab August durchschnittlich zwei Prozent mehr für Strom bezahlen. Noch gab es dagegen keine Proteste, aber im ärmsten EU-Land Bulgarien sind Strompreise seit Jahren Anlass von Unzufriedenheit. Die im Winter für viele Haushalte zu hohen Stromrechnungen hatten Anfang 2013 zu Massenprotesten geführt. Als Konsequenz trat die damalige bürgerliche Regierung vom jetzigen Ministerpräsidenten Boiko Borissow zurück.

Mi, 2015-07-29 17:42
Lima (dpa)

Bericht: Guerilla in Peru hält noch mindestens 100 Geiseln fest

Lima (dpa) - Die linke Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) hat mindestens noch 100 Gefangene in ihrer Gewalt. Die Geiseln werden vermutlich in zwei Lagern in den Tälern der Flüsse Apurímac, Ene und Mantaro im Süden von Peru festgehalten, wie die Zeitung «El Comercio» am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei und den Geheimdienst berichtete.

Am Montag hatte die Polizei 39 Menschen aus der Gewalt des Leuchtenden Pfads befreit, darunter auch 26 Kinder. Die Erwachsenen mussten Zwangsarbeit leisten, die Kinder wurden politisch indoktriniert und militärisch ausgebildet. Einige der Entführten waren seit 25 Jahren in der Hand der Rebellen.

Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften waren zwischen 1980 und 2000 fast 70 000 Menschen ums Leben gekommen. Heute widmet sich die Guerilla vor allem dem Drogenhandel.

Mi, 2015-07-29 17:53
Washington/Berlin (dpa)

Türkei geht hart gegen Kurden vor - Berlin appelliert an Ankara

Nach der Aufkündigung des Friedensprozesses mit den Kurden geht die Türkei massiv gegen politische Gegner vor. Immer mehr Anhänger der kurdischen PKK und linke Aktivisten werden verhaftet. Dagegen ist von Luftschlägen gegen die Terrormiliz IS kaum noch etwas zu hören.

Ankara/Washington/Berlin (dpa) - Trotz internationaler Appelle zur Mäßigung geht die türkische Regierung mit aller Härte gegen politische Gegner vor. Mehr als 1300 Verdächtige wurden laut Regierung binnen weniger Tage festgenommen - nach kurdischen Angaben meist Mitglieder kurdischer und linker Gruppen. Das Militär griff zudem kurdische Stellungen in den nordirakischen Kandil-Bergen und im Südosten der Türkei an. Die Bundesregierung appellierte an Ankara, den Friedensprozess mit den Kurden wieder in Gang zu setzen. Der Prozess habe eine große Bedeutung für die Türkei, sagte Kanzlerin Angela Merkel. Der Irak kritisierte die Luftangriffe als gefährliche Eskalation und Verletzung seiner Souveränität.

Die US-Regierung bezeichnete die türkischen Luftangriffe auf die PKK dagegen als Akt der Selbstverteidigung. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK habe Anschläge auf türkische Polizisten verübt und sei der Aggressor, sagten ranghohe Regierungsvertreter in Washington. «Wenn die PKK die Angriffe in der Türkei nicht gestartet hätte, würden sie (die Türken) die PKK auch nicht im Irak angreifen», hieß es.

Die Türkei gestattet den USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nun offiziell die Nutzung des strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunktes Incirlik. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Mittwoch unterzeichnet worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Ankara. Kurdische Kämpfer im benachbarten Syrien dürften von der Basis aus allerdings nicht unterstützt werden.

Die mit der PKK verbundenen kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) bekämpfen den IS im Norden Syriens. Sie sind damit Verbündete der USA und werden seit Monaten durch Luftangriffe von anderen, deutlich weiter entfernt liegenden Basen aus unterstützt. Die Führung in Ankara befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei beflügeln könnte.

Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, dass die Sicherheitsmaßnahmen für die in der Türkei stationierten 260 Bundeswehrsoldaten erhöht worden seien. Sie sind nahe der Grenze zu Syrien für das Raketenabwehrsystem «Patriot» eingesetzt und in einer türkischen Kaserne untergebracht.

Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei. «Bei Reisen über Land wird zu besonderer Umsicht und Vorsicht geraten. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul», heißt es.

Das Parlament in Ankara kam zu einer Sondersitzung zusammen, um über die türkischen Luftschläge zu beraten. Die türkische Luftwaffe war in der vergangenen Woche nach einem blutigen Anschlag in Suruc erstmals militärisch gegen die Terrormiliz IS in Syrien vorgegangen, die Ankara als Urheber des Anschlags betrachtet. Inzwischen werden vor allem Luftschläge gegen Kurden gemeldet. Eine 2013 ausgerufene Waffenruhe war von der PKK und der Türkei für nichtig erklärt worden.

Die Parlamentssitzung hatte die pro-kurdische Partei HDP beantragt, die bei der Parlamentswahl im Juni aus dem Stand rund 13 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP wiederum verlor bei der Wahl ihre absolute Mehrheit. Die HDP warf Erdogan vor, er spekuliere bei immer wahrscheinlicher werdenden Neuwahlen auf einen Stimmenzuwachs für die AKP.

Bei einer Explosion im Südwesten der Türkei wurde am Mittwoch nach Angaben der türkischen Regierung eine Ölleitung beschädigt. Bei der Explosion habe es sich um einen Angriff gehandelt, sagte Energieminister Taner Yildiz. In der Region war es in den vergangenen Tagen zu Zusammenstößen der Armee mit PKK-Kämpfern gekommen. Die Pipeline transportiert Öl von Kirkuk im nordirakischen Kurdengebiet zum türkischen Hafen Ceyhan.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

weiterlesen

Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

1 2 3
Mi, 2015-07-29 17:28
Kabul (dpa)

Mullah Omar - Taliban-Anführer und Schutzpatron Bin Ladens Von Najeebullah Hazem und Subel Bhandari, dpa

Totgesagt wurde der einäugige Taliban-Anführer Mullah Omar schon häufiger. Nach jüngsten Angaben ist der Mann, der Osama bin Laden lange Zeit Unterschlupf bot, bereits vor zwei Jahren gestorben.

Kabul (dpa) - Der Außenwelt ist der Mann, der Osama bin Laden schützte, stets ein Rätsel geblieben. Wenig ist über ihn bekannt: Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar empfing keine Ausländer. Da nach der Koran-Auslegung der Taliban Abbildungen von Lebewesen verboten sind, gibt es auch kein offizielles Foto von ihm.

Omar soll nach unterschiedlichen Angaben 1959 oder 1960 in der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar zur Welt gekommen sein. Er studierte in einer strengen Koran-Schule an der pakistanisch-afghanischen Grenze.

Gemeinsam mit dem späteren Al-Kaida-Chef bin Laden kämpfte er in den 1980er Jahren gegen die sowjetische Besatzung. Dabei verlor Omar ein Auge. Gerüchten zufolge haben Omar und Bin Laden jeweils eine Tochter des anderen geheiratet.

Als die Sowjetarmee 1989 abziehen musste, zog sich Omar zurück und lehrte an einer Koran-Schule. Im Juli 1994 veranlassten ihn marodierende und vergewaltigende Mudschahedin, sich in die laufenden Machtkämpfe im Land einzumischen. Omar rief seine Schüler auf, dem Treiben Einhalt zu gebieten. Er führte seine Taliban (Koran-Schüler) zum Sieg und übernahm 1996 die Herrschaft in Afghanistan, wo er eine radikale Auslegung des islamischen Rechts durchsetzte. Über dessen strikte Einhaltung wachte als letzte Instanz Mullah Mohammed Omar, seit 1996 der sogenannte «Führer der Gläubigen».

Omar blieb die meiste Zeit in Kandahar; die Hauptstadt Kabul besuchte er angeblich nur zweimal. Im August 1999 überlebte er ein Bombenattentat.

Nach den Al-Kaida-Anschlägen vom 11. September 2001 auf New York und Washington bildeten die USA eine Koalition gegen den Terror und begannen knapp einen Monat später mit Luftangriffen auf afghanische Ziele. Außerdem unterstützte das internationale Bündnis die einheimische Nordallianz im Kampf gegen die Taliban. Die hatten Bin Laden in dem Land am Hindukusch jahrelang Unterschlupf gewährt.

Wie Bin Laden ging Omar Ende 2001 mit seinen Taliban in den Untergrund, von wo aus er sich gelegentlich mit Interviews und Aufrufen zum Heiligen Krieg gegen die USA zu Wort meldete. Sein Aufenthaltsort wurde in Pakistan vermutet, aber trotz eines von der US-Regierung ausgesetzten Millionen-Kopfgeldes blieb er unbehelligt.

Im Laufe der Jahre nahmen Angriffe der Taliban auf die afghanische Zivilbevölkerung, die Regierung in Kabul und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Ihr Ziel war es, das Land zu destabilisieren. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. 2010 war der damalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

Anfang Juli hatte es in Pakistan erstmals direkte Gespräche zwischen Vertretern Kabuls und der Taliban über ein Ende der Auseinandersetzungen gegeben. In einer ihm zugeschriebenen Botschaft soll Omar kurz darauf Unterstützung für die Verhandlungen signalisiert haben. Ende der Woche soll es eine weitere Runde geben.

Mi, 2015-07-29 16:54
München (dpa)

Keine Stolpersteine in München: Schwierige Suche nach Gedenkformen Von Cordula Dieckmann, dpa

Die sogenannten Stolpersteine entzweien die Menschen in München seit Jahren. Für die einen ist es eine Chance, an NS-Opfer zu erinnern. Andere sehen die Namen der Ermordeten im Straßenpflaster in den Schmutz gezogen. Der Stadtrat lehnt die goldfarbigen Steine deshalb weiter ab.

München (dpa) - In der Münchner Stadtgeschichte gibt es während der Nazi-Zeit viele unrühmliche Kapitel. Den 9. November 1938 etwa, als Propagandaminister Joseph Goebbels mit einer Rede im Alten Rathaus die Ausschreitungen gegen Juden in der Pogromnacht anfachte. Unverständlich erscheint es deshalb vielen, dass gerade in der ehemaligen «Hauptstadt» der NS-Bewegung keine sogenannten Stolpersteine im Straßenpflaster verlegt werden dürfen, wie sie schon in weltweit in weit mehr als tausend Städten an die Opfer des Nazi-Terrors erinnern.

Doch die Gegner der goldfarbenen Metalltafeln mit den eingravierten Namen der Opfer haben ihre Gründe: Sie wollen nicht, dass die Namen der Ermordeten erneut beschmutzt und mit Füßen getreten werden. Der Stadtrat lehnte die Stolpersteine deshalb am Mittwoch wie schon 2004 ab und beschloss stattdessen andere Formen des Gedenkens: Stelen auf Fußwegen, Gedenktafeln an Hauswänden und ein zentrales Denkmal, auf dem die Namen aller NS-Opfer der Stadt einen Platz finden sollen.

Zu den Stolperstein-Kritikern zählt Marian Offman. Viele aus seiner Familie wurden von den Nazis wegen ihres jüdischen Glaubens ermordet. «Die Demütigung der Menschen dort war so unendlich wie das Weltall: sie wurden ermordet, geschlagen, bestialisch. Wir können uns das heute nicht mehr vorstellen», sagte der CSU-Stadtrat. Er wolle nicht, dass diese Demütigung nun auch noch mit den Namen der Opfer in der Straße eingegraben werde.

So sieht es auch Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden und heute an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Sie hat die Schrecken der Nazizeit als Kind miterlebt. «Die im Holocaust ermordeten Menschen verdienen mehr als eine Inschrift inmitten von Straub, Straßendreck und schlimmeren Verschmutzungen», hatte sie im Dezember bei einer Anhörung des Stadtrats erklärt. «Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Menschen, auf die man schon auf dem Boden liegend immer weiter eintrat und die mit schweren ledernen, stahlbekappten Stiefeln in die Transporter getreten wurden.»

Eine nachvollziehbare Position, auch für viele Befürworter der Stolpersteine. Viele Angehörige etwa von politische Verfolgten sind dennoch enttäuscht. «Wir haben Widerstandskämpfer in der Familie», sagte Edith Grube aus München nach dem Stadtratsvotum. «Der eine ist erschlagen worden, der andere ist geköpft worden. Für die hätten wir gerne Stolpersteine verlegt.»

Die Freiheit, dies zu verwirklichen, hätte sich auch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gewünscht, die die Zulassung gemeinsam mit der Rosa Liste beantragt hatte. Bei allem Verständnis für die Stolperstein-Kritiker: «Ich kann doch nicht stellvertretend für Familien sagen: Ihr müsst jetzt halt mit Stelen zufrieden sein, wenn ihr eigentlich was anderes wollt. Woher habe ich das Recht?», fragte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Florian Roth.

In vielen anderen Städten ist diese Form des Gedenkens Alltag. Meist werden die glänzenden Tafeln im Pflaster in Ehren gehalten - von Angehörigen, Jugendlichen oder Anwohnern. Prominente wie Günther Jauch zeigten sich im November 2013 am 75. Jahrestag der Pogromnacht mit Lappen und Putzzeug beim Säubern von Stolpersteinen in Berlin. Immer wieder werden Steine auch mit Blumen geschmückt.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, schätzt das Projekt. «Ich halte Stolpersteine unverändert für eine gute und auch würdige Form des Gedenkens», sagte er jüngst. Rund 400 gibt es in seiner Heimat Würzburg. «Da fällt mir schon auf, wie oft Menschen hier wirklich stehenbleiben und nach unten gucken, in einem Moment, den sie gar nicht mit Geschichte in Verbindung bringen, und innehalten.»

Terry Swartzberg von der Initiative Stolpersteine für München gibt die Hoffnung nicht auf, dass auch in München eines Tages Fußgänger über die Schicksale von Nazi-Opfern stolpern werden. «Unsere Kampagne geht weiter», kündigte er an. Er hofft auf eine Klage und auf ein Bürgerbegehren, hat eine Online-Petition doch bereits knapp 100 000 Unterschriften gesammelt. In weit mehr als 1000 Städten weltweit werde der NS-Opfer mit diesen Steinen gedacht. «Warum sollten sie illegal in München sein?» Ein Ausweg für ihn: Die Verlegung der Steine als Kunstaktion zu deklarieren. «Wir werden die Stolpersteine verlegen in München - relativ bald», ist er sich sicher.

Ein Streit, der auch über die sozialen Netzwerke mitunter äußerst scharf geführt wird - und damit dem eigentlichen Sinn zuwider läuft: Würdig an die Opfer zu erinnern und die Erinnerung an die Schrecken der Nazi-Diktatur wach zu halten, gerade vor dem Hintergrund der NSU-Morde oder der Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. «Dieser Streit, der schadet uns allen», kritisierte deshalb Offman. Und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mahnte: Trotz unterschiedlicher Positionen bleibe doch ein gemeinsamer Wunsch. «Ein würdiges, respektvolles Gedenken für die Naziopfer zu finden.»

Mi, 2015-07-29 18:15
Berlin (Greenpeace e.V.)

Greenpeace Kommentar zur Krebsgefahr bei Glyphosat

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit Stoffe auf Krebsgefahren untersucht, hat heute einen ausführlichen Bericht über die Gesundheitsauswirkungen des Pestizids Glyphosat vorgelegt. Schon im März dieses Jahres stufte die IARC in einer ersten Kurzanalyse in der Medizinzeitschrift „Lancet Oncology“ das Spritzmittel als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen ein. Diese Einschätzung bestätigt der jetzt erschienene Bericht. Es kommentiert Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff:

„Solange unklar ist, welche Gesundheitsrisiken von Glyphosat ausgehen, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Alle Anwendungen, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, dass Menschen mit Glyphosat in direkten Kontakt kommen, müssen umgehend ausgesetzt werden. Nicht zu reagieren wäre verantwortungslos. In Deutschland wird in den kommenden Wochen Raps mit Glyphosat totgespritzt, um den Reifungsprozess zu beenden und die Ernte zu erleichtern. Diese Praxis muss ein Ende haben.

Der Bericht der IARC darf nicht heruntergespielt werden. Die Bewertungsbehörden wie das Bundesinstitut für Risikoforschung BfR können jetzt nicht so tun, als wäre nichts gewesen. Die Einstufung muss ernst genommen und in die Neubewertung mit einfließen. Das ist bisher nicht geschehen.

Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von einem wahrscheinlich krebserregenden Totalherbizid wie Glyphosat ist ein generelles Problem. Ein grundsätzlicher Wandel in der Landwirtschaft ist unumgänglich. Agrarökologische Methoden müssen den Griff zur Giftspritze ablösen.”

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

Seiten