Di, 2015-07-07 12:17
Wien (dpa)

Entscheidende Stunden bei Atomverhandlungen mit dem Iran

Die Uhr tickt: Um Mitternacht läuft eine Frist für eine Einigung im Atom-Poker mit dem Iran aus. Oder doch nicht? Eine weitere Verlängerung der Marathon-Verhandlungen ist möglich, aber mit erheblichen Konsequenzen verbunden.

Wien (dpa) - Im Atomstreit mit dem Iran bleibt nur noch wenig Zeit für einen Durchbruch bei den Verhandlungen in Wien. Trotz Annäherungen ist ein Scheitern oder eine weitere Verlängerung nicht ausgeschlossen. Um Mitternacht endet eine selbst gesetzte Frist.

Die Außenminister der 5+1-Gruppe (die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich Großbritannien sowie Deutschland) setzten am Dienstag ihr Ringen um eine Einigung fort. Eine große Gesprächsrunde mit Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ist geplant. «Wir sind noch nicht durch. Wir sollten nicht unterschätzen, dass wichtige Fragen noch nicht gelöst sind», hieß es zuvor aus deutschen Diplomatenkreisen.

Eine weitere Verlängerung der Verhandlungen ist prinzipiell möglich, hätte aber erhebliche Konsequenzen. Liegt dem US-Kongress eine Übereinkunft bis Donnerstag vor, hätten die Abgeordneten 30 Tage Zeit zur Überprüfung. Bei Verzögerungen verdoppelt sich diese Zeit, denn der Kongress geht dann in die Sommerpause. Das würde Gegnern eines Abkommens - besonders in den USA, im Iran und auch in Israel - mehr Zeit geben, die Übereinkunft zu torpedieren.

Die internationale Gemeinschaft will mit einem Abkommen sicherstellen, dass die Islamische Republik keine Atombombe baut, die Kernkraft aber zivil nutzen kann. Im Gegenzug soll der Westen die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran schrittweise aufheben. Das Ausmaß der nuklearen Beschränkungen ist kein Streitpunkt mehr.

Knackpunkte der Verhandlungen sind das Ende der Sanktionen gegen iranische Raketenprogramme und Handelsverbote für konventionelle Waffen. Ungeklärt sind ferner Fragen zu den Zeiten für die Aufhebung weiterer Sanktionen. Auch Untersuchungen zur angeblichen früheren Atomwaffenforschung des Irans durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sind umstritten.

Bei einem Besuch einer IAEA-Delegation in Teheran habe es aber Fortschritte in dieser Frage gegeben, berichten iranische Medien. «Der Iran und die IAEA haben mit dem Erreichen einer allgemeinen Übereinkunft über einen Zeitplan für die Kooperation einen wichtigen Schritt zur Lösung der offenen Fragen gemacht», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation AEOI, Behrus Kamalwandi.

Di, 2015-07-07 12:36
Zürich (dpa)

Schweizer Uni schafft Lehrstuhl für Muttermilchforschung

Zürich (dpa) - Ein ganz der Muttermilchforschung gewidmeter Medizin-Lehrstuhl wird an der Universität Zürich geschaffen. Es sei der erste dieser Art weltweit, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Ziel sei es, neue Erkenntnisse über die Inhaltsstoffe von Muttermilch und ihre funktionellen Eigenschaften zu gewinnen.

Der Lehrstuhl werde 2016 die Arbeit aufnehmen und mindestens 25 Jahre lang betrieben, hieß es weiter. Dafür stellt die Familie Larsson-Rosenquist Stiftung eine Anschubfinanzierung von 20 Millionen Franken (19,2 Millionen Euro) bereit. Die im Schweizer Kanton Zug ansässige Stiftung setzt sich seit 2013 für die Förderung der Ernährung mit Muttermilch ein.

Allgemein bekannt sei, dass Muttermilch den Immunschutz stärke sowie Allergien vorbeuge und damit die Gesundheit Neugeborener stärke, erklärte die Universität. Die Auswirkungen hielten bis ins Erwachsenenalter an. Parallel zum Lehrstuhl in Zürich finanziere die Stiftung verwandte Forschungen an der University of Australia in Perth mit einem Fokus auf Biochemie. Damit wolle die Stiftung garantieren, dass die Muttermilchforschung multidisziplinär angegangen wird.

Di, 2015-07-07 12:14
Greifswald (dpa)

Greifswalder Kernfusionsanlage soll noch 2015 erstes Plasma erzeugen Von Martina Rathke, dpa

Noch in diesem Jahr will das Max-Planck-Institut in Greifswald in der Kernfusionsanlage «Wendelstein 7-X» erstes Plasma erzeugen. Die Magnetspulen, lange Problemkind der Anlage, haben die Funktionstests gemeistert.

Greifswald (dpa) - Die Erzeugung des ersten Fusionsplasmas im Greifswalder Kernfusionsexperiment «Wendelstein 7-X» rückt näher. Die Tests der 70 Magnete, einer Schlüsselkomponente in der Fusionsanlage, seien erfolgreich abgeschlossen, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik am Dienstag in Greifswald mit. Noch in diesem Jahr soll in der Anlage, deren Inbetriebnahme sich immer wieder verzögert hatte, das erste Plasma erzeugt werden.

«Wendelstein 7-X» - Institutsangaben zufolge nach Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator - soll noch keine Energie erzeugen, aber die Kraftwerkseignung untersuchen. «Die Anlage soll die wesentliche Eigenschaft dieses Fusionstyps zum Dauerbetrieb demonstrieren», sagte Sprecherin Isabella Milch. Im französischen Cadarache entsteht mit ITER die erste Demonstrationsanlage vom Typ Tokamak, der nur «gepulst» betrieben werden kann - das heißt, er muss zwischenzeitlich immer wieder neu gestartet werden.

In Kernfusionskraftwerken soll später - so die Erwartung der Forscher - analog zu den Prozessen auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie klima- und umweltfreundlich erzeugt werden. Wann die Technologie tatsächlich kraftwerksreif sein wird, ist bislang offen.

Vor einem Jahr hatten die Forscher mit der Betriebsvorbereitung der Greifswalder Anlage begonnen und die Komponenten der rund 725 Tonnen schweren Maschine geprüft. Mehrere Tests wie auch die Betriebsgenehmigung stünden nun noch aus. Zum einen muss ein «Ultrahoch-Vakuum» im Magnetkäfig erzeugt werden, wie Sprecherin Isabella Milch sagte. Die Techniker hatten anfangs mehrere kleinere Lecks entdeckt, die nun geschlossen und geprüft werden. Zudem müsse nach dem erfolgreichen Test der supraleitenden Magnetspulen das magnetische Feld ausgemessen werden, in dem später das bis zu 100 Millionen Grad heiße Plasma berührungsfrei schweben soll.  

Vor allem Probleme beim Bau der kompliziert gewundenen, je 3,50 Meter hohen Magnetspulen hatten das Projekt um Jahre zurückgeworfen. Die Gesamtkosten für das Greifswalder Fusionsexperiment, das aus dem Euroatom-Programm der EU, vom Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird, hatten sich wegen der längeren Bauzeit von rund 500 Millionen auf über eine Milliarde Euro mehr als verdoppelt. Kritik an der Fusionsforschung kommt vor allem von den Grünen und Umweltverbänden. Sie sehen in ihr ein Hemmnis der Energiewende. Zudem hatten sie Zweifel an der Sicherheit der Anlage, die durch ein von der Genehmigungsbehörde beauftragtes TÜV-Gutachten ausgeräumt wurden.

Bei den ersten Plasmatests in Greifswald sollen - vollkommen radioaktivfrei - zunächst normale Wasserstoffkerne miteinander verschmolzen werden. Frühestens ab 2017 soll älteren Angaben zufolge Deuterium (schwerer Wasserstoff) eingesetzt werden. Bei der Verschmelzung dieser Kerne werden geringe Mengen Radioaktivität frei. Anders als bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken ist bei der Fusion jedoch keine verheerende Kettenreaktion möglich. 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-07-07 12:39
Washington (dpa)

Calderón-Kommission will mit zehn Punkten Klimaziel erreichen

Klimaschutz ist nötig, aber auch teuer, meinen viele Politiker. Muss gar nicht sein, sagt eine neue Studie. Demnach könnte Klimaschutz Billionen Dollar bringen - wenn man es richtig macht.

Washington (dpa) - Eine hochkarätige internationale Kommission hat zehn Punkte vorgeschlagen, um den Klimawandel auf wirtschaftlich sinnvolle Weise zu bremsen. Dazu zählen eine stärkere internationale Zusammenarbeit, höhere Energieeffizienz sowie ein geringerer Schadstoffausstoß von Schiffen und Flugzeugen. Mit den Vorschlägen könne das internationale Ziel, die Erderwärmung auf höchsten zwei Grad zu begrenzen, zu 96 Prozent erreicht werden, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Report der Global Commission on the Economy and the Climate.

«Dieser Bericht zeigt, dass Erfolg möglich ist. Wir können Wirtschaftswachstum haben und gleichzeitig die gefährliche Verschmutzung stoppen», sagte der Chef der Kommission, Mexikos früherer Präsident Felipe Calderón. «Der Report beweist, dass ein einst fernliegendes Ziel in greifbarer Nähe ist. Wir können weltweiten Wohlstand erreichen und gleichzeitig das Klima schützen.» Die Kommission besteht aus 24 Politikern, Wirtschaftslenkern und Wissenschaftlern. Darunter sind der britische Ökonom Nicholas Stern und aus Deutschland der frühere Weltbank-Chef Caio Koch-Weser.

Der Report schlägt zum Beispiel eine stärkere internationale Zusammenarbeit zwischen Kommunen vor, um sich gegenseitig bei der klimaverträglichen Entwicklung zu stärken. Das betreffe bessere Verkehrssysteme, günstigere Abfallentsorgung und klimafreundlichere Gebäude. Bis zum Jahr 2050 könnten so 17 Billionen Dollar (15,4 Billionen Euro) gespart werden. Um 18 Billionen Dollar könne das globale Sozialprodukt bis 2035 steigen, wenn Politiker für Geräte, Licht und Fahrzeuge höhere Wirkungsgrade vereinbaren und entsprechende Investitionen anschieben würden.

Zudem sollten die Länder in Lateinamerika und in Afrika bei der Aufforstung zusammenarbeiten. Bis 2030 solle der Prozess der Entwaldung gestoppt werden. Die Kommission plädiert auch für schärfere Grenzwerte beim Kohlendioxidausstoß im Luft- und Schiffsverkehr. Allein in der Schifffahrt könnten so 200 Milliarden Dollar an Treibstoffkosten eingespart werden - pro Jahr. Das Papier lobt die Wirtschaftsförderung für erneuerbare Energien in Deutschland.

Das Zwei-Grad-Ziel war 2009 bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen anvisiert worden. Auf ihrem Gipfel in Elmau bekannten sich die G7-Länder erneut dazu. Damit soll die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei Grad begrenzt werden.

Di, 2015-07-07 12:13
Rostock (dpa)

Vor Urteil im Sandsturmprozess: BUND fordert Hecken auf Feldern

Rostock (dpa) - Vor dem Urteil gegen eine Autofahrerin im Prozess um eine Massenkarambolage im Sandsturm bei Rostock hat die Umweltschutzorganisation BUND mehr Hecken auf den Feldern in der Region gefordert. «Die Ursache des Sandsturms ist die Agrarindustrie: Durch die industrielle Landbewirtschaftung auf den riesigen Feldern in einer fast ausgeräumten Landschaft kommt es immer öfter zu enormer Wind- und Bodenerosion», sagte BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff am Dienstag. Er forderte die Landesregierung auf, an der Unfallstelle und an anderen erosionsgefährdeten Flächen ein landesweites Feldhecken-Programm aufzulegen. An der Karambolage im April 2011 waren mehr als 80 Autos beteiligt, acht Menschen starben. Am Mittwoch will das Amtsgericht Rostock das Urteil verkünden.

Di, 2015-07-07 12:46
Berlin (dpa)

Gewitter, Hagel, Tornado: Extreme Wetterphänomene nach Hitzeperioden

In einem Moment brütet man noch in der Sonne, im nächsten fallen eiskalte Hagelkörnchen vom Himmel. Zieht nach einer Hitzperiode eine Kaltfront auf, geht das oft mit heftigen Unwettern einher. Woran liegt das eigentlich?

Berlin (dpa) - Nach der Hitze der vergangenen Tage drohen Prognosen zufolge Tornados und Hagelstürme. Hitzeperioden enden häufig mit Wind und Starkregen - so soll es vielerorts auch am Dienstag sein, wie die der Deutsche Wetterdienst warnt. Das liegt daran, dass die vorhandene Luft sehr schwül und heiß ist. Ein Gewitter etwa, wenn stark unterschiedlich warme Luftmassen aufeinandertreffen.

Die aufziehende Kaltfront bringt kältere Luft mit sich. Dieses Ungleichgewicht zwischen warmer und kalter Luft muss ausgeglichen werden. Feuchtwarme Luft steigt nach oben, kondensiert und bildet eine Gewitterwolke. In der Wolke baut sich ein immer größer werdendes elektrisches Spannungsfeld auf, das sich durch eine Art Kurzschluss - einen Blitz - wieder entlädt.

Diese Gewitter gehen häufig mit Hagel einher. Der entsteht, wenn in Gewitterwolken heftige Aufwinde kleine Wassertröpfchen nach oben wirbeln. Die Gewitterwolken sind sehr hochreichend, deshalb gefrieren die Wassertröpfchen. Sie steigen und fallen wieder auf. Je größer die Gewitterwolke und je stärker die Aufwinde, desto häufiger wiederholt sich dieser Vorgang, bis die Eisklumpen schließlich so groß sind, dass sie der Aufwind nicht mehr trägt und sie zu Boden fallen.

Auch Tornados sind diesmal örtlich möglich, wie der Wetterdienst warnt. Sie entstehen durch die großen Luftdruckunterschiede, die die Atmosphäre auszugleichen versucht. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Für solche Wetterphänomene ist die vorhandene Luft verantwortlich. Während Hitzeperioden ist sie sehr energiereich. Kalte Luft ist hingegen viel weniger energiereich. Deshalb gibt es bei einem Temperaturwandel von kalt auf warm in der Regel keine heftigen Stürme.

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Di, 2015-07-07 12:34
München (dpa)

Gericht unterbricht NSU-Prozess für Zschäpes neuen Verteidiger

Die Hauptangeklagte Zschäpe wirkt auffallend freundlich vor Gericht. Ständig tauscht sie sich mit dem neuen Anwalt an ihrer Seite aus. Der Verteidiger kann gleich zum Auftakt einen kleinen Erfolg feiern.

München (dpa) - Der neue, vierte Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Mathias Grasel, hat eine Unterbrechung des Münchner NSU-Prozesses erreicht. Das Gericht entsprach am Dienstag teilweise einem Antrag, den Grasel zu Beginn des Verhandlungstages gestellt hatte. Damit entfallen alle drei Sitzungen dieser Woche und noch einmal zwei weitere Verhandlungen in diesem Monat. Grasel war am Montag als zusätzlicher Verteidiger für Zschäpe berufen worden.

Zschäpes Verhältnis zu den Anwälten Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm gilt seit längerem als gestört. Zuletzt hatte die Angeklagte vergeblich Sturms Ablösung verlangt.

Der neue Anwalt Grasel erklärte, er benötige Zeit, um sich in die umfangreichen Akten einzuarbeiten. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sagte, der Senat sei gesetzlich verpflichtet, «für Verteidigungsmöglichkeiten zu sorgen». Mit der Beiordnung Grasels sei eine «neue Sachlage» entstanden. Anders als von Grasel verlangt lehnte das Gericht es aber ab, das Verfahren gleich für drei Wochen komplett zu unterbrechen.

Zschäpe muss sich im NSU-Prozess als mutmaßliche Mittäterin für die zehn Morde verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem «Nationalsozialistischen Untergrund» vorwirft. Seit Anbeginn des Verfahrens vor mehr als zwei Jahren schweigt die Angeklagte dazu.

Grasel sagte am Rande der Sitzung, «aktuell» werde Zschäpe auch weiter nicht aussagen. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles andere außer Schweigen keine Option.» Zschäpe selbst hatte dem Gericht vor zwei Wochen geschrieben, sie trage sich mit dem Gedanken, «etwas» auszusagen.

Am Dienstagmorgen ignorierte die Angeklagte im Verhandlungssaal demonstrativ ihre drei bisherigen Verteidiger und setzte sich neben ihren neuen Anwalt Grasel. Dabei wirkte sie auffallend freundlich und unterhielt sich vor Sitzungsbeginn und während einer Beratungspause des Gerichts pausenlos mit ihm.

Di, 2015-07-07 10:59
Ufa (dpa)

Gipfel im Doppelpack - Putin schmiedet Allianzen ohne den Westen Von Ulf Mauder, dpa

Seinen Traum von einer neuen Weltordnung will Kremlchef Putin in der Millionenstadt Ufa voranbringen. Als Gastgeber zweier Gipfel empfiehlt er sich einmal mehr als Anführer der nicht-westlichen Welt. Alles nur Symbolik? Propaganda? Oder echte Konkurrenz für die USA?

Ufa (dpa) - Fern der schillernden Metropolen wie St. Petersburg und Moskau lädt Kremlchef Wladimir Putin seine Kollegen aus China, Indien und anderen Staaten diesmal in die russische Industrieprovinz ein. Nach Ufa. Ein Doppelgipfel für die nicht-westliche Welt steht an. Der Schauplatz liegt südwestlich des Uralgebirges, von der Hauptstadt mehr als 1300 Kilometer entfernt. Dort geht es von diesem Mittwoch (8. Juli) an um Weltpolitik: erst beim Gipfel der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Brics) bis 9. Juli, dann beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) am 9. und 10. Juli.

Für Russland ist es der politische Höhepunkt des Jahres. Putin will vor allem seine Idee einer multipolaren Welt - ohne eine Vorherrschaft der USA - vorantreiben. In Ufa soll Schluss sein damit, dass die Brics nur ein Forum des Dialogs sind, wie der Präsident selbst betont. Ein «handlungsfähiges Instrument» der Weltpolitik - das sei das Ziel, sagt der 62-Jährige.

Nicht erst seit seinem Ausschluss aus der Gruppe großer Industrienationen (G7) im Zuge des Ukraine-Konflikts sucht Russland nach Alternativen der Zusammenarbeit auf der Weltbühne. Die Russen sehen in den Brics - der Vereinigung fünf großer Schwellenstaaten mit rund 40 Prozent der Weltbevölkerung - seit langem eine große Zukunft.

Voranbringen wollen die Russen in Ufa in erster Linie das Projekt einer neuen Brics-Bank. An ihr beteiligt sich die Rohstoffmacht zunächst mit zwei Milliarden US-Dollar. «Das neue Institut wird eine der großen multilateralen Banken», sagt Finanzminister Anton Siluanow. Immer wieder haben Russland, aber auch andere Brics-Staaten Reformen des westlich dominierten Internationalen Währungsfonds (IWF) angemahnt. Jetzt wollen die Länder eine eigene Bank für Infrastrukturprojekte und für den Kampf gegen Krisen etablieren.

Die USA und die EU sind außen vor. Ufa soll den Startschuss geben für den Beginn der praktischen Arbeit. Siluanow kann sich vorstellen, dass die Brics-Bank etwa das Projekt der Seidenstraße - einer großen Magistrale von Asien bis nach Europa - mitfinanziert.

Die Ziele für den Gipfelmarathon sind groß: Die Brics sollten zu einem «vollwertigen Mechanismus der strategischen Zusammenarbeit in Schlüsselfragen der Weltpolitik und Wirtschaft werden», heißt es. Verabschiedet werde in Ufa eine Brics-Strategie zur Wirtschaftsentwicklung bis 2020, verspricht Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow. Der Kremlchef plane insgesamt bilaterale Treffen mit elf Staats- und Regierungschefs an den drei Gipfeltagen der Brics und der SCO, betont er. Themen seien auch das iranische Atomprogramm, die Krise in Griechenland, der Konflikt in der Ukraine sowie weitere globale Probleme.

Experten bemängeln allerdings, dass der Staatenverbund zwar sein Tätigkeitsfeld ausgeweitet habe, bisher aber kaum Erfolge vorweisen könne. «Viele Initiativen bleiben unterentwickelt, weil es an Abstimmung mangelt», sagt Alexander Gabujew vom Moskauer Carnegie Center. Der Politologe sieht in dem Treffen vor allem eine bedeutende Propaganda-Show, bei der sich Russland als Anführer der nicht-westlichen Welt profilieren will. Klar sei aber auch, dass das Riesenreich etwas bewegen wolle, meint Gabujew. 130 Punkte lägen bei dem Gipfel zur Diskussion auf dem Tisch, heißt es.

«Wir müssen noch viel dafür tun, dass diese Organisation einen handelnden Charakter erhält, damit sie zu einem handelnden und effektiven Instrument für die Entwicklung unserer Wirtschaft wird», sagt Kremlchef Putin über Brics. Dabei beteuert er, dass es ausschließlich um eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit gehe - und nicht um das Schmieden neuer Militärblöcke.

Gleichwohl organisieren vor allem die in der Shanghaier Organisation (SCO) vereinten Staaten längst gemeinsame Manöver. Russland hat in den SCO-Mitgliedsstaaten Tadschikistan und Kirgistan zudem eigene Militärbasen. Als nach den USA zweitgrößter Rüstungsexporteur der Welt versorgt das Riesenreich die Regionen mit Waffen. In Sicherheitsfragen will das Bündnis künftig noch enger zusammenarbeiten - besonders beim Kampf gegen den Terrorismus und Drogenschmuggel.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigt kurz vor dem Gipfel die Gründung eines «Apparates nationaler Militärberater» unter dem Dach der SCO an. So solle die «militärische Komponente» des Bündnisses künftig gefestigt werden, betont er. Die SCO will in Ufa ihre Strategie-2025 verabschieden, die den Staaten künftig mehr Gewicht geben soll. Vor allem der Iran, der eine SCO-Mitgliedschaft anstrebt und mit Präsident Hassan Ruhani in Ufa vertreten ist, pocht darauf, dass die Region - ohne Einfluss der USA oder anderer fremder Mächte - selbstständig für ihre Sicherheit sorgt.

So denken auch in Russland viele. «Die Impotenz der Vereinten Nationen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa erfordert von den Ländern der Region, dass sie dieses Vakuum ausfüllen und die Lage selbst kontrollieren», meint der Asien-Experte Alexander Knjasew in der Zeitung «Nesawissimaja Gaseta».

Di, 2015-07-07 11:43
Delhi (dpa)

Streit im Verkehr: Indischer Politiker treibt Büffel auf Straße

Neu Delhi (dpa) - Ein Politiker hat in Indien 30 Büffel auf die Straße laufen lassen und damit die Polizei stundenlang beschäftigt. Der Landtagsabgeordnete des Bundesstaates Uttar Pradesh sei nicht damit klar gekommen, dass ihn ein Tiertransporter überholt habe, berichtete die Zeitung «Times of India» am Dienstag. Deshalb habe er den Lastwagen wiederum überholt, zum Anhalten gezwungen und die Tiere herabgetrieben.

Bewohner der Gegend hätten die grasenden Büffel schnell vom Straßenrand zu sich in den Hof geführt, berichtete die Zeitung weiter. Polizisten mussten demnach von Tür zu Tür gehen, um die Tiere wieder einzusammeln. Der Politiker sagte dem Blatt, er habe den Lastwagen gestoppt, weil dieser sein Auto geschrammt habe.

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Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-07-07 11:02
Greifswald (dpa)

Institut: Magnettests an «Wendelstein 7-X» erfolgreich abgeschlossen

Greifswald (dpa) - Die Erzeugung des ersten Fusionsplasmas im Greifswalder Kernfusionsexperiment «Wendelstein 7-X» rückt näher. Die Tests der 70 Magnete, einer Schlüsselkomponente in der Fusionsanlage, seien erfolgreich abgeschlossen, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik am Dienstag in Greifswald mit. Noch in diesem Jahr soll in der Anlage, deren Inbetriebnahme sich immer wieder verzögert hatte, das erste Plasma erzeugt werden. «Wendelstein 7-X» - Institutsangaben zufolge nach Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator - soll noch keine Energie erzeugen, aber die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen. Sie soll die wesentliche Eigenschaft dieses Fusionstyps zum Dauerbetrieb demonstrieren. Im französischen Cadarache entsteht mit ITER die erste Demonstrationsanlage vom Typ Tokamak, der nur im «gepulst» betrieben werden kann - das heißt, er muss zwischenzeitlich immer wieder neu gestartet werden.

Di, 2015-07-07 11:48
München (dpa)

Neuer Anwalt Grasel: Aussage Zschäpes derzeit keine Option

München (dpa) - Im Münchner NSU-Prozess wird es auf absehbare Zeit weiter keine Aussage der Hauptangeklagten Beate Zschäpe geben. Ihr neuer Anwalt Mathias Grasel wies derartige Spekulationen am Dienstag zurück. «Es wird aktuell keine Strategieänderung geben», sagte Grasel vor Journalisten. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles andere außer Schweigen keine Option.» Zschäpe selbst hatte die Spekulationen über eine mögliche Aussage genährt: Im Zusammenhang mit ihrem Antrag auf Ablösung ihrer Anwältin Anja Sturm hatte sie erklärt, sie trage sich durchaus mit dem Gedanken, «etwas» auszusagen.

Di, 2015-07-07 11:23
Bujumbura (dpa)

Gewalt in Burundi: Regierung erwägt Verschiebung der Präsidentenwahl

Bujumbura (dpa) - Die Regierung im ostafrikanischen Krisenland Burundi erwägt, die für den 15. Juli geplante umstrittene Präsidentenwahl erneut zu verschieben. Die Ostafrikanische Gemeinschaft EAC hatte am Dienstag bei einem Treffen im tansanischen Daressalam gefordert, die Abstimmung wegen der Unruhen in dem Land auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Die EAC hatte den 30. Juli als mögliches Datum vorgeschlagen. «Die Regierung ist bereit, diese Forderung in Erwägung zu ziehen, weil wir alle Seiten zufriedenstellen möchten», sagte Präsidentensprecher Willy Nyamitwe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz zuvor hatte einer der Drahtzieher des Militärputsches von Mitte Mai gewarnt, dass das Land in einen neuen Bürgerkrieg abrutschen werde, sollte Präsident Pierre Nkurunziza wirklich entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit antreten. Der General Leonard Ngendakumana drohte, er werde Nkurunziza zusammen mit weiteren Militärs stürzen, falls er wiedergewählt werde.

Die EAC hatte am Dienstag den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni als neuen Vermittler in dem Konflikt bestimmt. In Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, kommt es seit Ende April immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen Nkurunziza. Über 80 Menschen sind bereits gestorben, 140 000 sind aus dem Land geflohen.

Di, 2015-07-07 11:09
Wien (dpa)

Die wechselvollen amerikanisch-iranischen Beziehungen

Wien (dpa) - Einst waren die USA und der Iran enge Partner. Die islamische Revolution in Teheran brachte aber den vollständigen Bruch der Beziehungen. Ein Atomabkommen mit dem Iran wäre das Ende einer 36-jährigen politischen Eiszeit.

1953: Mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA wird der iranische Ministerpräsident Mohammed Mossadegh gestürzt. Der zeitweise geflohene Schah Mohammed Reza Pahlavi kommt zurück an die Macht.

1966: Mit massiver Unterstützung der USA wird der Iran zur stärksten Militärmacht am Persischen Golf aufgerüstet.

1979: Der Schah flieht, Ajatollah Khomeini ruft die Islamische Republik aus. Studenten besetzen die US-Botschaft im Iran, nehmen 52 Amerikaner als Geiseln und fordern die Auslieferung des Schahs. Als Reaktion verhängt Washington Sanktionen gegen den Iran.

1980: Ein Militäreinsatz zur Befreiung der Amerikaner schlägt fehl, die Geiselnahme endet erst nach 444 Tagen.

1995: US-Präsident Bill Clinton verhängt ein umfassendes Handelsembargo gegen den Iran, wegen der Unterstützung von Terror und dem Streben nach Massenvernichtungswaffen.

2002: Präsident George W. Bush bezeichnet den Iran als Teil der «Achse des Bösen».

2010: US-Präsident Barack Obama setzt im Streit um das iranische Atomprogramm neue umfangreiche Sanktionen gegen Teheran in Kraft.

2011: Im syrischen Bürgerkrieg unterstützen die USA die Opposition, der Iran bleibt wichtiger Verbündeter von Präsident Baschar al-Assad.

2012: Die USA setzen sich für ein Öl-Embargo gegen Teheran ein. Die Sanktionen bringen Irans Wirtschaft zunehmend in Bedrängnis.

2013: Der als Reformer geltende Präsident Hassan Ruhani sendet Entspannungssignale. Erstmals telefonieren die Präsidenten der USA und des Irans wieder miteinander.

Di, 2015-07-07 11:07
Wien (dpa)

Iran und Israel - von stillen Partnern zu Todfeinden

Wien (dpa) - Die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel haben sich von versteckter Zusammenarbeit zu offener Todfeindschaft entwickelt. Als eines der ersten Länder hatte der Iran den 1948 gegründeten Staat der Juden faktisch anerkannt. Im Iran unter Schah Mohammed Reza Pahlavi umfasste die Kooperation unter anderem eine versteckte Militärzusammenarbeit, die Versorgung Israels mit Öl und iranische Hilfe bei der Auswanderung irakischer Juden.

1979 begann Teheran unter Revolutionsführer Ajatollah Khomeini einen Krieg der Worte. Israel wurde zum «Kleinen Satan», der mit dem «Großen Satan» USA verbündet sei. Die Bekämpfung des «Krebsgeschwürs im besetzten Palästina» wurde ein Eckpfeiler iranischer Außenpolitik. Präsident Mahmud Ahmadinedschad leugnete den Holocaust und drohte, das «zionistische Gebilde (Israel) auszulöschen». Irans aktueller Präsident Hassan Ruhani schlägt gemäßigtere Töne an. Israels Misstrauen ist jedoch weiter gewaltig. Es fühlt sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht und hat mehrfach indirekt mit Luftangriffen auf Forschungseinrichtungen im Iran gedroht. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verglich den Iran mit dem NS-Regime.

Di, 2015-07-07 11:27
Washington (dpa)

Calderón-Kommission will mit Zehn-Punkte-Programm Klimaziel erreichen

Washington (dpa) - Eine hochkarätige Wirtschaftskommission hat zehn Punkte vorgeschlagen, um die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Würden alle umgesetzt, könnten 96 Prozent der dafür nötigen Emissionsminderung erreicht werden, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Bericht der Global Commission on the Economy and the Climate. Zugleich lasse sich Wachstum und Entwicklung vorantreiben. Der Report schlägt etwa eine stärkere internationale Zusammenarbeit zwischen den Kommunen vor. Das betreffe bessere Verkehrssysteme, die Abfallentsorgung und «grüne» Gebäude. Bis zum Jahr 2050 könnten so 17 Billionen Dollar (15,4 Billionen Euro) gespart werden. Um 18 Billionen Dollar könne das globale Sozialprodukt bis 2035 steigen, wenn Geräte, Licht und Fahrzeuge höhere Wirkungsgrade bekämen.

In der Kommission um den ehemaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón sitzt unter anderem der britische Ökonom Nicholas Stern.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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