Mo, 2015-03-02 07:31
Singapur (dpa)

Ölpreise mit Verlusten

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn gefallen. Das hohe Angebot an Rohöl ist weiter das beherrschende Thema an den Märkten. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 62,18 US-Dollar und damit 40 Cent weniger als in der Vorwoche. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 40 Cent auf 49,38 Dollar.

Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur Bloomberg hat das ölreiche Saudi-Arabien im Februar seine Produktion auf 30,6 Millionen Barrel pro Tag erhöht. Damit liegt die Produktion des Ölkartells Opec den neunten Monat in Folge höher als unter den Mitgliedsländern vereinbart. Saudi-Arabien will mit niedrigen Preisen seine Marktanteile verteidigen und die stark wachsende US-Schieferölproduktion aus dem Markt drängen.

Mo, 2015-03-02 07:30
Genf (dpa)

Zuversicht vor Genfer Autosalon: Europas Automarkt erholt sich Von Antonia Lange, dpa

Der schwache Euro und billiges Öl spielen den Autobauern in Europa in die Hände. Experten rechnen mit steigenden Verkäufen in Spanien, Italien oder auch Frankreich. Nur die Krise in Russland und der Ukraine trübt vor dem Genfer Autosalon die Stimmung.

Genf (dpa) - Der Autosalon in Genf liefert traditionell einen Vorgeschmack auf das Autojahr - und der dürfte vielen Herstellern Appetit auf mehr machen. Denn 2015 ist bisher geprägt von billigem Öl und einem schwachen Euro. Beides hilft den europäischen Autobauern, die im Zuge der Finanzkrise magere Jahre auf dem Heimatkontinent hinnehmen mussten.

«Insgesamt stützen der billige Euro und die Null-Zins-Politik der EZB die Konjunktur in West-Europa und den neuen EU-Ländern», sagt Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Ihm zufolge ist in West-Europa 2015 daher mit 12 565 Millionen Pkw-Verkäufen zu rechnen - das wäre ein Plus von 3,7 Prozent. Auch das billige Öl dürfte den Autobauern demnach helfen. Wenn der Treibstoff günstig ist, ist es in der Regel leichter, die Fahrzeuge in den Markt zu bringen.

Unter den großen europäischen Automärkten erwartet der Experte die größten Zuwächse in Spanien mit mehr als elf Prozent, gefolgt von Italien (knapp neun Prozent) und Frankreich (mehr als fünf Prozent). Das Krisenland Spanien werde dabei aber auch von einer Abwrackprämie getrieben.

«Der europäische Automarkt hat nun die Talsohle hinter sich gelassen und verlässt langsam den Krisenmodus», sagt auch Autoexperte Peter Fuß vom Stuttgarter Beratungsunternehmen EY.

Bereits zum Jahresstart hatte der europäische Automarkt weiter zugelegt: Dank zweistelliger Zuwächse in Spanien und Italien kletterte der Absatz in der Europäischen Union im Januar um 6,7 Prozent auf knapp eine Million Fahrzeuge, wie der Branchenverband Acea mitteilte. In allen größeren Märkten wurden mehr Autos verkauft.

Fachmann Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hält weiteren Aufwind für wahrscheinlich, warnt aber zugleich vor Risiken. «Ich glaube schon, dass die vergleichsweise solide Erholung in Europa weitergeht - wenn nichts Dramatisches in Richtung Russland und Ukraine passiert.» Im Markt sei nach wie vor eine große Unsicherheit, wie sich die Lage in der Krisenregion entwickle.

«Für den russischen Markt sehe ich relativ schwarz. Da wird man zweistellige Verluste erzielen», sagt Bratzel. «Die Frage ist, ob das ein bisschen überschwappt. Ich rechne im Moment nicht damit, aber man muss es stark beobachten.» Auch Dudenhöffer erwartet in Russland einen Einbruch der Auto-Verkäufe um fast 22 Prozent.

Er gibt aber Entwarnung: «Wer weltweit unterwegs ist, kann Russland ausbalancieren.» Der niedrige Eurokurs biete gute Exportchancen und damit höhere Gewinne. Unternehmen mit einem hohen Geschäftsanteil im Dollarraum können beispielsweise in Europa gebaute Produkte im Ausland günstiger anbieten - und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Ohnehin bleiben die beiden großen Märkte China und die USA auch künftig die Zugpferde der Hersteller. 2014 stieg der Pkw-Absatz allein in diesen beiden Märkten um insgesamt drei Millionen Autos, wie aus einer CAM-Studie hervorgeht. Demnach bestimmten diese beiden Regionen bald die Hälfte des globalen Absatzes.

Auf dem wichtigen Markt China erreichte PSA Peugeot Citroën demnach zuletzt das höchste Wachstum (+32 Prozent). Die Franzosen setzen damit jedes vierte weltweit verkaufte Auto in dem Riesenreich ab. Hohes Wachstum verbuchten aber auch Daimler, Jaguar-Landrover sowie Ford und BMW.

Mo, 2015-03-02 06:18
Köln (dpa)

Sicherheit von Juden nach den jüngsten Terroranschlägen

Köln (dpa) - Nach den Terroranschlägen auf einen jüdischen Supermarkt in Paris und eine Synagoge in Kopenhagen mit insgesamt fünf Toten wächst die Angst auch unter den in Deutschland lebenden Juden. Darauf gab es in den vergangenen Wochen unterschiedliche Reaktionen:

AUFRUF ZUR AUSWANDERUNG: Der israelische Botschafter in Berlin, Jakov Hadas-Handelsman, erneuerte das Angebot an europäische Juden zur Auswanderung nach Israel. Es gebe in Europa eine «Welle des Antisemitismus», sagte er. «Jene Juden, die heute in Europa leben, beneide ich wirklich nicht.»

AUFRUF ZUR WACHSAMKEIT: Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rief zur Wachsamkeit auf. Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz jüdischer Einrichtungen sollten nochmals überprüft werden, forderte er. «Unter dieser Voraussetzung ist jüdisches Leben auch in Deutschland weiterhin möglich.» Auch in Israel sei eine absolute Sicherheit vor terroristischen Anschlägen nicht gegeben.

SCHUTZZUSAGE DER BUNDESREGIERUNG: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den jüdischen Bürgern Deutschlands versichert, dass sie gut beschützt würden. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte: «Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um jüdische Einrichtungen bei uns zu schützen.» Gleichzeitig räumte er ein, solange die Polizei Synagogen und jüdische Schulen bewachen müsse, sei man «von einem normalen Miteinander noch sehr weit entfernt».

ZUSÄTZLICHE SICHERHEITSMASSNAHMEN: Wie sich jüdische Einrichtungen seit den Anschlägen zusätzlich schützen, wollen sie in den meisten Fällen nicht an die Öffentlichkeit bringen. Oft sind es nur kleine Dinge: So verschickt die Jüdische Gemeinde Berlin ihre Zeitung jetzt in einem neutralen Umschlag. Zentralratspräsident Schuster warnte davor, in überwiegend von Muslimen bewohnten Vierteln einiger Städte die Kippa zu tragen.

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Mo, 2015-03-02 06:17
Köln (dpa)

Jüdin in Deutschland - lieber nur hinter verschlossenen Türen Von Christoph Driessen, dpa

Gaby Wolff hat mit der Muttermilch aufgesogen, dass ihre halbe Familie von den Nazis ermordet wurde. Heute lebt sie wieder in Deutschland. Aber dass sie Jüdin ist, hält sie weitgehend geheim. Sie hat Angst davor, was sonst passieren könnte.

Köln (dpa) - Gaby Wolff ist Jüdin, aber nur ihre Freunde dürfen es wissen. Sie lebt mitten in Köln, das doch als liberal und weltoffen gilt. Aber sie würde ihre Söhne niemals mit Kippa auf die Straße lassen. Sie trägt die jüdische Identität ihrer Familie überhaupt nicht nach außen. «Niemals», sagt sie. «Niemals würde ich das tun. Und ich überlege mir ganz genau, wem ich es erzähle.» Es sei wohl eine Mischung aus Feigheit und Resignation.

Sie kennt Juden, die offener damit umgehen. «Und die werden durchaus angegangen. Die Kinder zum Beispiel werden auf Facebook übel beschimpft.» Dem will sie sich nicht aussetzen. Sie ist da lieber vorsichtig. Deshalb ist Gaby Wolff auch nicht ihr richtiger Name. Und deshalb will sie nicht mit Foto in die Zeitung.

Man darf sich Gaby Wolff nicht als schüchtern oder gar ängstlich vorstellen. Sie ist eher extrovertiert. Eine Frau von 41 Jahren, lange braune Haare, dunkle Augen. Sie kann gut erzählen. Sie kann sehr witzig sein. Und sie hat viele Freunde, von denen die meisten keine Juden sind. Das ist ihr wichtig, sagt sie, denn sie möchte nicht, dass dieser Teil ihrer Identität ihr Leben bestimmt. Sie will ihn nicht vor sich hertragen.

So ist es auch zu erklären, dass sie nur an Feiertagen in die Synagoge geht und nicht wirklich aktiv am Gemeindeleben teilnimmt. Sie findet es sehr gut, dass es die Gemeinden gibt, weil diese dafür sorgen, dass sich Juden in Deutschland überhaupt in einem geschützten Raum bewegen können. «Solche wie ich führen die Religion nicht weiter», sagt sie selbstkritisch. Aber die meisten Katholiken gingen ja auch nicht jeden Sonntag zur Kirche.

Soweit alles ganz normal. Doch der Vergleich mit den Katholiken hinkt natürlich. Denn sie hat ständig im Hinterkopf, dass sie jüdisch ist. «Ich sitze in einem gewissen Sinn immer wie auf gepackten Koffern, ich bin immer in Hab-Acht-Stellung», sagt sie. «Nicht rational, aber gefühlsmäßig.» Gaby Wolff ist in Amerika geboren. Dahin hatte sich ihre Familie gerettet. Ein großer Teil ist im KZ umgekommen, viele davon sehr vermögende, ehemals hoch angesehene Bürger, die im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten und alle nicht glauben wollten, dass ihnen etwas Schlimmes passieren würde. «Wir waren wirklich mega-deutsch.»

So ist Gaby Wolff mit der Erinnerung an den Holocaust aufgewachsen. «Man saugt mit der Muttermilch auf, dass die halbe Familie nicht mehr da ist, der ganze Besitz nicht mehr - und dass alles, was diese Menschen ausgemacht hat, zu Asche und Staub zerfallen ist.» Im Alter von zehn Jahren kam sie mit ihrer Mutter nach Deutschland zurück, wurde dort erwachsen und heiratete einen Juden aus der ehemaligen Sowjetunion.

Wenn sich die beiden heute mit Freunden treffen, ist ihr Judentum selten ein Thema. Und wenn doch, dann hat es beileibe nicht immer mit dem Holocaust oder mit Terroranschlägen zu tun. Einmal zum Beispiel war gerade «Jewrovision», eine Art Eurovision Song Contest für jüdische Jugendliche aus unterschiedlichen deutschen Städten. Den haben sie gemeinsam im Internet verfolgt. Ein anderes Mal erzählte Gabys Mann in einem fort jüdische Witze - Witze von Juden über Juden. Anfangs wussten ihre nicht-jüdischen Freunde nicht, ob sie da mitlachen durften. Inzwischen haben sie sich daran gewöhnt. Sie lachen. Aber nacherzählen würden sie die Witze nie.

Gaby Wolff sagt, dass sie und ihr Mann «Feiertagsjuden» sind. Sie feiern alle jüdischen Feste wie Jom Kippur, Chanukka oder Pessach. Dann wird auch ganz selbstverständlich die Kippa getragen. Aber eben nur hinter verschlossenen Türen. Die Mezuzah, ein kleiner Behälter mit einem Schriftstück aus der Tora, hängt bei ihnen nicht vorn an der Tür, so wie es eigentlich üblich ist, sondern dahinter am Türrahmen. Man soll von draußen nicht sehen können, dass sie Juden sind.

«Es ist mir bewusst, dass 20 Prozent der Bevölkerung antisemitisch sind.» Wenn sie hört, dass ein Mitglied der rechtsextremen Partei Die Rechte im Dortmunder Stadtrat schriftlich angefragt hat, wieviele Juden in der Stadt wohnen und ob sich ihre Zahl nach Stadtbezirken aufschlüsseln lasse - dann trifft sie das sehr direkt. «Es drückt natürlich eine Panik-Taste, der ich mich aber eigentlich verwehre, weil ich letztlich an unser System hier ganz fest glaube. Das haben natürlich unsere Vorfahren auch gedacht, aber ich glaube eben, dass die meisten heute begriffen haben, dass wir unsere Minderheiten schützen müssen, weil es sonst in der Katastrophe endet.»

Auch bei islamistischen Terroranschlägen so wie auf den jüdischen Supermarkt in Paris oder auf die Synagoge in Kopenhagen ergreift sie im ersten Moment immer panische Angst. Im nächsten Augenblick sagt sie sich: «Aber mich erkennt ja keiner!»

Eben weil sie so vorsichtig ist, ist sie noch nie offen diskriminiert worden. Aber manchmal spürt sie den Antisemitismus unter der Oberfläche. Immer mal wieder wird sie zum Beispiel für die israelische Politik mitverantwortlich gemacht. «Da bin ich dann immer sprachlos, weil ich die erste bin, die gegen diese rechte Regierung mehr als negativ eingestellt ist. Ich habe ganz klar den Eindruck, dass das antisemitische Einstellungen sind, die da ein Ventil kriegen. Wenn es um die dänische Regierung ginge, würde das die Gemüter wohl kaum so erhitzen.»

Gerade aufgrund ihrer Biografie hat Gaby Wolff ein feines Gespür dafür, wenn andere Minderheiten diskriminiert werden. «Ich bin genauso empört über diese anti-muslimische Haltung im Moment. Diese Gleichstellung von Islam und Terrorismus.»

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat an die Juden appelliert, nach Israel auszuwandern. Natürlich ist auch Israel alles andere als sicher, aber wäre es nicht schön, ganz unbesorgt mit Kippa über die Straße gehen zu können? Für Gaby Wolff stellt sich die Frage nicht: «Israel ist für mich ein fremdes Land», sagt sie. «Außerdem möchte ich gar nicht aus Deutschland weg. Ich glaube an Deutschland. Und daran, dass wir gemeinsam für Freiheit und Demokratie einstehen.»

Mo, 2015-03-02 05:56
Barcelona (dpa)

Was der Auftakt beim Mobile World Congress gezeigt hat

Barcelona (dpa) - Noch bevor die weltgrößte Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona losging, gab es neue Computer-Uhren, Smartphones und Fitness-Zubehör zu sehen. Die wichtigsten Erkenntnisse des Sonntags auf einen Blick:

- der Konkurrenzkampf bei Computer-Uhren ist voll ausgebrochen. Die Smartphone-Anbieter LG und Huawei zeigten Modelle mit rundem Display, die optisch an hochwertige klassische Uhren erinnern. Die Apple Watch, die im April auch in einer Gold-Version kommt, wirft ihre Schatten voraus.

- Samsung will sich die Smartphone-Oberklasse nicht von Apples iPhone 6 wegnehmen lassen. Das in Barcelona vorgestellte neue Flaggschiff Galaxy S6 wird mit hochwertigen Materialien wie Aluminium und Glas gebaut - und soll mit einem Bildschirm, der in die Seitenkanten hineinreicht, mehr Informationen anzeigen. Apple-Fans können darauf verweisen, dass die untere Kante äußerlich an die des iPhone 6 erinnert.

- drahtloses Aufladen von Smartphones könnte vor dem Durchbruch stehen. Ikea liefert einen Grund, warum es praktisch sein kann: Man braucht nur sein Telefon auf einige Tische und Lampen zu legen - und schon lädt es sich auf. Ikea und Samsung bei seinem neuen Galaxy-Modell setzen beide auf den drahtlosen Ladestandard Qi, was diesem eine gute Position beschert.

- das Bezahlen per Smartphone kommt in Gang. Für iPhone-Nutzer gibt es Apple Pay. Samsung stellte jetzt mit den Galaxy-Modellen sein Samsung Pay vor. Die Lücke auf Android-Geräten anderer Hersteller dürfte Google mit seinem Dienst füllen.

- bei 3D-Brillen für die Darstellung virtueller Realität formiert sich allmählich ein Markt. HTC steigt nach Absatzproblemen bei seinen Smartphones als nächster Player in das Geschäft ein. Die Brille HTC Vive soll bis Jahresende in den Handel kommen. Bei Samsung gab es ein neues Modell der Gear VR, bei der Samsung-Smartphones als Display dienen.

- Spezialisten für Fitness-Zubehör suchen im Angesicht der Smartwatch-Zukunft den Schulterschluss mit großen Geräte-Herstellern. So kooperiert Jawbone mit Huawei und Under Armour macht bei einem Fitness-Band von HTC mit.

Mo, 2015-03-02 05:50
Brüssel (dpa)

Plastiktüten verschmutzen die Weltmeere

Brüssel (dpa) - Kunststoff erzeugt für die Umwelt oft riesige Probleme. Plastik macht zum Beispiel einen Großteil des Mülls aus, der die Weltmeere verschmutzt.

Riesige Mengen Plastikmüll gelangen Jahr für Jahr vom Land ins Meer: Allein 2010 waren es zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen, schätzen Forscher. Diese Zahlen nannten die Experten aus Australien und den USA im Fachblatt «Science» im Februar. Dabei geht es um verschiedene Plastik-Abfälle.

Umweltexperten fordern vor diesem Hintergrund seit langem, weniger Plastiktüten zu verbrauchen. Jeder Einwohner der Europäischen Union nutzt im Durchschnitt beinahe 200 Plastiktüten insgesamt pro Jahr, so ein Bericht des Umweltbundesamtes. Am wenigsten werden in Irland verbraucht: Dort seien es im Schnitt 20 Stück, darunter 18 Einwegtüten. In Deutschland sind Studien zufolge von 71 Tüten 64 Einwegtaschen. Für andere Länder werden mehrere hundert Tüten insgesamt gezählt.

Mittlerweile gibt es Kunststoffbeutel, die biologisch abbaubar sind. Aber auch sie sind bei Umweltschützern umstritten.

Wegen seiner Langlebigkeit - Experten gehen von bis zu 450 Jahren aus - ist Plastik eine Gefahr für die Umwelt. Wegen riesiger Müllteppiche im Meer sterben jährlich Hunderttausende Vögel und Meeressäuger. Sie verheddern sich oder fressen Plastik. Winzige Teile könnten über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangen, warnen Experten.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Mo, 2015-03-02 05:30
Brüssel (dpa)

EU-Staaten begrenzen Verbrauch von Plastiktüten

Plastiktüten schwimmen auf dem Meer oder liegen in Böschungen herum - und schaden der Umwelt. Die EU geht nun dagegen vor und will den Verbrauch begrenzen. Kunden sollen verstärkt für Plastiktüten zur Kasse gebeten werden - sogar Verbote sind möglich.

Brüssel (dpa) - Die Europäer sollen künftig deutlich weniger Plastiktüten verbrauchen als bisher. Entsprechende und bereits beschlossene Pläne wollen die für Wettbewerbsfragen zuständigen Minister der Europäischen Union (EU) am Montag bei einem Treffen in Brüssel endgültig absegnen. Um weniger leichte Einwegtüten in Umlauf zu bringen, dürfen die EU-Staaten künftig Steuern oder Gebühren auf Beutel erheben. Zudem sollen die Staaten konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. Auch nationale Verbote wären dann möglich.

Damit würden viele Verbraucher stärker zur Kasse gebeten. Teilweise müssen Kunden schon heute im Laden geringe Centbeträge für Plastiktüten zahlen, doch häufig sind die Beutel noch gratis.

Jeder Bürger in Europa soll bis Ende 2025 im Schnitt noch 40 Beutel verbrauchen - das wären knapp 80 Prozent weniger als 2010. In Deutschland werden allerdings schon heute vergleichsweise wenige Tüten genutzt. So nutzte nach Angaben der EU-Kommission im Jahr 2010 jeder Deutsche im Durchschnitt 64 Einwegtüten. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt lag bei 176 Einwegtüten.

Nicht betroffen von dem Vorhaben sind robuste Mehrfachtüten oder extrem dünne Tüten, die für Obst, Gemüse oder Frischfleisch benutzt werden. Die Pläne sollen vor allem der Umwelt helfen.

Es kann Hunderte Jahre dauern, bis sich Plastikbeutel in der Natur zersetzen. Ein Problem sind Müllteppiche aus Plastiktüten und Kunststoff im Meer. Der Abfall kann - etwa in kleinsten Teilchen - zum Beispiel von Tieren aufgenommen werden und sie schwächen oder töten.

Die EU-Botschafter hatten bereits im November 2014 geschlossen für das Vorhaben gestimmt.

Mo, 2015-03-02 05:23
Fotokol (dpa)

Truppen gegen den Terror: Kameruns Kampf gegen Boko Haram Von Ngala Killian Chimtom and Kristin Palitza, dpa

Hunderte Soldaten in Kamerun versuchen, das Land vor Extremisten der Terrorgruppe Boko Haram aus dem Nachbarstaat Nigeria zu schützen. Entlang der 2000 Kilometer langen Grenze ein schwieriges Unterfangen.

Fotokol (dpa) - Der Soldat steht hinter einem brusthohen Wall aus Sandsäcken. Sein Maschinengewehr zielt in Richtung Nigeria. Er ist konzentriert, einen Zeigefinger am Abzug. Der Kameruner gehört einer Anti-Terror-Truppe in Fotokol an. Der kleine Ort liegt weit im Norden Kameruns, direkt an der Grenze zu Nigerias Bundesstaat Borno - einer Hochburg der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram.

Die beiden Länder trennt hier nur eine schmale Brücke, an deren einem Ende Gambaru liegt. Die nigerianische Stadt wird von Boko Haram beherrscht. «Wir müssen diese Brücke absichern und die Terroristen davon abhalten, nach Kamerun zu kommen», sagt Major Nlate Ebale, der die Sondereinheit leitet. Um Boko-Haram-Kämpfer daran zu hindern, in ihr Nachbarland einzudringen, hat Kameruns Präsident Paul Biya im Mai vergangenen Jahres rund 2000 Soldaten und Mitglieder von Sondereinsatzkommandos im Norden seines Landes stationieren lassen.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Die Gruppe will dort und in angrenzenden Gebieten der Nachbarländer einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen. Ihrem Terrorfeldzug sind laut Schätzungen schon mehr als 13 000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 1,5 Millionen sind geflohen.

Die Extremisten kämpfen inzwischen nicht nur in Nigeria, sondern auch in Kamerun, Niger und Tschad. In Kamerun wollen sie Berichten zufolge einen Stützpunkt aufbauen, um Waffen zu lagern und sich vor Nigerias Armee verstecken zu können. Die Aufständischen dringen immer wieder nach Kamerun ein, stehlen Vorräte oder entführen Kinder, um sie als Soldaten oder Sexsklaven zu missbrauchen.

Der zentralafrikanische Staat hat aber selbst mit Hilfe von Terror-Sondereinheiten Schwierigkeiten, die lange und durchlässige Grenze zu Nigeria zu sichern. Sie erstreckt sich über rund 2000 Kilometer, beginnend am Tschad-See, entlang Bornos und Adamawas - den beiden nigerianischen Bundesstaaten, in denen Boko Haram am schlimmsten wütet - bis hin zum Atlantischen Ozean.

Das Nachbarland Tschad schickte jüngst 2000 Soldaten nach Kamerun, um die dortige Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Zuvor hatte sich die Afrikanische Union Ende Januar auf eine internationale Militärmission geeinigt. Rund 7500 Soldaten aus Kamerun, Benin, Niger und dem Tschad sollen den sunnitischen Fundamentalisten aus Nigeria Einhalt gebieten. Wichtige Grenzpunkte werden nun von Panzern und Aufklärungstrupps bewacht. Die Soldaten patrouillieren in kugelsicheren Westen und Helmen oder liegen in Schützengräben, die Waffen stets einsatzbereit.

Doch auch weil Kameruns Norden so dicht besiedelt ist - hier leben fast 6 Millionen der 21 Millionen Einwohner des Landes - bleibt es schwierig, die Grenzbewegungen zu überwachen. «Es ist nicht einfach, diese Leute zu bekämpfen. Wir schlafen überhaupt nicht», sagt Ibrahim Njankouo, Vize-Kommandant des «Schnellen Eingreifbataillons» (BIR). Man könne nie wissen, wann die Extremisten zuschlagen. Er zeigt nach Norden, wo ein Lastwagen mit Soldaten aus dem Tschad gerade über die Brücke in Richtung Gambaru fährt. Dort sollen Truppen verstärkt werden, die seit Tagen in schwere Gefechte verwickelt sind.

Als wenig später ein Aufständischer versucht, über die Brücke nach Fotokol zu laufen, eröffnet ein kamerunischer Scharfschütze das Feuer. Der Extremist fällt um, er ist tot. Der Soldat sagt, er habe fünf Aufständische mit Waffen aus einem Haus kommen sehen. Er deutet mit seinem Fernglas auf ein Gebäude am anderen Ufer des Flusses. Als der erste von ihnen die Brücke queren wollte, habe er geschossen.

Nach Angaben von Kameruns Verteidigungsministerium hat die Armee in den vergangenen zwei Jahren mindestens 2000 Boko-Haram-Kämpfer getötet. Hunderte weitere seien in Gefängnisse gesperrt worden. Die Extremisten wiederum hätten Hunderte Kameruner in Grenzstädten und Dörfern im Norden des Landes umgebracht. «Wir verzeichnen pro Tag mindestens einen oder zwei Angriffe der Boko Haram an verschiedenen Orten», sagt der Sondereinsatzkommandant Joseph Nouma.

Tausende Menschen aus der Region sind in Richtung Süden geflohen, viele Dörfer sind menschenleer. Die wenigen, die in Fotokol blieben - überwiegend Ältere - berichten von schrecklichen Attacken. «Wir waren gerade in der Moschee beten, und plötzlich hörten wir sie rufen: 'Allahu akbar, Gott ist groß'», erzählt Modou Boukar von einem Überfall, bei dem 150 Einwohner getötet wurden. 37 von ihnen seien noch in der Moschee «abgeschlachtet» worden.

Mo, 2015-03-02 04:58
Seoul (dpa)

Nordkorea feuert zwei Raketen ab - Reaktion auf US-Manöver

Nordkorea sieht in den gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas ein Zeichen der Feindseligkeit. Entsprechend gereizt reagiert Pjöngjang auf solche Manöver.

Seoul (dpa) - Mit Raketentests und kriegerischen Tönen hat Nordkorea auf den Beginn gemeinsamer Manöver der Streitkräfte der USA und Südkoreas reagiert. Zwei Kurzstreckenraketen seien von der Westküste Nordkoreas aus in Richtung Japanisches Meer (Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Montag mit. Die Raketen hätten eine Reichweite von etwa 500 Kilometern gehabt. Es habe sich vermutlich um Raketen des Typs Scud gehandelt. Beide koreanischen Staaten warfen sich gegenseitig Provokation vor. 

Ungeachtet der Proteste aus Nordkorea begannen die USA und Südkorea wie geplant die fast zweimonatigen Feldübungen unter dem Namen «Foal Eagle» sowie die zwölftägige Kommando-Schulung «Key Resolve». Beide Seiten hatten zuvor Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen, die jährlichen Frühjahrsübungen dienten der Vorbereitung eines Angriffs. An den Manövern nehmen nach Berichten südkoreanischer Medien etwa 220 000 Soldaten teil. Die USA haben 28 500 Soldaten in Südkorea zur Abschreckung Nordkoreas stationiert. 

Es ist nicht unüblich, dass Nordkorea auf amerikanisch-südkoreanische Militärmanöver mit Raketentests und eigenen Manövern antwortet. Südkoreas Generalstab bezeichnete die jüngsten Tests des Nachbarlandes als Provokation. 

Nordkoreas Volksarmee warnte angesichts der Militärmanöver in Südkorea davor, dass sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel an den Rand eine Kriegs hin zu bewege. Den USA wurde eine feindselige Politik unterstellt. «Die einzigen Mittel, mit Aggressionen und Krieg der US-Imperialisten und ihren Anhängern umzugehen, sind weder Dialog noch Frieden. Sie sollten allein mit erbarmungslosen Schlägen beantwortet werden», zitierten offizielle Medien einen Armeesprecher. 

Im Januar hatte Nordkorea einen vorläufigen Verzicht auf neue Atomwaffentests angeboten, falls die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea aussetzen. Washington lehnte das Angebot jedoch als «indirekte Drohung» mit einem neuen Atomtest ab. Die Spannungen haben sich in den vergangenen Jahren regelmäßig erhöht, wenn die USA und Südkorea umfangreiche Militärübungen abhalten. Vor zwei Jahren hatte Nordkorea unter anderem mit einem atomaren Erstschlag gedroht.  

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Erschienen in Ausgabe 5.14

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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2500 Kilometer lang und weithin zubetoniert

An der [einst] traumhaften Mittelmeerküste der Türkei warten eindrucksvolle Entdeckungen auf Sie. Erleben Sie ein [noch vor wenigen Jahren] unvergleichliches Paradies mit [ehemals] bezaubernden Stränden, einer [zuvor] türkisblauen See und [früher mal] verwunschenen Stränden [wo nun Touristen Partys feiern]. Suchen Sie mit der Lupe nach Plätzen wie diesem für eine Reise in die Vergangenheit - vor dem Massentourismus.

Mittelmeer hat's schwer

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