Di, 2015-03-03 14:50
Wien/London (dpa)

UN: Immer mehr Menschen nehmen Mittel gegen ADHS (Foto - Illustration

Immer mehr psychoaktive Substanzen - aber viel zu wenig Schmerzmittel in vielen Teilen der Welt. Mit solchen Problemen im Bereich von Drogen und Betäubungsmitten beschäftigt sich ein aktueller Bericht.

Wien/London (dpa) - Für bessere Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen immer mehr junge Menschen Psychopharmaka. Weltweit sei der Gebrauch der Substanz Methylphenidat zwischen 2012 und 2013 um 66 Prozent gestiegen, geht aus einem Bericht des UN-Drogenkontrollrats (INCB) hervor. Methylphenidat wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt. Der weltweit starke Anstieg des Gebrauchs könne unter anderem auf einen Mangel an genauen Verschreibungsrichtlinien zurückzuführen sein, hieß es.

In den USA sei inzwischen bei elf Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 4 und 17 Jahren ADHS diagnostiziert, teilte der INCB am Dienstag mit. Auch in Deutschland werde ADHS immer häufiger festgestellt: Die Zahl der Diagnosen bei den unter 19-Jährigen habe von 2006 bis 2011 um 42 Prozent zugenommen.

Insgesamt registrierte der Drogenkontrollrat einen weiteren Anstieg von psychoaktiven Substanzen. Binnen eines Jahres sei die Zahl dieser Stoffe von 348 auf 388 gestiegen. «Das Ausmaß des weltweiten Gebrauch dieser Stoffe veranschaulicht die Dynamik des Drogenproblems», heißt es in dem Bericht.

Im Gegenzug allerdings hätten rund 5,5 Milliarden Menschen keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Medikamenten mit Betäubungsmitteln. Das bedeute, dass 75 Prozent der Weltbevölkerung bei Erkrankungen keine angemessenen Schmerztherapien bekommen könnten. Rund 92 Prozent des weltweit eingesetzten Morphiums werden demnach von nur 17 Prozent der Weltbevölkerung konsumiert, hauptsächlich in den USA, Kanada, Westeuropa, Australien und Neuseeland.

INCB überwacht die Einhaltung der Drogenkontrollabkommen der UN. Der Kontrollrat soll die Verwendung von Chemikalien zur illegalen Herstellung von Drogen verhindern, aber auch eine angemessene Versorgung für Medizin und Forschung ermöglichen.

Di, 2015-03-03 14:40
Düsseldorf (dpa)

Islamisten-Prozess: DNA auf Waffen und verdächtigem Zettel

Düsseldorf (dpa) - Ermittler haben in Nordrhein-Westfalen auf Waffen, Schalldämpfern und einem verdächtigen Merkzettel DNA von mutmaßlichen islamistischen Terroristen gesichert. Eine Sachverständige des Bundeskriminalamts führte die DNA-Spuren am Dienstag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht auf. Die vier Angeklagten sollen einen Mordanschlag auf einen rechtsextremen Politiker in Leverkusen geplant haben. Der Hauptangeklagte steht zudem vor Gericht, weil er als Einzeltäter im Dezember 2012 eine Bombe im Bonner Hauptbahnhof platziert haben soll, die aber nicht zündete.

Die DNA-Beweise spielen in dem Verfahren eine erhebliche Rolle. So waren laut Anklage an dem Sprengsatz Genspuren von Angehörigen des heutigen Hauptverdächtigen entdeckt worden, die zunächst aber niemandem zugeordnet werden konnten. Erst als der Konvertit im März 2013 im Zusammenhang mit dem Mordkomplott festgenommen wurde, geriet er auch wegen der Bombe in Bonn unter Verdacht.

Nach der Festnahme der Angeklagten war eine Pistole mit Schalldämpfer und später in der Wohnung des Hauptangeklagten in einem Staubsauger eine weitere Pistole entdeckt worden. Auf einem sichergestellten Zettel heißt es unter anderem: «Habt ihr eure Flucht vorbereitet?» und «Wenn Polizeikontrolle kommt». Auch darauf findet sich DNA mehrerer Angeklagter. Die Ermittler fanden auch eine Namensliste mit Personen, die ihrer Ansicht nach mögliche Anschlagsziele darstellten.

Dem Hauptangeklagten droht lebenslange Haft wegen versuchten Mordes. Der Prozess hat vor einem halben Jahr begonnen.

Di, 2015-03-03 14:27
Washington (dpa)

Videokonferenz von Obama und Merkel über Ukraine angekündigt

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben mit anderen europäischen Spitzenpolitikern für heute eine Videokonferenz zum Ukraine-Konflikt geplant. Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk, der britische Premierminister David Cameron, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und der italienische Regierungschef Matteo Renzi würden daran teilnehmen, teilte das Weiße Haus mit. Das Gespräch sei am Dienstagnachmittag um 17.30 Uhr deutscher Zeit geplant. Neben der Ukraine stünden andere «globale Sicherheitsfragen» auf dem Programm.

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Di, 2015-03-03 14:22
Kabul (dpa)

Acht Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

Kabul (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat in der südafghanischen Provinz Helmand sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Der Attentäter habe den Sprengsatz am Dienstag in der Nähe eines Militärkonvois im Distrikt Sangin gezündet, teilte der Provinzsprecher Farid Ahmad Obaid mit. Unter den Opfern seien zwei Soldaten. Sieben weitere Soldaten und drei Zivilisten seien verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Di, 2015-03-03 14:21
Bonn (dpa)

Die spektakulärsten Kartellstrafen

Bonn (dpa) - Das Bundeskartellamt geht seit Jahren mit hohen Bußgeldern gegen verbotene Preisabsprachen in der Wirtschaft vor. Die spektakulärsten Fälle:

Das Wurstkartell: Die Wettbewerbsbehörde verhängte im Juli 2014 Bußgelder in Höhe von rund 338 Millionen Euro gegen 21 Wursthersteller.

Das Bierkartell: In zwei Etappen verhängte die Behörde im Frühjahr 2014 Bußgelder in Höhe von fast 340 Millionen Euro. Betroffen sind elf Unternehmen.

Das Zuckerkartell: Die drei größten deutschen Zuckerhersteller verdonnerte das Kartellamt im Februar 2014 zu Bußgeldern in einer Gesamthöhe von rund 280 Millionen Euro.

Das Schienenkartell: Hier verschickte die Wettbewerbsbehörde 2012 und 2013 in zwei Wellen Bußgeldbescheide in einer Gesamthöhe von gut 232 Millionen Euro gegen Schienenhersteller.

Das Flüssiggaskartell: Gegen sieben Unternehmen sowie deren Geschäftsführer wurden im Dezember 2007 Bußgelder von knapp 208 Millionen Euro verhängt. Die Flüssiggasanbieter hatten seit mindestens 1997 abgesprochen, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben.

Das Versicherungskartell: Zehn führende Versicherer wurden im März 2005 wegen verbotener Kartellabsprachen im Geschäft mit Industriekunden zu Bußgeldern in Höhe von 130 Millionen Euro verdonnert.

Das Zementkartell: Bereits 2003 verhängte die Wettbewerbsbehörde Strafen in Höhe von rund 660 Millionen Euro gegen Firmen aus der Zementindustrie. Davon wurden aber nur gut 400 Millionen Euro rechtskräftig.

Di, 2015-03-03 14:07
Düsseldorf (dpa)

Islamisten-Prozess: DNA auf Waffen und Terror-To-Do-Liste )

Düsseldorf (dpa) - Ermittler haben in Nordrhein-Westfalen auf Waffen, Schalldämpfern und einem verdächtigen Merkzettel DNA von mutmaßlichen islamistischen Terroristen gesichert. Eine Sachverständige des Bundeskriminalamts führte die DNA-Spuren am Dienstag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht auf. Die vier Angeklagten sollen einen Mordanschlag auf einen rechtsextremen Politiker in Leverkusen geplant haben. Der Hauptangeklagte steht zudem vor Gericht, weil er als Einzeltäter im Dezember 2012 eine Bombe im Bonner Hauptbahnhof platziert haben soll, die aber nicht zündete.

Die DNA-Beweise spielen in dem Verfahren eine erhebliche Rolle. So waren laut Anklage an dem Sprengsatz Genspuren von Angehörigen des heutigen Hauptverdächtigen entdeckt worden, die zunächst aber niemandem zugeordnet werden konnten. Erst als der Konvertit im März 2013 im Zusammenhang mit dem Mordkomplott festgenommen wurde, geriet er auch wegen der Bombe in Bonn unter Verdacht.

Nach der Festnahme der Angeklagten war eine Pistole mit Schalldämpfer und später in der Wohnung des Hauptangeklagten in einem Staubsauger eine weitere Pistole entdeckt worden. Auf einem sichergestellten Zettel heißt es unter anderem: «Habt ihr eure Flucht vorbereitet?» und «Wenn Polizeikontrolle kommt». Auch darauf findet sich DNA mehrerer Angeklagter. Die Ermittler fanden auch eine Namensliste mit Personen, die ihrer Ansicht nach mögliche Anschlagsziele darstellten.

Dem Hauptangeklagten droht lebenslange Haft wegen versuchten Mordes. Der Prozess hat vor einem halben Jahr begonnen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Di, 2015-03-03 13:53
Berlin (dpa)

Oppermann will Einwanderungs-Plan rasch umsetzen

Berlin (dpa) - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will sich von der Unions-Kritik an seinen Plänen für ein Einwanderungsgesetz nicht abschrecken lassen. «Ich würde am liebsten alles umsetzen», sagte Oppermann am Dienstag bei der Vorlage eines Positionspapiers. Das würde er gerne noch in dieser Legislaturperiode beschließen. «Die Debatte hat Fahrt aufgenommen und ich möchte den Fahrtwind nutzen», sagte Oppermann. «Dieses Projekt ist eigentlich ein Projekt, das eine große Koalition stemmen müsste.» Sonst werde das Thema bei der Bundestagswahl zur Abstimmung gestellt.

Künftig gebe es in Deutschland jährlich einen Bedarf von etwa 300 000 bis 400 000 qualifizierten Einwanderern. Gemäß Ausbildung, Beruf und Sprachkenntnissen sollen über ein Punktesystem Einwanderer aus Drittstaaten angeworben werden. «Arbeitsverträge bringen zusätzliche Punkte», so Oppermann. Ohne Neuregelung drohe eine riesige Lücke bei den Fachkräften. «Das gefährdet unsere sozialen Sicherungssysteme, insbesondere bei der Rente.»

Die bisherigen Regeln seien «unübersichtlich, zersplittert und intransparent.» Und mit der Blue Card, bei der ein Mindestgehalt und ein Hochschulabschluss vorliegen muss, seien seit 2012 nur 24 000 Spezialisten eingewandert. Zudem schließe dies zum Beispiel IT-Spezialisten ohne Uni-Abschluss aus, kritisiert die SPD. Den Arbeitsmarkt müsse man auch verstärkt für Flüchtlinge öffnen.

Diese sollen schneller in Sprach- und Ausbildungskurse gebracht werden. Ohne Beherrschung der Sprache ließen sich die Potentiale von Flüchtlingen und Einwanderern nicht heben, so Oppermann.

Di, 2015-03-03 13:52
Berlin (dpa)

Oppermann: Einwanderungsgesetz rasch auf den Weg bringen

Berlin (dpa) - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will sich von der Unions-Kritik an seinen Vorschlägen für ein Einwanderungsgesetz nicht abschrecken lassen. «Ich würde am liebsten alles umsetzen», sagte Oppermann am Dienstag bei der Vorlage eines Positionspapiers seiner Fraktion. Nach seinem Willen sollte es noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden. «Die Debatte hat Fahrt aufgenommen und ich möchte den Fahrtwind nutzen», sagte Oppermann. «Dieses Projekt ist eigentlich ein Projekt, das eine große Koalition stemmen müsste.» Sonst werde das Thema bei der Bundestagswahl zur Abstimmung gestellt. Er glaube an die Kraft der Argumente, sonst drohe akuter Fachkräftemangel. 

Di, 2015-03-03 13:51
München (dpa)

NSU-Prozesstag wegen Erkrankung Zschäpes abgesagt

Erneut ist der NSU-Prozess ins Stocken geraten, weil die Hauptangeklagte krank ist. Zuletzt häuften sich derartige Fälle. Für die Medien gab es am Dienstag eine schlechte Nachricht.

München (dpa) - Zum dritten Mal innerhalb von rund drei Wochen hat sich die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, kurzfristig krankgemeldet. Das Münchner Oberlandesgericht sagte deswegen den 189. Verhandlungstag am Dienstag ab. Am Mittwoch soll das Verfahren aber planmäßig weitergehen. Bereits am 24. Februar hatte das Gericht das Verfahren wegen einer Erkrankung Zschäpes unterbrochen, zuvor war am 12. Februar ein Verhandlungstag aus den selben Gründen abgesagt worden.

Zschäpe muss sich für zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde verantworten, die den Rechtsterroristen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zugeschrieben werden. Mit ihr sind vier mutmaßliche Helfer angeklagt.

Aktuelle Bilder vom NSU-Prozess gibt es ab sofort nur noch zweimal im Monat. Auf Antrag Zschäpes schränkte das Oberlandesgericht die Regelung für Fotografen und Kameraleute am Dienstag deutlich ein. Demnach dürfen Fotografen nur noch am ersten und siebten Prozesstag jedes Monats vor Verhandlungsbeginn im Gerichtssaal fotografieren.

Die Pressefreiheit und der «Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der inhaftierten Angeklagten» müssten gegeneinander abgewogen werden, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Medien hätten bisher an jedem Verhandlungstag vor Sitzungsbeginn fotografieren und filmen dürfen. Es sei daher zumutbar, künftig auf Archivbilder zurückzugreifen.

Ursprünglich wollte das Gericht am Dienstag weitere Zeugen aus dem Umfeld des NSU vernehmen. Auch ein früherer Freund und Mitschüler von Uwe Mundlos am Ilmenau-Kolleg in Thüringen sollte aussagen. Mundlos und der andere mutmaßliche Zschäpe-Komplize Uwe Böhnhardt hatten sich im November 2011 nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft das Leben genommen.

Zum ersten Mal seit Beginn des NSU-Prozesses vor fast zwei Jahren demonstrierten am Dienstag Neonazis vor dem Gericht. Dem Dutzend Rechtsextremisten standen rund 50 überwiegend linke Gegendemonstranten gegenüber. Diese protestierten mit Trillerpfeifen und Sprechchören gegen die Neonazis, die für den wegen Beihilfe mitangeklagten Ralf Wohlleben Partei ergreifen wollten. Die Polizei hielt beide Gruppen auf Distanz. Im Gerichtssaal nahmen anschließend mehrere Rechtsextremisten auf den Zuschauersitzen Platz - ehe der Verhandlungstag abgesagt wurde.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
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Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
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Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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2500 Kilometer lang und weithin zubetoniert

An der [einst] traumhaften Mittelmeerküste der Türkei warten eindrucksvolle Entdeckungen auf Sie. Erleben Sie ein [noch vor wenigen Jahren] unvergleichliches Paradies mit [ehemals] bezaubernden Stränden, einer [zuvor] türkisblauen See und [früher mal] verwunschenen Stränden [wo nun Touristen Partys feiern]. Suchen Sie mit der Lupe nach Plätzen wie diesem für eine Reise in die Vergangenheit - vor dem Massentourismus.

Mittelmeer hat's schwer

keine Anzeige des türkischen Tourismus-Ministers

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