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Mo, 2016-05-30 15:39
Berlin (dpa)

Bauernverband fordert rasche Umsetzung der Milch-Krisenhilfen

Berlin (dpa) - Der Bauernverband fordert eine rasche Umsetzung der vom Bund angekündigten Nothilfen zur Entlastung der Milchbauern. Er erwarte, «dass wir innerhalb der nächsten zwei Monate erste konkrete Ergebnisse haben. Viel länger Zeit haben unsere Milchbauern nicht», sagte Präsident Joachim Rukwied am Montag nach dem «Milchgipfel» im Bundesagrarministerium. Ressortchef Christian Schmidt (CSU) hat kurzfristige Finanzhilfen von «100 Millionen Euro plus X» angekündigt. Über die Höhe des X wolle er nun unter anderem mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der EU-Kommission sprechen.

Im Paket des Bundes enthalten sein sollen nach Angaben des Ministers unter anderem Existenzsicherungshilfen, Steuerentlastungen und Freibetragsregelungen zur Schuldentilgung. Nachgedacht werde zudem über Bürgschaftsprogramme und eine Fortschreibung der Entlastung bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung im kommenden Jahr. Hierbei gehe es um Bundeszuschüsse von mindestens 78 Millionen Euro.

Mo, 2016-05-30 15:48
Berlin (dpa)

Tauber verteidigt Armenier-Resolution - «Es war Völkermord»

Berlin (dpa) - CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die geplante Armenier-Resolution des Bundestags gegen Kritik aus der Bundesregierung und der Türkei verteidigt. Es sei die Aufgabe von Parlamenten und Demokratien, kontroverse Diskussionen zu führen, sagte Tauber am Montag in Berlin.

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag über die gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen. Darin werden die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft. Nach Schätzungen starben dabei zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit. Die Türkei - Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches - weigert sich, die damaligen Gräueltaten als «Völkermord» anzuerkennen.

Tauber sagte: «Ich glaube, dass es ein Völkermord war. Wenn man sich mit den historischen Fakten beschäftigt, ist das relativ klar.» Man könne anderen Ländern nicht vorschreiben, wie sie ihre Geschichte aufarbeiten sollten. Für Deutschland gelte aber, dass die schmerzhafte Auseinandersetzung mit den Verbrechen der eigenen Nation den Blick für die Welt heute geschärft habe.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte in Ankara: «Niemand wird dem Wort auch nur irgendeines Parlaments in dieser Sache Beachtung schenken.» Es sei nicht Aufgabe von Parlamenten, sondern von unabhängigen Historikern, die Vorgänge von damals aufzuklären. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hatte zuvor gesagt, der Antrag behindere eine gemeinsame Vergangenheitsbewältigung von Türken und Armeniern eher.

Mo, 2016-05-30 15:59
Houston (dpa)

Mindestens sechs Tote bei Überschwemmungen in Texas

Houston (dpa) - Mindestens sechs Menschen sind im US-Staat Texas bei schweren Überschwemmungen ums Leben gekommen. Nach heftigem Regen am Donnerstag und Freitag hatten sich Bäche in reißende Fluten verwandelt, zahlreiche Straßen standen unter Wasser. In manchen Gebieten wurden binnen 48 Stunden fast 50 Zentimeter Niederschlag gemessen. Vier der Toten sind nach Berichten des Senders CNN Autofahrer, die in Washington County, etwa 160 Kilometer westlich von Houston, in ihren Fahrzeugen in den Wassermassen steckengeblieben waren. Eine Frau ertrank in ihrem Haus. Zwei Menschen wurden am Montag noch vermisst. Dazu zählte ein Zehnjähriger, der beim Fischen an einem Flussufer ausrutschte und dann von den Fluten weggerissen wurde, wie CNN unter Berufung auf Behörden berichtete.

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Mo, 2016-05-30 15:25
Berlin (dpa)

Zahlen und Fakten zu den Unwettern in Süddeutschland

Berlin (dpa) - Die Unwetter in der Nacht von Sonntag auf Montag trafen vor allem bayerische und baden-württembergische Orte schwer. Ein Überblick:

- Vier Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann bei einem Rettungsversuch.

- In Sankt Englmar in Bayern wurde eine Frau von einem Blitz getroffen und dabei leicht verletzt.

- Allein in Baden-Württemberg rückten rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen aus. In Niederbayern gingen mehr als 300 Notrufe ein, in Unterfranken mehr als 85.

- 65 Liter Regen fielen in nur einer Stunde in Hohenthann zwischen Landshut und Regensburg. Das entspricht etwa 70 Prozent der normalen Regenmenge für Bayern im gesamten Mai.

- Mehrere Verkehrswege wurden überflutet und gesperrt, darunter die Autobahn 93 in der Nähe von Regensburg und die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach.

- Teilweise drei- bis sechsmal so viel Wasser wie üblich führen die großen Neckar-Zuflüsse wegen des Regens. Die Schifffahrt wurde deshalb am Montag eingestellt.

Mo, 2016-05-30 15:50
Istanbul (dpa) 

Bericht: Türkei baut Selbstschussanlagen an syrischer Grenze

Istanbul (dpa) - Die Türkei baut an der Grenze zu Syrien einem Medienbericht zufolge Selbstschussanlagen zum Schutz vor illegalen Grenzübertritten. Dabei handele es sich um «intelligente Wachtürme», die mit Wärmebildkameras und Maschinengewehren ausgerüstet seien, berichtete die regierungsnahe Zeitung «Yeni Safak» am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Sollten sich «Elemente» auf 300 Meter nähern, werde zunächst ein Warnruf in mehreren Sprachen ausgelöst. Werde der Warnung nicht Folge geleistet, werde das Feuer eröffnet. Eine Anfrage an das Verteidigungsministerium zu möglichen Selbstschussanlagen an der Grenze blieb unbeantwortet.

Mo, 2016-05-30 15:12
Kiew (dpa)

Drei Tote im Kriegsgebiet Ostukraine: Mai blutigster Monat des Jahres

Kiew (dpa) - Im Konfliktgebiet Donbass sind drei ukrainische Soldaten getötet und acht verletzt worden. Die Armeeangehörigen seien auf eine Mine gefahren, teilten die prorussischen Separatisten in der Unruheregion mit. Der Sprecher des Präsidialamts in Kiew, Andrej Lyssenko, bestätigte am Montag die Verluste, nannte aber keine Details. Der Mai ist mit mehr als 25 Toten und etwa 100 Verletzten für die Regierungseinheiten der bisher blutigste Monat des Jahres. Zuletzt nahmen auch Gefechte entlang der Waffenstillstandslinie bei Donezk an Intensität zu. Auch Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gerieten unter Feuer.

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Mo, 2016-05-30 15:48
Kairo (dpa)

Führender Unterhändler der syrischen Opposition in Genf tritt zurück

Die Friedensgespräche um Syrien hängen bereits seit Wochen am seidenen Faden. Nun erleben sie einen weiteren Rückschlag.

Kairo (dpa) - Aus Protest gegen die Erfolglosigkeit der Syrien-Friedensgespräche in Genf ist ein ranghoher Unterhändler der Regimegegner zurückgetreten. Mohammed Allusch, Führungsmitglied der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, begründete seinen Schritt am Sonntagabend über Twitter mit der Kompromisslosigkeit des syrischen Regimes und den fortgesetzten Angriffen gegen Zivilisten. Zugleich kritisierte er die internationale Gemeinschaft, die ihre eigenen Entscheidungen nicht umsetze.

Womöglich werde auch der Chefunterhändler Asad al-Zubi zurücktreten, sagte am Montag Samir al-Naschar, ein Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition (SNC), eines Zusammenschlusses syrischer Regimegegner. «Wir glauben alle, dass diese Verhandlungen eine Zeitverschwendung sind und das Regime keine der Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft umsetzt.»

Syrien-Experte Charles Lister schrieb auf Twitter, der Rücktritt von Allusch sollte als «letzte Warnung gesehen werden: kein Fortschritt, keine Gespräche». Der Genfer Friedensprozess liege in seinen letzten Zügen, schrieb er.

Allusch gehört der Delegation des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Regimegegner in herausgehobener Funktion an. Seine Gruppe, die radikal-islamische Dschaisch al-Islam, gehört zu den stärksten Rebellengruppen Syriens. Die Gruppe wird vom syrischen Regime und seinem Verbündeten Moskau als Terrororganisation betrachtet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt mit einem Vorstoß im UN-Sicherheitsrat versucht, die Brigade sowie die radikale Gruppe Ahrar al-Scham als Terrorgruppen ächten zu lassen.

Im April hatte die syrische Opposition die Friedensgespräche in Genf frühzeitig verlassen. Sie protestierte gegen einen Anstieg an Gewalt in dem Bürgerkriegland - trotz geltender Waffenruhe - und warf dem Regime vor, Hilfslieferungen für belagerte Städte zu blockieren. Die nächste Runde der Verhandlungen wird UN-Vermittler Staffan de Mistura zufolge nicht vor Mitte Juni beginnen.

Die Rebellen im Norden Syriens stehen zunehmend unter Druck der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In den vergangenen Tagen rückten IS-Kämpfer in einer Enklave der Regimegegner nördlich der Stadt Aleppo vor und lieferten sich heftige Kämpfe mit Rebellen am Stadtrand von Marea.

Nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka startete jedoch ein von der Kurdenmiliz YPG geführtes Bündnis vergangene Woche eine Offensive gegen die Terrormiliz. Australische Medien berichteten am Montag, ein Australier, der für die Kurden gekämpft habe, sei bei Gefechten mit dem IS umgekommen.

Mo, 2016-05-30 15:20
Bagdad (dpa)

Irakische Armee meldet Vorrücken in Richtung Zentrum Falludschas

In seiner Hochburg Falludscha im Irak gerät die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unter Druck. Sie schlägt an anderer Stelle zu.

Bagdad (dpa) - Die irakische Armee rückt nach eigenen Angaben in Richtung des Stadtzentrums der IS-Hochburg Falludscha vor. Vier wichtige Gebiete rund um die Stadt seien bereits von der Herrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit worden, sagte ein Sprecher. Zudem seien am Montag einige Dörfer rund um die Stadt von den Spezialeinheiten eingenommen worden. Die Truppen kämpften sich offiziellen Angaben zufolge in Richtung des Zentrums vor.

Falludscha wird seit Januar 2014 vom IS beherrscht und ist nach Mossul die wichtigste Bastion der sunnitischen Dschihadisten im Irak. In den vergangenen Tagen hatten regierungstreue Einheiten die Stadt westlich von Bagdad zunehmend eingekreist. In den vergangenen Monaten verlor der IS eine Reihe wichtiger Städte in der Region im Westirak, darunter die Provinzhauptstadt Ramadi.

Die Militäroffensive auf Falludscha ist aber umstritten, weil an der Offensive auch starke schiitische Milizverbände beteiligt sind. In Falludscha und der dazugehörigen Provinz Al-Anbar leben jedoch vor allem Sunniten. Die Spannungen zwischen den beiden großen muslimischen Konfessionen sind im Irak seit langem groß, weil sich die sunnitische Minderheit von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit diskriminiert fühlt. Davon profitiert die sunnitische IS-Terrormiliz, die sich den Unmut zunutze macht.

Schiitenviertel sowie ein lokales Regierungsgebäude waren auch Ziel von drei tödlichen Bombenattentaten am Montag in Bagdad. Mindestens 23 Menschen starben, wenigstens 55 wurden verletzt, wie Augenzeugen und medizinisches Personal berichteten. Alleine bei der Explosion einer Autobombe in Al-Schaab im Norden Bagdads wurden demnach zwölf Menschen getötet. Im Stadtteil Sadr City habe ein Selbstmordattentäter zwei Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem weiteren Selbstmordattentat in der Nähe eines lokalen Regierungsgebäudes in Al-Tarmija seien acht Menschen getötet worden.

In zwei im Internet verbreiteten Schreiben bekannte sich der IS zu den Anschlägen. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite gab es nicht. In den vergangenen Wochen hatten einige schwere Anschläge, zu denen sich ebenfalls die Terrormiliz bekannte, das Land erschüttert.

Mo, 2016-05-30 15:56
Brüssel/Moskau (dpa)

EU-Kommissionschef Juncker trifft Putin bei Wirtschaftsforum

Die Ukraine-Krise hat die Stimmung zwischen der EU und Russland vergiftet. Nun kündigt EU-Kommissionspräsident Juncker überraschend seine Teilnahme an Russlands wichtigster Wirtschaftskonferenz an. Setzt zwischen Moskau und Brüssel Tauwetter ein?

Brüssel/Moskau (dpa) - In der tiefsten Krise zwischen der EU und Russland seit Jahrzehnten will EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zum Wirtschaftsforum nach St. Petersburg reisen (16. bis 18. Juni). Juncker habe eine Einladung zu der renommierten internationalen Konferenz bekommen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel. Russland verbinde mit dem Besuch die Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen zur EU, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin werde vorbereitet, sagte er.

Die Krim-Annexion durch Russland hatte die schwerste Krise in den Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Russland hatte der benachbarten Ukraine die Schwarzmeerhalbinsel im März 2014 entrissen. Die Bundesregierung wie auch EU und USA sehen darin einen Völkerrechtsbruch und haben schmerzhafte Sanktionen gegen das Riesenreich verhängt.

Beobachter erwarten Junckers Besuch mit Spannung, weil die EU bis Ende Juli über eine Verlängerung der Strafmaßnahmen entscheiden muss. Die Mitgliedstaaten streiten darüber, ob die Sanktionen gelockert werden könnten. Juncker gilt in der Diskussion als sanktionskritisch. Die EU solle sich um «ein korrekteres Verhältnis» zu Russland bemühen, hatte er bereits im Herbst gesagt.

«Die Verschlechterung in der Sanktionsrethorik sowie die Ablehnung von Gesprächen und Zusammenarbeit auf zahlreichen Gebieten (durch die EU) - das alles hat natürlich einen negativen Einfluss», schilderte Kremlsprecher Peskow das zerrüttete Verhältnis. Putin habe immer wieder seine Gesprächsbereitschaft betont. Zugleich gab sich Peskow zurückhaltend: «Das nachlassende Vertrauen muss wieder hergestellt werden. Dafür braucht es Zeit, das gelingt nicht in einer Nacht.»

Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg solle es in diesem Jahr vor allem auch um die Beziehungen zwischen EU und Russland gehen, kündigte Peskow an. Unter anderem sei eine öffentliche Diskussionsrunde zu dem Thema mit Außenminister Sergej Lawrow geplant. Kremlberater Juri Uschakow kündigte zudem bilaterale Treffen Putins mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi sowie dem kasachischen Staatschef Nursultan Nasarbajew an.

Das jährliche Petersburger Forum ist die wichtigste Wirtschaftskonferenz Russlands und Moskaus Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Kurort Davos. Der Kreml will damit vor allem dringend benötigte ausländische Investitionen ins Land locken und eigene Konzerne im Glanz der ehemaligen Zarenmetropole präsentieren. «Das Forum ist eine hervorragende Gelegenheit zum Uhrenvergleich mit internationalen Wirtschaftsvertretern», meinte Peskow.

Im vergangenen Jahr hatten westliche Konzernchefs das Forum wegen der Ukraine-Krise weitgehend gemieden. Der wichtigste Gast war 2015 der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Juncker werde beim Wirtschaftsforum die Gelegenheit nutzen, der russischen Führung die europäische Sicht auf den aktuellen Stand der Beziehungen darzulegen, hieß es aus Brüssel. Der Luxemburger reist zum ersten Mal als EU-Kommissionspräsident nach Moskau. Er hatte das Amt 2014 nach der Eskalation der Ukraine-Krise übernommen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-30 15:08
Gmünd (dpa)

Unwetter verwüsten viele Orte im Süden - Tote und Verletzte

In wenigen Stunden soviel Regen wie sonst im ganzen Mai - die Sonntagsunwetter haben im Süden Deutschlands ganze Ortschaften verwüstet und mindestens vier Menschen das Leben gekostet. In Schwäbisch Gmünd spielt sich ein Drama ab.

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Vier Tote und zahlreiche von Überschwemmungen gezeichnete Ortschaften: Das ist die Bilanz der Unwetternacht im Süden Deutschlands. In Schwäbisch Gmünd wurden am Montag erst nach Stunden zwei vermisste Männer tot geborgen, sie waren in einer Bahnunterführung von Wassermassen in einen Kanalschacht gesogen worden. Ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann hatte vergeblich versucht, einen 21-Jährigen aus dem Schacht zu befreien - beide kamen um.

In Weißbach im Hohenlohekreis starb ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage. Ein 13-jähriges Mädchen wollte unter einer Bahnbrücke bei Schorndorf Schutz vor dem Regen suchen und wurde dort von einem Zug erfasst und getötet.

In einer «druckschwachen Situation» seien die Gewitter nur sehr langsam weiter gezogen, berichtete Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD). «Dementsprechend lagen die intensiven Niederschläge relativ lange über den gleichen Gebieten» - extreme Regenmengen waren die Folge.

Die Gewittergefahr schwächte sich am Montag ab. In Nordrhein-Westfalen gab es am Montag zwar kräftige Gewitter mit Hagel und Starkregen, aber kaum Schäden. Tief «Elvira» hatte seit dem Wochenende Gewitter, Regen und Windböen nach Mitteleuropa gebracht.

Am Montagmorgen bot sich vielerorts ein Bild der Verwüstung: Überschwemmte Straßen, zerstörte Häuser und Autos; überall Schlamm und Schutt. Wohl mit am schwersten wurde der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs getroffen. Zwei Bäche verwandelten sich in einen reißenden Strom und rissen alles mit. Baumstämme wurden durch die Straßen gespült, Autos an Hauswände gedrückt oder von Schlamm und Geröll verschüttet. In Neckarsulm bei Heilbronn wurden Teile des Audi-Werks unter Wasser gesetzt, die Produktion musste zeitweise gestoppt werden.

Auch in Bayern - vor allem in Mittelfranken - richtete die Gewitterfront große Schäden an. Im thüringischen Ilmenau liefen infolge der Gewitter binnen Stunden mehr als 100 Keller voll. In Rheinland-Pfalz verursachte Hagel große Schäden in einigen Weinbergen, aus Hessen wurden Ernteschäden bei Erdbeeren und Zuckerrüben gemeldet.

Die Schifffahrt auf dem Neckar wurde wegen des Hochwassers in den Nebenflüssen am Montag eingestellt. Es herrschten hoher Wellengang und stellenweise gefährliche Strömungen an den Zuläufen, somit könnten auf dem Neckar wohl bis Mittwoch keine Schiffe durchfahren, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts in Stuttgart. Die Bahn sperrte mehrere überschwemmte Strecken, wegen umgestürzter Bäume blieben einzelne Gleisabschnitte für Stunden unpassierbar.

Allein in Baden-Württemberg wurden von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen rund 7000 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.»

In Bayern waren die Schäden besonders groß in den Orten Flachslanden und Obernzenn bei Ansbach. Dort verwandelten sich in der Nacht zum Montag binnen kurzer Zeit schmale Bäche in reißende Flüsse und überfluteten viele Straßen und Keller, wie Einsatzleiter Thomas Müller berichtete. Erdrutsche blockierten Straßen. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben, sagte der Bürgermeister von Flachslanden, Hans Henninger. Im Flachslander Ortsteil Sondernohe berichtete ein Feuerwehrmann: «Das ist ein Ort der Verwüstung.» Das von den Hängen herabschießende Wasser sei als breiter Strom durch den Ort gerauscht. Die Wassermassen hätten Autos mitgerissen, Verkehrsschilder seien wie Streichhölzer umgeknickt.

In einigen Gebieten fielen laut Wetterdienst bis zum Morgen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Die größte in einer Stunde gemessene Niederschlagssumme im DWD-Messnetz fiel in Hohenthann etwa 70 Kilometer nordöstlich von München. Von 20.00 bis 21.00 Uhr prasselten dort 65 Liter auf den Quadratmeter herunter. Zum Vergleich: Der Monatsdurchschnitt für Mai beträgt für Bayern 90 Liter pro Quadratmeter, für Baden-Württemberg 96 Liter pro Quadratmeter.

Die Gewitter verlagerten sich am Montag nach Westen und Norden. Für Niedersachsen warnte der DWD vor schwerem Gewitter, für das südliche Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin Brandenburg gab der DWD Vorwarnungen vor schweren Gewittern für den Nachmittag und die Nacht zum Dienstag heraus.

Die gesamte Südhälfte Deutschlands war am Montagmittag auf der DWD-Warnkarte grün eingefärbt - das bedeutet «keine Warnungen». Ausgenommen war nur der äußerste Südwesten Baden-Württembergs. Dort warnte der DWD vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 85 Kilometern pro Stunde in Regionen oberhalb von 1000 Metern.

Mo, 2016-05-30 15:10
München (dpa)

Kuh nahm Joggerin auf die Hörner - Viehhändler weist Schuld zurück

München (dpa) - Im Prozess um eine entlaufene und letztlich am Münchner Oktoberfestgelände erschossene Kuh hat der angeklagte Viehhändler den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zurückgewiesen. Das Tier war im September 2014 beim Anliefern vom Schlachthof entwischt und panisch Richtung Theresienwiese gerannt. Dabei nahm es eine Joggerin auf die Hörner.

«Ich habe nie alleine abgeladen», sagte er am Montag vor dem Amtsgericht München. Entsprechend sei die Kuh nicht unbeaufsichtigt gewesen, als er zur Erledigung von Formalitäten in ein Büro gegangen sei. Die Joggerin erlitt unter anderem eine Gehirnerschütterung und schwere Prellungen am ganzen Rücken. Für die Verletzungen der Frau macht die Staatsanwaltschaft den Viehhändler verantwortlich.

Mo, 2016-05-30 14:36
Berlin (dpa)

Mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe für Milchbauern

Berlin (dpa) - Die deutschen Milchbauern sollen angesichts drastisch gesunkener Preise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen. Über die genaue Höhe werde er noch Gespräche führen, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nach einem «Milchgipfel» mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel am Montag in Berlin.

Damit Landwirte finanzielle Engpässe überbrücken können, soll das Hilfspaket unter anderem zusätzliche Bürgschaften und steuerliche Entlastungen umfassen.

Die Milchpreise für die Bauern sind teils unter 20 Cent je Liter gefallen. Um die Kosten decken zu können, gelten mindestens 35 Cent als nötig. Ursache des seit Monaten andauernden Preistiefs sind große Milchmengen auf den Märkten.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-30 14:30
Wiesbaden (dpa)

Mini-Inflation: Kein rasches Ende in Sicht

Die niedrigen Ölpreise bremsen seit Monaten die Inflation. Verbraucher müssen weniger fürs Tanken und Heizen zahlen. Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten.

Wiesbaden (dpa) - Die Inflation ist seit Monaten im Keller - daran hat sich in Deutschland auch im Mai wenig geändert: Die Verbraucherpreise lagen in dem Monat nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gerade einmal um 0,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Verbraucher profitieren unter anderem von gesunkenen Energiepreisen. Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die Mini-Teuerung hingegen Sorgen. Die Währungshüter fluten daher die Märkte mit Geld und haben den Leitzins auf Null gesenkt - auch das bekommen Verbraucher zu spüren.

Warum ist die Inflation so niedrig?

Das liegt vor allem an den niedrigen Ölpreisen. Zwar wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft zuletzt wieder etwas teurer. Allerdings liegen die Rohölpreise mit um 50 Dollar je Barrel (159 Liter) immer noch weit entfernt von einstigen Höchstständen von mehr als 100 Dollar.

Welche Folgen hat das für die Entwicklung der Verbraucherpreise?

Energie - also Kraftstoffe und Heizöl, aber auch Gas und Strom - fließen mit fast elf Prozent in die Berechnung der Teuerungsrate ein. Niedrige Energiepreise dämpfen daher den Preisauftrieb insgesamt. Wie stark der Einfluss sein kann, zeigen etwa die April-Daten. Die Inflationsrate lag um 0,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Ohne Energie wäre sie nach Angaben des Statistischen Bundesamt aber um 0,9 Prozent gestiegen. Auch im Mai waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe nach vorläufigen Berechnungen deutlich günstiger als vor Jahresfrist: Das Preisniveau für Energie lag nach Angaben des Bundesamtes vom Montag um 7,9 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Allerdings war dieser Effekt in den Monaten zuvor noch größer.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Sie müssen weniger an der Tankstelle und fürs Heizen zahlen. Hinzu kommt: Bisher liegen die Tarifabschlüsse in Deutschland deutlich über der Inflationsrate. Weil die Preise 2016 kaum steigen dürften, könnte bei vielen unterm Strich mehr übrig bleiben. Die EZB rechnet im Gesamtjahr mit einem mageren Preisauftrieb von 0,1 Prozent im Euroraum. Die Bundesbank erwartet für Deutschland eine Teuerungsrate von einem viertel Prozent. Bereits im vergangenen Jahr schlugen die Lohnerhöhungen wegen der geringen Teuerung (0,3 Prozent) nahezu vollständig auf die Reallöhne durch.

Warum bereitet die Mini-Inflation der EZB Sorgen?

Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent im Euroraum an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Um die Inflation anzukurbeln, senkten die Währungshüter im März den Leitzins auf Null, weiteten ihr milliardenschweres Kaufprogramm aus und brummten Banken und Sparkassen höhere Strafzinsen auf, wenn sie Geld bei der EZB parken. Das soll die Kreditvergabe beflügeln und so den Preisauftrieb anschieben.

Wirken die Maßnahmen?

Bis jetzt verharrt die Inflation in Deutschland und im Euroraum im Keller. Auch im Mai dürfte der Preisauftrieb gering ausfallen. EZB-Präsident Mario Draghi betont allerdings, die Währungshüter hätten mit ihrer Geldpolitik eine desaströse Deflation verhindert.

Sind weitere geldpolitische Schritte bei der Ratssitzung an diesem Donnerstag wahrscheinlich?

Aus Sicht von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sind weitere Zinssenkungen im Euroraum derzeit nicht angebracht. Es brauche noch Zeit, um die Wirkung zuletzt beschlossener Maßnahmen bewerten zu können. Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte die EZB eher gegen Ende des Jahres noch einmal nachlegen, falls die Inflation weiter nicht in Schwung kommen sollte.

Welche Folgen hat die EZB-Politik für Sparer?

Gerade in Deutschland so beliebte Anlagen wie Tages- und Festgeld werfen kaum noch etwas ab. EZB-Präsident Draghi weist aber daraufhin, dass die niedrige Inflation die negativen Effekte der niedrigen Zinsen ausgleiche: «Was wirklich zählt, ist, was Sie an realen Erträgen für ihre Ersparnisse bekommen.» Derzeit liege die Verzinsung minus Inflation höher als im Durchschnitt der 1990er Jahre. «Zu der Zeit hatten Sie höhere Zinsen auf dem Sparbuch, aber zugleich meist Inflation, die weit darüber lag und alles auffraß», sagte Draghi jüngst der «Bild»-Zeitung. Bei langfristigen Sparanlagen machen sich die Folgen der Zinspolitik der EZB allerdings durch den Zinses-Zins-Effekt bemerkbar.
 

Mo, 2016-05-30 14:36
Colmnitz (dpa)

Ermittlungen wegen Nazi-Symbolen bei Festumzug in Sachsen

Colmnitz (dpa) - Bei einem Festumzug im sächsischen Colmnitz sind Wehrmachtsmilitaria mit Nazi-Symbolen zur Schau gestellt worden - nun ermittelt die Polizei wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Grundlage bilden Fotos und Medienberichte, nach denen ein als Wehrmachtssoldat verkleideter Mann beim historischen Festumzug zum «Schul- und Heimatfest» im Ort am Wochenende einen Koffer mit Hakenkreuz getragen hat. Die Ermittlungen erfolgten zunächst gegen Unbekannt, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Prinzipiell müssen Nazi-Symbole wie Hakenkreuze nach Angaben der Polizei auch zu historischen Umzügen zumindest abgeklebt sein. Organisiert wurde der Festumzug vom Heimatverein Colmnitz, der unter anderem Militärvereine dazu eingeladen hatte.

Mo, 2016-05-30 14:45
Brüssel (dpa)

EU-Kommissionschef Juncker plant Russland-Besuch

Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will trotz des ungelösten Ukraine-Konflikts zum Internationalen Wirtschaftsforum ins russische St. Petersburg reisen. Nach Angaben eines Sprechers vom Montag hat der Luxemburger eine entsprechende Einladung zu dem Treffen, zu dem auch Kremlchef Wladimir Putin erwartet wird, angenommen.

Der geplante Juncker-Besuch am 16. Juni in Russland gilt als heikel, weil in der EU bis Ende Juli über eine Verlängerung der wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Wirtschaftssanktionen entschieden werden muss. Unter den Mitgliedstaaten gibt es derzeit Streit darüber, ob sie theoretisch gelockert werden könnten. Juncker gilt in der Diskussion als sanktionskritisch. Er hatte zuletzt mehrfach für ein besseres Verhältnis zu Russland geworben.

Mo, 2016-05-30 14:20
Moskau (dpa)

Russland stoppt Einfuhr von Atommüll aus der Ukraine

Moskau (dpa) - Wegen unbezahlter Rechnungen hat der russische Atomkonzern Rosatom die Einfuhr von verbrauchtem Kernbrennstoff aus der Ukraine vorerst eingestellt. «Mit der Ukraine gibt es Probleme», sagte Unternehmenssprecher Oleg Krjukow am Montag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Grundsätzlich wolle Rosatom aber die bis 2018 geltenden Verträge über die Lagerung von Atommüll einhalten.

Die Konten der ukrainischen Firma Energoatom, die in der früheren Sowjetrepublik vier Atomkraftwerke betreibt, sind seit März gesperrt. Grund ist die Klage eines Privatunternehmens, das umgerechnet 4,5 Millionen Euro von dem Staatskonzern fordert.

Die Ukraine transportiert fast ihren gesamten Atommüll nach Russland. In der Zone um das 1986 havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl soll bis 2018 mit US-Hilfe ein eigenes Zwischenlager entstehen.

Mo, 2016-05-30 14:33
Berlin (dpa)

Mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe für Milchbauern

Berlin (dpa) - Die deutschen Milchbauern sollen angesichts drastisch gesunkener Preise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen. Über die genaue Höhe werde er noch Gespräche führen, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nach einem «Milchgipfel» mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel am Montag in Berlin.

Mo, 2016-05-30 14:00
Budva (dpa)

Montenegro erstickt an seinen Umweltsünden

Die atemberaubende Küste Montenegros wird binnen weniger Jahre teilweise zur Betonwüste. Russische und heimische Oligarchen mischen mit. Ein Ende der Bebauung ist nicht in Sicht.

Budva (dpa) - Den Slogan «Wild Beauty» haben sich Werber vor Jahren für Montenegro ausgedacht. Auf knapp 300 Kilometern Küste des kleinen Lands an der Adria finden sich pittoreske Buchten, traumhafte Strände, tiefe Fjorde sowie malerische venezianische Städte, Piratennester und ein großartiges kulturelles Erbe. Im Hinterland erheben sich die schwarzen Berge, die Montenegro seinen Namen gaben, majestätisch bis auf 2500 Meter. Ein Landschaftstraum.

Doch seit der Unabhängigkeit des Landes vor zehn Jahren ist dieses Naturparadies in weiten Teilen ruiniert worden. Heimische und russische Oligarchen haben zu horrenden Preisen die Küste aufgekauft und so exzessiv gebaut, dass das Panorama nicht mehr wiederzuerkennen ist. 100 000 Gebäude wurden illegal und überdimensioniert errichtet, schätzt das staatliche Fernsehen.

Nur die wenigsten Häuser und Hotels sind an Kläranlagen angeschlossen; und wenn, dann weiß man wie in Budva nicht, wohin mit dem stinkenden Klärschlamm. Neuerdings wird er erst einmal ins benachbarte Albanien gekarrt. Kostbares Wasser versickert in unglaublichem Ausmaß durch undichte Leitungen. Wilde Müllkippen sind allgegenwärtig. «Wild Beauty».

In der bevorstehenden Hochsaison erstickt die Küste am Verkehr. Auf der engen und löchrigen Küstenstraße sorgen Hunderttausende Autos für den berühmten Dauerstau. Parkplätze sind Mangelware. Schon jetzt ist unklar, wie die Menschen aus den 450 000 Gästebetten an den Stränden Platz finden sollen. Denn diese können maximal 170 000 Menschen aufnehmen, wie die Tourismusfakultät in Budva errechnet hat.

Beispiel Petrovac: Zwei völlig überdimensionierte Apartmenthäuser und das noch viel größere Hotel «Rivijera Crystal» stehen seit Jahren im Rohbau. «Die fressen uns auf», sagen die Einwohner in dem einst beschaulichen Örtchen. Aber wenn die Bauten wirklich eines Tages mal fertig werden, droht die echte Katastrophe. Weil aus Geldmangel der Ort nicht an eine Kläranlage angeschlossen ist, würde alles in der kleinen Bucht entsorgt. Die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG) hatte das Hotel als Beispiel für nachhaltigen Tourismus mit einem günstigen Millionen-Euro-Kredit erst ermöglicht.

Beispiel Budva: Das einstige historische Piratennest wird von den vielen Hotels und Apartments regelrecht erdrückt. Die historische Stadtmauer ist vor lauter Gigantismus nicht mehr zu erkennen.

Beispiel Sveti Stefan: Früher als Luxusherberge für die Schönen und Reichen auch international bekannt, steht dort nun seit einer gefühlten Ewigkeit hoch über dem Kleinod unfertig das «russische Dorf», eine Villenanlage der Superklasse. Oder ganz in der Nähe das zu kommunistischen Zeiten bekannte Top-Hotel «As». Seit Jahren eine Ruine, nachdem russische «Investoren» große Teile des Berges weggesprengt hatten. Heute weiß niemand, was daraus wird.

Doch es soll weitergebaut werden. Der noch unberührte Strand in Buljarica ist ins Visier windiger Bauherren geraten. Auf der Halbinsel Lustica bei Tivat läuft schon eine neues Superprojekt. Ein jetzt diskutierter neuer Raumordnungsplan unterstütze weiter das skandalöse Bauen, statt die alten Sünden zu heilen, kritisiert der Verband der Bürgerinitiativen (MANS). Daher müsse der Plan zurückgezogen werden.

Dennoch gibt es ganz kleine Hoffnungsschimmer. Ein Rheinland-Pfälzer versetzt südlich von Bar mit seinen Ferienwohnungen seit Jahren seine Umgebung ins Staunen: Mülltrennung und nachhaltiger Strom- und Wasserverbrauch sind nur einige Stichworte, die in der Regel nur ungläubiges Kopfschütteln «über unseren deutschen Umweltaktivisten» auslösen, berichten die heimischen Medien. Und am vergangenen Sonntag wurde unter maßgeblicher Beteiligung deutscher Naturschützer ein Verein gegründet, der die Saline der ganz im Süden gelegenen Stadt Ulcinj vor Baulöwen retten will - es geht um eines der letzten Naturjuwele Montenegros.
 

Mo, 2016-05-30 14:48
Offenbach (dpa)

Gewitter noch die ganze Woche - «Elvira» zieht nach Westen ab

Offenbach (dpa) - Überall in Deutschland muss in den nächsten Tagen noch mit Gewittern gerechnet werden - aber das Unwetterpotenzial sinkt. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erwarten für Dienstag zunächst eine Beruhigung der Lage.

Gewittertief «Elvira», das für gewaltige Regenmassen vor allem im Südwesten verantwortlich war, zieht nach Westen ab. Im Südwesten und Westen werde es am Dienstag wohl trocken bleiben, der Nordosten und der Südosten bekommen aber noch einige Gewitter ab.

Am Mittwoch trifft ein neues Tief von Osten in Deutschland ein. Das bedeute wieder mehr Niederschlag und neue Gewitter, sagte DWD-Meteorologe Martin Jonas am Montag. Allerdings werde das Unwetterpotenzial voraussichtlich nicht mehr ganz so hoch sein wie am Sonntag. Die Temperaturen liegen allgemein um 20 Grad, im Osten bis 24 Grad.

Dass sich die Gewitterlage so lange hält, hängt nach Angaben der Meteorologen mit einem Höhentief über Mitteleuropa zusammen, das sich nur wenig bewegt. In der Atmosphäre sei derzeit wenig Dynamik, sagte Meteorologe Simon Trippler.

Mo, 2016-05-30 14:45
München (dpa)

Maschinenbauer zum Start der Messe Ifat nur verhalten zuversichtlich

München (dpa) - Gedämpfte Exportaussichten sorgen zum Start der Umwelttechnik-Messe Ifat nur für verhaltene Stimmung bei den deutschen Maschinenbauern. Wie andere Zweige des Maschinenbaus seien auch die Hersteller von Umwelttechnik, die 50 bis 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaften, stark vom Export abhängig, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Thilo Brodtmann, am Montag in München.

Krisen und Probleme wie die Russland-Sanktionen oder die Bürgerkriege im Nahen Osten, aber auch das langsamere Wachstum in China oder die Rezession in Brasilien trübten die Geschäftsaussichten. Daher könne der gesamte deutsche Maschinenbau derzeit für dieses Jahr nur mit einem Nullwachstum der Produktion im Vergleich zum Vorjahr rechnen, bekräftigte Brodtmann. «Das wird ein Kraftakt, auch für die auf der Ifat ausstellenden Fachzweige.»

2014 kam diese Branche mit ihren rund 50 000 Beschäftigten nach VDMA-Angaben auf knapp 10 Milliarden Euro Umsatz. Auf der Messe zeigen bis diesen Freitag (3. Juni) mehr als 3000 Anbieter aus knapp 60 Ländern neue Technologien und Lösungen für die Wasser-, Abwasser, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Rund 135 000 Besucher aus aller Welt werden auf dem Münchner Messegelände erwartet. Zu den Schwerpunkten gehören Themen wie Wasseraufbereitung, Auto- und Baustoffrecycling.

Mo, 2016-05-30 14:59
Taipei (dpa)

Chip-Entwickler ARM sorgt für virtuelle Realität vor

Taipei (dpa) - Der Chip-Entwickler ARM, mit dessen Technologie die weitaus meisten Smartphones und Tablets laufen, bereitet den Boden für mehr virtuelle Realität auf dem Handy. Die am Montag auf der Messe Computex vorgestellten neuen Chip-Designs sind auf die Anzeige von Inhalten zugeschnitten, mit denen man in künstliche Welten eintauchen kann. Dafür haben sie eine hohe Grafik-Leistung bei gleichzeitig reduziertem Stromverbrauch.

Erste Geräte mit den neuen Prozessoren dürften im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Chip-Hersteller kaufen bei ARM Lizenzen für Technologie der britischen Firma und produzieren die Mikroprozessoren dann selbst. Unternehmen wie Apple oder Samsung entwickeln eigene Prozessoren auf Basis der Chip-Architektur von ARM.

Virtuelle Realität in hoher Qualität gibt es derzeit vor allem auf Spezialbrillen, Samsung nutzt dafür aber bereits seine neuen Top-Smartphones mit dem Brillen-Gehäuse Gear VR. Google will mit «Daydream» eine ganze Plattform für virtuelle Realität auf dem Smartphone aufbauen. Dafür wurden die neue Version des Betriebssystems Android angepasst. Für Geräte-Hersteller wird es Mindestanforderungen geben, wenn ihre Smartphones mit «Daydream» kompatibel sein sollen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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