So, 2015-04-19 10:50
Jerusalem (dpa)

Netanjahu nennt S-300-Raketenlieferung an Iran «sehr schwerwiegend»

Jerusalem (dpa) - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die geplante Lieferung des russischen Flugabwehrsystems S-300 an den Iran als «sehr schwerwiegend» eingestuft. Der Iran verstärke sein aggressives Verhalten in der Region, sagte der Regierungschef am Sonntag. Bei den Atomverhandlungen mit Teheran werde jedoch kein Versuch unternommen, dieses einzudämmen.

Der Iran verfüge jedes Jahr über größere Raketen, warnte Netanjahu. Diese seien gegen Israel gerichtet. «Angesichts all dieser Bedrohungen wird Israel alles Notwendige unternehmen, um die Sicherheit des Landes sowie seiner Bürger zu gewährleisten», sagte er.

Kremlchef Wladimir Putin hatte vor knapp einer Woche einen 2010 verhängten Lieferstopp des modernen Flugabwehrsystems S-300 an den Iran aufgehoben. Teheran betonte, das Waffensystem werde zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingesetzt.

Der Iran und die UN-Vetomächte sowie Deutschland hatten sich in Lausanne in einem Rahmenabkommen auf Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen zur Kontrolle des iranischen Atomprogramms geeinigt. Israel ist ein entschiedener Gegner des Abkommens und befürwortet weitere Sanktionen gegen Iran.

So, 2015-04-19 08:48
München (dpa)

200 Tage Schweigen - Beate Zschäpe und der NSU-Prozess Von Christoph Trost und Christoph Lemmer, dpa

Im Prozess um die Mordserie der Neonazi-Terrorzelle NSU steht am Donnerstag der 200. Verhandlungstag bevor. Und Anfang Mai ist es zwei Jahre her, seit das Verfahren gegen Beate Zschäpe & Co. begonnen hat. Wo steht der Prozess inzwischen - und wie lange dauert er noch?

München (dpa) - Es ist eigentlich immer das gleiche Bild: Beate Zschäpe sitzt da, starrt auf ihren Laptop - und schweigt. Auch nach nunmehr fast 200 Verhandlungstagen sagt die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess keinen Ton. In den fast zwei Jahren seit dem Prozessauftakt am 6. Mai 2013 hat sie zum Vorsitzenden Richter Manfred Götzl nur ein paar wenige Worte gesagt - etwa auf Fragen nach ihrer Gesundheit und ihrer Verhandlungsfähigkeit. «Schweigen ist die effektivste Waffe der Verteidigung», sagt ihr Anwalt Wolfgang Heer.

Zschäpes Schweigen ist einer der Hauptgründe, warum der Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) so lange dauert. Und ein Ende ist nicht absehbar: Mit einem Urteil in diesem Jahr rechnet kaum jemand mehr - zumal derzeit nur zweimal pro Woche verhandelt wird.

Weil Zschäpe schweigt, muss das Gericht in mühevoller Kleinstarbeit versuchen, ein Mosaik aus tausenden Teilen zusammenzusetzen. Es muss ergründen, ob tatsächlich stimmt, was die Bundesanwaltschaft an Vorwürfen zusammengetragen hat: dass Zschäpe wusste, dass ihre Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mordend durch die Republik zogen, bis zum Schluss unbehelligt und unentdeckt von den Behörden; und dass sie all dies nicht nur geduldet, sondern unterstützt hat.

Dann könnte sie als Mittäterin genauso bestraft werden, als hätte sie die zehn Menschen selbst umgebracht, für deren Tod der «Nationalsozialistische Untergrund» verantwortlich gemacht wird: neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft und eine deutsche Polizistin. Zudem ist sie als Mittäterin an zwei Sprengstoffanschlägen angeklagt.

Böhnhardt und Mundlos sind tot - sie brachten sich den Ermittlungen zufolge im November 2011 selbst um, um nach einem missglückten Banküberfall der Festnahme durch die Polizei zu entgehen. Deshalb die Frage: Kann Zschäpe, die einzige Überlebende, am Ende tatsächlich als Mittäterin verurteilt werden - oder «nur» wegen der Brandlegung im letzten NSU-Unterschlupf in der Zwickauer Frühlingsstraße? Darüber gehen die Meinungen der Prozessbeteiligten heute weit auseinander.

Man habe bereits vor dem Prozessbeginn keine Grundlage für die Maximalanklage gesehen, argumentiert Zschäpe-Anwalt Heer. «Und durch das bisherige Ergebnis der Beweisaufnahme fühlen wir uns darin bestätigt - weil viele aus Sicht des Generalbundesanwalts belastende Aspekte nicht bestehen beziehungsweise deutlich relativiert wurden.»

Viele Nebenklage-Anwälte argumentieren dagegen, man könne nach derzeitigem Stand zu gar keinem anderen Schluss kommen, dass Zschäpe von allen Taten ihrer beiden Freunde wusste - und diese billigte. «Es spricht sehr, sehr viel dafür, dass die drei gleichberechtigte Mitglieder der Gruppe waren», sagt Anwalt Sebastian Scharmer.

Ansonsten gibt es auch nach 200 Verhandlungstagen noch viele, viele Fragezeichen - alte und solche, die neu hinzugekommen sind. Etwa: Kann es sein, dass der NSU wirklich eine abgeschlossene Terrorzelle mit nur drei Mitgliedern war? Kann es wirklich sein, dass Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt derart wenig Unterstützer und Helfer hatten?

Angeklagt sind vier: der Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, André E., Holger G. und Carsten S., denen in der Anklageschrift entweder Beihilfe zum Mord oder die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Aber muss es nicht noch mehr Mitwisser gegeben haben? Viele Nebenklage-Anwälte sind sich da quasi sicher.

Die Nebenkläger, die ihre Väter, Ehemänner, Söhne verloren haben, wollen vor allem eines: endlich die ganze Wahrheit erfahren. Die Witwe des Mordopfers Theodoros Boulgarides sagte sogar einmal in einem dpa-Interview: «Das ist mir wichtiger als ein hartes Urteil.»

So, 2015-04-19 08:48
München (dpa)

200 Tage Schweigen - Beate Zschäpe und der NSU-Prozess Von Christoph Trost und Christoph Lemmer, dpa

Im Prozess um die Mordserie der Neonazi-Terrorzelle NSU steht am Donnerstag der 200. Verhandlungstag bevor. Und Anfang Mai ist es zwei Jahre her, seit das Verfahren gegen Beate Zschäpe & Co. begonnen hat. Wo steht der Prozess inzwischen - und wie lange dauert er noch?

München (dpa) - Es ist eigentlich immer das gleiche Bild: Beate Zschäpe sitzt da, starrt auf ihren Laptop - und schweigt. Auch nach nunmehr fast 200 Verhandlungstagen sagt die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess keinen Ton. In den fast zwei Jahren seit dem Prozessauftakt am 6. Mai 2013 hat sie zum Vorsitzenden Richter Manfred Götzl nur ein paar wenige Worte gesagt - etwa auf Fragen nach ihrer Gesundheit und ihrer Verhandlungsfähigkeit. «Schweigen ist die effektivste Waffe der Verteidigung», sagt ihr Anwalt Wolfgang Heer.

Zschäpes Schweigen ist einer der Hauptgründe, warum der Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) derart lange dauert. Schon jetzt ist das Mammutverfahren eines der längsten und aufwendigsten der deutschen Rechtsgeschichte. Und ein Ende ist weiter nicht absehbar: Mit einem Urteil in diesem Jahr rechnet kaum jemand mehr - vor allem, seit das Gericht nur noch an zwei statt an drei Tagen pro Woche verhandelt, um Zschäpe zu schonen. Aber ob der Prozess bis zum nächsten Sommer dauern wird oder noch länger - reine Spekulation.

Weil Zschäpe schweigt, muss das Gericht in mühevoller Kleinstarbeit versuchen, ein Mosaik aus tausenden Teilen zusammenzusetzen. Es muss sich ein eigenes Bild machen, ob tatsächlich stimmt, was die Bundesanwaltschaft in der mehr als 400 Seiten dicken Anklageschrift zusammengetragen hat: dass Zschäpe wusste, dass ihre Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mordend durch die Republik zogen, jahrelang und bis zum Schluss unbehelligt und unentdeckt von den Behörden; und dass sie sämtliche Taten nicht nur geduldet, sondern unterstützt hat.

Genau das wirft ihr die Anklage vor: dass sie gleichberechtigter Teil des Trios - und im juristischen Sinne Mittäterin gewesen sei. Dann könnte sie genauso bestraft werden, als hätte sie die zehn Menschen selbst umgebracht, für deren Tod der «Nationalsozialistische Untergrund» verantwortlich gemacht wird: Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter. Zwischen 2000 und 2007 starben die neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft und die deutsche Polizistin, alle zehn kaltblütig und aus nächster Nähe erschossen. Zschäpe ist zudem als Mittäterin der beiden Sprengstoffanschläge angeklagt, die dem NSU zugeschrieben werden - darunter der in der Kölner Keupstraße.

Böhnhardt und Mundlos sind tot - sie brachten sich den Ermittlungen zufolge im November 2011 selbst um, um nach einem missglückten Banküberfall der Festnahme durch die Polizei zu entgehen. Deshalb die Frage: Kann Zschäpe, die einzige Überlebende, am Ende tatsächlich als Mittäterin verurteilt werden - oder «nur» wegen der Brandlegung im letzten NSU-Unterschlupf in der Zwickauer Frühlingsstraße, der einzigen Tat, die sie laut Anklage ganz alleine beging? Darüber gehen die Meinungen der Prozessbeteiligten auch zum 200. Verhandlungstag weit auseinander. Die Verteidigung vertritt sogar die Ansicht, die bisherige Beweisaufnahme im Prozess habe Zschäpe keineswegs belastet.

Man habe bereits vor dem Prozessbeginn keine Grundlage für die Maximalanklage gesehen, argumentiert Zschäpe-Anwalt Heer. «Und durch das bisherige Ergebnis der Beweisaufnahme fühlen wir uns darin bestätigt - weil viele aus Sicht des Generalbundesanwalts belastende Aspekte nicht bestehen beziehungsweise deutlich relativiert wurden.» Insbesondere habe «die Beweisaufnahme nicht ergeben, dass Frau Zschäpe, Herr Böhnhardt und Herr Mundlos dauerhaft zusammengelebt haben. Dabei handelt es sich um das wesentliche Argument des Generalbundesanwalts für die vorgeworfene Mittäterschaft.»

Viele Nebenklage-Anwälte kommen dagegen zu einem ganz anderen Zwischenfazit: Sie argumentieren, dass sich die vielen Mosaiksteine zu einem großen Gesamtbild zusammenfügen. Man könne nach derzeitigem Stand zu gar keinem anderen Schluss kommen, dass Zschäpe von sämtlichen Taten ihrer beiden Freunde wusste - und diese billigte. «Es spricht sehr, sehr viel dafür, dass die drei gleichberechtigte Mitglieder der Gruppe waren», sagt Anwalt Sebastian Scharmer. Sein Kollege Alexander Hoffmann lässt Zweifel daran gar nicht erst gelten.

Ansonsten gibt es auch nach 200 Verhandlungstagen noch viele, viele Fragezeichen - alte und solche, die neu hinzugekommen sind. Kann es sein, dass der NSU wirklich eine abgeschlossene Terrorzelle mit nur drei Mitgliedern war? Kann es wirklich sein, dass Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt derart wenig Unterstützer und Helfer hatten?

Angeklagt sind vier: der Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, André E., Holger G. und Carsten S., denen in der Anklageschrift entweder Beihilfe zum Mord oder die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird - weil sie die Mordwaffe besorgt oder dem Neonazi-Trio mit gefälschten Papieren geholfen haben sollen. Aber muss es nicht noch viel mehr Mitwisser gegeben haben? Viele Nebenklage-Anwälte sind sich da eigentlich so gut wie sicher.

Besonders mysteriös bleibt auch der Mord an Halit Yozgat in Kassel - dort war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes am Tatort, will von dem Mord aber nichts mitbekommen haben. Und große Fragezeichen wirft weiterhin der Mord an der Polizistin Kiesewetter in Heilbronn auf. Waren sie und ihr Kollege, der wie durch ein Wunder überlebte, wirklich nur Zufallsopfer? Oder gibt es da noch andere Zusammenhänge? Viele dieser Fragen werden möglicherweise nie beantwortet werden.

Dabei geht es im NSU-Prozess um mehr als um die individuelle Schuld oder Unschuld der Angeklagten. Natürlich müht sich das Gericht, auch die Hintergründe der Mordserie zu durchleuchten. Das ist auch das, was die Nebenkläger vor allem von dem Verfahren erwarten; also die Angehörigen, die ihren Vater, Ehemann, Sohn verloren haben. Viele von ihnen wurden von der Polizei lange Zeit selbst als Verdächtige behandelt. Nun wollen sie endlich die Wahrheit erfahren, wollen wissen, wo Verfassungsschützer und andere Behörden versagt haben. «Dass die Wahrheit herauskommt», das erhoffe sie sich vom Prozess, sagte die Witwe von Theodoros Boulgarides vor einigen Monaten der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist mir wichtiger als ein hartes Urteil.»

Richter Götzl geht seit zwei Jahren gründlich und akribisch voran: Die Morde hat er gleich zu Beginn durchgearbeitet, in all ihren grausigen Details. Die beiden Sprengstoffanschläge in Köln wurden behandelt, nun ist die lange Serie von Banküberfällen dran, mit denen der NSU sein Leben im Untergrund finanziert haben soll. Einigen Nebenklage-Anwälten aber reicht das nicht. Götzl sei noch nicht überall ausreichend in die Tiefe gegangen, wird argumentiert.

Wie viele Zeugen er noch laden will, bleibt indes Götzls Geheimnis. Der Top-Jurist führt das Verfahren äußerst souverän, lässt sich kein bisschen in die Karten schauen. Unklar ist auch, was anschließend an Beweisanträgen von Verteidigung oder Nebenklage zu erwarten ist.

Vielleicht werden es am Ende ja sogar mehr als 300 Verhandlungstage werden? So genau weiß das niemand. Fest steht aber, dass einige Tage noch lange in Erinnerung bleiben werden, auch wenn das Urteil eines Tages gesprochen sein wird. Zum Beispiel der Auftritt einer jungen Frau, die bei einem der Sprengstoffanschläge des NSU fast getötet wurde. Ob sie damals erwogen habe, das Land zu verlassen, wurde die Deutsch-Iranerin gefragt. Nein, sie habe gedacht: «Jetzt erst recht. Ich werde mein Leben fortführen, ich werde darum kämpfen.» Da brandete Applaus im Saal auf - und Götzl ließ es zu.

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So, 2015-04-19 08:49
München (dpa)

NSU-Ermittlungen zwei Jahre nach Prozessbeginn nicht abgeschlossen Von Christoph Lemmer, dpa

München (dpa) - Normalerweise klagen Staatsanwaltschaften mutmaßliche Täter erst dann vor Gericht an, wenn sie mit den Ermittlungen fertig sind. Im Fall des «Nationalsozialistischen Untergrunds» ist das anders. Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer stehen am Freitag seit 200 Verhandlungstagen in München vor Gericht. Gleichzeitig laufen bis heute mehrere offene Ermittlungsverfahren.

Sie richten sich «gegen neun namentlich bekannte Beschuldigte», teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Keiner von ihnen steht bisher vor Gericht. Sie stehen unter Verdacht, den NSU und damit eine «terroristische Vereinigung» unterstützt zu haben. Außerdem untersucht die Anklagebehörde, ob der NSU noch weitere, bisher unentdeckte Verbrechen begangen hat und ob daran weitere, ebenfalls noch unbekannte Täter beteiligt sein könnten.

Über Details der noch offenen Ermittlungen ist wenig bekannt. Die Namen der «bekannten Beschuldigten» nennt die Bundesanwaltschaft nicht. Allerdings sind einige Erkenntnisse aus den Ermittlungsverfahren nachträglich als Beweismittel in den Prozess eingebracht worden, etwa über die konspirativ aufgebaute Gruppe der «Hammerskins». Über deren Rolle in der Sympathisantenszene gab es zum Prozessbeginn vor zwei Jahren so gut wie keine Hinweise in den Akten. Das änderte sich, als die Bundesanwaltschaft Unterlagen nachreichte. Sie vervollständigten das Bild einer weit verzweigten, auch international vernetzten Szene mit zahlreichen Verbindungen zu Rockergruppen und kriminellen Milieus.

Umgekehrt hat der Prozess auch ein NSU-Verbrechen zutage gefördert, von dem die Ermittler vor zwei Jahren noch nichts wussten. Es handelt sich um einen Bombenanschlag in Nürnberg im Juni 1999. Die Täter hatten eine als Taschenlampe getarnte Rohrbombe in einem vor allem von Türken besuchten Café abgelegt. Ein Mann hatte sie in die Hand genommen und wurde bei der Explosion verletzt. Der als Unterstützer angeklagte Carsten S. hatte in seinem Geständnis berichtet, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mit ihm über die Taschenlampen-Bombe gesprochen hätten. Daraufhin eröffnete die Bundesanwaltschaft auch dazu ein Ermittlungsverfahren und konnte die Bombe tatsächlich dem NSU «zuordnen».

Offen ist, was die Bundesanwaltschaft unternehmen will, wenn sie den Verdacht gegen die «bekannten Beschuldigten» bestätigen oder bisher unbekannte Straftaten zutage fördern kann. Am Rande des Verfahrens war zu hören, es könne eines Tages möglicherweise einen zweiten Prozess geben. Das derzeitige Verfahren gegen Beate Zschäpe wollen die Ankläger dagegen nur ungern ausweiten, wie der Fall der «Taschenlampen-Bombe» zeigt. Er werde wegen der «schon weit fortgeschrittenen Beweisaufnahme aus verfahrensökonomischen Gründen» nicht weiter verfolgt, sagte die Sprecherin.

So, 2015-04-19 08:03
Helsinki (dpa)

Parlamentswahl in Finnland hat begonnen

Helsinki (dpa) - Unter dem Eindruck einer tiefen Wirtschaftskrise hat in Finnland am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Knapp 4,5 Millionen Finnen sind bis 19 Uhr (MESZ) aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Fast 1,4 Millionen von ihnen haben schon vorab gewählt. Diese Möglichkeit hatten die Finnen bis zum Dienstag. Bei der Wahl rechnen Beobachter mit einer Niederlage der Regierung unter Finnlands konservativem Ministerpräsidenten Alexander Stubb. Umfragen sehen die sozialliberale Zentrumspartei mit dem früheren Geschäftsmann Juha Sipilä vorn. Die Rechtspopulisten würden danach drittstärkste Kraft. Mit einem vorläufigen Ergebnis wird bis Mitternacht gerechnet.

So, 2015-04-19 08:53
Teheran (dpa)

Iran wird keine Inspektionen seiner Militäranlagen erlauben

Teheran (dpa) - Der Iran will im Zuge der Atomverhandlungen keine Inspektionen seiner Militäranlagen erlauben. «Eine Besichtigung von Militäranlagen durch ausländische Inspektoren ist gleichzusetzen mit der Besetzung eines Landes», sagte Hossein Salami, der Vize-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, laut Nachrichtenagentur Isna am Sonntag.

Das iranische Atomteam sollte demnach bei den Verhandlungen nicht erlauben, dass dieses Thema überhaupt angesprochen wird. «Iran wird weder ein Paradies für Spione sein, noch werden wir den Feinden den roten Teppich ausrollen», sagte der General.

Die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland wollen in einem für Ende Juni geplanten Abkommen sicherstellen, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Für das geplante Abkommen soll der Iran angeblich bereit sein, das Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder aufzunehmen. Dementsprechend soll Teheran den IAEA-Inspektoren auch bedingt Zugang zu militärischen Anlagen gewähren, wo westlichen Geheimdienstberichten zufolge in der Vergangenheit Atomtests durchgeführt worden sind.

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So, 2015-04-19 08:49
München (dpa)

Im Zeitraffer: Zentrale Verhandlungstage im NSU-Prozess

München (dpa) - Oft ist es eine zähe Suche nach der Wahrheit im NSU-Prozess. Doch einige der nunmehr 200 Verhandlungstage werden länger in Erinnerung bleiben. Ein Überblick über wichtige Daten:

6. Mai 2013: Nach heftigem Streit um die Vergabe der Presseplätze beginnt vor dem Münchner Oberlandesgericht der Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und die Mitangeklagten Ralf Wohlleben, André E., Holger G. und Carsten S. - unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von weltweitem Medieninteresse.

14. Mai 2013: Nach viel juristischem Hickhack verliest Bundesanwalt Herbert Diemer die Anklage - eine Stunde und vier Minuten lang.

4. Juni 2013: Carsten S. beginnt seine Aussage. Er räumt ein, eine Waffe für den «Nationalsozialistischen Untergrund» besorgt zu haben.

6. Juni 2013: Der Angeklagte Holger G. sagt aus, trägt aber nur eine vorbereitete Erklärung vor. Er räumt ein, dem NSU geholfen zu haben.

1. Oktober 2013: Der Vater eines Mordopfers, Ismail Yozgat, tritt als Zeuge auf: Er schreit seinen Schmerz hinaus; er wirft sich im Gerichtssaal auf den Boden, um zu beschreiben, in welcher Position er seinen sterbenden Sohn gefunden hat. Am Tag darauf appelliert die Mutter des Opfers direkt an Zschäpe, zur Aufklärung beizutragen.

18. Dezember 2013: Siegfried Mundlos, Vater des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos, zofft sich mit dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl, fährt diesen an: «Sie sind ein kleiner Klugsch...»

16. Januar 2014: Der Polizist Martin A., der beinahe das elfte Todesopfer des NSU geworden wäre, sagt als Zeuge aus. Seine Kollegin Kiesewetter starb damals, er selbst überlebte wie durch ein Wunder.

21. Mai 2014: Es geht um die letzten Minuten und Sekunden des NSU: den Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die sich den Ermittlungen zufolge nach einem missglückten Banküberfall selbst erschossen.

4. Juni 2014: Beeindruckender Zeugen-Auftritt einer Frau, die einen Sprengstoffanschlag des NSU beinahe mit ihrem Leben bezahlte. Ob sie damals erwogen habe, das Land zu verlassen, wird die Deutsch-Iranerin gefragt. Nein, sie habe gedacht: «Jetzt erst recht. Ich werde mein Leben fortführen, ich werde darum kämpfen.» Da brandet Applaus auf.

15. Juli 2014: Das Gericht beginnt mit der Vernehmung von Tino Brandt, einem der möglicherweise wichtigsten Zeugen. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der rechtsextremen Szene in Thüringen in den 1990er Jahren und war damals auch V-Mann des Verfassungsschutzes.

16. Juli 2014: Paukenschlag: Beate Zschäpe gibt an, sie habe kein Vertrauen mehr in ihre drei Pflichtverteidiger. Doch wenige Tage später schmettert das Gericht ihren Antrag auf neue Anwälte ab.

20. Januar 2015: Auf diesen Tag haben viele lange gewartet: Erstmals kommen im NSU-Prozess Opfer des Kölner Nagelbombenanschlags von 2004 zu Wort. Viele berichten in eindringlichen Worten von ihren Leiden.

25. März 2015: Das Gericht beginnt mit der Aufarbeitung der Serie von Banküberfällen. Bisher hatten diese nur am Rande eine Rolle gespielt.

So, 2015-04-19 08:49
München (dpa)

Außergerichtliche Aufklärung: Die NSU-Untersuchungsausschüsse

München (dpa) - Im NSU-Prozess geht es - einfach gesagt - vor allem um die Schuld oder Unschuld der fünf Angeklagten. Trotzdem müht sich das Gericht, die Hintergründe der Mord- und Terrorserie sehr genau aufzuklären. Genau das wollten und wollen auch parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern. Ein Überblick:

- Der Untersuchungsausschuss des BUNDESTAGES legte im August 2013 nach anderthalb Jahren seinen Abschlussbericht vor. Darin: eine Abhandlung über das kolossale Versagen der Sicherheitsbehörden und etwa 50 Empfehlungen, um so etwas künftig zu verhindern. Inzwischen halten immer mehr Bundestagsabgeordnete eine Neuauflage für denkbar.

- Auch die NSU-Untersuchungsausschüsse in den Landtagen von SACHSEN und BAYERN haben ihre Arbeit beendet - zumindest bis auf weiteres. Denn Linke und Grüne in Sachsen haben bereits einen Minderheitsantrag gestellt, damit der neue Landtag wieder einen Ausschuss einsetzt.

- Der THÜRINGER Landtag hat als erstes Parlament einen zweiten Untersuchungsausschuss eingesetzt. Begründet wurde dies damit, dass Thüringen als Heimatland der mutmaßlichen Rechtsterroristen eine besondere Verantwortung für die Aufklärung des NSU-Komplexes habe.

- In BADEN-WÜRTTEMBERG folgte auf eine erfolglose Enquete-Kommission Ende vergangenen Jahres ein Untersuchungsausschuss. Im Fokus: der Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn. Inzwischen mehren sich dort Zweifel, ob Kiesewetter wirklich ein Zufallsopfer des NSU war - davon geht die Bundesanwaltschaft aus. Mysteriös bleiben auch der Selbstmord eines Zeugen aus der Neonazi-Szene, der die Mörder gekannt haben soll, und der plötzliche Tod einer weiteren Zeugin. Diese starb an einer Lungenembolie infolge eines Unfalls.

- In HESSEN steht der U-Ausschuss noch am Anfang. Dort soll es vor allem um den Mord an Halit Yozgat in Kassel gehen. Ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes war am Tatort, will von der Bluttat aber nichts mitbekommen haben. In NORDRHEIN-WESTFALEN soll es vor allem um die beiden Sprengstoffanschläge in Köln sowie um den Mord an einem türkischstämmigen Kioskbesitzer in Dortmund gehen.

So, 2015-04-19 08:47
München (dpa)

NSU-Prozess: Ermittlungen gegen neun weitere Verdächtige

Am 6. Mai jährt sich der NSU-Prozess zum zweiten Mal. Parallel zum Münchner Verfahren ermittelt die Bundesanwaltschaft immer noch gegen weitere neun Verdächtige.

München (dpa) - Neben dem seit zwei Jahren laufenden Münchner NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche rechtsextreme Terrorhelfer führt die Bundesanwaltschaft bis heute mehrere offene Ermittlungsverfahren zum «Nationalsozialistischen Untergrund». Sie richteten sich «gegen neun namentlich bekannte Beschuldigte wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung», teilte eine Sprecherin der Karlsruher Ermittlungsbehörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Vor Gericht stehen diese Verdächtigen bisher nicht.

Die Bundesanwaltschaft führe außerdem ein «gesondertes Ermittlungsverfahren», um «bislang unbekannte Unterstützer oder bisher nicht entdeckte Taten» zu finden, sagte die Sprecherin. Über den Stand der Ermittlungen oder die Identität der Verdächtigen teilte die Behörde nichts mit. Offen ist auch, ob die Anklage im Münchner Prozess auf weitere Taten oder weitere Angeklagte ausgeweitet werden kann. Angeklagt sind bisher Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer. Zschäpe muss sich für zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde und zwei Sprengstoffanschläge in Köln verantworten.

Ein weiterer Bombenanschlag, der im Münchner Prozess nicht behandelt wird, konnte nach Angaben der Sprecherin inzwischen den drei mutmaßlichen NSU-Mitgliedern Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt «zugeordnet» werden. Dabei handelt es sich um einen Anschlag mit einer als Taschenlampe getarnten Rohrbombe auf ein Nürnberger Café am 23. Juni 1999, bei dem ein Mann verletzt wurde. Auf die «weitere Verfolgung der Tat» verzichte die Anklagebehörde wegen der «schon weit fortgeschrittenen Beweisaufnahme aus verfahrensökonomischen Gründen», sagte die Sprecherin.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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So, 2015-04-19 08:49
München (dpa)

«Es ist seit langem klar, dass es da mehr Täter gab» Von Christoph Lemmer, dpa

Am Freitag findet der 200. Verhandlungstag im Münchner NSU-Prozess statt. Wenige Tage später, am 6. Mai, jährt sich das Verfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer zum zweiten Mal. Ein Politologe und Rechtsextremismusforscher wirft den Behörden Versagen vor.

München (dpa) - Der Berliner Politologe Professor Hajo Funke begleitet den Münchner NSU-Prozess und die Untersuchungsausschüsse von Bundestag und Landtagen von Anfang an. Drei Fragen an einen der bekanntesten Kritiker der Ermittlungen und des bisherigen Verfahrens.

Frage: Herr Professor Funke, der NSU-Prozess läuft jetzt seit zwei Jahren und 200 Verhandlungstagen. Das Ende ist weiter nicht absehbar. Warum dauert dieses Verfahren so lange?

Funke: Sein Gegenstand ist eine rassistische Mordserie über einen langen Zeitraum, die von den Sicherheitsbehörden nicht aufgedeckt wurde und die trotz aller Bemühungen noch immer nicht vollständig aufgeklärt ist. Es geht also um einen der schwersten Skandale der Republik. An zentralen Tatorten ist bis heute nicht klar, wer die Täter sind, etwa in Heilbronn, wo die Polizistin Michele Kiesewetter ermordet wurde. Es ist seit langem klar, dass es da mehr Täter gab als nur das sogenannte NSU-Trio. Dennoch besteht die Generalbundesanwaltschaft zum Teil dogmatisch auf dieser These. Dies führt zu einem unvermeidlichen Konflikt mit Nebenklägeranwälten, die die Opfer vertreten. Hinzu kommt, dass der Vorsitzende Richter sich oft mit dem angeblichen Nichtwissen oder sogar Lügen vor allem von rechtsextremen Szene-Zeugen wie Tino Brandt begnügt hat und so seine Autorität unnötig schwächt.

Frage: Anfangs haben viele misstrauisch geschaut, wie das Gericht den immensen Stoff bewältigt und wie es mit den Opfern umgeht. Wie sehen Sie das heute?

Funke: Die Zweifel sind nicht verstummt, dass man angemessen mit den Opfern umgeht. Gleichwohl ist es von großer öffentlicher und rechtsstaatlicher Bedeutung, dass die Wahrheitsfindung, ja: der Kampf um die Wahrheit auf der Ebene des Gerichts stattfindet.

Frage: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse, die Sie aus dem bisherigen Prozessverlauf gewonnen haben?

Funke: Ich habe gelernt, auch aus den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, wie geradezu mafiotisch vernetzt Rechtsterroristen mit der organisierten Kriminalität waren und sind. Ebenso, dass sich Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz weigern, ihre Verantwortung an der Nichtaufdeckung der Mordserie selbst aufzuklären. Der Verfassungsschutz leistet bis heute keinen angemessenen Beitrag, die Rolle seiner Spitzel offenzulegen.

So, 2015-04-19 08:47
München (dpa)

Bundesanwaltschaft klagt Nürnberger NSU-Bombenanschlag nicht an

München (dpa) - Ein dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zugeschriebener Bombenanschlag auf ein Nürnberger Café wird vor Gericht vorerst nicht gesühnt werden. Die Bundesanwaltschaft verzichtet aus «verfahrensökonomischen Gründen» darauf, die Tat im Münchner NSU-Prozess anzuklagen. Das teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Der Anschlag ereignete sich am 23. Juni 1999 und sei den drei mutmaßlichen Mitgliedern des NSU, Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, «zugeordnet» worden, sagte die Sprecherin weiter. Aufgedeckt wurde er durch das Geständnis des als Unterstützer in München mitangeklagten Carsten S. Der Sprengsatz war in einer Taschenlampe verborgen und hatte einen Mann verletzt. 

Parallel zum NSU-Prozess führt die Bundesanwaltschaft bis heute mehrere Ermittlungsverfahren gegen neun Verdächtige, die bisher nicht angeklagt wurden. Außerdem untersucht die Behörde, ob der NSU weitere bislang unentdeckte Taten verübte. 

So, 2015-04-19 07:30
Istanbul (dpa) 

Turkish-Airlines-Chef: Europäische Flughäfen verlieren den Anschluss

Der Druck auf Luftfahrt-Drehkreuze in Europa wächst: 2017 soll der Mega-Airport in Istanbul eröffnen. Schon jetzt droht Frankfurt abgehängt zu werden, warnt der Chef von Turkish Airlines.

Istanbul (dpa) - Der geplante Mega-Flughafen in Istanbul wird nach Ansicht des Chefs von Turkish Airlines eine ernste Bedrohung für etablierte Drehkreuze wie Frankfurt werden. Schon jetzt verlören westeuropäische Flughäfen den Anschluss an die Konkurrenz in Istanbul und den Golfstaaten, sagte Temel Kotil, der auch Präsident des Verbands Europäischer Fluggesellschaften (AEA) ist, der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. «Europäische Politiker verstehen das nicht.»

Der neue Istanbuler Flughafen soll in zweieinhalb Jahren den Betrieb aufnehmen und nach den Worten Kotils besonders mit Dubai konkurrieren. Nach einer mehrjährigen Ausbauphase soll er bis zu 150 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen und damit eines der größten Drehkreuze der Welt werden. Turkish Airlines fliegt inzwischen nach eigenen Angaben mehr ausländische Ziele an als jede andere Airline. Vor wenigen Tagen nahm die Fluggesellschaft mit San Francisco ihr 223. Ziel außerhalb der Türkei ins Programm. Kotil kündigte an, das Netz werde noch weiter ausgebaut. Man setze dabei besonders auf Afrika als Wachstumsmarkt.

Das derzeitige Turkish-Airlines-Drehkreuz - der Atatürk-Flughafen in Istanbul - droht bereits in diesem Jahr, Frankfurt bei den Passagierzahlen abzuhängen. Kotil rechnet für 2015 mit 65 Millionen Reisenden - ein Anstieg von knapp 15 Prozent verglichen mit dem vergangenen Jahr (57 Millionen). Der Frankfurter Flughafen, wo die Lufthansa ihre Basis hat, hatte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 2,6 Prozent auf knapp 60 Millionen Passagiere. In diesem Jahr sollen es erneut lediglich zwei bis drei Prozent mehr werden.

Kotil sagte, damit Flughäfen und Airlines im Wettbewerb bestehen könnten, müssten «Hubs» wie Frankfurt deutlich ausgebaut und Nachtflugverbote abgeschafft werden. EU-Politiker scheuten sich aber aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen, die notwendigen Schritte zu unternehmen. «Wenn das Flughafen-Drehkreuz nicht 24 Stunden operiert, wird die Fluglinie des Drehkreuzes zum großen Verlierer. Wie soll Frankfurt mit Istanbul oder Dubai konkurrieren?»

Fraport hatte am Mittwoch mitgeteilt, noch in diesem Jahr mit dem Bau eines umstrittenen dritten Terminals in Frankfurt zu beginnen. Als Grund nannte der Betreiber, dass selbst bei den derzeitigen Zuwächsen von zwei bis drei Prozent spätestens 2021 die Kapazitätsgrenze überschritten würde. Der neue Flughafen in Istanbul - der den Atatürk Airport ersetzen soll - soll am Ende der Ausbauphasen vier Terminals und sechs Landebahnen haben. Umweltschützer hatten gegen den Neubau in einem Waldgebiet protestiert.

Kotil sagte, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen reichten für etablierte Fluggesellschaften nicht mehr aus, um zu wachsen. Ein funktionierendes «Speichennetz» - also ein Zubringernetz für einen zentralen Drehkreuzflughafen - sei essenziell. «Transit ist die einzige Möglichkeit, dass das Geschäft aufrechterhalten werden kann.» Die Lage Istanbuls am Übergang von Europa nach Asien sei für viele Umsteiger ideal.

Turkish Airlines hat die Passagierzahlen nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren fast vervierfacht (plus 367 Prozent) - und ist damit weit überdurchschnittlich gewachsen. Weltweit nahm die Zahl der Flugreisenden zwischen 2004 und 2014 laut dem Weltluftfahrtverband IATA «nur» um rund 60 Prozent zu. Im vergangenen Jahr transportierte die türkische Fluggesellschaft 54,7 Millionen Reisende, 13,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2023 peilt sie 120 Millionen Passagiere an. Die Airline wurde 2006 privatisiert. Nach wie vor sind gut 49 Prozent der Anteile in staatlicher Hand.

So, 2015-04-19 06:30
London (dpa)

Gesundheit wird im britischen Wahlkampf zum Zankapfel Von Michael Donhauser, dpa

Einst stand er Modell für die Welt: der britische NHS. Die Versorgung Kranker auf hohem Niveau, aus Steuern finanziert, frei zugänglich für alle. Die Realität in der Gegenwart ist dagegen oft erschreckend. Die Parteien streiten im Wahlkampf um eine Ikone ihrer Nation.

London (dpa) - Der Unterschied zwischen «gut» und «gut gemeint» kann groß sein. Das staatliche britische Gesundheitswesen NHS tritt dafür den Beweis an. Einst weltweit als fortschrittlichstes aller Systeme gefeiert, der gesamten Bevölkerung aus Steuermitteln eine konstante und qualitativ einwandfreie - vor allem aber weitgehend kostenlose - Versorgung bietend, ist der NHS in den vergangenen Jahren zum Spottobjekt auf der Insel verkommen.

Im Wahlkampf vor der Parlamentswahl am 7. Mai streiten sich die Parteien. Wie ist das britische Gesundheitssystem noch zu retten?  Der NHS ist nach Darstellung der Wahlforscher von der London School of Economics (LSE) inzwischen zum zweitheißesten Eisen im Wahlkampf nach der Wirtschaftslage geworden.

Wer die Wahl gewinnen will, muss eine Antwort auf die Probleme im Gesundheitswesen finden, glauben Politologen wie LSE-Professor Simon Hix. Nicht umsonst wurde es bei der jüngsten Fernsehdebatte der Parteiführer laut, als es um die Gesundheit ging. «Sie lügen!», schrie Rechtspopulist Nigel Farage den kaum weniger aufgebrachten Labour-Chef Ed Miliband an. 

Die Probleme in der Versorgung sind immens. Fast täglich berichten die britischen Zeitungen über Horrorszenarien aus Krankenhäusern. Menschen sterben in Rettungswagen, weil sie vor der Notaufnahme warten müssen; Kranke leiden, weil terminierte Behandlungen stundenlang nicht stattfinden; Termine für Standarduntersuchungen dauern Monate. International bekannt wurde der Fall eines krebskranken Jungen, dessen Eltern mit dem Kind nach Spanien flüchteten, weil in Großbritannien keine adäquate Behandlung für den Schwerkranken möglich war. 

Die Aufsichtsbehörden schlagen längst Alarm. Hausarztpraxen werden von offiziellen Prüfern als «gefährlich» eingestuft. Professor Steve Field, Chefinspekteur für Hausärzte bei der Kommission für die Qualität der Pflege (CQC), hält die Lage in 200 der 8000 Praxen in England für so brisant, dass sie das Wohl der Patienten gefährden. Fields Liste liest sich wie ein Gruselszenario: Falsche Medikamente werden verschrieben, Krebszeichen nicht rechtzeitig erkannt, deutlich zu viele Antibiotika verordnet. «Es ist nur eine vergleichsweise kleine Zahl von Praxen, aber sie können Hunderttausende Patienten gefährend», sagt Field. 

Der NHS kämpft mit immensen Strukturproblemen. «Wir haben hier in Wales weniger Ärzte als in allen anderen EU-Ländern», beklagt die Vorsitzende der walisischen Partei Plaid Cymru. In Großbritannien sterben pro Jahr 6000 Kinder im Alter unter fünf Jahren - eine Rate, die um 25 Prozent über dem Europa-Durchschnitt liegt. Hoch entwickelte Länder wie Schweden, Deutschland und vor allem Island haben deutlich günstigere Statistiken vorzuweisen. «Mit diesen Zahlen haben wir die Rote Laterne in der Tabelle Westeuropas», sagt Ingrid Wolfe vom Royal College of Paediatrics. Im vergangenen Winter mussten mehr als 78 000 Krankenwagen länger als 30 Minuten vor Krankenhäusern warten, bis ihre Patienten aufgenommen wurden, ergab eine offizielle Statistik. 

Die Probleme sind in der Politik erkannt - doch getan wird nicht allzu viel. Unter der konservativen Regierung von Premierminister David Cameron ging die Finanzierung immer weiter zurück. Im Januar kam es zur Rebellion der Krankenhäuser, von denen 80 Prozent unterfinanziert sind. Premierminister David Cameron will bis 2020 jährlich acht zusätzliche Milliarden ins System pumpen. Labour-Chef Ed Miliband, der das für leere Versprechungen hält, will einen Pflege-Fonds mit jährlich 2,5 Milliarden Pfund (rund 3,5 Milliarden Euro) auflegen.

Im Wahlkampf nimmt man es auch mit den Problemen nicht so genau. «Wenn Sie oder jemand aus Ihrer Familie krank werden, stellen wir sicher, dass Sie sich auf unseren gefeierten NHS verlassen können, der Ihnen die Hilfe zukommen lässt, die Sie brauchen», sagt Cameron und fährt fort: «Die Versorgung von Neugeborenen ist bei uns besser als überall sonst in der Welt.» Zumindest für die bevorstehende Geburt von Herzogin Kates zweitem Baby dürfte das stimmen. Sie kommt in einer Privatklinik nieder und zahlt dafür rund 12 000 Pfund (rund 16 000 Euro).  

So, 2015-04-19 06:30
Aires (dpa)

Argentinien will Jaguare retten - Auswilderung geplant Von Antonia Schäfer, dpa

In Argentinien ist der Jaguar vom Aussterben bedroht. Mit einem Auswilderungszentrum soll nun eine gänzlich neue Population entstehen. Ein Weibchen ist bereits im neuen Gehege

Buenos Aires (dpa) - Weniger als 200 Jaguare leben heute noch in Argentinien. In dem 1,3 Millionen Hektar großen Iberá-Naturpark in der Provinz Corrientes ist nach vier Baujahren nun ein Zentrum zur Rettung der drittgrößten Raubkatze der Welt entstanden. Mit ehemaligen Zootieren solle im «Centro experimental de cría de yaguaretés» (CECY) verhindert werden, dass der Jaguar in den nächsten Jahren komplett aus dem Land verschwindet, sagt Emiliano Ezcurra, Vorsitzender von Banco de Bosques, einem Hauptsponsor des Zentrums.

Mit Jaguar-Weibchen Tobuna ist kürzlich die erste Bewohnerin des Zentrums eingezogen. Sie lebte seit Jahren in einem Zoo und ist nicht mehr in der Lage, in der Wildnis zu überleben. Aber ihr Nachwuchs könnte ausgewildert werden. «Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Auswilderung von gezüchteten Jaguaren versucht wird. Da ist es auch für die Zoos ungewohnt, dass wir nach Tierspenden fragen», sagt Ignacio Jiménez Pérez, Biologe und Leiter des Auswilderungsprojekts. Es wird von staatlichen Stellen gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation The Conservation Land Trust (CLT) geführt.

Ein Jaguar-Männchen lässt noch auf sich warten: Die Tiere aus argentinischen Zoos seien für das Projekt zu alt oder aus anderen Gründen nicht geeignet, heißt es. Ein Zoo in Uruguay hat aber Interesse bekundet. Wenn alles gut geht, soll in rund zwei Jahren die Auswilderung der ersten Jungtiere starten können.

In vier 1200 Quadratmeter großen Gehegen sollen bis zu zwei Pärchen für den Nachwuchs sorgen. Den Jungtieren stehe ein rund 30 Hektar großes Gebiet auf einer abgelegenen Insel des Sumpfgebietes zur Verfügung, um ihre Jagdfähigkeiten zu perfektionieren, bis sie in die freie Wildbahn entlassen werden. «Wir hoffen mit dem Projekt, die nationalen Bestände um rund 50 Prozent zu vergrößern», so Jiménez.

«Yaguareté» - das ursprüngliche Wort für Jaguar - kommt aus dem Guaraní, der Sprache der Indigenen im Nordosten Argentiniens und in Paraguay. Die bis zu 130 Kilogramm schwere Raubkatze ist in der Kultur Argentiniens verankert, sogar Ortsnamen zeugen von ihrer ehemaligen Bedeutung für Ureinwohner und spanische Einwanderer.

Heute wüssten die Leute jedoch kaum noch von ihrer Existenz, so Jiménez. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet bis ins Zentrum des Landes und selbst bis in die Umgebung von Buenos Aires ist in den letzten Jahrzehnten um 95 Prozent auf drei voneinander getrennte Gebiete geschrumpft. Besonders in den 1980er Jahren seien viele Jaguare der Regenwald-Abholzung und der Jagd zum Opfer gefallen.

Seit 2005 arbeiten Stiftungen, Firmen und Zoos mit der Regierung von Corrientes zusammen, um im Iberá-Naturpark Lebensraum für bedrohte Tierarten zu schaffen. Bisher wurde unter anderem bereits der Ameisenbär erfolgreich im Park ausgewildert. Bald soll ihm auch der Tapir, Südamerikas größtes Säugetier, folgen.

So, 2015-04-19 05:17
Orleans (dpa)

Der teure Rechtsstreit mit BP nach «Deepwater Horizon»

New Orleans (dpa) - Wie teuer die Katastrophe auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» und die anschließende Ölpest für BP werden könnte, ist noch nicht absehbar. Fischer, Hotel- und Restaurantbesitzer, Tourismus-Unternehmen sowie Einzelpersonen haben den britischen Ölriesen verklagt. Bis Ende 2014 zahlte BP in diesen Verfahren nach eigenen Angaben bereits rund 11,6 Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Euro).

Die Strafzahlung könnte beim Konzern mit weiteren 13,7 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro) zu Buche schlagen. Nach Festlegung dieser Summe ging der Rechtsstreit im Rahmen des «Clean Water Act», dem Gesetz zur Reinhaltung des Wassers, in die entscheidende Phase. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit Kosten von 43 Milliarden Dollar - diese Zahl könnte aber noch deutlich steigen. 

BP verpflichtete sich gegenüber der Umweltbehörde EPA zwar, keine neuen Verträge mit der Regierung abzuschließen und bestehende Verträge nicht zu verlängern. Dieser 2012 erlassene Bann wurde im März 2014 jedoch aufgehoben. Damit hat BP bei der Auktion von Öl- und Gas-Leasingverträgen für den Golf von Mexiko die Möglichkeit, wieder ins Geschäft zu kommen. Die neue Vereinbarung gilt für fünf Jahre, in der BP eine Reihe von Auflagen zu Sicherheit und Unternehmensführung einhalten muss. 

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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