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Di, 2016-05-03 02:57
York (dpa) 

Blanchett zur Botschafterin des UN-Flüchtlingswerks ernannt

New York (dpa) - Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett ist zur neuen Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ernannt worden. In einer Mitteilung der Vereinten Nationen vom Montag zeigte sich Blanchett sehr stolz, diese Rolle zu übernehmen. Blanchett ist gerade erst aus Jordanien zurückgekehrt, wo sie sich über humanitäre Hilfsmaßnahmen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge informiert hatte.

Blanchett betonte: «Es hat nie eine entscheidendere Zeit geben, um an der Seite von Flüchtlingen zu stehen und Solidarität zu zeigen. Wir durchleben eine nie da gewesene Krise und die Verantwortung muss weltweit geteilt werden.»

Die Australierin hatte bereits vor ihrer Ernennung zur Sonderbotschafterin für das UN-Flüchtlingswerk gearbeitet. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, erklärte, er sei «sehr erfreut», dass Blanchett die neue Rolle übernommen habe.

Di, 2016-05-03 02:30
Calgary (dpa)

Brüllen, Fluchen und die innere Mitte: Wut-Yoga Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Plätschernde Brunnen, sanftes Glockenspiel und die Welt des Zen sind nicht jedermanns Sache. Mit einem radikalen Gegenentwurf zu eher stillen, meditativen Yoga-Kursen stößt eine Kanadierin in Calgary auf Gleichgesinnte. Teil der Übung: der kontrollierte Wutausbruch.

Calgary (dpa) - Es ist abends gegen 18 Uhr, als sich rund 20 Menschen im kanadischen Calgary in einem dunklen Raum zusammenfinden und ihre Yoga-Matten ausbreiten. Sie kommen von der Arbeit oder von Hochschulkursen, wollen ihrem Körper und Geist etwas Gutes tun. Nach ein paar Atemübungen und einem «Moment der Stille», wie Kursleiterin Lindsay Istace den Auftakt nennt, geht es los: Die Teilnehmer fangen an zu brüllen, zu schreien, zu fluchen. Dazu läuft Metal oder harter Rock. Herzlich willkommen zum «Rage Yoga» - Yoga mit gewollten Wutausbrüchen, alles im Hinterzimmer einer Kneipe in Calgary.

«Für viele Menschen kann die Atmosphäre eines traditionellen Yoga-Studios manchmal sehr einschüchternd sein», sagt die 24-jährige Istace der Deutschen-Presse Agentur. Sie denke dabei manchmal an eine Bücherei voller Kunstturner - perfekte Posen und eine einschüchternde Stille. «Der zentrierte, gelassene, friedliche Ansatz funktioniert für viele Menschen, aber er funktioniert nicht für jeden.» Denn manchmal muss man einfach schreien, um inneren Frieden zu finden.

So war es auch, nachdem Istaces Beziehung am Ende war. Frustriert und verletzt sei sie gewesen, habe häufiger geflucht als sonst - auch bei ihren Yoga-Übungen zu Hause. «Erst scheint es ein bisschen verrückt», sagt die Verrenkungskünstlerin, die auch Messer schlucken, Feuer speien und jonglieren kann. Doch laute Kraftausdrücke und Geschrei seien eine Art Reinigung von innen gewesen. Als sie ihren Freunden davon berichtete, kam die Idee: Wut-Yoga! Und im Hinterraum des Dickens Pub, das zum Bier auch Burger, Pizza und Chicken Wings serviert, werde sicher niemand an typische Yoga-Studios erinnert.

So verquer der Mix manchem Yogi erscheinen mag: In Calgary ist die Sache ein Erfolg. Seit der Premiere im Januar gibt Istace drei Kurse pro Woche, im Schnitt kommen 15 bis 20 Teilnehmer. Von Menschen, die mit 18 Jahren gerade alt genug sind, um in Kanada eine Kneipe zu betreten, bis zu Mittfünfzigern. «Einige sind noch nie bei einem Yoga-Kurs gewesen», sagt Istace - aber auch Yoga-Lehrer seien dabei.

«Zen, fließendes Wasser - der ganze Mist zieht bei mir nicht wirklich», sagt die Schmuckdesignerin Erin Crossman (35), die seit Januar mit dabei ist. Über die Jahre habe sie verschiedene Yoga-Kurse ausprobiert, aber das lockere Umfeld sei ihr einfach lieber. Und auch die Musik - Metal von System of a Down, Industrial Rock von Nine Inch Nail oder auch mal japanischer Power-Metal - sei mehr ihre Wellenlänge. «Celine Dion hören wird bei mir nicht wirken.» Auch «The Final Countdown» von Europe und «Eye of the Tiger» von Survivor waren schon im musikalischen Programm.

Um das Brüllen und Fluchen allein gehe es nicht, versichert Minaz Bhanji. Die gelegentlichen Kraftausdrücke und Schreie seien eher die Entsprechung der indischen Grußgeste Namaste beim normalen Yoga. Atem- und Körperübungen gebe es bei Istace natürlich. Nur: «Ich werde nicht beurteilt, dass ich albern aussehe, dass ich eine Pose nicht halten kann, wie gut meine Linien aussehen.» Wie bei Istace war es bei dem 47-jährigen Atemtherapeuten das Ende einer Beziehung, das ihn zum Wut-Yoga brachte. Wenigstens, sagt Bhanji, habe er nicht mehr den ganzen Tag zu Hause gesessen und Trübsal geblasen.

«Kameradschaft und Lachen» sei Kern des Kurses, sagt Istace. Die meisten vermuteten hinter dem Namen «ein paar halb besoffene, fluchende Mistkerle». Doch die Teilnehmer lachten viel - das bestätigt Bhanji - und blieben anschließend gern mal für ein Bier. Gegen betrunkene Yoga-Schüler habe Istace nichts, der Kneipentresen liegt immerhin nur ein paar Schritte entfernt. Auf ihrer Website zeigt sich Istace in Yoga-Pose - mit einer Flasche Bier in der Hand.

Di, 2016-05-03 01:30
Wellington (dpa)

Kampf um letzte Rastplätze für Marathonflieger unter den Zugvögeln Von Cheryl Norrie, dpa

Pfuhlschnepfen sind die Distanz-Weltmeister unter den Zugvögeln: Sie fliegen 30 000 Kilometer im Jahr. Aber sie sind bedroht, die Zahlen sinken, weil ihre benötigten Rastplätze in China in Gefahr sind.

Wellington (dpa) - Pfuhlschnepfen sind wahre Meisterflieger. Wenn die Zugvögel von Alaska zum Überwintern nach Neuseeland starten, fliegen sie 11 500 Kilometer nonstop, acht Tage und acht Nächte durch. Rund 90 000 kommen jeden September meist ziemlich fertig an den Küsten an, sagt Keith Woodley. Er leitet das Pukorokoro Miranda Shorebird Centre bei Miranda auf der Nordinsel. Jedes Jahr seien es weniger, sagt er kurz vor dem Welttag der Zugvögel am 10. Mai. Er kämpft um die Flugweltmeister, von denen einige auch im mitteleuropäischen Wattenmeer überwintern.

Die bis zu 40 Zentimeter großen Vögel mit dem langen Schnabel haben für Neuseeländer eine besondere Bedeutung: Nach Überlieferung der Maori-Ureinwohner kamen ihre Vorfahren von anderen pazifischen Inseln nur nach Neuseeland, weil sie dem Flug der Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica) folgten.

Woodley beobachtet die leuchtend rostroten Männchen und die etwas blasseren Weibchen, wenn sie in Miranda ein beispielloses Fress- und Fitnessprogramm absolvieren. Ein Weibchen verdoppelt ihr Gewicht auf 660 Gramm, sagt er. «Dann müssen sie ihre Beinmuskulatur trainieren, um nicht umzufallen, und ihre Flugmuskulatur, um mit diesem Gewicht überhaupt abheben zu können. Beim Menschen entspräche das einer Fressorgie bis zur Fettleibigkeit und einen anschließenden doppelten Marathon - uns würde das umbringen», sagt Woodley.

Um gut genährt wieder im teils noch winterlichen Alaska zur Brutsaison anzukommen, fliegen die Tiere Woodley zufolge auf dem Rückweg ein bisschen auf Sparflamme: mit Rast im Watt an der chinesischen Küste, um aufzutanken. Anders als Seevögel können sie auf Wasser nicht landen, sie brauchen das Watt. Und das schwindet, wie Woodley bei zahlreichen Reisen mit Schrecken festgestellt hat. An der Küste werden Wattstreifen trocken gelegt, die Behörden wollen Land gewinnen, um die Industrialisierung voranzutreiben. Dort sei ein Drittel der Rastplätze für die Pfuhlschnepfen seit den 80er Jahren verschwunden, berichtet das neuseeländische Umweltministerium.

Für die Pfuhlschnepfen sei das fatal. «Wir gehen davon aus, dass der Verlust dieser Rastplätze der Hauptgrund dafür ist, dass die Population schrumpft.» 2015 setzte die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Vögel auf die Liste der bedrohten Tiere, wie auch den kleineren Knuttstrandläufer (Calidris canutus), auch aus der Familie der Schnepfenvögel, der im Winter aus Sibirien nach Neuseeland kommt.

Woodley hat im März endlich einen entscheidenden Durchbruch geschafft: nach jahrelangem Einsatz unterzeichnete das neuseeländische Umweltschutzministerium mit der chinesischen Forstbehörde ein Abkommen über den Schutz von zumindest zwei Rastplätzen: das Yalu Jiang-Naturreservat in Liaoning im Nordosten Chinas, und das Watt von Bohai Bay bei Luannan in der Provinz Hebei. In dem Reservat pausieren rund 70 Prozent der Pfuhlschnepfen aus Neuseeland, in Hebei machen 60 Prozent der Knuttstrandläufer Rast.

«Problem ist, dass zum einen jedes Land nur auf sein eigenes Territorium schaut, und das zum anderen die Stationen eines solchen Flugkorridors ja nicht das ganze Jahr genutzt werden», sagt Bruce McKinlay vom Umweltschutzministerium. «Die Pfuhlschnepfen können aber nur überleben, wenn alle drei Lebensräume in Alaska, China und Neuseeland intakt sind», sagt Woodley.

An der Intelligenz der Vögel dürfte es nicht scheitern: In der Fachzeitschrift «Scientific Reports» schrieben Wissenschaftler gerade, dass Zugvögel mit längeren Reiserouten womöglich cleverer seien als andere. Sie hatten bei Zugvögeln in Afrika in den Gehirnregionen, die Navigation und räumliche Orientierung steuern, mehr neue Neuronen nachgewiesen als bei Vögeln mit kürzeren Flugrouten

Nach Angaben von McKinlay gibt es inzwischen weltweit neun länderübergreifende Partnerschaften, um Informationen auszutauschen und die Routen von Zugvögeln gemeinschaftlich zu schützen. Pukorokoro Miranda gehört zur Ostasien-Australasien-Zugweg-Partnerschaft.

Ornithologen warten mit Spannung auf das Projekt Icarus, um die Bewegung von Zugvögeln und anderen Kleintieren künftig per Satellit verfolgen zu können. Es soll 2017 an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) startklar sein. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie organisiert dafür die Entwicklung eines federleichten Funkchips.

Woodley will die Pfuhlschnepfen und Knuttstrandläufer auf den chinesischen Rastplätzen weiter beobachten und zählen. Und er hofft für einen Einsatz in Nordkorea auf Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung. Die eigentlich auf politische Bildung spezialisierte CSU-nahe Stiftung fördert durch ihr Büro in Südkorea auch den grenzüberschreitenden Naturschutz.

Di, 2016-05-03 01:29
Bützow (dpa)

Ein Jahr nach dem Tornado von Bützow Von Hannes Stepputat, dpa

In wenigen Minuten richtet vor einem Jahr ein Tornado in Mecklenburg-Vorpommern Schäden in Millionenhöhe an. Noch immer gibt es viel zu tun.

Bützow (dpa) - Ein Jahr nach dem Tornado vom 5. Mai 2015 mit Millionenschäden sind in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Gebäude wieder hergerichtet. Auffallend viele Dachziegel glänzen neu. Wo noch Baugerüste stehen, werden hauptsächlich Fassadenarbeiten erledigt, sagt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos).

Auf etwa 40 Millionen Euro schätzt er die Gebäudeschäden, die der Wirbelsturm innerhalb weniger Minuten anrichtete. Das meiste sei von Versicherungen abgedeckt worden, sagt er: «Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert. Die waren meist kulant.»

Ist in Bützow also wieder alles wie vor dem Tornado? Nicht ganz. Während die Schäden an den meisten Häusern zügig repariert werden konnten, ist der vernichtete Baumbestand kaum zu ersetzen.

Insbesondere der Rosengarten sei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärt Grüschow. Die Sanierungsarbeiten sollen spätestens 2017 beginnen. Dazu startete die Stadt einen Ideenwettbewerb, der im vergangenen Monat abgeschlossen worden sei, erzählt er.

Geplant sei der Wettbewerb ohnehin gewesen, doch nach dem Sturm habe man das Planungsgebiet ausgeweitet. Der Bürgermeister schätzt, dass der Tornado Hunderte Bäume entwurzelte oder umknickte.

Gemeindewehrführer Holger Gadinger meint gar: «Tausende Bäume sind kaputt.» Dies sei gar nicht wieder gut zu machen: «Wie lange wächst so ein Baum? 150, 200 Jahre?»

Ein Ladeninhaber aus der Bützower Altstadt berichtet: «Windanfällig sind wir geworden. Wenn es jetzt ein wenig stürmischer ist, haben wir hier in der Stadt ganz andere Windstärken.» Der Schutz der Bäume fehle. Seine Kosten seien alle von der Versicherung reguliert worden. Andere hätten aber nicht so viel Glück gehabt, erzählt er. Sie würden sich heute noch mit Versicherungen streiten.

Geholfen haben den Bützowern aber nicht nur Versicherungen, sondern auch viele Einzelpersonen, Vereine und Firmen, erzählt Bürgermeister Grüschow. 400 000 Euro hätten sie gespendet. Hinzu kommen 210 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, um etwa die Stiftskirche wieder herzurichten.

Im Rahmen eines Soforthilfeprogramms stellte die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern direkt nach dem Sturm eine Million Euro zur Verfügung. Etwas über die Hälfte sei für Verdienstausfälle der ehrenamtlichen Helfer ausgegeben worden, sagt Christian Grüschow.

Die restliche Summe dürfe nun mit Zustimmung der Landesregierung für die Sanierung städtischer Gebäude genutzt werden. Bei diesen laufe noch die Schadensermittlung, er schätzt die Summe auf etwa 3,5 Millionen Euro. Die Grundschule, das Rathaus - alles hat bei dem Unwetter etwas abbekommen.

Den viel gelobten Zusammenhalt der Bützower nach dem Sturm sieht Grüschow heute nicht mehr so stark. Kurz nach dem Tornado sei der Zusammenhalt «stark spürbar» gewesen. Mit der Zeit aber habe sich der Effekt leider abgeschwächt.

Di, 2016-05-03 01:30
Coburg (dpa)

Christbaum für die Queen - wie die weihnachtliche Werbemaschine läuft Von Sophie Rohrmeier, dpa

Queen Elizabeth II. ist recht eng verwandt mit einer Familie in Franken. Viel wissen wollte sie bisher nicht davon. Das soll nun ein Christbaum ändern - ein Symbol, das sich schon öfter als gutes Werbemittel erwiesen hat.

Coburg (dpa) - Ein Tannenbaum für die Queen, und zwar aus Deutschland: vom Herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Die britischen Royals wollten von dort lange nicht so viel hören, obwohl die Häuser eng verwandt sind. Jetzt aber scheint der Stadt Coburg ein Werbecoup gelungen zu sein: Die Queen lässt zaghafte - und öffentlichkeitswirksame - Bande zu, zumindest zum Fest der Familie. Eine Weihnachtsgeschichte - im Frühling.

«Sehr aufregend» findet der Buckingham Palace das Angebot der Stadt Coburg: einen Christbaum aus dem Bestand von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha geschenkt zu bekommen. Die Queen, so schreibt ihr «Master of the Household», Tony Johnstone-Burt, im April, freut sich - und will den Baum vor dem Palast in London aufstellen. Coburg rührt nun heftig die Werbetrommel für den Coup. Christbäume - vor allem in Verbindung mit Royals, dem Papst oder der Kanzlerin - funktionieren wunderbar als Werbeträger.

Wie die Bäume von Thomas Emslander, Chef der Bayerischen Christbaumanbauer, der schon zweimal das Kanzleramt bestückte. «Und jedes Mal war das eine Mediensache», sagt er, der die Bäume spendete. «Da braucht man kein Geld dafür bekommen. Der Werbeeffekt ist groß genug.»

Ein Baum steht für Nachhaltigkeit, ein Weihnachtsbaum für Zusammenhalt. «Ein Christbaum ist etwas völlig Harmloses», sagt PR-Expertin Gisela Goblirsch. Zugleich aber ist er ein Symbol «für den Export unserer Kultur woanders hin».

Eine so positive Antwort aus London habe man jedenfalls nicht erwartet, sagt Coburgs Sprecher Michael Selzer. Erhofft aber natürlich schon. «Klar, das hat mit Stadtmarketing zu tun», sagt er. «Wir wollten wieder mal die Verbundenheit dokumentieren.» Bisher hatte Coburg damit wenig Erfolg.

Der Ur-Ur-Großvater von Queen Elizabeth II. war Prinz Albert, Ehemann von Queen Victoria - und aus dem kleinen fränkischen Herzogshaus Sachsen-Coburg und Gotha. Bis 1917 trug das britische Königshaus diesen deutschen Namen, dann wurde es im Ersten Weltkrieg unter König Georg V. in Windsor umbenannt. Elizabeth wurde neun Jahre später geboren - zeigte aber wenig Interesse an ihren deutschen Wurzeln.

Denn manche ihrer Vorfahren hatten zu der Verwandtschaft in Deutschland durchaus enge Bande unterhalten. Zumindest ihre beiden Onkel Edward VIII. und der Herzog von Kent hatten nachweislich mit Gesandten der Nationalsozialisten getuschelt. Experten fanden heraus, dass zwischen London und Berlin über deutsche Verwandtschaft der Royals dubiose Kontakte liefen.

Coburg erregte immer wieder mit einer etwas holprigen Aufarbeitung des Nationalsozialismus Aufsehen. Es war die erste deutsche Stadt gewesen, in der die NSDAP eine absolute Stadtratsmehrheit erlangte und die Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verlieh. Als die Kommune jüngst dem Unternehmer Max Brose (1884-1968) eine Straße widmete, fachte das eine alte Debatte um die braune Vergangenheit neu an - die Rolle Broses in der NS-Zeit ist umstritten.

Gerade diese Stadt also konnte bisher kaum zehren von der prominenten Verwandtschaft in Großbritannien. Bis zum vergangenen Weihnachten. Da sah die Stadt ihre Chance gekommen. «Dass ein Baum zu Weihnachten so beliebt ist, das liegt auch an meinen Ur-Ur-Großeltern, Königin Victoria und Prinz Albert», hatte Elizabeth in ihrer Weihnachtsansprache im Dezember gesagt. Der Deutsche hatte diesen Brauch im Insel-Königreich bekannt gemacht.

Das kommt auch in der Marketingabteilung der Stadt Coburg an: übersetzt von einer Sprachschule, handgeschrieben auf Büttenpapier geht ein Brief an die Queen. Ein bis zu 13 Meter hoher Baum soll es sein, aus «demselben Wald, in dem Prinz Albert jenen ersten Baum fand». Jener Baum, drum herum die Königliche Familie, zu sehen auf einer Zeichnung aus dem Stadtarchiv. Sie lag dem Brief bei.

Nun scheint sich der Buckingham Palace - wenn auch etwas vage - auf das Gemeinsame einzulassen. «Die Geschichte, über die Ihre Stadt mit unserer Königlichen Familie verbunden ist, inspiriert», schreibt Johnstone-Burt in seiner Antwort vom 14. April an die Stadt Coburg.

Ein Zeichen dafür, dass die Queen der langen - nun ja - Zurückhaltung gegenüber dem Coburger Herzogshaus ein Ende setzt? Diese Nachfrage kommentiert der Buckingham-Palast nicht. Man habe dem Schreiben nichts hinzuzufügen. Auch Hubertus Erbprinz von Coburg, der den Baum spendet, möchte lieber nicht zu viel hineinlesen in die Reaktion der Queen. «Es ist ein Unterschied, ob sie auf ein Angebot der Stadt Coburg reagiert oder auf ein privates Geschenk», sagt er. Und die Aktion sei nun einmal von der Stadt ausgegangen. Trotzdem, Hubertus Coburg freut sich: «über den Fokus, der jetzt auf Christbäume aus dem Forst Callenberg gelegt wird». Er verkauft die Bäume nämlich auch.

Ob sich die Royals über die Werbung freuen? «Das kann auch nach hinten losgehen», meint die Medienwissenschaftlerin Ulrike Posch. Sollte sich die Königsfamilie unter Druck gesetzt fühlen durch die Werbestrategie, könnte sie sich erst recht zurückhalten. «Die Royals werden das nicht unbedingt mit sich machen lassen.»

Mo, 2016-05-02 21:24
York (dpa)

Ban drängt USA und Russland zu Zusammenarbeit bei Syrien-Gesprächen

New York (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die USA und Russland zu einer verstärkten Zusammenarbeit beim Ringen um ein Ende der Kämpfe in Syrien gedrängt. Beide Staaten müssten ihre Bemühungen verdoppeln, um die Einhaltung der Waffenruhe durchzusetzen, sagte Ban am Montag in New York. Er sei «zutiefst besorgt» über die erneut eskalierenden Kämpfe in dem Bürgerkriegsland. «Der Kollaps der Waffenruhe wird nur noch mehr Gewalt, Tod und Zerstörung mit sich bringen und die Bemühungen um eine ausgehandelte Lösung für diesen brutalen Krieg weiter abschwächen.»

US-Außenminister John Kerry hatte vor einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gefordert, Moskau solle Druck auf die syrische Regierung ausüben, damit sie alle Luftangriffe auf die Rebellengebiete in der Großstadt Aleppo einstellt.

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Mo, 2016-05-02 20:35
Berlin (dpa)

Bisheriger Generalkonsul in Afghanistan wird neuer BND-Vizepräsident

Berlin (dpa) - Der Diplomat Ole Diehl wird neuer Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der bisherige deutsche Generalkonsul in der afghanischen Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif folgt auf Michael Klor-Berchtold, der im Sommer vorzeitig in den Auswärtigen Dienst zurückkehren wird. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Sicherheitskreisen. Details zu dem Wechsel wurden zunächst nicht bekannt.

Diehl war in seiner Laufbahn Referent für Außenpolitik und Menschenrechte in der damaligen FDP-Fraktion und Leiter der außenpolitischen Abteilung im Bundespräsidialamt.

Der wie Diehl aus dem Auswärtigen Amt kommende Klor-Berchtold habe sich nicht ausreichend mit der Aufgabe identifiziert, die schwierigen Strukturen beim BND neu aufzustellen, hatte es zur Begründung des Wechsels in Sicherheitskreisen geheißen. Er sei nie wirklich im BND angekommen.

Der seit 2014 amtierende Klor-Berchtold wechselt nach zwei statt wie üblich drei Jahren zurück in den Bereich des Außenministeriums. Der frühere Leiter des Krisenstabs der Bundesregierung soll nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» neuer Botschafter im Iran werden.

Mit der Abberufung von BND-Präsident Gerhard Schindler habe die Personalie nichts zu tun, wurde erklärt. Schindler wird zum 1. Juli durch den Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium, Bruno Kahl, ersetzt.

Mo, 2016-05-02 20:57
Kairo (dpa)

Razzia in Journalistenverband in Kairo - Zwei Reporter festgenommen

Unter dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi werden Bürgerrechte zunehmend eingeschränkt. Vergangene Woche unterdrückt die Polizei Proteste - nun steigen die Spannungen zwischen Journalisten und dem Staat.

Kairo (dpa) - Die ägyptische Polizei ist nach Angaben des Journalistenverbands in deren Gebäude in Kairo eingedrungen und hat zwei Reporter festgenommen. Die Razzia sei ein «eklatanter Angriff auf die Würde von Journalisten», teilte der Verband am Montag mit. Es sei der erste Vorfall dieser Art seit Gründung der Organisation vor 75 Jahren. Der Verband forderte den Rücktritt des ägyptischen Innenministers Magdi Abdel Ghaffar. Die Journalisten sollen nach dem Willen der Justizbehörden wegen der noch anhängigen Ermittlungen für 15 Tage inhaftiert bleiben, wie die Webite Al-Ahram Online meldete.

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sprach in Brüssel von einer «besorgniserregenden Entwicklung». Versammlungs- und Pressefreiheit seien unverzichtbar für die Demokratie. Diejenigen, die festgenommen worden seien, weil sie ihre Meinung geäußert hätten, müssten freigelassen werden.

Das Innenministerium bestritt die Vorwürfe. Die zwei Journalisten Amr Badr und Mahmud al-Saka hätten sich friedlich gestellt, nachdem acht Polizisten das Gebäude betreten hätten, hieß es in einer Erklärung. Die regierungsnahe Nachrichtenseite Al-Ahram Online berichtete, die zwei Reporter hätten eine Sitzblockade in dem Gebäude des Verbandes begonnen, um gegen Haftbefehle gegen sie zu protestieren.

Ägyptische Medien berichteten am Montag, die Straßen rund um das Gebäude des Journalistenverbandes in Kairo seien von der Polizei abgesperrt worden. Journalisten protestierten demnach vor dem Gebäude gegen die Verhaftung von Amr Badr und Mahmud al-Saka.

Den beiden Reportern wird vorgeworfen, illegale Proteste angezettelt und die nationale Sicherheit bedroht zu haben. Dem Journalistenverband zufolge stehen die Anschuldigungen in Verbindung mit Protesten in der vergangenen Woche, bei denen etliche Journalisten und Demonstranten festgenommen worden waren. Die Demonstrationen richteten sich gegen die Pläne von Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi, zwei Inseln unter ägyptischer Verwaltung im Roten Meer an Saudi-Arabien zu übergeben.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden bei den Protesten 238 Menschen festgenommen. Darunter waren nach Angaben des Journalistenverbands 44 Reporter; zwei von ihnen seien noch immer in Gewahrsam. Wegen der Übergabe der beiden Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien war es bereits Mitte April zu einem der größten Proteste seit Jahren gekommen.

Mo, 2016-05-02 20:14
Gao (dpa)

Afrikas Afghanistan? - Steinmeier und Ayrault in Mali Von Christoph Sator, dpa

Manche sehen im westafrikanischen Krisenstaat Mali schon ein neues Afghanistan. Trotzdem wird der Bundeswehr-Einsatz gerade wieder ausgeweitet. Vor Ort will Steinmeier von den Hindukusch-Vergleichen nichts wissen.

Gao (dpa) - Die Sonne brennt. 52 Grad. Nicht einmal ein Hauch von Wind. Willkommen in Gao, im Norden von Mali, dem neuesten Einsatzort der Bundeswehr. Einem der gefährlicheren Art. Es ist noch gar nicht so lange her, dass dies die Hauptstadt eines islamistischen Rebellenstaates war. Jetzt sind hier 300 deutsche Soldaten im Einsatz, zusammen mit Militärs aus mehr als einem Dutzend anderer Nationen.

Deshalb ist hier am Montag Frank-Walter Steinmeier zu Besuch, zusammen mit Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. Im «Camp Barkhane», dem französischen Lager, bekommen die beiden sofort einen Eindruck davon, wie gefährlich das hier sein kann. Der erste Weg führt sie zum Ehrenmal für die gefallenen französischen Soldaten. Drei Namen sind ganz neu. Dahinter ein Datum: 12. April 2016.

An jenem Tag waren die drei Franzosen in eine Sprengfalle gerast, die von Rebellen aufgebaut worden war. Einer war auf der Stelle tot, zwei starben wenig später. Zu ziemlich schiefen Tönen einer malischen Militärkapelle legen die Minister ihre Kränze nieder. Die Deutschen haben in drei Jahren Mali-Einsatz bislang keine Todesopfer zu beklagen. Aber je weiter sie in den Norden vorrücken, desto gefährlicher wird es.

Mali - ein 16-Millionen-Einwohner-Staat im Westen des afrikanischen Kontinents - gehört zu den Ländern, die der Staatengemeinschaft derzeit besonders große Sorgen machen. Die Zentralregierung in Bamako wird durch separatistische und islamistische Milizen bedroht. Deren Vormarsch im Norden wurde 2013 nur durch einen Militäreinsatz unter Frankreichs Führung verhindert. Sonst wäre, wie Ayrault sagt, heute wohl ganz Mali «unter Kontrolle der Terroristen».

Immer noch sind etwa 270 000 Menschen aus dem ehemaligen Französisch-Sudan auf der Flucht. Zur «Stabilisierung» sind mehr als 12 000 ausländische Soldaten im Land. Die UN-Friedensmission im Norden gilt derzeit als weltweit gefährlichster Blauhelm-Einsatz. Bislang gab es aufseiten der UN schon 86 Tote. Raketenangriffe, Selbstmordattentate und Sprengfallen - alles keine Seltenheit. Manche vergleichen Mali deshalb schon mit Afghanistan.

Trotzdem wird der Einsatz der Bundeswehr gerade noch einmal ausgeweitet. Bis Juli wird die Personalstärke im deutschen Camp neben den Franzosen, dem «Camp Castor», auf etwa 400 aufgestockt. Maximal zulässig sind 650. Auch «Camp Castor» wurde schon beschossen. Die Raketen verfehlten allerdings ihr Ziel. Jetzt wird auch der Ausbildungseinsatz für Malis Armee bis in den Norden ausgedehnt. Der Bundestag wird Mitte Mai endgültig zustimmen.

Von den Afghanistan-Vergleichen will die Bundesregierung aber nichts wissen. Steinmeier sagt: «Es gibt Vergleiche, die allesamt nicht tragen: Die einen sagen, die Deutschen tun nicht genug. Die anderen, das sei ein Einsatz wie Afghanistan. Beides ist unrichtig. Wir haben sehr wohl abgewogen.» So ähnlich hatte sich auch schon Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geäußert, als sie im vergangenen Monat in Mali war. Dass es gefährlich ist, bestreiten beide nicht.

Offizieller Auftrag der Bundeswehr: das ausgehandelte Friedensabkommen zwischen Regierung und Rebellen sichern, die Armee ausbilden, rund ums UN-Camp für Sicherheit sorgen. Dazu werden gerade auch Drohnen nach Gao verlegt. Ein neuer Kampfeinsatz soll aber keinesfalls daraus werden. Die offensive Bekämpfung der Terroristen überlässt man den Franzosen, die dafür 3500 Soldaten in der Sahelzone stationiert haben.

Steinmeier und Ayrault mahnten in Mali aber auch immer wieder, neben den militärischen Dingen keinesfalls die politischen Bemühungen um eine Aussöhnung zu vergessen. Das Friedensabkommen wird nicht nur von Milizen torpediert. Auch die Regierung und gemäßigte Rebellentruppen lassen es an gutem Willen fehlen. Die verabredeten gemeinsamen Patrouillen, die geplante Dezentralisierung, der Kampf gegen Korruption - vieles stockt.

Das deutsch-französische Ministerduo warnte deshalb immer wieder davor, sich allein auf die Europäer zu verlassen. Nach einem Gespräch mit Präsident Boubacar Keita, der keinesfalls als großer Reformer gilt, sagte Steinmeier: «Wir sind bereit, diesen Weg nach Kräften zu unterstützen. Das heißt aber auch, dass der Schlüssel für Malis Zukunft hier in Mali selbst liegt.»

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-02 20:02
Washington (dpa)

Weißes Haus über TTIP-Leak «nicht beunruhigt»

Washington (dpa) - Das Weiße Haus kommentiert die Veröffentlichung bisher geheimer Details zu den TTIP-Verhandlungen demonstrativ gelassen. Man sei darüber «nicht beunruhigt», sagte US-Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest am Montag in Washington. Er glaube nicht, dass die Details einen «materiellen Einfluss» auf das Abkommen hätten. «Wir konzentrieren uns darauf, die Verhandlungen bis zum Jahresende abzuschließen», sagte Earnest. Zum Wahrheitsgehalt der von Greenpeace veröffentlichten Dokumente wollte sich Earnest nicht äußern. Er sagte, Obama wolle ein Abkommen schließen, das strenge Standards absichere.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte bislang unter Verschluss gehaltene TTIP-Dokumente ins Internet gestellt und den USA vorgeworfen, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards aushöhlen zu wollen.

Mo, 2016-05-02 20:18
Gao (dpa)

Steinmeier würdigt Bundeswehr-Einsatz in Mali

Gao (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Bundeswehr-Einsatz im westafrikanischen Krisenstaat Mali als Beitrag zur Stabilisierung des Landes gewürdigt. Bei einem Besuch im deutschen Feldlager «Camp Castor» in der Nähe der nordmalischen Stadt Gao sagte Steinmeier am Montag: «Wir haben die Hoffnung, dass es gelingt, Mali wieder zu einem stabilen und funktionierenden Staat zu machen.» Dies sei auch wichtig für die gesamte Nachbarschaft.

Die Bundeswehr ist im Rahmen einer UN-Friedensmission mit derzeit etwa 300 Soldaten im Norden des Landes im Einsatz. Bis Juli soll die Zahl der Soldaten auf 400 aufgestockt werden. Zudem soll die Bundeswehr auch ihren Ausbildungseinsatz für Malis Armee ausweiten. Darüber entscheidet der Bundestag Mitte Mai. Insgesamt sind derzeit mehr als 12 000 ausländische Soldaten in dem westafrikanischen Land.

Mo, 2016-05-02 20:48
Frankfurt/Main (dpa)

Merkel sichert Asien Unterstützung bei Klimaschutz zu

Frankfurt/Main (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den asiatischen Staaten Unterstützung im Kampf gegen Klimawandel und Armut zugesichert. Deutschland stehe bereit, sagte die CDU-Politikerin am Montag auf der 49. Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) in Frankfurt. Die Erfahrung zeige, dass sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum miteinander vereinbaren ließen. Im 21. Jahrhundert müsse das Wachstum ökologisch und sozial nachhaltig sein, mahnte die Kanzlerin.

Deutschland ist erstmals Gastgeber der viertägigen Veranstaltung mit bis zu 4000 Teilnehmern aus Asien, Europa, den USA und Kanada. Im Mittelpunkt steht die Wirtschafts- und Finanzkooperation zwischen Asien und Europa. Es geht unter anderem um erneuerbare Energien, Klimawandel und berufliche Bildung. Deutschland ist Gründungsmitglied der ADB mit insgesamt 67 Mitgliedsstaaten. Ziel der Entwicklungsbank ist es, die Armut in Asien und im Pazifikraum zu bekämpfen.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-02 20:32
Berlin (dpa)

Bundesregierung hält trotz Greenpeace-Enthüllungen an TTIP fest

Bislang fand das Gezerre um TTIP in den Hinterzimmern statt. Nun holt eine Nichtregierungsorganisation die geheimen Papiere ans Licht und setzt Berlin, Brüssel und Washington unter Zugzwang. Wird Europa von den USA über den Tisch gezogen?

Berlin (dpa) - Auch nach der Aufdeckung bislang geheimer US-Forderungen stellt die Bundesregierung das umstrittene Handelsabkommen TTIP nicht infrage. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Montag, die Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington sollten so zügig wie möglich abgeschlossen werden. Zuvor hatte Greenpeace bislang unter Verschluss gehaltene TTIP-Dokumente ins Internet gestellt und den USA vorgeworfen, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutzstandards aushöhlen zu wollen.

Berlin und Brüssel wiesen die Vorwürfe zurück, die US-Regierung sprach von irreführenden Interpretationen. Aus der SPD wurden Forderungen laut, Wirtschaftsminister und Parteichef Sigmar Gabriel solle TTIP platzen lassen. CSU-Chef Horst Seehofer drohte mit einem Veto gegen das Abkommen, wenn es nicht vollständige Transparenz gibt.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über eine «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle und andere Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten EU und USA mit 800 Millionen Verbrauchern stärker floriert. Europaweit gibt es massive Proteste gegen das Mega-Abkommen, besonders stark ist der Widerstand in Deutschland.

Den Umweltschützern waren insgesamt 240 Seiten TTIP-Material zugespielt worden. «Bei den Verhandlungen soll hinter verschlossenen Türen ein mächtiger Rammbock gezimmert werden, der auch den fest verankerten Schutz für Umwelt und Verbraucher wieder aus dem Weg räumen kann», sagte Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch.

Laut «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR, die gemeinsam mit Greenpeace die Unterlagen auswerteten, geht daraus hervor, dass die US-Regierung Europa bei den Verhandlungen deutlich stärker unter Druck setzt als bekannt. So würden Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie blockiert, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Außerdem verweigere sich Washington Europas Wunsch, umstrittene private Schiedsgerichte für Konzernklagen durch öffentliche Gerichte zu ersetzen.

Verbraucherschützer fürchten, dass die USA auch strenge EU-Vorgaben etwa bei der Gentechnik oder vorsorgliche Verbote riskanter Produkte aushebeln wollen. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) betonte, dies werde nicht passieren: «Wir haben sensible Bereiche, und dazu gehört die Lebensmittelsicherheit bei uns, die für uns in diesem Sinne nicht verhandelbar ist», sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Nach Angaben der zuständigen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström wird das Schutzniveau für Verbraucher, Lebensmittel oder Umwelt in Europa nicht sinken. Die Schwedin verhandelt im Namen der 28 EU-Staaten federführend mit Washington. Ihre rechte Hand, der spanische TTIP-Unterhändler Ignacio Garcia Bercero, kritisierte die Veröffentlichung der Papiere: «Das ist nicht gut für das Vertrauen im Verhandlungsprozess.» Die Grünen sehen das ganz anders. «Es ist bitter, dass wieder einmal erst Whistleblower für mehr Transparenz sorgen mussten», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der dpa.

Der Handelsbeauftragte von US-Präsident Barack Obama, Michael Froman, mahnte eine sachliche Debatte an. Die Interpretation der Texte aus den angeblichen «TTIP Leaks» sei «bestenfalls irreführend, im schlimmsten Fall aber schlichtweg falsch», sagte ein Sprecher Fromans der dpa. Mit Blick auf die weiteren Verhandlungen erklärte er: «Wir freuen uns auf eine faktenbasierte Diskussion darüber, was mit TTIP erreicht werden soll und was nicht.»

Demonstrativ unbeeindruckt von den Enthüllungen teilte das Weiße Haus mit, man sei darüber «nicht beunruhigt». Ein «materieller Einfluss» auf das Abkommen sei nicht zu erwarten, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest. «Wir konzentrieren uns darauf, die Verhandlungen bis zum Jahresende abzuschließen.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Obama wollen bis zum Jahresende zumindest TTIP-Eckpunkte festlegen, bevor der US-Präsident das Weiße Haus verlässt. Merkels Sprecher Seibert erklärte, das Abkommen sei eine große Chance, die Globalisierung zu gestalten. Die Exportnation Deutschland sei wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf einen freien Welthandel angewiesen. Mit Blick auf die in den «TTIP Leaks» dokumentierten US-Forderungen betonte Seibert: «Verhandlungspositionen sind keine Verhandlungsergebnisse.»

Mo, 2016-05-02 20:05
Niamey (dpa)

Steinmeier wegen Flüchtlingskrise im Niger

Niamey (dpa) - Mit einem Besuch im Niger geht am Dienstag eine gemeinsame Westafrika-Reise von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault zu Ende. Die ehemalige französische Kolonie gilt als eines der wichtigsten Transitländer von afrikanischen Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa.

Nach offiziellen Schätzungen der Regierung werden in diesem Jahr mindestens 120 000 Menschen versuchen, über den Niger in Richtung Mittelmeer zu kommen. Im vergangenen Jahr waren es schon mehr als 100 000. Zudem halten sich nach UN-Zahlen mindestens 330 000 Flüchtlinge permanent in dem Land auf. Die beiden Minister wollen in der Hauptstadt Niamey auch ein Pilotprojekt besuchen, das über die Gefahren der Flucht durch die Sahara informiert.

Zuvor hatten Steinmeier und Ayrault zusammen das Nachbarland Mali besucht. Dort ging es neben der Flüchtlingskrise auch um den Kampf gegen islamistische und separatistische Terrormilizen.

Mo, 2016-05-02 20:27
Gao (dpa)

Steinmeier und Ayrault fordern von Mali mehr eigene Anstrengungen

Deutsch-französischer Ministerbesuch in Mali: Steinmeier und Ayrault fordern von der Regierung des Krisenstaats, mehr für den Frieden mehr zu tun. Dann gibt es noch einen Abstecher in den gefährlichen Norden.

Gao (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Bundeswehr-Einsatz im westafrikanischen Krisenstaat Mali als Beitrag zur Stabilisierung des Landes gewürdigt. Bei einem Besuch im deutschen Feldlager «Camp Castor» in der Nähe der nordmalischen Stadt Gao sagte Steinmeier am Montag: «Wir haben die Hoffnung, dass es gelingt, Mali wieder zu einem stabilen und funktionierenden Staat zu machen.» Dies sei auch wichtig für die gesamte Nachbarschaft.

Die Bundeswehr ist im Rahmen einer UN-Friedensmission im Norden des Landes mit derzeit etwa 300 Soldaten im Norden im Einsatz. Bis Juli soll die Zahl auf 400 aufgestockt werden. Zudem soll die Bundeswehr auch ihren Ausbildungseinsatz für Malis Armee ausweiten. Darüber entscheidet der Bundestag Mitte Mai. Insgesamt sind derzeit mehr als 12 000 ausländische Soldaten im Land.

Steinmeier und Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault halten sich bis Dienstag zu einem gemeinsamen Besuch in Westafrika auf. Nach Gesprächen mit Malis politischer Führung in der Hauptstadt Bamako forderten beide, das ausgehandelte Friedensabkommen zwischen Zentralregierung und Rebellengruppen nun auch komplett umzusetzen. Befürchtet wird, dass ansonsten noch mehr Flüchtlinge aus Afrika nach Europa kommen.

Steinmeier und Ayrault versprachen weitere europäische Hilfe. Zugleich riefen sie Malis Regierung auf, die eigenen Anstrengungen nicht zu vernachlässigen. Steinmeier sagte nach einem Treffen mit Präsident Ibrahim Boubacar Keita: «Die Lage ist noch nicht dauerhaft stabil. Deshalb bleibt für die friedliche Zukunft dieses Landes noch viel zu tun.» Die Verantwortung dafür liege in Mali selbst.

Der Norden des Landes war 2012 in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von Truppen unter französischer Führung zurückerobert wurde. Ayrault sagte, ansonsten wäre heute ganz Mali «unter Kontrolle der Terroristen». Bei der Umsetzung des später ausgehandelten Friedensabkommens hakt es noch an vielen Punkten. Regierung und Rebellengruppen geben sich gegenseitig die Schuld daran. Islamistische Gruppierungen terrorisieren den Norden bis heute.

Steinmeier wies Vergleiche mit dem deutschen Afghanistan-Einsatz zurück. Die Bundesregierung habe «sehr wohl abgewogen», was die Bundeswehr zur Stabilisierung des Landes beitragen könne.

Am Dienstag besuchen die beiden Minister den Nachbarstaat Niger. Dort soll es insbesondere um die Flüchtlingskrise gehen. Der Niger ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa.

Mo, 2016-05-02 19:41
Tegucigalpa (dpa)

Verdächtige nach Mord an Umweltschützerin in Honduras gefasst

Tegucigalpa (dpa) - Nach dem Mord an der prominenten honduranischen Umweltschützerin Berta Cáceres sind vier Verdächtige festgenommen worden. Die Männer seien am Montag bei Razzien in verschiedenen Städten des mittelamerikanischen Landes gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Cáceres war Anfang März in ihrem Haus erschossen worden. Die Aktivistin setzte sich seit Jahren für die Rechte der Lenca-Indianer ein und kämpfte gegen Staudämme und Bergwerke in deren Siedlungsgebieten. Am Bau des umstrittenen Wasserkraftwerks Agua Zarca ist auch die deutsche Firma Voith beteiligt.

Medienberichten zufolge sind unter den Festgenommenen ein aktiver Soldat, ein Ex-Militär und ein Mitarbeiter des Unternehmens Desa, das den Staudamm Agua Zarca baut. Angehörige und Kollegen von Cáceres hatten zuvor die Firma für den Anschlag auf die Umweltschützerin verantwortlich gemacht.

Mo, 2016-05-02 19:08
Frankfurt/Main (dpa)

Deutschland und Entwicklungsbank Asiens initiieren Klimaschutzfonds

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschland will gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) den Klimaschutz in der Region vorantreiben. Die Bundesrepublik gibt eine Anschubfinanzierung für einen asiatischen Klimafonds (ACliFF) von 30 Millionen Dollar (26 Mio Euro), wie Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag in Frankfurt auf der 49. Jahrestagung der ADB sagte. «Wir laden alle Partner der ADB ein, bis zum Jahresende daraus 100 Millionen zu machen.»

Der Fonds soll von 2017 an asiatische Länder finanziell dabei unterstützen, die Emissionen des Treibhausgases CO2 zu mindern und sich mit Klimarisikoversicherungen gegen Schäden wie Dürren, Wirbelstürme oder Überschwemmungen abzusichern.

Mo, 2016-05-02 19:37
Stockholm (dpa)

Norwegen bildet syrische Anti-IS-Gruppen in Jordanien aus

Stockholm (dpa) - Norwegen will 60 Soldaten entsenden, um syrische Gruppen für den internationalen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auszubilden. Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte am Montag vor Journalisten, die Soldaten sollten beratende Funktion haben und nicht an Kämpfen teilnehmen. Ihr Basislager sei in Jordanien geplant. Norwegische Soldaten hatten bereits im Nordirak Bodentruppen ausgebildet. Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide sagte, der neue Beitrag folge einer Anfrage der internationalen Koalition gegen den IS und der Verbündeten Norwegens, darunter die USA, Großbritannien und Frankreich. Welche syrischen Gruppen konkret ausgebildet werden sollen, wurde nicht gesagt.

Mo, 2016-05-02 19:22
Frankfurt/Main (dpa)

Deutschland schiebt Klimafonds für Asien mit Millionen an

Länder in Asien sollen sich künftig mit Klimarisikoversicherungen gegen Naturkatastrophen absichern können. Deutschland gibt dafür eine Anschubfinanzierung - und hofft auf die Unterstützung anderer Staaten.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschland will gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) den Klimaschutz in der Region vorantreiben. Die Bundesrepublik gibt eine Anschubfinanzierung von 30 Millionen US-Dollar (26 Mio Euro) für einen asiatischen Klimafonds (ACliFF), wie Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag in Frankfurt auf der 49. Jahrestagung der ADB sagte. «Wir laden alle Partner der ADB ein, bis zum Jahresende daraus 100 Millionen zu machen.»

Der Fonds soll von 2017 an asiatische Länder finanziell dabei unterstützen, die Emissionen des Treibhausgases CO2 zu mindern und sich mit Klimarisikoversicherungen gegen Schäden wie Dürren, Wirbelstürme oder Überschwemmungen abzusichern.

Müller forderte zugleich mehr Engagement privater Investoren im Kampf gegen Armut und Klimawandel weltweit. Mit öffentlichen Geldern allein sei es nicht möglich, den globalen Herausforderungen zu begegnen und UN-Ziele wie Armutsbekämpfung und Klimaschutz zu erreichen. «Wir brauchen Privatinvestitionen und fairen Handel.»

Trotz der Konjunkturabkühlung in China wird die Wirtschaft in der Region nach Einschätzung der ADB teilweise deutlich zulegen. Das Wachstum sei beispielsweise in Indien und Indonesien robust, sagte ADB-Präsident Takehiko Nakao. Für Indien erwartete das Institut zuletzt Wachstumsraten von 7,4 in diesem und 7,8 Prozent 2017. Für Asien insgesamt rechnet die ADB mit einem Plus von je 5,7 Prozent.

Die Zukunftsaussichten Asiens seien «blendend», wenn Strukturreformen umgesetzt und in Infrastruktur investiert würden, sagte der ADB-Präsident. Man werde allerdings aufmerksam beobachten, ob es infolge von Zinserhöhungen in den USA zu Kapitalabflüssen aus Asien in großem Stil komme. Bisher seien die Aktien- und Devisenmärkte in vielen Ländern stabil. Die US-Notenbank Fed hatte im Dezember ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet, weitere Zinserhöhungen könnten in diesem Jahr folgen. Für Investoren kann es daher lukrativer sein, Geld aus anderen Ländern abzuziehen und in den USA anzulegen.

Trotz des rasanten Wachstums müssen nach Angaben des deutschen Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 1,3 Milliarden Menschen in Asien mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Sie hätten keine Möglichkeiten, sich gegen die Folgen einer zum Teil dramatischen Klimaveränderung zu schützen.

Deutschland ist erstmals Gastgeber der viertägigen Veranstaltung mit bis zu 4000 Teilnehmern aus Asien, Europa, den USA und Kanada. Im Mittelpunkt steht die Wirtschafts- und Finanzkooperation zwischen Asien und Europa. Es geht unter anderem um erneuerbare Energien, Klimawandel und berufliche Bildung. Deutschland ist Gründungsmitglied der ADB mit insgesamt 67 Mitgliedsstaaten. Ziel der Entwicklungsbank ist es, die Armut in Asien und im Pazifikraum zu bekämpfen.

Mo, 2016-05-02 19:00
Rodaborn (dpa)

Gericht entscheidet über Bratwurststreit an der A9

Rodaborn (dpa) - Der kuriose Streit um den Verkauf von Bratwürsten an einer Autobahnraststätte in Thüringen an der A9 (Berlin-München) kommt am Dienstag (9.30 Uhr) vor Gericht. Dazu wollen sich die Geraer Verwaltungsrichter bei einer mündlichen Verhandlung vor Ort ein Bild verschaffen - und werden voraussichtlich auch ein Urteil sprechen. Die historische Raststätte Rodaborn südlich des Hermsdorfer Kreuzes hat keine Konzession mehr, weshalb ein zwei Meter hoher Zaun sie vom angrenzenden Autobahnparkplatz trennt. Aus Protest dagegen verkaufen die Betreiber ihre Würste auf Zuruf an Autofahrer über den Zaun hinweg. Das hat das Land Thüringen untersagt und ein Zwangsgeld angedroht. Dagegen klagen die Betreiber.

Mo, 2016-05-02 18:09
Berlin (dpa)

Merkel hält an TTIP fest - Greenpeace enthüllt geheime US-Papiere

Bislang fand TTIP in den Hinterzimmern statt. Nun holt Greenpeace die geheimen Papiere ans Licht und setzt Berlin, Brüssel und Washington unter Zugzwang. Wird Europa von den USA über den Tisch gezogen?

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält auch nach der Aufdeckung bislang geheimer US-Forderungen am umstrittenen Handelsabkommen TTIP fest. Die Bundesregierung erklärte am Montag, die Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington sollten so zügig wie möglich abgeschlossen werden. Zuvor hatte Greenpeace bislang unter Verschluss gehaltene TTIP-Dokumente ins Internet gestellt und den USA vorgeworfen, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards aushöhlen zu wollen.

Berlin und Brüssel wiesen die Vorwürfe zurück. Die US-Regierung sprach von irreführenden Interpretationen. Aus der SPD wurden Forderungen laut, Wirtschaftsminister und Parteichef Sigmar Gabriel solle TTIP platzen lassen. CSU-Chef Horst Seehofer drohte mit einem Veto gegen das Abkommen, wenn es nicht vollständige Transparenz gibt.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über eine «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle und andere Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten EU und USA mit 800 Millionen Verbrauchern stärker floriert. Europaweit gibt es massive Proteste gegen das Mega-Abkommen, besonders stark ist der Widerstand in Deutschland.

Den Umweltschützern waren insgesamt 240 Seiten TTIP-Material zugespielt worden. «Bei den Verhandlungen soll hinter verschlossenen Türen ein mächtiger Rammbock gezimmert werden, der auch den fest verankerten Schutz für Umwelt und Verbraucher wieder aus dem Weg räumen kann», sagte Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch.

Laut «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR, die gemeinsam mit Greenpeace die Unterlagen auswerteten, geht daraus hervor, dass die US-Regierung Europa bei den Verhandlungen deutlich stärker unter Druck setze als bekannt.

So würden Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie blockiert, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Außerdem verweigere sich Washington Europas Wunsch, umstrittene private Schiedsgerichte für Konzernklagen durch öffentliche Gerichte zu ersetzen.

Verbraucherschützer fürchten, dass die USA auch strenge EU-Vorgaben etwa bei der Gentechnik oder vorsorgliche Verbote riskanter Produkte aushebeln wollen. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) betonte, dies werde nicht passieren: «Wir haben sensible Bereiche, und dazu gehört die Lebensmittelsicherheit bei uns, die für uns in diesem Sinne nicht verhandelbar ist», sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Nach Angaben der zuständigen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström wird das Schutzniveau für Verbraucher, Lebensmittel oder Umwelt in Europa nicht sinken. Die Schwedin verhandelt im Namen der 28 EU-Staaten federführend mit Washington. Ihre rechte Hand, der spanische TTIP-Unterhändler Ignacio Garcia Bercero, kritisierte die Veröffentlichung der Papiere: «Das ist nicht gut für das Vertrauen im Verhandlungsprozess.» Die Grünen sehen das ganz anders. «Es ist bitter, dass wieder einmal erst Whistleblower für mehr Transparenz sorgen mussten», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der dpa.

Der Handelsbeauftragte von US-Präsident Barack Obama, Michael Froman, mahnte eine sachliche Debatte an. Die Interpretation der Texte aus den angeblichen «TTIP Leaks» sei «bestenfalls irreführend, im schlimmsten Fall aber schlichtweg falsch», sagte ein Sprecher Fromans der dpa. Mit Blick auf die weiteren Verhandlungen erklärte Washington: «Wir freuen uns auf eine faktenbasierte Diskussion darüber, was mit TTIP erreicht werden soll und was nicht.»

Merkel und Obama wollen bis zum Jahresende zumindest TTIP-Eckpunkte festlegen, bevor Obama das Weiße Haus verlässt. Merkels Sprecher Steffen Seibert erklärte, das Abkommen sei eine große Chance, die Globalisierung zu gestalten. Die Exportnation Deutschland sei wie kaum eine andere Volkswirtschaft auf einen freien Welthandel angewiesen. Mit Blick auf die in den «TTIP Leaks» dokumentierten US-Forderungen betonte Seibert: «Verhandlungspositionen sind keine Verhandlungsergebnisse.»

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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