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kampagne / 02.Sep 2015

Müllflut stoppen: „Werde ein Becherheld!“

Wer sich seinen Coffee to go in einen mitgebrachten Mehrwegbecher füllen lässt, ist laut Deutscher Umwelthilfe ein „Becherheld“. Um die Müllflut durch den Unterwegs-Konsum zu stoppen, schlägt sie eine 20-Cent-Abgabe pro Becher vor.

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der Woche
Do, 2015-09-03 07:30
Berlin/Köln (dpa)

Land der Hoffnung, Land der Ängste Von Caroline Bock und Christoph Driessen, dpa

Angela Merkel hat Deutschland ein «Land der Hoffnung» genannt, weil so viele Flüchtlinge hier Zuflucht suchen. Es ist aber auch ein Land unbestimmter Ängste. In den nächsten Monaten könnte sich zeigen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Berlin/Köln (dpa) - Hasan ist einer von 800 000. So viele Menschen sollen dieses Jahr neu nach Deutschland kommen. Hasan wartet zusammen mit ein paar hundert anderen auf dem staubigen Grünstreifen einer Berliner Behörde. Einen Monat war er von Syrien aus unterwegs, mit dem Bus, zu Fuß, im Zug und per Boot. «Was kann man machen?», fragt er. «Wenn wir in Syrien bleiben, sind wir tot.»

Wer würde anders handeln in seiner Situation? Und doch: 800 000, das ist eine Zahl, die vielen Deutschen Angst macht. Zum Beispiel einer Büroangestellten aus Köln, 55 Jahre alt und selbst mit einem Ausländer verheiratet: «Ich finde die Menge der Flüchtlinge, die zurzeit hier ankommt, beängstigend. Ich weiß nicht, wie das alles weiter gehen soll.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Flüchtlingshilfe zur nationalen Aufgabe erklärt, und das ist gewiss nicht nur Rhetorik. Zeltstädte, Auffanglager, Notunterkünfte - es gibt sie mittlerweile fast überall. «Deutsche Gründlichkeit ist super», sagte Merkel. «Aber es wird jetzt deutsche Flexibilität gebraucht». Dass so viele Flüchtlinge gerade nach Deutschland wollen, ist aus ihrer Sicht ein Grund, stolz zu sein: «Die Welt sieht Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen.»

Aus der Auslandspresse gibt es Beifall: «Eine heldenhafte Strategie», lobt der belgische «Standaard». Der britische «Observer» kommentiert: «Angela Merkels menschliche Haltung zur Einwanderung ist eine Lektion für uns alle.» «Independent»-Kolumnist Matthew Norman seufzt, nun sei es soweit gekommen, dass Großbritannien nach Deutschland blicken müsse «für einen Grundkurs in Mitleid».

Das alles klingt schmeichelhaft, aber natürlich ist da auch jenes «Dunkeldeutschland», von dem Bundespräsident Joachim Gauck gesprochen hat. Mord- und Bombendrohungen, Anschläge, Beschimpfungen im Jargon der Nationalsozialisten. «Was wir momentan erleben, ist ein Angriff auf unsere Demokratie», meint der Extremismusforscher Wolfgang Frindte. Der Wissenschaftler aus Jena vermisst «einen konzertierten Aufstand der Anständigen».

Lichterketten so wie nach den fremdenfeindlichen Mordanschlägen von 1992 und 1993 gibt es diesmal nicht. Aber es gibt anders als damals sehr viele Deutsche, die Flüchtlingen helfen und dadurch auf sehr konkrete, pragmatische Weise demonstrieren, wo sie stehen. Johanna (27) aus Berlin ist so jemand. Die Studentin unterrichtet ehrenamtlich Deutsch und hat übers Wochenende zwei gestrandete Pakistani zu sich und ihrem Freund in ihre kleine Wohnung geholt. Sie sagt, es habe sich angefühlt, als wären zwei Bekannte zu Gast. Abends im Bett kam sie ins Grübeln: Was die beiden wohl durchgemacht haben mögen? Danach zu fragen, wagte sie nicht.

Die Flüchtlingskrise zeigt, wie unterschiedlich Ost und West noch immer ticken. Fremdenhass und Rassismus sind in ganz Deutschland verbreitet. Aber es war Heidenau in Sachsen, wo die Kanzlerin als «Volksverräterin» beschimpft wurde. Und da sind die Zahlen: Die im ersten Halbjahr 2015 registrierten Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte fanden zu mehr als 40 Prozent im Osten statt. Dabei stellen die Ost-Länder weniger als 20 Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung.

Es ist eine Debatte, wie es sie schon in den 90er Jahren gegeben hat: So braun ist der Osten, sagen die Wessis und winken mit Studien. Arrogante Wessis, sagen die Ossis und warnen vor Pauschalurteilen.

Für viele Menschen aus der DDR liegt die Erfahrung, die Heimat zu verlassen, gerade ein paar Jahrzehnte zurück. Schauspielerin Anna Loos erinnerte auf Facebook an ihre Familiengeschichte und ihre eigene Flucht aus der DDR. Sie kam als junges Mädchen über die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Weder Krieg noch Hunger trieben sie: «Ich bin aus einer Diktatur geflohen, die für mich unerträglich war und in der ich für mein Leben keine Zukunft sah.»

Die Autorin Sabine Rennefanz (41), in Brandenburg geboren, hat sich in ihrem Buch «Eisenkinder» mit der «stillen Wut der Wendegeneration» und den Anschlägen auf die Asylbewerberheime 1992 befasst. «Ich bin selbst erschrocken und entsetzt darüber, wie offen und hetzerisch einige ihre Wut und ihren Hass zeigen, als wären sie stolz darauf. Trotzdem glaube ich nicht, dass Rassismus ein spezifisches Ost-Problem ist. Wer das behauptet, meistens Westdeutsche, macht es sich einfach und lehnt sich selbst zurück. Wohl stimmt es aber, dass der Rassismus oft andere Gründe im Osten hat.»

Aber diese Gründe rechtfertigen aus ihrer Sicht keinen Hass, keinen Neid, keine hässliche Hetze. «Man könnte sogar meinen, gerade Ostdeutsche, die 1989 von einem besseren Leben träumten, meinetwegen auch von der Levis-Jeans, sollten Leute verstehen, die sich auch aufmachen, weil sie für sich und ihre Familie ein besseres, ein sicheres Leben wollen.»

Deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Hasan aus Syrien weiß davon noch nichts. Er hat genug damit zu tun, sich zurechtzufinden. Sein Fernziel: als Physiotherapeut in einem Krankenhaus arbeiten und die Familie nachholen. «Ich habe drei Kinder. Meinen kleinen Jungen wollte ich auf die Flucht mitnehmen, weil er krank ist. Aber als wir das Boot und die Gefahren gesehen haben, habe ich meinen Bruder gebeten, ihn wieder mitzunehmen.»

Der Vater trennt sich vom Sohn - ein solches Schicksal berührt auch die Kölner Büroangestellte. Dennoch findet sie: «Nicht alle Flüchtlinge, die zu uns kommen, stehen kurz vor der Heiligsprechung. Dabei sind auch Menschen, die ihre Heimatkonflikte mit hierher bringen. Unsere Gesellschaft wird sich durch den massenhaften Zuzug weiter verändern.» Damit dürfte sie eine Sorge aussprechen, die viele umtreibt: Was passiert, wenn so viele Fremde auf einmal kommen? Und was, wenn es in den nächsten Jahren immer so weitergeht?

Die Kölnerin, Mutter zweier erwachsener Kinder, meint, dass in Nordrhein-Westfalen schon jetzt überall Geld fehlt. Sie zählt auf: marode Brücken, verdreckte Klassen, geschlossene Turnhallen mit runterfallenden Deckenplatten. Wo sollen da die Milliarden für die Flüchtlinge herkommen? Und wie kann es sein, dass die Politiker trotzdem immer noch mehr Menschen reinlassen? Der Gedanke, dass die Flüchtlinge einfach von selbst kommen und die Politiker gar nicht viel daran ändern können, ist für viele Bürger schwer zu akzeptieren.

So ist das «Land der Hoffnung» auch ein Land unbestimmter Ängste, und in den nächsten Monaten könnte sich zeigen, zu welcher Seite das Pendel ausschlägt. Der Politologe Herfried Münkler ruft in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dazu auf, alles zu tun, damit «diese Angst nicht die Mitte der Gesellschaft ergreift». Denn dann würde die Stimmung zwangsläufig kippen.

«Jetzt kommt es darauf an, aus den Menschen, die kommen und die bleiben wollen und dürfen, Deutsche zu machen», fordert Münkler. «Wir müssen die Menschen in unsere Arbeitswelt eingliedern mit dem entsprechenden Arbeitsethos, und wir müssen sie zweitens in unsere politische Kultur eingliedern mit dem entsprechenden Toleranzethos.» Wenn das gelinge und die Flüchtlinge am Ende die demografische Lücke im alternden und schrumpfenden Deutschland füllten, dann - so glaubt er - werden auch die Skeptiker sagen: Ja, es stimmt. Die Flüchtlinge sind eine Bereicherung.

Do, 2015-09-03 07:01
Genf (dpa)

WHO meldet zwei Polio-Fälle in der Ukraine

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwei Fälle von Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) in der Ukraine bestätigt. Zwei kleine Kinder aus dem Südwesten des Landes seien erkrankt, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Dabei handele es sich um die ersten Fälle in Europa seit fünf Jahren. Den Angaben zufolge war 2014 lediglich die Hälfte der Kinder in dem Land gegen Polio geimpft.

Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Krankheit. Sie trifft nach WHO-Angaben vor allem Kinder unter fünf Jahren. Eine von 200 Infektionen mit dem Poliovirus führt zu dauerhaften Lähmungen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, weil ihre Atemmuskeln unbeweglich werden. Die Krankheit ist unheilbar. Einer Ansteckung kann aber mit Impfungen vorgebeugt werden.

Die WHO hatte 1988 ein globales Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung gestartet. Die Zahl der Infektionen ist seither um weit mehr als 99 Prozent zurückgegangen. In Deutschland gab es 1992 die letzten Polio-Fälle.

In Europa hatte es 2010 einen Polio-Ausbruch in Tadschikistan gegeben. In dem Land und Nachbarstaaten starben 29 Menschen.

Do, 2015-09-03 07:40
Singapur (dpa)

Ölpreise geben leicht nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken. Starke Impulse im Handel blieben zunächst aus. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 50,33 US-Dollar. Das waren 17 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 21 Cent auf 46,04 Dollar.

Seit der vergangenen Woche schwanken die Ölpreise ungewöhnlich stark. Nach Kursgewinnen von 25 Prozent in nur drei Tagen ging es zunächst wieder deutlich abwärts, dann wieder etwas aufwärts. Marktbeobachter tun sich mit Erklärungen für das Hin und Her schwer. Die Commerzbank stellte in einer Studie fest: «Verlässliche Vorhersagen über die kurzfristige Preisentwicklung sind im Augenblick kaum zu treffen. Diese haben derzeit kaum die Halbwertzeit von wenigen Stunden.»

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Do, 2015-09-03 05:45
Frankfurt/Main (dpa)

Sechs Monate Massenkauf von Staatsanleihen: Ist die EZB erfolgreich? Von Harald Schmidt und Friederike Marx, dpa

Seit einem halben Jahr flutet die EZB die Märkte mit Geld: 1,1 Billionen Euro wollen die Währungshüter bis Herbst 2016 unter anderem für Staatsanleihen ausgeben. Damit soll die Kreditvergabe angekurbelt und das Wachstum befeuert werden - mit Erfolg?

Frankfurt/Main (dpa) - Die Notenpresse der Europäischen Zentralbank (EZB) läuft auf Hochtouren. Vor fast einem halben Jahr (9.3.) haben Europas Währungshüter im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche die Geldschleusen geöffnet. Seither kaufen sie Monat für Monat für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Erzielt das viele Geld die erhoffte Wirkung?

Warum hat die EZB das milliardenschwere Kaufprogramm gestartet?

Ziel der Notenbank sind stabile Preise. Darunter verstehen die Währungshüter eine Inflationsrate knapp unter zwei Prozent. Von diesem Wert ist der Euroraum allerdings seit Monaten weit entfernt. Zu Jahresbeginn sanken die Verbraucherpreise sogar. Deshalb befürchteten die Währungshüter eine Deflation, also einen anhaltenden Preisrückgang quer durch die Warengruppen. Mit dem Kauf von Vermögenswerten stemmt sich die EZB dagegen, dass Verbraucher und Unternehmen Anschaffungen in Erwartung weiterer Preissenkungen verschieben und die Wirtschaft erlahmen könnte. EZB-Vize-Präsident Vítor Constâncio ist überzeugt: «Die volle Umsetzung unserer Wertpapierkäufe wird die Inflation wieder auf ein Niveau zurückführen, das mit dem Ziel der EZB im Einklang steht.»

Hat die EZB keine anderen Mittel?

Im Prinzip schon, doch sie hat ihr Pulver weitgehend verschossen. Das gilt vor allem für den Leitzins, das wichtigste Instrument der Geldpolitiker: Eine Zinssenkung verbilligt Kredite und soll Konjunktur wie Inflation antreiben. Doch die EZB hat den Leitzins schon auf 0,05 Prozent gesenkt, also quasi abgeschafft.

Wie soll das Kaufprogramm funktionieren?

Die EZB kauft Wertpapiere bei Banken oder Versicherern. So wird Geld ins Finanzsystem geschleust. Die EZB erwartet, dass das Programm Unternehmen und Verbrauchern hilft, leichter Kredite zu bekommen. Das soll die Investitionstätigkeit steigern, Jobs schaffen und das Wirtschaftswachstum stützen. Dafür druckt sich die EZB quasi selbst Geld, die Menge (Quantität) des Zentralbankgeldes nimmt zu, daher der Begriff «Quantitative Lockerung» (QE).

Wie viel Geld hat die Notenbank dafür bereits ausgegeben?

Bisher liegt das Volumen der gekauften öffentlichen Papiere bei knapp 290 Milliarden Euro. Zudem kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS).

Hat sich die Kreditvergabe verbessert?

Ja. Im Juli stieg die Kreditvergabe an den privaten Sektor um 1,4 Prozent, nachdem sie im Vormonat um 0,9 Prozent gewachsen war. Damit zeichnet sich ab, dass die lange Phase mit sinkender Kreditvergabe vorbei sein dürfte. Aus Sicht von BayernLB-Experte Johannes Mayr wächst die Hoffnung, dass der Kreditimpuls die Konjunktur künftig etwas stärker beflügeln wird.

Wirkt sich das bereits auf die Inflation aus?

Nein, jedenfalls nicht spürbar. Im August verharrte die jährliche Inflationsrate bei 0,2 Prozent - vor allem, weil die Energiepreise wieder kräftig gefallen sind. Erst kürzlich hatte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet eingeräumt, dass das Risiko gestiegen sei, das Inflationsziel noch länger als vermutet zu verfehlen. Praet betonte aber, dass die EZB nachlegen könnte: «Es sollte keine Zweifel geben bezüglich des Willens und der Fähigkeit des EZB-Rates zu handeln, falls es nötig wird.» Das Anleihenkaufprogramm weise sowohl beim Volumen als auch bei der Dauer genug Spielraum auf.

Was sagen Experten?

Angesichts des Ölpreisverfalls schließen Ökonomen in den kommenden Monaten sinkende Verbraucherpreise nicht aus. Die Allianz hält fest: «Obwohl die EZB bereits seit März dieses Jahres jeden Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere ... mit dem erklärten Ziel kauft, so das Risiko einer Deflation abzuwenden, ist die Inflationsrate in den letzten sechs Monaten kaum gestiegen und notiert weiterhin nahe Null.» Die Teuerung zeige sich unbeeindruckt von den geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der EZB. Trotzdem sei eine Ausweitung des Kaufprogramms nicht ratsam: «Die Verabreichung einer höheren Dosis der falschen Medizin dürfte kaum die Erfolgsaussichten der EZB-Strategie verbessern.»

Hat QE die Konjunktur befeuert?

Die Wirtschaft im Euroraum wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. «Die Frühindikatoren signalisieren, dass das Expansionstempo auch im Sommer - trotz der zwischenzeitlichen Eskalation in Griechenland und der Sorgen um die chinesische Wirtschaft - in dieser Größenordnung liegt», betonte Mayr. Ein Wachstumstreiber hat zuletzt aber an Zugkraft verloren, wie Commerzbank-Experte Michael Schubert betont: «Die Anleihenkäufe haben den Euro-Außenwert nicht wie von der EZB erhofft gedämpft.» Seit April hat der Euro spürbar aufgewertet - das verteuert Exporte in Märkte wie China oder die USA. Anna Stupnytska von Fidelity Worldwide Investment warnt, dass könne der Erholung im Export das Wasser abgraben.

Was heißt das alles für Sparer?

Die Anleihekäufe haben keine direkte Auswirkung auf die Zinsen auf Sparbuch und Co. Doch die EZB wird die Leitzinsen nicht erhöhen, solange das Programm läuft. Die Zeiten bleiben also hart für Sparer. Aktionäre profitieren hingegen tendenziell von der Geldschwemme - auch wenn die jüngsten Börsen-Turbulenzen im Zusammenhang mit der China-Flaute die Kurse gedrückt haben. Auch Hausbesitzer können sich freuen, weil ihre Immobilien zuletzt an Wert gewonnen haben. Experten warnen allerdings vor Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten.

Do, 2015-09-03 05:04
Stuttgart (dpa) 

FDP-Politiker Wolff: Stuttgarter NSU-Ausschuss hat zu wenig Zeit

Stuttgart (dpa) - Nach Ansicht des FDP-Politikers Hartfrid Wolff droht dem NSU-Untersuchungsausschuss im baden-württembergischen Landtag die Zeit davonzulaufen. Das Gremium plant noch rund 15 Sitzungen bis zum Jahresende. Diese reichten wohl nicht aus, um den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter richtig aufzuarbeiten, sagte Wolff der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Es gibt sehr viele Fragen, die sehr langwierig sein dürften.»

Durchleuchtet werden müssten zum Beispiel die Kontakte des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) nach Baden-Württemberg, sagte Wolff, der früher FDP-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags war. Die Rechtsterroristen hatten sich mehrfach im Südwesten aufgehalten und hier auch Anschlagsziele ausspioniert. Kiesewetter war 2007 in Heilbronn ermordet worden. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Polizistin zufällig ein Opfer der Rechtsterroristen wurde. Daran gibt es aber Zweifel.

Die Landtagsfraktionen und der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) wollen die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses bis zur Landtagswahl im März 2016 abschließen. Sie haben allerdings eine Fortsetzung nach der Wahl auch nicht komplett ausgeschlossen.

Do, 2015-09-03 05:14
Stuttgart (dpa) 

NSU-Ausschuss deckte Pannen auf - Was ist mit dem Kiesewetter-Mord? Von Bettina Grachtrup, dpa

Peinlich für die Ermittler war Vieles, was der baden-württembergische NSU-Untersuchungsausschuss zutage brachte. Revolutionäre Erkenntnisse zu den Rechtsterroristen sind bislang aber nicht darunter. Was kann das Landtagsgremium noch im Mordfall Kiesewetter leisten?

Stuttgart (dpa) - Zwischenbilanz des NSU-Untersuchungsausschusses in Baden-Württemberg: Seit Jahresbeginn arbeitet das Gremium die Bezüge des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) zum Südwesten auf. Nach der parlamentarischen Sommerpause geht es ab dem 21. September weiter - schwerpunktmäßig mit der Untersuchung des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn, den die Bundesanwaltschaft den Rechtsterroristen zuschreibt. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Denn bis zur Landtagswahl im März 2016 will das Landtagsgremium mit seiner Arbeit fertig sein.

Für viele Spekulationen hatte der Tod des früheren Neonazis Florian H. im September 2013 in einem brennenden Auto in Stuttgart gesorgt. Der Aussteiger aus der rechten Szene hatte zuvor damit geprahlt, er kenne Kiesewetters Mörder. Florians Familie bezweifelt die Version der Ermittler, die von einem Suizid ausgehen. Das Vertrauen in die Polizei wurde öffentlich erschüttert, als Ausschusschef Wolfgang Drexler (SPD) verkohlte Gegenstände aus dem ausgebrannten Wagen präsentierte, für die sich die Polizei offensichtlich nicht interessiert hatte - obwohl der brisante Hintergrund des Todes von Florian bekannt war. Gegen drei Beamte laufen Disziplinarverfahren.

Nicht erhärtet werden konnten aber Theorien, die sich um Florian selbst und seinen Tod ranken. Eine rechtsextreme «Neoschutzstaffel» im Großraum Heilbronn erwies sich als wenig ernstzunehmende Zwei-Mann-Veranstaltung von Florian und einem Kumpel. Zudem verdichtete sich die Annahme, dass Florian sich selbst getötet hat und nicht ermordet wurde. Jedenfalls fand sich bei der genaueren Betrachtung des ausgebrannten Wagens kein Fremdzündungsmechanismus.

Pannen und Peinlichkeiten kamen bei der genaueren Untersuchung der Mitgliedschaft zweier Polizisten im rassistischen Ku-Klux-Klan in den Jahren 2001/2002 zutage. Der Klan in Schwäbisch Hall war ausgerechnet von einem V-Mann («Verbindungsmann») des Landesverfassungsschutzes gegründet worden. Die Polizeiführung konnte im Untersuchungsausschuss nicht plausibel erklären, weshalb die Disziplinarverfahren gegen die zwei Beamten letztlich im Sande verliefen. Direkte Verbindungen zwischen dem Klan und dem NSU taten sich aber nicht auf.

Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat sich in Sachen NSU früh festgelegt: Eine von ihm eingesetzte Ermittlungsgruppe hatte zwar mehr als 50 Personen in Baden-Württemberg mit Kontakten zum NSU oder dessen Umfeld ausgemacht. Doch ein Unterstützungsnetzwerk in Baden-Württemberg sahen die Ermittler - und Gall - nicht.

Ob diese Annahme zu halten ist, wird sich zeigen. Beim Fall Kiesewetter steht der Ausschuss noch ziemlich am Anfang. Innenexperten wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger bezweifeln, dass die Polizistin zufällig ins Visier des NSU geriet - zumal bekannt ist, dass sich die NSU-Mitglieder von Anfang der 1990er Jahre bis 2004 wiederholt im Norden Baden-Württembergs aufgehalten haben und Kontakte zur dortigen rechtsextremen Szene pflegten. Binninger hatte im Mai erklärt, dass er zahlreiche offene Punkte sieht, an denen der Ausschuss nachfassen müsse: So wurden zwei DNA-Spuren auf dem Rücken des schwerverletzten Streifenpartners von Kiesewetter gefunden, die bis heute nicht zugeordnet werden konnten.

Ausschusschef Drexler sagte kürzlich der «Eßlinger Zeitung»: «Wir haben im Untersuchungsausschuss bisher noch nicht herausgefunden, ob es Verbindungen von Kiesewetter zu den Tätern gab.» Wenn man der bisherigen These vom «Zufallsmord» entgegentreten wolle, brauche man Beweise, dass es andere Bezüge des NSU zu Kiesewetter gegeben habe.

Do, 2015-09-03 05:09
München (dpa)

Franz Josef Strauß - Bundesminister, Landesvater, Kanzlerkandidat

München (dpa) - Als Kind Münchner Kleinbürger war Franz Josef Strauß eigentlich ein Leben als Handwerker vorherbestimmt. Wegen seiner sehr hohen Intelligenz, verständnisvoller Eltern und Lehrer schaffte er den Sprung an die Universität und in die Politik.

1915: am 6. September Geburt als Sohn eines Metzgers in München

1935-1939: nach dem besten Abitur in Bayern Studium der Altphilologie, Geschichte und Volkswirtschaft

1939-1945: Soldat im Zweiten Weltkrieg, Staatsexamen für höheres Lehramt während eines Fronturlaubs

1945: als politisch unbelastet von US-Besatzungsmacht als stellvertretender Landrat in Schongau eingesetzt; Mitbegründer der CSU

1949-1978: Bundestagsabgeordneter

1949-1952: Generalsekretär der CSU

1953-1962: Bundesminister unter Kanzler Konrad Adenauer (CDU): 1953- 1955 für besondere Aufgaben, 1955-1956 für Atomfragen, 1956-1962 für Verteidigung

1957: Heirat mit Marianne Zwicknagl; drei Kinder Max (1959), Franz Georg (1961), Monika (1962)

1961-1988: Vorsitzender der CSU

1966-1969: in der Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger (CDU) Bundesfinanzminister

1978-1988: bayerischer Ministerpräsident

1980: als Kanzlerkandidat der Union gegen Helmut Schmidt (SPD) gescheitert

1988: am 3. Oktober Tod in einem Regensburger Krankenhaus.

Do, 2015-09-03 05:10
München (dpa)

Verehrt und gehasst - Franz Josef Strauß wäre 100 geworden Von Paul Winterer, dpa

Die einen verehrten ihn, andere hassten ihn. Der CSU-Übervater Franz Josef Strauß wäre am 6. September 100 Jahre alt geworden. Der Hobby-Pilot gilt als Architekt des modernen Bayern.

München (dpa) - Beim Politischen Aschermittwoch in Passau trinken CSU-Anhänger noch heute ihr Bier aus Maßkrügen mit dem Konterfei von Franz Josef Strauß. Und im Büro von Ministerpräsident Horst Seehofer steht eine Büste des 1988 gestorbenen CSU-Patriarchen. «FJS» blicke ihm bei der Arbeit immer über die Schulter, erzählt Seehofer gerne.

Der Mythos Strauß lebt auch 27 Jahre nach dem Tod des politischen Schwergewichts. Am Sonntag (6. September) wäre Strauß 100 Jahre alt geworden. Mit drei Feiern erinnert die CSU an ihren Übervater, die erste davon an diesem Freitag. Dann werden Loblieder auf den Metzgerssohn angestimmt werden, der im Nachkriegsdeutschland zu einem heldenhaft verehrten, aber auch gehassten Spitzenpolitiker aufstieg und mehrere Affären überstand.

Strauß hatte es im Zweiten Weltkrieg zum Oberleutnant gebracht, war aber nicht Mitglied der NSDAP. Als politisch unbelastet wurde er nach Kriegsende 1945 von der US-Militärregierung zum «Assistent Landrat» im bayerischen Schongau ernannt. 1949 wurde Strauß, damals schon CSU-Generalsekretär, in den ersten Deutschen Bundestag gewählt und fiel im Parlament rasch wegen seiner rhetorischen Begabung auf.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) machte ihn 1953 zum Bundesminister für Sonderaufgaben; zwei Jahre später wurde der Befürworter der Kernenergie Atomminister. 1956 wechselte er ins Verteidigungsressort und trieb den Aufbau der ein Jahr zuvor gegründeten Bundeswehr energisch voran. Strauß verantwortete die Anschaffung des technisch unausgereiften Starfighters, der als «fliegender Sarg» traurige Berühmtheit erlangte. Zudem geriet er in Verdacht, vom Hersteller Lockheed bestochen worden zu sein. Bewiesen wurde nichts.

Über die Titelstory «Bedingt abwehrbereit» des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» im Herbst 1962 dürfte Strauß sich sein Leben lang geärgert haben. Nach dem Bericht über geheime Pläne der Bundeswehr betrieb er die Festnahme des Autors Conrad Ahlers, nachdem die Bundesanwaltschaft Ermittlungen wegen Landesverrats eingeleitet hatte. Auch «Spiegel»-Chef Rudolf Augstein saß zeitweise im Gefängnis. Strauß musste zugeben, den Bundestag im Bezug auf seine Beteiligung an der Festnahme von Ahlers belogen zu haben. Er trat als Minister zurück, blieb aber CSU-Chef.

In der Großen Koalition von Kanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) wurde er 1966 Finanzminister. Die enge Zusammenarbeit von Strauß mit Wirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) brachte dem Duo den Spitznamen «Plisch und Plum» ein.

Während der 1969 gebildeten sozialliberalen Koalition von Kanzler Willy Brandt (SPD) und Außenminister Walter Scheel (FDP) bekämpfte Strauß als Oppositionspolitiker deren Ostpolitik. Er wuchs mehr und mehr in die Rolle des Wortführers des konservativen Flügels in der Union hinein. Im Bundestagswahlkampf 1976 attackierte er die SPD mit der Parole «Freiheit statt Sozialismus» und mit Sätzen wie: «Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören - in ihre Löcher.» Kanzler blieb dennoch Helmut Schmidt (SPD).

Im Herbst 1976 stieß Strauß die Unionsschwester vor den Kopf. Völlig überraschend kündigte die CSU-Landesgruppe im seitdem legendären oberbayerischen Wildbad Kreuth die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auf. Erst als Parteichef Helmut Kohl mit der Gründung eines eigenen CDU-Landesverbandes in Bayern drohte, gab Strauß sein Vorhaben auf.

1978 wurde Strauß - verheiratet und Vater von drei Kindern - Ministerpräsident. Er forcierte er den Wandel Bayerns vom Agrar- zum Industrieland. Immer mehr Firmen der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Rüstungsbranche siedelten sich im Freistaat an. Der begeisterte Hobbypilot setzte den Bau des neuen Münchner Flughafens durch.

Strauß pflegte einen fast monarchischen Regierungsstil und hatte überhaupt nichts dagegen, wenn Karikaturisten ihm Zepter und Krone verpassten. Im Norden der Republik kam seine robuste Art freilich weniger gut an. 1980 verlor er als Kanzlerkandidat der Union die Wahl gegen Amtsinhaber Schmidt. Er blieb Regierungschef in Bayern, mischte sich aber von München aus weiterhin fleißig in die Bundespolitik ein. Doch konnte er nicht verhindern, dass der von ihm wenig geachtete Kohl («Der ist total unfähig») 1982 Kanzler wurde.

1983 handelte Strauß zusammen mit dem erst kürzlich gestorbenen DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski einen Milliardenkredit für die vor der Staatspleite stehende DDR aus. Innerparteilich geriet er damit massiv unter Druck.

In seinen letzten Jahren brachte Strauß die Anti-Atom-Bewegung noch einmal massiv gegen sich auf. Im oberpfälzischen Wackersdorf wollte er eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage errichten. Vor dem Bauzaun kam es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen von Demonstranten und Polizei, Strauß ließ Hubschrauber über den Köpfen der Protestierer kreisen. Sein Nachfolger Max Streibl beerdigte das Projekt.

Bei einer Hirschjagd brach Strauß am 1. Oktober 1988 nahe Regensburg bewusstlos zusammen. Nach einer Notoperation erlangte der 73-Jährige das Bewusstsein nicht wieder. Am 3. Oktober starb er.

Do, 2015-09-03 05:12
München (dpa)

Weichenstellungen in der Ära Strauß

München (dpa) - Als CSU-Chef und Ministerpräsident hat Franz Josef Strauß Bayern geprägt. Unter seiner Regie war die CSU gesellschaftspolitisch konservativ, wollte aber in puncto Wirtschaft und Technologie an der Spitze des Fortschritts marschieren.

- WIRTSCHAFT UND VERKEHR

Strauß beförderte die Umwandlung Bayerns vom Agrar- zum Industrieland, wobei er den Schwerpunkt auf Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Rüstungsbranche legte. Der CSU-Chef spielte in den 60er und 70er Jahren eine wichtige Rolle bei der Gründung des Airbus-Konzerns und der deutschen Beteiligung daran. Strauß setzte den Bau des neuen Münchner Flughafens durch, der 1992 - vier Jahre nach seinem Tod - in Betrieb ging und seither zum Wachstumsmotor für Oberbayern geworden ist.

- ATOMKRAFT

Strauß war glühender Befürworter der Atomenergie und gab als Sonderminister in den 50er Jahren den Startschuss für den Bau der Atomkraftwerke in Deutschland. 1957 ging in Garching bei München ein wissenschaftlicher Versuchsreaktor in Betrieb, 1962 folgte in Unterfranken das «Versuchsatomkraftwerk Kahl am Main» als erstes kommerzielles AKW. Im oberpfälzischen Wackersdorf wollte Strauß eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage errichten lassen. Das Projekt wurde jedoch nach massiven Protesten nach seinem Tod fallengelassen.

- WISSENSCHAFT

In der Nachkriegszeit hatte Bayern lediglich drei Landesuniversitäten, heute sind es neun. Strauß war stets darauf bedacht, Forschungseinrichtungen nach Bayern zu holen. Im Einklang mit dem bundesweiten Ausbau der höheren Bildung ab den 60er Jahren wurden auch in Bayern während der Strauß-Ära neue staatliche Universitäten gegründet. Erste der neuen Landesuniversitäten war 1962 Regensburg, die jüngste ist die 1978 gegründete Uni Passau.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2015-09-03 05:00
Berlin/Düsseldorf (dpa)

Gabriel: Union muss sich zur Haftung der Atomkonzerne bekennen

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel drängt den Koalitionspartner CDU/CSU, seinem geplanten Gesetz zur Haftung der Atomkonzerne schnell zuzustimmen. Seinen Entwurf wolle er so schnell wie möglich ins Kabinett einbringen, sagte Gabriel der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). «Wir müssen verhindern, dass am Ende der Steuerzahler haftet, wenn die Rückstellungen für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung nicht reichen.» Das sei im Koalitionsausschuss vereinbart, sagte er. «Jetzt muss sich unser Koalitionspartner auch im Kabinett dazu bekennen.»

Gabriel stellte andernfalls sogar den weiteren Fahrplan infrage. Mit der Union war verabredet, dass ab September eine Kommission auf Grundlage der aktuell durchgeführten Stresstests Vorschläge entwickelt, wie die Abwicklung der Atomkraft organisiert werden kann. Im Gespräch dafür ist auch eine Atomstiftung, in die sämtliche Rückstellungen der Konzerne einfließen könnten. Vorher müsse aber klar sein, dass sich auch dann kein Konzern aus seiner Verantwortung stehlen könne, sagte Gabriel. «Deshalb sage ich: Das Gesetz zur Haftungsverlängerung ist die Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt in einer Kommission über ein Stiftungsmodell reden können.»

Mit der Einführung einer «Nachhaftung» will Gabriel sicherstellen, dass die Konzerne auch dann dauerhaft für die Milliardenkosten beim AKW-Rückbau und der Endlagerung des Atommülls aufkommen, selbst wenn sie ihr Atomgeschäft in Tochterfirmen ausgliedern. Der Konzern Eon hält die zeitlich und in der Höhe unbegrenzte Haftung bis in alle Ewigkeit für angreifbar und erwägt eine Klage, wenn das Gesetz kommt.

Do, 2015-09-03 04:27
Berlin (dpa)

Ruf nach fairer Flüchtlingsverteilung vor EU-Ministertreffen

Berlin, Paris und Rom sind sich einig: Die EU-Staaten müssen bei der Aufnahme von Asylbewerbern mehr Solidarität zeigen. Vor dem Außenministertreffen legen mehrere Länder Forderungen auf den Tisch. Ungarns Regierung will mehr Geld - und attackiert ihre Kritiker.

Berlin (dpa) - Vor dem Treffen der EU-Außenminister haben Deutschland, Frankreich und Italien gemeinsam Reformen in der europäischen Asylpolitik angemahnt. In einem Papier für die Beratungen am Wochenende in Luxemburg dringen die drei Länder auf schnellere Asylverfahren, «größere Solidarität» unter den EU-Ländern und eine «gerechtere Verteilung» von Flüchtlingen. Lettland, Litauen und die Slowakei sperrten sich derweil erneut gegen verpflichtende EU-Quoten für die Aufnahme von Migranten. Luxemburgs Regierung sprach sich für eine europäische Flüchtlingsbehörde aus.

Das Fünf-Seiten-Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurde von den Außenministern Frank-Walter Steinmeier (SPD), Laurent Fabius (Frankreich) und Paolo Gentilini (Italien) entwickelt. Wörtlich heißt es darin: «Kein Flüchtlingsstrom kann ein Grund für die katastrophalen humanitären Bedingungen sein, die wir in den vergangenen Wochen gesehen haben. Deshalb brauchen wir abgestimmte Verfahren und Institutionen sowie gemeinsame Standards in Europa.»

Zugleich müsse es eine effizientere «Rückführungspolitik» für Flüchtlinge geben, die illegal nach Europa kommen. Dazu gehöre eine Einigung in der EU, welche Herkunftsländer als sicher eingestuft werden können. Das Dokument wurde an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini weitergeleitet, um es beim informellen Treffen der EU-Außenminister am Freitag in Luxemburg diskutieren zu lassen.

Spaniens Außenminister José Manuel nannte die Gewichtung der Kriterien unfair, nach denen die EU-Kommission bislang die Verteilung von 40 000 Flüchtlingen aus Italien und Griechenland berechnet habe. Arbeitslosigkeitsstatistiken und bisherige Bemühungen zur Linderung der Flüchtlingskrise seien «nicht ausreichend stark gewertet» worden, sagte er der Zeitung «Die Welt» (Donnerstag).

Lettland, Litauen und die Slowakei bekräftigten ihr «Nein» zu Umverteilungsquoten. «Quoten halten keine Migranten auf, sie verhindern nicht, dass sie in Lkw oder auf Schiffen umkommen», sagte der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak der «Bild»-Zeitung (Donnerstag). «Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass diese Menschen nicht in die Slowakei kommen und bleiben wollen.» Sie wollten weiter nach Deutschland, Großbritannien und Schweden. Der litauische Außenminister Linas Linkevicius äußerte sich ähnlich. «Pflichtquoten lösen nicht das Problem. Wir wollen denen helfen, die um ihr Leben fürchten und vor Krieg fliehen, aber nicht denen, die nur besser leben wollen», sagte er dem Blatt. Sein lettischer Kollege Edgars Rinkevics forderte in der Zeitung, bei der Verteilung der Flüchtlinge stärker zu berücksichtigen, «was jedes Land leisten kann».

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn kritisierte, das «europäisch ausgerichtete, aber national verwaltete» Asylsystem führe zu «unglaublichen Diskrepanzen bei den Verfahrenslängen und Anerkennungsquoten». Deshalb müsse das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) in Malta zu einer Europäischen Flüchtlingsbehörde ausgebaut werden, die die Anwendung EU-weit gleicher Standards gewährleiste, sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag).

Ungarn rechtskonservativer Regierungschef Viktor Orban verteidigte in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag) die umstrittene Flüchtlingspolitik seines Landes und den Bau eines Zauns an der Grenze zu Serbien mit den Worten: «Wer überrannt wird, kann niemanden aufnehmen.» Orban rügte die «verfehlte Einwanderungspolitik» der EU und den mangelnden Schutz ihrer Außengrenzen. «Deshalb ist der Zaun, den wir Ungarn bauen, wichtig. Wir machen das nicht aus Spaß, sondern weil er notwendig ist.»

Orban kommt am Donnerstag nach Brüssel, um Hilfe zu erbitten. Geplant sind Treffen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Nach Kommissionsangaben will Ungarn acht Millionen Euro Nothilfe zur Versorgung ankommender Flüchtlinge erhalten. Brüssel hatte Ungarn ermahnt, in der Krise europäisches Recht einzuhalten. So müssten alle ankommenden Flüchtlinge mit Fingerabdrücken registriert werden.

Do, 2015-09-03 03:56
Sanaa (dpa)

Mindestens 28 Tote bei Doppelanschlag auf Moschee im Jemen

Sanaa (dpa) - Bei einem Doppelanschlag auf eine Moschee in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind der Nachrichtenagentur Saba zufolge mindestens 28 Menschen getötet worden. Wie das von den Huthi-Rebellen kontrollierte und ehemals staatliche Medium berichtete, wurden 75 weitere verletzt. Über Twitter verbreiteten Dschihadisten ein mutmaßliches Bekennerschreiben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Ziel des Attentats vom Mittwoch seien die Huthi gewesen, die die Stadt kontrollieren, hieß es.

Ein Vertreter der Gesundheitsbehörde sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Selbstmordattentäter habe sich im Gotteshaus während eines Gebets in die Luft gesprengt. Als Rettungskräfte die Verletzten bargen, detonierte vor der Moschee demnach eine Autobombe.

Das Gotteshaus war erst im Juli Ziel eines Anschlags. Es ist bekannt, dass Huthi-Unterstützer die Moschee besuchen. Die IS-Terrormiliz hatte sich in diesem Jahr bereits zu mehreren Angriffen auf Moscheen in Sanaa bekannt.

Die Huthi-Aufständischen haben große Teile des bitterarmen, arabischen Landes übernommen und die Regierung zur Flucht gezwungen. Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis fliegt seit März Luftangriffe gegen die Rebellen.

Wenige Stunden vor dem Doppelanschlag auf die Moschee hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitgeteilt, dass zwei seiner Mitarbeiter in dem Bürgerkriegsland getötet worden seien. Sie seien am Mittwoch gemeinsam mit anderen Kollegen in einem Konvoi zwischen der nördlichen Stadt Saada und Sanaa unterwegs gewesen, als vermutlich ein einzelner Täter auf die Fahrzeuge feuerte und die beiden jemenitischen Helfer erschoss. Wer hinter der Tat steckte, war zunächst unklar.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
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Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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