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Fr, 2016-05-06 23:11
Moskau (dpa)

Russland: Waffenruhe in Provinz Aleppo wird um 72 Stunden verlängert

Moskau (dpa) - Die Waffenruhe in der umkämpften syrischen Provinz Aleppo ist nach russischen Angaben um 72 Stunden verlängert worden. Es gehe darum, eine weitere Verschärfung der Situation in dem Bürgerkriegsland nicht zuzulassen, teilte am Freitagabend das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Frist laufe von diesem Samstag um 00.01 Uhr an, hieß es. Russland und die USA hatten sich zunächst auf eine erste Feuerpause in Aleppo für 48 Stunden geeinigt. Moskau ist ein enger Partner des Regimes in Damaskus. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurde auch eine Waffenruhe in Latakia um 72 Stunden verlängert.

Fr, 2016-05-06 23:06
Washington (dpa)

Auch Jeb Bush will nicht: «Ich werde Trump nicht wählen»

Washington (dpa) - Jeb Bush, frühzeitig gescheiterter US-Präsidentschaftsbewerber, wird Donald Trump nicht wählen. Trump habe weder die nötige Charakterstärke noch das Naturell, um Präsident zu werden, schrieb Bush am Freitag auf Facebook. Trump habe keinen Respekt vor der Verfassung, und er sei auch kein Konservativer.

«Ich werde im November weder Donald Trump noch Hillary Clinton wählen», schrieb Bush.

Der frühere Gouverneur von Florida schließt sich damit einer Reihe prominenter Republikaner an, die dem voraussichtlichen Kandidaten der Partei im Kampf um das Weiße Haus die Unterstützung versagen. Auch die früheren Präsidenten George Bush und Jebs Bruder George W. Bush unterstützen den New Yorker Milliardär nicht.

Jeb Bush war einer von ursprünglich 17 Bewerbern der Republikaner im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Er galt lange als Favorit. Nach einem eher erfolglosen Wahlkampf zog er die Konsequenzen und warf das Handtuch. Er wolle nun prinzipientreue Konservative im Bund und in den Staaten unterstützen, schrieb Bush.

Fr, 2016-05-06 23:08
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Warum Jeb Bush nicht Donald Trump wählen will

«Die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten ist ein Amt, das über die Tagespolitik hinausgeht. Um mit den unerwarteten Herausforderungen fertig zu werden, vor denen unsere Nation in den nächsten vier Jahren unausweichlich stehen wird, erfordert es von seinem Inhaber große Tapferkeit und Demut, das nötige Naturell und einen starken Charakter.

Donald Trump hat dieses Naturell oder eine solche Charakterstärke nicht unter Beweis gestellt. Er hat keinen Respekt für die Verfassung gezeigt. Und: Er ist kein konsequenter Konservativer. Dies alles sind Gründe, warum ich seine Kandidatur nicht unterstützen kann. (...) Ich werde im November weder Donald Trump noch Hillary Clinton wählen.»

(Jeb Bush, Ex-Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, am Freitag auf seiner Facebookseite.)

Fr, 2016-05-06 19:09
Washington (dpa)

Obama zu Trump: Präsidentschaft ist keine Reality-Show

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama wünscht sich mehr Ernsthaftigkeit in der Diskussion um seine Nachfolge. «Wir leben in ernsten Zeiten, und dies ist ein ernster Job, es geht hier nicht um Unterhaltung, und es ist auch keine Reality Show», sagte Obama am Freitag in Washington. Er war zuvor auf die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps für die US-Republikaner angesprochen worden. Die Kandidaten müssten plausible, machbare Pläne für ihre Politik vorlegen. Der Präsident forderte die Medien auf, die Pläne der Kandidaten genau zu durchleuchten. Wenn ein Kandidat Auffassungen zur Außenpolitik vertrete, die potenziell zu einem Krieg führen können, dann müsse darüber berichtet werden.

Fr, 2016-05-06 19:21
Pjöngjang (dpa)

Parteitreffen in Nordkorea von Geheimniskrämerei umgeben Von Dirk Godder, dpa

Nordkoreas Machthaber steht im Zentrum des ersten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei seit 36 Jahren. Gleich zum Auftakt deutet er an, dass er an seiner Atompolitik nichts ändern wird.

Pjöngjang (dpa) - Seit Monaten berichten Nordkoreas Staatsmedien überschwänglich über die Vorbereitungen zum ersten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 - doch der eigentliche Beginn am Freitag war von Geheimniskrämerei umgeben. Als Tausende Delegierte in Pjöngjang zusammentraten, hüllte sich das kommunistische Regime zunächst in Schweigen. Auch über das Programm der wahrscheinlich mehrtägigen Versammlung wurde erneut nichts mitgeteilt.

Über 100 von Pjöngjang eingeladene ausländische Medienvertreter warteten vergeblich an dem mit roten Parteibannern geschmückten Kulturhaus vom 25. April darauf, einen Blick auf den Kongress werfen zu können, wie die BBC berichtete.

Erst am Abend wurden Ausschnitte aus der Eröffnungsrede von Machthaber Kim Jong Un im staatlichen Fernsehen gezeigt. Und der Diktator deutete direkt an, dass er nicht vorhat, von seinem Konfrontationskurs gegen die USA abzuweichen. Den vierten Atomtest des Landes im Januar und einen umstrittenen Raketenstart, der ebenfalls weltweit auf Empörung stieß, pries er als großen Erfolg.

Schon vorher hatte man in Südkorea erwartet, dass Kim seine Doppel-Strategie vom Aufbau einer Atomstreitmacht und der gleichzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung bekräftigen wird. Seine Ziele sind seit 2013 klar, als das Zentralkomitee der Partei die neue strategische Linie beschlossen hatte.

Kims Kurs wird in Südkorea wie im Westen als perspektivlos und voller Widersprüche kritisiert. Nordkorea verteidigt seine Atomrüstung unter anderem damit, dass es sich gegen die USA schützen müsse, denen eine feindselige Politik unterstellt wird. 

Es gab bei Kims Machtübernahme von seinem Ende 2011 gestorbenen Vater Kim Jong Il zunächst die leise Hoffnung, er könne eine Öffnung oder gar eine Wende in der Atompolitik herbeiführen. Doch hatten sie sich spätestens mit dem Atomtest im Februar 2013 - dem damals dritten des Landes - zerschlagen.

Keinen Zweifel gibt es auch daran, dass das isolierte Land mit dem Kongress weltweite Aufmerksamkeit auf sich lenken will. In der Propaganda des Landes wird seit Monaten von einem «historischen Ereignis» gesprochen, die Partei als «Mutter» der Koreaner bezeichnet. Formal ist der Kongress, der ursprünglich alle fünf Jahre abgehalten werden sollte, das höchste Gremium der Partei. 

Einig sind sich Regierung und Experten in Seoul, dass Kim die Partei neben dem Militär als Stütze braucht. «Nordkorea scheint durch den Parteikongress das auf die sozialistische Partei zentrierte System und Kim Jong Uns Herrschaft festigen wollen», sagte der Sprecher des Vereinigungsministeriums vor Beginn des Kongresses in Pjöngjang. 

In Südkorea geht man zwar davon aus, dass Kim die Zügel derzeit in der Hand hält, doch wie weit seine Macht wirklich gefestigt ist, bleibt unklar. Diverse politische Säuberungsaktionen während seiner Herrschaft, denen sogar ein Onkel Kims zum Opfer fiel, waren für Seoul auch ein mögliches Anzeichen dafür, dass er sich keineswegs sicher fühlt und sich daher einer «Terrorherrschaft» bediene.   Ein weiteres Rätsel ist, warum die Pause zwischen dem sechsten und siebten Parteikongress 36 Jahre lang war. In Südkorea erklärt man sich das unter anderem damit, dass das mit dem wirtschaftlichen Niedergang zu tun gehabt habe. Allerdings gab es bereits 2010 und 2012 Parteidelegierten-Konferenzen. Die Unterschiede zum Parteikongress sind dabei für Beobachter nicht allzu klar. Bei dem Treffen vor vier Jahren hatte die Partei Kim Jong Un, der auch Armeechef ist, zum ersten Parteisekretär gekürt. Es wird nicht ausgeschlossen, dass ihn der Kongress als Parteichef bestätigt und ihm damit die Vollmachten des alleinigen Herrschers sichert.  

Fr, 2016-05-06 18:33
Berlin (dpa)

Rüstungshilfe für Anti-Terror-Kampf in Jordanien und Tunesien

Berlin (dpa) - Deutschland will Jordanien und Tunesien nach «Spiegel»-Informationen Rüstungshilfe in jeweils zweistelliger Millionenhöhe für den Kampf gegen den Terror gewähren. Der Regierung im jordanischen Amman sollen 25 Millionen Euro für den Kauf von «Marder»-Schützenpanzern zur Verfügung gestellt werden. Auch Tunesien werde mit einem zweistelligen Millionenbetrag unterstützt, schreibt das Nachrichtenmagazin. Das Verteidigungsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.

Jordanien grenzt an das Bürgerkriegsland Syrien, Tunesien an das Krisenland Libyen. Die Bundesregierung hatte im vergangenen September beschlossen, den Kampf gegen den Terrorismus in solchen Ländern mit 100 Millionen Euro zu unterstützen. Das Geld soll unter anderem für Grenzsicherung, Minenräumung, Sicherheitsreformen, aber auch für Rüstungsexporte verwendet werden.

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Fr, 2016-05-06 18:47
(dpa)

Hund tötet 18 Monate altes Kind im Elsass

Straßburg (dpa) - Ein Hund hat in einem Dorf im Elsass einen 18 Monate alten Jungen getötet. Der Hund habe das Kind am Freitagnachmittag in Epfig südwestlich von Straßburg attackiert und mehrfach gebissen, berichtete die französische Regionalzeitung «L'Alsace» am Freitag unter Berufung auf erste Angaben von Ermittlern der Gendarmerie. Das Tier sei angeleint gewesen und soll der Familie des Opfers gehören. Es handele sich um einen American Staffordshire Terrier, der als Kampfhunderasse gilt. Nähere Details zum Hergang wurden zunächst nicht genannt. Nach Angaben der Regionalzeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace» leitete die Staatsanwaltschaft von Colmar eine Untersuchung ein.

Fr, 2016-05-06 18:19
Washington (dpa)

US-Republikaner: Ist Trump Chance oder Bürde für die kranke Partei? Von Michael Donhauser, dpa

Was nun, Grand Old Party? Alle Versuche, Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu verhindern, sind gescheitert. Die Partei steht jetzt vor der Frage: Lassen wir ihn oder formen wir ihn?

Washington (dpa) - Parteien wollen vor allem eines: Wahlen gewinnen. Die US-Republikaner sind da keine Ausnahme. Und weil viele in der Grand Old Party nicht glauben, dass dies mit dem schrillen Donald Trump möglich ist, ist über den Umgang mit dem designierten Kandidaten ein innerparteiliches Erdbeben ausgebrochen. Soll man den ungeliebten Seiteneinsteiger in seinem Kampf ums Weiße Haus unterstützen? Oder das Rennen 2016 lieber laufen lassen und einen geeigneten Kandidaten für 2020 aufbauen?

In großen Teilen der Republikaner wird Donald Trump eher als Gefahr denn als Chance begriffen. 2016 wählen die Amerikaner gleichzeitig mit ihrem Präsidenten auch einen Teil des Senats. Verlieren die Republikaner vier Sitze, verlieren sie auch die Mehrheit an die Demokraten. Diese hätten dann plötzlich völlig neue Möglichkeiten, könnten etwa den mächtigen Supreme Court, das Oberste Gericht der USA, mit einem ihrer Gefolgsleute nachbesetzen.

Die Hoheit über den Senat ist ein riesiger Machtfaktor. In Arizona kandidiert etwa das Republikaner-Urgestein John McCain mit 79 Jahren noch einmal: Dank Trump stehe ihm «das Rennen meines Lebens bevor» unkt McCain, der 2008 den Präsidentschaftswahlkampf gegen Barack Obama verloren hatte. Auch in Pennsylvania, Wisconsin, Ohio, North Carolina und anderen Staaten stehen Senatssitze auf der Kippe.

Erste Experten sprechen schon die Möglichkeit an, die Republikaner könnten wegen Trump auch das Repräsentantenhaus an die Demokraten verlieren - vor wenigen Wochen war das noch für unmöglich gehalten worden. Trump seinerseits führt seine Erfolge ins Feld. Er hat die meisten Stimmen geholt, die je ein Republikaner-Kandidat im Vorwahlkampf bekommen hat.

Die Republikaner haben Probleme mit der Persönlichkeit Trumps. Die in Teilen erzkonservative Partei, die für christliche Werte, Bibeltreue, und Fleiß steht, soll sich hinter einem Glitzer-Kandidaten vereinen, der eher wie ein Boxpromotor daherkommt, als wie ein Präsident? «So weit bin ich noch nicht», bekennt Paul Ryan, Präsident des Abgeordnetenhauses und derzeit vielleicht mächtigster Mann der Republikaner.

Hinter dem Zögern steckt auch Kalkül. Viele Republikaner sehen in Trump einen verkappten Linken. Er stehe programmatisch sogar links von Hillary Clinton. Die Klinikkette Planned Parenthood, unter anderem Anbieter von Abtreibungen, ist der natürliche Feind der sozialkonservativen Republikaner. Trump weist auf ihre Erfolge hin. In die Debatte um Transgender-Rechte haben sich viele Republikaner ideologisch regelrecht verbissen. Trump sagt sinngemäß: «Mir doch egal!»

Ryan will Trump nach rechts drängen, programmatisch das eine oder andere Hühnchen rupfen, ihn wenigstens einigermaßen auf Parteilinie bringen, bevor er seine Unterstützung zusichert. Anders glaubt er, droht ein Wahldesaster für die Rechte. Hinzu kommt: Einflussreiche Spender sehen ihre Millionen für die Republikaner nicht mehr als gutes Investment, wenn Trump an die Macht kommt. Die Gebrüder Koch etwa, die zu den größten Parteispendern überhaupt gehören, haben angekündigt, diesmal wohl keinen Republikaner zu unterstützen.

Die Umfragen sehen Trump derzeit mindestens sieben Prozentpunkte hinter seiner mutmaßlichen Kontrahentin Hillary Clinton. Mehr als die Prozentzahlen macht den Republikanern aber die Wahl-Systematik in den USA Kopfzerbrechen. Wenn Clinton die 19 Staaten gewinnt, die die Demokraten bei den vergangenen sechs Wahlen immer geholt hatten und auch Florida für sich entscheidet, ist sie Präsidentin.

«Trump hat es sicher deutlich schwerer als Clinton, ans Ziel zu kommen», sagte der US-Meinungsforscher Patrick Murray von der Monmouth University im Gespräch mit der dpa. Die Republikaner bekommen kaum Stimmen von Schwarzen, wenig von der schnell wachsenden Bevölkerungsgruppe der Latinos, die sich Trump mit seinen Mauerfantasien in Richtung Mexiko zusätzlich zum Feind machte. Nicht umsonst ließ er sich bereits am Freitag beim Taco-Essen an seinem Schreibtisch in New York fotografieren. «Ich liebe Hispanics», twitterte er.

Doch Murray sagt auch: «Seit Donald Trump im Rennen ist, sind alle Prognosen Schall und Rauch.» Historische Vergleiche etwa zu früheren Wahljahren hätten sich schon im Vorwahlkampf 2016 als Makulatur erwiesen. Die «Washington Post» warnte bereits am Freitag vor zuviel Enthusiasmus im Clinton-Lager. «Trump ist ein Gegner, gegen den es schwer ist anzukommen.» Er habe auf dem Weg zur Kandidatur 16 Gegner «systematisch zerstört», urteilte das Blatt und rief die demokratische Kandidatin hinsichtlich seiner teils sexistischen Äußerungen auf: «Geh ihm nicht auf den Leim, Hillary!»

Fr, 2016-05-06 18:44
Pjöngjang (dpa)

Nordkoreas Machthaber feiert bei Parteikongress den jüngsten Atomtest

Der Regime-Chef zeigt sich von den Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomprogramms unbeeindruckt. Er nutzt den ersten Kongress der Arbeiterpartei seit 36 Jahren, um seine umstrittene Atompolitik zu preisen.

Pjöngjang (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Auftakt des ersten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 seine Atompolitik gepriesen. Nordkoreas Militär und das Volk hätten zuletzt den ersten Wasserstoffbombentest unternommen sowie einen Satelliten ins All befördert - und damit «die Würde des Landes und seine Macht gestärkt», sagte Kim in seiner Eröffnungsrede am Freitag in Pjöngjang. Er trug für ihn unüblich einen dunklen Anzug westlichen Schnitts mit Krawatte.

Kim feierte vor Tausenden Parteidelegierten den Atomversuch im Januar und einen ebenfalls umstrittenen Raketenstart im Februar als «historische Meilensteine», allen internationalen Sanktionen zum Trotz. Der Kongress gilt als wichtigste Versammlung des isolierten Staates seit Jahren. 

Nordkorea hatte behauptet, bei dem Test im Januar eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Dies wurde jedoch von Experten in Südkorea und im Westen bezweifelt. Eine solche Bombe hat eine viel größere Explosionskraft als eine herkömmliche Atombombe.

Seit dem Atomtest nehmen die Spannungen in der Region zu. Der UN-Sicherheitsrat hatte als Antwort auf den Nuklearversuch - den vierten - und den umstrittenen Start einer Weltraumrakete die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. 

Der Kongress im Haus der Kultur in Pjöngjang wurde hinter verschlossenen Türen eröffnet. Es wurde erwartet, dass Kim den Parteitag benutzt, um seine Stellung zu festigen, Führungsämter mit loyalen Anhängern neu besetzt sowie politische und wirtschaftliche Richtlinien ausgibt.  

Offiziell teilte das Regime aber zunächst nichts über Programm oder Dauer mit. Über 100 eingeladene ausländische Medienvertreter wurden nicht in den Tagungssaal gelassen.

Nach Berichten der amtlichen chinesischen Agentur Xinhua waren etwa 3000 Partei-Delegierte aus dem ganzen Land zu dem Kongress angereist, der vermutlich drei Tage dauern werde. Am ersten Tag wurde ein Rechenschaftsbericht Kims zur Lage des Landes erwartet.

Wie viel davon nach außen dringen wird, war zunächst unklar. Die Staatsmedien sprachen in dieser Woche von einem «historischen Ereignis», das den revolutionären Glauben der Nordkoreaner demonstrieren werde. Grundlage des nordkoreanischen Systems ist eine sozialistische Wirtschafts- und Staatsform, die vom früheren Staatschef und Kims Großvater, Kim Il Sung eingeführt wurde. 

Beobachter gingen davon aus, dass der Kongresse die Ende März 2013 beschlossene Doppel-Strategie im Prinzip bekräftigen wird, nach dem der Aufbau einer Atomstreitmacht und die Entwicklung der Wirtschaft parallel betrieben werden sollen.   

Südkoreanische Medien spekulierten, dass Kim Jong Un seine Schwester Kim Yo Jong, die Ende 20 sein soll, auf einen höheren Posten in der Partei befördern könnte. Sie soll derzeit als stellvertretende Leiterin der Propagandaabteilung des Zentralkomitees tätig sein.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Fr, 2016-05-06 16:03
Damaskus (dpa)

Entsetzen über Bomben auf syrische Flüchtlinge - UN wollen ermitteln

Rund 30 Menschen sterben durch Bomben auf ein Flüchtlingslager im Nordwesten Syriens. Menschenrechtler sehen ein mögliches Kriegsverbrechen. Die Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig.

Damaskus (dpa) - Der verheerende Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Nordwesten Syriens mit rund 30 Toten hat international scharfe Kritik und Entsetzen ausgelöst. Die Bundesregierung verurteilte die Bombardierung am Freitag scharf. «Wer so handelt, gefährdet alle Grundlagen einer friedliche Lösung des Konflikts», sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts. Syriens Opposition machte das Regime für den Angriff verantwortlich. Russland beschuldigte hingegen die radikale Al-Nusra-Front, den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Bei dem Angriff auf das Flüchtlingslager Kammuna waren am Donnerstag nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen, darunter Kinder. Rettungshelfer vor Ort meldeten mehr als 30 Tote und 80 Verletzte. Videos, die die Opposition und Aktivisten im Internet verbreiteten, zeigten verkohlte Leichen und niedergebrannte Zelte.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, kündigte eine Untersuchung an. Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass die Angriffe nur ein zufälliger Unfall gewesen seien, sagte er. «Es ist viel wahrscheinlicher, dass sie beabsichtigt waren und einem Kriegsverbrechen gleichkommen.» Die UN würden hart daran arbeiten, die Luftangriffe zu untersuchen. «Wir werden nichts unversucht lassen», um Beweise zu sammeln», sagte al-Hussein. Auch UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien zeigte sich entsetzt.

Zunächst gab es keine unabhängigen Erkenntnisse darüber, wer für den Luftangriff verantwortlich ist. Syriens Opposition machte das Regime für die Bombardierung verantwortlich. Syriens Militär und sein Verbündeter Russland wiesen hingegen jeden Verantwortung für den Luftangriff zurück. Russische Flugzeuge seien in der Region nicht unterwegs gewesen, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau.

Er beschuldigte vielmehr die radikale Al-Nusra-Front. «Nach dem Grad der Zerstörungen, die auf Fotos und Videos zu sehen sind, könnte der Beschuss durch Mehrfachraketenwerfer absichtlich oder versehentlich erfolgt sein - und zwar durch die Al-Nusra-Front, die in diesem Gebiet aktiv ist», sagte Konaschenkow. Rettungshelfer vor Ort hatten dagegen berichtet, Jets hätten zwei Angriffe geflogen. Sie verbreiteten dazu ein Video, auf dem deutlich ein Flugzeug zu hören ist.

Das Lager liegt in der Provinz Idlib, die bisher im wesentlichen von Syriens Luftwaffe und ihrem engen Verbündeten Russland angegriffen wurde. Die US-geführte internationale Koalition ist normalerweise weiter im Osten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Einsatz. Syriens Opposition besitzt keine Luftwaffe.

Laut den Menschenrechtsbeobachtern gehört das Lager zu einer Region unter Kontrolle der Al-Nusra-Front. «Dies gibt aber niemandem das Recht, Zivilisten anzugreifen, wo auch immer sie sich aufhalten», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, erklärte, es gebe keine Rechtfertigung für einen solchen Angriff auf Zivilisten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer schweren Verletzung humanitären Völkerrechts.

Der Luftangriff erschwert internationale Bemühungen um eine Rückkehr zu einem landweiten Waffenstillstand. Erst in dieser Woche hatten sich die USA und Russland auf eine neue Feuerpause für die schwer umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo geeinigt, nachdem die Gewalt dort in den vergangenen zwei Wochen eskaliert war. Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt hatte Syriens Opposition die ins Stocken geratenen Genfer Friedensgespräche mit Vertretern des Regimes verlassen.

Fr, 2016-05-06 17:54
Nairobi (dpa)

Kenia will Flüchtlingslager mit 600 000 Menschen auflösen

Nairobi (dpa) - Die kenianische Regierung hat die Schließung von zwei Flüchtlingslagern mit insgesamt 600 000 Menschen angekündigt. Die Auflösung solle so schnell wie möglich erfolgen, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Die Regierung befürchte, dass in einem der Lager Terroristen rekrutiert und ausgebildet werden.

Bereits vor einem Jahr hatte Kenia mit der Schließung des größten Flüchtlingslagers der Welt, Dadaab, gedroht. Dort leben nach UN-Angaben rund 330 000 Menschen somalischer Herkunft. In dem zweiten zur Schließung angekündigten Flüchtlingslager in Kakuma seien es rund 55 000 Somalis und mehr als 90 000 Menschen aus dem Südsudan.

Kenias Regierung bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe, um das «Leiden der Flüchtlinge zu lindern». Man müsse gemeinsam die Verantwortung für die Flüchtlinge übernehmen, hieß es in der Mitteilung.

Die erste Ankündigung erfolgte nach einem Angriff der somalischen Al-Shabaab-Miliz auf die Universität Garissa im Osten Kenias im April 2015. Bei dem Angriff wurden 148 Menschen getötet. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen hatten das Vorhaben Kenias heftig kritisiert. Die Schließung würde «dramatische und lebensbedrohliche» Folgen haben, sagte damals etwa die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Fr, 2016-05-06 17:15
Washington (dpa)

US-Republikaner: Ist Trump Chance oder Bürde für die kranke Partei? Von Michael Donhauser, dpa

Was nun, Grand Old Party? Alle Versuche, Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu verhindern, sind gescheitert. Die Partei steht jetzt vor der Frage: Lassen wir ihn oder formen wir ihn?

Washington (dpa) - Parteien wollen vor allem eines: Wahlen gewinnen. Die US-Republikaner sind da keine Ausnahme. Und weil viele in der Grand Old Party nicht glauben, dass dies mit dem schrillen Donald Trump möglich ist, ist über den Umgang mit dem designierten Kandidaten ein innerparteiliches Erdbeben ausgebrochen. Soll man den ungeliebten Seiteneinsteiger in seinem Kampf ums Weiße Haus unterstützen? Oder das Rennen 2016 lieber laufen lassen und einen geeigneten Kandidaten für 2020 aufbauen?

In großen Teilen der Republikaner wird Donald Trump eher als Gefahr denn als Chance begriffen. 2016 wählen die Amerikaner gleichzeitig mit ihrem Präsidenten auch einen Teil des Senats. Verlieren die Republikaner vier Sitze, verlieren sie auch die Mehrheit an die Demokraten. Diese hätten dann plötzlich völlig neue Möglichkeiten, könnten etwa den mächtigen Supreme Court, das Oberste Gericht der USA, mit einem ihrer Gefolgsleute nachbesetzen.

Die Hoheit über den Senat ist ein riesiger Machtfaktor. In Arizona kandidiert etwa das Republikaner-Urgestein John McCain mit 79 Jahren noch einmal: Dank Trump stehe ihm «das Rennen meines Lebens bevor» unkt McCain, der 2008 den Präsidentschaftswahlkampf gegen Barack Obama verloren hatte. Auch in Pennsylvania, Wisconsin, Ohio, North Carolina und anderen Staaten stehen Senatssitze auf der Kippe.

Erste Experten sprechen schon die Möglichkeit an, die Republikaner könnten wegen Trump auch das Repräsentantenhaus an die Demokraten verlieren - vor wenigen Wochen war das noch für unmöglich gehalten worden. Trump seinerseits führt seine Erfolge ins Feld. Er hat die meisten Stimmen geholt, die je ein Republikaner-Kandidat im Vorwahlkampf bekommen hat.

Die Republikaner haben Probleme mit der Persönlichkeit Trumps. Die in Teilen erzkonservative Partei, die für christliche Werte, Bibeltreue, und Fleiß steht, soll sich hinter einem Glitzer-Kandidaten vereinen, der eher wie ein Boxpromotor daherkommt, als wie ein Präsident? «So weit bin ich noch nicht», bekennt Paul Ryan, Präsident des Abgeordnetenhauses und derzeit vielleicht mächtigster Mann der Republikaner.

Hinter dem Zögern steckt auch Kalkül. Viele Republikaner sehen in Trump einen verkappten Linken. Er stehe programmatisch sogar links von Hillary Clinton. Die Klinikkette Planned Parenthood, unter anderem Anbieter von Abtreibungen, ist der natürliche Feind der sozialkonservativen Republikaner. Trump weist auf ihre Erfolge hin. In die Debatte um Transgender-Rechte haben sich viele Republikaner ideologisch regelrecht verbissen. Trump sagt sinngemäß: «Mir doch egal!»

Ryan will Trump nach rechts drängen, programmatisch das eine oder andere Hühnchen rupfen, ihn wenigstens einigermaßen auf Parteilinie bringen, bevor er seine Unterstützung zusichert. Anders glaubt er, droht ein Wahldesaster für die Rechte. Hinzu kommt: Einflussreiche Spender sehen ihre Millionen für die Republikaner nicht mehr als gutes Investment, wenn Trump an die Macht kommt. Die Gebrüder Koch etwa, die zu den größten Parteispendern überhaupt gehören, haben angekündigt, diesmal wohl keinen Republikaner zu unterstützen.

Die Umfragen sehen Trump derzeit mindestens sieben Prozentpunkte hinter seiner mutmaßlichen Kontrahentin Hillary Clinton. Mehr als die Prozentzahlen macht den Republikanern aber die Wahl-Systematik in den USA Kopfzerbrechen. Wenn Clinton die 19 Staaten gewinnt, die die Demokraten bei den vergangenen sechs Wahlen immer geholt hatten und auch Florida für sich entscheidet, ist sie Präsidentin.

«Trump hat es sicher deutlich schwerer als Clinton, ans Ziel zu kommen», sagte der US-Meinungsforscher Patrick Murray von der Monmouth University im Gespräch mit der dpa. Die Republikaner bekommen kaum Stimmen von Schwarzen, wenig von der schnell wachsenden Bevölkerungsgruppe der Latinos, die sich Trump mit seinen Mauerfantasien in Richtung Mexiko zusätzlich zum Feind machte. Nicht umsonst ließ er sich bereits am Freitag in einem Taco-Restaurant in New York beim Essen fotografieren. «Ich liebe Hispanics», twitterte er.

Doch Murray sagt auch: «Seit Donald Trump im Rennen ist, sind alle Prognosen Schall und Rauch.» Historische Vergleiche etwa zu früheren Wahljahren hätten sich schon im Vorwahlkampf 2016 als Makulatur erwiesen. Die «Washington Post» warnte bereits am Freitag vor zuviel Enthusiasmus im Clinton-Lager. «Trump ist ein Gegner, gegen den es schwer ist anzukommen.» Er habe auf dem Weg zur Kandidatur 16 Gegner «systematisch zerstört», urteilte das Blatt und rief die demokratische Kandidatin hinsichtlich seiner teils sexistischen Äußerungen auf: «Geh ihm nicht auf den Leim, Hillary!»

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-05-06 17:17
Dippoldiswalde (dpa)

Ein Jahr Haft für Neonazi nach Stahlhelm-Angriff auf Flüchtlinge

Dippoldiswalde (dpa) - Nach einem Angriff mit einem Stahlhelm auf Flüchtlinge im sächsischen Erzgebirge ist ein 32-jähriger Neonazi zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Dippoldiswalde sprach ihn am Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig, wie die Richterin mitteilte. Der vorbestrafte Mann hatte bei der Attacke im Januar 2016 auf einem Rodelhang in Geising einen Stahlhelm mit deutlich sichtbarem Hakenkreuz getragen. Zudem hatte sich der glatzköpfige Mann ein «Hitlerbärtchen» rasiert und mehrfach den Hitlergruß gezeigt. Als zwei Flüchtlinge aus Afghanistan ihm aus seiner Sicht zu nah kamen, griff er sie laut Urteil an, beleidigte sie und schlug einen von ihnen mit dem Helm nieder. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Fr, 2016-05-06 16:47
Sotschi (dpa)

Russland will Dialog mit Japan trotz Insel-Streit ausbauen

Sotschi (dpa) - Trotz des Streits um eine Inselgruppe im Pazifik haben sich der russische Präsident Wladimir Putin und Japans Regierungschef Shinzo Abe zu Gesprächen getroffen. «Japan ist nicht nur unser Nachbar, sondern auch Partner im Pazifik», sagte Putin am Freitag bei dem Treffen in Sotschi nach Angaben der Agentur Interfax. Beide Länder sollten gerade wegen der politischen Spannungen größte Aufmerksamkeit auf den Ausbau der Beziehungen legen. Abe betonte, er wolle einen offenen Meinungsaustausch mit Putin über bilaterale Themen. Dazu gehörten auch Friedensgespräche.

Seit Jahrzehnten streiten beide Länder um das Kurilen-Archipel, das zwischen der russischen Kamtschatka-Halbinsel und der japanischen Insel Hokkaido liegt. Japan hatte die Südkurilen nach der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion verloren, Tokio fordert ihre Rückgabe. Moskau lehnt dies ab. Erst Ende März kündigte Moskau an, den Bau eines Militärstützpunkts für seine Kriegsflotte auf den Kurilen zu prüfen.

Fr, 2016-05-06 17:26
Pjöngjang (dpa)

Nordkoreas Machthaber feiert umstrittenen Atomtest als großen Erfolg

Pjöngjang (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Auftakt des ersten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 den Atomtest des Landes im Januar als großen Erfolg gefeiert. Durch den ersten Wasserstoffbombentest durch das Militär und einen Satellitenstart seien «die Würde des Landes und seine Macht» gestärkt worden, sagte Kim in einer Eröffnungsrede am Freitag. Sein Auftritt sei am Abend vom staatlichen TV-Sender gezeigt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der UN-Sicherheitsrat hatte als Antwort auf den neuen Atomtest Nordkoreas und den umstrittenen Start einer Weltraumrakete die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft.  

Fr, 2016-05-06 16:44
Rom (dpa)

Ein Argentinier als Gewissen Europas - Franziskus' wagemutiger Traum Von Carola Frentzen und Miriam Schmidt, dpa

In Rom strahlt die Sonne - aber über Europa liegen dunkle Wolken. Der Papst nutzt die Karlspreisverleihung, um eine Vision für den zerrissenen Kontinent zu zeichnen. Im Mittelpunkt seiner aufrüttelnden Rede: der Mut zum Träumen - und zum Handeln.

Rom (dpa) - Einen passenderen Ort für die Verleihung des Karlspreises an Papst Franziskus hätte der Vatikan kaum wählen können. Die ebenso prunkvolle wie wuchtige Sala Regia im Apostolischen Palast war dem Gewicht der Botschaft des Papstes an Europa angemessen. «Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit?», fragte der 79-Jährige. Ruhig und liebevoll klang seine Stimme, nicht vorwurfsvoll oder provozierend. «Was ist mit dir los, Europa, du Heimat von Dichtern, Philosophen, Künstlern, Musikern, Literaten?» Die rund 500 aus der alten Kaiserstadt Aachen angereisten Gäste saßen nachdenklich da, links von ihnen die Seeschlacht von Lepanto - eindrucksvoll von Renaissance-Meister Giorgio Vasari als Fresco auf der Wand verewigt.

Menschen auf Schiffen reichen darauf Ertrinkenden die Hände, Verzweifelte klammern sich an Leitern und Boote, andere versinken bereits in den Fluten. Die Szene ruft hochaktuelle Bilder ins Gedächtnis, Berichte von immer neuen Tragödien im Mittelmeer, bei denen jedes Jahr Hunderte, Tausende ihr Leben verlieren. Europa ist auf dem Weg, sich wegen des Flüchtlingszustroms zwischen neuen Nationalismen und einem wiederaufblühenden Populismus zu verlieren, davor warnen Experten schon lange.

Deshalb müsse der Kontinent sich endlich an seine ursprünglichen Ideale erinnern, fordert der Papst. «Die Pläne der Gründerväter, jener Herolde des Friedens und Propheten der Zukunft, sind nicht überholt: Heute mehr denn je regen sie an, Brücken zu bauen und Mauern einzureißen», sagt er - wohl auch mit Blick auf Pläne Österreichs, am Brennerpass wieder Grenzkontrollen einzuführen, um den Flüchtlingszustrom aus Italien einzudämmen. Pläne, die von Italien wie auch Deutschland gleichermaßen kritisiert werden.

Den Karlspreis bekam Jorge Mario Bergoglio, obwohl - oder vielleicht gerade weil - er Südamerikaner ist und somit einen anderen, unverstellten Blick auf Europa hat. Viele betrachten ihn fast selbst wie einen Propheten, der Rettung bringen kann. Denn Franziskus bezieht Stellung, mischt sich ein - als Papst und als Mensch. Oft hat er seit seinem Amtsantritt 2013 an das Gewissen der Menschheit appelliert und zu mehr Solidarität mit Bedürftigen aufgerufen. Und er hat Barmherzigkeit vorgelebt, hat Obdachlose in den Vatikan eingeladen, Kranke besucht, Flüchtlingen zu Ostern die Füße gewaschen und mehreren syrischen Familien Zuflucht im Kirchenstaat gewährt.

Denn besonders das Schicksal der Flüchtlinge liegt dem Argentinier am Herzen: Er zeigt Mitgefühl, wo andere ausgrenzen und braut Brücken, wo andere Zäune errichten. Schon 2014 hatte er vor dem Europaparlament betont, Europa dürfe die Ideale seiner Gründerväter nicht verraten und müsse um jeden Preis verhindern, dass das Mittelmeer sich in einen riesigen Friedhof Verzweifelter verwandele.

Auch am Freitag erinnert er die Zuhörer mehrmals an die, die einst den Mut hatten, Europa zu erdenken. «Sie hatten die Kühnheit, nicht nur von der Idee Europa zu träumen, sondern wagten, die Modelle, die bloß Gewalt und Zerstörung hervorbrachten, radikal zu verändern», so Franziskus. «Sie wagten, nach vielseitigen Lösungen für die Probleme zu suchen, die nach und nach von allen anerkannt wurden.»

Die mitreißende Rede des Papstes kam an bei den Mächtigen und Entscheidern in Europa. Sie habe Franziskus' Worte als «Ermutigung» empfunden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die wie auch die EU-Spitzen und viel andere Prominenz eigens nach Rom gereist war. Der Argentinier habe dazu aufgefordert, «Europa zusammenzuhalten, sei es, wenn es um die Währung geht, sei es, wenn es um den Schutz unserer Außengrenze geht und vor allen Dingen, die Menschlichkeit und die humanitäre Aufgabe Europas nicht zu vergessen», lobte Merkel.

Dennoch könnten auch dem Papst bald die Rezepte für Europa ausgehen. Schon vor zwei Jahren hatte er den Kontinent in Straßburg als «Großmutter» und «unfruchtbar» bezeichnet, und seither hat sich die Situation eher noch verschlimmert. Wie dunkle Wolken ziehen immer mehr Rechtspopulisten auf, die sich mit Parolen gegen den Islam und gegen alles Fremde im allgemeinen Gehör verschaffen und in der Politik als neue Stimme Europas mitmischen.

Die Vision des Papstes ist eine andere. Immer wieder betont er in seiner Rede, von welcher Art Europa er träumt: einem jungen, brüderlichen, auf Nächstenliebe gründenden und «nicht von den endlosen Bedürfnissen des Konsumismus» beschmutzten Kontinent. Aber manche Träume bleiben eben Träume. Und so klingt der letzte Satz der Rede fast schon etwas resigniert: «Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.»

Fr, 2016-05-06 16:24
Genf (dpa)

Unicef fordert besseren Schutz für flüchtende Kinder

Genf (dpa) - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) fordert die EU auf, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen besseren und schnelleren Schutz zukommen zu lassen. Im vergangenen Jahr hätten 96 500 Kinder ohne Begleitung in Europa Zuflucht gesucht, hieß es am Freitag in Genf. Viele von ihnen seien nach einer ersten Registrierung spurlos verschwunden. Nach Schätzungen der EU-Polizeibehörde Europol wird jedes neunte Kind vermisst. Unicef befürchtet, dass noch weit mehr Kinder abgängig sind. Diese Jungen und Mädchen seien besonders gefährdet für Missbrauch und Ausbeutung.

Kinder müssen nach Angaben der UN-Behörde vom Zeitpunkt der Registrierung bis zur Überstellung in ihre neue Heimat bis zu elf Monate warten. Das dürfe künftig höchstens drei Monate dauern. Familienzusammenführungen sollten ebenfalls deutlich schneller stattfinden. Viele Kinder reißen aus Lagern aus, um zu ihren Verwandten zu gelangen.

Der Großteil der unbegleiteten Minderjährigen kam nach Angaben der Statistikbehörde der Europäischen Union (Eurostat) im Vorjahr aus Afghanistan. Die zweitgrößte Gruppe stellten Syrer dar.

Fr, 2016-05-06 16:55
Kairo (dpa) 

Prominenter Menschenrechtsanwalt in Ägypten festgenommen

Kairo (dpa) - Wegen eines angeblichen Putschversuches haben Ägyptens Sicherheitskräfte in Kairo den prominenten Menschenrechtsanwalt Malik Adli festgenommen. Der Jurist sei zu weiteren Befragungen für 15 Tage in Untersuchungshaft genommen worden, meldete die regierungsnahe Nachrichtenseite Al-Ahram am Freitag. Adli wird demnach zudem vorgeworfen, Proteste gegen die Regierung angezettelt und falsche Nachrichten verbreitet zu haben.

Nach Angaben lokaler Medien wurden neben ihm acht weitere Verdächtige festgenommen. Die Adli und andere Aktivisten hatten Ende April zu Protesten gegen die geplante Übergabe von zwei ägyptischen Inseln an Saudi-Arabien aufgerufen. Sicherheitskräfte nahmen Hunderte Aktivsten in Haft, um die Demonstrationen zu unterdrücken.

Aktivisten kritisieren in Ägypten immer wieder massive Verstöße gegen die Menschenrechte. In dieser Woche hatten die Spannungen zwischen dem Journalistenverband und der Regierung zugenommen. Der Verband fordert den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar, weil sie ihn für eine Razzia auf die Zentrale der Organisation verantwortlich macht. Dabei waren am Sonntag zwei Reporter verhaftet worden.

Fr, 2016-05-06 16:10
Pjöngjang (dpa)

Nordkorea hält ersten Parteikongress seit 1980 ab

Im abgeschotteten Nordkorea gibt es nach 36 Jahren wieder einen Kongress der Arbeiterpartei. Was genau besprochen wird, bleibt allerdings zunächst ein Rätsel.

Pjöngjang (dpa) - Inmitten zunehmender Spannungen wegen seines Atomprogramms hat Nordkorea hinter verschlossene Türen den ersten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 eröffnet. Nordkoreanische Beamte hätten den Beginn am Freitag im Haus der Kultur in Pjöngjang bestätigt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus der nordkoreanischen Hauptstadt. Es wurde erwartet, dass Machthaber Kim Jong Un den Kongress benutzt, um seine Stellung zu festigen, Führungsämter mit loyalen Anhängern neu besetzt sowie politische und wirtschaftliche Richtlinien ausgibt.  

Es ist die wichtigste Versammlung im Einparteiensystem des weithin isolierten Staates seit Jahren. Offiziell teilte das Regime aber zunächst nichts über Programm oder Dauer mit. Über 100 eingeladene ausländische Medienvertreter wurden nicht in den Tagungssaal gelassen.

Nach Berichten der amtlichen chinesischen Agentur Xinhua waren etwa 3000 Partei-Delegierte aus dem ganzen Land zu dem Kongress angereist, der vermutlich drei Tag dauern werde. Am ersten Tag wurde eine Art Geschäftsbericht von Kim Jong Un zur Lage des Landes und über die Leistungen des Regimes in den vergangenen Jahren erwartet. 

Wie viel davon nach außen dringen wird, war zunächst unklar. Die Staatsmedien sprachen in dieser Woche von einem «historischen Ereignis», das den revolutionären Glauben der Nordkoreaner demonstrieren werde. Grundlage des nordkoreanischen Systems ist eine sozialistische Wirtschafts- und Staatsform, die vom früheren Staatschef und Kims Großvater, Kim Il Sung eingeführt wurde. 

Beobachter gingen davon aus, dass der Kongresse die Ende März 2013 beschlossene Doppel-Strategie im Prinzip bekräftigen wird, nach dem der Aufbau einer Atomstreitmacht und die Entwicklung der Wirtschaft parallel betrieben werden soll. Offen ist demnach, ob es Veränderungen in den wirtschaftlichen Plänen geben wird.  

Die Spannungen in der Region nehmen seit einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar - dem vierten des Landes - und einem umstrittenen Raketenstart zu. Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang März die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. Nordkoreas Machthaber kündigte weitere Raketen- und Atomtests an. Südkoreas Regierung vermutet, dass das Nachbarland die Vorbereitungen für einen fünften Atomversuch bereits abgeschlossen hat und einen solchen Test jederzeit unternehme könnte.  

Südkoreanische Medien spekulierten, dass Kim Jong Un seine Schwester Kim Yo Jong, die Ende 20 sein soll, auf einen höheren Posten in der Partei befördern könnte. Sie soll derzeit als stellvertretende Leiterin der Propagandaabteilung des Zentralkomitees tätig sein.

Fr, 2016-05-06 15:50
Wien (dpa)

Zehn Biker der umstrittenen «Nachtwölfe» in Österreich angekommen

Wien (dpa) - Rund zehn Biker der umstrittenen russischen Motorradgruppe «Nachtwölfe» haben die österreichische Grenze überquert. Sie waren am Freitagnachmittag nach Polizeiangaben auf dem Weg zum Wiener Schwarzenbergplatz. Dort war eine Kranzniederlegung vor dem Heldendenkmal der Roten Armee geplant. Im vergangenen Jahr verlief die Aktion der damals acht russischen Biker gemeinsam mit dem russischen Botschafter ohne Zwischenfälle. Die Polizei verfolgt aufmerksam die Route der «Nachtwölfe».

Den «Nachtwölfen» war in Polen die Einreise verwehrt worden. Der nationalistische Rockerclub will mit seiner Tour den Vormarsch der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg nachzeichnen. Der Gruppe gehören in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion mehr als 5000 Mitglieder an. Russische Medien berichten groß über die Aktion der umstrittenen Gruppierung.

Am 9. Mai zum «Tag des Sieges» über Hitlerdeutschland - in Russland ein gesetzlicher Feiertag - wollen die Kreml-nahen Biker in Berlin eintreffen.

Fr, 2016-05-06 15:03
Salzgitter (dpa)

Suche nach Zwischenlager für Atommüll aus der Asse geht weiter

Für den Atommüll aus dem maroden Schacht Asse braucht es dringend ein Zwischenlager. Doch um den Standort dafür streiten sich Interessenvertreter vor Ort und das Bundesamt für Strahlenschutz. Eine Studie könnte die Suche nun vorantreiben.

Salzgitter (dpa) - Die Suche nach einem Zwischenlager für den radioaktiven Müll aus dem maroden Atomlager Asse soll trotz Anwohnerkritik in unmittelbarer Nähe fortgesetzt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht sich durch eine aktuelle Studie darin bestätigt, die Standortsuche in der direkten Umgebung der Asse voranzutreiben. Die Studie des BfS habe die nötige fachliche Klarheit gebracht, sagte Sprecherin Ina Stelljes am Freitag.

In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel lagern 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Sie sollen geborgen werden, da Wasser in die Asse eintritt. Bis ein passendes Endlager zur Verfügung steht, sollen die Fässer in ein Zwischenlager kommen. Die Suche dafür war im Sommer 2014 auf Eis gelegt worden.

Während das Bundesamt ein Zwischenlager in der Nähe der Asse bevorzugt, will die Begleitgruppe das Gebiet ausdehnen, in dem ein Standort gesucht wird. Die Begleitgruppe, die die Interessen der Region und der Bürger vertreten soll, hatte gefordert, Auswirkungen möglicher Störfälle in einem Zwischenlager und die Verteilung der abströmenden Luft daraus zu untersuchen.

Das BfS analysierte daraufhin die Folgen eines Flugzeugabsturzes auf ein Zwischenlager sowie die Luftverteilung. «In keinem der sechs geprüften Absturz-Szenarien kommt es zu einer Überschreitung der Eingriffsrichtwerte», sagte Stelljes. Diese Werte geben an, wann Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung nötig werden. Auch die Belastung der Abluft aus einem möglichen Lager liegt der Studie zufolge unterhalb der Grenzwerte.

Das BfS sieht sich damit bestätigt, ein Zwischenlager nahe der Asse zu suchen, da so Transportwege und stärkere Strahlenbelastung für Arbeiter und Bürger vermieden werden könnten. Das Bundesumweltministerium begrüßte die vom BfS vorgesehenen Maßnahmen. «Als verantwortlicher Betreiber erarbeitet das BfS schrittweise Konzepte, um das Ziel der Rückholung erreichen zu können», erklärte eine Sprecherin. Die Vorsitzende der Begleitgruppe, Christiana Steinbrügge, kündigte an, die Studie durch Wissenschaftler auswerten zu lassen.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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