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Sa, 2016-10-01 14:03
Oersdorf (dpa)

Oersdorfer Bürgermeister nach Attacke auf Weg der Besserung

Oersdorf (dpa) - Zwei Tage nach der Knüppelattacke geht es dem Bürgermeister der nördlich von Hamburg gelegenen Gemeinde Oersdorf, Joachim Kebschull, wieder besser. Er werde in ein, zwei Tagen aus dem Krankenhaus kommen, sagte Vize-Bürgermeister Hans-Herrmann Gravert am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Kieler Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte am Samstag, dies sei «ein zutiefst feiger und hinterhältiger Angriff auch auf unser Land» gewesen.

Ein Unbekannter hatte Kebschull am Donnerstagabend mit einem Knüppel oder Kantholz vor einer Ausschusssitzung der Gemeinde im Kreis Segeberg niedergeschlagen. Zuvor waren an den 61-Jährigen bereits rassistische Parolen und Bombendrohungen geschickt worden, sechs Polizisten mussten die Sitzung sichern. Dabei sollte es auch um die Zukunft eines alten Bauernhauses gehen, in dem nach mittlerweile verworfenen Plänen auch Flüchtlinge unterkommen sollten.

Neue Ermittlungsergebnisse gab es am Samstag zunächst nicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat handelte, war weiter unklar. Am Vortag hatte ein Sprecher betont, die Polizei ermittele in alle Richtungen. «Dieser Satz hat für uns eine große Bedeutung», stellte der Sprecher klar.

Sa, 2016-10-01 14:40
Mogadischu (dpa)

Tote bei Bombenanschlag in Somalias Hauptstadt

Mogadischu (dpa) - Bei der Explosion einer Autobombe in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mindestens drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sollen sich auch Sicherheitsbeamte befinden, sagte ein Polizist der Deutschen Presse-Agentur kurz nach der Explosion am Samstag gegen 14.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ). 

Die Terrorgruppe Al-Shabaab bekannte sich über den ihr nahe stehenden Sender Radio Andalus zu dem Anschlag. Ziel seien somalische Sicherheitskräfte gewesen, teilte die Al-Shabaab mit. Augenzeugen berichteten von schweren Schäden an dem bei diesen beliebten Blue Sky Restaurant. 

Die sunnitischen Extremisten versuchen seit Jahren am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.

Sa, 2016-10-01 14:44
Moskau (dpa)

Moskau warnt vor US-Angriffen auf syrische Armee

Moskau (dpa) - Das russische Außenministerium hat in drastischen Worten vor möglichen US-Angriffen auf die syrische Regierungsarmee gewarnt. «Wenn eine direkte Aggression der USA gegen Damaskus und die syrische Armee beginnt, bringt das schreckliche tektonische Verschiebungen nicht nur für dieses Land, sondern für die ganze Region», sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa am Samstag im russischen Fernsehen. Ein Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bedeute ein Machtvakuum, das nicht von der gemäßigten Opposition, sondern «von Terroristen aller Art» ausgenutzt werde.

Die US-geführte Koalition hat bislang keine Angriffe auf die syrische Armee geflogen, es sind auch keine Planungen bekannt. Ein Luftangriff am 17. September, bei dem etwa 100 syrische Soldaten starben, sei ein Irrtum gewesen, erklärten die USA. Russland ist die militärische Schutzmacht Assads. Moskau und Washington machen einander für das Scheitern der jüngsten Waffenruhe in der Stadt Aleppo verantwortlich.

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Sa, 2016-10-01 13:03
Berlin (dpa)

Fremdfeindlichkeit: Maas warnt vor Generalverdacht gegen Ostdeutsche

Berlin (dpa) - Justizminister Heiko Maas hat die Ostdeutschen gegen den pauschalen Vorwurf der Fremdfeindlichkeit in Schutz genommen. «Ich glaube nicht, dass Deutschland ein gespaltenes Land ist. Wir sollten auch nicht ganz Ostdeutschland unter den Generalverdacht der Fremdenfeindlichkeit stellen», sagte der SPD-Politiker dem «Handelsblatt». Er sei absolut sicher, dass auch die Mehrheit der Menschen im Osten froh über die Errungenschaften der deutschen Einheit sei.

Maas vertrat die Ansicht, dass Fremdenfeindlichkeit in Teilen Deutschlands schon immer latent vorhanden gewesen sei. «Klar ist aber: Hetze und Hass kommen jetzt viel stärker zum Ausdruck.» Das habe auch mit den sozialen Netzwerken zu tun. Der Verbalradikalismus habe dramatische Folgen. «Denn: Die Hetze endet nicht im Netz, sie ist oft eine Vorstufe zu körperlicher Gewalt.»

Insbesondere in Ostdeutschland seien deutlichere Strukturen im rechtsextremen Milieu festzustellen. Das zeige sich in der steigenden Zahl der Gewalttaten. «Und wir sehen das auch bei Versuchen, Andersdenkende einschüchtern zu wollen», sagte Maas. Das gebe es aber auch in Westdeutschland. Grundsätzlich gelte: «Wir dürfen nicht zulassen, dass es Rechtsextremen gelingt, ein gesellschaftliches Klima der Angst zu erzeugen - weder im Osten noch im Westen.»

Sa, 2016-10-01 13:52
Aleppo (dpa)

Ärzte: Luftangriff auf nordsyrische Stadt Aleppo trifft Klinik

Die Lage für Zivilisten in Aleppos Rebellengebieten wird immer dramatischer. Erneut fallen Bomben auf eine Klinik. Kinder müssen dem Tod überlassen werden, weil es an medizinischer Versorgung fehlt.

Aleppo (dpa) - Bei Luftangriffen im Norden Syriens ist nach Angaben von Aktivisten und Ärzten eines der letzten Krankenhäuser in den Rebellengebieten der umkämpften Großstadt Aleppo bombardiert worden. Die Klinik im Nordosten der Stadt sei von mindestens zwei Fassbomben getroffen worden, erklärte ein Mediziner am Samstag.

Aktivisten berichteten von weiteren Angriffen. Die Rettungshelfer der Weißhelme meldeten, das Krankenhaus sei nun völlig außer Betrieb.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, bei den Angriffen auf das Viertel der Klinik sei ein Zivilist getötet worden. Mehrere Menschen wurden demnach verletzt.

Der Hilfsorganisation Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft (Sams) zufolge handelt es sich bei der getroffenen Einrichtung um die größte von acht Kliniken in Aleppos Rebellengebieten. Das Gebäude mit dem Codenamen M10 und ein anderes Krankenhaus im von Regimegegnern beherrschten Osten der Stadt waren bereits am Mittwoch getroffen worden. Danach musste der Betrieb größtenteils eingestellt werden.

Aleppo hatte in den vergangenen Tagen die heftigsten Bombardierungen der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Die Armee startete zugleich eine Offensive. Kritiker werfen Syrien und Russland vor, absichtlich Krankenhäuser ins Visier zu nehmen. Beide Länder weisen den Vorwurf zurück und erklärten, sei kämpften in Syrien gegen Terroristen.

Seit vergangenem Sonntag starben in Aleppo fast 340 Menschen, darunter 106 Kinder, wie das UN-Nothilfebüro OCHA mitteilte. Die strategisch und symbolisch wichtige Großstadt gehört zu den umkämpftesten Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Regimekräfte kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten.

Dort sind bis zu 300 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Es mangelt in den Rebellengebieten akut an Nahrung, Wasser und medizinische Material. Nach einem Angriff auf ein Wasserkraftwerk ist die Wasserversorgung größtenteils zusammengebrochen.

OCHA zufolge sind im Osten Aleppos nur noch fünf Kliniken in Betrieb. Kinder mit geringen Überlebenschancen würden dem Tod überlassen, weil es an medizinischer Versorgung fehle, erklärte die Hilfsorganisation.

Sa, 2016-10-01 13:05
Bujumbura (dpa)

Burundi lehnt Untersuchungskommission der Vereinten Nationen ab

Bujumbura (dpa) - Burundis Regierung hat die Entsendung einer Kommission der Vereinten Nationen strikt abgelehnt, die dort Menschenrechtserletzungen untersuchen soll. Die Regierung werde der Kommission den Zutritt in das ostafrikanische Land verweigern, sagte ein Berater des Präsidenten am Samstag.

Der UN-Menschenrechtsrat hatte am Freitag beschlossen, eine Untersuchungskommission nach Burundi zu entsenden. Ein Jahr lang soll dort möglichen Menschenrechtsverletzungen nachgegangen werden.

«Burundi ist ein souveränes Land», sagte Nkurunzizas Berater, Willy Nyamitwe. «Wir haben das Recht abzulehnen, dass bestimmte westliche Mächten sich das Vorrecht nehmen, unsere nationale Souveränität zu destabilisieren.»

Vergangene Woche hatten die UN Burundis Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen und vor einem Völkermord gewarnt. Sie sprachen von willkürlichen Verhaftungen, Folter und unrechtmäßigen Tötungen. Die Resolution wurde mit 19 gegen sieben Stimmen bei 21 Enthaltungen angenommen.

Das ostafrikanische Land steckt seit über einem Jahr in einer tiefen Krise. Auslöser war das Bestreben von Präsident Pierre Nkurunziza, sich trotz der gesetzlichen Begrenzung ein drittes Mandat zu sichern. In Burundi war erst 2005 ein Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit mit schätzungsweise 300 000 Toten zu Ende gegangen.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel so lieben? Na, also. Und ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Füülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Sing vogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-10-01 12:45
Jüterbog (dpa)

Brandanschlag auf Asylbewerberunterkunft in Brandenburg

Jüterbog (dpa) - Auf eine Asylbewerberunterkunft für minderjährige Flüchtlinge im brandenburgischen Jüterbog ist ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte Täter warfen am Samstagmorgen zwei Brandsätze gegen ein Fenster, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Verletzt wurde niemand. Getroffen wurde das Fenster eines unbewohnten Abstellraums. Die Doppelverglasung wurde nicht komplett durchschlagen. Ein Betreuer der Einrichtung hatte ein Geräusch gehört und an der Außenfront Flammen entdeckt. Sie wurden von Mitarbeitern ausgetreten.

Sa, 2016-10-01 12:15
Berlin (dpa)

Merkel: Seit Wiedervereinigung «viel geschafft» - Lob für Sachsen

Nirgendwo in Deutschland gibt es mehr rechtsextreme Gewalt als in Sachsen, nirgendwo ist Pegida stärker. Zu Beginn der Einheitsfeiern fordert die Kanzlerin, sich Rechten entgegenzustellen, die «Wir sind das Volk» rufen. Und lobt - ausgerechnet Sachsen.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit vor Geschichtsvergessenheit gewarnt. Man müsse dagegen auftreten, wenn Menschen mit rechtem Hintergrund «Wir sind das Volk» riefen, sagte Merkel am Samstag in einer Videobotschaft. Dieser Ruf sei während der friedlichen Revolution in der DDR «ein sehr emanzipatorischer» gewesen. Heute seien es aber auch Menschen, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, die mit diesem Ruf auf die Straße gingen.

Merkel lobte ausdrücklich den Umgang von Regierung und Gesellschaft in Sachsen mit solchen Strömungen. Sie hätten sehr gut reagiert, indem sie gesagt hätten: «Wer glaubt, dass er Probleme hat, die durch die Gesellschaft oder durch die Politik nicht wahrgenommen werden, der soll sich äußern, konstruktive Lösungsvorschläge machen», sagte die Kanzlerin. «Das ist gelebte Demokratie.»

In Dresden haben am Samstag die zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit begonnen. Nirgendwo in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl mehr fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalttaten als in Sachsen. Mit der Pegida-Bewegung ist vor allem die Landeshauptstadt Dresden zum Symbol einer neuen rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegung geworden.

Merkel betonte, Sachsen sei «in vielen Teilen eine wirkliche Erfolgsgeschichte der deutschen Einigung». 26 Jahre nach der Wiedervereinigung lasse sich sagen, «dass wir viel geschafft haben, dass Vieles entstanden ist». Der Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche werde dafür ein Symbol sein.

Bei dem Gottesdienst und einem Festakt in der Semperoper wird am Montag neben Merkel auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Die Feierlichkeiten finden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Am vergangenen Montag waren zwei Sprengsätze vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums explodiert, wo an diesem Montag der Empfang des Bundespräsidenten ausgerichtet wird.

Merkel betonte, der 3. Oktober 1990 sei ein Tag mit Hoffnung und der Freude gewesen, aber auch ein Tag der Gewissheit, «dass viel Arbeit auf uns wartet». Ihr sei schon seit der Währungsunion klar gewesen, dass es auch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gebe werde und viele Menschen arbeitslos würden. «Und trotzdem würde ich im Rückblick sagen, ist viel entstanden.»

Es sei sehr schön, dass junge Menschen Mauer und Stacheldraht nicht mehr erlebt hätten, sagte Merkel. Die Kanzlerin betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Geschichtsbildung. «Wer nicht weiß, woher er kommt, wer nicht weiß, welche Geschichte ein Land durchlebt hat, der hat auch Schwierigkeiten, die Zukunft zu gestalten.» Sie plädierte ausdrücklich für mehr und besseren Geschichtsunterricht. Notwendig sei eine «vertiefte Befassung» mit der jüngeren Geschichte ebenso wie mit der Zeit des Nationalsozialismus.

Sa, 2016-10-01 13:01
(dpa)

Hurrikan «Matthew» nimmt Kurs auf karibische Inseln

Die Behörden haben «Matthew» von der Höchstkategorie wieder heruntergestuft. Trotzdem könnten die Böen und heftigen Regenfälle des Hurrikans den karibischen Inseln gefährlich werden. Jamaika, Kuba und Haiti sind in Alarm versetzt.

Bogotá (dpa) - Hurrikan «Matthew» hat sich auf seinem Weg in die Karibik etwas abgeschwächt. Das Hurrikan-Zentrum in Florida stufte den Wirbelsturm am Samstag von der Kategorie 5 wieder auf 4 runter. «Einige Schwankungen in der Intensität sind an diesem Wochenende möglich, aber wir gehen davon aus, dass «Matthew» ein mächtiger Hurrikan bis Sonntag bleibt», hieß es von den Experten in Miami.

Den Angaben zufolge wird «Matthew», der sich momentan vor der Karibikküste Kolumbiens befindet, nach Nordwesten weiterdrehen und dort am späten Sonntag Jamaika erreichen. Momentan nimmt der Hurrikan maximale Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometer auf.

Der Wetterdienst auf Jamaika gab in der Nacht zum Samstag bereits entsprechende Vorwarnungen aus. Auf Jamaika und im späteren Verlauf auch in Haiti rechneten die Experten in Miami neben Wind mit heftigem Regen, der lebensbedrohliche Springfluten und Erdrutsche verursachen könnte. Vor gewaltigen Wellen und reißenden Strömungen wurde außerdem an den Küsten von Puerto Rico, Hispaniola, Teilen der niederländischen Antillen sowie dem Norden von Venezuela und Kolumbien gewarnt.

Auch auf Kuba wurde nach Angaben des Zivilschutzes die «Informationsphase» des Katastrophenschutzplans eingeleitet. Die östlichen Provinzen der Insel von Camagüey bis Guantánamo richteten sich darauf ein, dass der Sturm sie zu Beginn der Woche überquert. Kubas Streitkräfte wurden mobilisiert, um die betroffenen Regionen beim Schutz vor dem Unwetter zu unterstützen. Der letzte Hurrikan, der Kuba streifte, «Sandy», verwüstete im Oktober 2012 die östlichen Provinzen und zerstörte Hunderte Häuser. Elf Menschen starben.

Die Ausläufer von Hurrikan «Matthew» mit viel Wind und Regen hatten bereits am Freitag vor der Küste Kolumbiens Alarm ausgelöst. In einigen Gemeinden des Departaments La Guajira sorgten die Niederschläge für Überschwemmungen. Ein 67-jähriger Mann starb laut Behörden, als er in den Fluten eines Flusses weggeschwemmt wurde. Schulen wurden vorsorglich geschlossen.

Die Wirbelsturm-Saison im Atlantik liegt zwischen Juni und November. In diesem Jahr haben sich bisher 13 Tropenstürme geformt, von denen fünf das Ausmaß eines Hurrikans erreichten.

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Sa, 2016-10-01 12:50
Paris (dpa)

Automobil-Salon Paris im Zeichen von E-Autos

Paris (dpa) - Der Autosalon in Paris hat am Samstag seine Pforten für das Publikum geöffnet. Ein wichtiger Trend der Schau sind Elektroautos. Große europäische Hersteller wie Daimler, Renault und Volkswagen stellen neue Konzepte vor.

Auch die Politik unterstützt diesen Trend. Die EU-Schwergewichte Deutschland und Frankreich ziehen dabei an einem Strang. Hemmnisse sind aber weiter hohe Preise für Elektroautos und fehlende Ladestationen.

Der Konzept-Kompaktwagen von Volkswagen soll 400 bis 600 Kilometer weit kommen, Daimlers E-Autos auf Geländewagenbasis steht dem in nichts nach. Es wird aber noch Jahre dauern, bevor diese Autos beim Händler stehen.

Sa, 2016-10-01 12:05
Berlin (dpa)

Merkel: Seit Wiedervereinigung «viel geschafft» - Lob für Sachsen

Nirgendwo in Deutschland gibt mehr rechtsextreme Gewalt als in Sachsen, nirgendwo ist Pegida stärker. Zu Beginn der Einheitsfeiern fordert die Kanzlerin, sich Rechten entgegenzustellen, die «Wir sind das Volk» rufen. Und lobt - ausgerechnet Sachsen.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit vor Geschichtsvergessenheit gewarnt. Man müsse dagegen auftreten, wenn Menschen mit rechtem Hintergrund «Wir sind das Volk» riefen, sagte Merkel am Samstag in einer Videobotschaft. Dieser Ruf sei während der friedlichen Revolution in der DDR «ein sehr emanzipatorischer» gewesen. Heute seien es aber auch Menschen, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, die mit diesem Ruf auf die Straße gingen.

Merkel lobte ausdrücklich den Umgang von Regierung und Gesellschaft in Sachsen mit solchen Strömungen. Sie hätten sehr gut reagiert, indem sie gesagt hätten: «Wer glaubt, dass er Probleme hat, die durch die Gesellschaft oder durch die Politik nicht wahrgenommen werden, der soll sich äußern, konstruktive Lösungsvorschläge machen», sagte die Kanzlerin. «Das ist gelebte Demokratie.»

In Dresden haben am Samstag die zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit begonnen. Nirgendwo in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl mehr fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalttaten als in Sachsen. Mit der Pegida-Bewegung ist vor allem die Landeshauptstadt Dresden zum Symbol einer neuen rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegung geworden.

Merkel betonte, Sachsen sei «in vielen Teilen eine wirkliche Erfolgsgeschichte der deutschen Einigung». 26 Jahre nach der Wiedervereinigung lasse sich sagen, «dass wir viel geschafft haben, dass Vieles entstanden ist». Der Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche werde dafür ein Symbol sein.

Bei dem Gottesdienst und einem Festakt in der Semperoper wird am Montag neben Merkel auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Die Feierlichkeiten finden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Am vergangenen Montag waren zwei Sprengsätze vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums explodiert, wo an diesem Montag der Empfang des Bundespräsidenten ausgerichtet wird.

Merkel betonte, der 3. Oktober 1990 sei ein Tag mit Hoffnung und der Freude gewesen, aber auch ein Tag der Gewissheit, «dass viel Arbeit auf uns wartet». Ihr sei schon seit der Währungsunion klar gewesen, dass es auch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gebe werde und viele Menschen arbeitslos würden. «Und trotzdem würde ich im Rückblick sagen, ist viel entstanden.»

Es sei sehr schön, dass junge Menschen Mauer und Stacheldraht nicht mehr erlebt hätten, sagte Merkel. Die Kanzlerin betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Geschichtsbildung. «Wer nicht weiß, woher er kommt, wer nicht weiß, welche Geschichte ein Land durchlebt hat, der hat auch Schwierigkeiten, die Zukunft zu gestalten.» Sie plädierte ausdrücklich für mehr und besseren Geschichtsunterricht. Notwendig sei eine «vertiefte Befassung» mit der jüngeren Geschichte ebenso wie mit der Zeit des Nationalsozialismus.

Sa, 2016-10-01 12:00
Francisco (dpa)

VW schließt im Abgas-Skandal 1,2-Milliarden-Vergleich mit US-Händlern

Wegen «Dieselgate» blieben zahlreiche VW-Händler in den USA auf ihren Fahrzeugen sitzen. Nun sollen sie bis zu 1,2 Milliarden Dollar Entschädigung bekommen. Viele andere juristische Probleme bleiben für VW weiter ungelöst.

Herndon/San Francisco (dpa) - Volkswagen kann seinen Streit mit geschädigten US-Vertragshändlern im Abgas-Skandal beilegen - das kommt den Konzern allerdings teuer zu stehen. Der bereits im August im Grundsatz ausgehandelte Vergleich über bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) sei beim US-Gericht in San Francisco eingereicht worden, teilte VW am Freitag über seine US-Tochter Volkswagen Group of America mit.

Der Kompromiss muss noch vom zuständigen Richter Charles Breyer genehmigt werden. Dessen nächste Anhörung steht am 18. Oktober an.

Der Autokonzern hatte im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA eingeräumt, Hunderttausende Dieselwagen in den USA mit Betrugs-Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet zu haben.

Weil der Konzern im Zuge der Abgasaffäre den Verkauf seiner Dieselmodelle in den USA gestoppt hatte, konnten viele der insgesamt rund 650 Vertragshändler zum Teil die Wagen nicht verkaufen. Auch sonst hatte der Skandal den Absatz in den USA weiter belastet und am Image der Marke gekratzt.

Bei zahlreichen weiteren US-Zivilklagen, die Hunderte geschädigte Dieselbesitzer sowie US-Behörden und Staatsanwälte eingereicht hatten, hatte VW bereits einen Vergleich über bis zu 15,3 Milliarden Dollar ausgehandelt. Auch diese Einigung muss noch von Richter Breyer abgesegnet werden. Der vorläufige Vergleich gilt für rund 480 000 betroffene Diesel mit 2-Liter-Motoren. Eine Lösung für größere 3-Liter-Diesel steht aber noch immer aus. Bislang konnte der Konzern den Behörden keine akzeptable Lösung zur Umrüstung der Fahrzeuge wie VW Touareg, Porsche Cayenne oder Audi A8 präsentieren.

VW muss sich wegen des Diesel-Skandals weltweit vor Gericht verantworten. Der Schwerpunkt liegt in den USA, wo der Betrug aufflog. Im August hatte das «Wall Street Journal» unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, der Konzern befinde sich in Gesprächen mit dem Justizministerium, um auch die strafrechtlichen Ermittlungen bis Ende des Jahres mit einem Vergleich beizulegen. Aber auch in vielen anderen Ländern drohen Konsequenzen.

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Abgasfrei unterwegs

Konsequenter Klimaschutz: Diesel und Benziner sollen von der Straße verschwinden

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Abgasfrei unterwegs

Ausgerechnet ein Land, das seinen Reichtum Öl und GAs zu verdanken hat, will den Benzinhahn zuerst zudrehen. Ab 2025 sollen in Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fünf Jahre später müssen laut dem Gesetzentwurf auch neue Schiffe und Fähren abgasfrei fahren. Mit dem Bann der fossilen Antriebe verfolgt die norwegische Regierung eine konsequente Klimapolitik. Denn der Transportsektor ist für rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes in dem skandinavischen Land verantwortlich. Bereits heute ist Norwegen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. 15 Prozent aller neu zugelassenen PKWs fahren mit Strom, der nahezu vollständig aus Wasser- und Windkraft gewonnen wird. In Deutschland liegt der Elektroauto-Anteil noch immer im Promillebereich. Während Umweltschützer das Ende für Verbrennungsmotoren begrüßen, reagiert die Autolobby erbost. Norwegen befinde sich auf dem Weg in eine „ökologische Planwirtschaft“, empörte sich Matthias Wissmann, der Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie. Im kommenden Jahr soll der viel diskutierte Nationale Transportplan in Norwegen verabschiedet werden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Indien, Österreich und die Niederlande.

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Österreich: Sonnenstrom vom Balkon
Seit Juli dürfen Mieter in Österreich an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse Mini-Solarmodule bis maximal 600 Watt installieren und den Strom direkt nutzen. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es ähnliche Regelungen. In Deutschland bewegen sich die mehreren Tausend angeschlossenen „Guerilla“-Fotovoltaikanlagen noch immer in einem juristischen Graubereich. Obwohl bislang keine Zwischenfälle bekannt sind, streiten Verbände und Hersteller über mögliche Sicherheitsrisiken. Greenpeace Energy bietet die mobilen Solarpaneele bereits an. „Ärgerliche Hürden, die ihren Sinn verloren haben und der Energiewende schaden, gehören abgeschafft“, sagt Nils Müller vom Ökostromanbieter.

Berlin: Saubere Geldanlagen
Der Berliner Senat hat beschlossen, seine Geldanlagen künftig klimaneutral und nachhaltig zu investieren. Dafür wird ein sogenannter Ökoindex entwickelt, der keine Firmen beinhalten darf, die Geschäfte mit Waffen, Atomenergie oder fossilen Brennstoffen machen. Soziale und andere Nachhaltigkeitskriterien sollen später noch folgen. Die Fossil-Free-Bewegung feiert den Pionierschritt der Berliner  Finanzbehörde und hofft, dass andere Bundesländer nachziehen werden.

Italien: Weniger Essen im Müll
Nach Frankreich macht nun auch Italien Ernst mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: Von fünf Millionen Tonnen weggeworfenem Essen soll jedes Jahr eine Million Tonnen gerettet werden. Supermärkte, die – auch abgelaufene – Waren spenden, müssen weniger Abfallgebühren zahlen. Außerdem sollen Italiener ermutigt werden, ihre Pizza- und anderen Reste im Restaurant in bislang verpönten „Doggy Bags“ mitzunehmen. In Italien sind rund sechs Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen.

Geht doch!

Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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San Francisco: Styropor gebannt
Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser  Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel,  bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.

Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.

Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.

 

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Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Konfliktfrei surfen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

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Sa, 2016-10-01 11:52
Aleppo (dpa)

Ärzte: Luftangriff auf nordsyrische Stadt Aleppo trifft Klinik

Aleppo (dpa) - Bei Luftangriffen im Norden Syriens ist nach Angaben von Aktivisten und Ärzten eines der letzten Krankenhäuser in den Rebellengebieten der umkämpften Großstadt Aleppo bombardiert worden. Die Klinik im Nordosten der Stadt sei von zwei Fassbomben getroffen worden, erklärte ein Mediziner am Samstag. Die Rettungshelfer der Weißhelme meldeten, das Krankenhaus sei nun völlig außer Betrieb.

Der Hilfsorganisation Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft (Sams) zufolge handelt es sich um die größte von insgesamt acht Kliniken in Aleppos Rebellengebieten. Das Gebäude und ein anderes Krankenhaus im von Regimegegnern beherrschten Osten der Stadt waren bereits am vergangenen Mittwoch getroffen worden.

Aleppo hatte in den vergangenen Tagen die heftigsten Bombardierungen der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Die Armee startete zugleich eine Offensive.

Sa, 2016-10-01 11:25
Berlin (dpa)

EKD-Ratsvorsitzender besucht Flüchtlingslager in Diyarbakir

Berlin (dpa) - Zum Abschluss seiner Türkeireise hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bei Diyarbakir ein Flüchtlingslager für jesidische Familien besucht. Die Bedingungen im Lager Findanlik seien sehr schwierig. «Es muss viel getan werden, um gerade die Schutzbedürftigsten zu erreichen. Es ist an der Zeit, Integrations-Perspektiven zu schaffen», sagte Bedford-Strohm nach Angaben der EKD vom Samstag.

«Nur durch die Beendigung des Krieges kann die Ursache für die Flüchtlingsbewegungen beseitigt werden. Bis das der Fall ist, müssen die Menschen Perspektiven im Aufnahmeland eröffnet bekommen», sagte Bedford-Strohm. An dem Lagerbesuch nahmen auch die Auslands- und Ökumenebischöfin der EKD, Petra Bosse-Huber, und die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, teil.

In der südosttürkischen Millionenstadt Diyarbakir haben laut EKD 30 000 Flüchtlinge aus Syrien und 6000 zumeist jesidische Flüchtlinge aus dem Irak Zuflucht gefunden. Bedford-Strohm sprach auch mit Vertretern der syrisch-orthodoxen Kirche über die Lage der Christen in der Region.

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit Förderung der EU-Kommission in der Region 12 000 syrische Flüchtlinge und 1300 Jesiden aus dem Irak. Die Familien erhalten für den Einkauf Geldkarten, die monatlich mit einem Betrag aufgeladen werden. Zudem bietet die Diakonie Katastrophenhilfe mit türkischen Partnern im Flüchtlingslager Unterstützung bei der Überwindung von Traumata, Beratung und Sprachkurse insbesondere für Kinder und Frauen an.

Sa, 2016-10-01 11:30
Sofia (dpa)

Georgiewa will neue Quellen für Finanzierung der UN suchen

Sofia (dpa) - Die neue Kandidatin für den UN-Vorsitz aus Bulgarien, EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa, will nach neuen Quellen zur Finanzierung von Aktivitäten der Weltorganisation suchen. Dabei geht es um Geld für UN-Friedenseinsätze und um die Finanzierung von Hilfen für Flüchtlinge. Die Vermeidung von Konflikten und die Bekämpfung des Klimawandels sind weitere Schwerpunkte Georgiewas, wie aus ihrem am Samstag veröffentlichten Konzept hervorgeht.

Die für Haushalt und Personal zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission war erst am Mittwoch von der bürgerlichen Regierung in Sofia für das höchste EU-Amt nominiert worden. Die ursprüngliche bulgarische Kandidatin, Unesco-Chefin Irina Bokowa, bleibt aber im Rennen, obwohl sie bei der Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat Anfang der Woche nur auf Platz sechs gelandet war.

Georgiewa soll ihr Konzept für die Vereinten Nationen bei einer Anhörung in der UN-Vollversammlung am Montag vorstellen. Die Amtszeit des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon endet am 31. Dezember 2016. Als aussichtsreicher Bewerber gilt der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks und ehemalige portugiesische Ministerpräsident António Guterres.

Sa, 2016-10-01 11:24
Belgrad (dpa)

Serbien blockiert weiter Telefonnummer für das Kosovo

Belgrad (dpa) - Serbien weigert sich weiter, seiner seit acht Jahren selbstständigen früheren Provinz Kosovo eine Landesvorwahl im internationalen Telefonverkehr zu ermöglichen. Auch in fünftägigen Vermittlungsgesprächen der EU mit den zerstrittenen Seiten habe es keine Einigung gegeben, berichteten die Medien beider Länder am Samstag in Belgrad und Pristina. Obwohl eine solche Vorwahl schon vor über einem Jahr verabredet worden war, seien die Gespräche am Streit über das Eigentum der Telekom im Kosovo gescheitert.

Weil es in diesem Streit sowie im Konflikt über die Energieversorgung weiter keine Fortschritte gibt, blockieren Berlin und London nach einem Zeitungsbericht die weitere Annäherung des EU-Kandidaten Serbien an Brüssel. Deutschland und Großbritannien hätten in dieser Woche die Öffnung von weiteren drei Beitrittskapiteln verhindert, meldete die Regierungszeitung «Novosti» am Samstag in Belgrad. Serbien will das fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo wieder in seinen Staatsverband eingliedern, obwohl seine Unabhängigkeit von weit über 100 Staaten anerkannt ist.

Sa, 2016-10-01 11:42
Berlin (dpa)

Für Drohnen sollen strengere Sicherheitsregeln kommen

Nicht nur bei vielen Hobbypiloten werden die kleinen ferngesteuerten Fluggeräte beliebter. Doch einfach kreuz und quer durch die Lüfte rauschen dürfen Drohnen nicht. Der Bund will engere Regeln setzen.

Berlin (dpa) - Für die immer größere Zahl von Drohnen am Himmel über Deutschland sollen strengere Sicherheitsvorschriften kommen. Ein nun in der Bundesregierung abgestimmter Entwurf von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Flugverbote für sensible Bereiche, Kennzeichnungspflichten und zusätzliche Anforderungen für die Nutzer vor. Damit sollen Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre von Bürgern vermieden werden. Auch die Luftfahrtbranche hatte für strengere Vorgaben geworben, nachdem es schon vereinzelt zu bedenklichen Annäherungen von Drohnen an Flugzeuge gekommen war.

Die Neuregelung solle Drohnen als Zukunftstechnologie fördern und zugleich die Sicherheit im Luftraum deutlich erhöhen, sagte Dobrindt. Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ulrich Lange (CSU), sagte am Samstag: «Filmaufnahmen über Wohngrundstücken oder Gefährdungen im Bereich von Flughäfen sind tabu.» Ein gefahrloser Betrieb von Kleinstgeräten bleibe aber möglich. Schließlich könnten Drohnen als Freizeitspaß im Garten eingesetzt werden, aber etwa auch zur Überwachung von Infrastruktur. Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit rund 400 000 Drohnen in Deutschland.

Der Entwurf der «Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten» schreibt für alle Drohnen mit mehr als 250 Gramm Gewicht eine Kennzeichnung mit einer Plakette vor, wie zuerst das Magazin «Der Spiegel» berichtete. Damit bei Schäden schnell der Besitzer festgestellt werden kann, müssen darauf Name und Adresse stehen.

Für alle größeren Drohnen ab fünf Kilogramm Gewicht soll es weitere Anforderungen geben. So soll für den Betrieb eine Erlaubnis nötig sein, die bei den zuständigen Landesbehörden zu haben ist. Verlangt wird außerdem eine Art Führerschein. Um diesen «Kenntnisnachweis» zu bekommen, sollen Nutzer eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle machen - dies soll auch online möglich sein. Vorgesehen ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Die Bescheinigung soll zehn Jahre gelten.

Für den eigentlichen Flugbetrieb soll eine Reihe von Vorgaben gelten. So dürfen Drohnen unter fünf Kilo nicht außer Sichtweite geraten. Tabu sind Flüge über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, über Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, bestimmten Verkehrswegen und Gebäuden wie Gefängnissen und Industrieanlagen. Auch Kanzleramt, Bundespräsidialamt und weitere Behörden des Bundes und der Länder gelten als solche sensiblen Bereiche.

Generell soll für Drohnen eine maximale Flughöhe von 100 Metern über dem Boden gelten. Nur wer einen «Kenntnisnachweis» hat, darf eine Drohne höher steigen lassen. Verboten sind An- und Abflugbereiche von Flughäfen. Über Wohngrundstücke dürfen Drohnen nicht fliegen, wenn sie mehr als 250 Gramm wiegen - oder wenn sie optische oder akustische Signale empfangen, übertragen oder aufzeichnen können. Es sei denn, der Betroffene auf dem Grundstück stimmt einem Überflug ausdrücklich zu. Verboten sind Drohnen mit mehr als 25 Kilo Gewicht.

Ausnahmen von Verboten sollen möglich sein. So können die Behörden Flüge zulassen, wenn sie keine Gefahr für Luftverkehr und öffentliche Sicherheit darstellen. «Angemessen berücksichtigt» sein müssten dafür auch Datenschutz, Naturschutz und der Schutz vor Fluglärm.

In der Verordnung vorgesehen ist auch eine Regelung für Videobrillen, mit denen Nutzer live Bilder einer Drohnen-Kamera empfangen können. Damit soll es noch als erlaubter Flug in Sichtweite gelten, wenn die Drohne nicht schwerer als 250 Gramm ist und nicht höher als 30 Meter steigt. Zulässig sein soll dies laut Ministerium außerdem auch, wenn jemand anders die Drohne «ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen».

Sa, 2016-10-01 11:49
Gera (dpa)

Thüringer Landesvorsitzender fordert schärferes Profil der SPD

Gera (dpa) - Ein Jahr vor der Bundestagswahl fordert Thüringens SPD-Landeschef Andreas Bausewein eine schärfere Profilierung seiner Partei. Das sei auf Bundesebene dringend notwendig, sagte er am Samstag bei einer Landeskonferenz der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos in Gera. «Das entscheidende ist, dass wir eine Alternative anbieten.»

Nach Auffassung Bauseweins wäre es nicht gut, wenn die Sozialdemokraten mit der Kernaussage in die Bundestagswahl gingen, sie würden weiter Juniorpartner in einer großen Koalition bleiben. «Das ist nicht gut für das Wahlergebnis. Es ist nicht gut für die Profilierung.» Große Koalitionen seien auf Dauer nicht gut für die Demokratie. Sie sorgten dafür, «dass die Ränder immer stärker werden», so Bausewein.

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Presto, presto statt Buon appetito – jetzt gibt’s Pasta als Prodotto finito!
So lernen schon die Bambini, wie man Bio-Nudeln zubereitet: Folie einstechen und ab in die Mikrowelle.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos: greenpeace-magazin.de/deutschebank

Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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