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Mi, 2016-09-28 09:51
Haag/Moskau (dpa)

Mal Absicht, mal tragischer Irrtum: Abschüsse von Zivilmaschinen

Den Haag/Moskau (dpa) - Das tragische Schicksal von Flug MH17 ist kein Einzelfall. Schon mehrfach sind zivile Flugzeuge ins Visier von Militärs oder Rebellen geraten. Beispiele:

Oktober 2001: Nach einem versehentlichen Raketentreffer explodiert eine russische Tupolew 154 in elf Kilometern Höhe über dem Schwarzen Meer. Keiner der 78 Insassen überlebt. Die ukrainische Armee hatte auf der Halbinsel Krim eine Übung veranstaltet.

Oktober 1998: Im Ostkongo schießen Rebellen mit einer tragbaren Boden-Luft-Rakete eine Boeing 727 der Congo Airlines ab. 41 Menschen sterben, darunter viele Kinder.

September 1993: Eine Rakete abtrünniger Rebellen trifft eine georgische Passagiermaschine beim Landeanflug. Nur 24 der 132 Menschen an Bord überleben. Einen Tag zuvor hatten Rebellen eine Maschine über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Bilanz: 27 Tote.

Juli 1988: Eine iranische Linienmaschine wird auf dem Weg nach Dubai über dem Persischen Golf von der Rakete eines US-Kriegsschiffs getroffen. Alle 290 Menschen an Bord sterben, die USA sprechen von einem tragischen Irrtum.

September 1983: Ein südkoreanischer Jumbo-Jet wird wegen angeblicher Verletzung des damaligen sowjetischen Luftraums von einem Kampfjet über dem japanischen Meer abgeschossen. Alle 269 Insassen sterben.

Juni 1980: Eine italienische DC-9 stürzt nördlich von Sizilien ins Meer. Die 81 Menschen an Bord sterben. Erst 1997 wird bekannt, dass die Maschine in einen Luftkampf zwischen französischen, libyschen und US-Militärjets geraten war und von einer Rakete getroffen wurde.

Mi, 2016-09-28 09:46
Nieuwegein (dpa)

Das Flugabwehrraketensystem Buk

Nieuwegein (dpa) - Das Flugabwehrraketensystem Buk («Buche») wurde in der sowjetischen Armee 1979 eingeführt. In unterschiedlichen Varianten ist es in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bis heute im Einsatz. Eine komplette Einheit besteht aus dem Kommandofahrzeug, einem Suchradar und mehreren Raketenfahrzeugen. Letztere verfügen über eigene Leitradare und können damit begrenzt unabhängig agieren. Die Bedienung des Systems gilt als schwierig. Eine mehrmonatige intensive Ausbildung gilt nach Angaben von Experten als Minimum, um das Kriegsgerät zu beherrschen.

Die für den Abschuss der malaysischen Boeing MH17 infrage kommende Modifikation M1 zerstört Ziele in einer Höhe von bis zu 22 Kilometern und ist innerhalb von 5 Minuten feuerbereit. Die Raketen explodieren in mehreren Metern Entfernung vor dem anvisierten Ziel. Die dabei entstehenden Splitter durchlöchern die Außenhaut des Flugzeugs, was zum Absturz führt. Die Abschusswahrscheinlichkeit mit einer Rakete beträgt bei Flugzeugen bis zu 96 Prozent.

Mi, 2016-09-28 09:06
Neubrandenburg (dpa)

Prozess gegen Ex-SS-Sanitäter soll am 10. Oktober weitergehen

Neubrandenburg (dpa) - Das Landgericht Neubrandenburg will den Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter aus dem Konzentrationslager Auschwitz am 10. Oktober fortsetzen. Bis dahin soll auch über die  Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Klaus Kabisch entschieden sein, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Die Abstimmung mit Prozessbeteiligten laufe aber noch. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger werfen Kabisch vor, «nicht neutral und unparteiisch zu agieren». Der 10. Oktober ist wegen der Strafprozessordnung der letztmögliche Fortsetzungstermin. Danach müsste die Verhandlung neu starten.

Der Prozess gegen den 96 Jahre alten Mann wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen hatte nach langem Streit um dessen Gesundheit am 12. September begonnen. Bisher wurde die Anklage verlesen und ein Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten kurz erörtert. Dann kamen mehrere Befangenheitsanträge gegen Kabisch.

Laut Staatsanwaltschaft arbeitete der 96-Jährige im Spätsommer 1944 einen Monat als SS-Sanitäter im KZ Auschwitz-Birkenau. In der Zeit kamen 14 Deportationszüge dort an, mindestens 3681 Menschen aus den Zügen wurden in Gaskammern getötet. Der Angeklagte habe sich damals in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben so befördert. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten.

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Mi, 2016-09-28 09:19
Algier (dpa)

Bringt der niedrige Ölpreis Algerien ins Wanken? Von Gioia Forster, dpa

Das Ölpreistief hat einige Förderländer in Krisen gestürzt. Mit einem großen Finanzpuffer konnte Algerien die Schäden erst einmal begrenzen - doch Experten warnen, dass das nicht lange gut geht. Steht dem Land eine politische Krise bevor?

Algier (dpa) - Unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis leiden alle Förderländer - auch Algerien. Zwar konnte die Regierung von Abdelaziz Bouteflika den ersten Schock abfedern - aber wie lange geht das gut? Auch die politische Stabilität des Landes steht auf dem Spiel.

«Für Algerien ist das Öl Fluch und Segen zugleich», sagt die Algerien-Expertin Dalia Ghanem-Yazbeck von Carnegie Endowment for International Peace. Öl und Gas stehen für rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In den 2000ern trug dies nach Jahren eines Bürgerkriegs zur Stabilität des Landes bei. Doch 2014 endete der Dornröschenschlaf. Wegen eines Überangebots brachen die Ölpreise um bis zu 70 Prozent ein. Seitdem verharrt die Opec-Führungsmacht Saudi-Arabien mit dem Erzrivalen Iran und Russland im Streit. Ein Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Algier in diesen Tagen könnte wieder Bewegung in die festgefahrene Lage bringen.

Das hat der Gastgeber auch dringend nötig. Das Ölpreistief führte dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge in Algerien zu einem Einbruch der Öl- und Gaseinnahmen um 30 Prozent. Das Haushaltsdefizit erreichte demnach mit 16,4 Prozent des Bruttoninlandsprodukts im vergangenen Jahr den höchsten Stand aller Zeiten. Dass Algerien dies bislang weitgehend abfedern konnte, lag maßgeblich an seinem dicken Finanzpolster: Das Land hatte vor der Krise laut Ghanem-Yazbeck die achtgrößten Währungsreserven der Welt und geringe Auslandsschulden.

«Algerien konnte bislang den Schock absorbieren, ohne dass es die Bevölkerung zu sehr spürte», erklärt Fiona Barsoum von der Risikoberatung Control Risks. Die Währungsreserven schrumpften dem IWF zufolge um knapp 35 Milliarden US-Dollar, sind aber nach wie vor groß. Die Regierung reduzierte laut Ghanem-Yazbeck Ausgaben und stoppte etwa große Infrastrukturprojekte und Einstellungen im öffentlichen Sektor.

Allerdings traut sich Algier noch nicht, tiefergreifende Einschnitte anzugehen. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an den 5. Oktober 1988. Nach dem Ölpreis-Crash von 1986 kürzte die Regierung Subventionen, was einen Aufstand schürte. Dieser trug auch dazu bei, Algerien in den 1990ern in einen blutigen Bürgerkrieg zwischen Regierung und islamistischen Gruppierungen zu stürzen. Geschätzte 150 000 Menschen starben. Eine Wiederholung will die politische Elite um Präsident Bouteflika ebenso wenig wie die Bevölkerung, die das «Schwarze Jahrzehnt» durchlebte.

Doch wie lange geht die Zurückhaltung der Regierung noch gut? «Die Reserven schmelzen wie Schnee in der Sonne», sagt Ghanem-Yazbeck. «Um die derzeitigen Ausgaben zu erhalten, braucht die Regierung einen Preis von 96 US-Dollar pro Barrel - das wird so schnell nicht passieren.» Irgendwann werde man gezwungen sein, entweder signifikant Schulden anzuhäufen oder Maßnahmen wie die Kürzung von Subventionen zu ergreifen, meint Barsoum. Und auch wenn sich die Ölpreise erholen - die ökonomischen Probleme bleiben. Experten sind sich einig, dass die Wirtschaft dringend weitreichende Reformen und andere Standbeine neben dem Öl- und Gasexport benötigt.

Ghanem-Yazbeck erwartet zunehmend mehr Unzufriedenheit und Proteste - «vielleicht schlimmer als die des 5. Oktobers 1988.» Ob die Bevölkerung mit Preissenkungen für Grundnahrungsmittel oder politischen Zugeständnissen beschwichtigt werden kann, wie oft in der Vergangenheit, ist fraglich. Der 79-jährige Bouteflika, seit 1999 im Amt, ist gesundheitlich angeschlagen und zeigt sich seit Jahren kaum in der Öffentlichkeit. Über Machtkämpfe im Hintergrund wird gemunkelt, öffentlich herrscht über die Zeit nach Bouteflika Unsicherheit. Das mächtige Militär könnte bei einer immer unruhiger werdenden Bevölkerung verstärkt einschreiten, meint Ghanem-Yazbeck.

Auch international könnte eine Instabilität in Algerien Folgen haben. Zwar hält sich Algier auf der weltpolitischen Bühne zurück. Doch bei Krisen in der Nachbarschaft gilt das Land oft als Stabilisator. Algerien habe etwa die UN-Verhandlungen im Krisenstaat Libyen unterstützt, Friedensgespräche in Mali vermittelt und den demokratischen Prozess in Tunesien begleitet, schreiben Experten der International Crisis Group. Ghanem-Yazbeck warnt: «Im derzeitigen geopolitischen Kontext ist ein instabiles Algerien nicht im Interesse von irgendjemandem - inklusive internationaler Partner wie Europa und den USA.»

Mi, 2016-09-28 10:00
Walldorf (dpa) 

SAP investiert zwei Milliarden Euro in Internet der Dinge

Walldorf (dpa) - Der Softwarekonzern SAP will in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro in Software und Entwicklungen rund um die Vernetzung von Gegenständen und Produktion stecken. Das Geld sei für neue Produkte, aber auch für Vertrieb und Anwendungsbeispiele gedacht, sagte die zuständige SAP-Managerin Tanja Rückert der Deutschen Presse-Agentur. Darüber hinaus sollen sogenannte Labs unter anderem in Berlin, München, Palo Alto und Shanghai eingerichtet werden. «Ein kleinerer Anteil ist für Akquisitionen gedacht», sagte Rückert. «Wir weichen hier nicht von unserer Strategie ab, Übernahmen dort zu tätigen, wo sie unsere Lösungen ergänzen.»

SAP hatte erst jüngst die italienische Firma Plat.One und das norwegische Unternehmen Fedem übernommen, um den Bereich zu stärken. Fedem bietet Software zur Simulation an, die SAP dazu nutzen will, digitale Avatare von Unternehmenswelten herzustellen. Auf diese Weise ließen sich zum Beispiel Windräder warten, ohne einen Mitarbeiter vor Ort zu haben, erklärte Rückert. Wie viel Umsatz der Softwarekonzern in dem Bereich bereits macht und wie viele der weltweit 80 000 Mitarbeiter damit beschäftigt werden, ließ Rückert offen.

Erst vergangene Woche hatte SAP auch eine Partnerschaft mit dem Technikkonzern Bosch angekündigt. Beide wollen bei der vernetzten Produktion und intelligenten Maschinen enger zusammenarbeiten.

Mi, 2016-09-28 09:42
Willemstad (dpa)

Uralt-Raffinerie gefährdet Curacaos Traumtourismus Von Andreas Nöthen, dpa

Auf der Karibikinsel Curacao steht eine der einst größten Raffinerien der Welt - völlig marode, betrieben vom venezolanischen Ölkonzern PDVSA. Alle Grenzwerte in der einstigen Kolonie der Niederlande werden massiv überschritten, das gefährdet den wichtigen Tourismus.

Willemstad (dpa) - Nachts stinkt es besonders. Dann, wenn die Flammen meterhoch aus den Schornsteinen schlagen, wirkt die Isla-Raffinerie in Willemstad auf der Karibikinsel Curacao noch bedrohlicher, als bei Tageslicht. Nachts sind die Ausstoßwerte besonders hoch. Dann riecht es, als würden alte Autoreifen verbrannt. Eine gesundheitsgefährdende Dreckschleuder, die so gar nicht passen mag zu den Traumwelten mit Korallenriffen, türkisem Meer und weißen Karibikstränden.

Laut einer Erhebung der Universität Süd-Florida gehört Curacao wegen der Raffinerie gemessen an der Bevölkerung zu den Top Ten der Gebiete mit den schlimmsten Emissionswerten, 60 Prozent der Kinder im Alter bis 14 Jahren litten an Asthma, hat Forscher Erin Pulster ermittelt.

Am 30. September sollen die 140 000 Einwohner der Insel eine neue Regierung wählen. Diese wird dann die sechste sein, in sechs Jahren Autonomie. 21 Parteien kämpfen um die 21 Parlamentssitze. Das politische System ist zerfasert. Koalitionen mit vier, fünf oder mehr Parteien sind meist sehr fragil. Das macht das Regieren schwer.

Das wichtigste Thema findet im Wahlkampf aber so gut wie gar nicht statt: Die Zukunft der 100 Jahre alten Raffinerie. Dabei drängt die Zeit. 2019 läuft der Leasingvertrag mit dem venezolanischen Staatskonzern PDVSA aus. Und bislang scheint niemand so recht zu wissen, wie es mit der Anlage weitergehen soll. Am 30. August war der Ausstoß von Schwefeldioxid besonders hoch, er lag bei fast 800 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Den ganzen Monat August über lagen die Tageshöchstwerte um die 500er-Marke.

Zum Vergleich: Liegt in einem EU-Staat der Messwert an drei aufeinanderfolgenden Stunden über 500 Mikrogramm, «muss der betroffene Mitgliedsstaat umgehend geeignete Maßnahmen ergreifen». So sieht es die Richtlinie 2008/50/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 vor. Schwefeldioxid gilt, wenn es eingeatmet wird, als krebserregend.

Hinzu kommen andere Substanzen wie die Schwermetalle Nickel oder Vanadiumpentoxid. Letzterer ist dafür verantwortlich, dass viele Gebäude und Straßenlaternen auf der Windseite der Insel einen grünen Bezug haben. Und auch dieser Stoff verursacht Krebs. Curacao war einst niederländische Kolonie, ist seit dem 10. Oktober 2010 politisch weitgehend autonom, aber noch immer Teil des Königreichs Niederlande und somit auch Teil Europas, wenn auch ein 7800 Kilometer entfernter.

Aber nicht ganz: Es gehört zu dem Bereich «überseeische Länder und Hoheitsgebiete» der Europäischen Union. In diesen Gebieten gelten nur einzelne Aspekte des Europarechts. Die Raffinerie stammt noch aus der Zeit, als Curacao Kolonie war. Während des Ersten Weltkriegs baute Shell die Anlage, bis heute eine der größten Raffinerien der Welt. Von dort aus wurde der karibische Raum bis hinauf zu den USA mit Treibstoffen versorgt.

Mitte der 80er Jahre verkaufte Shell die Raffinerie für einen symbolischen Gulden an die Inselregierung. Im Paket enthalten eine ganze Reihe von Problemen und Altlasten. Schon damals galt die Anlage als technisch überaltert, zudem war Shell nicht besonders rücksichtsvoll mit der Umwelt umgegangen.

Die Inselregierung, über Nacht Ölraffineriebesitzer, fand im venezolanischen Staatskonzern PDSVA einen dankbaren Mieter. 20 Millionen US-Dollar fließen jährlich an Miete. Investiert hat der Eigentümer, also die Inselregierung, seither kaum. Die Raffinerie läuft schon seit Jahren auf Sparflamme, der Ausstoß liegt bei rund 200 000 Barrel Öl - die Kapazität lag einmal bei 340 000 Barrel.

Das liegt vor allem an der völlig veralteten Technik und dem miserablen Zustand der Anlage. Dort ist man nur noch in der Lage, sehr schwefelhaltige Treibstoffe herzustellen, für die es aber im Grunde kaum noch Abnehmer gibt. Darum werden die hergestellten Treibstoffe zum Teil auch in den werkseigenen Kraftwerken für den energiehungrigen Raffinerieprozess und die gesamte Energieversorgung eingesetzt. Das Nebenprodukt in Form eines hochkonzentrierten Abgascocktail mit Schwermetallen müssen rund 25 000 Bewohner der westlichen Stadtteile Rosendaal, Habaai, Charo, Wishi und die Hotelgäste entlang der Piscadera Bay täglich einatmen. Denn auf Curacao weht der Wind fast immer von Ost nach West.

Die Zukunft ist offen. Venezuela wird von einer schweren Wirtschaftskrise geplagt, es gibt derzeit kein ernst zu nehmendes Szenario, woher die nötigen zwei bis drei Milliarden US-Dollar kommen sollen, um die Anlage zukunftsfähig zu machen. PDVSA hat diese nicht, der Inselstaat Curacao auch nicht.

Suzy Camelia-Römer, Ministerin für Verkehr und Städtebau ist die einzige Politikerin, die bereit ist, sich zu der Thematik zu äußern. «Wir standen vor der Entscheidung: mit der Raffinerie weitermachen oder ohne sie. Wir haben uns für die Raffinerie entschieden», sagt sie. Inzwischen gebe es Pläne, wie die Raffinerie künftig mit Gas betrieben werden könnte. Das würde einen Teil der Emissionen reduzieren. Hoffnungen konzentrieren sich auf China, das in der ganzen Region Lateinamerika immer stärker Fuß fasst und sich wie in Afrika durch eine Investitionsoffensive Rohstoffzugänge sichert.

Nun gibt es mit dem Unternehmen Guangdong Zhenrong Energy eine Absichtserklärung. Demnach sollen die Chinesen interessiert sein, die Raffinerie nach Ablauf des Vertrags mit der venezolanischen PDVSA umzurüsten und zu betreiben - aber ob das was wird, ist abzuwarten.

Zwischen vier und neun Prozent trägt die Anlage in Curacao zum Bruttoinlandsprodukt bei. Während des Zweiten Weltkriegs war fast jeder vierte der damals 50 000 Inselbewohner wirtschaftlich von der Raffinerie abhängig. Heute arbeiten dort nur noch 1000 Leute.

Der Tourismus hat die Raffinerie längst als Zugpferd der Wirtschaft hinter sich gelassen. Im Jahr kommen rund eine halbe Million Touristen nur mit Kreuzfahrtschiffen. Air Berlin hat Mitte August angekündigt, die Insel vom Winterflugplan an zweimal wöchentlich direkt von Düsseldorf anzufliegen. Aber der Tourismus ist abhängig von intakter Natur. Schließlich kommen die Touristen vornehmlich zum Tauchen und Schnorcheln. Für das Ökosystem ist die Raffinerie nicht nur jetzt schon eine Belastung, sie ist eine Bedrohung.

«Wir sagen ja gar nicht: ihr müsst die Raffinerie schließen», sagt Peter van Leeuwen. Der Pharmazeut ist Vorsitzender der Umweltorganisation Stichting SMOC, die seit 15 Jahren auf die Missstände rund um die Raffinerie aufmerksam macht. Stichting SMOC- Mitglied Arjen Linthorst zeigt die grünen Ablagerungen, die vom Vanadiumpentoxid aus der Isla-Raffinerie stammen. «Aber die Luft auf Curacao muss atembar sein und die Gesetze müssen eingehalten werden», betont van Leeuwen. Eine Verbesserung könnte sofort eintreten, würden in der Raffinerie weniger schwefelhaltige Rohöle verarbeitet. «Das würde die Emissionen auf einen Schlag um 50 Prozent senken.»

Ob für die Produkte der Raffinerie dann jedoch ein Markt vorhanden wäre, ist für Gerrit Schotte, Oppositionspolitiker und Kopf der MFK-Partei, die zurzeit fünf Sitze im Parlament hält, fraglich. Deswegen aber 500 Millionen Dollar in die Umrüstung zu investieren, hält er für einen fahrlässigen Rückschritt. «Die Umrüstung dauert fünf Jahre. Was passiert in der Zwischenzeit?» Schotte war der erste Premierminister, als Curacao am 10. Oktober 2010 unabhängig wurde.

Nach knapp zwei Jahren wurde er des Amtes enthoben. Im März verurteilte ihn ein Gericht zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe wegen Bestechung und Vorteilsnahme. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Schotte Rechtsmittel eingelegt hat. Solange macht er weiter Wahlkampf. Er ist weiter das Gesicht und das Zugpferd seiner Partei. Und es sieht sogar ganz danach aus, als könnte Schottes Partei nach dem 30. September darauf hoffen, politisch wieder mehr mitreden zu dürfen. Sein Wahlprogramm hat einen recht grünen Anstrich, setzt auf erneuerbare Energien. Wind, zwei Windparks gibt es bereits, und Solarenergie. Auf Curacao scheint das ganze Jahr die Sonne bei durchschnittlich 30 Grad Celsius. Ob er die Raffinerie denn schließen würde - bei dieser Frage druckst der sonst sehr eloquent wirkende Schotte herum - zu viele Jobs hängen noch daran.

Immerhin: Die Causa Isla-Raffinerie beschäftigte im Februar das niederländische Parlament in Den Haag. Dort stellte man mehrheitlich fest, dass durch die Tatenlosigkeit der Regierung im Grunde eine Menschenrechtsverletzung vorliegt. Das wiederum würde die niederländische Regierung, so sie denn wollte, dazu ermächtigen, die Regierung in Willemstad zu überstimmen, um Maßnahmen zu ergreifen.

Die Insel-Regierung stecke in einem Dilemma, die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen gegeneinander abzuwägen, sagt der Minister für Innere Angelegenheiten, Ronald Plasterk. Nach einem Durchregieren, über die lokale Regierung hinweg, sieht es aber nicht aus: «Das ist Aufgabe der autonomen Regierung, da auch mit den Folgen einer Entscheidung lokal umgegangen werden muss», sagt Plasterk. Es wird wohl noch viele Nächte geben, an denen Flammen aus den Schloten der Raffinerie schlagen und es stinkt, als würden alte Autoreifen verbrannt. Zum Leidwesen der Bürger und der vielen Touristen auf Curacao.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel so lieben? Na, also. Und ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Füülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Sing vogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-09-28 08:46
Bamberg (dpa)

Bamberger Erzbischof Schick mahnt bei CSU Verfassungstreue an

Bamberg (dpa) - Mit deutlichen Worten hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die CSU zur Verfassungstreue ermahnt. Herabwürdigungen oder Verletzungen der Menschenwürde dürften Christen nicht stehen lassen, sagte Schick am Dienstagabend in Bamberg. «Ich will, dass alle, und besonders natürlich die, die ein C im Namen führen, sich auch entsprechend verhalten.»

Falsche Strategien bestünden auch darin, mit unlauteren Mitteln, Stimmen am rechten Rand einzufangen, erklärte der katholische Geistliche mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik. «Ich bin überzeugt, dass man mit falschen Strategien nichts Gutes bewirken kann.» Das werde auf Dauer nicht gut gehen. «Der Einsatz entsprechend dem, was wirklich gut und wahr ist - und in unserem Fall würde ich sogar sagen, was verfassungsgemäß ist - der Einsatz dafür trägt weiter.»

Daran orientiere er sich auch selbst: «Ich habe einen Eid auf die Verfassung abgelegt - und das habe ich sehr bewusst gemacht. Und dieser Eid auf die Verfassung heißt für mich, dass ich alles tue, dass diese Verfassung - sowohl die bundesrepublikanische als auch die bayerische - so eingehalten wird, wie es da steht.» Dort stehe die Menschenwürde als oberstes und erstes Prinzip festgeschrieben.

Über das «C» im Namen der CSU sagte er: «Ja natürlich ist es gerechtfertigt - als Zielvorgabe. Ich bin nicht dafür, dass die das streichen. Die sollen das behalten, als Ziel, und es erstreben.»

Mi, 2016-09-28 08:42
Berlin (dpa)

Ulbig: Bekennerschreiben zu Anschlägen in Dresden aufgetaucht

Berlin (dpa) - Nach den Sprengstoffanschlägen in Dresden liegt nach Angaben des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (CDU) ein Bekennerschreiben vor. Die Echtheit werde noch geprüft, sagte Ulbig am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin». Das Schreiben sei auf der Internetseite «linksunten.indymedia.org» veröffentlicht worden, Experten hätten es gesichert, sagte Ulbig. Inzwischen sei es dort wieder entfernt worden. Wer sich in dem Schreiben zu den Anschlägen bekannt haben soll, sagte der CDU-Politiker nicht.

Zwei Sprengsätze waren am Montagabend innerhalb kurzer Zeit vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums in Dresden explodiert. Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei fand an den Tatorten Reste professionell gebauter Sprengsätze.

Die Ermittlungen liefen derzeit in alle Richtungen, sagte Ulbig. Wenn jemand gegen eine Moschee vorgehe, könne man eine rechtsextremistische oder zumindest ausländerfeindliche Tat nicht ausschließen.

Mi, 2016-09-28 08:26
Paris (dpa)

Umstrittenes AKW - Stromkonzern EDF akzeptiert britische Bedingungen

Paris (dpa) - Der französische Stromkonzern EDF hat seine umstrittenen Pläne zum Bau zweier Atomreaktoren im englischen Hinkley Point bestätigt. Der Verwaltungsrat des Unternehmens akzeptierte Bedingungen der britischen Regierung, wie EDF am späten Dienstagabend mitteilte. So soll der Konzern seine Kontrollbeteiligung an dem Kraftwerk vor der Fertigstellung nicht ohne Zustimmung der Londoner Regierung verkaufen können.

EDF hatte den Deal bereits im Juli nach langen Diskussionen abgesegnet, die britische Regierung hatte das Projekt daraufhin aber überraschend nochmals überprüft. Mitte September gab sie grünes Licht, stellte aber Bedingungen.

Das Projekt mit zwei Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) an der Westküste Englands soll nach früheren Angaben rund 21,5 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern. Im März war der EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob EDF die Milliardeninvestition stemmen kann.

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Mi, 2016-09-28 09:15
Hamburg (Greenpeace

Mikroplastik belastet Fisch und Meeresfrüchte

Neuer Greenpeace-Report fasst Forschungsstand zusammen

Greenpeace veröffentlicht heute den aktuellen Forschungsstand zur Belastung von Fisch, Krusten- und Schalentieren mit Plastikpartikeln (Report: www.greenpeace.de/plastik-in-fisch). „Mikroplastik wirkt in der Umwelt wie ein Fremdkörper mit Giftfracht. Es enthält Schadstoffe, zum Beispiel Weichmacher und Flammschutzmittel. Gleichzeitig sammeln sich Schadstoffe aus der Umwelt an den Partikeln. Es droht die Gefahr, dass sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert“, sagt Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin. Diese Annahme stützt der Report mit Ergebnissen aus den jüngsten Feld- und Laborstudien zur Aufnahme, Anreicherung und Auswirkungen von Mikroplastik und assoziierten Schadstoffen.

In der Nahrungskette haben Wissenschaftler Mikroplastik längst nachgewiesen: in kleinstem Zooplankton, aber auch in kommerziell genutzten Arten wie Thunfisch, Kabeljau, Makrele sowie Miesmuscheln und Nordseegarnelen. Dort können die winzigen Plastikpartikel samt Schadstoffen sowohl physisch als auch chemisch zum Problem werden. Sie rufen beispielsweise Entzündungsreaktionen im Darmtrakt hervor, beeinflussen die Nahrungsaufnahme oder das Fortpflanzungsverhalten der Tiere. „Bisher gibt es keine Erkenntnisse, inwieweit die Plastikpartikel auch ins Gewebe gelangen. Vorsicht ist jedoch bei Muscheln oder Garnelen geboten, die etwa vollständig verzehrt werden“, so Schöttner.

Erster Schritt: Industriell gefertigtes Mikroplastik verbieten

„Die Forschung zu Mikroplastik steckt noch immer in den Kinderschuhen – erst recht, was die möglichen Folgen für Mensch und Umwelt angeht“, so die Greenpeace-Expertin. Die unabhängige Umweltschutzorganisation fordert die Politik auf, das Vorsorgeprinzip anzuwenden, um das Risiko für Mensch und Umwelt gering zu halten. „Als ersten, einfachen Schritt sollte Umweltministerin Hendricks dem Beispiel Großbritanniens folgen und Mikroplastik in Verbrauchsgütern verbieten, die täglich ins Abwasser gelangen – das betrifft insbesondere Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittel.“ In Peelings, Shampoos und Scheuermilch dienen die Plastikkügelchen zum Beispiel als Schleif- oder Bindemittel. Die Industrie entzieht sich einem gesetzlichen Standard bisher durch individuelle Ausstiegspläne. Greenpeace hatte im Sommer die 30 größten Kosmetikhersteller weltweit auf Qualität und Stand ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung befragt. Keine einzige erfüllte die Greenpeace-Kriterien.

Als Mikroplastik werden Plastikpartikel mit einem Durchmesser von weniger als fünf  Millimetern bezeichnet. Sie entstehen entweder durch den Zerfall größeren Mülls oder werden bereits in kleiner Größe industriell hergestellt. Sie können teils ungehindert die Klärwerke passieren. Jährlich gelangen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll allein von Land in unsere Ozeane. Er wird biologisch nicht abgebaut, sondern zerfällt in immer kleinere Teilchen. Derzeit gibt keine verlässliche Angabe über die genaue Menge von Mikroplastik in den Ozeanen. Funde in entlegenen Gebieten wie Arktis und Antarktis belegen jedoch, dass die Verschmutzung sehr weitreichend ist.

Mi, 2016-09-28 07:46
Tokio/Johannesburg (dpa)

Bericht: Japan lehnt Totalverbot von Elfenbeinhandel ab

Tokio/Johannesburg (dpa) - Japan hat sich bei der laufenden Welt-Artenschutzkonferenz (Cites) in Johannesburg laut einem Medienbericht gegen ein vollständiges Handelsverbot für Elfenbein ausgesprochen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, befürwortet Japan Ausnahmen bei Produkten, die nicht aus Wilderei oder illegalem Handel stammen. Einige Länder, darunter China, hätten jedoch die Frage aufgeworfen, ob zwischen legal und illegal gehandeltem Elfenbein überhaupt unterschieden werden könne, hieß es.  

Die Artenschutzkonferenz beschloss 1989, den internationalen Handel mit Elfenbein zu verbieten. Nun machen die USA und mehrere afrikanische Länder Druck, den Handel mit Elfenbein auch von Binnenmärkten zu bannen. Die Europäische Union will aber den Handel mit antikem Elfenbein innerhalb der EU weiterhin erlauben.

Nach dem jüngsten Bericht der Weltnaturschutzunion IUCN ist die Zahl der Elefanten in Afrika seit 2006 um 111 000 Tiere auf 415 000 gesunken. Vertreter aus 183 Ländern tagen noch bis 5. Oktober in Johannesburg, um neue Regeln für den weltweiten Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen aufzustellen. 

Mi, 2016-09-28 07:25
Singapur (dpa)

Ölpreise steigen leicht

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Mittwoch nach deutlichen Rückgängen am Vortag etwas zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 46,22 US-Dollar und damit 25 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um elf Cent auf 44,78 Dollar.

Ein Treffen von Vertretern wichtiger Förderländer in der algerischen Hauptstadt Algier bleibt das alles beherrschende Thema am Ölmarkt. Am Rande des mehrtägigen Branchentreffens geht es vor allem um die Frage einer möglichen Begrenzung der Fördermenge, um so die Ölpreise zu stützen. Bisher gibt es noch keine Einigung.

Zuletzt hatte Saudi-Arabien als das führende Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) Kompromissbereitschaft signalisiert. Der weltgrößte Ölexporteur sei bereit, jede Lösung zu unterstützen, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, versicherte Ölminister Khalid Al-Falih.

Geht doch!

Abgasfrei unterwegs

Konsequenter Klimaschutz: Diesel und Benziner sollen von der Straße verschwinden

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Abgasfrei unterwegs

Ausgerechnet ein Land, das seinen Reichtum Öl und GAs zu verdanken hat, will den Benzinhahn zuerst zudrehen. Ab 2025 sollen in Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fünf Jahre später müssen laut dem Gesetzentwurf auch neue Schiffe und Fähren abgasfrei fahren. Mit dem Bann der fossilen Antriebe verfolgt die norwegische Regierung eine konsequente Klimapolitik. Denn der Transportsektor ist für rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes in dem skandinavischen Land verantwortlich. Bereits heute ist Norwegen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. 15 Prozent aller neu zugelassenen PKWs fahren mit Strom, der nahezu vollständig aus Wasser- und Windkraft gewonnen wird. In Deutschland liegt der Elektroauto-Anteil noch immer im Promillebereich. Während Umweltschützer das Ende für Verbrennungsmotoren begrüßen, reagiert die Autolobby erbost. Norwegen befinde sich auf dem Weg in eine „ökologische Planwirtschaft“, empörte sich Matthias Wissmann, der Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie. Im kommenden Jahr soll der viel diskutierte Nationale Transportplan in Norwegen verabschiedet werden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Indien, Österreich und die Niederlande.

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Österreich: Sonnenstrom vom Balkon
Seit Juli dürfen Mieter in Österreich an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse Mini-Solarmodule bis maximal 600 Watt installieren und den Strom direkt nutzen. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es ähnliche Regelungen. In Deutschland bewegen sich die mehreren Tausend angeschlossenen „Guerilla“-Fotovoltaikanlagen noch immer in einem juristischen Graubereich. Obwohl bislang keine Zwischenfälle bekannt sind, streiten Verbände und Hersteller über mögliche Sicherheitsrisiken. Greenpeace Energy bietet die mobilen Solarpaneele bereits an. „Ärgerliche Hürden, die ihren Sinn verloren haben und der Energiewende schaden, gehören abgeschafft“, sagt Nils Müller vom Ökostromanbieter.

Berlin: Saubere Geldanlagen
Der Berliner Senat hat beschlossen, seine Geldanlagen künftig klimaneutral und nachhaltig zu investieren. Dafür wird ein sogenannter Ökoindex entwickelt, der keine Firmen beinhalten darf, die Geschäfte mit Waffen, Atomenergie oder fossilen Brennstoffen machen. Soziale und andere Nachhaltigkeitskriterien sollen später noch folgen. Die Fossil-Free-Bewegung feiert den Pionierschritt der Berliner  Finanzbehörde und hofft, dass andere Bundesländer nachziehen werden.

Italien: Weniger Essen im Müll
Nach Frankreich macht nun auch Italien Ernst mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: Von fünf Millionen Tonnen weggeworfenem Essen soll jedes Jahr eine Million Tonnen gerettet werden. Supermärkte, die – auch abgelaufene – Waren spenden, müssen weniger Abfallgebühren zahlen. Außerdem sollen Italiener ermutigt werden, ihre Pizza- und anderen Reste im Restaurant in bislang verpönten „Doggy Bags“ mitzunehmen. In Italien sind rund sechs Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen.

Geht doch!

Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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San Francisco: Styropor gebannt
Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser  Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel,  bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.

Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.

Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.

 

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Konfliktfrei surfen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

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Mi, 2016-09-28 08:02
Aviv (dpa)

Tiefe Trauer nach Tod von Schimon Peres

Für seinen Kampf um eine Lösung des Nahost-Konfliktes hat er den Friedensnobelpreis bekommen. Israels ehemaliger Präsident Peres ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Er war der letzte Politiker aus der Generation der Gründerväter des jüdischen Staates.

Tel Aviv (dpa) - Israels ehemaliger Präsident und Friedenshoffnungsträger Schimon Peres ist tot. Der 93-Jährige starb zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall in einem Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv. Dies teilte sein Sohn Chemi Peres am Mittwochmorgen mit. «Sein wichtigstes Anliegen war es immer, dem jüdischen Volk zu dienen», sagte Chemi Peres im Scheba-Krankenhaus. Dies habe er bis zu seinem letzten Tag getan.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte bestürzt auf den Tod des Friedensnobelpreisträgers. Auch US-Präsident Barack Obama, Bundespräsident Joachim Gauck, der französische Präsident François Hollande und andere Spitzenpolitiker weltweit brachten ihre tiefe Trauer zum Ausdruck.

Peres war zweimal Israels Regierungschef und mehrmals Minister gewesen. Den Friedensnobelpreis hatte er 1994 als Außenminister gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Izchak Rabin und dem Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jassir Arafat, erhalten. Von 2007 bis 2014 war er Staatspräsident.

Peres' Sohn würdigte ihn als einen der Gründerväter des jüdischen Staates. Der Tod seines Vaters sei «ein Verlust für das ganze Volk Israel, der Schmerz ist uns allen gemeinsam», sagte Chemi Peres. Sein Erbe sei der Kampf für den Frieden.

Peres' Familie war in den letzten Stunden bei ihm. Der Tod sei um zwei Uhr nachts festgestellt worden, berichtete das israelische Fernsehen.

Peres' Leibarzt Rafi Walden sagte, sein Schwiegervater sei ohne Schmerzen gestorben. Bis zum Tage des Schlaganfalls vor zwei Wochen sei er noch «voller Kraft» gewesen. «Sein Leben endete abrupt, während er für seine große Leidenschaft kämpfte, die Sorge um die Stärkung des Staates Israel und den Frieden», sagte Walden. Als letzten Beitrag für andere Menschen habe Peres seine Hornhäute gespendet.

Schimon Peres sei vom ganzen Volk geliebt worden, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung von Netanjahus Büro. Die Regierung werde sich zu einer Trauersitzung versammeln. Mit dem Begräbnis wird am Freitag gerechnet, eine offizielle Mitteilung steht allerdings noch aus. Peres' Sarg soll laut Fernsehberichten am Donnerstag im Parlament aufgebahrt werden.

US-Präsident Barack Obama würdigte Peres als einen «Kämpfer für Israel» und den Frieden im Nahen Osten. «Als Amerikaner stehen wir in seiner Schuld», erklärte Obama in einer Stellungnahme am Mittwochabend (Ortszeit). «Keiner hat über die Jahre hinweg mehr dafür getan als Schimon Peres, die Allianz zwischen unseren beiden Ländern aufzubauen - eine unzerbrechliche Allianz, die heute enger und stärker ist, als sie jemals war.»

Mit Schimon Peres habe Israel einen «eifrigen Fürsprecher für Frieden und Versöhnung verloren», schrieben der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Frau und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton auf der Internetseite der Clinton-Foundation. Peres sei ein «großherziges Genie» gewesen, das seine Talente für eine «Zukunft der Versöhnung» genutzt habe.

Peres hatte sich trotz seines hohen Alters bis zuletzt unvermindert für eine Verständigung von Israelis und Arabern eingesetzt, unter anderem mit seinem Peres Center for Peace in Tel Aviv. Er hatte nie die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern aufgegeben.

Wohl durch sein beharrliches Streben nach Frieden war er zudem einer der wenigen israelischen Politiker, der im Ausland beliebt war. Peres äußerte sich auch als Staatspräsident immer wieder sehr politisch - ungewöhnlich für dieses Amt.

Peres wurde 1923 als Sohn eines Holzhändlers im damaligen Ostpolen geboren und wanderte 1934 nach Palästina ein. Er wurde auch als Vater des israelischen Atomprogramms bekannt.

Mi, 2016-09-28 07:15
Kiew (dpa)

Babi Jar: Ukraine gedenkt des Massakers 1941 an den Kiewer Juden

Vor 75 Jahren löschten die deutschen Besatzer die jüdische Bevölkerung von Kiew aus. Die Sowjetunion tat sich schwer mit der Erinnerung. Für die unabhängige Ukraine ist sie Ehrensache.

Kiew (dpa) - Der Judenmord war längst geplant, doch die deutschen Besatzer in Kiew suchten noch einen Vorwand. Am 19. September 1941 war die Wehrmacht in die Hauptstadt der damaligen Sowjetrepublik Ukraine einmarschiert. Wenige Tage später erlitt sie hohe Verluste, weil verminte Gebäude in der Innenstadt ferngelenkt explodierten. Am 29./30. September brachte die SS im Tal Babi Jar (Weiberschlucht) 33 771 Juden um. 75 Jahre später gedenkt die unabhängige Ukraine der grauenvollen Ereignisse. Zu einer Feier am 29. September mit Staatschef Petro Poroschenko wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

«Sämtliche Juden der Stadt Kiew und Umgebung haben sich am Montag, dem 29. September 1941, bis acht Uhr einzufinden», verkündeten Aushänge. Mitzunehmen seien Dokumente, Geld und Kleidung. Wer der Anweisung nicht folge, dem wurde mit Erschießung gedroht. Von einst 220 000 jüdischen Einwohnern waren nur 50 000 geblieben, die Männer dienten in der Roten Armee, andere waren geflohen. Greise, Frauen und Kinder fanden sich am Sammelplatz bei der heutigen Metrostation Lukjaniwka ein. Getrieben von lokalen Wachmannschaften, legten sie die zweieinhalb Kilometer zum damaligen Stadtrand zu Fuß zurück.

In Babi Jar (ukrainisch: Babyn Jar) wurden die Menschen gezwungen, sich auszuziehen. In Zehnergruppen wurden sie in die Schlucht geführt. Dort befanden sich drei Gruppen mit MPi-Schützen, wie Kurt Werner, Angehöriger des SS-Sonderkommandos 4A, nach dem Krieg in den Nürnberger Prozessen aussagte. «Die nachfolgenden Juden mussten sich auf die Leichen der zuvor erschossenen Juden legen. Die Schützen standen jeweils hinter den Juden und haben diese mit Genickschüssen getötet», berichtete der SS-Mann. Bis Mitte Oktober wurden mehr als 50 000 Menschen getötet. Pioniere der Wehrmacht sprengten anschließend die Ränder der bis zu 50 Meter tiefen Schlucht, um Spuren des Massengrabes zu verwischen.

Bis zu 200 000 Menschen wurden in der Besatzungszeit in Babi Jar ermordet. Erschossen wurden außer Juden auch Roma, Kriegsgefangene, psychisch Kranke, Partisanen und ukrainische Nationalisten. Nach der Niederlage von Stalingrad zeichnete sich jedoch eine Rückkehr der Roten Armee ab. Der bereits an den Erschießungen 1941 beteiligte SS-Standartenführer Paul Blobel kam nach Kiew zurück und begann mit der sogenannten «Ent-Erdungsaktion». 300 KZ-Häftlinge gruben die Leichen wieder aus und verbrannten sie auf mit Benzin getränkten Eisenbahnschwellen. Das Grauen endete erst am 6. November 1943, als die Rote Armee unter gewaltigen Verlusten die Stadt befreite.

Die sowjetische Regierung tat sich jahrzehntelang schwer mit dem Gedenken an die ermordeten Kiewer Juden. Die Schlucht wurde mit den Jahren Teil der Stadt, sie wurde in einen Park umgewandelt. Erst nach Stalins Tod löste unter anderem das 1961 erschienene weltbekannte Gedicht «Babi Jar» von Jewgeni Jewtuschenko eine Debatte aus. Doch das 1976 errichtete Monument für die ermordeten «sowjetischen Bürger» verweigerte das Gedenken an die Juden als Hauptopfergruppe.

Das änderte sich erst zum 50. Jahrestag 1991, fast zeitgleich mit dem Ende der Sowjetunion. Ein Mahnmal in Form einer Menora, eines siebenarmigen jüdischen Leuchters, wurde errichtet. Doch auch anderer Opfergruppen wie der Roma wurde mit eigenen Denkmälern gedacht. Zugleich begann eine Diskussion über die Errichtung einer Holocaust-Gedenkstätte - ein Novum für die Ex-Sowjetrepublik Ukraine.

Inzwischen hat das Land mit Wladimir Groisman einen Regierungschef jüdischer Herkunft. Schon als Parlamentschef ließ er in der Obersten Rada erstmals eine Gedenkminute für die Holocaustopfer einlegen.

Auf den 75. Jahrestag hat sich Kiew lange vorbereitet. Für umgerechnet mehr als eine Million Euro wurden Grünlagen und Wege neu gestaltet, die Gedenkstätten saniert. «Wir müssen uns daran erinnern, was hier geschah, damit die Fehler der Vergangenheit sich nicht noch einmal wiederholen», sagte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko.

Und auch die zeitweilig eingeschlafenen Gespräche über ein Memorial für die Schoah stieß er wieder an. «Ich halte es für meine Mission als Bürgermeister der Hauptstadt, das Projekt der Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer von Babi Jar zu realisieren», versprach der Ex-Boxweltmeister im Dezember 2015 den Nachkommen der Opfer.
 

Mi, 2016-09-28 07:20
Kiew (dpa)

Das Massaker von Babi Jar

Kiew (dpa) - Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 besetzte die Wehrmacht fast die gesamte Ukraine. In der Mitte September eingenommenen Hauptstadt Kiew wurden die Juden auf Plakaten aufgefordert, sich zu Umsiedlungsmaßnahmen zu versammeln. Die Deutschen trieben die Menschen zur Schlucht Babi Jar außerhalb der Stadt. Dort mussten sie ihre Habseligkeiten abgeben, sich ausziehen und an den Rand der Schlucht stellen, wo sie erschossen wurden. 33 771 Juden starben am 29. und 30. September 1941. Das Morden ging danach in Babi Jar weiter. Außer Juden wurden hier im Zweiten Weltkrieg unter anderen auch Roma und Kriegsgefangene umgebracht.

Mi, 2016-09-28 06:18
Aviv (dpa)

Früherer israelischer Präsident Peres stirbt nach Schlaganfall

Peres hat bis zuletzt für Frieden in Nahost gekämpft: Nun ist der 93-jährige Ex-Präsident Israels gestorben. Mit ihm geht der letzte Politiker aus der Generation der Gründerväter des jüdischen Staates.

Tel Aviv (dpa) - Israels Ex-Präsident Schimon Peres ist tot. Der 93-Jährige starb zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall in einem Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv, wie seine Sohn Chemi Peres am Mittwochmorgen mitteilte. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte bestürzt. Auch US-Präsident Barack Obama brachte seine tiefe Trauer über den Tod des Friedensnobelpreisträgers zum Ausdruck.

Peres' Familie war in den letzten Stunden bei ihm. Der Tod wurde um zwei Uhr nachts festgestellt, berichtete das israelische Fernsehen. Nach dem Schlaganfall war Peres an ein Beatmungsgerät angeschlossen und in Narkose versetzt worden.

Peres war zweimal Israels Regierungschef und mehrmals Minister. Den Friedensnobelpreis hatte er 1994 als Außenminister gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat erhalten. Von 2007 bis 2014 war er Staatspräsident.

Schimon Peres sei vom ganzen Volk geliebt worden, hieß es am Mittwoch in der Mitteilung von Netanjahus Büro. Die Regierung werde sich zu einer Trauersitzung versammeln. Mit dem Begräbnis wird am Freitag gerechnet, eine offizielle Mitteilung steht allerdings noch aus. Peres' Sarg soll laut Fernsehberichten am Donnerstag im Parlament aufgebahrt werden.

US-Präsident Barack Obama würdigte Peres als einen «Kämpfer für Israel» und den Frieden im Nahen Osten. «Als Amerikaner stehen wir in seiner Schuld», sagte Obama in einer Stellungnahme am Mittwochabend (Ortszeit). «Keiner hat über die Jahre hinweg mehr dafür getan als Schimon Peres, die Allianz zwischen unseren beiden Ländern aufzubauen - eine unzerbrechliche Allianz, die heute enger und stärker ist, als sie jemals war.»

Mit Schimon Peres habe Israel einen «eifrigen Fürsprecher für Frieden und Versöhnung verloren», schrieben der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Frau und Präsidentschaftskandidatin Hillary auf der Internetseite der Clinton-Foundation. Peres sei ein «großherziges Genie» gewesen, der seine Talente für eine «Zukunft der Versöhnung» genutzt habe. Bis zum Ende sei der ehemalige israelische Präsident ein «leuchtender und sprachgewaltiger Träumer» gewesen.

Peres hatte sich trotz seines hohen Alters bis zuletzt unvermindert für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern eingesetzt, unter anderem mit seinem Peres Center for Peace in Tel Aviv. Er hatte nie die Hoffnung auf eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aufgegeben.

Wohl durch sein beharrliches Streben nach Frieden war er zudem einer der wenigen israelischen Politiker, der im Ausland beliebt war. Peres äußerte sich auch als Staatspräsident immer wieder sehr politisch - ungewöhnlich für dieses Amt.

Peres wurde 1923 als Sohn eines Holzhändlers im damaligen Ost-Polen geboren und wanderte 1934 ins damalige Palästina ein. Er wurde auch als Vater des israelischen Atomprogramms bekannt.

Der 93-Jährige hatte schon länger gesundheitliche Probleme. Zu Jahresbeginn hatte Peres bereits einen Herzinfarkt erlitten. Anfang September war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.

Mi, 2016-09-28 07:00
Algier (dpa)

Bringt der niedrige Ölpreis Algerien ins Wanken?

Das Ölpreistief hat einige Förderländer in Krisen gestürzt. Mit einem großen Finanzpuffer konnte Algerien die Schäden erst einmal begrenzen - doch Experten warnen, dass das nicht lange gut geht. Steht dem Land eine politische Krise bevor?

Algier (dpa) - Unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis leiden alle Förderländer - auch Algerien. Zwar konnte die Regierung von Abdelaziz Bouteflika den ersten Schock abfedern - aber wie lange geht das gut? Auch die politische Stabilität des Landes steht auf dem Spiel.

«Für Algerien ist das Öl Fluch und Segen zugleich», sagt die Algerien-Expertin Dalia Ghanem-Yazbeck von Carnegie Endowment for International Peace. Öl und Gas stehen für rund 30 Prozent des Bruttoinlandprodukts. In den 2000ern trug dies nach Jahren eines Bürgerkriegs zur Stabilität des Landes bei. Doch 2014 endete der Dornröschenschlaf. Wegen eines Überangebots brachen die Ölpreise um bis zu 70 Prozent ein. Seitdem verharrt die Opec-Führungsmacht Saudi-Arabien mit dem Erzrivalen Iran und Russland im Streit. Ein Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Algier in diesen Tagen könnte wieder Bewegung in die festgefahrene Lage bringen.

Das hat der Gastgeber auch dringend nötig. Das Ölpreistief führte dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge in Algerien zu einem Einbruch der Öl- und Gaseinnahmen um 30 Prozent. Das Haushaltsdefizit erreichte demnach mit 16,4 Prozent des Bruttoninlandprodukts im vergangenen Jahr den höchsten Stand aller Zeiten. Dass Algerien dies bislang weitgehend abfedern konnte, lag maßgeblich an seinem dicken Finanzpolster: Das Land hatte vor der Krise laut Ghanem-Yazbeck die achtgrößten Währungsreserven der Welt und geringe Auslandsschulden.

«Algerien konnte bislang den Schock absorbieren, ohne dass es die Bevölkerung zu sehr spürte», erklärt Fiona Barsoum von der Risikoberatung Control Risks. Die Währungsreserven schrumpften dem IWF zufolge um knapp 35 Milliarden US-Dollar, sind aber nach wie vor groß. Die Regierung reduzierte laut Ghanem-Yazbeck Ausgaben und stoppte etwa große Infrastrukturprojekte und Einstellungen im öffentlichen Sektor.

Allerdings traut sich Algier noch nicht, tiefergreifende Einschnitte anzugehen. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an den 5. Oktober 1988. Nach dem Ölpreis-Crash von 1986 kürzte die Regierung Subventionen, was einen Aufstand schürte. Dieser trug auch dazu bei, Algerien in den 1990ern in einen blutigen Bürgerkrieg zwischen Regierung und islamistischen Gruppierungen zu stürzen. Geschätzte 150 000 Menschen starben. Eine Wiederholung will die politische Elite um Präsident Bouteflika ebenso wenig wie die Bevölkerung, die das «Schwarze Jahrzehnt» durchlebte.

Doch wie lange geht die Zurückhaltung der Regierung noch gut? «Die Reserven schmelzen wie Schnee in der Sonne», sagt Ghanem-Yazbeck. «Um die derzeitigen Ausgaben zu erhalten, braucht die Regierung einen Preis von 96 US-Dollar pro Barrel - das wird so schnell nicht passieren.» Irgendwann werde man gezwungen sein, entweder signifikant Schulden anzuhäufen oder Maßnahmen wie die Kürzung von Subventionen zu ergreifen, meint Barsoum. Und auch wenn sich die Ölpreise erholen - die ökonomischen Probleme bleiben. Experten sind sich einig, dass die Wirtschaft dringend weitreichende Reformen und andere Standbeine neben dem Öl- und Gasexport benötigt.

Ghanem-Yazbeck erwartet zunehmend mehr Unzufriedenheit und Proteste - «vielleicht schlimmer als die des 5. Oktobers 1988.» Ob die Bevölkerung mit Preissenkungen für Grundnahrungsmittel oder politischen Zugeständnissen beschwichtigt werden kann, wie oft in der Vergangenheit, ist fraglich. Der 79-jährige Bouteflika, seit 1999 im Amt, ist gesundheitlich angeschlagen und zeigt sich seit Jahren kaum in der Öffentlichkeit. Über Machtkämpfe im Hintergrund wird gemunkelt, öffentlich herrscht über die Zeit nach Bouteflika Unsicherheit. Das mächtige Militär könnte bei einer immer unruhiger werdenden Bevölkerung verstärkt einschreiten, meint Ghanem-Yazbeck.

Auch international könnte eine Instabilität in Algerien Folgen haben. Zwar hält sich Algier auf der weltpolitischen Bühne zurück. Doch bei Krisen in der Nachbarschaft gilt das Land oft als Stabilisator. Algerien habe etwa die UN-Verhandlungen im Krisenstaat Libyen unterstützt, Friedensgespräche in Mali vermittelt und den demokratischen Prozess in Tunesien begleitet, schreiben Experten der International Crisis Group. Ghanem-Yazbeck warnt: «Im derzeitigen geopolitischen Kontext ist ein instabiles Algerien nicht im Interesse von irgendjemandem - inklusive internationaler Partner wie Europa und den USA.»
 

Mi, 2016-09-28 05:30
Hempstead (dpa)

#election2016 - Alles, was Sie wissen müssen

Die Plage mit dem Mikrofon

Hempstead (dpa) - Donald Trump hat sich über sein Mikrofon beschwert, dass ihm die Organisatoren des TV-Duells mit seiner Kontrahentin Hillary Clinton zur Verfügung gestellt hatten. Gut hörbar für weit über 80 Millionen Fernsehzuschauer atmete der 70-Jährige schwer, stieß Seufzer aus und zog die Nase hoch. An Verschwörungstheorien wolle er sich nicht beteiligen, sagte Trump. Viele seine Anhänger argwöhnten, Trump sei bewusst ein schlechtes Mikrofon untergejubelt worden, durch das er in ein schlechtes Licht gerückt werden könne.

Clinton kann wieder lachen

White Plains (dpa) - Hillary Clinton hat sich hochzufrieden über die erste TV-Debatte mit Donald Trump geäußert. «Die Menschen konnten sich selber ein Bild machen von seinem Benehmen, seinem Naturell, seinem Verhalten», sagte die strahlende Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten am Dienstag an Bord eines Flugzeugs in einer kurzen Pressebegegnung. «Ich dachte ein paar Mal, was er doch für nachweisbare Unwahrheiten verbreitet», sagte Clinton über ihren republikanischen Konkurrenten.

Viele Menschen sahen TV-Duell

Washington (dpa) - Das erste TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump war das wohl meistgesehenste in der Geschichte der US-Wahlen. Allein in den USA schalteten nach Medienberichten weit mehr als 81 Millionen Menschen ein. Der Sender CNN bezog sich am Dienstag auf erste Daten des Instituts Nielsen. Demnach wurden 80,9 Millionen Fernsehzuschauer gezählt. Allerdings rechnet Nielsen Zuschauer etwa in Bars oder auf Parties nicht mit, auch werden bestimmte Sender nicht berücksichtigt (PBS, C-Span). Zu den TV-Zuschauern kommen viele Millionen, die das Ereignis in Livestreams im Internet sahen. Die bisher meistgesehene TV-Debatte eines Präsidentschaftswahlkampfs war das einzige Duell zwischen Amtsinhaber Jimmy Carter und Herausforderer Ronald Reagan im Jahr 1980. Damals schalteten 81 Millionen Menschen in den USA ein.

Clinton die Siegerin - aber nicht in Internetumfragen

Washington (dpa) - Hillary Clinton wurde von den Meinungsforschern zur Siegerin der Fernsehduells von Montagabend erklärt. Allerdings gab es auch Umfragen, die stark auf der Seite Donald Trumps standen. Alle von ihnen wurden im Internet durchgeführt. Eine Online-Umfrage des Senders CNBC sah Trump mit 67 zu 33 Prozent vorn, eine Umfrage des «Time»-Magazines sieht Trump bei einer klaren Mehrheit von 56 Prozent. Jeweils hatte sich mehr als eine Million Menschen beteiligt. Solche Umfragen sind allerdings nicht wissenschaftlich fundiert und gelten als nicht repräsentativ.

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Presto, presto statt Buon appetito – jetzt gibt’s Pasta als Prodotto finito!
So lernen schon die Bambini, wie man Bio-Nudeln zubereitet: Folie einstechen und ab in die Mikrowelle.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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