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fracking / 28.Aug 2015

Bohren bis der Boden bebt

Fracking sei unbedenklich, beharren Energieunternehmen. Eine kanadische Behörde bestätigt jetzt das Gegenteil: Die Firma Progress Energy habe mit ihren Bohrungen letztes Jahr ein Erdbeben von der Stärke 4,4 ausgelöst. In den USA kündigen Umweltschützer an, die Regierung zu verklagen, wenn sie die Technologie nicht schärfer reguliert.

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Fr, 2015-08-28 17:23
Athen (dpa)

Übergangsregierung in Athen vereidigt - viele Wähler unentschlossen

Nach der Vereidigung der neuen Übergangsregierung beginnt in Griechenland der Wahlkampf. Eine erste Umfrage deutet darauf hin, dass die Entscheidung am 20. September spannend werden könnte.

Athen (dpa) - Die neue griechische Übergangsregierung unter der Richterin Vasiliki Thanou ist am Freitag vereidigt worden. Die wichtigsten Posten des geschäftsführenden Kabinetts besetzen nun Experten, die das Vertrauen der Mehrheit der Parteien haben. Dieses Interims-Gremium soll das Land bis zur Bildung einer neuen Regierung nach vorgezogenen Wahlen führen. Das Übergangskabinett billigte anschließend das Dekret zur Auflösung des Parlamentes. Damit steht nun auch offiziell fest, dass die Parlamentswahl am 20. September stattfinden wird. Das Dekret wurde von Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos unterzeichnet, wie das Staatsfernsehen (ERT1) berichtete.

Damit hat auch der Wahlkampf begonnen. Eine erste Umfrage zeigt, dass die Parteien noch viel Arbeit leisten müssen, um die Gunst der Wähler zu gewinnen. Jeder vierte Bürger (25,5 Prozent) ist nämlich bislang unentschieden. Das Bündnis der radikalen Linken (Syriza) von Alexis Tsipras führt in der Gunst der Wähler mit 23 Prozent, gefolgt von den Konservativen mit 19,5 Prozent. Die Umfrage wurde am Freitag in der linken griechischen Zeitung «Efimerída ton Syntaktón» veröffentlicht.

In der Übergangsregierung setzt Athen auf Kontinuität: Das Finanzministerium wird der langjährige Unterhändler in den Verhandlungen mit den Gläubigern, Giorgos Chouliarakis, führen. Er war bislang als Fachmann bei den Kreditverhandlungen dabei und soll das Vertrauen der Geldgeber-Experten haben. Außenminister ist der altgediente Diplomat Petros Molyviatis (87).

Am Donnerstag hatte Staatspräsident Pavlopoulos die Präsidentin des höchsten Gerichtshofes (Areopag), Thanou, mit der Bildung der Interimsregierung beauftragt. Zuvor waren alle Bemühungen gescheitert, im derzeitigen Parlament eine neue Regierungsmehrheit zu finden. Damit wurde der Weg zur Neuwahl frei, die der bisherige Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seinem Rücktritt vor einer Woche erreichen wollte. Er fordert angesichts des neuen harten Sparprogramms ein neues, frisches Mandat vom Volk.

Nach der Umfrage können die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte mit 6,5 Prozent damit rechnen, drittstärkste Kraft zu werden. Es folgen die Kommunisten (KKE) mit fünf Prozent, die Sozialisten (Pasok) mit 4,5 Prozent und die Partei der politischen Mitte To Potami mit vier Prozent. 3,5 Prozent bekommt die von Syriza abgespaltene neue Partei Volkseinheit (LAE) mit 3,5 Prozent.

Bangen um den Einzug ins Parlament muss angesichts der in Griechenland geltenden Drei-Prozent-Hürde der bisherige Koalitionspartner der Syriza, die rechtspopulistische Partei der Unabhängigen Griechen (Anel). Sie kam in der Umfrage nur auf zwei Prozent. In den kommenden Tagen werden weitere Umfragen erwartet.

Populärster griechischer Politiker bleibt laut Umfrage der bisherige Regierungschef Tsipras mit 41 Prozent Zustimmung. Der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, kommt auf 34 Prozent.

Der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält die Mitwirkung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei künftigen Rettungsaktionen für Länder der Eurozone für verzichtbar. «Die nächste Krise, die in den nächsten Jahrzehnten kommen wird, könnten die Europäer aus eigener Kraft bewältigen», sagte Regling dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». «Das Zusammenspiel von ESM, EU-Kommission und (Europäischer Zentralbank) EZB ist eingeübt, gemeinsam erfüllen sie die Aufgaben eines europäischen Währungsfonds.» Bei der Krise um Griechenland solle der IWF aber so lange an Bord bleiben, bis die gegenwärtigen Turbulenzen überstanden sind.

Fr, 2015-08-28 16:55
Stralsund (dpa)

Das Meer als Müllkippe - Geisternetze und Zigarettenkippen Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

Deutschland hat den Schutz des Meeres beim G7-Gipfel zum Thema gemacht. Jetzt muss sich zeigen, ob das mehr war als nur schöne Worte.

Stralsund (dpa) - Mehr als zehn Millionen Tonnen Abfälle gelangen jedes Jahr weltweit in die Ozeane. Alleine in der Ostsee landen nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF jedes Jahr bis zu 10 000 sogenannte «Geisternetze» und Angelschnüre. In den kaputten Kunststoffnetzen verheddern sich Fische, Meeresschildkröten, Robben und Meeressäuger. Zerfällt der Plastikmüll, werden die kleinen Partikel von den Meeresbewohnern gefressen und landet teilweise dann auch auf dem Teller.

Die Bundesregierung hat den «Meeresmüll» zu einem ihrer G7-Präsidentschaftsthemen gemacht. Die Umweltverbände hoffen jetzt, dass es nicht nur bei Absichtserklärungen bleibt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. Sie sagt: «So wie an Land mit den Landwirten, so müssen wir uns auch mit der Fischereibranche auseinandersetzen.»

Zu den Vorschlägen, die derzeit diskutiert werden, gehört beispielsweise eine Markierung, anhand derer sich erkennen lässt, wer der Besitzer eines Netzes ist. Denn dann erst könnten diejenigen, die ihre alten Netze im Meer zurücklassen, dafür zur Rechenschaft gezogen oder in irgendeiner Form an der Beseitigung dieses gefährlichen Abfalls beteiligt werden. Helfen könnte nach Ansicht des Deutschen Naturschutzbundes (Nabu) auch die Einführung einer Steuer oder Sonderabgabe auf Einwegplastiktüten. Dass hierzulande schon bald ein generelles Plastiktüten-Verbot kommen könnte, glaubt der Verband nicht. Er stellt ironisch fest: «Das Einzige, was länger dauert als die Diskussion über die Abschaffung der Plastiktüte, ist ihr Abbau im Meer.»

Was den sichtbaren Müll angeht, so sieht es an den Stränden der Nordsee noch etwas schlechter aus als an der Ostseeküste. Bei Stichprobenuntersuchungen an nicht-gereinigten Abschnitten der deutschen und niederländischen Nordseeküste wurden auf 100 Metern Länge im Schnitt 236 Abfallteile gefunden - vom Ölfass bis zur Zigarettenkippe. Drei Viertel dieser Abfälle bestanden aus Kunststoff. Zum Vergleich: Auf der Ostsee-Insel Fehmarn zählten Aktivisten auf der gleichen Strecke 85 Teile, auf Rügen waren es 190 Abfallstücke.

Zu den mit Bundesmitteln geförderten Meeresschutz-Projekten, die demnächst ausgeweitet werden könnten, zählt das Programm «Fishing for litter». Es soll Fischer dazu bringen, alte Netze und Plastikmüll im Hafen abzugeben. 

Kritik üben Naturschutzaktivisten derzeit vor allem an dem deutschen Maßnahmenprogramm zur Umsetzung einer Vorgabe der EU mit dem sperrigen Namen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. «Die deutschen Vorschläge sind nicht besonders ambitioniert», sagt Nabu-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Auch finden nach Ansicht von Tierschützern in einigen als «Schutzgebiete» ausgewiesenen Zonen Aktivitäten statt, die sich mit dem Schutzcharakter nicht vereinbaren lassen.

Erste Erfolge vermelden die Naturschützer dagegen an der Mikroplastik-Front. Viele Zahnpasta-Hersteller setzen die winzigen Kunststoffpartikel in ihren Produkten inzwischen nicht mehr ein - wohl auch weil den Verbrauchern der Gedanke, kleine Plastikkügelchen im Mund zu haben, nicht gefiel. Die Naturschützer wollen mit ihren Kampagnen erreichen, dass die kleinen Teilchen, die über das Wasser in die Nahrungskette gelangen, demnächst auch aus Peelings und Putzmitteln verschwinden. 

Fr, 2015-08-28 17:17
Hannover (dpa)

Im Katzencafé wollen die Gastgeber gekrault werden

Hannover (dpa) - Hiro, Holly, Havanna und Chica: So heißen die vier tierischen Gastgeber im Katzencafé «Stubentiger» in Hannover. Sie schleichen den Besuchern um die Beine, klettern auf Sofas und wollen gekrault werden. Wenn sie ihre Ruhe brauchen, ziehen sie sich in einen separaten Raum zurück. Oft kommt das allerdings nicht vor - dazu sind die vier Samtpfoten viel zu neugierig.

Diese Eigenschaft war für die Tiere sozusagen ein Einstellungskriterium. «Als für mich feststand, dass ich ein Katzencafé in Hannover eröffnen will, habe ich viel recherchiert und bin dabei auf die Maine-Coon-Katzen gestoßen», sagt Inhaberin Astrid Heyer. Die aus den USA stammende Rasse sei besonders aufgeschlossen, anhänglich und gutmütig.

Ihren Ursprung haben Katzencafés in Asien. Dort sind sie aus der Not heraus entstanden, weil es den Menschen in vielen asiatischen Ländern nicht erlaubt ist, Haustiere in der Wohnung zu halten. In Deutschland gibt es mittlerweile in mehreren Städten Katzencafés - in Hannover ist das gerade eröffnete Café «Stubentiger» das erste.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Fr, 2015-08-28 17:11
Dresden/Bautzen (dpa)

Streit um Versammlungsverbot in Heidenau geht in nächste Runde

Dresden/Bautzen (dpa) - Der Streit um ein Demonstrationsverbot in der sächsischen Stadt Heidenau geht in die nächste Runde. Der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge habe gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes Dresden am Freitagnachmittag Beschwerde eingelegt, teilte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen mit. Das Dresdner Gericht sah den polizeilichen Notstand, mit dem der Kreis das Verbot für das gesamte Wochenende begründet hatte, als nicht hinreichend belegt an. Das Verbot sei «offensichtlich rechtswidrig», befand das Gericht in Dresden. Ein Bürger, der an einer vom Bündnis Dresden Nazifrei angemeldeten Kundgebung teilnehmen wollte, hatte geklagt.

Fr, 2015-08-28 16:55
Istanbul (dpa)

Medien: Zwei ausländische Journalisten in der Türkei festgenommen

Istanbul (dpa) - Im Kurdengebiet in der südöstlichen Türkei sind einem Medienbericht zufolge zwei ausländische Journalisten festgenommen worden. Wie CNN Türk am Freitag berichtete, handelt es sich um zwei britische Mitarbeiter der Nachrichtenorganisation Vice News. Ein türkischer Journalist sei ebenfalls festgenommen worden. Die Journalisten sollen aus der Region um Diyarbakir berichtet haben, wo es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und kurdischen Kämpfern gekommen war.

In Teilen der Region wurden aufgrund der Unruhen Ausgangssperren erlassen. Ein Waffenstillstand zwischen der Regierung und der kurdischen Arbeiterpartei PKK war im vergangenen Monat beendet worden. Seitdem wurden bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 100 Menschen getötet.

Fr, 2015-08-28 17:01
Islamabad (dpa)

Zwölf Tote bei Schusswechseln an indisch-pakistanischer Grenze

Islamabad (dpa) - Bei mehreren Schusswechseln an der Grenze zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan sind mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Dies ist die höchste Zahl ziviler Opfer an einem einzigen Tag seit 2013. Die pakistanische Armee warf den indischen Grenzschützern am Freitag vor, acht Menschen in der Nähe von Sialkot getötet zu haben. Bei den Zusammenstößen seien rund 50 Menschen verletzt worden.

Aus den indischen Streitkräften hieß es dagegen, pakistanische Truppen hätten in der Unruheregion Kaschmir vier Inder getötet, darunter auch eine Frau. Tausende Menschen flohen aus ihren Häusern, wie auf Bildern im pakistanischen Fernsehen zu sehen war.

Die beiden Atommächte sind seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1947 verfeindet. Sie führten drei Kriege gegeneinander, zwei davon um das Himalaya-Gebiet Kaschmir. Zahlreiche Friedens- und Gesprächsversuche wurden in den vergangenen Jahren durch Schüsse an der Grenze konterkariert.

Fr, 2015-08-28 17:32
Heidenau (dpa)

«Hau ab»-Rufe für Sachsens Innenminister

Heidenau (dpa) - Wegen massiver Beschimpfungen ist Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) kurz nach seiner Ankunft auf einem Flüchtlingsfest in Heidenau wieder abgereist. Ulbig war am Freitag gerade angekommen, als sich ein Pulk von rund 30 zumeist linken Demonstranten um ihn bildete und «Hau ab» skandierte. Auch einige Flüchtlinge kritisierten den Minister. Er könne die Kritik nur teilweise verstehen, sagte Ulbig. «Weil ich mit dafür gesorgt habe, dass diese Veranstaltung hier stattfinden kann.» Auf dem Weg zurück zu seinem Wagen wurde Ulbig von den Demonstranten verfolgt. Seine Sicherheitsleute konnten sie nur mit Mühe zurückhalten.

Vor seinem Besuch hatte Ulbig angekündigt, dass das Fest trotz eines vom Landkreis ausgesprochenen Versammlungsverbots wie geplant stattfinden kann. Seit dem Nachmittag feiern Flüchtlinge gemeinsam mit freiwilligen Helfern auf einer Wiese neben einem alten Baumarkt, der jetzt als Flüchtlingsunterkunft dient. Aus Berlin brachten freiwillige Helfer mit einem Lastwagen Kleidung, Spielzeug und Bücher für die Flüchtlinge mit. Auch Grünen-Chef Cem Özdemir besuchte das Fest. Er verteilte Kuchen und Limonade an einem Stand.

Fr, 2015-08-28 17:12
Berlin (dpa)

Gauck: Brennende Flüchtlingsheime sind Schandtaten

Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck sieht Deutschland trotz Hunderttausender Flüchtlinge nicht überfordert. «Was wir derzeit erleben, ist eine Herausforderung, aber keine Überforderung», sagte Gauck dem Bonner «General-Anzeiger» (Samstag). Auch brennende Flüchtlingsheime in Deutschland seien kein Zeichen von Überforderung. «Nein, das ist ein Zeichen von menschenfeindlicher Gesinnung; es sind Schandtaten von Brandstiftern und Hetzern, von militanten Rassisten, Nationalisten und Ideologen», sagte er. Darauf müsse der Rechtsstaat mit allen Mitteln reagieren. «Das ist nicht unser Deutschland.»

Dazu, dass es in Ostdeutschland häufiger zu fremdenfeindlichen Übergriffen kommt, sagte Gauck: «Uns trennt keine Charaktermauer, uns trennen die Entwicklungsprozesse, die uns geprägt haben.» Eine Minderheit der Bevölkerung im Osten verharre im Modus der «unzufriedenen Beherrschten - auch wenn gilt, dass der Aufstand von 1989 einen sehr wirkungsvollen Heilungsprozess darstellte». Die Abwehr von Menschen anderer Herkunft sei oft dort besonders groß, wo besonders wenige Ausländer lebten.

Gauck verteidigte zugleich schnellere Asylverfahren und Abschiebungen in sichere Herkunftsstaaten: «Ein Teil der Menschen wird bleiben dürfen, andere werden das Land wieder verlassen müssen - entweder freiwillig oder indem man sie abschiebt.» Diese für die Betroffenen harte Zurückweisung müsse leider sein. «Sie hilft uns, eine Überforderung zu vermeiden - was wichtig ist, damit wir auch weiterhin bedrohte Menschen aufnehmen können.»

Gauck machte deutlich, dass er ein günstiges Klima für eine offene Debatte über ein Einwanderungsgesetz sehe. Deutschland sei ein alterndes Land, der Wirtschaft fehlten Fachkräfte und durch kulturelle Vielfalt könne man «viel gewinnen».

Fr, 2015-08-28 17:24
Heidenau (dpa)

Heidenau und die Hilflosigkeit - Herrscht Notstand in Sachsen? Von Martin Fischer, dpa

Mit einem Verbot sämtlicher Veranstaltungen im sächsischen Heidenau am Wochenende haben sich die Behörden viel Kritik eingehandelt. Es geht um eine der wichtigsten Freiheiten in einer Demokratie.

Heidenau (dpa) - Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die Notbremse gezogen: Eine Woche nach den Krawallen von Rechtsradikalen in der Kleinstadt Heidenau nahe Dresden hatten rechte und linke Gruppen wieder Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet - und der Kreis sie alle verboten. Das Verwaltungsgericht Dresden hielt das für unzulässig. Das Versammlungsrecht ist ein hohes Gut, trotzdem kann es eingeschränkt werden. Fragen und Antworten:

Frage: Wer kann ein Versammlungsverbot aussprechen - und wann?

Antwort: Die Versammlungsfreiheit ist im Grundgesetz garantiert. Einschränkungen müssen sehr gut begründet sein. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung stellt einen solchen Grund dar. Sie hatte auch das Landratsamt in Pirna angeführt. Die Behörde berief sich auf einen sogenannten polizeilichen Notstand. «Danach sind die zur Verfügung stehenden Polizeikräfte nicht in der Lage, der prognostizierten Lageentwicklung gerecht zu werden», erklärte die Beigeordnete Kati Hille. Dadurch könnten Leib und Leben von Demonstranten, Polizisten und Unbeteiligten in Gefahr sein.

Frage: Warum stehen denn nicht genügend Polizisten zur Verfügung? Können die Nachbarländer nicht helfen?

Antwort: Das Innenministerium in Dresden nennt keine Zahlen, betont aber, dass man alle zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte mobilisiert habe. Es müssten auch noch weitere Veranstaltungen wie Fußballspiele und das Altstadtfest in Görlitz gesichert werden. Einige Anfragen in den anderen Ländern und beim Bund liefen zwar noch, die dortigen Einheiten seien aber ebenfalls schon stark eingebunden.

Frage: Warum hat das Verwaltungsgericht Dresden das Verbot gekippt?

Antwort: Die Richter befanden, dass es «offensichtlich rechtswidrig» ist, alle Versammlungen in Heidenau in der Zeit von Freitag bis Sonntag zu untersagen. Das erschien ihnen unverhältnismäßig. Sie bemängelten außerdem, dass für die Einschätzung der Gefahrenlage lediglich die Krawalle vom vergangenen Wochenende herangezogen worden seien, «ohne sich konkret mit den für das kommende Wochenende angezeigten Versammlungen auseinanderzusetzen und darzulegen, wie von der zu erwartenden Teilnehmerzahl eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehen solle».

Frage: Wer hat das Verbot überprüfen lassen?

Ein junger Jurist aus dem Rheinland hat den Eilantrag gestellt. Der wissenschaftliche Mitarbeiter einer Kanzlei wollte an dem Willkommensfest für die Flüchtlinge teilnehmen. «Es kann doch nicht sein, dass für eine ganze Stadt über zwei Tage ein Versammlungsverbot gelten soll», sagte er. «Dann könnte man das Grundrecht auch gleich außer Kraft setzen.»

Frage: Ist das Verbot damit schon vom Tisch?

Antwort: Nein. Der Landkreis legte am Freitagnachmittag Beschwerde gegen die Entscheidung beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht ein. Das geplante Willkommensfest für die Flüchtlinge in Heidenau hatte da schon begonnen, es war aber ohnehin auf privaten Grund verlegt worden und daher nicht mehr von dem Verbot betroffen. Es war aber noch eine Demonstration angemeldet, die auch von rechten Gruppen wie der Bürgerwehr Freital und dem Heimatschutz Meißen unterstützt wurde.

Frage: Hat es solche Fälle schon öfter gegeben?

Antwort: Ja, auch die Verbote einer Pegida-Demonstration in Dresden im Januar und einer Legida-Kundgebung im Februar in Leipzig waren mit einem polizeilichen Notstand begründet worden. In Dresden war zuvor eine Terrorwarnung eingegangen. In Leipzig sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) damals: «Mit 1000 Beamten lässt sich die Sicherheit der Stadt nicht garantieren.»

Frage: Hat Sachsen zu wenig Polizisten?

Antwort: Von 2010 bis 2014 sank die Zahl der Stellen für Polizeivollzugsbeamte laut Innenministerium um knapp 680 auf 10 865. Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Hagen Husgen, fordert seit langem, dass der Personalabbau gestoppt wird. Für ihn ist der polizeiliche Notstand absehbare Konsequenz einer verfehlten Sicherheitspolitik. Auch Innenminister Markus Ulbig (CDU) räumt ein, dass es offensichtlich zu wenig Polizeikräfte gibt, um den Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung gerecht zu werden.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2015-08-28 16:58
Fessenheim (dpa)

Erneut Störfall in französischem Atomkraftwerk Fessenheim

Fessenheim (dpa) - Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland ist es am Freitag zu einem Störfall gekommen. Der Reaktor eins wurde am Morgen aus noch unbekannter Ursache heruntergefahren. Das bestätigte der Kraftwerksbetreiber EDF in Paris. Das Sicherheitssystem habe eine automatische Abschaltung eingeleitet. Nach der Ursache werde gesucht. Auswirkungen auf Umwelt oder Sicherheit gebe es nicht. Der zweite Reaktor an dem Standort laufe weiter.

Bei der französische Atomaufsicht ASN hieß es in Paris ergänzend, es habe sich um einen Fehler in der Elektronik gehandelt. Der 1977 in Betrieb genommene Standort Fessenheim ist das älteste französische Atomkraftwerk. Kritiker auch in Deutschland fordern seit Jahren das Aus für den als anfällig geltenden Atommeiler.

Frankreich hat insgesamt 19 Atomkraftstandorte mit zusammen 58 Reaktoren. Präsident François Hollande will Fessenheim bis Ende 2016 vom Netz nehmen. Bis zum Jahr 2025 soll der Atomanteil am französischen Stromverbrauch von 75 auf 50 Prozent verringert werden.

Fr, 2015-08-28 17:40
Berlin (dpa)

Gewerkschaft beklagt Abbau bei Bereitschaftspolizei

Einen polizeilichen Notstand sieht Sachsen mit Blick auf geplante Aktionen von Unterstützern der Flüchtlinge in Heidenau und rechte Proteste voraus. Können andere Länder helfen?

Berlin (dpa) - Länderübergreifende Einsätze der Bereitschaftspolizei werden nach Angaben der Gewerkschaft GdP durch Personalkürzungen immer schwieriger. Im Zusammenhang mit dem Polizeinotstand bei rechtsradikalen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau sagte GdP-Vorstandsmitglied Clemens Murr am Freitag, viele Bundesländer seien von Streichungen bei Personal und Ausstattung betroffen. Murr, im Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bereitschaftspolizei zuständig, spricht von «Spardiktaten der Bundesländer». Mancherorts sei die Bereitschaftspolizei «auf ein nicht mehr zu vertretendes Maß reduziert worden».

Einen Kahlschlag bei der Bereitschaftspolizei bestreiten dagegen die meisten Innenministerien, wie eine Schnellumfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dennoch sehen sich viele Bundesländer außerstande, in Sachsen auszuhelfen.

Nach Angaben des Thüringer Innenministeriums zählt die Bereitschaftspolizei im Freistaat 460 Polizisten. «Der Personalbestand ist seit Jahren relativ konstant», sagte ein Sprecher. Thüringen erhalte von anderen Bundesländern Unterstützungsanfragen, fordere bei Großereignissen aber regelmäßig auch selbst Bereitschaftspolizei aus anderen Bundesländern an. Am Samstag gelte es, einen NPD-Aufmarsch und Gegendemonstranten in Eisenach auseinanderzuhalten.

Der Landesbereitschaftspolizei in Sachsen-Anhalt gehören laut Innenministerium knapp 550 Polizeivollzugsbeamte an, sie bilden drei Einsatzhundertschaften. Der Personalbestand sei seit Jahren konstant geblieben. «Seitens des Freistaates Sachsen wurden über das übliche Verfahren mehrere Einsatzhundertschaften angefordert», sagte Ministeriumssprecher Stefan Brodtrück. Allerdings könnten aus Sachsen-Anhalt aufgrund eigener umfangreicher Einsatzlagen von Freitag bis Montag «keine Kräfte angeboten werden».

Die Zahl der Einsatzzüge in Bayern sei sogar erhöht worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in München. Die Bereitschaftspolizei sei in den vergangenen sechs Jahren um etwa 100 Stellen verstärkt worden. Aber auch die bayerische Polizei könne wegen der eigenen «intensiven Einsatzlage» keine Verstärkung nach Sachsen schicken: Dazu zählten ein Bundesliga-Spiel und mehrere rechte Versammlungen, verstärkte Schleierfahndung und der Flüchtlingszustrom an der Grenze.

Der stellvertretende Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Dietmar Keck, wollte keine Angaben machen, ob sich die sächsischen Kollegen mit einem Amtshilfeersuchen an die Brandenburger gewandt haben. Im Land gebe es aber eine Einheit der Bereitschaftspolizei mit vier Einsatz-Hundertschaften. Dazu komme eine technische Einheit. Die Zahl der Beamten sei seit 2011 stabil.

Die hessische Polizei hat nach eigenen Angaben in den letzten drei Jahren ebenfalls keine Stellen gestrichen. Die Bereitschaftspolizei wurde in diesem Zeitraum laut Wiesbadener Innenministerium aber umorganisiert und umstrukturiert.

Auch bei den Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei in Rheinland-Pfalz gibt es laut Innenministerium keine Abstriche. Zwar habe die Polizei insgesamt weniger Personal, weil Neueinstellungen der vergangenen Jahre nicht alle Abgänge ausgeglichen hätten. Das gelte aber nicht für die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei, die fünf Hundertschaften umfassen.

In Nordrhein-Westfalen beklagte die Gewerkschaft der Polizei am Freitag, die 18 Einsatzhundertschaften im Land müssten derzeit Personal abgeben zur Registrierung von Flüchtlingen - zusammen etwa eine Hundertschaft. Zudem seien viele Polizisten an Wochenenden gebunden durch Bundesliga. In Nordrhein-Westfalen spielen fünf Mannschaften in der ersten und weitere fünf in der zweiten Bundesliga. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte vor diesem Hintergrund erst am Donnerstag beklagt: «Dienstfrei ist zum Fremdwort geworden».

Fr, 2015-08-28 16:19
Dresden/Heidenau (dpa)

Innenminister: Willkommensfest in Heidenau kann stattfinden

Dresden/Heidenau (dpa) - Das Willkommensfest für Flüchtlinge vor der Notunterkunft in einem ehemaligen Baumarkt in Heidenau (Sächsische Schweiz) kann wie geplant am Freitag stattfinden. Möglich sei das, weil die Veranstalter auf eine politische Demonstration verzichteten, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Freitag in Dresden. Was weitere Veranstaltungen angeht, verwies er auf ausstehende Entscheidungen zu dem vom Landkreis erlassenen Versammlungsverbot. Der mit einem polizeilichen Notstand begründete Erlass war zuvor vom Verwaltungsgericht Dresden für unzulässig erklärt worden.

Das Verbot sei keine Bankrotterklärung gewesen, sondern habe der Lageeinschätzung bei Anmeldung der Veranstaltung entsprochen, sagte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll. Parallel liefen Bemühungen um ausreichend Einsatzkräfte, auch aus anderen Bundesländern. Dabei wurden laut Kroll auch Beamte aus dem Urlaub geholt. Ob das jetzt ausreiche, um die Sicherheit zu gewährleisten, «das werden wir hinterher sehen».

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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