Aktuell

Atomkraft / 08.Feb 2016

Zwischenfall in New Yorker Reaktoren

Im Grundwasser am Atomkraftwerk Indian Point ist eine dramatisch erhöhte Konzentration Radioaktivität gemessen worden. Der Gouverneur von New York will den Meiler schon lange vom Netz nehmen. Greenpeace kritisiert die Laissez-faire-Einstellung des Betreibers.

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Mo, 2016-02-08 10:04
Kapstadt (dpa)

Afrikas Rohstoff-Dilemma: In der Krise liegt die Chance Von Kristin Palitza, dpa

Experten erwarten ein schmerzvolles Jahr für Afrikas Bergbausektor. Nach dem drastischen Verfall der Rohstoffpreise ist kein Aufschwung in Sicht. Doch Investoren sehen die Krise als Chance.

Kapstadt (dpa) - Einst waren sie wortwörtlich Boden-Schätze: Gold, Eisenerz, Öl, Kohle, Platin, Silber und Kupfer. Doch nun sind die Kurse im Keller, die Rohstoffe viel weniger wert. Experten rechnen mit einem weiteren schmerzvollen Jahr für den afrikanischen Bergbau.

Sparmaßnahmen werden an der Tagesordnung stehen, warnt die Unternehmensberatung Deloitte in ihrer Konjunkturprognose für 2016. Firmen müssten ihre Kosten bis an die Schmerzgrenze minimieren, um profitabel zu bleiben. Zahlreiche Fusionen und Unternehmenskäufe stünden bevor.

Wie man den Gürtel enger schnallt, wird auch auf der «Mining Indaba» ein Thema sein. Die mit 7000 Teilnehmern weltweit größte Konferenz der Bergbauindustrie beginnt am Montag im südafrikanischen Kapstadt.

Die niedrigen Preise treffen Afrikas Volkswirtschaften und Bergbauunternehmen hart, denn etwa 30 Prozent der weltweiten Mineralreserven befinden sich nach Angaben der afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) auf dem Kontinent. Afrika mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern ist für ein Zehntel der globalen Ölproduktion und zwei Drittel aller abgebauten Diamanten verantwortlich.

Auch ausländische Investoren sind massiv von dem Preisverfall betroffen. Immerhin war Afrika mit Direktinvestitionen von rund 45 Milliarden Euro nach Angaben der Unternehmensberatung EY 2015 das zweitgrößte Investitionsziel der Welt. Der Großteil der Summe floss in den Bergbausektor. Das könnte sich jedoch ändern.

«Investoren werden ihre Optionen über die nächsten Jahre extrem vorsichtig abwägen», sagt Ross Harvey, Bergbauexperte des Südafrikanischen Instituts für International0e Angelegenheiten (SAIIA). Die besten Aussichten auf Anlagen aus dem Ausland hätten gut verwaltete Projekte, die nahe an Produktionsstätten liegen und gesunde Kapitalflüsse vorweisen könnten. Die Chancen für Länder, die für Korruption, schlechte Arbeitspraktiken oder fehlende Umweltschutzmaßnahmen bekannt seien, stünden hingegen schlecht.

Die verschärften Kriterien werden selbst in einem wirtschaftlichen Vorzeigeland wie Südafrika zu spüren sein. Denn das Massaker an streikenden Minenarbeitern, das die Welt 2012 schockierte, ist bis heute nicht aufgearbeitet. Die Polizei öffnete damals das Feuer auf Bergleute, die in der Stadt Marikana nordwestlich von Johannesburg für höhere Löhne streiken, und tötete 34 Arbeiter. Es war der schlimmste Ausbruch von Gewalt seit dem Ende der Apartheid. Zudem kommt es immer wieder zu Unglücken: 2015 starben insgesamt 77 Minenarbeiter in Südafrika bei Unfällen. Erst am Freitag mussten Dutzende Kumpel gerettet werden, nachdem ein technisches Gebäude und ein Schacht eingestürzt waren.

«Für europäische und nordamerikanische Firmen ist Reputation alles», so Harvey. «Im Zusammenhang mit niedrigen Wachstumsraten könnten sich Investoren sehr gut für andere Regionen entscheiden.»

Trotz des Gegenwindes für den Bergbau gehen Prognosen allerdings weiter von Wachstum für Afrikas Wirtschaft aus. Die Weltbank erwartet für die Region südlich der Sahara ein Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent im Jahr 2015 auf 5,1 Prozent 2017. Somit dürften Unternehmen, die den Konjunktureinbruch überleben, stärker, effizienter und innovativer aus der Krise herauskommen, sagen Experten. Damit bleibt die Region für Investoren mit guter Liquidität, die nicht auf schnelle Rendite angewiesen sind, attraktiv.  

Auch Bosch will als Zulieferer von Industrietechnik und Dienstleistungen im afrikanischen Bergbau Fuß fassen. «Wir sehen langfristig großes Zukunftspotenzial in Afrika», sagt Michael Kloss, der Geschäftsführer von Bosch südlich der Sahara. Zwar hätten sich die dramatisch gesunkenen Preise auch teilweise in den Umsätzen vor Ort bemerkbar gemacht, so Kloss. Dennoch plane das Unternehmen, seine Präsenz in der Region massiv auszubauen. Bosch hat bereits zehn Büros südlich der Sahara eröffnet. Künftig will das Unternehmen auch in 24 Ländern Afrikas im Bergbau aktiv werden.

«Wir legen zurzeit Investitionen aus unserem eigenen Cashflow vor, um langfristig unser Geschäft erfolgreich auf- und auszubauen», erklärt Kloss. «Wir sehen in der Krise auch eine Chance.»

Mo, 2016-02-08 10:45
Kabul (dpa)

Mindestens fünf Tote bei Anschlag auf Bäckerei in Afghanistan

Kabul (dpa) - Bei einem Anschlag auf eine Bäckerei in der ostafghanischen Provinz Paktika sind sechs Menschen getötet worden. Zehn seien verwundet worden, sagt das Provinzratsmitglied Bachtiar Gul Himat am Montagnachmittag (Ortszeit). Es habe sich um einen Selbstmordanschlag der Taliban gehandelt.

Der Chef der örtlichen Kriminalpolizei, Nisar Sai, sprach von mindestens fünf Toten und sechs Verletzten. Er sagte, zum Hergang der Tat oder zu den Tätern gebe es bisher keine Hinweise. Beide sagten, alle Toten seien Zivilisten. Die Taliban haben sich zu der Tat bisher nicht bekannt.

«Dort war kein Militär oder Polizei in der Nähe. Die Taliban wollen einfach Furcht in den Herzen der Menschen säen und sie daran hindern, die Regierung zu unterstützen», sagte Provinzratsmitglied Himat.

Am Morgen waren drei afghanische Soldaten bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Armeebus in der Nordprovinz Balch ums Leben gekommen. 18 Soldaten waren verletzt worden.

Mo, 2016-02-08 10:26
Istanbul (dpa)

Merkel-Besuch: «Journalisten sind im Gefängnis. Wissen Sie es nicht?»

Istanbul (dpa) - Die türkische Zeitung «Cumhuriyet» hat den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ankara scharf kritisiert. «Journalisten sind im Gefängnis. Wissen Sie es nicht?», titelte das Blatt am Montag auf Deutsch neben einem Foto Merkels. Darunter steht die türkische Übersetzung. Merkels einzige Sorge seien die Flüchtlinge, hieß es weiter. Sie treffe weder Opposition noch Nichtregierungsorganisationen.

Die Kanzlerin ignoriere die Grundwerte der Europäischen Union wie etwa Menschenrechte, Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit, kritisierte die Zeitung.

Der Chefredakteur der «Cumhuriyet», Can Dündar, und der Hauptstadtkorrespondent der Zeitung, Erdem Gül, sitzen seit November in Untersuchungshaft. Ihnen werden unter anderem Unterstützung einer bewaffneten terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Hintergrund ist ein von Dündar und Gül verfasster Bericht über angebliche Waffenlieferungen von der Türkei an Extremisten in Syrien.

Am Freitag hatte das Gericht die Anklage gegen die beiden Journalisten angenommen. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafen. Der Prozess soll am 25. März beginnen.

Mo, 2016-02-08 10:33
Brüssel/Berlin (dpa)

Sieben EU-Staaten fordern Schutz der europäischen Stahlindustrie

Brüssel/Berlin (dpa) - Angesichts der Krisenstimmung in der europäischen Stahlindustrie fordern Deutschland und sechs weitere Länder die EU zum Handeln auf. Die heimische Industrie müsse gegen «unfaire Handelspraktiken» geschützt werden, verlangen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie Minister aus Italien, Großbritannien, Frankreich, Polen, Belgien und Luxemburg. Das Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ist vom 5. Februar datiert. Zuvor hatte das «Handelsblatt» (Montag) darüber berichtet.

«Die Europäische Union kann nicht passiv bleiben, wenn wachsende Arbeitsplatzverluste und Schließungen von Stahlwerken zeigen, dass es eine erhebliche und drohende Gefahr eines Zusammenbruchs des europäischen Stahlsektors gibt», heißt es in dem Schreiben.

Die EU solle sich gegen günstige Stahlimporte wehren, fordern die Unterzeichner. Laufende Anti-Dumping-Verfahren, in denen untersucht wird, ob Produkte aus China und Russland zu einem unrealistisch niedrigen Preis auf den europäischen Markt gespült wird, müssten schneller vorankommen. Auch gegen mutmaßliche unerlaubte Subventionen für die Stahlindustrie in Drittländer müsse die EU entschiedener vorgehen.

Eine Sprecherin der EU-Kommission versicherte, die Behörde handle «so schnell wie möglich» und verwies auf insgesamt 35 Anti-Dumping oder Anti-Subventionsbeschüsse gegen Billigstahl aus Drittländern.

Die Stahlbranche in Europa ächzt unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise. Branchengrößen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp kämpfen mit dem schwierigen Umfeld.

Mo, 2016-02-08 10:49
Bangalore (dpa)

Leopard dringt in leere indische Schule ein - drei Verletzte

Bangalore (dpa) - Ein Leopard ist in Südindien in eine leere Schule eingedrungen - bei der Jagd auf das Raubtier wurden drei Menschen verletzt. Die Raubkatze fiel einen Naturschützer und einen Wildhüter an, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zudem verletzte sich ein Kameramann, der die Einfang-Aktion am Sonntag filmen wollte, bei einem Sturz. Erst nach rund zehn Stunden konnte das Tier mit einem Betäubungsgewehr ruhiggestellt werden. Der Leopard wurde später in einem rund 30 Kilometer entfernten Nationalpark ausgesetzt.

Die Großkatze sei vermutlich aus einem nahe gelegenen Wald gekommen. Videos in örtlichen Medien zeigen, wie das Tier über eine Mauer auf das Schulgelände nahe Bangalore gelangt, durch verwaiste Flure streunt und neben einem Schwimmbecken einen Mann anfällt. «Zum Glück hat ein Wachmann den Leoparden gesehen und uns alarmiert», sagte ein örtlicher Polizeisprecher. «Andernfalls hätte es bei Schulbeginn am Montag ernste Schwierigkeiten und Chaos gegeben.»

In Indien kommt es häufiger vor, dass wilde Tiere in Dörfern und Städten streunen - die Bevölkerung wächst, während der natürliche Lebensraum der Tiere schrumpft.

Mo, 2016-02-08 10:18
Bangalore (dpa)

Leopard dringt in leere indische Schule ein - drei Verletzte

Bangalore (dpa) - Ein Leopard ist in Südindien in eine leere Schule eingedrungen - bei der Jagd auf das Raubtier wurden drei Menschen verletzt. Die Raubkatze fiel einen Naturschützer und einen Wildhüter an, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zudem verletzte sich ein Kameramann, der die Einfang-Aktion am Sonntag filmen wollte, bei einem Sturz. Erst nach rund zehn Stunden konnte das Tier mit einem Betäubungsgewähr ruhiggestellt werden. Der Leopard wurde später in einem rund 30 Kilometer entfernten Nationalpark ausgesetzt.

Die Großkatze sei vermutlich aus einem nahe gelegenen Wald gekommen. Videos in örtlichen Medien zeigen, wie das Tier über eine Mauer auf das Schulgelände nahe Bangalore gelangt, durch verwaiste Flure streunt und neben einem Schwimmbecken einen Mann anfällt. «Zum Glück hat ein Wachmann den Leoparden gesehen und uns alarmiert», sagte ein örtlicher Polizeisprecher. «Andernfalls hätte es bei Schulbeginn am Montag ernste Schwierigkeiten und Chaos gegeben.»

In Indien kommt es häufiger vor, dass wilde Tiere in Dörfern und Städten streunen - die Bevölkerung wächst, während der natürliche Lebensraum der Tiere schrumpft.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

- 60 %

PRODUKT
der Woche

Kalender 2016 Seltene Haustierrassen

29,50 €
12,00 €

Es ist mal wieder so weit: neues Jahr, neuer Kalender – mit 27 zauberhaften Porträts seltener, bedrohter Haustierrassen wie Poitou-Esel, Vorwerkhuhn, Burenziege, Angler Sattelschwein, Schleswiger Kaltblut und vielen anderen.

Jetzt bestellen
Mo, 2016-02-08 10:19
Aleppo (dpa)

Ärzte ohne Grenzen: Syrer an türkischer Grenze in verzweifelter Lage

Aleppo (dpa) - Nach dem Vormarsch der syrischen Regierungstruppen im Norden des Landes wird die Lage von Zehntausenden Flüchtlingen an der Grenze zur Türkei bei Wintertemperaturen immer schwieriger. Die Situation der Menschen sei verzweifelt, erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Montag.

Laut Schätzungen seien fast 80 000 Syrer auf der Flucht in Richtung der syrischen Stadt Asas und des türkischen Grenzübergangs bei Kilis. Dort warteten bereits rund 10 000 Menschen. In den vergangenen Tagen hatte es nach unterschiedlichen Angaben geheißen, in der Nähe von Asas harrten zwischen 30 000 und 50 000 Menschen aus.

Die Türkei versorgt die Flüchtlinge nach eigenen Angaben mit Hilfsgütern und will auf syrischer Seite Lager aufbauen, verweigert ihnen aber bisher den Grenzübertritt. Es mangele an Unterkünften, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, sagte die Leiterin der Syrien-Mission von MSF, Muskilda Zancada.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten waren in der vergangenen Woche mit Hilfe russischer Luftunterstützung in der Region vorgerückt und hatten die neue Massenflucht ausgelöst. Die Regimeanhänger wollen die von Rebellen beherrschten Teile der Stadt Aleppo von der Außenwelt abschneiden. Aktivisten warnen, dann drohe in der nordsyrischen Metropole eine neue humanitäre Katastrophe.

Mo, 2016-02-08 10:22
Prag (dpa)

Bericht: Prag zahlte Millionen-Lösegeld an Entführer in Pakistan

Prag (dpa) - Die tschechische Regierung soll für die Freilassung von zwei entführten jungen Frauen vor knapp einem Jahr umgerechnet rund 5,3 Millionen Euro Lösegeld bezahlt haben. Das berichtete das Nachrichtenmagazin «Respekt» in seiner Montagsausgabe.

Die Tschechinnen waren in Pakistan im Grenzgebiet zu Afghanistan verschleppt worden. Die Entführer forderten die Freilassung der in den USA wegen versuchten Mordes inhaftierten Pakistanerin Aafia Siddiqui. Der Neurowissenschaftlerin werden Beziehungen zur Terrororganisation Al-Kaida nachgesagt.

Nach dem vermutlichen Austausch von fünf im Libanon entführten Tschechen gegen einen mutmaßlichen Waffenhändler vor einer Woche ist in Prag eine Debatte über den Umgang mit Entführungen entbrannt. Sie kreist um die Frage, ob mit Entführern verhandelt werden sollte.

Mo, 2016-02-08 10:39
Teheran (dpa)

Iran bestätigt Teilnahme an Syrien-Gesprächen in München

Teheran (dpa) - Der Iran hat seine Teilnahme an den Syrien-Gesprächen am 11. Februar in München bestätigt. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif werde an dem Treffen teilnehmen, sagte Außenamtssprecher Dschaber Ansari am Montag. Die Gespräche im «Wiener Format» unter Beteiligung der USA, Russlands, Saudi-Arabiens und anderer Staaten finden im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz statt. 

Der Iran hatte letzte Woche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) versichert, dass die diplomatische Krise mit Saudi-Arabien die Zusammenarbeit Teherans mit der internationalen Gemeinschaft im Syrien-Konflikt nicht negativ beeinträchtigen werde.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Außerdem Interessant

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

weiterlesen

Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

Außerdem Interessant

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

weiterlesen

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

1 2 3
Mo, 2016-02-08 10:24
Kabul (dpa)

Mindestens fünf Tote bei Anschlag auf Bäckerei in Afghanistan

Kabul (dpa) - Bei einem Anschlag auf eine Bäckerei in der ostpakistanischen Provinz Paktika sind sechs Menschen getötet worden. Zehn seien verwundet worden, sagt das Provinzratsmitglied Bachtiar Gul Himat am Montagnachmittag (Ortszeit). Es habe sich um einen Selbstmordanschlag der Taliban gehandelt.

Der Chef der örtlichen Kriminalpolizei, Nisar Sai, sprach von mindestens fünf Toten und sechs Verletzten. Er sagte, zum Hergang der Tat oder zu den Tätern gebe es bisher keine Hinweise. Beide sagten, alle Toten seien Zivilisten. Die Taliban haben sich zu der Tat bisher nicht bekannt.

«Dort war kein Militär oder Polizei in der Nähe. Die Taliban wollen einfach Furcht in den Herzen der Menschen säen und sie daran hindern, die Regierung zu unterstützen», sagte Provinzratsmitglied Himat.

Am Morgen waren drei afghanische Soldaten bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Armeebus in der Nordprovinz Balch ums Leben gekommen. 18 Soldaten waren verletzt worden.

Mo, 2016-02-08 10:41
Berlin (dpa)

Agrarminister Schmidt sieht großes Potenzial für Biobauern

Berlin (dpa) - Bundesagrarminister Christian Schmidt ermuntert die deutschen Bauern auch angesichts der angespannten Ertragslage zum Einstieg in den ökologischen Landbau. «Der Bio-Markt bietet weiter großes Potenzial, auch für die Einkommen der Landwirte», sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Messe Biofach, die an diesem Mittwoch in Nürnberg beginnt. Die Entscheidung treffe aber jeder Betrieb selbst. «Wir werden den Ökolandbau nicht per Gesetz verordnen.» Die Verkaufserlöse der deutschen Biobauern stiegen laut neuen Daten für 2014 auf 1,65 Milliarden Euro nach 1,55 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Kunden achten vor allem auf bessere Tierhaltung.

Mo, 2016-02-08 10:54
Ankara (dpa)

Merkel zu Gesprächen über Flüchtlingskrise in Ankara

Die Türkei kassiert EU-Milliarden, um den Andrang der Flüchtlinge nach Europa zu bremsen. Viel ist noch nicht passiert, und erneut sind Zehntausende auf dem Weg, die vor russischen Bomben fliehen.

Ankara (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Montag in Ankara zu Gesprächen mit der türkischen Führung über die Flüchtlingskrise eingetroffen - begleitet von Kritik der deutschen Opposition. Nach einer Unterredung mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Vormittag stand am Nachmittag ein Treffen mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan auf der Tagesordnung. Bei Merkels Gesprächen soll es darum gehen, welchen Beitrag die Türkei zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen Richtung Westeuropa leisten kann und welche Hilfe sie dafür benötigt.

Hintergrund ist ein Ende November zwischen der EU und der Türkei vereinbarter Aktionsplan. Die Regierung in Ankara sagt darin unter anderem zu, die Grenzen besser zu schützen. Im Gegenzug hat die EU der Türkei mindestens drei Milliarden Euro für die Versorgung der nach türkischen Regierungsangaben knapp drei Millionen Flüchtlinge im Land versprochen. Zudem sollen die EU-Beitrittsverhandlungen und die Gespräche zur visafreien Einreise für Türken beschleunigt werden.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir bezweifelt, dass die Milliarden für die Türkei den Flüchtlingsandrang nach Europa bremsen könnte. «Allein Bezahlen wird es nicht lösen», sagte Özdemir dem Radiosender MDR Info in Halle. «Dazu gehört natürlich auch, dass die Türkei und Griechenland ihre Ressentiments beiseitelegen müssen. Das Schlepper-Unwesen ist ja Teil der türkischen Ökonomie.»

Die Linke-Fraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, warnt die Bundesregierung davor, sich in der Flüchtlingskrise von der Türkei erpressen zu lassen. «Wir sollten aufpassen, dass Deutschland nicht immer stärker erpressbar wird von einem Regime, das mit unseren Wertvorstellungen nicht das geringste gemein hat und das eine Mitverantwortung für das ganze Desaster hat», sagte sie dem SWR.

Aus Sicht des FDP-Europapolitikers Alexander Graf Lambsdorff leistet Merkels Türkei-Reise keinen ernsthaften Beitrag zur Bewältigung der Krise. «Wiederholte Reisen in die Türkei sind kein Ersatz für eine eigene organisierte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, und die fehlt hier nach wie vor», sagte Lambsdorff im Deutschlandradio.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland rief Merkel auf, bei ihrem Treffen mit Erdogan auch die Verletzung von Menschenrechten in der Türkei anzusprechen. Auch wenn Ankara die Flüchtlingskrise als Trumpf nutze, müsse Merkel Missstände in der Türkei ansprechen, sagte ihr Vorsitzender Gökay Sofuoglu der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Montag). Ähnliches forderte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, im ARD-«Morgenmagazin».

Die Türkei wird in der EU seit Jahren für Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit kritisiert. Ihr kommt aber eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingskrise zu. Sie ist für Migranten und Flüchtlinge das wichtigste Transitland auf dem Weg nach Mittel- und Nordeuropa.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

1 2 3
Mo, 2016-02-08 09:15
Ankara (dpa)

Merkel zu Gesprächen über Flüchtlingskrise in Ankara

Die Türkei kassiert EU-Milliarden, um den Andrang der Flüchtlinge nach Europa zu bremsen. Viel ist noch nicht passiert, und erneut sind Zehntausende auf dem Weg, die vor russischen Bomben fliehen.

Ankara (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Montag in Ankara zu Gesprächen mit der türkischen Führung über die Flüchtlingskrise eingetroffen - begleitet von Kritik der deutschen Opposition. Nach einer Unterredung mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Vormittag stand am Nachmittag ein Treffen mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan auf der Tagesordnung. Bei Merkels Gesprächen soll es darum gehen, welchen Beitrag die Türkei zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen Richtung Westeuropa leisten kann und welche Hilfe sie dafür benötigt.

Hintergrund ist ein Ende November zwischen der EU und der Türkei vereinbarter Aktionsplan. Die Regierung in Ankara sagt darin unter anderem zu, die Grenzen besser zu schützen. Im Gegenzug hat die EU der Türkei mindestens drei Milliarden Euro für die Versorgung der nach türkischen Regierungsangaben knapp drei Millionen Flüchtlinge im Land versprochen. Zudem sollen die EU-Beitrittsverhandlungen und die Gespräche zur visafreien Einreise für Türken beschleunigt werden.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir bezweifelt, dass die Milliarden für die Türkei den Flüchtlingsandrang nach Europa bremsen könnte. «Allein Bezahlen wird es nicht lösen», sagte Özdemir dem Radiosender MDR Info in Halle. «Dazu gehört natürlich auch, dass die Türkei und Griechenland ihre Ressentiments beiseitelegen müssen. Das Schlepper-Unwesen ist ja Teil der türkischen Ökonomie.»

Die Linke-Fraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, warnt die Bundesregierung davor, sich in der Flüchtlingskrise von der Türkei erpressen zu lassen. «Wir sollten aufpassen, dass Deutschland nicht immer stärker erpressbar wird von einem Regime, dass mit unseren Wertvorstellungen nicht das geringste gemein hat und das eine Mitverantwortung für das ganze Desaster hat», sagte sie dem SWR.

Aus Sicht des FDP-Europapolitikers Alexander Graf Lambsdorff leistet Merkels Türkei-Reise keinen ernsthaften Beitrag zur Bewältigung der Krise. «Wiederholte Reisen in die Türkei sind kein Ersatz für eine eigene organisierte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, und die fehlt hier nach wie vor», sagte Lambsdorff im Deutschlandradio.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland rief Merkel auf, bei ihrem Treffen mit Erdogan auch die Verletzung von Menschenrechten in der Türkei anzusprechen. Auch wenn Ankara die Flüchtlingskrise als Trumpf nutze, müsse Merkel Missstände in der Türkei ansprechen, sagte ihr Vorsitzender Gökay Sofuoglu der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Montag). Ähnliches forderte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, im ARD-«Morgenmagazin».

Die Türkei wird in der EU seit Jahren für Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit kritisiert. Ihr kommt aber eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingskrise zu. Sie ist für Migranten und Flüchtlinge das wichtigste Transitland auf dem Weg nach Mittel- und Nordeuropa.

Mo, 2016-02-08 09:28
Berlin (dpa)

Am 9. Februar: Safer Internet Day

Berlin (dpa) - Am Safer Internet Day sollen Menschen aller Altersgruppen dazu gebracht werden, mehr auf die Sicherheit moderner Kommunikationsmittel zu achten. Auf Initiative der Europäischen Kommission will das 1999 gestartete europaweite Safer Internet Programm die Medienkompetenz und die Sensibilisierung für Gefahren im Netz besonders bei Kindern, Eltern und Lehrern fördern. In Deutschland koordiniert klicksafe.de die Aktivitäten. Beim Schwerpunktthema des Aktionstages 2016 «Extrem im Netz» geht es um Cybermobbing, extreme Gewaltvideos, ausländerfeindliche Hass-Botschaften und rechtsextreme Onlineaktivitäten.

Mo, 2016-02-08 09:34
Berlin (dpa)

«Hier ist Berlin!» - Geschichten aus den Kindertagen des Radios Von Friedhelm Schachtschneider, dpa

Berlin (dpa) - Radios gibt es heute in fast jedem Haushalt. Laut der Media-Analyse Agma hören in Deutschland 57,6 Millionen Menschen täglich Radio - im Schnitt 242 Minuten. Zum Weltradiotag am 13. Februar weist die Unesco auf die Bedeutung des Mediums hin. Doch was heute eine Selbstverständlichkeit ist, begann vor fast 100 Jahren als viel bestaunte Sensation:

- 1917 im Ersten Weltkrieg organisiert der Rundfunkpionier Hans Bredow (1879-1959) an der Westfront in Frankreich mit einem per Fußdynamo betriebenen Röhrensender ein Unterhaltungsprogramm für Soldaten im Schützengraben. Für die verwunderten Radiohörer der ersten Stunden spielen Offiziere Ziehharmonika, oder es werden Grammophonplatten abgespielt.

- «Hier ist Berlin» beginnt am 29. Oktober 1923 Deutschlands die erste offizielle Radiosendung aus dem Haus der Schallplattengesellschaft VOX in der Potsdamer Straße. Als «Deutsche Stunde» wird ein festliches Konzert übertragen. 1923 werden im Deutschen Reich nur etwa 500 Radioempfänger registriert, zwei Jahre später schon 500 000.

- Das Hamburger «Hafenkonzert» des Norddeutschen Rundfunks ist die weltweit älteste noch regelmäßig ausgestrahlte Radiosendung. Für die Premiere am 9. Juni 1929 von Bord des Dampfers «Antonio Delfino» spielt das Altonaer Symphonieorchester Opern-Melodien. Unter den Kopfhörern der Detektorradios sind die hohen Töne der Streicher kein Vergnügen. Die Verantwortlichen beschließen darum, vorerst nur noch Blasorchester zu verpflichten.

- Die Nationalsozialisten bringen 1933 für Propagandazwecke den «Volksempfänger» auf den Markt. Der Preis von für 76 Mark entspricht damals etwa zwei durchschnittlichen Facharbeiter-Wochenlöhnen. 1938 folgt der «Deutsche Kleinempfänger» für 35 Mark. «Jetzt kannst auch Du Rundfunkteilnehmer werden», versprechen die Machthaber. Um 1940 werden bereits 15 Millionen von ihnen gezählt.

- «Wir unterbrechen unser Programm für eine aktuelle Durchsage», klingt es am 30. Oktober 1938 in den USA mitten in einer Radio-Konzertübertragung. Orson Welles (1915-1985) inszenierte eine fiktive Reportage als glaubwürdiges Katastrophenszenario über den Angriff von Außerirdischen. Viele Menschen fliehen in Panik, bei der Polizei blockieren entsetzte Anrufer die Telefonleitungen. Der «Krieg der Welten» wird zum berühmtesten Hörspiel der Rundfunkgeschichte.

- Am 4. Mai 1945, vier Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges, beginnt die britische Militärregierung von Hamburg aus den Radio-Sendebetrieb. Bis März 1946 richten die vier Besatzungsregierungen in ihren jeweiligen Zonen Rundfunkstationen ein. 1948 wird der Nordwestdeutsche Rundfunk - Vorläufer von NDR und WDR - als erste Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts gegründet. 1950 konstituiert sich die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD).

Mo, 2016-02-08 09:49
Kapstadt (dpa)

Bosch investiert in Afrikas Bergbausektor

Kapstadt (dpa) - Bosch will verstärkt in Afrika investieren und im Bergbausektor Fuß fassen. Der Zulieferer von Industrietechnik und Dienstleistungen wolle in 24 Ländern des Kontinents im Bergbau tätig werden, sagte Michael Kloss, der Geschäftsführer von Bosch südlich der Sahara, auf der Bergbaukonferenz Mining Indaba. Die mit 7000 Teilnehmern weltweit größte Konferenz der Bergbauindustrie hat am Montag im südafrikanischen Kapstadt begonnen. Aktuell hat Bosch zehn Standorte in Afrika, dort konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Bereiche Automobil, Prüftechnik und Sicherheit.

Investitionen in Angola, Nigeria, Mosambik, Kongo, Äthiopien und Sambia stünden ganz oben auf der Liste, so Kloss. Eine der größten Hürden für ausländische Investoren in Afrika bleiben allerdings die schlecht ausgebauten Elektrizitätssysteme. «Die Stromversorgung ist ganz klar eine große Herausforderung. Daraus ergeben sich auch Standortnachteile», sagte Kloss. In Südafrika, derzeit der Hauptsitz von Bosch in Afrika, hätten sich Stromausfälle im vergangenen Jahr auf mehrere Wochen summiert und die Produktion merkbar gesenkt.

Mo, 2016-02-08 09:45
Berlin (dpa)

Gauck mit Verspätung nach Nigeria abgeflogen

Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck ist am Montag zu einem viertägigen Besuch Nigerias abgeflogen. Der Start erfolgte verspätet, weil seine Maschine ausgetauscht werden musste. Erstes Ziel der Reise ist die Metropole Lagos. Am Mittwoch fliegt Gauck in die Hauptstadt Abuja weiter. Mit dem Präsidenten Nigerias, Muhamaddu Buhari, will Gauck über die Bekämpfung des Terrorismus, aber auch über eine Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sprechen.

In einem Interview der nigerianischen Tageszeitung «Guardian» rief Gauck zum weltweiten Kampf gegen den Terrorismus auf. Dazu gehöre auch, gegen die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ursachen vorzugehen und Menschenrechte und rechtsstaatliche Strukturen zu stärken.

Gauck wird auf der Reise von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Etwa 100 deutsche Unternehmen sind in Nigeria tätig. Trotz großen Ölreichtums leidet die Bevölkerung unter extremer Armut. Im Norden des Landes verbreitet die islamistische Terrororganisation Boko Haram Angst und Schrecken.

Mo, 2016-02-08 09:08
Düsseldorf/Mainz (dpa)

Windgeschwindigkeiten: Vom lauen Lüftchen bis zum Orkan

Düsseldorf/Mainz (dpa) - Windgeschwindigkeiten werden nach der Beaufort-Skala gemessen. Entwickelt hat sie 1806 der englische Admiral Sir Francis Beaufort (1774-1857):

Stärke 0: Windstille, Rauch steigt senkrecht auf Stärke 1: leiser Luftzug, Windrichtung am Zug des Rauches erkennbar Stärke 2: leichte Brise, bis 11 km/h, Blätter bewegen sich Stärke 3: schwache Brise, bis 19 km/h, Wind bewegt dünne Zweige Stärke 4: mäßiger Wind, bis 28 km/h, Wind hebt loses Papier Stärke 5: frische Brise, bis 38 km/h, Bäume beginnen zu schwanken Stärke 6: starker Wind, bis 49 km/h, Schirme nur schwer zu halten Stärke 7: steifer Wind, bis 61 km/h, ganze Bäume bewegen sich Stärke 8: stürmischer Wind, bis 74 km/h, Zweige brechen Stärke 9: Sturm, bis 88 km/h, Dachziegel werden abgehoben Stärke 10: schwerer Sturm, bis 102 km/h, größere Häuserschäden Stärke 11: orkanartiger Sturm, bis 117 km/h, entwurzelte Bäume Stärke 12: Orkan, ab 118 km/h, schwere Verwüstungen.

Mo, 2016-02-08 09:08
Janeiro (dpa)

Die Angst der Schwangeren vor dem Zika-Virus Von Georg Ismar, dpa

Das Zika-Virus frisst sich in das Leben von Schwangeren in Brasilien ein. Aus Angst, von Moskitos gestochen zu werden, gehen einige nicht mehr aus dem Haus - und es gibt erste Abtreibungen. Dabei ist es nur ein Verdacht, dass Zika Schädelfehlbildungen bei Babys verursacht.

Rio de Janeiro (dpa) - Der Bauch ist bereits leicht gewölbt, Julia Brittes ist im vierten Monat schwanger. Und geht deshalb kaum noch aus dem Haus. Ein vier Millimeter großer Moskito, die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, raubt ihr jede Freiheit. Karneval feiern? «Dieses Jahr nicht, auf gar keinen Fall.» Drei Mal am Tag gibt es zu Hause das volle Programm, am ganzen Körper mit Moskitospray einsprühen. Zudem alle Fenster geschlossen - und überall elektrische Mückenfänger.

Es gibt bisher keinen endgültigen Beweis, dass das von Moskitos übertragene Zika-Virus Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen kann, wenn die Schwangeren sich zuvor mit dem Virus infiziert haben.

Nur Indizien - aber die reichen, um Angst, Panik, mindestens tiefe Verunsicherung zu schüren. Bis hin zu Ratschlägen des brasilianischen Instituts Fiocruz, aufs Küssen zu verzichten, da Zika vielleicht auch per Spucke übertragen werden kann. «Es hilft nur das Maximum an Schutz, ich bin tief besorgt, es ist meine erste Schwangerschaft», meint die 23-Jährige Julia Brittes aus dem Stadtteil Tijuca in Rio de Janeiro. Sie sitzt mit ihrem Mann Moises im Warteraum der Klinik Perinatal.

Eine Krankenschwester kommt mit einem kleinen Wägelchen, hebt ein wenige Tage altes Baby heraus, der Kopf noch ganz klein, die Haut schrumpelig. Sie überreicht es der Mutter, streichelt deren Arm, ein fester Blick: Alles gut. Sie sind beide wohlauf - und entlassen.

Das Zentimeterband, das Messen der Köpfe - eine Routineangelegenheit bis zum Herbst 2015, seither eine Folterprozedur für einige Mütter, die Sorge haben, dass das Köpfchen des Kindes zu klein ist - und es mit schweren geistigen Behinderungen aufwachsen oder sterben wird.

Julia und Moises Brittes surfen in diesen Tagen viel im Internet, suchen Fachstudien. «Ich lese alles», sagt die Anwältin. «Es ist zu wenig bekannt über Zika, der einzige Schutz sind Anti-Moskitomittel.» Jedes Surren einer Mücke versetzt Schwangere in Schrecken. Das Paar gibt über 800 Real (205 Euro) im Monat aus, um mit Zusatztests zu checken, ob beim Nachwuchs, den sie sich so sehr wünschen, alles in Ordnung ist. Dafür ist Julia Brittes auch bereit, vorerst kaum noch rauszugehen. Allein in Rio sollen, nach Karneval, am 13. Februar 71 000 Soldaten ausschwärmen, um beim Kampf gegen Moskitos zu helfen.

Gerade in den Favelas gibt es in den Pfützen viele potenzielle Eiablageplätze und damit Brutstellen für Moskitos - aber die Bewohner haben nicht das Geld, um ausreichend Vorsorge zu treffen.

Ganze 147 gemeldete Mikrozephalie-Fälle gab es 2014 in Brasilien. Dann begann sich die asiatische Variante des Zika-Virus so breit und rasant wie nie zuvor auszubreiten, bis in 33 Länder bereits. Im am zweitstärksten betroffenen Kolumbien haben sich 3177 Schwangere mit Zika infiziert - kein Fall steht hier bisher in Verbindung zu Mikrozephalie. Im Oktober meldete Brasiliens Gesundheitsministerium, es gebe Indizien für einen Zusammenhang zwischen der Zika-Ausbreitung und der Zunahme an Fällen von Schädelfehlbildungen. Seit Einführung einer Meldepflicht für Verdachtsfälle am 22. Oktober 2015 wurden 404 Mikrozephalie-Fälle bestätigt, 17 Schwangere hatten sich zuvor definitiv mit Zika infiziert. Aber: Erwiesen ist bisher noch nichts.

In Brasilien berichten Ärzte dennoch von anonymen Abtreibungen von Frauen, die sich mit Zika infiziert haben. Der Hohe UN-Kommissar für Menschenrechte, Zeid Raad Al Hussein, mahnt die Regierungen im katholisch geprägten Lateinamerika, Abtreibungen in Zusammenhang mit Zika-Infektionen zu erleichtern. Regierungen wie in Kolumbien und El Salvador raten in gewisser Hilflosigkeit, Schwangerschaften zu verschieben - das bedeutet Verhütung, was nicht unbedingt der Linie des Vatikans entspricht. Zika bringt eine Reihe an Dogmen ins Wanken.

Und nun könnte das Virus auch für Männer stärker als bisher gedacht zur Gefahr werden. Denn wie schon beim zahlenmäßig überschaubaren Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien gibt es eine Häufung der Lähmungskrankheit Guillain-Barré, die zum Tod führen kann. Im auf Nervenkrankheiten spezialisierten Hospital Universitário Antônio Pedro bei Rio de Janeiro wurden seit Januar 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, sind in sehr ernstem Zustand. In Kolumbien sieht Gesundheitsminister Alejandro Gaviria eine «Kausalbeziehung» zwischen drei Todesfällen und Zika, denn die drei Personen seien allesamt an dem Guillain-Barré-Syndrom gestorben.

Im Kinderkrankenhaus «Prontobaby» in Rio dominiert Zika auch die Gespräche unter den Ärzten. «Im Moment galoppieren die Zahlen», meint Kinderarzt Guillerme Sargentelli. «2016 werden wir ein Rekordjahr an Mikrozephalie-Fällen erleben.» Klar, durch die neue Meldepflicht würden nun mehr Fälle bekannt, aber er sehe klare Indizien für einen Zusammenhang mit Zika. «Erstens gibt es den sprunghaften Anstieg an Fällen. Und zweitens scheint bei Verbindungen zu Zika-Infektionen sich ein anderes, stärkeres Bild an Mikrozephalie herauszubilden.»

Das kann bedeuten: sehr schwere geistige Behinderung. Seine Kollegin Maria Kokkinovrachos betont, bis April, wenn die Moskitos in ihrer Aktivität nachlassen, sei es ein langer Weg, so ganz ohne Impfstoff und Klarheit. Beide berichten von mehreren Freundinnen, die ihre Schwangerschaft tatsächlich verschoben haben. «Wir werden dieses Jahr sicher weniger Geburten in Brasilien erleben», glaubt Sargentelli.

Für seine Kollegin Kokkinovrachos ist eine Sache in der Handtasche in Zeiten von Zika fast so wichtig wie das Smartphone geworden. «Ich habe immer und überall Mückensprays dabei.» Die Moskitoart hat sich schon auf 80 Prozent der Landesfläche ausgebreitet. «Die Vermehrung hängt auch mit dem Klimawandel zusammen», meint Sargentelli.

Das Virus frisst sich in das Leben der Menschen ein, wie bei Julia Brittes in der Geburtsklinik Perinatal. Sie hat noch fünf bange Monate vor sich, fünf Monate, wo jedes Surren einer Mücke ein Risiko für ihr künftiges Kind darstellen kann. Und für Angstzustände sorgt.

Mo, 2016-02-08 09:36
Teheran (dpa)

Iran bestätigt Teilnahme an Syrien-Gesprächen in München

Teheran (dpa) - Der Iran hat seine Teilnahme an den Syrien-Gesprächen am 11. Februar in München bestätigt. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif werde an dem Treffen teilnehmen, sagte Außenamtssprecher Dschaber Ansari am Montag. Die Gespräche im «Wiener Format» unter Beteiligung der USA, Russlands, Saudi-Arabiens und anderer Staaten finden im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz statt. 

Der Iran hatte letzte Woche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) versichert, dass die diplomatische Krise mit Saudi-Arabien die Zusammenarbeit Teherans mit der internationalen Gemeinschaft im Syrien-Konflikt nicht negativ beeinträchtigen.

Mo, 2016-02-08 09:26
Hannover (dpa)

Jugendmedienschützer warnen vor Online-Hetze gegen Flüchtlinge

Hannover (dpa) - Vor einer zunehmenden Hetze gegen Flüchtlinge im Internet hat der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Andreas Fischer, gewarnt. In den vergangenen Monaten habe die KJM eine Zunahme rassistischer und hetzerischer Äußerungen im Netz festgestellt und gehe als zuständige Aufsicht dagegen vor, sagte Fischer in Hannover.

Anlässlich des Safer Internet Day am Dienstag rief er dazu auf, der KJM oder der von den Medienanstalten der Länder betriebenen Plattform jugendschutz.net im Internet festgestellte Hetze zu melden. «Damit können Sie dazu beitragen, das Internet für Kinder und Jugendliche sicherer zu machen.»

Alleine im zweiten Halbjahr 2015 erhielt die Jugendschutz-Plattform bundesweit 843 Hinweise auf politischen Extremismus im Netz. 64 Prozent der bemängelten Inhalte seien gelöscht oder angepasst worden, sagte Fischer, der außerdem Direktor der niedersächsischen Landesmedienanstalt ist.

Unter anderem wurden dabei Falschinformationen oder Schmähungen über Flüchtlinge verbreitet oder zur Gewalt gegen Menschen, beispielsweise Journalisten, aufgerufen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Außerdem ging es um die Leugnung des Holocaust und die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Neben Löschungen und Bußgeldern veranlasste die KJM auch Strafermittlungen.

«Oft kommen dieselben Inhalte aber schnell wieder», sagte Fischer, etwa weil sie im Netz geteilt und weiterverbreitet werden. «Das ist schon ein bisschen ein Hase-und-Igel-Spiel.» Google und Facebook oder Plattformbetreiber in Deutschland reagierten meist prompt auf Beschwerden der Medienaufsicht. Schwieriger sei es bei Angeboten, bei denen kein deutscher Verantwortlicher festgestellt werden kann.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

Seiten