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So, 2016-07-24 16:17
London (dpa) 

Amnesty: «Glaubwürdige Hinweise» auf Fälle von Folter in der Türkei

London (dpa) - Amnesty International hat nach eigenen Angaben «glaubwürdige Hinweise» auf Misshandlungen und sogar Folter von festgenommenen Verdächtigen in der Türkei. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Türkei am Sonntag auf, unabhängigen Beobachtern Zugang zu allen Einrichtungen zu gewähren, in denen die mehr als 13 000 Verdächtigen festgehalten würden. «Berichte von Misshandlungen inklusive Schlägen und Vergewaltigung in Polizeigewahrsam sind extrem alarmierend», sagte Europa-Direktor John Dalhuisen nach einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. Die Regierung müsse diese «abscheulichen Praktiken» sofort stoppen.

Amnesty kritisierte das am Samstag erlassene Dekret von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Der erste Erlass unter dem am Donnerstag verhängten Ausnahmezustand erlaubt unter anderem, dass Behördenvertreter bei Treffen von Verdächtigen und Anwälten anwesend sein und diese in Ton- oder Videoaufnahmen aufnehmen dürfen. Dokumente, die zwischen Festgenommenen und Anwälten ausgetauscht werden, können beschlagnahmt werden. Amnesty bemängelte, damit werde das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren unterlaufen.

Die Organisation teilte mit, sie habe mit Anwälten, Ärzten und einem Diensthabenden an einem Ort gesprochen, wo Festgenommene festgehalten würden. Ihr lägen mehrere Berichte vor, wonach Verdächtige an «inoffiziellen Orten» wie Sportzentren oder in einem Stall gehalten würden. Nach diesen Berichten habe die Polizei Festgenommenem unter anderem Essen, Wasser und medizinische Behandlung verweigert. Polizisten hätten Verdächtige demnach «Schlägen und Folter unterworfen, inklusive Vergewaltigung und sexuelle Nötigung».

So, 2016-07-24 17:01
Washington (dpa)

Obama: Bessere Redner als Clinton - aber sie kennt sich aus

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat nach eigenen Angaben einen «klaren Blick» für Hillary Clintons Stärken und Schwächen - aber es gibt in seinen Augen niemanden in der modernen Geschichte, der besser auf das Präsidentenamt vorbereitet wäre als sie.

«Sie funkelt nicht immer. Und es gibt bessere Redner als sie», sagte Obama nach Angaben von CBS in einem Interview des Senders. «Aber sie kennt sich aus. Und das ist am Ende das, was am meisten zählt, was nötig ist, um einen guten Job in diesem Amt hinzulegen.»

Am Montag beginnt in Philadelphia der Parteitag der Demokraten, auf dem Clinton zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden soll. «Wissen Sie, wir machen nicht zusammen Urlaub», sagte Obama über seine potenzielle Nachfolgerin. «Ich glaube, ich habe einen ziemlich klaren Blick für ihre Stärken und Schwächen. Aber ich würde sagen, dass niemand so viel über die Innen- und Außenpolitik weiß, hart ist wie Stahl, davon motiviert, was am besten für Amerika ist (...).»

So, 2016-07-24 16:04
München (dpa)

Anschlag in München - ein Minutenprotokoll

München (dpa) - Bei einem Anschlag in München hat ein Amokläufer am Freitag neun meist junge Menschen getötet und sich danach selbst erschossen.

Die bisher bekannten Ereignisse im Minutenprotokoll.

17.52 Uhr: Der Alarm vom Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Norden der Stadt geht bei der Polizei ein. Die ersten Schüsse fallen bei einem Schnellrestaurant. Von diesem Zeitpunkt an sind überall in München Polizeisirenen zu hören.

18.33 Uhr: Die Polizei bestätigt: Im OEZ hat es eine Schießerei gegeben. Ob Menschen verletzt oder getötet wurden, ist zunächst unklar. «Es ist wohl etwas Größeres», sagt eine Sprecherin.

18.35 Uhr: Die Polizei twittert: «Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum.» Personen rund um das OEZ senden über den Internetdienst Periscope Live-Videos vom Polizeieinsatz.

18.43 Uhr: Es wird klar, dass es Verletzte und möglicherweise auch Tote gegeben hat.

19.05 Uhr: Die Warnung der Polizei an die Bevölkerung geht über Twitter raus: «+++ACHTUNG+++ Meiden Sie die Umgebung um das #OEZ - Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!+++»

19.13 Uhr: Die Polizei hält die Menschen per Twitter auf dem Laufenden. «Lage am #OEZ mit #Schießerei ist aktuell noch unübersichtlich. Es gab mehrere Verletzte.»

19.17 Uhr: Die Polizei weitet die Warnung aus - vom OEZ auf alle öffentlichen Plätze. «Meiden Sie öffentliche Plätze in #München. Die Lage ist noch unübersichtlich.»

19.20 Uhr: Die Polizei weiß nicht, ob sie es mit einem Täter oder mehreren zu tun hat.

Gegen 19.30 Uhr: Ein Internetvideo taucht auf. Es zeigt einen Menschen, der aus einem Fast-Food-Restaurant offensichtlich in München kommt und mit einer Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen schießt. Aufgrund dieses Videos geht der Vater des 18-Jährigen zur Polizei und benennt seinen Sohn als den Amokläufer.

19.33 Uhr: Nun gibt es auch in der Innenstadt einen Großeinsatz der Polizei. Es herrscht Panik zwischen Fußgängerzone und Karlsplatz (Stachus). Schwer bewaffnete Polizisten sind vor Ort.

19.37 Uhr: Die Polizei appelliert an Internetnutzer: «Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Maßnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!»

19.41 Uhr: Gerüchte machen sich breit über angebliche weitere Schießereien. Die Polizei reagiert auf Twitter: «Gerüchte um eine #Schießerei in der City bekannt. Die Lage ist noch unklar! Bitte meidet öffentliche Plätze sowie U/SBahn» - Dann stellt die Polizei klar, dass es am Stachus einen Fehlalarm gegeben hat.

19.42 Uhr: Der U-Bahn-Verkehr in der Innenstadt ist eingestellt.

19.47 Uhr: «Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit» - In den Minuten danach informiert die Polizei auch auf Englisch.

20.01 Uhr: Es fahren keine Trambahnen, U-Bahnen und Busse mehr. Der komplette Nahverkehr ist auf Anweisung der Polizei eingestellt worden.

20.10 Uhr: Der Hauptbahnhof wird evakuiert - wegen eines Polizeieinsatzes, teilt die Deutsche Bahn mit. Auch der Zugverkehr ist jetzt eingestellt.

20.11 Uhr: Die Münchner Polizei geht davon aus, dass es am Olympia-Einkaufszentrum drei Attentäter gegeben hat. «Zeugen melden drei verschiedene Personen mit Schusswaffen», schreibt die Polizei auf Facebook. Zur Zahl der Opfer gibt es weiter keine Erkenntnisse.

20.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) setzen ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München an.

20.16 Uhr: Die Stadt München ruft den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» aus. Die Bürger werden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

20.24 Uhr: Unruhe und teilweise Panik herrscht in der Stadt. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs flüchten Menschen über Bahngleise, wie Augenzeugen berichten.

20.26 Uhr: Ärzte und Schwestern sind zu Münchner Krankenhäusern gerufen worden - zur Vorsorge. «Es wurde der Alarm Massenanfall Verletzte ausgelöst», sagt der Sprecher des Universitäts-Klinikums Großhadern.

20.28 Uhr: Der Täter richtet sich selbst. Zuvor hatte eine Streife der Polizei nördlich des Olympia-Einkaufszentrums Kontakt zu dem 18-Jährigen.

20.34 Uhr: Sicherheitskreise schließen dpa-Informationen zufolge einen Terroranschlag nicht aus. Es gehe tendenziell in Richtung Terrorverdacht, erfährt die Deutsche Presse-Agentur.

20.35 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eilt in die Einsatzzentrale der Münchner Polizei. Der von der Stadt ausgerufene «Sonderfall» bedeute, dass jetzt alle Dienste der Stadt zusammenarbeiteten, sagt er.

20.42 Uhr: Die Polizei spricht von einer «akuten Terrorlage» in München.

20.44 Uhr: Drei Täter mit «Langwaffen» sind nach Polizeiangaben auf der Flucht - davon geht die Polizei zunächst nach Zeugenaussagen aus. Im Nachhinein stellt sich aber heraus, dass als Täter nur der 18-Jährige in Frage kommt.

20.55 Uhr: Feuerwehr und Rettungskräfte in München sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. «Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz», sagt ein Sprecher der Münchner Feuerwehr.

21.05 Uhr: Tschechien verstärkt die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien wird die Polizeipräsenz erhöht.

21.16 Uhr: US-Präsident Barack Obama sagt Deutschland seine Unterstützung zu.

21.21 Uhr: Die erste Opferzahl: Mindestens fünf Menschen sind getötet worden, wie ein Polizeisprecher bekanntgibt.

21.23 Uhr: Die Polizei twittert: unbekannte Zahl von Verletzten und sechs Tote.

21.33 Uhr: Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Im Kanzleramt kommen Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in München zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten.

21.39 Uhr: Die Polizei ruft auf Twitter zu Mäßigung auf: Man solle sich mit Spekulationen zurückhalten. «Damit würdet Ihr uns sehr unterstützen.»

21.46 Uhr: Die Polizei hat bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. «Dafür ist es viel zu früh», sagt ein Sprecher.

22.09 Uhr: Die Sicherheitsbehörden wissen nach Angaben von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) bisher konkret nur von einem Täter in München, aber er sagt auch: «Wir schließen keine Hypothese aus.»

22.12 Uhr: Die Polizei hat Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern angefordert, darunter die GSG9 der Bundespolizei.

22.27 Uhr: Die Polizei meldet: «Die Zahl der Toten steigt auf 8.»

ca. 22.35 Uhr: Der Sprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, wird auf Twitter vielfach für seine Ruhe und Sachlichkeit gelobt.

23.10 Uhr: Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren immer noch nicht.

23.25 Uhr: Das Kanzleramt teilt mit, dass am Samstag das Bundessicherheitskabinett in Berlin zusammenkommt.

23.36 Uhr: Statt Bilder und Videos selbst zu veröffentlichen, solle man sie der Polizei zur Verfügung stellen, bitten die Beamten und twittern einen Upload-Link.

00.10 Uhr: Weiter halten auch Fehlalarme die Polizei in Atem.

00.40 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ordnet für Samstag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an.

00.48: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigt an, sich nach dem Anschlag am Samstag ein Bild von der Lage machen zu wollen. «Es ist schrecklich und gänzlich unfassbar, was in München passiert ist», sagt er.

01.25 Uhr: Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren wieder, wie die Polizei twittert.

01.30 Uhr: Endlich Entwarnung: Die Polizei ist sich so gut wie sicher, dass es sich bei dem Attentäter um einen Einzeltäter gehandelt hat. Der Mann habe sich selbst getötet, teilen die Ermittler mit.

01.39 Uhr: Die Polizei gibt eine neue Opferzahl bekannt. Nach dem Attentat in München ist die Zahl der Toten auf neun gestiegen, zudem starb der Täter.

02.24 Uhr: Bei dem Täter handelt es sich um einen 18 Jahre alten Deutsch-Iraner, teilt die Polizei mit.

02.26 Uhr: Am Freitagabend und in der Nacht gab es nach Angaben der Polizei 2300 Einsatzkräfte in München.

So, 2016-07-24 16:09
Bagdad (dpa)

Dutzende Tote bei Anschlägen im Irak - Friedensgespräche für Syrien?

Die Gewalt im Irak reißt nicht ab - am Wochenende kommen erneut viele Menschen bei Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat um. In Syrien macht die Regierung Hoffnung auf neue Friedensgespräche.

Bagdad (dpa) - Bei Anschlägen im Irak sind am Wochenende mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Ein Selbstmordattentäter riss am Sonntag in der Hauptstadt Bagdad mindestens zehn Menschen mit in den Tod. Nach Polizeiangaben sprengte sich der Täter in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel in die Luft. Es gab 30 Verletzte. Im Norden des Landes trafen Anschläge Flüchtlinge, die aus der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Stadt Scharkat geflohen waren. Mindestens 13 Menschen wurden am Samstag durch einen Selbstmordattentäter und die Detonation einer Bombe nahe dem Ort getötet. Regierungstruppen haben Scharkat, das nahe der IS-Hochburg Mossul liegt, belagert.

Das IS-Sprachrohr Amak beanspruchte den Anschlag in Bagdad in einer Internetbotschaft für die Terrormiliz Islamischer Staat. Der IS bekennt sich immer wieder zu Anschlägen im Irak, wo die Dschihadisten nicht erst seit dem Verlust der wichtigen Stadt Falludscha im Juni in der Defensive sind. Erst Anfang Juli hatte ein IS-Anschlag in Bagdad knapp 300 Menschen in den Tod gerissen.

Im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien ließ die Terrormiliz ein Ultimatum kurdischer Kämpfer verstreichen, eine belagerte Stadt in Nordsyrien zu verlassen. Die kurdisch geführten und von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) hatten den Dschihadisten am Donnerstag die Möglichkeit gegeben, sich innerhalb von 48 Stunden aus der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch zurückzuziehen. Die heftigen Kämpfe gingen am Wochenende weiter.

Die syrische Regierung verkündete über die staatliche Nachrichtenagentur Sana, sie sei zu einer neuen Runde von Friedensgesprächen unter UN-Vermittlung bereit. Sie sei vorbereitet, die Gespräche «ohne Vorbedingungen» zu führen und hoffe auf eine umfassende Lösung, teilte das Außenministerium in Damaskus demnach mit. Die Vereinten Nationen hoffen auf neue Verhandlungen im August.

Die Genfer Gespräche waren im Frühjahr angesichts der aufflammenden Gewalt im Land geplatzt. Auch am Wochenende kam es in der zwischen Regierung und Rebellen heftig umkämpften Stadt Aleppo im Norden des Landes zu Gefechten. Wegen Luftangriffen auf Rebellengebiete in der geteilten Stadt hätten vier Feldkrankenhäuser ihre Arbeit einstellen müssen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

So, 2016-07-24 16:14
London (dpa) 

Amnesty: «Glaubwürdige Hinweise» auf Fälle von Folter in der Türkei

London (dpa) - Amnesty International hat nach eigenen Angaben «glaubwürdige Hinweise» auf Misshandlungen und sogar Folter von festgenommenen Verdächtigen in der Türkei. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Türkei am Sonntag auf, unabhängigen Beobachtern Zugang zu allen Einrichtungen zu gewähren, in denen die mehr als 13 000 Verdächtigen festgehalten würden. «Berichte von Misshandlungen inklusive Schlägen und Vergewaltigung in Polizeigewahrsam sind extrem alarmierend», sagte Europa-Direktor John Dalhuisen nach einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. Die Regierung müsse diese «abscheulichen Praktiken» sofort stoppen.

So, 2016-07-24 16:52
Kabul (dpa)

Und dann hat es geknallt: Wut und Entsetzen nach Anschlag in Kabul Von Mohammad Jawad und Hakim Mukhtar, dpa

Auf einer Großdemonstration in Kabul wollen Schiiten gegen ihre Benachteiligung demonstrieren. Dann knallt es und plötzlich liegen überall Leichen. Ein Augenzeuge beschreibt Schreckliches.

Kabul (dpa) - Ein gewaltiger Knall. Dann fühlt Abdullah, wie ihn die Wucht der Explosion umwirft. «Ich saß hinter einem Fahrzeug, das die Explosion abgemildert hat, sonst wäre ich tot», sagt der 23-Jährige. Als er den ersten Schrecken verdaut hat, fängt er an zu rennen.

Dann dreht er um, rennt zurück zum Platz, wo Tausende Menschen sich versammelt hatten, um friedlich zu demonstrieren. Abdullah sieht all die blutüberströmten Menschenkörper, die herumliegen. «Einige schrien um Hilfe, andere waren still. Einige Menschen versuchten zu helfen und andere rannten weg vom Platz.» Abdullah hilft gerade, Verletzte zum nächsten Polizeiwagen zu schleppen, der sie ins Krankenhaus bringt. Da knallt es wieder. Ungefähr zwei Minuten nach der Explosion sei das gewesen, diesmal «ziemlich weit weg von uns», sagt Abdullah.

Es sollte ein Tag werden, an dem Schiiten, viele von ihnen Hasara aus Zentralafghanistan, in Kabul ihre Stimme erheben und gegen Diskriminierung und wirtschaftliche Benachteiligung protestieren. Mehr als 10 000 Demonstranten waren nach Angaben der Organisatoren auf dem zentralen Platz.

«Wir waren da, um eine faire, gleichberechtigte Entwicklung zu fordern, und Gerechtigkeit, aber stattdessen wurden wir in die Luft gesprengt», sagt Abdullah, in dessen Stimme neben der Fassungslosigkeit auch eine unvorstellbare Wut mitschwingt. «Es war schrecklich, das Schlimmste, was ich je erlebt habe.»

Die Vereinten Nationen nennen das, was Kabul an diesem Samstag erlebt hat, einen der «tödlichsten Einzelvorfälle» seit 2001. Zwei Selbstmordattentäter zünden ihre Sprengstoffgürtel inmitten der Menschen. Sie reißen mindestens 80 Menschen in den Tod, verletzen mehr als 230 weitere. Es soll nach Angaben aus Geheimdienstkreisen einen dritten Attentäter gegeben haben, der von Sicherheitskräften getötet wurde, bevor er zünden konnte. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihrem Sprachrohr Amak zufolge die Tat für sich reklamiert.

Viele der Protestierer waren aus der armen Provinz Bamian angereist, in der Hasara leben. Sie sind die größte ethnische Minderheit des Landes. Die Demonstration richtete sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts. Ursprünglich hatte die geplante Überland-Stromtrasse über Bamian verlaufen sollen. Damit wäre die Region an das afghanische Stromnetz angeschlossen worden. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Die Hasara beklagten die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung ihrer schiitischen Ethnie.

Sowohl in Afghanistan als auch im angrenzenden Pakistan wurden die Hasara lange verfolgt. Insbesondere unter dem Taliban-Regime wurden Tausende getötet, Hunderttausende mussten in die Nachbarländer Iran und Pakistan fliehen. Gegen Schiiten hat auch der IS wiederholt brutale Anschläge in Syrien und im Irak verübt - die Attacke am Samstag ist die erste gegen eine ethnische Minderheit in Kabul.

Den IS gibt es in Afghanistan erst seit Anfang 2015. Die Terrormiliz verübte da bereits zahlreiche Anschläge, obwohl ihr Wachstum - auch wegen blutiger Territorialkämpfe mit den rivalisierenden Taliban - gebremst ist. Die meisten sind in der Ostprovinz Nangarhar, Nato-Angaben zufolge aber auch dort nach steten US-Drohnenangriffen zunehmend in den Distrikt Durbaba zurückgedrängt.

Der politische Analyst Ahmed Saedi sagte, er bezweifele, dass der Islamische Staat eine solche Attacke überhaupt verüben konnte. Die Gruppe sei «nicht mächtig genug, um so einen gewaltigen Angriff in der Hauptstadt zu planen». Er beschuldigte die Regierung, das Gelände nicht gut genug gesichert zu haben. «Politische Uneinigkeit zwischen den Organisatoren und anderen Parteien haben die Situation erst geschaffen», sagt er. Die friedlichen Demonstranten seien gegen Ungerechtigkeit auf die Straße gegangen. Wer die Organisatoren der Demonstration beschuldige, die Gelegenheit für einen solchen Anschlag geliefert zu haben, «spukt der Demokratie ins Gesicht», sagte Saedi.

Am Sonntag ist das Land in Staatstrauer, alle Flaggen Afghanistans sind auf halbmast. Grube um Grube dicht nebeneinander heben die Menschen aus, um all die Toten beerdigen zu können. Am Anschlagsort brennen Öllichter und Kerzen. Menschen beten für ihre verstorbenen Angehörigen, Freunde, Fremde. Das Innenministerium hat für die nächsten zehn Tage alle weiteren Demonstrationen verboten - zur Sicherheit, wie es heißt.

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So, 2016-07-24 15:24
Istanbul (dpa) 

Ausnahmezustand: Schutz der Demokratie - oder beispiellose Hexenjagd? Von Can Merey, dpa

Tausende sitzen in Untersuchungshaft, Schulen müssen schließen, der Polizeigewahrsam wird verschärft. Präsident Erdogan greift per Dekret durch - zum Schutz der Demokratie, meint die Regierung. Kritiker sehen dahinter «die größte Hexenjagd» in der türkischen Geschichte.

Istanbul (dpa) - An jeder Straßenecke in Istanbul hängen die Plakate seit dem Putschversuch, auf rotem Hintergrund mit Halbmond und Stern steht in weißen Lettern: «Hakimiyet Milletindir». Das lässt sich in etwa mit «Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus» übersetzen, wie es auch im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert ist. Tatsächlich liegt unter dem Ausnahmezustand in der Türkei so gut wie alle Macht bei Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Am Wochenende machte Erdogan erstmals von dem Recht Gebrauch, per Dekret durchzugreifen.

Mehr als 13 000 Menschen sind seit dem Putschversuch festgenommen worden. Erdogan verfügte nun, dass Verdächtige bis zu 30 Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden können, bislang mussten sie binnen vier Tagen einem Haftrichter vorgeführt werden. Allerdings dürfte derzeit ein eklatanter Mangel an Richtern und Staatsanwälten herrschen, von denen mehr als 1500 selber in Untersuchungshaft sitzen. Sie gehören zu den insgesamt fast 6000 Verdächtigen, gegen die im Zusammenhang mit dem Umsturzversuch Haftbefehl erlassen wurde.

Ihnen werden Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, aus Sicht Erdogans der Drahtzieher des Putschversuches. Sogar seine eigene Präsidentengarde hält Erdogan offenbar für unterwandert, fast 300 ihrer Soldaten wurden festgenommen. Ministerpräsident Binali Yildirim kündigte die Auflösung der gesamten Elite-Einheit an.

Erdogan lässt zudem mehr als 2300 Einrichtungen schließen, die aus Sicht der Regierung zum Gülen-Netzwerk gehören, darunter mehr als 1000 private Schulen. Mehr als 45 000 Staatsbedienstete wurden bislang suspendiert. Wem Verbindungen zu Gülen nachgewiesen werden, der hat per Dekret keine Chance auf Rückkehr in den öffentlichen Dienst. 21 000 Lehrern an Privatschulen wurde die Lizenz entzogen. Nur Stunden nach Verhängung des Ausnahmezustands am Donnerstag setzte die Türkei die Europäische Menschenrechtskonvention teilweise außer Kraft. Sendelizenzen werden entzogen, Webseiten gesperrt.

Aus Sicht der Regierung sind das alles notwendige Maßnahmen, um «Metastasen» (Erdogan) aus dem Staatsapparat zu entfernen. Beweise dafür, dass Gülen hinter dem Putschversuch aus Teilen des Militärs steckt, bleibt die Regierung bislang aber schuldig - sie verweist auf die kommenden Gerichtsprozesse. Unabhängig vom Umsturzversuch und dem harten Vorgehen hat die Unterwanderung aber einen realen Hintergrund.

Bereits in den 1990er Jahren begann die Gülen-Bewegung damit, ihre oft gut ausgebildeten Leute in staatlichen Stellen zu installieren. Lange Zeit waren Gülen und Erdogan Verbündete, Gülen-Anhänger ebneten Erdogan den Weg an die Macht. Westliche Sicherheitsexperten schätzen, dass zeitweise weit mehr als die Hälfte der Polizisten in der Türkei Verbindungen zur Gülen-Bewegung hatten.

In der Justiz stellten bislang auch Erdogan-kritische Juristen den Einfluss Gülens nicht in Frage. Und schon 2014 - im Jahr nach dem offenen Zerwürfnis zwischen Erdogan und Gülen - gab es Medienberichte über Spannungen zwischen Regierung und Armeeführung wegen einer Unterwanderung auch der Streitkräfte.

Der türkische EU-Minister Ömer Celik nennt Gülen gefährlicher als den vor fünf Jahren getöteten Al-Kaida-Chef Osama bin Laden, die Bewegung des Predigers gefährlicher als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Celik sagt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, Ziel des Ausnahmezustands sei es, «die Demokratie zu schützen, den Rechtsstaat zu schützen, die Rechte und Freiheiten unserer Bürger zu schützen und den Frieden in unserem Land zu schützen».

Die Regierung in Ankara fühlt sich zutiefst missverstanden von der EU, in der angesichts des harten Vorgehens Erdogans die Rufe nach einem Ende des Beitrittsprozesses lauter werden. Mit jedem Tag vertieft sich der Graben zwischen Europa und der Türkei. Und mit jedem Tag verschärft sich die Polarisierung in der Türkei.

Kritiker wie der Chefredakteur der Zeitung «Cumhuriyet», Can Dündar, werfen Erdogan «die größte Hexenjagd in der Geschichte der Republik» vor. Dündar hält sich derzeit in Europa auf und dürfte sich hüten zurückzukehren, er befürchtet seine Festnahme. Der Journalist fragt in einem Gastbeitrag für den britischen «Guardian»: «Wir sind von einem Militärputsch befreit, aber wer schützt uns vor einem Polizeistaat?» Dündar appelliert an die EU, nicht erneut die Augen zu verschließen, sondern Partei «für eine moderne Türkei» zu ergreifen.

Ministerpräsident Yildirim kündigte am Freitag an: «Es ist nun die Zeit der Säuberung.» Welche Auswirkungen die Maßnahmen haben werden, ist noch gar nicht abzusehen. Wie sollen diejenigen, die ihre Jobs verlieren, ihre Familien ernähren? Wer wird Kinder an den betroffenen Schulen nach den Sommerferien unterrichten? Werden die vielen Terroranschläge nun noch zunehmen, wenn die Sicherheitskräfte durch Massenfestnahmen und Suspendierungen geschwächt sind? 

Angesichts der dramatischen Entwicklung gerät fast in Vergessenheit, dass im Südosten der Türkei bereits lange vor dem Putschversuch bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Die Armee ging mit einer Offensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Vor allem zuständig dafür war der Kommandeur der Zweiten Armee, Vier-Sterne-General Adem Huduti. Huduti gehört zu 123 Generälen, gegen die wegen des Putschversuches Haftbefehl erlassen wurde.

Damit sitzt mehr als ein Drittel der Generäle des Nato-Partners Türkei - an dessen Südgrenze die Terrormiliz IS ihr Unwesen treibt - derzeit in Untersuchungshaft. «Keiner kann behaupten, dass die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte nicht geschwächt ist», sagt ein Offizier eines westlichen Nato-Staates, der die türkische Armee gut kennt. «Das hat eklatante Auswirkungen.»

So, 2016-07-24 15:27
Istanbul (dpa)

Türkei: Justizminister kündigt 3000 neue Richter und Staatsanwälte an

Istanbul (dpa) - Nach den zahlreichen Festnahmen von Richtern und Staatsanwälten will die türkische Regierung die entstandene Lücke in der Justiz schnell schließen. Justizminister Bekir Bozdag kündigte die Einstellung von 3000 neuen Richtern und Staatsanwälten an. «Es wird keine Unnanehmlichkeiten für unsere Bürger geben. Dafür haben wir Maßnahmen getroffen», sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Sonntag dem Sender Kanal 7.

Schon vor dem Putschversuch sei geplant gewesen, im November Prüfungen für 1500 neue Richter und Staatsanwälte anzubieten, sagte Bozdag. Aufgrund der «jüngsten Entwicklungen» sei die Zahl der geplanten Neueinstellungen verdoppelt worden. Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurde seit dem Putschversuch Haftbefehl gegen mehr als 1500 Richter oder Staatsanwälte erlassen.

Der Justizminister bekräftigte außerdem die Forderung an die USA, den dort im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Sowohl der US-Geheimdienst als auch US-Außenminister John Kerry wüssten, dass Gülen für den Putschversuch verantwortlich gewesen sei, erklärte Bozdag. Sollte die Auslieferung nicht erfolgen, werde das für «große Schwierigkeiten» in den Beziehungen beider Staaten sorgen. 

So, 2016-07-24 15:38
Istanbul (dpa) 

Amnesty: «Glaubwürdige Hinweise» auf Fälle von Folter in der Türkei

Istanbul (dpa) - Amnesty International hat nach eigenen Angaben «glaubwürdige Hinweise» auf Misshandlungen und sogar Folter von festgenommenen Verdächtigen in der Türkei. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Türkei am Sonntag auf, unabhängigen Beobachtern Zugang zu allen Einrichtungen zu gewähren, in denen die mehr als 13 000 Verdächtigen festgehalten würden. «Berichte von Misshandlungen inklusive Schlägen und Vergewaltigung in Polizeigewahrsam sind extrem alarmierend», sagte Europa-Direktor John Dalhuisen nach einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. Die Regierung müsse diese «abscheulichen Praktiken» sofort stoppen.

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Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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So, 2016-07-24 15:22
Berlin (dpa)

Warnung vor Übergreifen der Spannungen in der Türkei auf Deutschland

In der Türkei brodelt es nach dem gescheiterten Putsch. Tatsächliche oder vermeintliche Erdogan-Gegner werden verfolgt. In Deutschland lebende Türken berichten ebenfalls von Mobbing und Hass-Mails. Die Politik ist alarmiert.

Berlin (dpa) - Das rigorose Vorgehen Ankaras gegen Widersacher nach dem gescheiterten Putsch lässt in Deutschland die Sorge vor einem Übergreifen der Auseinandersetzungen auf die hier lebenden Türken wachsen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir warnte am Sonntag im Deutschlandfunk: «Der Arm Erdogans, der mag in viele Bereiche der türkischen Gesellschaft mittlerweile reichen, aber er darf nicht nach Berlin reichen. Er darf nicht nach Deutschland reichen.»

Özdemir betonte, natürlich dürften auch Erdogan-Anhänger in Deutschland demonstrieren. Das gehöre zur Demokratie. «Aber klar ist auch, wo die rote Linie ist. Das liegt bei Gewalt und insbesondere da, wo Intoleranz ins Spiel kommt, wo andere unter Druck gesetzt werden, wo man sie einschüchtert. Das geht nicht.» Dann müsse es «ein klares Stopp-Signal geben».

Für kommenden Sonntag (31. Juli) hat die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) in Köln eine Kundgebung zum Thema «Militärputsch in der Türkei» angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 15 000 Teilnehmern. Die UETD unterstützt die Regierungspartei AKP. Seit dem Scheitern des Militärputsches gibt es zunehmend Hinweise, dass auch Türken in Deutschland, die nicht der AKP nahestehen, beschimpft und bedroht werden.

In der «Bild am Sonntag» warnte Özdemir vor radikalen türkischen Nationalisten in Deutschland: «Es gibt leider auch eine Art türkische Pegida in Deutschland, die wir genauso behandeln müssen wie die uns bekannte.»

Özdemir brachte auch Sanktionen gegen die Türkei ins Spiel: «Wenn Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte weiterhin außer Kraft gesetzt werden, müssen wir auf EU-Ebene auch über Sanktionen für das direkte Umfeld der Machthaber nachdenken, beispielsweise indem man Konten und Vermögen einfriert.»

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) lehnt Sanktionen gegen die Türkei dagegen ab. Zwar warf er Erdogan in der «Welt am Sonntag» vor, Menschenrechte und Rechtsstaatsprinzipien zu verletzen. Auf die Frage nach Sanktionen antwortete er aber: «Das sehe ich nicht.» Man sollte jedoch in den laufenden Gesprächen auf die wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen der Türkei und der EU hinweisen. «Da steht für die türkische Regierung einiges auf dem Spiel.»

Umstritten ist, welche Zukunft das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei hat. Kauder sagte: «Das Abkommen ist durch die innenpolitische Lage in der Türkei nicht infrage gestellt. Die war nicht Inhalt der Abmachung», sagte der CDU-Politiker der Zeitung. Wer jetzt das Abkommen vorschnell aufkündigen wolle, müsse auch sagen, dass dann die Flüchtlingszahlen und damit auch die Zahl der Toten im Mittelmeer wieder steigen werden.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, plädiert dagegen dafür, die Partnerschaft mit der Türkei - inklusive Flüchtlingsabkommen - zu beenden. Das Land könne kein «Premiumpartner» für Deutschland sein, sagte sie in der ZDF-Sendung «Berlin direkt».

Wagenknecht forderte auch den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Ähnlich äußerte sich CSU-Chef Horst Seehofer: «Wenn man sieht, wie die Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch den Rechtsstaat abbaut, müssen diese Verhandlungen sofort gestoppt werden», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Position wurde von SPD-Generalsekretärin Katarina Barley in der «Berliner Zeitung» (Montag) geteilt: «Sollte Erdogan elementare Werte der Europäischen Union verletzen, können die Beitrittsverhandlungen nicht fortgesetzt werden.»

So, 2016-07-24 15:11
Offenbach (dpa)

Sommer bleibt warm und im Süden gewittrig

Im Nordosten Brandenburgs besteht Waldbrandgefahr. Im Süden Deutschlands laufen nach Unwettern dagegen die Keller voll. Auch der Wochenbeginn bleibt in Deutschland geteilt: Im Norden ziemlich trocken, im Süden eher nass.

Offenbach (dpa) - Die Woche beginnt wettermäßig zweigeteilt: Am Montag ist es in Norddeutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD, Offenbach) überwiegend trocken. Im Süden bilden sich im Tagesverlauf dagegen teils kräftige Gewitter, besonders nach Südosten hin. Die Temperaturen erreichen bei meist schwachem Wind Werte von 27 bis 31 Grad, etwas kühler wird es an der See und im Bergland.

In Brandenburg bleibt die Gefahr von Waldbränden wegen Trockenheit und Hitze weiter hoch. Bis Sonntagmittag habe es zwar noch keine größeren Feuer gegeben, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel. Es galt jedoch in sechs Landkreisen - vor allem den Nordwesten Brandenburgs - eine «hohe Gefahr» von Waldbränden und damit die zweithöchste Gefahrenstufe 4.

In Teilen Bayerns liefen nach heftigen Unwettern am Samstag dagegen Keller voll, Straßen wurden überschwemmt. In der Drei-Flüsse-Stadt Passau rissen die Wassermassen 20 parkende Autos mit sich, zwei Bundesstraßen wurden wegen Überflutung und umgestürzter Bäume kurzzeitig gesperrt.

In Oberösterreich ertrank ein 45-jähriger Mann aus Passau, den eine Flutwelle mitgerissen hatte. Er hatte in der Nacht zum Sonntag in Freinberg nach dem Haibach sehen wollen, der über die Ufer getreten war, wie die österreichische Polizei berichtete. Die Flutwelle riss laut Feuerwehr ganze Straßen weg. Zahlreiche Menschen seien in ihren Fahrzeugen vom Wasser eingeschlossen worden und mussten gerettet werden.

Bereits von Freitag auf Samstag hatten Unwetter in vielen Regionen Deutschlands Schäden angerichtet. Ein Sturm deckte am Freitagabend Teile des Daches des Kasseler Hauptbahnhofs ab. Auch in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen gab es vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume.

In der Nacht zum Dienstag erwarten Meteorologen vor allem im Süd- und Nordosten Schauer und Gewitter. Im Tagesverlauf müsse mit Unwettern gerechnet werden, die Starkregen und Hagel mit sich bringen. Nur im Nordwesten und im äußersten Westen lässt der Niederschlag im Laufe des Dienstags etwas nach. Es bleibe mit 25 bis 29 Grad relativ warm.

Am Mittwoch wird es in der Nordwesthälfte Deutschlands heiter bis wolkig und trocken. In der Südosthälfte wird es im Tagesverlauf insgesamt wolkiger, später kommt es dort zu einigen Schauern und einzelnen Gewittern. Die Temperaturen erreichen 20 bis 23 Grad an den Küsten und ansonsten 23 bis 28 Grad.

So, 2016-07-24 15:39
Frankfurt/Main (dpa)

Fraport fordert flexiblere Regelung von Nachtflugverbot

Am Frankfurter Flughafen stranden Tausende Passagiere, weil ihre Flugzeuge wegen heftiger Gewitter nicht rechtzeitig abheben können. Nun wird - erneut - über weitere Ausnahmen vom Nachtflugverbot gestritten.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fordert nach der unwetterbedingten Streichung etlicher Flüge mehr Flexibilität beim Nachtflugverbot am größten deutschen Airport. Wegen heftiger Gewitter am Freitagabend konnten 25 Maschinen nicht abheben, weil keine weiteren Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 24.00 Uhr erteilt worden seien, teilte Fraport am Sonntag mit. Etwa 7000 Passagiere mussten den Angaben zufolge daher die Nacht auf Feldbetten oder den Sitzbänken im Terminal verbringen.

«Eine modifizierte Nachtflughandhabung mit nur 30 Minuten verlängerten Startgenehmigungen hätte in so einem Ausnahmefall schon geholfen, da alle Maschinen bereits startbereit vor den Bahnen warteten», kritisierte Fraport-Vorstand Anke Giesen in der Mitteilung. «Die Passagiere reagierten eindeutig und zu Recht mit Kritik auf dieses unverhältnismäßige Vorgehen.»

Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt am Frankfurter Flughafen ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Das soll den Lärm für die Anwohner in unmittelbarer Umgebung des Flughafens vermindern. 76 Maschinen hatten nach Fraport-Angaben die Ausnahmeerlaubnis für einen Start bis Mitternacht. 25 schafften es dennoch nicht in diesem Zeitraum, weil die Abfertigung aus Sicherheitsgründen mehrmals eingestellt werden musste. Die Gefahr durch Blitzeinschläge für die Arbeiter auf dem Vorfeld sei zu groß gewesen, erklärte Fraport. Daher sei es zu massiven Verzögerungen gekommen.

Staatssekretär Mathias Samson aus dem von den Grünen geführten Verkehrsministerium äußerte sein Bedauern darüber, dass mehrere Tausend Passagiere am Flughafen strandeten, stellte jedoch klar: «Verspätete Starts nach 24 Uhr aufgrund von schwierigen Wetterbedingungen sieht der Planfeststellungsbeschluss nicht vor. Die Regelungen in der Betriebsgenehmigung des Frankfurter Flughafens sind an dieser Stelle eindeutig und lassen keinen Spielraum für Abwägungen.»

Dennoch sei das Ministerium bereit, sich «mit den Beteiligten an einen Tisch zu setzen, um gemeinsam zu überprüfen, ob es noch Möglichkeiten gibt, die operativen Betriebsabläufe in einer solchen Nacht zu optimieren, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.» Samson stellte jedoch klar: «So bedauerlich die Verzögerungen für die einzelnen betroffenen Passagiere sind: Das Nachtflugverbot gilt und wird von der hessischen Luftaufsicht nach dem gültigen Planfeststellungsbeschluss umgesetzt.»

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-07-24 15:07
Philadelphia (dpa)

Parteitag der Demokraten beginnt - Clinton stellt «Vize» Kaine vor

Jetzt sind die Demokraten und Hillary Clinton an der Reihe. Auf ihrem Parteitag wollen sie zeigen, dass sie geschlossen in die heiße Wahlkampfphase gehen - anders als die Republikaner. Aber ganz reibungslos wird es vielleicht auch bei den Demokraten nicht abgehen.

Philadelphia (dpa) - Nach dem turbulenten Parteitag der Republikaner wollen die US-Demokraten diese Woche Hillary Clinton offiziell in das Wahlduell gegen Donald Trump schicken. Ihre Nominierung als erste Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei in der US-Geschichte steht im Mittelpunkt der «Convention» der Partei in Philadelphia, die an diesem Montag beginnt. Kurz zuvor hatte Clinton den moderaten Ex-Gouverneur von Virginia, Tim Kaine, als ihren «Vize» vorgestellt.

Die Demokraten hoffen auf einen harmonischen Verlauf ihres Parteitages, nachdem sich Clintons liberaler Rivale Bernie Sanders kürzlich nach einem teils erbitterten Vorwahlkampf hinter die Ex-Außenministerin gestellt hatte. Allerdings kam es am Vorabend des Parteitags zu neuen Missstimmungen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte gehackte E-Mails, aus denen hervorgeht, wie stark der Parteivorstand offenbar von Anfang die Kandidatur Clintons bevorzugte. Sanders und seine Anhänger hatten im Vorwahlkampf wiederholt beklagt, dass die Vorwahl-Prozedur zugunsten von Kandidaten des Establishments manipuliert sei.

Auch dass sich Clinton mit Kaine für einen konventionellen Vize-Kandidaten entschied, hatte bei Sanders-Anhängern Enttäuschung ausgelöst. Der 58-jährige ist ein politischer Vollprofi. Er war Bürgermeister, Vizegouverneur und Gouverneur von Virginia, bevor er 2013 in den Senat einzog. Clinton zog damit klar Erfahrung und Verlässlichkeit einem frischem Gesicht vor.

Das machte sie auch beim ersten gemeinsamen Auftritt mit Kaine als Gespann am Samstag in Miami (Florida) deutlich: Sie würdigte Kaine als versierten geradlinigen Politiker, der in der Lage sei, notfalls vom ersten Tag an das Spitzenamt zu übernehmen. Die Präsidentenwahl ist am 8. November.

Kaine nannte Clinton eine unermüdliche Kämpferin, die niemals aufgebe, und «den totalen Gegensatz» von Donald Trump. Anders als er sei sie erfahren, habe das richtige Temperament und Respekt vor anderen Menschen.

Insgesamt war bei dem Auftritt augenfällig, dass sich Clinton und Kaine anscheinend gut verstehen. Die oft einstudiert wirkende Ex-Außenministerin wirkte gelöst, wiederholt kam es zu herzlichen Gesten zwischen Beiden. Trumps erster offizieller Auftritt mit seinem «Vize» Mike Pence hatte dagegen eher distanziert gewirkt.

Dennoch wurde am Sonntag nicht ausgeschlossen, dass einige Sanders-Anhänger auf dem Parteitag ihrem Unmut Luft machen - wenn auch wohl kaum in dem Ausmaß der Unruhen, die es beim Konvent der Republikaner gegeben hatte. Dort war wiederholt klar geworden, dass Trump immer noch von Teilen seiner Partei abgelehnt wird.

Möglicherweise, um den Ton vorzugeben, wird Sanders gleich am Montag sprechen, dem ersten Tag des Demokraten-Treffens. Auch First Lady Michelle Obama steht zum Auftakt auf der Rednerliste. Am Dienstag wird sich Ex-Präsident Bill Clinton, Hillarys Ehemann, an die mehr als 4700 Delegierten und gut 50 000 Gäste im Wells-Fargo-Zentrum wenden, am Mittwoch Präsident Barack Obama. Den Höhepunkt bildet Hillary Clintons Rede am Donnerstag.

Die Hauptreden finden stets nach 18 Uhr abends Ortszeit statt, also nach Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit am jeweils nächsten Tag.

Wie der Republikaner-Parteitag wird auch dieser von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Zehntausende Menschen wollen am Rande der Veranstaltung demonstrieren, so gegen Polizeigewalt und Handelspakte.

So, 2016-07-24 15:02
München/Berlin (dpa)

Münchner Amokläufer verfasste Manifest - Tat ein Jahr geplant

Psychische Probleme, keine politische Motivation, willkürliche Auswahl der Opfer: Das sind erste Ermittlungsergebnisse zum Amoklauf in München. Eine spontane Tat war es demnach nicht.

München/Berlin (dpa) - Der Amokläufer von München hat seine Tat ein Jahr lang vorbereitet und dazu ähnlich wie der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ein Manifest verfasst. Einen politischen Hintergrund schließen die Behörden aber aus. Seine Opfer, die überwiegend einen Migrationshintergrund haben, suchte er sich nach den Erkenntnissen der Ermittler nicht gezielt aus.

Landespolizei und Staatsanwaltschaft informierten am Sonntag über die ersten Ermittlungsergebnisse zum Amoklauf vom Freitagabend, bei dem der 18-jährige Deutsch-Iraner vor und in einem Münchner Einkaufszentrum und in einem Schnellrestaurant neun Menschen und dann sich selbst tötete. Von den neun überwiegend jugendlichen Opfern hatten sieben einen Migrationshintergrund.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler Behandlungsunterlagen zu einer psychischen Erkrankung des Amokläufers und Medikamente. Der Schüler sei zwei Monate in stationärer Behandlung gewesen, habe unter «sozialen Phobien» und Depressionen gelitten.

Im Jahr 2012 sei er von Mitschülern gemobbt worden. Ob es einen Zusammenhang des Mobbings zur Tat gebe, sei noch unklar. Mitschüler seien aber nicht unter den Opfern.

Der Deutsch-Iraner hatte entgegen ersten Polizeiangaben das Manifest Breiviks nicht auf seiner Festplatte, jedoch Recherchen zur Tat des norwegischen Massenmörders angestellt und ein eigenes schriftliches «Manifest» verfasst, sagte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger. Der Täter habe sich seit einem Jahr auf seine Tat vorbereitet. Er habe auch Winnenden besucht, den Ort eines früheren Amoklaufs. Dort habe er Bilder gemacht.

Nach Angaben der Ermittler spielte der Täter intensiv gewaltverherrlichende Videospiele wie «Counterstrike». Das sei typisch für Amokläufer. Die Münchner Bluttat fand am fünften Jahrestag des Amoklaufs Breiviks statt, bei dem der norwegische Rechtsextremist 77 Menschen tötete.

In München schwebten am Sonntag noch drei Menschen in Lebensgefahr. Insgesamt gab es laut Landeskriminalamts 35 Verletzte. Der Amoklauf sorgt weltweit für Entsetzen und Anteilnahme.

Mit seiner Pistole gab der Täter den Ermittlungen zufolge mindestens 57 Schüsse. Die Waffe hat er offenbar in einem anonymen Bereich des Internets gekauft. «Es gibt einen Chatverlauf im Darknet, der darauf schließen lässt, dass er sich diese Waffe im Darknet besorgt hat», sagte LKA-Präsident Heimberger. Die Waffe sei einst zu einer Theaterwaffe umfunktioniert worden, dann aber wieder zu einer scharfen Waffe umgebaut worden, sagte Heimberger.

Mit einem Fake-Account bei Facebook habe der Täter angekündigt, dass er bei McDonald's eine Runde spendieren werde, sagte Heimberger. «Das war wohl der Versuch, Personen dorthin einzuladen.» Nach bisherigen Ermittlungen gehörten die Menschen, zu denen der Täter auf Facebook Kontakt hatte, aber nicht zu den späteren Todesopfern.

Die Ermittler wissen noch nicht, warum der Amokläufer das Einkaufszentrum als Tatort und den Tatzeitpunkt ausgesucht hat. Zur Aufklärung der Tat wurde eine mehr als 70 Personen starke Sonderkommission gebildet.

So, 2016-07-24 13:33
Frankfurt/Main (dpa)

Fraport fordert flexiblere Regelung von Nachtflugverbot

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fordert nach der unwetterbedingten Streichung etlicher Flüge mehr Flexibilität beim Nachtflugverbot am größten deutschen Airport. Wegen heftiger Gewitter am Freitagabend konnten 25 Maschinen nicht abheben, weil keine weiteren Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 24.00 Uhr erteilt worden seien, teilte Fraport am Sonntag mit. Etwa 7000 Passagiere mussten den Angaben zufolge daher die Nacht auf Feldbetten oder den Sitzbänken im Terminal verbringen.

«Eine modifizierte Nachtflughandhabung mit nur 30 Minuten verlängerten Startgenehmigungen hätte in so einem Ausnahmefall schon geholfen, da alle Maschinen bereits startbereit vor den Bahnen warteten», kritisierte Fraport-Vorstand Anke Giesen in der Mitteilung. «Die Passagiere reagierten eindeutig und zu Recht mit Kritik auf dieses unverhältnismäßige Vorgehen.»

Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt am Frankfurter Flughafen ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Das soll den Lärm für die Anwohner in unmittelbarer Umgebung des Flughafens vermindern. 76 Maschinen hatten nach Fraport-Angaben die Ausnahmeerlaubnis für einen Start bis Mitternacht. 25 schafften es dennoch nicht in diesem Zeitraum, weil die Abfertigung aus Sicherheitsgründen mehrmals eingestellt werden musste. Die Gefahr durch Blitzeinschläge für die Arbeiter auf dem Vorfeld sei zu groß gewesen, erklärte Fraport. Daher sei es zu massiven Verzögerungen gekommen.

So, 2016-07-24 13:19
Kairo (dpa)

Solarflieger zur letzten Etappe der Weltumrundung gestartet

Unter der brennenden Sonne des Nahen Ostens und ohne einen Tropfen Sprit ist der Sonnenflieger «Solar Impulse 2» unterwegs auf der letzten Etappe seiner Reise um den Globus. Zunächst lief alles glatt - Pilot Piccard konnte sogar ein wenig entspannen.

Kairo (dpa) - Der Sonnenflieger «Solar Impulse 2» ist zur letzten Etappe seiner Weltumrundung gestartet. Der Abenteurer Bertrand Piccard machte sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg von Kairo Richtung Abu Dhabi, wie sein Team bei Twitter berichtete. Dort war die «Solar Impulse 2» vor mehr als einem Jahr abgehoben.

Die letzte Etappe der 16-monatigen Reise sollte ursprünglich schon früher beginnen, doch wegen ungünstiger Wetterbedingungen in Kairo und einer Magenverstimmung Piccards musste der Abflug verschoben werden. Doch nun ging zu Beginn des etwa 2800 Kilometer langen Schlussabschnitts alles glatt, wie das Team mitteilte.

Nach einigen Stunden entlang der ägyptischen Rotmeerküste überquerte Piccard das Gewässer in Richtung der Ölmonarchie Saudi-Arabien. Der Pilot nutzte diesen Abschnitt für ein Nickerchen, wie im Livestream aus dem Cockpit zu sehen war. «Solar Impulse 2» soll schließlich an den Golfstaaten Bahrain und Katar vorbei und letztendlich auf das Emirat Abu Dhabi zusteuern.

Das Team bezeichnet den letzten Flug als schwierigsten der insgesamt 17 Etappen. Neben Flugverbotszonen seien es vor allem die Wetterbedingungen und Thermiken, die den Überflug des Nahen Ostens so schwierig machten. Der Flug von Kairo nach Abu Dhabi soll zwischen 48 und 72 Stunden dauern, das Flugzeug dürfte also Dienstag oder Mittwoch landen.

Die beiden Schweizer Abenteurer und Wissenschaftler André Borschberg und Piccard wollen mit der Erdumrundung für die Nutzung erneuerbarer Energien werben. Der aus Karbonfasern gebaute Flieger mit einer Spannweite von 72 Metern kommt völlig ohne Treibstoff aus und verfügt stattdessen über mehr als 17 000 Solarzellen.

So, 2016-07-24 13:53
Bagdad (dpa)

Zahl der Toten nach Selbstmordanschlag in Bagdad steigt

Bagdad (dpa) - Bei dem Selbstmordattentat in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die Anzahl der Todesopfer auf mindestens zehn gestiegen. Nach Polizeiangaben sprengte sich der Täter in dem überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel Kadhimija in die Luft. Mindestens 30 weitere Menschen wurden verletzt. Das IS-Sprachrohr Amak beanspruchte die Tat in einer Internetbotschaft für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Dschihadisten hatten in den vergangenen Monaten eine Reihe blutiger Anschläge auf Schiiten und Sicherheitskräfte im Irak verübt. Zuletzt kamen bei einer Explosion in Bagdad knapp 300 Menschen ums Leben.

So, 2016-07-24 13:55
Angeles (dpa)

Leute kompakt

Ben Affleck wird «Batman»-Regisseur und Hauptdarsteller (Foto - Archiv; die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Los Angeles (dpa) - Oscar-Preisträger Ben Affleck (43) lässt sich erneut auf «Batman» ein, in doppelter Funktion: als Hauptdarsteller und als Regisseur. Das Studio Warner Bros. präsentierte Affleck am Samstag auf der Comic-Con-Filmmesse in San Diego als den Star des geplanten Solofilms rund um den Superhelden. Die Doppelrolle sei beängstigend, aber auch aufregend, sagte der Schauspieler nach Angaben des Branchenportals «Entertainment Weekly». Auf Twitter postete er das Logo des neuen Films. Der Drehtermin ist noch nicht bekannt. Affleck war in diesem Jahr als Batman in dem Comicabenteuer «Batman v Superman: Dawn of Justice» zu sehen. Auch in «Justice League» (Kinostart November 2017) spielt er an der Seite von Superman und Wonder Woman erneut den Helden im Fledermauskostüm.

Performance-Star Abramovic: Zum Sterben in ein Kloster nach Indien (Foto - Archiv; die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - Performance-Künstlerin Marina Abramovic (69) will nicht in ihrer Heimatstadt New York sterben. «Wenn ich alles satthabe und müde bin, werde ich in ein Kloster nach Indien gehen. Du gibst ihnen Geld, und sie kümmern sich um dich», sagte sie dem Berliner «Tagesspiegel». Im November wird die in Serbien geborene, weltweit gefeierte Künstlerin 70 Jahre alt. «Ich will 100 werden», sagte sie. Die Chancen stünden gut: «Meine Großmutter wurde 103, meine Urgroßmutter 116.» Sie werde bei der Arbeit sterben, «nicht, während ich vor dem dämlichen Fernseher sitze. Das ist es, was die Leute umbringt, die Rente.» Dass in der Kunst Männer meist erfolgreicher sind als Frauen, hat nach ihrer Ansicht einen einfachen Grund: «Liebe, Familie, Kinder - all das will eine Frau nicht opfern.»

Isabella Rossellini fand das Ende ihrer Modelkarriere demütigend (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Isabella Rossellini hat an ihr Aus als Model keine guten Erinnerungen. «Reife Frauen waren in Mode und Werbung nicht vertreten, so wurde ich einfach ausgetauscht. Ich fühlte mich sehr erniedrigt. Ich denke, es gibt eine Art Altersrassismus», sagte die heute 64-jährige Schauspielerin, Autorin und Filmemacherin der «Bild am Sonntag». Rossellini war bis Mitte der 90er Jahre Model für die französische Kosmetikfirma Lancôme, die schließlich ihren Vertrag nicht verlängerte. «Ich denke, mein Vater, der meine späte Modelkarriere leider nicht mehr erlebte, hätte sich am meisten gewundert», sagte Rossellini. «Er hat sich früher liebevoll über meine Glasbläser-Bäckchen lustig gemacht. Ich war ein dickes Mädchen, das ständig krank war und in dem niemand ein Model sah.»

Hallervorden hat auf der Bühne Selbstzweifel (Foto - Archiv) = 

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Dieter Hallervorden hat eine Leidenschaft für seinen Beruf, aber viele Selbstzweifel. Die Leidenschaft könne man nicht so einfach abschalten. «Solange die Beine mich auf die Bühne tragen, solange der Kopf noch mitmacht, solange mich Leute sehen wollen, würde ich weitermachen wollen», sagte der 80-Jährige der «Welt am Sonntag». Zugleich sei er besonders in seiner Theaterarbeit und auf der Bühne von «unheimlich vielen Selbstzweifeln» geleitet. «Ich mache das nicht absichtlich, es gehört zu meiner Art zu arbeiten dazu. Die Leute sehen mich vielleicht zum ersten Mal und nur einmal. Ich blamiere mich nicht gerne und schon gar nicht gegen Entgelt.»

Schauspieler Sebastian Bezzel vermisst den «Tatort» nicht (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Sebastian Bezzel ist Ende des Jahres zum letzten Mal als «Tatort»-Kommissar zu sehen, doch das Aus bedauert er nicht. «Ich finde es nicht schlimm, dass es vorbei ist. Und es kam für uns ja auch nicht wirklich überraschend», sagte er der «Bild am Sonntag». «Es ist auch eine Befreiung, nicht mehr fragen zu müssen: Wo waren Sie gestern um die und die Uhrzeit?» Bezzel (45) spielte fast 13 Jahre lang den Kommissar Kai Perlmann an der Seite von Eva Mattes im Bodensee-«Tatort». Sorgen nach dem «Tatort»-Aus mache er sich nicht: «Mir war schon klar, dass es irgendwie weitergeht. Ich fühle mich jetzt freier und kann in Krimis hoffentlich auch mal wieder auf der anderen Seite stehen.»

Andrea Berg schmerzt noch jede Bewegung (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Schlagersängerin Andrea Berg (50) hat nach einem Bühnenunfall immer noch Schmerzen. Sie hatte sich bei der Vorpremiere ihrer neuen Tour «Seelenbeben» Arm und Schulter verbrannt. «Die Verbrennungen tun immer noch weh, ich bin permanent in Behandlung», sagte sie der «Bild»-Zeitung. «Jede Bewegung schmerzt, besonders beim Schlafen. Meinen Videodreh nächste Woche musste ich auf Anraten der Ärzte verschieben.» Am Freitag gab sie dennoch ein Konzert in ihrem Wohnort Aspach in Baden-Württemberg.

Fans feiern wiedergenesenen Matthias Reim zum Tour-Auftakt (Foto - Archiv) =

Kamenz (dpa) - Neun Wochen nach einem Kreislaufkollaps bei einem Auftritt ist Schlagersänger Matthias Reim (58) im sächsischen Kamenz von seinen Fans gefeiert worden. Rund 4000 Besucher sangen gemeinsam mit ihm seinen großen Hit «Verdammt, ich lieb Dich!» beim Auftakt-Konzert der Deutschlandtour zum aktuellen «Phoenix»-Album. Reim entschuldigte sich zu Beginn auf der Hutbergbühne dafür, dass das Konzert in Kamenz im vergangenen Jahr ausfallen musste. 2015 hatte Reim wegen einer Herzmuskelentzündung länger pausieren müssen. Sein neues Album «Phoenix» kam deshalb mit knapp einem halben Jahr Verspätung heraus. Ende Mai dieses Jahr war der Sänger dann bei der Studio-Aufzeichnung einer Unterhaltungs-Show kollabiert.

Rihanna erhält berühmte «Psycho»-Rolle in «Bates Motel» (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Die Duschszene in Alfred Hitchcocks Thriller «Psycho» ist eine der gruseligsten Szenen der Filmgeschichte. Janet Leigh (1927-2004) spielte 1960 den Motel-Gast Marion Crane, der in der Dusche erstochen wird. Nun soll Popstar Rihanna (28) diese Rolle übernehmen. Dies gaben die Produzenten der TV-Serie «Bates Motel» am Freitag auf der Comic-Con-Messe in San Diego bekannt, wie das Branchenblatt «Hollywood Reporter» berichtete. Die Dreharbeiten zu der fünften und letzten Staffel der Serie sollen im Herbst im kanadischen Vancouver beginnen. «Bates Motel» erzählt die Vorgeschichte von «Psycho», wie Norman Bates (Freddie Highmore) zum Psychopathen wurde und welche Schuld seine Mutter Norma (Vera Farmiga) traf.

Dirigent Haenchen: In Bayreuth ist es besonders schwierig (Foto - Archiv; die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Bayreuth (dpa) - Der Orchestergraben im Bayreuther Festspielhaus, der berühmte «mystische Abgrund», ist für den «Parsifal»-Dirigenten Hartmut Haenchen (73) eine Herausforderung. «Der Dirigent hat sowieso immer den schlechtesten Platz - aber in Bayreuth ist es besonders schwierig», sagte Haenchen der Deutschen Presse-Agentur. «In Bayreuth braucht man im Gegensatz zu anderen Opernhäusern wirklich Hilfe von außen, um zu erfahren, wie es im Saal klingt. Mein Assistent sitzt deshalb im Zuschauerraum und gibt mir telefonische Hinweise zum Klangbild und zur Balance.» Das Orchester spielt im Festspielhaus verdeckt, der Klang entweicht nur indirekt in den Zuschauerraum. «Die berühmte Überdeckung des Grabens ist für meine Größe zu niedrig, und ich stoße bei meinen normalen Dirigierbewegungen oben an, muss mich also permanent in meinen Bewegungen umstellen», sagte Haenchen.

Revolverheld: Musiker sollten eine Meinung haben (Foto - Archiv) =

Bielefeld (dpa) - Revolverheld will keine politischen Songs machen. Es sei aber wichtig, dass Musiker eine Meinung haben, sagte der Schlagzeuger der Hamburger Band, Jakob Sinn, im Interview mit der in Bielefeld erscheinenden «Neuen Westfälischen». Sänger Johannes Strate ergänzte: «Es ist ein großes Problem, dass Rassismus wieder salonfähig zu sein scheint und dass einfach viele Leute mit ihren Ängsten um die Ecke kommen und diese auf kleine Minderheiten projizieren.» Selbst will die Band aber nicht politischer werden: «Natürlich gehören auch politische Songs auf die Bühne, aber dafür wären Revolverheld die falschen», sagte Strate.

«Aerosmith»-Gitarrist Joe Perry tritt wieder auf (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Der Gitarrist der US-Rockband Aerosmith,  Joe Perry (65), steht zwei Wochen nach einem Kollaps wieder auf der Bühne. In der Nacht zum Samstag trat er mit der Gruppe Hollywood Vampires im kalifornischen Rohnert Park auf. «Welcome back Joe Perry!», schrieb die Band auf Instagram und postete Fotos des Musikers. Am 10. Juli war Perry bei einem Auftritt in New York zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Danach fehlte er bei einigen Konzerten. Der Band gehören neben Perry der Schauspieler und Hobby-Musiker Johnny Depp und der Rockmusiker Alice Cooper an.

Popstar Sia macht bei «My Little Pony»-Film mit (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Popstar Sia (40, «Chandelier») geht ins Filmgeschäft. Wie auf der Comic-Con-Filmmesse im kalifornischen San Diego bekannt wurde, wird die Sängerin in dem geplanten Film «My Little Pony: The Movie» als Schauspielerin und Liedschreiberin mitwirken. Auf Instagram teilte Sia mit, dass sie eine Pony-Figur namens Songbird Serenade spielen werde. Für den im Herbst 2017 erwarteten Film soll sie zwei Songs liefern, berichtete die «Los Angeles Times» am Samstag. Regisseur Jayson Thiessen konnte bereits Schauspieler wie Emily Blunt, Michael Pena und Liev Schreiber für Sprechrollen in dem Zeichentrickabenteuer rund um die beliebten «Mein kleines Pony»-Spielzeuge gewinnen.

Lotto King Karl kann gut Wäsche waschen (Foto - Archiv) =

Osnabrück (dpa) - Lotto King Karl bedient zwar manches Männerklischee, kümmert sich aber oft um die Wäsche. «Ich bin ein mittelmäßiger Handwerker. Dafür kann ich gut Wäsche waschen», sagte der Hamburger Musiker in einem Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Vor allem, wenn er mit seiner Band Die Barmbek Dream Boys auf Tour sei, nehme das viel Zeit in Anspruch. «Dann ist es halt manchmal so, dass ich mal drei bis vier Tage hardcoremäßig viel waschen, meine Klamotten zusammenlegen und dann zum Trocknen hängen muss», sagte der Stadionsprecher des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. «Manchmal habe ich das Gefühl, in meiner DNA ist auch ein chinesischer Wäschereimitarbeiter, der sich sagt «Ich kriege das Weiße aber auch gut weiß».»

So, 2016-07-24 13:20
Berlin (dpa)

Fastfoodkette KFC will Zahl der Restaurants in Deutschland verdoppeln

Berlin (dpa) - Die US-Fastfoodkette KFC will die Zahl seiner Schnellrestaurants in Deutschland in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln. «In den nächsten fünf Jahren soll unser Filialnetz auf über 300 Standorte wachsen», sagte Deutschland-Chefin Insa Klasing der «Welt am Sonntag». Derzeit betreibt KFC bundesweit 140 Filialen. Früher habe KFC in Deutschland nur große Drive-Ins in Metropolregionen gebaut. «Heute gehen wir auch mit kleinen Restaurants in den Markt.» Der Fastfood-Markt in Deutschland ist hart umkämpft. Platzhirsch McDonald's hat in Deutschland eigenen Angaben zufolge knapp 1500 Restaurants, Nummer zwei ist Burger King.

So, 2016-07-24 13:42
Kabul (dpa) 

Entsetzen über IS-Doppelanschlag in Kabul mit mindestens 80 Toten

Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich bei einer Demonstration in Kabul in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelanschlag. Das Land ist in Staatstrauer.

Kabul (dpa) - Der verheerende IS-Doppelanschlag mit mindestens 80 Toten in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat international Entsetzen ausgelöst. Das Innenministerium in Afghanistan erließ ein landesweites, zehntägiges Demonstrationsverbot und gab dafür Sicherheitsgründe an. Für Sonntag wurde Staatstrauer im ganzen Land ausgerufen. Afghanistans Regierungschef Ashraf Ghani kündigte Rache für das «Blut unserer geliebten Angehörigen» an. Er ließ alle Flaggen auf Regierungsgebäuden auf halbmast setzen.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich über das IS-Sprachrohr Amak zu dem Doppelanschlag am Samstag, bei dem auch 231 Menschen verletzt wurden. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich inmitten einer Demonstration in die Luft gesprengt.

Nach Angaben der Organisatoren der Demonstration hatten sich mehr als 10 000 Menschen auf einem zentralen Platz versammelt, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu protestieren. Viele der Demonstranten gehörten der schiitischen Minderheit der Hasara an. Der Protest richtete sich unter anderem gegen die wirtschaftliche Benachteiligung der Hasara durch die Verlegung der Stromtrasse.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Terroranschlag als «verabscheuungswürdiges Verbrechen», das sich gegen Bürger gerichtet habe, die friedlich für ihre Grundrechte eingetreten seien. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es in einer in New Yorh veröffentlichten UN-Stellungnahme weiter.

Die USA sprachen von einer «feigen Attacke». Dass sie sich gegen friedliche Demonstranten gerichtet habe, mache sie noch verabscheuungswürdiger, erklärte das Weiße Haus. Die USA und die internationale Gemeinschaft stünden im Kampf gegen «Kräfte, die Afghanistans Sicherheit, Stabilität und Wohlstand bedrohen», weiter fest an der Seite des afghanischen Volkes und der Regierung.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem «furchtbaren Terroranschlag». Es sei augenscheinlich das Ziel der Attentäter gewesen, möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen und zu verletzen. «Besonders in diesen Situationen ist es wichtig, dass das Land geeint dem Terror die Stirn bietet. Dabei teilen wir die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft des Landes», hieß es weiter.

EU-Vertreter drückten den Familien und Freunden der Opfer ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit dem afghanischen Volk aus. «Wir rufen alle Afghanen auf, geeint zu bleiben, um die Bemühungen im Kampf gegen diese globale Bedrohung zu unterstützen», teilte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini mit.

Papst Franziskus bezog die Opfer von Kabul in sein Angelusgebet vor dem Petersplatz am Sonntag ein. Er rief die Katholiken dazu auf, geeint gegen die «erbärmlichen Akte von Terrorismus und Gewalt» zu stehen.

Unter den Opfern seien auch afghanische Sicherheitskräfte, erklärte Präsident Ghani am Samstag. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah verurteilte den Anschlag auf Twitter: «Es zeigt, dass Terroristen und ihre Verbündeten keinen Respekt vor Menschenleben haben.» Für Berichte, nach denen Sicherheitskräfte einen dritten Selbstmordattentäter getötet haben sollen, gab es keine Bestätigung.

Die Demonstration in Kabul hatte sich gegen die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts gerichtet. Ursprünglich hatte die geplante Überlandstromtrasse über die zentralafghanische Provinz Bamian verlaufen sollen. Nach einem späteren Gutachten wurde die Route aus Sicherheits- und technischen Gründen aber verlegt. Viele Demonstranten waren Mitglieder der Hasara, die größte ethnische Minderheit des Landes, die mehrheitlich die Bevölkerung von Bamian ausmacht. Sie protestierten gegen die wirtschaftliche Benachteiligung und fortgesetzte Diskriminierung ihrer schiitischen Ethnie.

Die sunnitische Terrormiliz IS hat wiederholt brutale Anschläge auf Schiiten in Syrien und im Irak verübt. Die Attacke am Samstag ist die erste gegen eine ethnische Minderheit in Kabul.

So, 2016-07-24 13:14
Offenbach (dpa)

Wetterdienst: Deutscher Sommer weiter unbeständig

Offenbach (dpa) - Der Sommer in Deutschland bleibt unbeständig. Die neue Woche beginnt nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit durchaus sommerlichen Temperaturen. Die Gefahr von Unwettern bleibe aber hoch. «Tief Xaviera über Westpolen und die Kaltfront von Tief Ivy bestimmen das Wetter zu Wochenbeginn», erklärte DWD-Meteorologe Christoph Hartmann am Sonntag in Offenbach.

Im Norden der Republik ist es am Montag überwiegend trocken, im Süden bilden sich im Tagesverlauf teils kräftige Gewitter, besonders nach Südosten hin. Die Temperaturen erreichen bei meist schwachem Wind Werte von 27 bis 31 Grad, etwas kühler wird es an der See und im Bergland.

In der Nacht zum Dienstag ist gebietsweise vor allem im Süd- und Nordosten mit weiteren Schauern und Gewitter zu rechnen. Im Tagesverlauf muss nach Einschätzung des DWD mit Unwettern gerechnet werden, die Starkregen und Hagel mit sich bringen. Nur im Nordwesten und im äußersten Westen lässt der Niederschlag im Laufe des Dienstag etwas nach. Es bleibt mit 25 bis 29 Grad relativ warm.

Am Mittwoch wird es in der Nordwesthälfte Deutschlands heiter bis wolkig und trocken. In der Südosthälfte wird es im Tagesverlauf insgesamt wolkiger, später kommt es dort zu einigen Schauern und einzelnen Gewittern. Die Temperaturen erreichen 20 bis 23 Grad an den Küsten und ansonsten 23 bis 28 Grad.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
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Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
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Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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