Mi, 2015-05-06 04:15
Berlin (dpa)

Deutschland will beim G7-Gipfel für Klimarisiko-Versicherungen werben

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will die großen Industrienationen für die Subventionierung von Klimarisiko-Versicherungen gewinnen. Diese Versicherungen sollen dazu dienen, Bauern und anderen Betroffene nach Überschwemmungen oder Dürre-Perioden schnell und preiswert über Versicherungen zu helfen, anstatt später große UN-Hilfsprogramme aufzulegen. Ein Beispiel, das die Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel im Juni in Bayern von dieser Idee überzeugen soll, ist eine afrikanische Versicherungsgesellschaft, die im Falle einer Dürre Notfallprogramme finanziert.

Die African Risk Capacity war 2014 mit jeweils 50 Millionen US-Dollar Startkapital aus Deutschland und Großbritannien gegründet worden und hat bisher vier Kunden: Mauretanien, Kenia, Niger und Senegal. Die Versicherungsgesellschaft hatte laut Entwicklungsministerium nach der Dürre in der Sahelzone Ende 2014 rund 26 Millionen US-Dollar an Mauretanien, Niger und Senegal ausgezahlt. Damit konnten nach Angaben des Ministeriums neues Saatgut, Nahrung und Futter für das Vieh beschafft werden. Auch Gambia, Burkina Faso, Malawi, Mali und Simbabwe sollen inzwischen Interesse an der Versicherung bekundet haben. Die Bundesregierung sähe ähnliche Versicherungsprodukte gerne auch in anderen Regionen - zum Beispiel in Zentralamerika.

Mi, 2015-05-06 04:42
Bremen/Bützow (dpa)

Fast alle Unwetterschäden beseitigt - «Massive Schäden» in Bützow

Die Schäden des kräftigen Gewitters im Norden Deutschlands hielten die Einsatzkräfte lange auf Trab. In Bützow werden zahlreiche Bewohner nach dem Tornado wohl erst am Wochenende in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Hamburg/Bremen/Bützow (dpa) - Die Folgen des schweren Unwetters in Norddeutschland haben die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei bis zum frühen Mittwochmorgen beschäftigt. In der Kleinstadt Bützow bei Rostock sollen die Aufräumarbeiten nach dem Tornado am Mittwochmorgen fortgesetzt werden. Die Hamburger Feuerwehr hatte mehr als 500 Einsätze und war noch in der Nacht damit beschäftigt, Bäume von den Straßen zu räumen. Bei dem kräftigen Gewitter war ein 26-Jähriger in Hamburg getötet worden. In Bremen, Lübeck, Oldenburg und Stade konnten die Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten in der Nacht abschließen.

Kaum ein Ort war so stark von dem Unwetter betroffen wie die 8000-Einwohner-Stadt Bützow. Mehr als 150 Einsatzkräfte waren bis tief in die Nacht damit beschäftigt, Trümmerteile von den Straßen zu entfernen. Die Innenstadt von Bützow soll bis mindestens 6.00 Uhr am Mittwoch gesperrt bleiben. Der Unterricht in zwei Schulen fällt aus. Bei den Unwettern waren nach Angaben von Landrat Sebastian Constien etwa 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt worden. Bürgermeister Christian Grüschow sprach von «massiven Schäden».

Für Betroffene waren zwei Sporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert worden. Wegen der zum Teil stark beschädigten Gebäude können zahlreiche Bewohner wahrscheinlich erst am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren. «Davon ist in den meisten Fällen auszugehen. Zunächst werden bei Tageslicht alle Schäden gesichtet», sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle Bad Doberan am frühen Mittwochmorgen. Ab 7 Uhr wollen die Einsatzkräfte ihre Arbeit fortsetzen.

In Hamburg hatten Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen lassen. Ein 26-Jähriger war am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Drei weitere Menschen seien in ihren Wagen eingeklemmt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Wohnhäuser mussten nicht evakuiert werden.

Am Burchardkai im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Containerschiffe los. Sie trieben aufeinander zu und berührten sich, sagte der Polizeisprecher. Dabei sei Schaden in unbekannter Höhe entstanden. Schlepper mussten die Schiffe zurück an die Kaianlagen bugsieren.

Rund 300 Fahrgäste eines Metronom-Zuges mussten in Bremen einen ungeplanten Stopp einlegen, weil ein Baum auf eine Oberleitung gefallen war. Bis zum späten Abend hatte die Feuerwehr in der Innenstadt den Notstand ausgerufen. Verletzt wurde niemand.

Auch in Schleswig-Holstein war die Feuerwehr wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume verstärkt im Einsatz. «Lübeck hat davon am meisten abbekommen», sagte ein Feuerwehrmann am frühen Mittwochmorgen. Starkregen drang auch in das Holstentor ein und überflutete Teile des Museums. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser aus den Gebäuden. Am Nordlandkai stürzte ein Hafenkran auf ein Containerschiff. Menschen wurden nicht verletzt, hieß es.

Mi, 2015-05-06 04:08
York (dpa)

UN: Zwei tote Blauhelmsoldaten bei Rebellen-Angriff im Kongo

New York (dpa) - Bei einem Rebellen-Angriff im Osten des Kongo sind nach UN-Angaben zwei Blauhelmsoldaten ums Leben gekommen. Vier weitere Soldaten würden noch vermisst, 13 seien verletzt worden, teilten die Vereinten Nationen in der Nacht zum Mittwoch in New York mit. Der Konvoi der Blauhelme sei von Rebellen überfallen und beschossen worden. Dabei seien die zwei aus Tansania stammenden Soldaten ums Leben gekommen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff und die anhaltenden Attacken der Rebellen der Gruppe «Alliierte Demokratische Kräfte» (ADF) auf die Zivilbevölkerung in der Gegend scharf. Die Soldaten waren Teil der vom Deutschen Martin Kobler geleiteten Monusco-Mission, die seit rund 15 Jahren für Frieden und Stabilität im Kongo sorgen soll.

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2015-05-06 04:10
Mainz (dpa)

Weinbauverband erwartet keinen Preissturz bei neuen Anbauregeln

Mainz (dpa) - Der Deutsche Weinbauverband erwartet von der geplanten Ausweitung der Anbaufläche keinen unmittelbaren Preisdruck. «Der Preis für Wein wird bei den diskutierten Prozentsätzen nicht sofort in den Keller sacken», sagte der Generalsekretär des Verbandes, Rudolf Nickenig, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Wie viel Wein auf dem Markt ist, werde etwa auch von möglichen Schwankungen bei der Ernte beeinflusst. Die Europäische Union lockert von 2016 an den Anbaustopp für Wein. Ein Entwurf der Bundesregierung sieht vor, dass die Rebfläche in Deutschland 2016 und 2017 um bis zu 0,5 Prozent größer werden kann. Einige Winzer fürchten aber um ihre Preise.

Mi, 2015-05-06 03:12
Rostock/Bützow (dpa)

Aufräumarbeiten nach schwerem Unwetter in Kleinstadt Bützow

Im kleinen Bützow wird der ganze Schaden erst bei Tageslicht sichtbar. Am Mittwochmorgen gehen die Aufräumarbeiten weiter. Wegen dem Tornado können zahlreiche Bewohner wohl erst am Wochenende in ihre Wohnungen zurückkehren.

Rostock/Bützow (dpa) - Nach dem schweren Unwetter in der Kleinstadt Bützow bei Rostock sollen die Aufräumarbeiten am Mittwoch auf Hochtouren laufen. Ein Tornado hatte am Dienstagabend die Dächer vieler Häuser abgedeckt, auch ein Krankenhaus und ein Pflegeheim waren betroffen. «Den Schäden nach zu urteilen war es eine kräftige Windhose, wie Augenzeugen ja bereits berichtet hatten», sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes am Mittwoch. Trümmerteile blockierten die Straßen. Mehr als 150 Einsatzkräfte waren bereits bis zum frühen Mittwochmorgen mit ersten Aufräumarbeiten beschäftigt. Ab 7 Uhr wollen sie ihre Arbeit fortsetzen.

Die Innenstadt von Bützow soll bis mindestens 6.00 Uhr am Mittwoch gesperrt bleiben. Der Unterricht in zwei Schulen, der Grundschule und der allgemeinen Förderschule, fällt aus. Das Bildungsministerium teilte zur Begründung mit, die Gebäude seien zu stark beschädigt. Die Abitur-Prüfungen am Gymnasium Bützow dagegen finden statt.

Bei den Unwettern waren nach Angaben von Landrat Sebastian Constien etwa 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt worden. Bürgermeister Christian Grüschow sprach von «massiven Schäden». Das ganze Ausmaß werde sich erst am Mittwoch zeigen, dann solle eine Bestandsaufnahme gemacht werden.

Für Betroffene waren zwei Sporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert worden. Rund 300 Betten standen nach Grüschows Darstellung dort zur Verfügung. Wegen der zum Teil stark beschädigten Gebäude können zahlreiche Bewohner wahrscheinlich erst am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren. «Davon ist in den meisten Fällen auszugehen. Zunächst werden bei Tageslicht alle Schäden gesichtet», sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle Bad Doberan am frühen Mittwochmorgen.

Der Katastrophenschutz des Landkreises richtete eine Einsatzleitstelle in der Stadt mit ihren knapp 8000 Einwohnern ein. Der Landkreis Rostock schaltete ein Bürgertelefon unter der Nummer 038461-500.

Unwetterartige Regenfälle und Gewitter ließen auch in anderen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Bäume umstürzen und Verkehrsschilder umknicken. Der Verkehr war behindert, weil die Einsatzkräfte Bäume und Äste von den Straßen räumen mussten. In Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) wehte der Sturm Dachziegel auf ein fahrendes Auto. Es entstand aber nur geringer Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt.

Mi, 2015-05-06 01:50
Hamburg/Lübeck (dpa)

Ein Toter bei Unwetter in Hamburg

Über den Norden ist ein kräftiges Gewitter hinweggezogen. Bei dem Unwetter stirbt ein Mann, mehrere Menschen werden verletzt. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Auch das Holstentor in Lübeck ist betroffen.

Hamburg/Lübeck (dpa) - Bei einem schweren Unwetter ist ein 26-Jähriger am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die Teile seien am Dienstagnachmittag auf sein Auto gefallen und hätten den Mann eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus.

Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen ließen in der Hansestadt Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dabei seien drei weitere Menschen in ihren Wagen eingeklemmt worden. Besonders im Nordosten Hamburgs behinderten Böen und heftiger Regen den Verkehr. Eine S-Bahn-Linie konnte etwa eine Stunde lang nicht fahren, weil ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Wegen des Unwetters war nur ein eingeschränkter Betrieb der Buslinien in Hamburg möglich. Auch die U-Bahn war betroffen.

Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Innerhalb kurzer Zeit gingen rund 300 Notrufe ein. Auch der Sprecher der Hamburger Feuerwehr konnte seinen Lagedienst mehr als eine Stunde nicht erreichen.

Die Zugstrecke zwischen Hamburg und Lübeck war vorübergehend in beide Richtungen gesperrt - ein Baum war auf die Bahngleise gefallen. Die Fahrgäste wurden mit Bussen weitertransportiert. Ein ICE musste auf dem Weg zwischen Hamburg und Dortmund auf Gütergleise umgeleitet werden, weil ein Baum auf eine Oberleitung gekippt war.

Am Burchardkai im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Containerschiffe los. Sie trieben aufeinander zu und berührten sich, sagte der Polizeisprecher. Dabei sei Schaden in unbekannter Höhe entstanden. Schlepper mussten die Schiffe zurück an die Kaianlagen bugsieren.

In Schleswig-Holstein verzeichneten die Einsatzkräfte zunächst keine größeren Zwischenfälle. Nach Angaben der Feuerwehr waren Keller überflutet, einzelne Verkehrsschilder flogen durch die Luft.

In Lübeck drang Starkregen auch in das Holstentor ein und überflutete Teile des Museums, wie die Feuerwehr mitteilte. «Ebenso wurde das Dach des Heiligen-Geist-Hospitals durch Sturmböen beschädigt, so dass auch hier Regenwasser eindringen konnte.» Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser aus den Gebäuden. Am Nordlandkai stürzte ein Hafenkran auf ein Containerschiff. Menschen wurden nicht verletzt, hieß es.

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Mi, 2015-05-06 00:40
Washington (dpa)

USA versprechen 20 Millionen Dollar für Hinweise zu IS-Terroristen

Washington (dpa) - Für Hinweise über den Verbleib vier ranghoher Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versprechen die USA Belohnungen von bis zu 20 Millionen Dollar (17,9 Mio Euro). Das teilte das State Department am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit.

Sieben Millionen Dollar wurden für Abd al-Rahman Mustafaal-Kaduli ausgelobt, der einem irakischen Al-Kaida-Ableger beigetreten war und sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 2012 dem IS anschloss. Fünf Millionen Dollar Belohnung zahlen die USA für Hinweise über den IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani sowie für Tarkhan Tayumurazovich Batirashvili. Dieser wurde zum Kommandeur für IS-Operationen in den syrischen Proviznzen Aleppo, Al-Rakka, Latakia und Idlib ernannt. Für einen weiteren IS-Kämpfer, der die Grenzregion zwischen der Türkei und Syrien kontrolliert, wurden drei Millionen Dollar ausgelobt.

Mi, 2015-05-06 00:39
Rostock/Bützow (dpa)

Schwere Tornado-Schäden in Kleinstadt Bützow

Starkregen und heftige Böen: Eine Sturmfront ist über Mecklenburg-Vorpommern hinweggezogen. Durch die Kleinstadt Bützow zieht sich danach eine Spur der Verwüstung.

Rostock/Bützow (dpa) - Schwere Unwetter haben die Kleinstadt Bützow bei Rostock verwüstet. Augenzeugen sprachen von einem Tornado. Die Dächer vieler Häuser wurden am Dienstagabend abgedeckt, auch ein Krankenhaus und ein Pflegeheim waren betroffen. Nach Angaben des Landrats, Sebastian Constien, wurden etwa 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Es gebe «schwere Schäden», hieß es bei der Polizei. Die Innenstadt von Bützow wurde bis mindestens 6.00 Uhr am Mittwoch gesperrt.

Unzählige Dachziegel, Balken und Metallteile lagen auf den Straßen. Betroffene sollten in Turnhallen untergebracht werden. Mehr als 150 Rettungskräfte waren im Einsatz. Der Katastrophenschutz des Landkreises richtete eine Einsatzleitstelle in der Stadt mit ihren knapp 8000 Einwohnern ein. Der Landkreis Rostock schaltete ein Bürgertelefon unter der Nummer 038461-500.

Der Unterricht fällt am Mittwoch in zwei Schulen aus. Die Schäden an den Gebäuden der Grundschule und der allgemeinen Förderschule seien zu groß, teilte das Bildungsministerium am späten Dienstagabend mit. Die Abitur-Prüfungen im Fach Geschichte am Gymnasium Bützow könnten dagegen wie geplant durchgeführt werden.

Unwetterartige Regenfälle und Gewitter ließen auch in anderen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Bäume umstürzen und Verkehrsschilder umknicken. Der Verkehr war behindert, weil die Einsatzkräfte Bäume und Äste von den Straßen räumen mussten. In Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) wehte der Sturm Dachziegel auf ein fahrendes Auto. Es entstand aber nur geringer Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt.

Di, 2015-05-05 23:59
Rostock/Bützow (dpa)

Tornado verwüstet Kleinstadt - «Sehr massive Schäden» Von Julia Ranniko, dpa

Ein schweres Unwetter hat Bützow hart getroffen, eine Spur der Verwüstung zieht sich durch die Kleinstadt. Es gibt Verletzte - und Schäden an zahlreichen Gebäuden. Die Aufräumarbeiten laufen an. Für manche Schüler fällt der Unterricht aus.

Rostock/Bützow (dpa) - Trümmerteile auf den Straßen, abgedeckte Häuser, ein beschädigtes Krankenhaus: Schwere Unwetter haben eine Schneise der Verwüstung durch die Kleinstadt Bützow im Landkreis Rostock gezogen. Mindestens 30 Menschen werden durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt, wie Landrat Sebastian Constien am Dienstagabend sagt. Sie müssen in der vom Sturm ebenfalls getroffenen Klinik behandelt werden. Augenzeugen sagen, ein Tornado sei über Bützow hinweggezogen.

«Es sind sehr massive Schäden da», erklärt Bürgermeister Christian Grüschow. Das ganze Ausmaß werde sich erst am Mittwoch zeigen, dann solle «in Ruhe» eine Bestandsaufnahme gemacht werden.

Doch bereits am Dienstagabend ist klar: Die Dächer zahlreicher Häuser sind abgedeckt oder eingedrückt, auch das Dach eines Pflegeheims und des Krankenhauses sind betroffen. Unzählige Dachziegel, Metallteile und Balken blockieren die Straßen. In etwa sechs Metern Höhe hat sich ein Trümmerteil in eine Hauswand gebohrt. Die Kirche ist abgedeckt, das Rathaus weist Schäden auf. Das gesamte Stadtgebiet ist bis mindestens 6.00 Uhr am Mittwoch komplett gesperrt.

«Momentan ist viel, viel Unruhe in der Stadt», erzählt Grüschow. Erste Aufräumarbeiten haben Grüschow zufolge bereits am späten Dienstagabend begonnen. Mehr als 150 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sind im Einsatz, zahlreiche freiwillige Helfer unterstützen sie. Auch Bundeswehrreservisten bieten Hilfe an. Der Katastrophenschutz des Landkreises richtet eine Einsatzleitstelle in der Stadt mit ihren knapp 8000 Einwohnern ein.

Zwei Sporthallen werden zu Notunterkünften umfunktioniert, rund 300 Betten werden darin aufgestellt. «Wir hoffen, dass die angenommen werden», sagt der Bürgermeister.

Der Unterricht in zwei Schulen in Bützow - der Grundschule und der allgemeinen Förderschule - fällt am Mittwoch aus. Die Schäden an den Gebäuden sind zu groß, teilt das Bildungsministerium in Schwerin mit. Die Abitur-Prüfungen im Fach Geschichte am Gymnasium Bützow dagegen finden wie geplant statt.

Viel Glück hat bei dem schweren Unwetter ein Autofahrer: Sein Wagen wird von einer starken Böe erfasst und überschlägt sich - der Mann bleibt aber unverletzt.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Di, 2015-05-05 22:06
Brüssel (dpa)

Nächste Verhandlungsrunde zu Atomabkommen mit dem Iran kommende Woche

Brüssel (dpa) - Vertreter der EU und des Irans wollen vom kommenden Dienstag an in Wien erneut über eine endgültige Lösung im Atomstreit verhandeln. Das teilte der Europäische Auswärtige Dienst am Dienstagabend in Brüssel mit. Ab dem 15. Mai sollen dann Vertreter der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands (5+1) dazustoßen.

Anfang April hatten beide Seiten in Lausanne eine Grundsatzeinigung erzielt. Demnach soll der Iran unter anderem in den ersten zehn Jahren nach einer Einigung mehr als zwei Drittel seiner Kapazitäten zur Uran-Anreicherung stilllegen. Bis Ende Juni soll ein umfassendes Abkommen stehen. Daran wird nun gefeilt.

Es geht in den Verhandlungen darum, dem Iran ein rein ziviles Atomprogramm zuzugestehen, ihm aber jeden Weg zu einer Atombombe zu versperren. Der Iran bestreitet jegliche militärische Absichten und erwartet die Aufhebung der lähmenden Wirtschaftssanktionen.

Di, 2015-05-05 22:11
Rostock/Neubrandenburg (dpa)

Tornado verwüstet Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock/Neubrandenburg (dpa) - Schwere Unwetter haben die Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern verwüstet. Augenzeugen sprachen von einem Tornado. Die Dächer vieler Häuser wurden am Dienstagabend teilweise abgedeckt, auch ein Krankenhaus und ein Pflegeheim waren betroffen. Nach Angabe des Landrats, Sebastian Constien, wurden 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile verletzt. Es gebe «schwere Schäden», sagte ein Polizeisprecher.

Unzählige Dachziegel lagen auf der Straße. Betroffene sollten in Turnhallen untergebracht werden. Mehr als 100 Rettungskräfte waren im Einsatz.

In Bützow wurden nach Informationen der «Bützower Zeitung» das Dach der Kirche komplett abgedeckt und das Rathaus schwer beschädigt. Der Bürgermeister musste der Zeitung zufolge behandelt werden, nachdem ein Fenster in seinem Büro zerborsten war. Das Krankenhaus habe teilweise geräumt werden müssen.

Unwetterartige Regenfälle und Gewitter ließen auch in anderen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern Bäume umstürzen und Verkehrsschilder umknicken. Der Verkehr war behindert, weil die Einsatzkräfte Bäume und Äste von den Straßen räumen mussten.

Di, 2015-05-05 22:56
Dallas/Bagdad (dpa)

IS bekennt sich zu Anschlag in Texas - Weißes Haus: Terror   

Hat die Terrormiliz Islamischer Staat mit der Attacke in Texas tatsächlich ihren ersten Anschlag in den USA verübt? Oder handelt es sich um eine Propagandabehauptung? Die US-Behörden suchen nach Antworten.

Dallas/Bagdad (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf einen Wettbewerb von Mohammed-Karikaturen im US-Bundesstaat Texas bekannt und weitere Taten angekündigt. Zwei «Soldaten» des IS hätten die Ausstellung angegriffen, erklärten die Extremisten über ihren Radiosender «Al-Bajan». Weiter hieß es: «Was kommt, wird ausgetüftelter und bitterer sein.» Die ausgestellten Zeichnungen hätten den Propheten Mohammed verunglimpft, hieß es zur Begründung.

US-Behörden nahmen Ermittlungen auf, wie Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest am Dienstag sagte. Unabhängig davon, ob der IS tatsächlich beteiligt sei, habe die Polizei dort einen versuchten Terrorangriff verhindert.

US-Medien meinten am Dienstag, falls die Behauptung zutreffe, handele es sich um den ersten IS-Anschlag auf amerikanischen Boden. Einer der beiden Täter - ein zum Islam konvertierter Amerikaner - war nach Angaben der «New York Times» erst kürzlich erneut ins Visier der Bundespolizei FBI geraten - weil er Informationen über den IS in soziale Netzwerke gestellt habe.

Die beiden schwer bewaffneten Attentäter waren nach Angaben der Behörden bei dem Anschlag am Sonntag von der Polizei erschossen worden, nachdem sie selbst das Feuer eröffnet hatten. Auf der Veranstaltung sprach auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders. Zu dem Mohammed-Karikaturenwettbewerb hatte die als extrem rechts und islamfeindlich geltende New Yorker American Freedom Defense Initiative eingeladen.  

«Wir wussten, dass das kommen würde», sagte der republikanische Abgeordnete Steve King. Ziel der Dschihadisten sei es, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu untergraben und islamisches Schariagesetz in den USA einzuführen.

Die Terrormiliz IS beherrscht weite Gebiete in Syrien und im Irak; ihr «Kalifat» wird von den USA und Verbündeten seit Monaten bombardiert.

Zugleich stellten US-Medien die Frage, ob derartige Veranstaltungen nicht eine Provokation gegenüber Muslimen seien. Die «New York Times» sprach von «Spannungen zwischen der vom Westen befürworteten freien Meinungsäußerung und dem Beharren vieler Muslime, dass die Darstellung des Propheten Mohammed ein Sakrileg ist».

Bei den beiden Attentätern handele es sich nach Angaben der Zeitung um 30 und 34 Jahre alte Muslime aus Phoenix in Arizona, die dort im selben Appartementkomplex gelebt hätten. Sie hätten dort auch in derselben Moschee gebetet.  

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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