Wenn Sophia Kianni auf Nachfrage hin anfängt, aufzuzählen, was sie als junge Klimaaktivistin bislang neben der Schule alles so gemacht, kann das schon mal einige Minuten dauern: Sprecherin für „Extinction Rebellion“, Mit-Organisatorin der „Fridays for Future“-Proteste in den USA, Mit-Koordinatorin des jungen Kampagnen-Netzwerks „Zero Hour“, Unterstützung für MTV bei einem „Earth Day“-Special. Sie schrieb für Teen Vogue, das Onlinemagazine Refinery29 und erzählt CNN, was die Coranakrise für die junge Klimaschutzbewegung bedeutet. Mit der legendären Schauspielerin Jane Fonda tauscht sie sich regelmäßig aus, seit diese ihr Unterstützung für den Kampf gegen die Klimakrise angeboten hat. Vor Kurzem berief UN-Generalsekretär António Guterres sie als jüngstes von sieben Mitgliedern einer internationalen Jugend-Kommission, die ihn regelmäßig zum Thema Klimawandel beraten soll. „Eine Riesenehre“, erzählt Kianni dem Greenpeace Magazin.

Während des coronabedingten Lockdowns, als der Schulunterricht online stattfand, gründete Kianni von ihrem Zimmer in McLean, Virginia, aus die Non-Profit-Organisation „Climate Cardinals, benannt nach den rotgefiederten Vögeln. „Als ich meine Großmutter, meine Onkel und Tanten im Iran über den Klimawandel informieren und ihnen dazu Links schicken wollte, stellte ich fest, dass es zum Beispiel den Bericht des Weltklimarates gar nicht auf Farsi gibt. Ganz zu schweigen von gut verständlichen Materialien zum Thema“, sagt Sophia Kianni. Ihre Recherchen ergaben, dass dies nicht nur für Farsi gilt, sondern für viele Sprachen, die auf der Welt und im multilingualen Amerika gesprochen werden. Die Freiwilligen von „Climate Cardinals“ übersetzen die wichtigsten Texte zu Klimawandel und anderen Umweltproblemen für den großen Teil der Welt, der eben nicht Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch oder Chinesisch spricht. Bereits am Tag der Gründung im Mai meldeten sich 1.100 Menschen an, die mitmachen wollten. Vier Monate später stehen Texte in über hundert Sprachen und Dialekten zur Verfügung.

© Sophia Kianni / CC BY-SA 4.0<p>Sophia Kianni mit Schauspielerin Jane Fonda vor dem Kapitol in Washington, D. C.</p>

Sophia Kianni mit Schauspielerin Jane Fonda vor dem Kapitol in Washington, D. C.

„4500 Ehrenamtliche machen mit, 450 übersetzen und kontrollieren, ein junges Leitungsteam organisiert und koordiniert“, erklärt Kianni. Über die umweltbewegte Vereinigung „International Student Environmental Coalition“ kann sie auf ein Netzwerk aus 18.000 Studierenden aus aller Welt zurückgreifen. Gerade baut Kianni noch ein Marketing- und Videoanimationsteam für die „Climate Cardinals“ auf. Mit den Videos sollen auch die ganz Jungen erreicht und informiert werden. Seit einigen Wochen gehören dazu auch mehrsprachige Anleitungen, damit sich möglichst viele BürgerInnen für die Präsidentschaftswahl registrieren können. „Wir müssen Donald Trump endlich aus dem Weißen Haus rauskriegen“, sagt sie. „Wenn wirklich alle wählen, die so denken, dann bekommen wir das auch hin.“

Die junge Frau, die im Herbst ihr Studium an der „Indiana University School of Business“ mit Kursen zu nachhaltiger Wirtschaft beginnt, führt einen Terminkalender wie eine Managerin. Bei wichtigen Zoom-Konferenzen müssen ihre beiden heiß geliebten, aber sehr gesprächigen Lovebirds, so nennt sie ihre beiden Vögel, schon mal in den Keller. Wenn Sophia Kianni über ihre gefiederten Haustiere und Vögel generell erzählt, bekommt sie beinahe etwas Schwärmerisches. „Sie sind wirklich ein wichtiger Teil meines Lebens, seit ich ein kleines Mädchen war. Ich liebe sie.“

Wie viele, vor allem weibliche Klimaaktivist*innen, musste auch Kianni früh lernen, mit dem Hass umzugehen, der ihr vor allem im Netz entgegen schwappt. Inzwischen hat sie sich von der Idee verabschiedet, verbissene KlimaleugnerInnen überzeugen zu wollen. „Der emotionale Aufwand dafür lohnt sich einfach nicht.“ Sie konzentriert ihre Kraft lieber auf die Apathischen. „Diejenigen, die wissen, dass es den Klimawandel gibt, aber nicht wissen, was sie genau tun können oder deren Gewohnheiten nicht zu dem passen, was sie sagen.“ Für die hält sie einige Fragen bereit: „Wenn dir die Welt wirklich wichtig ist, warum wählst du PolitikerInnen, die nichts gegen die Klimakrise tun? Warum kaufst du ständig neue Klamotten? Warum isst du, was du isst?“

Kianni möchte ihre Kräfte lieber dafür aufwenden, den Klimaschutzkampf voranzutreiben und zu organisieren, statt sich mit wütenden Ignoranten herumzuschlagen. „Wir haben als Jugendbewegung viel Aufmerksamkeit bekommen. Aber es ist nicht mehr genug zu sagen, dass man an den Klimawandel glaubt. Jetzt muss man auch zeigen, dass die Welt einem wichtig ist.“

„4500 Ehrenamtliche machen mit, 450 übersetzen und kontrollieren, ein junges Leitungsteam organisiert und koordiniert“, erklärt Kianni. Über die umweltbewegte Vereinigung „International Student Environmental Coalition“ kann sie auf ein Netzwerk aus 18.000 Studierenden aus aller Welt zurückgreifen. Gerade baut Kianni noch ein Marketing- und Videoanimationsteam für die „Climate Cardinals“ auf. Mit den Videos sollen auch die ganz Jungen erreicht und informiert werden. Seit einigen Wochen gehören dazu auch mehrsprachige Anleitungen, damit sich möglichst viele BürgerInnen für die Präsidentschaftswahl registrieren können. „Wir müssen Donald Trump endlich aus dem Weißen Haus rauskriegen“, sagt sie. „Wenn wirklich alle wählen, die so denken, dann bekommen wir das auch hin.“

Die junge Frau, die im Herbst ihr Studium an der „Indiana University School of Business“ mit Kursen zu nachhaltiger Wirtschaft beginnt, führt einen Terminkalender wie eine Managerin. Bei wichtigen Zoom-Konferenzen müssen ihre beiden heiß geliebten, aber sehr gesprächigen Lovebirds, so nennt sie ihre beiden Vögel, schon mal in den Keller. Wenn Sophia Kianni über ihre gefiederten Haustiere und Vögel generell erzählt, bekommt sie beinahe etwas Schwärmerisches. „Sie sind wirklich ein wichtiger Teil meines Lebens, seit ich ein kleines Mädchen war. Ich liebe sie.“

Wie viele, vor allem weibliche Klimaaktivist*innen, musste auch Kianni früh lernen, mit dem Hass umzugehen, der ihr vor allem im Netz entgegen schwappt. Inzwischen hat sie sich von der Idee verabschiedet, verbissene KlimaleugnerInnen überzeugen zu wollen. „Der emotionale Aufwand dafür lohnt sich einfach nicht.“ Sie konzentriert ihre Kraft lieber auf die Apathischen. „Diejenigen, die wissen, dass es den Klimawandel gibt, aber nicht wissen, was sie genau tun können oder deren Gewohnheiten nicht zu dem passen, was sie sagen.“ Für die hält sie einige Fragen bereit: „Wenn dir die Welt wirklich wichtig ist, warum wählst du PolitikerInnen, die nichts gegen die Klimakrise tun? Warum kaufst du ständig neue Klamotten? Warum isst du, was du isst?“

Kianni möchte ihre Kräfte lieber dafür aufwenden, den Klimaschutzkampf voranzutreiben und zu organisieren, statt sich mit wütenden Ignoranten herumzuschlagen. „Wir haben als Jugendbewegung viel Aufmerksamkeit bekommen. Aber es ist nicht mehr genug zu sagen, dass man an den Klimawandel glaubt. Jetzt muss man auch zeigen, dass die Welt einem wichtig ist.“

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