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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.17

Brötchen teilen

Wegweiser: Michael Spitzenberger (48)
Die Idee begeisterte Michael Spitzenberger auf Anhieb: Wem danach ist, der kann beim Einkauf in der Bäckerei noch ein Brot, ein Brötchen oder ein Stück Kuchen zusätzlich kaufen, das später ein Bedürftiger mitnimmt. Der Bäcker hängt dafür einfach einen Bon an ein dafür aufgestelltes Brett mit Haken, der anschließend ohne viel Aufhebens eingelöst werden kann. In Istanbul und Hamburg hatten Geschäfte das Prinzip bereits umgesetzt. In Neapel gibt es schon seit hundert Jahren die Tradition des spendierten Kaffees. „Ganz simpel, aber absolut wirksam“, findet Spitzenberger. Der Immobilienmakler gründete 2015 die Plattform „Brot am Haken“ und lud Münchner Ladenbesitzer zum Mitmachen ein. 22 Läden sind heute bereits dabei. Bäckereien, Cafés, Falafelstände – stetig kommen neue Geschäfte dazu, die Idee fasst auch in anderen Städten Fuß. „Die Brettchen machen das Teilen einfach“, sagt Spitzenberger, „sie sind Denkanstöße für ein anderes Miteinander.“ Zugreifen kann jeder, der gerade bedürftig ist: Obdachlose, Menschen mit schmalem Geldbeutel, aber auch „die kleine Eva, die ihr Pausenbrot vergessen hat“.
brot-am-haken.org