Greenpeace Magazin Ausgabe 6.98

Car-Sharing für Mieter

Wohnungsbaugesellschaften setzen auf Gemeinschaftsautos.

Im Konkurrenzkampf um Käufer und Mieter haben Wohnungsbaugesellschaften das Car-Sharing entdeckt. Die Schlüssel stecken im Tresor, der sich per Chipkarte öffnen läßt, abgerechnet wird mit der Miete. Studenten sind das Klientel der Gießener „Gesellschaft für soziales Wohnen“, die in der Pilotphase fünf Autos für 210 Mieter anschafft. Als Zweitwagen-Ersatz für Yuppies sieht die Berliner „Realprojekt“ die vier Pkws für 60 Luxus-Eigentumswohnungen. Den Fuhrpark (inklusive Cabrio) stellt der Car-Sharing-Verein „Stattauto“ ein, der bereits 180 Fahrzeuge für 3600 Mitglieder unterhält. Die Parkplätze bezahlt die Firma. Vergleichbare Konditionen vereinbarte die Berliner „Gewobag“ für ein Mietshaus mit 80 Wohneinheiten. Geboren wird der Service aus der Not, behauptet der Bundesverband der deutschen Wohnungsunternehmen: Um Mieterschwund und häufigem Wechsel vorzubeugen, sollen sich Unternehmen durch Dienstleistungen profilieren. Bei Innenstädten oder dichten Plattenbausiedlungen sei Car-Sharing als Alternative zur Tiefgarage finanziell attraktiv. Vorteil für die Kunden: Teure Kautionen und Kapitaleinlagen fallen weg, Verwaltungsgebühren sind niedrig, und der Fuhrpark steht vorm Haus.