Greenpeace Magazin Ausgabe 6.98

Die letzte Reserve

Die USA wollen ihre weiträumigste Wildnis der Ölindustrie öffnen.

Der Name der „National Petroleum Reserve“ in Alaska täuscht. Es handelt sich nicht um ein Industriegebiet, sondern um das größte Stück unberührter Wildnis in den Vereinigten Staaten. An der Nordküste Alaskas erstrecken sich über 36.000 Quadratmeilen hügeliges Weideland, Gebirgsketten und Gletschertäler. Noch leben hier arktische Wölfe und eine der größten Karibu-Herden der Welt, doch jetzt will das US-amerikanische Innenministerium große Teile des Gebiets für die Ölförderung freigeben. Die Lobby der amerikanischen Ölkonzerne, das „American Petroleum Institute“, drängt auf eine rasche Öffnung, weil die Ölförderung innerhalb der Vereinigten Staaten zurückgehe. Die US-Navy nahm das Gebiet 1923 in Besitz, um für Ölkrisen eine nationale Reserve zu haben. „Statt Land an die Ölindustrie zu geben, sollte die Regierung die Effizienz der ameri- kanischen Autos verbessern“, fordert die US-Umweltorganisation Sierra Club.