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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.17

Die Windradbauerin

Wegweiser: Ariane Krause, 34, macht Technik greifbar
Die Teilnehmer ihrer Workshops lernen, komplexe Solar- und Windkraftanlagen zu bauen, zu warten und zu reparieren. Sieben Tage und zwanzig Leute – so viel Zeit und Hände waren während eines Workshops auf dem letzten Klimacamp im Rheinland nötig, um ein komplettes Windrad zu bauen. Die Kursteilnehmer sägten Rotorblätter, verlegten Kabel und wickelten Spulen. Danach lieferte die Anlage bis zu 256 Kilowatt Energie für das Küchenzelt und eine Handyaufladestation. „Durch diese Arbeit lernen die Leute, wie kostbar Strom ist“, sagt Krause. „Wir zeigen aber auch, wie man ihn selbst erzeugen kann.“

Zusammen mit fünf Mitstreitern beweist die gelernte Wirtschaftsingenieurin, dass ein technisches Gerät keine Blackbox ist. „Der Mensch soll sich der Technik nicht länger unterwerfen müssen“, sagt Krause, „sondern sie verstehen und verändern.“ Deshalb auch der Name: „KanTe“. Er steht für „Kollektiv für angepasste Technik“.

Theoretisches Wissen über Klimawandel und Ressourcenknappheit verbinden die Trainer, die Elektrotechnik, Maschinenbau oder Umweltschutz studiert haben, mit praktischen Aufgaben wie dem Bau oder der Wartung von Solar- oder Windkraftanlagen. An 150 Tagen im Jahr zeigen sie Jugendlichen, Hausbesitzern oder Geflüchteten, wie sie Flügel von Windrädern ölen oder Solarpaneele nach Steinschlägen abtasten, aber auch, wie Komposttoiletten gewartet werden. Wie viel Lohn die Kursleiter pro Tag bekommen, richtet sich nach den Teilnehmern. „Vom selbstgebackenen Apfelkuchen bis hin zu 800 Euro war schon alles dabei“, sagt Ariane Krause. Jedes Kollektivmitglied zahlt sich am Ende des Monats nur so viel aus wie gerade nötig – auch mit der Ressource Geld wird sparsam umgegangen.
kante.info

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