Greenpeace Magazin

Ausgabe 2.13

Editorial

Vor Kraft strotzend ziehen die Grünen am 22. September in den Kampf um die Mehrheit im Bundestag. Denn der Machtwechsel in Niedersachsen geht vor allem auf ihr Konto – sie steuerten mit 13,7 Prozent ein Rekordergebnis zugunsten von Rot-Grün bei.

Doch die Bundestagswahl ist für Rot-Grün ungleich schwieriger: Zum einen ist Angela Merkel von einem anderen politischen Kaliber als David McAllister. Und zum anderen hat die Linke, die in Hannover aus dem Parlament gewählt wurde, im Bund aufgrund ihrer starken Verankerung im Osten gute Chancen, die Fünf-Prozent-Hürde zu meistern.

Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, untermauert im Interview mit dem Greenpeace Magazin seine Vorbehalte gegen die Linkspartei und schließt im Übrigen eine schwarz-grüne Koalition in Berlin nicht ausdrücklich aus.

Unsere Titelgeschichte dreht sich um Vegetarier und Veganer. Meine Kolleginnen Katja Morgenthaler, die durchaus auch mal ein Wurstbrot isst, und Svenja Beller, nahezu strikte Vegetarierin mit einem gelegentlichen Hang zu Krabben und Muscheln, haben wochenlang recherchiert.

Sie beschreiben eine Minderheit in unserer Gesellschaft, die rasant wächst. Nach einer repräsentativen Umfrage des Greenpeace Magazins sind drei Prozent der Deutschen Vegetarier. Ein Prozent ernährt sich vegan, verzichtet also nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf andere tierische Produkte wie Milch und Eier. Sie alle sind angeekelt von Bildern aus der Massentierhaltung, wollen das Klima schützen und die Umweltschäden der industriellen Landwirtschaft nicht mehr hinnehmen.

Themen wie Tierfabriken und Agrarpolitik werden ganz sicher auch im Wahlkampf eine Rolle spielen. Ich wünsche Ihnen beim Lesen dieser Ausgabe viele neue Erkenntnisse.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Schildt 
Chefredakteur