Guten Abend,

der Mops? Das Faultier? Oder sind Lama und Alpaka noch im Rennen? Es gibt kein eindeutiges Trendtier für 2019. Einhörner wurden Berichten zufolge nur noch als Luftmatratzen gesichtet, ebenso Pfauen, Schildkröten und Flamingos; diese verspüren offenbar in letzter Zeit auch die Neigung, aus dem Nichts in größerer Zahl als Plastikfiguren in Vorgärten zu erscheinen.

Auch bei den Sommerlochtieren herrscht ziemliche Flaute. Keine Schnappschildkröte, kein Kaiman aus dem Baggersee, kein Orakel-Krake, Trauerschwan oder Problembär weit und breit. In den letzten Tagen hat allerdings eine giftige Monokelkobra in Herne zuerst die Bewohnerin eines Mietshauses erschreckt und sich dann davongeschlängelt. Sie ist ebenso unauffindbar wie ihr mutmaßlicher Besitzer. Der gesamte Wohnkomplex wurde evakuiert und bislang ergebnislos durchsucht.

Während Trend- und Sommerlochtiere sich also rarmachen, füllen wir die Lücke einstweilen mit bedrohten Arten. Die sind äußerst real, und wenn wir nicht aufpassen, werden auch viele von ihnen bald verschwinden, und zwar unwiederbringlich.

Als Aufpasser fungiert das 1973 ins Leben gerufene Washingtoner Artenschutzabkommen CITES. Es regelt den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen und tagt nur alle drei Jahre. Dieses Jahr war es wieder so weit. Bis Mittwoch arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter der 183 Mitgliedsstaaten in Genf 160 Tagesordnungspunkte ab, mit durchaus begrüßenswerten Ergebnissen.

Es ging unter anderem um ein sehr hohes Tier, dessen Bestände sich in den letzten 30 Jahren fast halbiert haben: die Giraffe. Nicht zu fassen, dass erstens aus deren Fell und Knochen Dekoartikel hergestellt werden (anscheinend auch bei uns zu finden) und dass sie zweitens bislang überhaupt nicht geschützt war. Jetzt wird der Handel mit Giraffenprodukten zwar nicht ganz verboten, aber eingeschränkt.

Trotz der Bestrebungen einiger afrikanischer Länder, die geltenden Beschränkungen für den Handel mit Elfenbein zu lockern, bleibt für die Elefanten alles beim Alten – was aber auch bedeutet, dass ein Komplettverbot sich nicht durchsetzen ließ. Wohl aber ein Antrag, dass wildlebende Elefanten künftig nicht mehr an Zirkusse und Zoos verkauft werden dürfen. 

Ob Nashörner, Saiga-Antilopen, Makohaie, Gitarrenrochen, Zierfische oder Vogelspinnen – 142 Tier- und 20 Pflanzenarten werden nun besser geschützt oder erstmals in einen der drei CITES-Anhänge aufgenommen. Den stärksten Schutz, nämlich ein komplettes Handelsverbot, genießen die rund 1000 in Anhang I gelisteten Arten. Der Handel der in Anhang II aufgeführten etwa 34.600 Spezies, darunter auch die oben erwähnte Monokelkobra, muss kontrolliert und beschränkt werden, Tiere und Pflanzen in Anhang III (ungefähr 200) sind nur in einigen Ländern oder Regionen geschützt.

Umwelt- und Tierschutzorganisationen sind im Großen und Ganzen zufrieden mit den Ergebnissen der Genfer Verhandlungen. Kontrovers debattiert wird allerdings, wie die Wilderei einzudämmen ist und ob ein begrenzter Handel mit beschlagnahmtem Elfenbein oder Horn illegale Aktivitäten eher fördern oder die Märkte austrocknen würde. Die eine sagt dies, der andere das.

Wie dem auch sei, der Artenschutz hatte zumindest eine Bühne. Natürlich steht und fällt eine Umsetzung mit der Überwachung, und das ist immer auch eine Frage der Finanzierung. Die Vereinten Nationen haben dazu eine Idee ins Spiel gebracht: Unternehmen wie Disney, das mit dem Film „König der Löwen“ mehr als eine Milliarde Dollar an den Kinokassen eingenommen hat, sollen 0,5 Prozent des Betrags, der für Werbung mit wilden Tieren ausgegeben wird, an den Lion’s Share Fund der UNO spenden. Der Konzern denkt angeblich darüber nach. Wenn es klappt, sind Netflix, Google und andere herzlich eingeladen, nachzuziehen.

Also schauen Sie meinetwegen „König der Löwen“, aber kaufen Sie keine Giraffenprodukte. Und wenn Sie in Herne wohnen, halten Sie die Augen offen.

Einfach tierisch // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Kerstin Eitner
Redakteurin

PS: Machen Sie sich ein Bild von den zu Unrecht gefürchteten, leider selbst bedrohten und nun teilweise geschützten Jägern der Meere: mit unserem XXL-Plakat „Welt der Haie“. Jetzt eine Woche 20 Prozent reduziert.

image description
Greenpeace Warenhaus Button
Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit Saisonkalender für Obst und Gemüse Alles zu seiner Zeit
26,50 €
Saisonkalender "Alles zu seiner Zeit"

Welche Obst- und Gemüsesorten hierzulande in welchem Monat frisch und knackig vom Feld kommen, verrät Ihnen unser liebevoll und übersichtlich gestalteter Saisonkalender mit dem Titel „Alles zu seiner Zeit“. 

Tier-Memo Tier-Memo
15,00 €
Tier-Memo

Eine Arche Noah fürs Gedächtnis. Alle 48 Tierarten unseres Memo-Spiels treten als Zwillingspaare auf. Vorgestellt werden sie auf der beiliegenden Spielanleitung.

10,00 € 8,00 €

Plakat "Klimaanpassung"

Das Plakat zum Cover! Unser Magazincover „Klimaanpassung“ (Ausgabe 5.19) als hochwertiges Plakat.