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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.04

Freispruch für Greenpeace

Schneller als erwartet endete im Mai im Miami ein Prozess gegen Greenpeace USA mit einem Freispruch für die Umweltorganisation. Richter Adalberto Jordan vereitelte damit den Versuch des US-Justizministers John Ashcroft, Greenpeace zu einer kriminellen Vereinigung zu erklären und so außer Gefecht zu setzen. Vorwand für die Klage war eine friedliche Protestaktion im April 2002 gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes. Greenpeace-Aktivisten hatten versucht, vor der Hafeneinfahrt von Miami einen Frachter mit 200 Tonnen illegal geschlagenem Mahagoni an Bord zu entern. Daraufhin bemühte Ashcroft allen Ernstes ein Gesetz aus dem Jahr 1872, wonach einlaufende Schiff nicht ohne Erlaubnis betreten werden dürfen. Der nur zweimal zur Anwendung gekommene Erlass gegen „Sailormongering“ sollte heimkehrende Matrosen vor Schleppern schützen. Ashcrofts Versuch, den politischen Gegner mundtot zu machen, erregte weltweites Aufsehen; mehr als 100.000 Protestmails gingen bei der Bush-Regierung ein. „Amerikas Tradition der freien Rede hat einen Sieg errungen“, sagte John Passacantando, Geschäftsführer von Greenpeace USA nach der Einstellung des Verfahrens wegen Mangels an Beweisen.