Jetzt abonnieren Magazinarchiv durchsuchen

Greenpeace Magazin Ausgabe 4.17

Freundschaft zu Würmern

Wegweiser: Sarah Steiner (38)
„Was die Biene in der Luft ist, das ist der Wurm im Boden“, sagt Sarah Steiner. Weil die Bedeutung der Würmer für die natürlichen Kreisläufe aber weniger bekannt ist, will sie ihnen Aufmerksamkeit verschaffen. Mit drei Mitstreitern gründete sie in Zürich die Firma „WormUp“ und entwickelte einen Kompostbehälter aus Ton, in dem Regenwürmer organische Abfälle innerhalb kurzer Zeit in Humus verwandeln: ein kleines geruchsneutrales Biotop für die Küche, das den Biomüll vor der Verbrennungsanlage bewahrt. „Denn das ist eine Verschwendung wertvoller Ressourcen – als würden wir unsere Goldringe wegwerfen“, sagt Steiner. Früher arbeitete sie für Unilever, nun macht die Betriebswirtin das Kompostieren salonfähig und will so zum Erhalt fruchtbarer Böden beitragen. Seit Oktober 2016 werden die Wurmkisten produziert, nach Deutschland soll ab Ende 2017 geliefert werden. Rund 310 Euro kostet der Komposter samt Würmern, für Bastler stellt die Gruppe auch eine Anleitung zum Selbstbauen ins Netz. Küchenabfälle mit anderen Augen sehen, dazu will Steiner anregen: „So wird Müll zu Wurmfutter und daraus wieder fruchtbarer Boden.“
wormup.ch