Greenpeace Magazin Ausgabe 2.98

Gefahr aus dem Turnschuh

Nike pumpt Treibhausgas in die Sohlen seiner Laufschuhe, die Konkurrenz kommt ohne aus.

Sie heißen „Air“-Turnschuhe, aber in ihnen steckt ein viel gefährlicherer Stoff als Luft: Seit den 70er Jahren pumpt der Hersteller Nike das hochwirksame Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF6) in Turnschuhsohlen, damit Sportler weicher laufen. Doch das Gas entweicht aus der Sohle in die Atmosphäre, wo es sich 3200 Jahre hält. Ein Kilo SF6 trägt dabei 23.900mal mehr zur globalen Erwärmung bei als ein Kilo des Treibhausgases Kohlendioxid. Nike stellt jährlich 130 Millionen Paar Schuhe mit gasgedämpfter Sohle her und verbraucht dafür 288 Tonnen SF6. Aufgrund des Drucks von Umweltschützern hat der US-Konzern jetzt zugesagt, in drei Jahren von SF6 auf Stickstoff umzustellen. Greenpeace-Sprecher Tarjei Haaland: „Es ist gut, daß sie die Produktion auslaufen lassen – aber warum nicht schon nächstes Jahr?“ Die Schuhe der Konkurrenz kommen schon jetzt mit Luft aus.