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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.17

Gehör verschaffen

Wegweiser: Michael Ruf (40)
„Die Geschichten sind so stark, es ist schlichtweg nicht nötig, etwas dazuzudichten“, sagt Michael Ruf. Flucht, Asylsuche, Neonaziterror – die Stücke der „Bühne für Menschenrechte“ erzählen von Menschen, die ausgesperrt und unsichtbar gemacht werden. Seit 2009 entwickelt Ruf gemeinsam mit seinem Team dokumentarische Stücke wie die „Asylmonologe“ oder die „NSU-Monologe“, die in den Worten der Betroffenen von Verfolgung, Hoffnung und Liebe erzählen. Dafür sprechen die Theatermacher mit Geflüchteten oder Hinterbliebenen der NSU-Morde und verarbeiten diese Interviews zu Bühnenstücken. „So wollen wir den Opfern eine Stimme geben“, sagt Ruf. Um damit möglichst viele Menschen zu erreichen, verzichten die Inszenierungen auf ein Bühnenbild, das Spiel ist reduziert, in jeder Stadt treten andere Darsteller und Musiker auf. Wichtiger als die Höhe des Honorars ist den Künstlern die politische Wirkung ihrer Auftritte. Am Ende jeder Vorstellung werden die Zuschauer dazu eingeladen, sich zu vernetzen und selbst tätig zu werden. „Wir wollen nicht ihre Betroffenheit, sondern dass sich etwas ändert“, sagt Ruf.
buehne-fuer-menschenrechte.de