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Greenpeace Magazin - Geht doch: Nicht nur sauber, sondern rein

Nicht nur sauber, sondern rein

Hamburg: Was haben Schuhe, Smartphones und Akkus gemeinsam?

Wer sich klimaneutral kleiden möchte, der kann heute auf ein großes Angebot an Klamotten zurückgreifen. Ganz unabhängig vom Geschmack aber haben alle weltrettenden Outfits etwas gemeinsam: Man muss sie barfuß tragen, denn bislang endete der hehre Anspruch meist bei den Schuhen, deren Produktionsketten noch immer voll von Sünden sind. Anders ausgedrückt: Faire Arbeitsbedingungen und Schuhfabriken gelten traditionell als Paradoxon. Die äthiopische Unternehmerin Bethlehem Tilahun Alemu denkt anders. Gerade hat in Hamburg die erste Filiale der „Sole Rebels“ in Deutschland eröffnet. Ihre Schuhe hinterlassen, bezogen auf die Produktion, einen Klima-Fußabdruck von fast null CO2. Als erstes Schuhunternehmen überhaupt wurden die Sole Rebels 2011 von der World Fair Trade Organization (WFTO) zertifiziert. Die Materialien wie Biobaumwolle und Jute werden in Äthiopien angebaut und verarbeitet, die Sohlen sind aus Altreifen recycelt, und die Angestellten erhalten vor Ort dreimal mehr Lohn, als sonst in diesem Industriezweig für vergleichbare Arbeit gezahlt wird. Und: Die Slipper, Sneaker und Stiefel sind trotz der Handarbeit nicht teurer als konventionelle Schuhe.
solerebels.com

 

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Jeder halbwegs aufgeklärte Mensch kennt das ungute Gefühl, etwas am Ohr zu haben, für das an anderen Orten dieser Welt gelitten wird: Rohstoffe für Handys kommen oft aus fragwürdigen und kaum identifizierbaren Quellen. Das Start-up Minespider erhöht mittels Blockchain-Zertifikaten den Anteil fairer Rohstoffe: Ähnlich wie beim Ökostrom, der vermischt mit Kohle- und Atomenergie nach Hause kommt, geht das für die Metalle gezahlte Geld so nur an verantwortungsvolle Quellen. minespider.com

In Batterien stecken noch immer viele umweltschädliche Stoffe wie beispielsweise Teerpech. Nun haben Forscher des Helmholtz-Instituts in Ulm eine naturfreundliche Alternative entdeckt. Sie erhitzten Apfel- und Erdnussreste und gaben (statt wie üblich Teerpech-Kohlenstoff) das durch die Verbrennung des Bioabfalls gewonnene kohlenstoffhaltige Pulver auf den Pluspol. Und siehe da: Erdnussschalen-Akkus funktionierten im Test hervorragend. hiu-batteries.de
 

Fast 400 Milliarden Tonnen entstehen weltweit pro Jahr. Nun arbeitet die Technische Hochschule Bingen an der Herstellung kompostierbaren Plastiks mit stabilen Eigenschaften. Bislang galt Mais als Favorit, doch der Anbau ist ökologisch problematisch und ethisch bedenklich – Mais ist ein Lebensmittel. Die Forscher setzen jetzt auf Hanf und melden einen ersten Erfolg: ein stabiles Frühstückstablett! Kommt bald auch die korrekte Hanftüte?