Greenpeace Magazin

Ausgabe 5.17

Giftfrei brutzeln

Hawaii: Wie die Inselkette Fische und Korallen vor Schäden durch Sonnencreme schützen will

Giftfrei brutzeln

Sonnenschirme könnten in Hawaii bald boomen – dank Will Espero. Der demokratische Senator des 50. US-Bundesstaates möchte den Verkauf von Sonnenschutzmitteln verbieten, die chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat enthalten. Studien legen nahe, dass diese Stoffe Korallen schädigen und das Hormonsystem von Fischen stören können. Nach Angaben der Naturschutzbehörde fanden Meeresforscher vor beliebten Badestränden Konzentrationen, die bis ums Dreißigfache über dem Grenzwert lagen. Esperos Gesetzesinitiative werden gute Chancen eingeräumt. Fischer, Surfer und Umweltschützer befürworten den Vorstoß, schließlich lebt Hawaii vom Meeres- und Naturtourismus, der jedes Jahr mehr als 300 Millionen Dollar in die Kassen spült. Sollte der Bann 2018 kommen, dürften andere Regionen folgen: In der Karibik wurden bereits ähnlich hohe Werte gemessen. „Es gibt zum Glück Alternativen, Sonnenschutzmittel mit mineralischen UV-Filtern wie Titan- oder Zinkoxid“, sagt Sebastian Ferse vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen. Jeder sollte deshalb beim nächsten Kauf einen Blick aufs Etikett werfen, rät der Meeresbiologe. „Da es den Riffen weltweit schlecht geht, ist alles, was man tun kann, wichtig.“ Sich im Schatten aufhalten zum Beispiel.

Österreich: Aus für Ölheizungen
Als erstes Bundesland der Alpenrepublik verbietet Niederösterreich ab 2019 Ölheizungen in Neubauten. Der Landtag hat zusätzlich beschlossen, den Umstieg von Öl und Gas auf eine erneuerbare Heizform mit einem einmaligen Zuschuss von bis zu 3000 Euro zu fördern. Noch wird in Niederösterreich in etwa 100.000 Häusern und Wohnungen mit Öl geheizt. Einzig die Dänen waren noch schneller, dort ist die Installation von Öl- und Gasheizungen in Neubauten seit vergangenem Jahr untersagt. In Deutschland sollen Ölheizungen dagegen erst 2030 verboten werden.

Indien: Kühl reisen mit der Sonne
Fotovoltaik ist in Indien inzwischen die günstigste Energiequelle. Die indische Eisenbahn macht deswegen Ernst mit der Energiewende: Das Unternehmen ist dabei, auf den landesweit rund 7000 Bahnhöfen Solarzellen zu installieren. Außerdem werden 250 Nahverkehrszüge mit Fotovoltaikanlagen bestückt. Mit dem Solarstrom sollen die Waggons beleuchtet und belüftet werden. Bis 2025 will Indian Railways bis zu 25 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken.

Schweden: Klimaprimus im Norden
Fünf Jahre früher als bislang geplant soll Schweden klimaneutral werden: Ein neues Klimagesetz sieht vor, die Emissionen des Landes bis 2045 um 85 Prozent gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 zu senken. Die restlichen 15 Prozent will die rot-grüne Regierung durch Wiederaufforstungsprojekte oder Klimaschutzmaßnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländern kompensieren.