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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.06

Harmlose Bohnen, giftige Erbsen

Neuer Zündstoff im Streit um Gesundheitsgefahren durch Gentech-Pflanzen: Wissenschaftler Thomas Higgins von der „Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation“ in Canberra hatte Bohnen-Gene auf Erbsen übertragen, um sie resistent gegen den „Gemeinen Erbsenkäfer“ zu machen. Dessen Larven verursachen in Australien erhebliche Ernteausfälle. Die Erbsen verfütterte Higgins an Feldmäuse, um die Verträglichkeit der Kreation zu testen. Als viele Versuchstiere an Lungenentzündung erkrankten, brach der Forscher sein Projekt ab.

In Europa wären die brisanten Folgen des Gen-Experiments wohl verborgen geblieben. Denn langfristige Fütterungsversuche, wie Higgins sie durchführte, sehen EU-Gesetze nur bei begründetem Verdacht auf Unverträglichkeit vor; in der Regel genügt eine Testphase von 28 Tagen. Nachweisen lassen sich so nur akut giftige Effekte, nicht aber solche wie in Higgins Experiment.