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essgewohnheit

5. April 2012

Welcher Fisch kommt morgen auf den Tisch?

Die Lust auf Fischgerichte ist bei den Deutschen ungebrochen, besonders am Karfreitag. Doch welches Schuppentier lässt sich beim Ostereinkauf guten Gewissens in den Einkaufskorb legen?

Der im Christentum traditionelle Fastentag, Karfreitag, steht vor der Tür. In dem Wort steckt das althochdeutsche „kara“ oder „chara“, was so viel wie Trauer oder Wehklage bedeutet. Denn der Karfreitag steht im Zeichen des Leidens und der Kreuzigung Christi. Auf Fleisch „der Tiere des Himmels und der Erde“ sollte an diesem Tag daher verzichtet werden. Fische als Bewohner des Wassers sind dagegen sehr wohl erlaubt.

Dass dieser Tradition nach wie vor Respekt gezollt wird, belegen aktuelle Verbraucherzahlen des Hamburger Fisch-Informationszentrums. Im April 2011 kauften die Deutschen 3900 Tonnen Frischfisch im Wert von 49 Millionen Euro. Damit lag der Absatz im Ostermonat zehn Prozent über dem Monatsdurchschnitt. Bei Tiefkühlfisch war der Effekt noch größer: Für 12 286 Tonnen gaben die Bundesbürger im Ostermonat 2011 rund 83 Millionen Euro aus - 13 Prozent über dem Monatsschnitt.

Auch abgesehen von der Ostertradition isst der Deutsche einfach gerne Fisch, und das mit steigender Tendenz. Betrug der Pro-Kopf-Verbrauch vor 20 Jahren durchschnittlich noch elf Kilogramm, waren es im Vorjahr ganze16,5 Kilogramm Fisch. Aber ist der Verzehr von Fisch heutzutage überhaupt noch vertretbar?

Umweltverbänden zufolge sind durch die Überfischung der Ozeane mittlerweile mehr als 80 Prozent der Fischbestände in Gefahr. Als Einkaufshilfe haben Greenpeace und der WWF Fisch-Ratgeber entwickelt, die bedrohte Arten aufzählen und Gütesiegel für den Fischkauf erläutern.

Welcher Fisch noch bedenkenlos konsumiert werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei der Wild-Fischerei werden zerstörerische Fangmethoden, Beifang von überfischten Beständen und illegale Fischerei als Minuspunkte gewertet. Im Segment der Aquakulturen spielt die Herkunft des Fischfutters und der Eier beziehungsweise der Jungfische die ausschlaggebende Rolle. Letztendlich geht es um die Nachhaltigkeit der Fischereien und Aquakulturen.

Deshalb ist beispielsweise Lachs nicht gleich Lachs:

Zwar wird er im Greenpeace-Ratgeber als „grundsätzlich nicht vertretbar“ mit einem roten Warnsymbol versehen. Als blau gekennzeichnete, vertretbare Ausnahme dagegen gilt der Nordost-Pazifik-Lachs (Alaska).

ZOE ASCHENBACH/dpa

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