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erfolg

19. April 2012

Vorerst kein Gen-Mais mehr in Polen

Nach öffentlicher Kritik durch das Umweltinstitut München will sich das Unternehmen KWS Saat AG nun dafür einsetzen, dass kein eigener Gen-Mais mehr auf polnischen Äckern landet. Das Umweltinstitut hatte dem Konzern vorgeworfen, polnische Bauern zu Tricksereien bei der Saatgutbeschaffung anzustiften.

Nach einer öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzung zwischen der KWS Saat AG und dem Umweltinstitut München um den Anbau von Gen-Mais in Polen hat das niedersächsische Unternehmen nun eingelenkt. Derzeit wird in Polen über ein Verbot von Gen-Mais diskutiert. Aus Rücksicht auf die politische Situation, werde KWS nun darauf hinwirken, dass „bis zu einer eindeutigen Klärung“ der Lage kein eigenes Gen-Saatgut mehr auf polnischen Äckern landet.

Zuvor hatte das Umweltinstitut dem Konzern vorgeworfen, in Polen illegal Gen-Mais anzubieten. Daraufhin reagierte KWS prompt: In einer Pressemitteilung berief sich das Unternehmen auf geltendes Recht, wonach der Handel mit Gen-Saat in Polen zwar verboten sei, die Bauern im Rahmen des freien EU-Warenverkehrs entsprechendes Saatgut aber aus anderen Ländern beziehen könnten. Die so in Polen angebauten Gen-Mais Pflanzen seien also legal. Das renommierte Umweltinstitut München wurde von KWS nur unter dem Namen „sogenanntes Umweltinstitut“ erwähnt.

Kurze Zeit später konterte das Umweltinstitut erneut und warf KWS vor, die vorsätzliche Rechtsbeugung nun den Bauern in die Schuhe schieben zu wollen. Außerdem verweist es auf scheinbar widersprüchliche Zahlen zu den Anbauflächen der Gen-Pflanzen.

Die polnische Regierung kündigte nun an, die betreffende Gen-Mais Sorte MON810 gänzlich verbieten zu wollen. Inzwischen hatte KWS eingelenkt. In der jüngsten Pressemitteilung zu dem Thema klang der Konzern gegenüber dem Umweltinstitut schon wesentlich einsichtiger: „Das Umweltinstitut verweist mit Recht auf die unklare politische Situation“ zum Anbau von Gen-Mais, hieß es. Auch das „sogenannte“ verschwand aus der Mitteilung.

KURT STUKENBERG

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