Greenpeace Magazin Ausgabe 5.03

Internet-Auktionen

Tigerfelle unter dem Hammer

Beim Internet-Auktionshaus Ebay blüht der Handel mit streng geschützten Tierarten – lebend, ausgestopft oder in Teilen stehen sie meistbietend zum Verkauf. Das Bonner Komitee gegen den Vogelmord erstattete deshalb im Februar bei der Potsdamer Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Über
Ebay, dessen deutscher Zweig in Potsdam sitzt, werden jährlich Millionen Euro mit bedrohten Tieren umgesetzt. Das Unternehmen ist an jeder Auktion umsatzbeteiligt. Über 1600 illegale Versteigerungen zählten die Biologen in einem Monat; unter den Hammer kamen Tigermäntel, ausgestopfte Seeadler, Elfenbein und geschmuggelter Kaviar. Nicht nur Gelegenheitsverkäufer, sondern vor allem professionelle Händler nutzten Ebay, das wegen der negativen Schlagzeilen im Mai ankündigte, sein Personal besser zu schulen, um illegale Angebote gezielt aufspüren und löschen zu können. Doch Axel Hirschfeld vom Vogelschutzverein wurde in den vergangenen Wochen weiterhin fündig: „Keine Verbesserung sichtbar. Auch unsere Forderung, einen sachkundigen Biologen zur Überprüfung des Marktplatzes einzustellen, wurde verweigert.“ Statt dessen hat das Auktionshaus diesen Job dem Bonner Verein angeboten – ehrenamtlich, versteht sich.