Guten Abend,

während wir ganz vorsichtig mit unseren Lockerungsübungen beginnen, womit nicht die privaten Trainingseinheiten im Wohnzimmer oder die Joggingrunden im Park gemeint sind, beschäftigen sich viele kluge Leute mit der Frage: Wie wird die Wirtschaft aussehen in der Stunde null oder dem Jahr eins n. C.? Ein wichtiges Thema, denn es wird allerhand abhängen von der Ausgestaltung des Wiederaufbaus.

Die alten Industrien werden, wie es aussieht, nicht kampflos aufgeben. Agrar- und Autolobby sind bereits in Berlin und Brüssel vorstellig geworden, um für die Verschiebung von Umwelt- und Klimaschutzauflagen zu werben. Auch eine Neuauflage der Abwrackprämie ist im Gespräch, angeblich mit Blick auf „klimafreundliche Antriebe“ – wer’s glaubt.

Besonders hart hat es die Ölindustrie getroffen, die Nachfrage nach dem Schmierstoff der Globalisierung fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Die Organisation Erdöl exportierenden Länder (OPEC) drosselt wegen des Preissturzes die Förderung. Manche Experten vermuten, dass die weltweite Nachfrage nie wieder das Niveau der Zeit v. C. erreichen wird.

Dessen ungeachtet soll bald die Erweiterung der Keystone-Pipeline beginnen, die von den Ölfeldern in der kanadischen Provinz Alberta zu US-amerikanischen Raffinerien führt. Präsident Obama hatte den Ausbau 2015 nach vielen Protesten von Umweltschützern und Indigenen gestoppt, Trump nahm das 2017 zurück. Kürzlich hat die Bank JP Morgan Chase, der weltgrößte Investor in fossile Energien (lesen Sie auch die Meldung „Wie Banken das Klima anheizen“), das Projekt mit einer Milliarde US-Dollar abgesichert.

Andererseits: Selbst in den USA steigt der Anteil von Strom aus Wind und Sonne. 21 Prozent beträgt er, mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. In Kalifornien und Texas sind Erneuerbare mittlerweile billiger als Öl, Kohle und Gas. Stiftungen, Universitäten, Pensionsfonds und andere Investoren setzen zunehmend auf „grüne“ Industrien und Finanzprodukte. Fachleute glauben, dass dieser Trend nicht nur anhalten, sondern sich verstärken wird.

Das wäre auch sehr wichtig, sonst wird es nichts mit dem nachhaltigen Wiederaufbau, den zurzeit Thinktanks wie die „Agora Energiewende“, Umweltverbände wie Greenpeace oder BUND und das Gremium von der Leopoldina, das die Bundesregierung berät, in Studien und Stellungnahmen fordern. „Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum – und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen“, heißt es auch in einem Aufruf namens „Green Recovery“, veröffentlicht in großen Zeitungen mehrerer Länder. Unterzeichnet haben ihn rund 200 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Mit von der Partie, man reibt sich die Augen: Unilever, E.ON, L'Oreal, Danone, Coca Cola, H&M, Volvo, Microsoft, Renault und Ikea.

Zukunftsmusik, die gar nicht übel klingt. Da die Politik ja derzeit demonstriert, dass sie durchaus auf die Wissenschaft hören kann, wenn es sein muss, wird sie vielleicht auch für solche Klänge ein offenes Ohr haben. Solange kein Superheld in Sicht ist, der es Impfstoffe oder Medikamente regnen lässt, könnte man doch schon mal Konzepte jenseits von „weiter so“ diskutieren.

Das tut übrigens auch das Greenpeace Magazin in seiner neuen Ausgabe, die nächste Woche erscheint. Darin schauen wir nämlich in die Zukunft und enthüllen…Aber das verrate ich Ihnen heute noch nicht. Mehr dazu am kommenden Freitag.

Bis dahin, bleiben Sie gelassen und gesund!

Jenseits von „weiter so“

Kerstin Eitner
Redakteurin

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