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Kennen wir uns?

Greenpeace Magazin Ausgabe 6.17

Kennen wir uns?

Text: Svenja Beller Foto: Jem Cresswell

Buckelwale werden bis zu 15 Meter lang und 30 Tonnen schwer, trotzdem fällt Jem Cresswell, will er sie beschreiben, zuerst das Wort gentle ein: sanft. Wenn das Wasser ganz tief war, so tief, dass man den Grund nicht sehen konnte, dann habe es ausgesehen, als schwebten die Wale, schwerelos wie im Weltraum. Ihn, den Großstädter und Fotografen, 1,71 Meter groß und 72 Kilogramm schwer, rückte die Begegnung mit den Giganten wieder ins rechte Verhältnis. „Es ist wirklich gut, sich klein und unbedeutend zu fühlen“, sagt der 32-jährige Australier. Von dem Fenster seines Hauses am Bronte Beach bei Sydney aus habe er die Buckelwale oft auf ihrem Weg in den Südpazifik gesehen, wie sie Luft holten oder sich aus dem Wasser erhoben und wieder hineinfallen ließen. An der australischen Küste schwammen sie nur vorbei, aber im warmen Südpazifik würden sie umeinander werben, sich paaren, Junge gebären – 2014 reiste er ihnen zum ersten Mal hinterher. In den Gewässern von Vava’u, einer zum Königreich Tonga gehörenden Inselgruppe, ist es unter strengen Auflagen erlaubt, mit den Walen zu schnorcheln. Dort streifte er sich Neoprenanzug, Taucherbrille und Flossen über und versuchte, seinen Herzschlag zu kontrollieren, als er zu ihnen hinabtauchte. Sie sahen ihn an, schwammen ganz dicht an ihm vorbei, schienen sogar seine Bewegungen zu imitieren. 2006 haben Forscher Nervenzellen in den Gehirnen der Buckelwale gefunden, die für ein komplexes Kommunikationsverhalten verantwortlich sind und die man bis dahin nur bei Menschen, Menschenaffen und Delfinen nachgewiesen hatte. Cresswell wollte wissen, wie viel Mensch im Wal steckt – oder wie viel Wal im Menschen. „Mein Fotoprojekt dreht sich um diese Frage.“ Es heißt „Giants“, Riesen, und zeigt Buckelwale in einer Intimität, wie wir sie nur selten gesehen haben.

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