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Klimaschutz hausgemacht

Greenpeace Magazin Ausgabe 6.17

Klimaschutz hausgemacht

Text: Gebina Doenecke und Julia Graven Illustrationen: Jens Meyer

Wenn es um Klimasünder geht, denkt man zuerst an Kohlekraftwerke, Flugzeuge und Autos. Doch auch aus Häusern und Wohnungen quellen große Mengen Treibhausgase: 2016 schickten die Privathaushalte 88 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre, zehn Prozent der deutschen Emissionen. In kalten Jahren sind es sogar deutlich mehr, und Strom und Fernwärme sind noch nicht einmal mitgerechnet. Die gute Nachricht: Zu Hause kann jeder selbst den Klimaschutz voranbringen – ob im Alt- oder Neubau, in der Mietwohnung oder im eigenen Häusle. Um bis zu neunzig Prozent lässt sich der heimische CO2-Ausstoß senken – mit guter Heiztechnik und intelligenter Wärmedämmung, mit dem Stromspeicher im Keller oder dem Kraftwerk auf dem Balkon. Wir haben Vorbilder gefunden, die zeigen: Klimaschlau wohnen ist möglich! Und wir geben Ihnen Tipps, wie Sie am besten loslegen.

1. Eigentlich war es ein Abbruchhaus, das Ruth Klingelhöfer-Krötsch und ihr Mann Stefan gekauft hatten. 1956 errichtet, einfachste Bauweise, überall Schimmel. Doch ein Abriss kam für das Architektenpaar nicht in Frage: Mit der Bausubstanz wären Unmengen „grauer Energie“ verloren gegangen, sagt Stefan Krötsch.

Erst wollte die Familie mit drei kleinen Kindern, die schnell ein neues Zuhause brauchte, nur das Dach austauschen. Doch wie so oft bei Renovierungen kam eins zum anderen. Die Heizung war kaputt, die Leitungen waren marode, also lautete der Beschluss: Wenn schon, dann richtig. Nun ist der jährliche CO2-Ausstoß von 28.000 auf 2300 Kilogramm gesunken.

Gut 180.000 Euro hat die Sanierung gekostet, fast ein Viertel der Summe konnten die Krötschs durch Fördergelder decken. Sie bilanzierten alle Bauteile nach Herstellungsaufwand, Recycelfähigkeit und Austauschbarkeit, Verbundmaterialien waren tabu.

Spektakulär ist die neue Fassade: Über die Dämmschicht wurde als Wetterschutz ein Polyethylenstoff gespannt, der sonst Vögel von Obstbäumen fernhält. Nun zieht das „graue Haus“ in einem bürgerlichen Münchner Viertel nicht nur Ökos, sondern auch Architekturfans an. Wer zufällig vorbeikommt, sagt Stefan Krötsch lächelnd, „findet es scheußlich oder großartig“. (...)

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