Liebe Leserinnen und Leser,

Fakt, Fälschung, Fiktion? Gar nicht so leicht, das auseinanderzuhalten. Die Geschichte kennt zahlreiche Beispiele für Mythen, Lügen und Verschwörungstheorien, die durch Gesellschaft, Medien und Politik geistern. Von den angeblichen Brunnenvergiftern des Mittelalters über Bismarcks Emser Depesche, die Dolchstoßlegende und den Reichstagsbrand bis zu den Hitlertagebüchern, Barschels Ehrenwort und Saddams Massenvernichtungswaffen – in harmloseren Fällen führten die Wahrheitsverdrehungen zu Hohn, Spott und Verlust der Glaubwürdigkeit, manchmal aber auch zu Ausgrenzung, Antisemitismus und Verfolgung oder schlimmstenfalls zum Krieg.

Wer’s glaubt, wird selig. Und heute? Wird gelogen wie eh und je, beschleunigt und befeuert von den sogenannten sozialen Medien. In einer Reihe von Ländern bekleiden Klimawandelleugner, Realitätsverweigerer und notorische Lügner höchste Staatsämter. Der in dieser Hinsicht herausragendste Repräsentant fungiert derzeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. 20.000-mal soll er laut Zählung der Washington Post seit Amtsantritt gelogen haben. Auch die Wirtschaft ist keine Oase der Lauterkeit.

Kurzum, es schien der Redaktion des Greenpeace Magazins nicht nur angebracht, sondern nachgerade geboten, die Wahrheit zum  Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe zu machen. Gleich mal vorab: Wir haben die Wahrheit natürlich auch nicht gepachtet, versuchen aber, ihr so nahe wie möglich zu kommen.

Wir zeigen, wie leicht es ist, sich von Bildern an der Nase herumführen zu lassen, und geben Ihnen einen Einblick in unsere Arbeitsweise. Unser Autor Toralf Staud erklärt, welche gesicherten Erkenntnisse die Wissenschaft über das Klima hat, wo es noch Forschungsbedarf und offene Fragen gibt und was man nie genau wissen wird. Mein Kollege Thomas Merten beschreibt, welchen Anfeindungen die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ausgesetzt ist, nur weil sie rational denkt und die Politik mahnt, auf die Wissenschaft zu hören.

Mit welchen Methoden Konzerne an der Wahrheit herumschrauben und gesellschaftliche Debatten in ihrem Sinne beeinflussen, analysieren Frauke Ladleif und Fred Grimm. Wir stellen Ihnen fünf Menschen vor, die zu Umweltskandalen, Tierquälereien, verschwundenen Migranten und den Wurzeln von Pandemien und Verschwörungsmythen recherchieren und die gefundenen Wahrheiten ans Licht bringen, und erinnern an drei Whistleblower, die für ihren Mut mit Strafversetzung, Gefängnis und Exil bezahlen mussten. Außerdem liefern wir nützliche Zahlen und Infos sowie eine Handreichung zur Früherkennung von Fake News.

Weitere wahre Geschichten lesen Sie in unserem Teil 2. Zum Beispiel Positives über die USA. Doch, sowas gibt’s! Junge Menschen, die sich für Klima und Umwelt, faire Wahlen und Gerechtigkeit einsetzen. Wobei wir es uns nicht verkneifen konnten, eine kleine Auswahl aus einer langen Liste von Maßnahmen der Regierung Trump aufzuführen, mit denen Umwelt- und Klimaschutzgesetze ihrer Vorgänger außer Kraft gesetzt wurden.

Wir laden Sie auch zu zwei Zeitreisen ein, zum einen mit australischen Biologen, die ein komplettes Ökosystem ausgetauscht haben, zum anderen mit Greenpeace zur allerersten Aktion in Deutschland im Jahr 1980. Sie können sich ferner Klarheit über unser Leitungswasser verschaffen, ungewöhnliche Porträts von Labormäusen betrachten, einige Tatsachen über Kaiserpinguine, Rosenkohl und Sauerstoff zur Kenntnis nehmen und sich zu guter Letzt aufs Rad schwingen in der Hoffnung, kopenhagenhafte Verhältnisse herbeizuführen.

Sollte es in Ihrer Gegend für Fahrradausflüge zu regnerisch und stürmisch sein, machen Sie es sich doch drinnen mit dem neuen Greenpeace Magazin bequem. Es lohnt sich, wirklich wahr.

Unterschrift Kerstin Eigner

Jahresabo inkl. Prämie ab

32,50 €

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Wie, steht im Greenpeace Magazin.

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