Liebe Leserinnen und Leser,

„wenn man schon immer eine Stimme hat, weil man schon immer in einer Demokratie lebt, kommt einem das Wählen wie eine Selbstverständlichkeit vor“, erinnert uns die Politikerin und Publizistin Marina Weisband im Essay unserer neuen Ausgabe des Greenpeace Magazins an das Privileg des Wählens und erzählt, wie sie als ukrainisches Einwandererkind den Reiz der Demokratie für sich entdeckte. Knapp acht Wochen sind es nur noch bis zum Stichtag, Frühwählende können bald schon per Brief abstimmen. Und das in Zeiten, in denen neben der Flutkatastrophe hierzulande auch auf der ganzen Welt die Nachrichten von Dürren, Überschwemmungen und Bränden nicht abreißen. Wer noch einmal die Bilanz der Klimapolitik der bisherigen Regierung lesen möchte, dem sei der Faktencheck „Wir haben verhindert“ ans Herz gelegt, in dem Greenpeace die stärksten Klimabremserinnen und -bremser der Großen Koalition präsentiert.

Unsere frisch erschienene Ausgabe haben wir der kommenden Bundestagswahl gewidmet, die in die Geschichte eingehen wird: Nicht nur als das Ende der Ära Merkel, sondern auch als die Wahl, in der über die Regierung abgestimmt wird, der wir die rechtzeitigen Maßnahmen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen anvertrauen. So viel politische Selbstwirksamkeit konnte man selten erfahren.

Darum plädieren wir im frisch erschienenen Heft: „Natürlich wählen!“ Und meinen damit zum einen, dass es Ehrensache ist, gemeinsam über die Zukunft unseres Landes zu entscheiden, zum anderen, dass wir bedenken sollten, dass Tiere und Pflanzen eben keine Stimme haben und wir unser Kreuz auch immer stellvertretend für – oder gegen – die Natur machen.

Historisch einzigartig an dieser Wahl sind auch die Herausforderungen, vor denen unsere parlamentarische Demokratie steht. Darüber haben wir den Philosophen Richard David Precht und Muhterem Aras, Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg, debattieren lassen – und so quer die beiden in ihrer Auffassung etwa bei der Beurteilung von Bürgerräten als Element der demokratischen Beteiligung liegen, so einig sind sie sich dann doch darüber, was sich im politischen System ändern muss.

Um herauszufinden, wie es generell um das „grüne Gefühl“ der Deutschen bestellt ist, reiste unser Reporter Manuel Stark in den sächsischen Erzgebirgskreis und nach Freiburg, wo die Grünen 2017 ihr bundesweit jeweils schlechtestes und bestes Ergebnis einfuhren. Seine Erkenntnis: Nicht immer ist alles so grün, wie es scheint, aber manches grüner, als man denkt.

Ob man Ähnliches auch über die CDU und die FDP sagen kann, die Parteien, die bislang nicht als Öko-Avantgarde aufgefallen sind?

Wir haben mit Wiebke Winter von der CDU und Lukas Köhler von der FDP zwei Bundestagskandidierende tagelang im Wahlkampf begleitet, die sich dem Klimaschutz verschrieben haben. Wie wollen sie ihre Ziele in ihren Parteien erreichen, die bislang eher als Klimaschutzbremsen aufgefallen sind? Wie sehen Parteifreunde und Stammwählerinnen ihre Positionen? Stehen sie tatsächlich für neue Wege und mögliche neue Bündnisse oder sind sie lediglich Feigenblätter, weil auch liberal-konservative Parteien heute nicht mehr an dem Thema vorbeigehen können?

Abgerundet wird unser Heft-Schwerpunkt zur kommenden Bundestagswahl vom „Plan 22“, für den wir Expertinnen und Bürger, politisch Engagierte und Wissenschaftlerinnen gefragt haben, was sie etwa beim Umwelt- und Naturschutz, der Landwirtschaft oder der Mobilität von der künftigen Bundesregierung fordern. Was wünscht sich zum Beispiel eine Busfahrerin für den öffentlichen Nahverkehr? Was ein Betriebsratschef für eine schonende Transformation der Industrie? Was würde eine Erstwählerin sofort umsetzen, wenn sie könnte? Sagen wir so: Es gibt viel zu tun.

Im zweiten Teil unseres Magazins blicken wir über Deutschland hinaus: Der Reporter Andrzej Rybak hat für uns vor Ort recherchiert, wie der Maracaibo-See in Venezuela nach dem Niedergang der Ölindustrie am einstigen schwarzen Gold erstickt – und wie die Menschen um eine Perspektive für die Zukunft ringen. Außerdem feiern wir das 50-jährige Jubiläum von Greenpeace, widmen unser Service-Stück den farbenfrohen Haushaltsreinigern, zeigen, wie sich der Spaß an Outdoor-Aktivitäten mit dem Naturschutz in Einklang bringen lässt und wie die Menschen im Himalaja einen kuriosen Weg gefunden haben, sich in Dürrezeiten mit Wasser zu versorgen. Denn die Klimakrise ist längst auch bis auf das Dach der Welt vorgedrungen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Unterschrift Kerstin Eigner

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