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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.17

Liebe für Weidevieh

Wegweiser: Anja Hradetzky (30)
Anja Hradetzky liebt es, im Morgengrauen auf der Wiese die Kühe zu melken. Sie nennt sich selbst „Cowgirl“. Aufgewachsen ist sie mit Aldi-Lebensmitteln, doch schon als Kind will sie genauer wissen, wo ihr Essen herkommt. Nach dem Studium reist sie durch Europa und Kanada. Zurück in Deutschland gründet sie mit ihrem Mann Janusz den Hof „Stolze Kuh“ in Stolzenhagen an der Oder: „Ich wollte nicht nur reden, sondern meine Ideale in die Tat umsetzen“, sagt sie. Hradetzky kauft Rinder alter Rassen, nennt sie Babett oder Cosima. Ihre dreißig Tiere dürfen ihre Hörner behalten, fressen Gras und Heu, die Kälber wachsen bei der Mutter auf. „Sie geben weniger Milch als konventionell gehaltene Tiere, aber dafür schmeckt sie besser.“ Ihr nächstes Ziel: Käse, Butter und Quark herstellen. Um den Bau einer Käserei zu finanzieren, sammelt Hradetzky per Crowdfunding fast 38.000 Euro. Noch bevor die Produktion startet, sind 900 Kilo Käse vorverkauft. Um ihren zupackenden Idealismus mit anderen zu teilen, vernetzt sich Anja Hradetzky nun mit Biobauern in Ostdeutschland. Sie sagt: „Es gibt sie, Konsumenten und Landwirte, die ein Herz für Tiere haben.“
stolzekuh.wordpress.com