Greenpeace Magazin

Ausgabe 6.97

Machen Sie mit am 29. November ...

indem Sie nicht mitmachen: Machen Sie an diesem hektischen Sonnabend vor dem 1. Advent mal eine Pause vom Kaufrausch. In den USA, in Kanada und vielen Ländern Europas gibt es ihn schon: den „Buy Nothing Day“. Kreiert haben diesen Tag die Werbe-Rebellen des in Vancouver erscheinenden Magazins „Adbusters“.

In Nordamerika wird jeder Mensch, ob er will oder nicht, täglich mit rund 3000 Werbebotschaften bombardiert. Bei uns sind es kaum weniger. Der „Kauf-Nichts-Tag“ ist der Versuch, wenigstens 24 Stunden den Konsum-Verführern der Werbebranche ein Schnippchen zu schlagen und ihrem Dauerfeuer zu entkommen. Wir beteiligen uns an der Aktion, zu der Sie mehr Informationen auf dem Rücktitel und in unserer Reportage „Welcome to Malboro Country“ ab Seite 8 finden.

Von chaotischen Zuständen im Bundesumweltministerium ist zu berichten. Im Auftrag seiner Ministerin verstieg sich Pressesprecher Emde zu der kühnen Behauptung, „nach eingehenden Recherchen sowohl im Bonner Ministerium als auch im Umweltbundesamt seien Studien über krebserregende Stoffe im Dieselruß sowie über hormonähnlich wirkende Substanzen im Trinkwasser nicht bekannt“.

Diese Falschaussage verbreitete die Nachrichtenagentur dpa am 22. August um 12.12 Uhr. Wenige Stunden später, am gleichen Tag um 19.08 Uhr, erklärte dann das Umweltbundesamt in Berlin ebenfalls über dpa, „das Amt arbeitet an den genannten Studien, hat aber dem Ministerium für Umwelt noch keine abschließenden Ergebnisse übersandt.“

Anlaß für die Aufregung und das Dementi des Dementis war der Bericht eines Mitarbeiters des Umweltbundesamtes im letzten Greenpeace Magazin über die Unterdrückung kritischer Erkenntnisse der Berliner Wissenschaftler durch Frau Merkel. Die hilflose Lüge aus Bonn macht klar, daß wir mit unserer Enthüllung mitten ins Schwarze getroffen haben.

Ihr Jochen Schildt

Von JOCHEN SCHILDT