Jahresrückblick23.Dez 2019

So war das Umweltjahr 2019

So war das Umweltjahr 2019

Der Amazonas in Flammen, Venedig unter Wasser, ein Klimapäckchen – und Millionen hoffnungmachende Fridays-for-Future-Demonstrierende auf den Straßen. 2019 ist das Jahr, in dem wohl die Sorge um den Planeten so viele Menschen bewegte wie noch nie. Wir blicken zurück

 

Januar

Auf dem Trockenen: Minu Guli, eine australische Aktivistin, rennt zum Ende des Jahres 2018 durch eine ausgedörrte Wasserlandschaft nahe der südafrikanischen Stadt Beaufort West. Ursprünglich wollte sie hundert Marathons in hundert Tagen laufen, um auf das Problem der weltweiten Wasserknappheit aufmerksam zu machen. Am 2. Januar 2019 stoppt sie eine Verletzung. Ihr Anliegen aber bleibt: ein Viertel der Menschheit leidet 2019 unter akuter Wasserknappheit. In 17 von 164 erfassten Staaten naht die „Stunde null“, also der Zeitpunkt, an dem im ganzen Land kein fließendes Wasser mehr verfügbar sein wird. Foto: Kelvin Trautman, Flux Communications via AP

 

Februar

Kein Weihrauch: Die Schlote des RWE-Braunkohlekraftwerks Neurath spucken Rauch und Dampf in den Himmel über dem nordrhein-westfälischen Elsdorf. Das Kraftwerk, hier im Hintergrund der Sankt-Martinus-Kirche, ist der zweitgrößte Verursacher von CO2-Emissionen in Europa. Ein Drittel des deutschen Stroms kommt noch aus Kohlekraftwerken. Damit soll bald Schluss sein: Die Kohlekommission stellte ein Konzept vor, demzufolge der letzte Meiler erst 2038 vom Netz gehen soll. Organisationen wie der BUND und Greenpeace fordern den Ausstieg bis 2030. Foto: Oliver Berg/dpa

 

März

Dicke Luft: Sieht so die urbane Zukunft aus? Eine junge Frau schaut auf die smogverseuchte koreanische Hauptstadt Seoul. Sowohl hier als auch in Städten wie im indischen Neu-Delhi leiden Millionen Menschen unter einer Feinstaubbelastung in Rekordhöhe. Bis zu 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft atmeten die Koreaner ein. In Neu-Delhi gab es sogar die fünffache Dosis – mit einer Wirkung wie etwa fünfzig Zigaretten am Tag. Foto: REUTERS/Kim Hong-Ji

 

April

Sonnige Aussichten: Solarstrom macht sich nicht nur hier auf einem See in den Schweizer Alpen prächtig, sondern auch in Deutschland. Der Bundesnetzagentur zufolge werden im April Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamthöchstleistung von 304,7 Megawatt in Deutschland zugebaut – das sind gut ein Drittel mehr als im Vorjahr zu dieser Zeit. Insgesamt beläuft sich der Solarzubau in den ersten drei Monaten von 2019 auf rund 1,6 Gigawatt, das ist sogar doppelt so viel wie 2018 im gesamten Jahr. Das zahlt sich schnell aus: Im Juni speisen Solaranlagen in Deutschland erstmals mehr Strom ins Netz ein als andere Energiequellen. Foto: Keystone/Laurent Darbellay

 

Mai

Bedrohte Arten: Anfang Mai treffen sich in Paris die Vertreter der Mitgliedsstaaten des Welt-Biodiversitätsrates – und legen erschüternde Befunde vor. Ihr „Global Assessment Report“ zur Artenvielfalt ermittelt unter anderem, dass vierzig Prozent der Amphibien und ein Drittel der Meeressäuger akut vom Aussterben bedroht sind. Immerhin regt sich Widerstand. In Bayern beispielsweise erreicht das von 1,75 Millionen Menschen unterschriebene Volksbegehren „Rettet die Bienen“ Gesetzeskraft. Foto: Picture Alliance

 

Juni

Energie ohne Ende? Zwei Männer arbeiten im chinesischen Chengdu an einem sogenannten HL-2M Tokamak Fusionsreaktor. Darin sollen Wasserstoffatome bei hundert Millionen Grad Celsius verschmolzen werden, um ähnliche Prozesse wie in der Sonne in Gang zu setzen und so Energie zu gewinnen. Foto: Liu Haiyun/Chengdu Economic Daily via Reuters

 

Juli

Viel zu heiß: Eine kleine Abkühlung in Jammu, dem indisch kontrollierten Teil Kaschmirs. Das Wort von der „Affenhitze“ liegt nahe und tatsächlich war der Juli 2019 nicht nur in Indien der wärmste je gemessene Monat. Nach Angaben des von der EU betriebenen Copernicus-Dienstes lag die weltweite Durchschnittstemperatur 2019 um 0,04 Grad höher als im bisherigen Rekord-Juli aus dem Jahr 2016. Foto: Picture Alliance

 

August

Dschungel-Inferno: Monatelang ringen Feuerwehr und Militär mit den Flammen im Amazonas-Regenwald von Brasilien, Peru, Kolumbien, Bolivien und Venezuela. Allein innerhalb von fünf Tagen im August verbrennen rund 500.000 Hektar des Biotops, eine Fläche so groß wie der Thüringer Wald. Bis zum Ende des Jahres 2019 werden rund eine Million Hektar vernichtet sein. Brandrodungen und Dürreperioden lösten die Feuer aus. Foto: Reuters/Bruno Kelly

 

September

„Aus den Betten, Klima retten“: Was damit begann, dass eine gewisse Greta Thunberg vor dem schwedischen Parlament demonstrierte, wuchs 2019 vom Freitagsprotest von Schülerinnen und Schülern zu einer globalen Bewegung: „Fridays for Future“ ruft am 20. September zum weltweiten Klimastreik, 1,4 Millionen Menschen gehen allein in deutschen Großstädten auf die Straße. Am selben Tag verabschiedet die Bundesregierung ein dürftiges Klimapaket, das schnell als „Klimapäckchen“ in die Geschichte eingeht – die Demonstrationen gehen weiter. Foto: Reuters/Fabrizio Bensch

 

Oktober

Abgehoben: „Flugscham“ – noch so ein Wort, das man vor Greta Thunberg nicht kannte, das jetzt aber allmählich in das öffentliche Bewusstsein einsickert. Knapp vierzig Prozent aller befragten Geschäftsreisenden bekannten in einer Umfrage, dass sie sich schon einmal für eine „überflüssige und klimaschädliche“ Flugreise geschämt hätten. Doch noch zeigt das Schamgefühl keinen Effekt auf die Zahlen: Im Oktober 2019 flogen allein vom Flughafen Frankfurt am Main 6,44 Millionen Passagiere ab – gut 70.000 mehr als im Jahr zuvor. Foto: Picture Alliance

 

November

Acqua Alta: Das haben selbst viele hochwassererprobte Venezianer noch nicht erlebt: Auf dem Markusplatz müssen die Menschen immer mal wieder durch Wasser waten, doch so hoch wie im November 2019 waren die Fluten seit fünfzig Jahren nicht mehr. Das Wasser stand selbst in Palazzi und Museen, im Antiquariat auf dem Foto konnten zumindest einige der Schriftstücke in einer Gondel gerettet werden. Ein Sturm in der Adria löste die Springflut aus, im Zuge des Klimawandels werden solche Ereignisse wohl öfter vorkommen, warnen Meteorologen. Foto: Roberto Silvino/NurPhoto

 

Dezember

Frau des Jahres: Eine verdientere Trägerin des Alternativen Nobelpreises als Greta Thunberg hätte man sich für das Jahr 2019 nicht vorstellen können. Am 4. Dezember gab die „Right Livelihood Foundation“ in Stockholm bekannt, dass die 16-jährige schwedische Klimaschutz-Aktivistin, die in diesem Jahr buchstäblich Millionen bewegte, die Auszeichnung erhält – gemeinsam mit der nicht minder preiswürdigen Guo Jianmei, einer Frauenrechtlerin aus China, Davi Kopenawa, der für die indigenen Völker im Amazonas-Gebiet kämpft, sowie Aminatou Haidar, einer Menschenrechtsanwältin und -aktivistin aus der Westsahara. Foto: Samuel Sanchez

 

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