Guten Abend,

es kommt immer mal wieder vor, dass mir jemand erzählt, er oder sie schaue, höre oder lese gar keine Nachrichten mehr. Immer nur Mord und Totschlag und Krieg und Weltuntergang und dazu völlig nebensächliches Zeugs über Promis, schrecklich. (Was manche übrigens nicht davon abhält, Krimis oder Katzenvideos zu konsumieren und eifrig Facebook zu nutzen, jenes sumpfige Biotop für Fake News, Hassrede und unwichtigen Kram aller Art, aber das nur nebenbei.)

Hier und da mag eine Verringerung der Nachrichtendosis sinnvoll sein, aber um es klar zu sagen: Ich bin nicht für den totalen Rückzug ins Private. Zugegeben, die Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig, falsch und richtig ist mühsam und die schiere Menge an Informationen erdrückend. Manchmal verschwimmt die Grenze zwischen Journalismus und PR, obendrein mischen noch Trolle und Bots mit, aber wann wäre je etwas durch Wegschauen besser geworden? Ein Kind, das sich die Augen zuhält, mag sich für unsichtbar halten, weil es selbst nichts mehr sieht, aber aus dem Alter ist man ja irgendwann mal raus.

Auf den Punkt gebracht hat es der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen: „Das Weltproblem der Informationsorganisation ist Anlass für die Suche nach einem persönlichen Wellnesskonzept, das man zur Lebensphilosophie überhöht.“

Als Mitarbeiterin des Greenpeace Magazins kann ich dergleichen sowieso nicht gutheißen. Machen wir doch mal ein kleines Experiment und überprüfen aktuelle Meldungen darauf, ob es zu den Themen Umwelt, Natur und Klima nur Unerfreuliches zu berichten gibt. In der Tat, die gigantische Menge an Textilien, die bei uns jedes Jahr geschreddert, verbrannt oder als Billigware ins Ausland transportiert wird, ist ein Skandal. Dass alle G20-Staaten nach derzeitigem Stand das 1,5-Grad-Ziel verfehlen werden und die Temperatur auf einigen Inseln in der Arktis im Oktober acht Grad über dem Durchschnitt lag, erst recht. Und wenn die geplante Abstandsregelung für Windräder in Kraft tritt, dürfte es mit dem bis 2030 angepeilten Ökostromanteil von 65 Prozent schwierig werden.

Aber nun zu den positiven Medienberichten. Was die Windenergie betrifft, nehmen wir mit Genugtuung zur Kenntnis, dass weder Umweltverbände noch Industrie oder Gewerkschaften gewillt sind, die Einschränkungen widerspruchslos hinzunehmen. In Norwegen, so ist zu erfahren, ziehen Umweltgruppen vor Gericht, um Ölbohrungen in der Arktis zu verhindern. Neuseeland hat das Ziel gesetzlich festgeschrieben, bis 2050 klimaneutral zu werden – was die belgische Prinzessin-Elisabeth-Forschungsstation in der Antarktis schon seit 2009 von sich behaupten darf.

Mehr davon? Bitte sehr: In Italien soll der Klimawandel Schulfach werden. In Deutschland wollen Unternehmen sofort freiwillig einen CO2-Preis von 50 Euro pro Tonne zahlen, und zwar jene 150 Start-ups, die sich zu einer Organisation namens „Leaders for Climate Action“ zusammengeschlossen haben. Und in Hannover wurde der Grüne Belit Onay zum Oberbürgermeister gewählt, der erste OB einer bundesdeutschen Landeshauptstadt mit Migrationshintergrund.

Alles ziemlich weit von Mord, Totschlag, Krieg und Weltuntergang entfernt, oder? Wenn Ihnen das gefällt, hier ein Tipp: Abonnieren Sie doch kostenfrei unseren fabelhaften Daily Navigator, der von montags bis freitags die wichtigsten Umweltnachrichten vorsortiert. Da gibt es weder ausschließlich Düsteres noch stets Friede, Freude, Eierkuchen, sondern eine gute Mischung.

Apropos Eierkuchen: Nachrichten, über die man einfach nur staunen oder sich freuen kann, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Da wären zum Beispiel die Eis-Eier in Finnland, die wirklich täuschend echt aussehen. Ferner die Wiederentdeckung des verloren geglaubten Vietnamesischen Maushirschs, von dessen Existenz ich Ignorantin bis dato überhaupt nichts gewusst hatte. Oder die preisgekrönten Fotos von Tieren, Pflanzen und Landschaften. Hauptgewinner: zwei scheinbar fliegende Hasen. Nebensächlich? Vielleicht. Macht aber gute Laune. Möge Ihr Wochenende in dieser Stimmung verlaufen!

Öfter mal was Neues

Kerstin Eitner
Redakteurin

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