Greenpeace Magazin Ausgabe 1.96

Ölige Flüsse bergen hohes Krebsrisiko

Kinder, die an ölverschmutzten Flußmündungen leben, erkranken öfter an Blutkrebs.

Kinder, die am Ufer des Flusses Severn in Großbritannien leben, sind schon bei ihrer Geburt ungewöhnlich stark radioaktiv belastet. Das fand der Physiker Denis Henshaw von der Universität Bristol heraus. Die Babies hätten schon im Mutterleib ein Viertel der Strahlendosis erhalten, die sonst bei Zehnjährigen gemessen werde. Das erhöhe ihr Risiko, an Leukämie zu erkranken, beträchtlich. Laut Henshaws Untersuchungen stammt die radioaktive Strahlung aus dem ölverschmutzten Severn. Petrochemische Produkte enthielten Uran und Radon; Schwangere und Kinder atmeten die Substanzen mit Wasserdampf und Gischt ein. An dem Fluß nördlich von Bristol stehen zahlreiche erdölverarbeitende Betriebe. Im Mündungsgebiet sei die Belastung besonders hoch, weil die Gezeiten den Abfluß des öligen Wassers verzögerten.