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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.05

Personalien

Pierre Lacoste, 81,
bis 1985 französischer Geheimdienstchef, hatte die persönliche Zustimmung von Präsident François Mitterrand zum Anschlag auf das Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“. Die Zeitung „Le Monde“ veröffentlichte jetzt ein Dokument aus dem Jahr 1986, in dem Lacoste ein Treffen mit Mitterrand detailliert schildert: „Ich fragte Mitterrand um Erlaubnis, den Neutralisierungsplan auszuführen“, schrieb der Ex-Spionagechef, der über der Affäre seinen Job verlor. „Er gab mir die Zustimmung und betonte zugleich die Bedeutung, die er den Atomtests beimaß.“ Beim Sprengstoffanschlag am 10. Juli 1985 im Hafen von Auckland/Neuseeland war der portugiesische Fotograf Fernando Pereira getötet worden.

Jürgen Klein, 44,
Atomkraftgegner aus Fürth, musste drei Wochen aufs Arbeitslosengeld verzichten, weil er nicht für den Atomkonzern Framatome arbeiten will. Seine Klage vor dem Sozialgericht Nürnberg wurde abgelehnt. Begründung: Klein dürfe Stellenangebote nicht ausschlagen und sich dabei auf sein Gewissen berufen. Er müsse sich fragen lassen, „warum er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, der Allgemeinheit finanziell zur Last zu fallen“. Seine Arbeitsagentur hatte dem Diplom-Ingenieur, zweifachen Familienvater und „alten Anti-AKWler“ im April 2003 eine Bewerbung bei Framatome in Erlangen vorgeschlagen. Weil er davon ausging, dass dies angesichts seiner kritischen Einstellung keinen Sinn habe, bewarb er sich erst gar nicht. Klein will in Berufung gehen.

Elizabeth II, 79,
britische Königin, setzt auf sauberen Strom: Zur Versorgung von Schloss Windsor will sie in dessen Nähe vier Turbinen in ein Themse-Wehr einbauen lassen. Das 1,4 Millionen Euro teure Wasserkraftwerk soll 200 Kilowatt Strom produzieren — ein Drittel des Bedarfs im weltgrößten bewohnten Schloss.

Andreas-Thomas Vogel,
48, Mitinitiator der ersten deutschen Online-Demo, wurde vom Amtsgericht Frankfurt zu 900 Euro Geldstrafe verurteilt. Am 20. Juni 2001 hatten die Initiativen „Libertad!“ und „Kein Mensch ist illegal“ zur Blockade der Lufthansa-Website aufgerufen, um gegen die Abschiebepraxis der Airline zu protestieren. Etwa 13.000 Online-Demonstranten beteiligten sich per Mausklick an der Aktion und legten damit die Lufthansa-Internetseite für zehn Minuten lahm. Nach Ansicht der Richterin war dies als „Nötigung“ und „Gewaltanwendung“ aufzufassen.

Arnold Schwarzenegger, 58,
erhielt Lob von Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Der republikanische Gouverneur von Kalifornien will über zehn Jahre 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen, damit eine Million Dächer mit Solaranlagen bestückt werden können insgesamt bis zu 3000 Megawatt Leistung, 30-mal mehr als heute. Im Sonnenstaat soll der CO2-Ausstoß bis 2020 auf den Wert von 1990 sinken ein Ziel, mit dem sich Schwarzenegger gegen US-Präsident Bush stellt. „Ihr Plan ist ehrgeizig, aber ich habe keine Zweifel daran, dass Kalifornien diese Reduktion erreichen kann“, schrieb Trittin dem Ex-Terminator.

Karsten Ellenberg, 42,
Kartoffelbauer aus der Lüneburger Heide, steht vor Gericht wegen „Linda“. Der Biobauer kämpft um die Existenz der beliebten Salatkartoffel. Linda-Lizenzinhaber Europlant hatte den Verkauf der Saatkartoffel kurz vor dem Auslaufen der Lizenz eingestellt. Als Ersatz bietet Europlant eine ähnliche Sorte an, für deren Anbau neue Gebühren fällig werden. Drei Bauern bauten mit Unterstützung von Ellenbergs „Linda-Freundeskreis“ die Knolle weiter an, wogegen Europlant erfolgreich klagte. „Ein Konzern diktiert Bauern und Verbrauchern das Angebot“, ärgert sich Biobauer Ellenberg. „Die Sortenvielfalt verschwindet, nur weil Europlant mehr Gewinn machen wil.“

Jane Fonda, 67, plant eine Bus-Tour gegen den Irakkrieg. Auf der Protestreise durch die USA werden sie Familien von Irak-Veteranen begleiten, kündigte die Schauspielerin bei der Vorstellung ihrer Autobiografie an. „Seit Vietnam habe ich gegen keinen Krieg mehr Stellung bezogen“, sagt sie, „deshalb habe ich einiges im Gepäck.“ Zu der Tour sei sie von den Veteranen ermutigt worden. Der Bus werde mit Pflanzenöl fahren, ließ Fonda wissen. Im Vietnamkrieg war sie als „Hanoi-Jane“ heftig angefeindet worden, weil sie sich 1972 in einer nordvietnamesischen Luftabwehrstellung fotografieren ließ .