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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.10

Personalien

Rainer Hensen, 49, Biokoch mit Stern
Gurken und Tomaten haben bei Rainer Hensen, 49, nichts im Kühlschrank zu suchen, denn einmal gekühlt schmecken sie nicht mehr. Das Öl stammt von handgepflückten Oliven, die Orangen bezieht er von sizilianischen Kleinbauern. Und woher Zanderfilet oder Lammrücken kommen, lesen seine Gäste in der Speisekarte. Der Rheinländer legt großen Wert auf Geschmack und Spitzenqualität. Weil er diese mit einer großen Portion Talent und Kreativität serviert, hat 
Rainer Hensen als erster deutscher Biokoch 2002 einen der begehrten Sterne des Gourmetführers Michelin bekommen. Auch schon bevor er sein Restaurant 2005 als Bio-Küche zertifizieren ließ, verwendete der Spitzenkoch zu über 90 Prozent Produkte aus ökologischem Landbau. Bei kleinen, erstklassigen Erzeugern, die sich die teure Bio-Zertifizierung nicht leisten können, macht er auch mal gerne eine Ausnahme. Mit 25 Jahren hatte der ausgebildete Koch und Bäcker die „Burgstuben Residenz“ in seiner Heimatstadt Randerath bei Aachen übernommen. Wo er als Kind einst Pommes holte, entwickelt der Sternekoch heute Eigenkreationen für Feinschmecker. Seit 2005 ist Rainer Hensen Mitglied bei den Bio-Spitzenköchen.

www.bio-spitzenköche.de

Zoli Téglás, 40, Vegetarier, Tierschützer und Sänger der Hardcore-Band Ignite, deckte auf, dass im kalifornischen Restaurant „The Hump“ Walfleisch serviert wurde. 
Da der Verkauf von Walfleisch in den USA strafbar ist, ging Téglás mit der Laboranalyse, der Quittung und Videoaufnahmen zur Polizei. Daraufhin musste das Lokal schließen. Geholfen hat ihm Charles Hambleton, der bei „The Cove“, dem Oscar-prämierten 
Dokumentarfilm über das Abschlachten von Delfinen, die Kameras versteckt hatte. 
Für Tégás tarnte Hambleton Minikameras als Knöpfe und Stifte.

Elleman Mumba, 54, ist der Star unter den Bauern in Sambia: Auf seinem 
kleinen Stück Land konnte er in einer Saison 68 Säcke Mais ernten – genug, um seine Familie zu ernähren und vier Stück Vieh zu kaufen. Die Ertragssteigerung verdankt 
er dem nachhaltigen Anbau, den er mit Hilfe der sambischen Landwirtschaftsorganisation Conservation Farming Unit praktiziert. Die Prinzipien sind einfach: organische Düngung, Fruchtwechsel und möglichst geringe Bearbeitung der Böden. Schon jetzt eifern 
ihm 160.000 sambische Kleinbauern nach.

Wam Kat, 53, ist Mitbegründer des niederländischen Kochkollektivs Rampenplan. Er hat für die Anti-Atombewegung, in Flüchtlingslagern auf dem Balkan sowie 
beim G8-Gipfel in Heiligendamm gekocht – vegetarisch, mit regionalen Zutaten. Vor zwei Jahren erschien sein Buch „24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung“.